+ iMedikament.de

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus



Gebrauchsinformation Accuzide 20 mg/25 mg diuplus

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information fur Patienten

Accuzide® 20 mg/ 25 mg diuplus

Filmtabletten

Quinaprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informat ionen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus beachten?

3.    Wie ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus und wofur wird es angewendet?

Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus ist eine Kombination aus ACE-Hemmer und Diuretikum, ein Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks.

Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus wird angewendet bei nicht-organbedingtem Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie). Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus ist angezeigt bei Patienten, deren Bluthochdruck mit Quinapril allein nicht ausreichend gesenkt werden konnte.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus beachten?

Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf nicht eingenommen werden bei:

-    Uberempfindlichkeit gegen Quinaprilhydrochlorid, Thiazide oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sowie gegen Sulfonamide (mogliche Kreuzreaktionen beachten)

-    Neigung zu Gewebeschwellung (angioneurotisches Odem, auch infolge einer fruheren ACE-Hemmer-Therapie)

-    schweren Nierenfunktionsstorungen (Serumkreatinin mehr als 1,8 mg/dl bzw. Kreatinin-Clearance weniger als 30 ml/min)

-    Dialysepatienten

palde-4v24acz-ft-25    - 1 -    20.11.2014

-    Nierenarterienverengung (beidseitig oder bei Einzelniere)

-    Zustand nach Nierentransplantation

-    Harnverhalt (Anurie)

-    Aorten- oder Mitralklappenstenose bzw. anderen Ausflussbehinderungen der linken Herzkammer (z. B. hypertrophe Kardiomyopathie)

-    unbehandelter Herzleistungsschwache (dekompensierte Herzinsuffizienz)

-    primar erhohter Aldosteronkonzentration im Blut

-    schweren Leberfunktionsstorungen (Prakoma/ Coma hepaticum) oder primarer Lebererkrankung

-    schweren Elektrolytstorungen (Hyperkalzamie, Hyponatriamie, Hypokaliamie)

-    Schwangerschaft; bei Frauen, die schwanger werden mochten, oder bei Frauen im gebarfahigen Alter, die keine ausreichenden VerhutungsmaBnahmen betreiben

-    wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschrankte Nierenfunktion haben und mit einem blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthalt, behandelt werden

-    Stillzeit (Abstillen)

-    Kindern (mangels ausreichender Therapieerfahrungen)

Wahrend einer LDL (low-density lipoprotein)-Apherese (bei schwerer Hypercholesterinamie) mit Dextransulfat konnen unter der Anwendung eines ACE-Hemmers lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Wahrend einer Behandlung zur Schwachung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Hyposensibilisierungsbehandlung) gegen Insektengifte (z. B.

Bienen-, Wespenstich) und gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Hemmers konnen z. T. lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Blutdruckabfall, Atemnot, Erbrechen, allergische Hautreaktionen) auftreten.

Falls eine LDL-Apherese bzw. Hyposensibilisierungsbehandlung gegen Insektengifte notwendig ist, ist das Praparat vorubergehend durch andere Arzneimittel gegen hohen Blutdruck zu ersetzen.

Wahrend der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf keine Blutwasche (Dialyse oder Hamofiltration) mit Poly(acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat)-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69") erfolgen, da im Rahmen einer Dialyse oder Hamofiltration die Gefahr besteht, dass Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen) bis hin zum lebensbedrohlichen Schock auftreten konnen. Im Falle einer notfallmaBigen Dialyse oder Hamofiltration muss deshalb vorher auf ein anderes Arzneimittel gegen Bluthochdruck (Hypertonie) - kein ACE-Hemmer - umgestellt oder eine andere Dialysemembran verwendet werden. Teilen Sie Ihren Árzten mit, dass Sie mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus behandelt werden bzw. Dialysen benotigen, damit die Árzte dies bei der Behandlung berucksichtigen konnen.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus einnehmen.

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

-    einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (diese werden auch als Sartane bezeichnet - z. B. Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme aufgrund von Diabetes mellitus haben.

-    Aliskiren.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B. Kalium) in Ihrem Blut in regelmá&igen Abstánden uberprufen.

Siehe auch Abschnitt „Accuzide 20mg/ 25 mg diuplus darf nicht eingenommen werden".

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden konnten).

Vor Anwendung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus muss die Nierenfunktion uberpruft worden sein.

Relevante Laborwerte sollen vor der Behandlung mit Quinapril und/oder Hydrochlorothiazid uberpruft und regelmá&ig wáhrend der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus kontrolliert werden.

Insbesondere zu Therapiebeginn und bei Risikopatienten sollte Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus nur unter intensiver Uberwachung von Blutdruck und/ oder bestimmten Laborwerten angewendet werden.

Serumelektrolyte, Serumkreatinin und Blutzucker sowie Blutbild sind engmaschig zu kontrollieren.

Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf nur nach sehr kritischer Nutzen-Risiko-Abwágung unter regelmá&iger Kontrolle von bestimmten klinischen Befunden und Laborwerten angewendet werden bei:

-    Patienten mit eingeschránkter Nierenfunktion (Serumkreatinin bis 1,8 mg/dl bzw. Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) (siehe auch „Wie ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus einzunehmen?")

-    Patienten mit schwerem Bluthochdruck

-    Patienten > 65 Jahre (bei Patienten > 65 Jahre sollte die Nierenfunktion uberpruft und gegebenenfalls die Dosis reduziert werden)

-    vermehrter EiweiBausscheidung im Urin (> 1 g/Tag)

-    gestorter Immunreaktion oder Kollagenosen (z. B. Lupus erythematodes, Sklerodermie)

-    gleichzeitiger Therapie mit Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken (z. B. Kortikoide, Zytostatika, Antimetaboliten), Allopurinol, Procainamid, Lithium, Digitalisglykosiden oder Laxanzien

-    Gicht

-    verringerter Blutmenge (Hypovolámie)

-    Verengung der HirngefáBe (Zerebralsklerose)

-    Verengung der HerzkranzgefáBe (Koronarsklerose)

-    bekannter oder nicht offenkundiger Zuckerkrankheit (manifester oder latenter Diabetes mellitus)

-    eingeschránkter Leberfunktion

Entsprechend den Anwendungsmoglichkeiten der Einzelsubstanzen kann Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus in den Fállen bei Herzleistungsschwáche gegeben werden, in denen zuvor mit den Einzelsubstanzen die Dosierung erreicht wurde, die der Zusammensetzung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus entspricht.

Sollten im Verlauf einer Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus Beschwerden wie Fieber, Lymphknotenschwellungen und/oder Halsentzundung oder Halsschmerzen auftreten, muss durch Ihren behandelnden Arzt umgehend das wei&e Blutbild untersucht werden.

Ein Salz-/ Flussigkeitsmangel muss vor Beginn der Behandlung ausgeglichen werden. Bei ungenugender Flussigkeitsaufnahme, starkem Schwitzen, ubermáBiger Harnausscheidung oder Dehydratation kann es uber eine Verringerung des Volumens an Korperflussigkeit zu einem ausgeprágten Blutdruckabfall, Krámpfen, Benommenheit, Verwirrtheitszustánden, Kreislaufkollaps und akutem Nierenversagen kommen. Andere Grunde fur einen Volumenmangel, wie etwa Erbrechen oder Durchfall, konnen ebenfalls zu einem Blutdruckabfall fuhren. Besprechen Sie dies mit ihrem Arzt.

Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus nicht zusammen mit Poly(acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat)-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69"), wáhrend einer LDL-Apherese mit Dextransulfat oder wáhrend einer Hyposensibilisierungsbehandlung mit Insektengift anwenden (siehe auch „Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf nicht eingenommen werden").

Bei einem plotzlich auftretenden Nachlassen der Sehschárfe oder Augenschmerzen sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Dies konnen Hinweise auf einen erhohten Augeninnendruck sein, und Ihr Arzt wird dann uber die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Beim Auftreten von Schwellungen im Gesicht, der GliedmaBen, der Augen, der Lippen oder der Zunge und bei Atem- und Schluckbeschwerden mussen Sie die Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus abbrechen und umgehend einen Arzt aufsuchen. Wenn Sie derartige Beschwerden bereits einmal in der Vergangenheit hatten oder eine schwarze Hautfarbe haben, sind Sie unter der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus hierfur besonders gefáhrdet.

Achten Sie auf ein leichtes Benommenheitsgefuhl. Dies gilt besonders wáhrend der ersten Tage einer Behandlung. Beim Auftreten von Bewusstlosigkeit sollten Sie die Einnahme abbrechen und umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wenn bei Ihnen eine Operation und/ oder Narkose bevorsteht, informieren Sie den Arzt, dass Sie Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus einnehmen.

Wenn Sie Kaliumergánzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe anwenden wollen, besprechen Sie dies bitte vorher mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie unter der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus an einer Gelbsucht erkranken, sollten Sie die Einnahme abbrechen und umgehend einen Arzt aufsuchen.

Patienten, die zu therapeutischen Zwecken gleichzeitig einen mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin) erhalten, haben moglicherweise ein erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten, die schon einen ACE-Hemmer erhalten, eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Kinder

Mangels ausreichender Therapieerfahrung soll Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus bei Kindern nicht angewendet werden (siehe auch „Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf nicht eingenommen werden").

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fuhren. Die Anwendung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus als Dopingmittel kann zu einer Gefáhrdung der Gesundheit fuhren.

Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kurzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Folgende Wechselwirkungen zwischen Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus, anderen ACE-Hemmern oder Hydrochlorothiazid sind beschrieben worden bei gleichzeitiger Anwendung von:

-    blutdrucksenkenden Arzneimitteln (z. B. andere harntreibende Mittel, Betarezeptorenblocker), Nitraten, gefá&erweiternden Substanzen (Vasodilatatoren), Barbituraten, Phenothiazinen, trizyklischen Antidepressiva: Verstárkung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus

-    Arzneimitteln gegen Schmerzen und Entzundungen (z. B. Salizylsáurederivate, Indometacin, nichtsteroidale Antirheumatika einschlie&lich COX-2-Hemmer): mogliche Abschwáchung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide 20 mg/

25 mg diuplus. Insbesondere bei verringerter Blutmenge kann ein akutes Nierenversagen ausgelost werden

-    hoch dosierten Salizylatgaben: Verstárkung der schádigenden Wirkung von Salizylaten auf das zentrale Nervensystem durch Hydrochlorothiazid

-    Kalium, kaliumsparenden harntreibenden Arzneimitteln (z. B. Spironolacton,

Amilorid, Triamteren) sowie anderen Arzneimitteln, die ihrerseits zu einer verstárkten Zunahme der Serumkaliumkonzentration fuhren konnen (z. B. Heparin): verstárkte Zunahme der Serumkaliumkonzentration durch die ACE-Hemmer-Komponente

-    Lithium: Erhohung der Serumlithiumkonzentration (regelmá&ige Kontrolle), somit Verstárkung der herz- und nervenschádigenden Wirkung von Lithium

-    Digitalisglykosiden: Wirkungen und Nebenwirkungen von Digitalisglykosiden konnen bei vorhandenem Kalium- und/ oder Magnesiummangel verstárkt werden; Kalium-und/ oder Magnesiummangel konnen zu einem erhohten Risiko einer Vergiftung mit Digitalisglykosiden fuhren (regelmá&ige Kontrolle erforderlich)

-    Diabetesmitteln zum Einnehmen, Insulin: Verstárkung des blutzuckersenkenden Effekts. Wáhrend der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus sollten Sie daher Ihren Blutzuckerspiegel genau kontrollieren

-    Katecholaminen (z. B. Epinephrin): Wirkungsabschwáchung durch Hydrochlorothiazid

-    kaliumausscheidenden, harntreibenden Arzneimitteln (z. B. Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Penicillin G, Salizylaten oder Abfuhrmittelmissbrauch: erhohte Kalium- und/ oder Magnesiumverluste (insbes. Hypokaliámie) durch Hydrochlorothiazid

-    Cholestyramin oder Colestipol: verminderte Aufnahme von Hydrochlorothiazid aus dem Magen-Darm-Trakt

-    Allopurinol, Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken (Zytostatika, Immunsuppressiva, systemische Kortikoide), Procainamid: Abnahme der wei&en Blutzellen (Leukopenie)

-    die Zellteilung hemmenden Arzneimitteln (Zytostatika wie Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat): verstárkte knochenmarkschádigende Wirkung (insbesondere Granulozytopenie) durch Hydrochlorothiazid

-    Schlafmitteln, Betáubungsmitteln: verstárkter Blutdruckabfall (Information des Narkosearztes uber die Therapie mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus)

-    Muskelrelaxanzien vom Curaretyp: Verstarkung und Verlangerung der muskelrelaxierenden Wirkung durch Hydrochlorothiazid (Information des Narkosearztes uber die Therapie mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus)

-    Methyldopa: Einzelfalle von Hamolysen durch die Bildung von Antikorpern gegen Hydrochlorothiazid

-    Neuroleptika, Imipramin: Verstarkung des blutdrucksenkenden Effekts von Quinapril

-    Tetracyclinen: verminderte Aufnahme in den Korper

-    bestimmten Arzneimitteln gegen Magenbeschwerden (Antazida): verminderte Aufnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus in den Korper

-    Arzneimitteln zur Behandlung von Gicht (Allopurinol, Urikosurika, Xanthin-Oxigenase-Hemmer): Die Erhohung des Harnsaurespiegels durch die Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus kann die Behandlung einer Gichterkrankung beeintrachtigen. Die gleichzeitige Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus kann die Haufigkeit von Uberempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol erhohen

mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin): eventuell erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie schon einen ACE-Hemmer (z. B. Accuzide 20 mg/25 mg diuplus) erhalten und eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Ihr Arzt muss unter Umstanden Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige VorsichtsmaBnahmen treffen:

wenn Sie einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren einnehmen (siehe auch Abschnitte „Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf nicht eingenommen werden" und „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen“).“

Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus zusammen mit Nahrungsmitteln, Getranken und Alkohol

-    Kochsalz: Abschwachung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide 20 mg/

25 mg diuplus

-    Alkohol: Verstarkung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus; verstarkte Alkoholwirkung

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden konnten). Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen, denn die Einnahme von Accuzide 20 mg/

25 mg diuplus kann zu schweren Schadigungen Ihres ungeborenen Kindes fuhren.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Wenn Sie Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus einnehmen, sollten Sie nicht stillen.

Fragen Sie vor der Einnahme/ Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmáBigen árztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermogen soweit verándert sein, dass die Fáhigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt, beeintráchtigt wird. Dies gilt in verstárktem MaBe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Práparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus enthalt Lactose

Bitte nehmen Sie Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer Unvertráglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Was ist zu Beginn der Behandlung zu beachten?

Grundsátzlich sollte die Behandlung des Bluthochdrucks mit einem Einzelwirkstoff in niedriger Dosierung einschleichend begonnen werden.

Die Gabe der fixen Kombination Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus wird erst nach vorangegangener individueller Dosiseinstellung (Dosistitration) mit den Einzelsubstanzen (d. h. Quinapril und Hydrochlorothiazid) empfohlen. Wenn klinisch vertretbar, kann eine direkte Umstellung von der Monotherapie auf die fixe Kombination in Erwágung gezogen werden.

Hinweis

Da es bei der Umstellung von der Quinapril-Monotherapie auf die Kombination Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus - insbesondere bei Patienten mit Salz- und/ oder Flussigkeitsmangel (z. B. Erbrechen/ Durchfall, Diuretikavorbehandlung) bzw. schwerem Bluthochdruck - zu einem ubermáBigen Blutdruckabfall kommen kann, sind diese Patienten mindestens 6 Stunden zu uberwachen.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis bei den Patienten, fur die eine Kombinationsbehandlung angezeigt ist, táglich morgens 1 Filmtablette Accuzide 20 mg/

25 mg diuplus (entsprechend 20 mg Quinapril und 25 mg Hydrochlorothiazid). Eine Dosierung von 1 Filmtablette Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Dosierung bei máBig eingeschránkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) und bei álteren Patienten (álter als 65 Jahre)

Die Dosiseinstellung ist besonders sorgfáltig vorzunehmen (Dosisfindung der Einzelkomponenten).

Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstorung (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) sollte mit einer Anfangsdosis von 5 mg Quinapril als Monotherapie begonnen werden, die Erhaltungsdosis betrágt in der Regel 5 bis 10 mg Quinapril pro Tag. Die Maximaldosis von 20 mg Quinapril pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Bei Patienten, die zusatzlich ein harntreibendes Arzneimittel (Diuretikum) benotigen, kann anschlieBend die Dosistitration mit Hydrochlorothiazid erfolgen. Die Kontrolle des Blutdrucks kann dann mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus fortgefuhrt werden.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance weniger als 30 ml/min) sind von der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus ausgeschlossen.

Kinder

Bei Kindern wurden die Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht.

Art der Anwendung

Die Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus kann unabhangig von den Mahlzeiten erfolgen. Die angegebene Tagesmenge sollte unzerkaut mit reichlich Flussigkeit auf einmal morgens eingenommen werden.

Die Kerbe dient nur zum Teilen der Tablette, wenn Sie Schwierigkeiten haben, diese im Ganzen zu schlucken.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine gro&ere Menge von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus eingenommen haben, als Sie sollten

In Abhangigkeit vom AusmaB der Uberdosierung sind folgende Symptome moglich: starker Blutdruckabfall, verlangsamte Herzschlagfolge, Kreislaufschock, Elektrolytstorungen, Nierenversagen, Bewusstseinsstorung (bis hin zum Koma).

Bei dringendem Verdacht auf eine Uberdosierung benotigen Sie arztliche Hilfe!

Wenn Sie die Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus vergessen haben

Setzen Sie die Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus wie verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus abbrechen

Der Blutdruck kann erneut ansteigen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und MaBnahmen, wenn Sie betroffen sind

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen Sie Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt moglichst umgehend auf.

Bei durch Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus ausgelosten Gewebeschwellungen (angioneurotischen Odemen) mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/ oder Zunge mussen sofort 0,3 bis 0,5 mg Epinephrin subkutan bzw. 0,1 mg Epinephrin (Verdunnungsanweisung beachtenl) langsam intravenos unter EKG- und Blutdruckkontrolle gegeben werden, im Anschluss daran Glukokortikoidgabe. Ferner wird die intravenose Gabe von Antihistaminika und H2-Rezeptor-Antagonisten empfohlen. Zusatzlich zur Epinephrin-Anwendung kann bei bekanntem C1-Inaktivator-Mangel die Gabe von C1-Inaktivator erwogen werden.

Beim Auftreten von Gelbsucht (Ikterus) oder bei einem deutlichen Anstieg der Leberenzyme ist die Therapie mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus abzubrechen, und die Patienten sind arztlich zu uberwachen.

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktion oder Schwellungen im Gesichtsbereich muss sofort der behandelnde Arzt aufgesucht und ggf. die Therapie mit Accuzide 20 mg/

25 mg diuplus abgebrochen werden.

Andere mogliche Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig: Haufig: Gelegentlich: Selten:

Sehr selten: Nicht bekannt:


mehr als 1 Behandelter von 10

1 bis 10 Behandelte von 100

1 bis 10 Behandelte von 1 000

1 bis 10 Behandelte von 10 000

weniger als 1 Behandelter von 10 000

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht

abschatzbar

Systemorganklassen

Haufigkeit

Nebenwirkungen

Infektionen und

parasitare

Erkrankungen

Haufig

virale Infektionen, Bronchitis, Infektion der oberen Atemwege, Entzundung des Nasen-Rachen-Raums (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis)

Gelegentlich

Harnwegsinfektion, Entzundung der Nasennebenhohlen (Sinusitis)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich

krankhafte Verringerung oder Veranderung der Blutzellenzahl (Anamie, Leukopenie, Neutropenie, Eosinophilie; insbesondere bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder bestimmten Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken)

Selten

Blutarmut (hamolytische Anamie), Mangel an Blutplattchen (Thrombozytopenie)

Sehr selten

stark herabgesetzte Anzahl bestimmter oder aller Blutzellen (Agranulozytose, Panzytopenie; insbesondere bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder bestimmten Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken)

Erkrankungen des

Selten

Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide

Immunsystems

Reaktionen)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Haufig

Gichtanfall, zuviel Kalium oder Harnsaure im Blut (Hyperkaliamie, Hyperurikamie)

Gelegentlich    Storung der Blutzuckerwerte (eingeschrankte

_ Glucosetoleranz)_

Psychiatrische

Erkrankungen

Haufig

Schlaflosigkeit

Gelegentlich

Verwirrtheit, Depressionen, Nervositat, Ánderungen der Gemutslage

Erkrankungen des

Haufig

Schwindelgefuhl, Kopfschmerzen, Schlafrigkeit,

Nervensystems

Apathie, Benommenheit

Gelegentlich

Durchblutungsstorung des Gehirns (transitorische ischamische Attacke), Bewusstseinsverlust (Synkope), Missempfindungen wie Taubheits- und Kaltegefuhl oder Kribbeln an den GliedmaBen (Parasthesien), Geschmacksveranderungen oder vorubergehender Geschmacksverlust, Gleichgewichtsstorungen

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Schwachsichtigkeit (Amblyopie), verschwommenes Sehen, Einschrankung der Bildung von Tranenflussigkeit

Nicht bekannt

Akute Kurzsichtigkeit (Myopie) und Winkelblockglaukom

Erkrankungen des

Haufig

Schwindel

Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich

Ohrensausen (Tinnitus)

Herzerkrankungen

Sehr haufig

EKG-Veranderungen sowie Herzrhythmusstorungen

Haufig

Schmerzen im Brustbereich (Angina pectoris), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)

Gelegentlich

Herzinfarkt

Nicht bekannt

unregelmaBiger Herzschlag (Arrhythmie)

GefaBerkrankungen

Haufig

Erweiterung von BlutgefaBen (Vasodilatation)

Gelegentlich

Insbesondere zu Beginn der Accuzide-Therapie sowie bei Patienten mit Salz- und/ oder Flussigkeitsmangel (z. B. Erbrechen/ Durchfall, Diuretika-Vorbehandlung), schwerem Bluthochdruck, aber auch bei Erhohung der Dosierung von Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus: niedriger Blutdruck (Hypotonie) mit Symptomen wie Schwindel, Schwachegefuhl, Sehstorungen; unter hohen Dosen von Hydrochlorothiazid kann es -insbesondere bei alteren Patienten oder bei Vorliegen von Venenerkrankungen - zur Bildung von Blutgerinnseln und dem Verschluss von BlutgefaBen (Thrombosen und Embolien) kommen.

Sehr selten

Schlaganfall (Apoplex)

Nicht bekannt

Blutdruckabfall beim Aufstehen vom Sitzen oder Liegen (orthostatische Hypotonie)

Erkrankungen der

Haufig

trockener Reizhusten, Husten

Atemwege, des

Gelegentlich

Atemnot, trockener Hals, Mundtrockenheit

Brustraums und Mediastinums

Selten

Lungenentzundung (eosinophile Pneumonie), Verstopfung der oberen Luftwege durch plotzlich auftretende Schwellungen in der Lunge (Angioodem; kann todlich sein)

Sehr selten

krampfartige Verengung der Bronchien mit daraus folgender Atemnot (Bronchospasmus), Durst; in Einzelfallen eine plotzlich auftretende Flussigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenodem) mit Schocksymptomatik

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Haufig

Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstorungen, Oberbauchbeschwerden, Bauchschmerzen (bei andauernden, heftigen Bauchschmerzen suchen Sie bitte Ihren Arzt auf), Ubelkeit

Gelegentlich

Blahungen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Appetitlosigkeit

Selten

entzundliche Veranderung der Zungenschleimhaut (Glossitis), Bauchspeicheldrusenentzundung (Pankreatitis)

Sehr selten

Darmverschluss ([Sub-]Ileus), Schwellungen im Darm

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich

Gallenblasenentzundung (akute Cholezystitis) insbesondere beim Vorliegen von Gallensteinen (Cholelithiasis)

Selten

Leberentzundung (Hepatitis)

Sehr selten

Gelbsucht durch Gallenstau (cholestatischer Ikterus), Leberfunktionsstorungen

Kongenitale, familiare und genetische Erkrankungen

Siehe „Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus darf nicht eingenommen werden" und „Schwangerschaft und Stillzeit"

Erkrankungen der Haut und des U nterhautgewebes

Gelegentlich

allergische Hautreaktionen wie Hautausschlag (Exanthem), Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus) sowie schwerwiegende Hautreaktionen (toxisch epidermale Nekrolyse) oder Schwellungen von Lippen, Gesicht und/ oder Extremitaten (sehr selten mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge), Haarausfall (Alopezie), Lichtempfindlichkeit (Photosensibilitat), verstarktes Schwitzen (Hyperhidrose)

Selten

Storungen der Haut konnen verbunden sein mit Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgien, Arthralgien, Arthritis), Entzundungen der Gefa&e (Vaskulitis), schwerwiegende Hautschaden (psoriasiforme Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis, Pemphigus)

Sehr selten

Gesichtsrotung (Flush), Schwitzen (Diaphorese), Nagelablosung (Onycholyse), Zunahme der GefáBkrámpfe bei Raynaud-Krankheit, entzundliche Hautrotung (Lupus erythematodes); bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktion muss die Behandlung mit Accuzide

abgebrochen werden. Hinweis: Es besteht eine erhohte Gefahr der Ausbildung einer Schwellung im Gesichtsbereich bei schwarzhautigen Personen. In Einzelfallen konnen die genannten Hautveranderungen mit bestimmten Laborwertveranderungen (Eosinophilie, Leukozytose und/ oder erhohten ANA-Titern, erhohter BSG) einhergehen.

Nicht bekannt

kleinfleckige Blutungen in der Haut oder Schleimhaut (Purpura)

Skelettmuskulatur-,

Haufig

Ruckenschmerzen, Muskelschmerzen

Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich

Gelenkschmerzen (Arthralgien), Muskelkrampfe, Schwache der Skelettmuskulatur, Lahmungserscheinungen (Paresen)

Nicht bekannt

schwere Autoimmunerkrankung (systemischer Lupus erythematodes)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Haufig

Es konnen Nierenfunktionsstorungen auftreten oder verstarkt werden.

Gelegentlich

vermehrte EiweiBausscheidung im Urin (Proteinurie) teilweise mit gleichzeitiger Verschlechterung der Nierenfunktion

Sehr selten

akutes Nierenversagen, Nierenentzundungen (abakterielle interstitielle Nephritis) mit der Folge eines akuten Nierenversagens

Nicht bekannt

Nierenentzundung (tubulo-interstitielle Nephritis)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse

Gelegentlich

Erektionsstorungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Haufig

Ermudung, Schwache, Schmerzen im Brustbereich

Gelegentlich

Flussigkeitsansammlungen in den GliedmaBen oder am ganzen Korper (periphere Odeme, generalisierte Odeme), Fieber

Nicht bekannt

spezielle Infektionskrankheit (Serositis)

Untersuchungen

Haufig

Anstieg der Blutkonzentrationen von Harnstoff und Kreatinin (insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen), Abfall von Hamoglobin, Hamatokrit, weiBer Blutzellen- oder Blutplattchenzahl; Abfall der Natriumkonzentration im Blut (insb. bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen); der Bestandteil Hydrochlorothiazid kann einen Kalium-, Chlorid-und Magnesiummangel und einen Calciumuberschuss im Blut, Glucoseausscheidung im Urin und eine stoffwechselbedingte Alkalose hervorrufen.

Sehr selten

In Einzelfallen kann es zu einer Erhohung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentrationen kommen; in Einzelfallen wurde Hamolyse/ hamolytische Anamie, auch im Zusammenhang mit G-6-PDH-Mangel berichtet, ohne dass ein ursachlicher Zusammenhang mit dem ACE-

Hemmer gesichert werden konnte; Erhohungen von Blutzucker, Cholesterin, Triglyzeriden, Harnsáure, Amylase im Blut wurden beobachtet; bei Patienten mit Diabetes mellitus wurde ein Anstieg von Kalium im Blut beobachtet; im Urin kann eine vermehrte EiweiBausscheidung auftreten.

Nicht bekannt

veránderte Laborwerte (antinukleáre Antikorper erhoht, Blutkorperchensenkungsgeschwindigkeit erhoht)

Hinweis

Die o. g. Laborwerte sollen vor und regelmá&ig wáhrend der Behandlung mit Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus kontrolliert werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzugánglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und auf dem Blister nach „Verwendbar bis" bzw. „Verw. bis" angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht uber 25 °C lagern.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus enthalt

Die Wirkstoffe sind Quinaprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid.

•    1 Filmtablette enthált 21,664 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 20 mg Quinapril) und 25,00 mg Hydrochlorothiazid.

•    Die sonstigen Bestandteile sind Candelillawachs, Crospovidon, Hyprolose, Lactose-Monohydrat, Macrogol 400, schweres basisches Magnesiumcarbonat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose, Povidon K 25, Titandioxid (E 171), Eisenoxidhydrat (E 172), Eisen(III)-oxid (E 172).

Wie Accuzide 20 mg/ 25 mg diuplus aussieht und Inhalt der Packung

Die Filmtablette ist rosafarben, hat eine Bruchkerbe und ist rund und bikonvex.

palde-4v24acz-ft-25    - 13 -    20.11.2014

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Filmtablette, um das Schlucken zu erleichtern, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

Packungen mit 30 Filmtabletten und 100 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

Hersteller

Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH Heinrich-Mack-Str. 35 89257 Illertissen Betriebsstatte Freiburg Mooswaldallee 1 79090 Freiburg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im November 2014.

palde-4v24acz-ft-25

palde-4v24acz-ft-25 - 14 - 20.11.2014

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus

Fachinformation Accuzide 20 mg/25 mg diuplus

PFIZER ((Logo))


Accuzide®


Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Accuzide® 10 mg/12,5 mg Filmtabletten

Accuzide® 20 mg/12,5 mg Filmtabletten

Accuzide® 20 mg/25 mg diuplus Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoffe: Quinaprilhydrochlorid und Hydrochlorothiazid Accuzide 10 mg/12,5 mg:

1 Filmtablette enthalt 10,832 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 10 mg Quinapril) und

12.50    mg Hydrochlorothiazid. Die Filmtablette ist rosafarben, hat eine Bruchkerbe und ist elliptisch und bikonvex.

Accuzide 20 mg/12,5 mg:

1 Filmtablette enthalt 21,664 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 20 mg Quinapril) und

12.50    mg Hydrochlorothiazid. Die Filmtablette ist rosafarben, hat eine Bruchkerbe und ist dreieckig und bikonvex.

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus:

1 Filmtablette enthalt 21,664 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 20 mg Quinapril) und 25,00 mg Hydrochlorothiazid. Die Filmtablette ist rosafarben, hat eine Bruchkerbe und ist rund und bikonvex.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Filmtablette, um das Schlucken zu erleichtern, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Essenzielle Hypertonie. Accuzide1 Filmtabletten sind indiziert bei Patienten, deren Bluthochdruck mit Quinapril allein nicht ausreichend gesenkt werden konnte.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung Dosierung

Grundsátzlich sollte die Behandlung des Bluthochdrucks mit einem Einzelwirkstoff in niedri-ger Dosierung einschleichend begonnen werden.

Die Gabe der fixen Kombination Accuzide wird erst nach vorangegangener individueller Dosiseinstellung (Dosistitration) mit den Einzelsubstanzen (d. h. Quinapril und Hydrochlorothiazid) empfohlen. Wenn klinisch vertretbar, kann eine direkte Umstellung von der Monotherapie auf die fixe Kombination in Erwagung gezogen werden.

Hinweis

Da es bei der Umstellung von der Quinapril-Monotherapie auf die Kombination Accuzide -insbesondere bei Patienten mit Salz- und/oder Flussigkeitsmangel (z. B.

Erbrechen/Diarrhoe, Diuretikavorbehandlung), schwerer Hypertonie - zu ubermáRigem Blutdruckabfall kommen kann, sind diese Patienten mindestens 6 Stunden zu uberwachen.

Accuzide 10 mg/12,5 mg:

Die ubliche tágliche Dosierung betrágt bei den Patienten, fur die eine Kombinationsbehandlung angezeigt ist, morgens 1 Filmtablette Accuzide 10 mg/12,5 mg (entsprechend 10 mg Quinapril und 12,5 mg Hydrochlorothiazid). Wenn notig, kann die Dosis im Abstand von 2 bis 3 Wochen gesteigert werden. Die Maximaldosis von 2 Filmtabletten Accuzide 10 mg/12,5 mg pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Accuzide 20 mg/12,5 mg:

Die ubliche tágliche Dosierung betrágt bei den Patienten, fur die eine Kombinationsbehandlung angezeigt ist, morgens 1 Filmtablette Accuzide 20 mg/12,5 mg (entsprechend 20 mg Quinapril und 12,5 mg Hydrochlorothiazid). Eine Dosierung von 1 Filmtablette Accuzide 20 mg/12,5 mg pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus:

Die ubliche tágliche Dosierung betrágt bei den Patienten, fur die eine Kombinationsbehandlung angezeigt ist, morgens 1 Filmtablette Accuzide 20 mg/25 mg diuplus (entsprechend 20 mg Quinapril und 25 mg Hydrochlorothiazid). Eine Dosierung von 1 Filmtablette Accuzide 20 mg/25 mg diuplus pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Dosierung bei máRig eingeschránkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) und álteren Patienten (álter als 65 Jahre)

Die Dosiseinstellung ist besonders sorgfáltig vorzunehmen (Titration der Einzelkomponenten).

Bei Patienten mit leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) sollte mit einer Anfangsdosis von 5 mg Quinapril als Monotherapie begonnen werden, die Erhaltungsdosis betrágt in der Regel 5 bis 10 mg Quinapril pro Tag. Die Maximaldosis von 20 mg Quinapril pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Bei Patienten, die zusátzlich ein Diuretikum benotigen, kann anschlieRend die Dosistitration mit Hydrochlorothiazid (HCTZ) erfolgen. Die Kontrolle des Blutdrucks kann dann mit Accuzide fortgefuhrt werden.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) sind von der Behandlung mit Accuzide ausgeschlossen.

Art der Anwendung

Die Einnahme von Accuzide kann unabhangig von den Mahlzeiten erfolgen. Die angege-bene Tagesmenge sollte unzerkaut mit reichlich Flussigkeit auf einmal morgens einge-nommen werden.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

4.3    Gegenanzeigen

Accuzide ist kontraindiziert

-    bei Uberempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile, Thiazide sowie Sulfonamide (mogliche Kreuzreaktionen beachten)

-    bei hereditarem/idiopathischem Angioodem oder bei anamnestisch bekanntem Angioodem (z. B. infolge einer fruheren ACE-Hemmer-Therapie)

-    bei schweren Nierenfunktionsstorungen (Serumkreatinin > 1,8 mg/dl bzw. Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)

-    bei    Dialysepatienten

-    bei    Nierenarterienstenose    (beidseitig oder bei    Einzelniere)

-    bei Zustand nach Nierentransplantation

-    bei Anurie

-    bei    hamodynamisch relevanter Aorten-    oder Mitralklappenstenose bzw. hypertropher

Kardiomyopathie

-    bei dekompensierter Herzinsuffizienz

-    bei primarem Hyperaldosteronismus

-    bei schweren Leberfunktionsstorungen (Prakoma/Coma    hepaticum) oder primarer

Lebererkrankung

-    bei klinisch relevanten Elektrolytstorungen (Hyperkalzamie, Hyponatriamie, Hypokaliamie)

-    bei Kindern (mangels ausreichender Therapieerfahrungen)

-    in der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

-    in der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6; abstillen!)

Wahrend einer LDL (low-density lipoprotein)-Apherese (bei schwerer Hypercholesterinamie) mit Dextransulfat konnen unter der Anwendung eines ACE-Hemmers lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Wahrend einer Behandlung zur Schwachung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Hyposensibilisierungstherapie) gegen Insektengifte (z. B. Bienen-, Wespenstich) und gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Hemmers konnen z. T. lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Blutdruckabfall, Atemnot, Erbrechen, allergische Hautreaktionen) auftreten.

Falls eine LDL-Apherese bzw. Hyposensibilisierungstherapie gegen Insektengifte notwendig ist, ist das Praparat vorubergehend durch andere Antihypertensiva zu ersetzen.

Wahrend der Behandlung mit Accuzide darf keine Blutwasche (Dialyse oder Hamofiltration) mit Poly(acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat)-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69") erfolgen, da im Rahmen einer Dialyse oder Hamofiltration die Gefahr besteht, dass Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen) bis hin zum lebensbedroh-lichen Schock auftreten konnen. Im Falle einer notfallma&igen Dialyse oder Hamofiltration muss deshalb vorher auf ein anderes Arzneimittel gegen hohen Blutdruck (Hypertonie) -kein ACE-Hemmer - umgestellt oder eine andere Dialysemembran verwendet werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Accuzide mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschrankter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m2) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Accuzide nicht zusammen mit Polyacrylnitril-methallylsulfonat-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69"), wahrend einer LDL-Apherese mit Dextransulfat oder wahrend einer Desensibilisierungsbehandlung gegen Insektengifte anwenden (siehe Abschnitt 4.3).

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Uberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Purpura, Photosensibilitat, Urtikaria, nekrotisierende Angiitis, Atemnot einschlieBlich Pneumonitis und Lungenodem, anaphylaktische Reaktionen) konnen bei Patienten mit oder ohne Anamnese von Allergien oder Bronchialasthma auftreten.

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Accuzide nicht einnehmen.

Accuzide darf nur nach sehr kritischer Nutzen-Risiko-Abwagung unter regelmáBiger Kontrolle reprasentativer klinischer und laborchemischer Parameter angewendet werden bei:

-    klinisch relevanter Proteinurie (> 1 g/Tag)

-    gestorter Immunreaktion oder einer Kollagenose (z. B. Lupus erythematodes, Sklerodermie)

-    gleichzeitiger systemischer Therapie mit Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken (z. B. Kortikoide, Zytostatika, Antimetaboliten), Allopurinol,

Procainamid, Lithium, Digitalisglykosiden, Laxanzien

-    Gicht

-    Hypovolamie

-    Zerebralsklerose

-    Koronarsklerose

-    manifestem oder    latentem    Diabetes mellitus

-    eingeschrankter Leberfunktion

Hinweise (siehe Abschnitt 4.2)

Vor Anwendung von Accuzide muss die Nierenfunktion uberpruft worden sein.

Bei Begleitmedikationen, die den Serumkaliumspiegel erhohen konnten, ist Vorsicht geboten.

Lithium

Lithium sollte normalerweise nicht zusammen mit Diuretika verabreicht werden. Diuretische Wirkstoffe verringern die renale Clearance von Lithium und bergen ein hohes Risiko fur Lithiumtoxizitat (siehe Abschnitt 4.5).

Ein Salz-/Flussigkeitsmangel muss vor Beginn der Therapie ausgeglichen werden.

Insbesondere zu Therapiebeginn sollte Accuzide nur unter intensiver Uberwachung von Blutdruck und/oder reprasentativen Laborparametern angewendet werden bei

-    Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion (Serumkreatinin bis 1,8 mg/dl bzw. Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min),

-    Patienten mit schwerer Hypertonie,

-    Patienten > 65 Jahre.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafur, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko fur Hypotonie, Hyperkaliamie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschlieBlich eines akuten Nierenversagens) erhóht. Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchfuhrung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Entsprechend den Anwendungsmóglichkeiten der Einzelsubstanzen kann Accuzide in den Fallen bei Herzleistungsschwache gegeben werden, in denen zuvor mit den Einzelsubstanzen die Dosierung erreicht wurde, die der Zusammensetzung von Accuzide entspricht.

Hypotonie

Quinapril/HCTZ kann zu symptomatischer Hypotonie fuhren, normalerweise nicht haufiger als bei den Einzelsubstanzen als Monotherapie. Symptomatische Hypotonie wird bei Patienten mit unkomplizierter Hypotonie selten beobachtet. Bei hypertensiven Patienten, denen Quinapril verabreicht wird, tritt Hypotonie mit gróBerer Wahrscheinlichkeit auf, wenn bei dem Patienten ein Volumenverlust stattgefunden hat, z. B. bei diuretischer Therapie, diatetischer Salzrestriktion, Dialyse, Durchfall oder Erbrechen oder wenn der Patient an einer schweren Renin-abhangigen Hypertonie leidet (siehe Abschnitt 4.5).

Quinapril/HCTZ sollte bei Patienten mit Vorsicht verwendet werden, die eine Begleittherapie mit anderen Antihypertensiva erhalten. Der Thiazid-Bestandteil von Quinapril/HCTZ kann die Wirkung von anderen Antihypertensiva potenzieren, insbesondere von ganglionaren oder peripheren adrenergen Blockern. Die antihypertensiven Wirkungen des Thiazid-Bestandteils kónnen auch bei Patienten mit Postsympathektomie erhóht werden.

Bei Auftreten einer symptomatischen Hypotonie sollte der Patient in Ruckenlage gebracht werden und, falls erforderlich, eine intravenóse Kochsalzinfusion erhalten. Eine vorubergehende hypotensive Reaktion ist nicht als Kontraindikation fur die weitere Anwendung zu sehen, jedoch sollten, wenn dieses Ereignis auftritt, niedrigere Dosen von Accuzide in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz mit oder ohne Niereninsuffizienz kann eine ACE-Hemmer-Therapie gegen Hypertonie zu einem ubermaBigen Blutdruckabfall fuhren, der zu Oligurie, Azotamie und in seltenen Fallen zu akutem Nierenversagen und Tod fuhren kann. Eine Therapie mit Quinapril/HCTZ sollte unter engmaschiger arztlicher Uberwachung eingeleitet werden. Patienten sollte in den ersten 2 Wochen der Behandlung und bei Erhóhung der Dosis genau beobachtet werden.

Herzinsuffizienz/Herzerkrankung

Als Folge der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems kónnen Veranderungen der Nierenfunktion bei anfalligen Einzelpersonen erwartet werden. Bei Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivitat des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhangen kónnte, kónnten bei einer Behandlung mit Quinapril eine Oligurie und/oder progressive Azotamie und selten eine akute Niereninsuffizienz und/oder Tod auftreten.

Bei einigen Patienten mit Hypertonie oder Herzinsuffizienz mit keiner offensichtlichen bereits bestehenden Nierenerkrankung ist es zu einem Anstieg (> 1,25-Faches der oberen Normgrenze) von Harnstoff-Stickstoff im Blut und Serumkreatinin gekommen, der normalerweise unbedeutend war und transient verlief, insbesondere dann, wenn Quinapril als Begleitmedikation zu einem Diuretikum verabreicht wurde. Ein Anstieg von Harnstoff-Stickstoff im Blut und Serumkreatinin wurde bei jeweils 2 % der hypertensiven Patienten unter Quinapril-Monotherapie bzw. bei 4 % und 3 % der hypertensiven Patienten unter Quinapril/HCTZ beobachtet. Dieser Anstieg tritt haufiger bei Patienten mit einer bereits bestehenden Niereninsuffizienz auf. Die Verringerung der Dosis und/oder das Absetzen des Diuretikums und/oder von Quinapril konnen erforderlich sein.

Veranderung von Leberwerten

Selten wurden ACE-Hemmer mit einem Syndrom in Verbindung gebracht, das als cholestatische Gelbsucht beginnt und sich zu einer fulminanten Lebernekrose (in manchen Fallen todlich) entwickelt. Patienten, die wahrend der ACE-Hemmer-Therapie an Gelbsucht oder stark erhohten Leberenzymen erkranken, sollten die Einnahme von Quinapril/HCTZ unterbrechen und sich einer entsprechenden medizinischen Nachsorge unterziehen.

Unter Thiaziden wurden das Stevens-Johnson-Syndrom und Exazerbationen oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes berichtet.

Husten

Bei Verwendung von ACE-Hemmern, einschlieBlich Quinapril, wurde uber Husten berichtet. Der Husten ist charakteristischerweise nicht produktiv, hartnackig und verschwindet nach Absetzen der Therapie. Dementsprechend sollte ein durch ACE-Hemmer ausgeloster Husten auch bei der Differenzialdiagnose eines Hustens mit in Betracht gezogen werden.

Angioodeme Im Kopfbereich:

Bei Patienten unter ACE-Hemmer-Therapie wurden Angioodeme beobachtet, bei Quinapril mit einer Haufigkeit von 0,1 %. Bei Auftreten eines pfeifenden Atemgerausches oder wenn sich ein Angioodeme im Bereich des Gesichts, der Zunge oder der Glottis entwickelt, muss die Behandlung mit Quinapril sofort abgebrochen werden. Der Patient ist fachgerecht zu behandeln und bis zum Abklingen der Schwellung engmaschig zu uberwachen. Wenn sich die Schwellungen auf das Gesicht und die Lippen beschranken, klingen diese gewohnlich von selbst ohne BehandlungsmaBnahmen ab. Zur Linderung der Symptome konnen Antihistaminika helfen. Ein Angioodeme mit Kehlkopfbeteiligung kann todlich verlaufen. Wenn eine Beteiligung von Zunge, Glottis oder Kehlkopf einen Verschluss der Atemwege wahrscheinlich macht, mussen umgehend geeignete NotfallmaBnahmen eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.9).

Patienten mit einer Anamnese von Angioodemen, die nicht mit der ACE-Hemmer-Therapie in Verbindung stehen, konnen ein erhohtes Risiko fur Angioodeme haben, wenn ihnen ein ACE-Hemmer verabreicht wird (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten, die zu therapeutischen Zwecken gleichzeitig einen mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin) erhalten, haben moglicherweise ein erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten, die schon einen ACE-Hemmer erhalten, eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Im Intestinum:

Bei Patienten, die ACE-Hemmer erhielten, wurden intestinale Angioodeme beobachtet.

Diese Patienten klagten uber Bauchschmerzen (mit oder ohne Ubelkeit oder Erbrechen). In einigen Fallen war bisher kein Angioodeme im Gesicht aufgetreten und die C1-Esterase-Werte waren normal. Das Angioodeme wurde bei Untersuchungen wie beispielsweise einer Abdomen-CT, Ultraschall oder einem chirurgischen Eingriff diagnostiziert. Nach Absetzen des ACE-Hemmers bildeten sich die Symptome zuruck. Intestinale Angioodeme sollten in

die Differenzialdiagnose mit aufgenommen werden, wenn Patienten unter ACE-Hemmern uber Bauchschmerzen klagen.

Die Anwendung von Accuzide kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fuhren. Die Anwendung von Accuzide als Dopingmittel kann zu einer Gefahrdung der Gesundheit fuhren.

Ethnische Unterschiede

Bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe, die eine ACE-Hemmer-Therapie bekommen, traten Angioodeme haufiger auf als bei nicht schwarzen Patienten. Es sei auch darauf hingewiesen, dass sich ACE-Hemmer bei kontrollierten klinischen Studien bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe weniger auf den Blutdruck auswirken als bei nicht schwarzen Patienten.

Storungen der Serumelektrolyte

Patienten, denen Quinapril/HCTZ verabreicht wird, sollten auf klinische Anzeichen von Thiazid-induzierter Flussigkeits- oder Elektrolytstorung hin beobachtet werden. Bei solchen Patienten sollte eine regelma&ige Bestimmung der Serumelektrolyte (insbesondere Natrium und Kalium) durchgefuhrt werden. Da Quinapril die Produktion von Aldosteron verringert, kann dessen Kombination mit Hydrochlorothiazid die Diuretikum-induzierte Hypokaliamie verringern.

Die gegenteiligen Auswirkungen von Quinapril und Hydrochlorothiazid auf den Serumkaliumspiegel gleichen sich bei vielen Patienten ungefahr aus, so dass keine Nettoauswirkung auf das Serumkalium zu sehen ist. Bei anderen Patienten ist die eine oder andere Wirkung dominierend, und manche Patienten brauchen dennoch Kaliumerganzungsmittel. Anfangliche und periodische Bestimmungen der Serumelektrolyte zur Feststellung einer moglichen Elektrolytstorung sollten in angemessenen Intervallen durchgefuhrt werden.

Thiazide vermindern die Ausscheidung von Calcium. Bei einigen wenigen Patienten wurden unter einer anhaltenden Thiazidtherapie pathologische Veranderungen der Nebenschilddruse beobachtet, die mit einer Hyperkalzamie und einer Hypophosphatamie einhergingen. Schwerere Komplikationen eines Hyperparathyreoidismus (Nierensteinleiden, Knochenresorption und peptische Ulzera) wurden nicht beobachtet.

Vor einer Untersuchung der Nebenschilddrusenfunktion sollten Thiazide abgesetzt werden.

Thiazide erhohen die Ausscheidung von Magnesium im Harn, und es kann zu einer Hypomagnesiamie kommen (siehe Abschnitt 4.5).

Andere metabolische Storungen

Thiaziddiuretika neigen zur Verringerung der Glucosetoleranz und zur Steigerung der Serumspiegel von Cholesterin, Triglyzeriden und Harnsaure. Diese Auswirkungen sind normalerweise unbedeutend, aber bei anfalligen Patienten kann es zu einer klinisch manifesten Gicht oder einem klinisch manifesten Diabetes kommen.

Hyperkaliamie

Begleitmedikationen, die die Serumkaliumspiegel erhohen konnen, sollten sorgfaltig abgewogen werden. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie Kaliumerganzungsmittel und kaliumhaltige Salzersatzmittel nur nach Rucksprache mit ihrem Arzt verwenden sollten (siehe Abschnitt 4.5).

Hypokaliamie

Umgekehrt wurde eine Behandlung mit Tiaziddiuretika mit dem Auftreten von Hypokaliamie, Hyponatriamie und hypochloramischer Alkalose in Verbindung gebracht. Derartige

Storungen konnen sich in Form eines oder mehrerer der folgenden Symptome manifestieren: Mundtrockenheit, Durst, Schwachegefuhl, Lethargie, Schlafrigkeit, Ruhelosigkeit, Muskelschmerzen oder -krampfe, Muskelschwache, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie, Ubelkeit, Verwirrtheit, Krampfanfalle und Erbrechen. Eine Hypokaliamie kann daruberhinaus die Antwort des Herzens auf toxische Digitaliseffekte sensibilisieren oder verstarken. Das Risiko fur das Auftreten einer Hypokaliamie ist am hochsten bei Patienten mit Leberzirrhose, bei Patienten mit einer forcierten Diurese, bei Patienten mit unzureichender oraler Aufnahme von Elektrolyten und bei Patienten unter einer Begleittherapie mit Kortikosteroiden oder ACTH oder von anderen Medikamenten, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko einer Thiazid-Diuretika-induzierten Hypokaliamie erhohen (siehe Abschnitt 4.5).

Diabetes:

Thiazid-induzierte Hyperglykamie kann die Blutzuckerkontrolle beintrachtigen. Der Abbau von Serumkalium steigert die Glukoseintoleranz. Eine Uberwachung der Blutzuckerkontrolle, wenn notig eine erganzende Gabe von Kalium, um die entsprechende Serumkalium-Konzentration zu erhalten und die Anpassung der Diabetes-Medikation wenn erforderlich, sind zu beachten (Siehe Abschnitt 4.5).

Bei Patienten mit Diabetes konnen ACE-Hemmer die Insulinsensitivitat erhohen, und sie wurden bei Patienten, die mit oralen Antidiabetika oder mit Insulin behandelt wurden, mit Hypoglykamie in Verbindung gebracht. Die Blutzuckerkontrolle sollte insbesondere wahrend des 1. Behandlungsmonats mit einem ACE-Hemmer genau uberwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Neutropenie/Agranulozytose

ACE-Hemmer wurden bei Patienten mit unkomplizierter Hypertonie selten mit Agranulozytose und Knochenmarkdepression in Verbindung gebracht; haufiger jedoch bei Patienten mit Niereninsuffizienz, insbesondere dann, wenn sie auch an einer mit der gleichzeitigen Einnahme von immunsuppressiven oder anderen Mitteln verbundenen Erkrankung leiden, die mit Neutropenie/Agranulozytose in Verbindung gebracht werden konnen. Den Patienten sollte mitgeteilt werden, dass sie jegliche Anzeichen von Infektionen (z. B. Halsschmerzen, Fieber) umgehend melden sollen, da es sich dabei um Auswirkungen einer Neutropenie handeln konnte (siehe Abschnitt 4.5).

Bei einer Behandlung mit Quinapril wurde Agranulozytose nur selten berichtet. Wie bei anderen ACE-Hemmern sollte eine Uberwachung der Leukozyten bei Patienten mit einer Kollagen-GefaBerkrankung und/oder Nierenerkrankung in Betracht gezogen werden.

Operation/Anasthesie

Bei Patienten, bei denen eine groBere Operation vorgenommen wird, oder bei Anasthesie mit Wirkstoffen, die zu einer Hypotonie fuhren, kann Quinapril die Angiotensin-II-Bildung nach der kompensatorischen Reninfreisetzung blockieren. Wenn eine Hypotonie auftritt und als Folge dieses Mechanismus betrachtet wird, kann sie mittels Volumenexpansion korrigiert werden.

Akute Myopie und sekundares Winkelblockglaukom

Hydrochlorothiazid, ein Sulfonamid, kann zu einer idiosynkratischen Reaktion fuhren, was eine akute transiente Myopie und ein Winkelblockglaukom zur Folge haben kann. Symptome sind u. a. akutes Einsetzen einer verringerten Sehscharfe oder Augenschmerzen; sie treten typischerweise innerhalb von Stunden bis hin zu Wochen nach Beginn der Einnahme auf. Unbehandelte Winkelblockglaukome konnen zu einem dauerhaften Sehverlust fuhren. Die Primarbehandlung besteht in dem moglichst schnellen Absetzen von Hydrochlorothiazid. Umgehende medizinische oder chirurgische Behandlungen konnen angezeigt sein, wenn der Augeninnendruck nicht unter Kontrolle gebracht wird. Risikofaktoren fur die Entwicklung eines

Winkelblockglaukoms konnen u. a. eine Sulfonamid- oder Penicillin-Allergie in der Anamnese sein.

Schwangerschaft

Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil fur Schwangere erfolgen. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit Accuzide unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen zwischen Accuzide, anderen ACE-Hemmern oder Hydrochlorothiazid sind beschrieben worden bei gleichzeitiger Anwendung von

-    Kochsalz: Abschwachung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide,

-    Antihypertensiva (z. B. andere Diuretika, Betarezeptorenblocker), Nitraten, Vasodilatatoren, Barbituraten, Phenothiazinen, trizyklischen Antidepressiva, Alkohol: Verstarkung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide,

-    Operation/Anasthesie: verstarkter Blutdruckabfall; bei einer Notoperation sollten Praanasthetika und Anasthetika in reduzierten Dosen verabreicht werden (Information des Anasthesisten uber die Therapie mit Accuzide),

-    Analgetika, NSAR (einschl. COX-2-Hemmer), Antiphlogistika (z. B. Salizylsaurederivate, Indometacin): mogliche Abschwachung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide (regelma&ige Kontrolle!).

NSAR und ACE-Hemmer haben eine additive Wirkung auf den Anstieg der Serumkaliumkonzentration und konnen zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion fuhren. Diese Wirkungen sind in der Regel reversibel. Selten, besonders bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, wie beispielsweise dehydrierten Patienten, kann ein akutes Nierenversagen auftreten (regelma&ige Kontrolle!).

-    hochdosierten Salizylatgaben: Verstarkung der toxischen ZNS-Wirkung von Salizylaten durch Hydrochlorothiazid,

-    Kalium, kaliumsparenden Diuretika (z. B. Spironolacton, Amilorid, Triamteren) sowie anderen Arzneimitteln, die ihrerseits zu einer verstarkten Zunahme der Serumkaliumkonzentration fuhren konnen (z. B. Heparin): verstarkte Zunahme der Serumkaliumkonzentration durch die ACE-Hemmer-Komponente (regelma&ige Kontrolle!),

-    Lithium: Erhohung der Serumlithiumkonzentration (regelma&ige Kontrolle!), somit Verstarkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung von Lithium,

-    Alkohol: Verstarkung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accuzide; verstarkte Alkoholwirkung, Verstarkung von orthostatischer Hypotonie (auch mit Barbituraten oder Narkotika),

-    Digitalisglykosiden: Wirkungen und Nebenwirkungen von Digitalisglykosiden konnen bei vorhandenem Kalium- und/ oder Magnesiummangel verstarkt werden. Thiazid-induzierte Elektrolytstorungen, z. B. Kalium- und/ oder Magnesiummangel, erhohen das Risiko der Digitalisglykosidtoxizitat, welches zu todlichen Arrhythmien fuhren kann (siehe Abschnitt 4.4),

-    Arzneimittel, die mit Torsade de pointes in Verbindung gebracht werden: Aufgrund des Risikos einer Hypokaliamie ist bei der Anwendung von Hydrochlorothiazid mit Arzneimitteln wie z. B. Digitalisglykosiden und anderen Arzneimitteln, die dafur bekannt sind, Torsade de pointes zu bewirken, Vorsicht geboten.

-    oralen Antidiabetika, Insulin: Erhohung der Insulinsensitivitat und damit verbundene Hypoglykamie moglich (regelma&ige Kontrolle; siehe Abschnitt 4.4). Thiazid-induzierte Hyperglykamie kann die Blutzuckerkontrolle beintrachtigen. Der Abbau von Serumkalium steigert die Glukoseintoleranz. Eine Uberwachung der Blutzuckerkontrolle, wenn notig eine erganzende Gabe von Kalium, um die entsprechende Serumkaliumkonzentration zu erhalten und die Anpassung der Diabetes-Medikation wenn erforderlich, sind zu beachten (siehe Abschnitt 4.4),

-    Katecholaminen (z. B. Epinephrin, Noradrenalin): mogliche Wirkungsabschwáchung durch Hydrochlorothiazid, aber nicht ausreichend, um deren Verwendung auszuschlie&en,

-    kaliuretischen Diuretika (z. B. Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Penicillin G, Salizylaten oder Laxanzienabusus: erhohte Kalium-und/oder Magnesiumverluste (insbes. Hypokaliamie) durch Hydrochlorothiazid (regelmá&ige Kontrolle!),

-    Cholestyramin oder Colestipol: verminderte Resorption von Hydrochlorothiazid aus dem Magen-Darm-Trakt,

-    Allopurinol, Zytostatika, Immunsuppressiva, systemischen Kortikoiden, Procainamid: Abnahme der Leukozytenzahl im Blut, Leukopenie,

-    Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat): verstárkte Knochenmarktoxizitát (insbesondere Granulozytopenie) durch Hydrochlorothiazid,

-    Muskelrelaxanzien vom Curaretyp: Verstárkung und Verlángerung der muskelrelaxierenden Wirkung durch Hydrochlorothiazid (Information des Anásthesisten uber die Therapie mit Accuzide),

-    Methyldopa: Einzelfálle von Hámolysen durch die Bildung von Antikorpern gegen Hydrochlorothiazid,

-    Neuroleptika, Imipramin: Verstárkung des blutdrucksenkenden Effekts von Quinapril,

-    Tetracyclin und anderen Arzneimitteln, die mit Magnesium interagieren: bei gesunden Freiwilligen zeigte sich bei gleichzeitiger Verabreichung eine um bis zu 28 bis 37 % verminderte Resorption von Tetracyclin, da in der Rezeptur Magnesiumkarbonat vorhanden ist. Eine gleichzeitige Anwendung mit Tetracyclin sollte vermieden werden.

-    Antazida: Antazida konnen die Bioverfugbarkeit von Quinapril/HCTZ verringern.

-    anderen Wirkstoffen: keine klinisch wichtigen pharmakokinetischen Interaktionen traten auf, wenn Quinapril gleichzeitig mit Propranolol, Hydrochlorothiazid, oder Cimetidin verwendet wurde.

-    Warfarin: Die gerinnungshemmende Wirkung (gemessen an der Prothrombinzeit) einer Einzeldosis ánderte sich durch die zusátzliche Verabreichung von Quinapril zweimal táglich nicht signifikant.

mTOR- oder DPP-4-Hemmer

Patienten, die zu therapeutischen Zwecken gleichzeitig einen mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin) erhalten, haben moglicherweise ein erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten, die schon einen ACE-Hemmer erhalten, eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS wirkt, mit einer hoheren Rate an unerwunschten Ereignissen wie Hypotonie, Hyperkaliámie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschlie&lich eines akuten Nierenversagens) einhergeht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

Bei Patienten, die Accuzide und andere Wirkstoffe erhalten, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, mussen Blutdruck, Nierenfunktion und die Elektrolyte engmaschig uberwacht werden.

Aliskiren

Verwenden Sie Quinapril nicht zusammen mit Aliskiren bei Diabetikem oder bei Patienten mit eingeschránkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min/1,73 m2).

Arzneimittel zur Behandlung von Gicht (Allopurinol, Urikosurika, Xanthin-Oxigenase-Hemmer):

Durch eine Thiazid-induzierte Hyperurikamie kann die Behandlung der Gicht mit Allopurinol oder Probenecid beeintrachtigt werden. Die Koadministration von Hydrochlorothiazid kann die Inzidenz von Uberempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol erhohen.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Die Anwendung von ACE-Hemmern und HCTZ in der Schwangerschaft ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

ACE-Hemmer

Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit ACE-Hemmern unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern wahrend des zweiten und dritten Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzogerte Schadelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliamie) haben kann (siehe auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nieren und des Schadels empfohlen.

Sauglinge, deren Mutter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten haufig wiederholt auf Hypotonie untersucht werden (siehe auch Abschnitt 4.3 und 4.4).

Hydrochlorothiazid

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vor, insbesondere wahrend des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagangig. Auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung wahrend des zweiten und dritten Trimesters zu einer Storung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Storung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Aufgrund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf gunstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsodemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Praeklampsie nicht zur Anwendung kommen.

Stillzeit

Einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Accuzide in der Muttermilch erreicht werden (siehe Abschnitt 5.2). Auch wenn diese Konzentrationen als klinisch nicht relevant erscheinen, sollte Accuzide wahrend des Stillens von Fruhgeborenen sowie in den ersten Wochen nach Entbindung nicht angewendet werden, da ein mogliches Risiko von kardiovaskularen und renalen Effekten beim Saugling besteht und fur eine Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesen Arzneimitteln bedarf der regelmaBigen arztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermogen so weit verandert sein, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beein-

tráchtigt wird. Dies gilt in verstárktem MaBe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Práparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei der Behandlung mit Quinapril/HCTZ mit den folgenden Haufigkeiten beobachtet: sehr haufig (> 1/10); haufig (> 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (> 1/1 000 bis < 1/100); selten (> 1/10 000 bis <1/1 000); sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Háufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschátzbar).

Systemorganklassen

Haufigkeit

Nebenwirkungen

Infektionen und

parasitare

Erkrankungen

Háufig

virale Infektionen, Bronchitis, Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis#, Rhinitis#

Gelegentlich

Harnwegsinfektion, Sinusitis

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich

Anámie, Leukopenie, Neutropenie##, Eosinophilie# (insbesondere bei Patienten mit eingeschránkter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder bestimmten Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken)

Selten

hámolytische Anámie#”, Thrombozytopenie#

Sehr selten

Agranulozytose##, Panzytopenie (insbesondere bei Patienten mit eingeschránkter Nierenfunktion, Kollagenosen oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder bestimmten Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten

anaphylaktoide Reaktion#

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Háufig

Hyperkalámie##, Gichtanfall#, Hyperurikámie#

Gelegentlich

eingeschránkte Glukosetoleranz

Psychiatrische

Erkrankungen

Háufig

Schlaflosigkeit# (z. T. durch Storungen des Wasser-und Elektrolythaushalts)

Gelegentlich

Verwirrtheit#, Depressionen#, Nervositát#, Ánderungen der Gemutslage (z. T. durch Storungen des Wasser- und Elektrolythaushalts)

Erkrankungen des Nervensystems

Háufig

Schwindelgefuhl#, Kopfschmerzen#, Schláfrigkeit#, Apathie, Benommenheit (z. T. durch Wasser- und Elektrolythaushaltsstorungen)

Gelegentlich

transitorische ischámische Attacke#, Synkope#, Parásthesie#, Geschmacksveránderungen oder vorubergehender Geschmacksverlust (z. T. durch Wasser- und Elektrolythaushaltsstorungen)#, Gleichgewichtsstorungen

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Amblyopie#, verschwommenes Sehen#; unter Hydrochlorothiazid kann eine Einschránkung der Bildung von Tránenflussigkeit auftreten

Nicht bekannt

Akute Myopie und Winkelblockglaukom

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Háufig

Schwindel#

Gelegentlich

Tinnitus#

Herzerkrankungen

Sehr háufig

EKG-Veránderungen sowie Herzrhythmusstorungen (durch Hypokaliámie unter

Hydrochlorothiazid)

Haufig

Angina pectoris##, Tachykardie#, Palpitationen#

Gelegentlich

Myokardinfarkt#

Nicht bekannt

Arrhythmie

Gefa&erkrankungen

Haufig

Vasodilatation#

Gelegentlich

Insbesondere zu Beginn der Accuzide-Therapie sowie bei Patienten mit Salz- und/oder Flussigkeitsmangel (z. B. Erbrechen/Durchfall, Diuretikavorbehandlung), schwerer Hypertonie, aber auch bei Erhohung der Dosierung von Accuzide: Hypotonie# mit Symptomen wie Schwindel, Schwachegefuhl, Sehstorungen; unter hohen Dosen von Hydrochlorothiazid kann es infolge von Hamokonzentrationen - insbesondere bei alteren Patienten oder bei Vorliegen von Venenerkrankungen - zu Thrombosen und Embolien kommen

Sehr selten

Apoplex (Einzelfallberichte fur ACE-Hemmer in Zusammenhang mit einem verstarkten Blutdruckabfall)

Nicht bekannt

orthostatische Hypotonie#

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Haufig

trockener Reizhusten, Husten#,

Gelegentlich

Atemnot#, trockener Hals

Selten

eosinophile Pneumonie##, Obstruktion der oberen Luftwege durch Angioodem (kann todlich sein)#

Sehr selten

Bronchospasmus#, Durst; in Einzelfallen wurde ein plotzlich auftretendes Lungenodem mit Schocksymptomatik beschrieben; eine allergische Reaktion auf Hydrochlorothiazid wird angenommen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Haufig

Erbrechen#, Durchfall#, Verdauungsstorungen#, Oberbauchbeschwerden, Bauchschmerzen#, Ubelkeit#

Gelegentlich

Blahungen#, Mundtrockenheit#, Verstopfung, Appetitlosigkeit

Selten

Glossitis, Pankreatitis#

Sehr selten

(Sub-)Ileus#, Angioodem des Darms

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich

akute Cholezystitis (insbesondere bei vorbestehender Cholelithiasis)

Selten

Hepatitis (unter ACE-Hemmer-Therapie)#

Sehr selten

cholestatischer Ikterus#, Leberfunktionsstorungen (unter ACE-Hemmer-Therapie)

Kongenitale, familiare und genetische Erkrankungen

Siehe Abschnitte 4.3 und 4.6

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Gelegentlich

allergische Hautreaktionen wie Exanthem#, Urtikaria#, Pruritus# sowie toxische epidermale Nekrolyse oder ein Angioodem## mit Beteiligung von Lippen, Gesicht und/oder Extremitaten (sehr selten mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge [s. Abschnitt 4.9]), Alopezie#, Photosensibilitat#, Hyperhidrose##

Selten

Storungen der Haut konnen verbunden sein mit Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgien, Arthralgien, Arthritis), Entzundungen der Gefa&e (Vaskulitis), psoriasiforme Dermatitis#, Erythema multiforme#, Stevens-Johnson-Syndrom#, exfoliative Dermatitis#, Pemphigus#

Sehr selten

Flush, Diaphorese, Onycholyse, Verstarkung einer Raynaud-Symptomatik, kutaner Lupus erythematodes (unter Hydrochlorothiazid); bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktion muss die Therapie mit Accuzide abgebrochen werden. Hinweis: Es besteht eine erhohte Gefahr der Ausbildung eines Angioodems bei schwarzhautigen Patienten. In Einzelfallen konnen die genannten Hautveranderungen mit Eosinophilie, Leukozytose und/oder erhohten ANA-Titern, erhohter BSG einhergehen.

Nicht bekannt

Purpura

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Haufig

Ruckenschmerzen#, Muskelschmerzen#

Gelegentlich

Arthralgien#, Muskelkrampfe, Schwache der Skelettmuskulatur, Paresen (infolge Hypokaliamie)

Nicht bekannt

systemischer Lupus erythematodes

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Haufig

Es konnen Nierenfunktionsstorungen auftreten oder verstarkt werden#,

Gelegentlich

Proteinurie, teilweise mit gleichzeitiger Verschlechterung der Nierenfunktion

Sehr selten

akutes Nierenversagen, abakterielle interstitielle Nephritis mit konsekutivem akuten Nierenversagen (unter Hydrochlorothiazid)

Nicht bekannt

tubulo-interstitielle Nephritis

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse

Gelegentlich

erektile Dysfunktion#

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Haufig

Mudigkeit#, Schwache# (z. T. durch Storungen des Wasser- und Elektrolythaushalts),Schmerzen im Brustbereich#

Verabreichungsort

Gelegentlich

generalisierte Odeme##, Fieber#, periphere Odeme#

Nicht bekannt

Serositis

Untersuchungen

Haufig

Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnstoff#* und Kreatinin# (insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen), Abfall von Hamoglobin, Hamatokrit#, Leukozyten- oder Thrombozytenzahl; Abfall der Natriumkonzentration im Serum (insb. bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen); der Bestandteil Hydrochlorothiazid kann Hypokaliamie, Hypochloramie, Hypomagnesiamie,

Hyperkalzamie, Glukosurie und metabolische Alkalose hervorrufen.

Sehr selten

In Einzelfallen kann es zu einer Erhohung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentrationenkommen; in Einzelfallen wurde Hamolyse/hamolytische Anamie, auch im Zusammenhang mit G-6-PDH-Mangel berichtet,

ohne dass ein ursachlicher Zusammenhang mit dem ACE-Hemmer gesichert werden konnte; Erhohungen von Blutzucker, Cholesterin#, Triglyzeriden#, Harnsaure, Amylase im Serum wurden beobachtet; bei Patienten mit Diabetes mellitus wurde ein Serum-Kalium-Anstieg beobachtet; im Urin kann eine vermehrte EiweiUausscheidung auftreten.

Nicht bekannt

antinukleare Antikorper erhoht#, Blutkorperchensenkungsgeschwindigkeit erhoht

*    Derartige Anstiege erscheinen mit groUerer Wahrscheinlichkeit bei Patienten, die eine Begleittherapie mit Diuretika erhalten als bei Patienten unter einer Monotherapie mit Quinapril und gehen bei fortgefuhrter Therapie oft wieder zuruck.

#    Nebenwirkungen, die mit dem Bestandteil Quinapril in Verbindung gebracht werden, Haufigkeiten bei der Einnahme von Quinapril/HCTZ.

## Nebenwirkungen, die mit dem Bestandteil Quinapril in Verbindung gebracht werden, Haufigkeiten bei der Einnahme von Quinapril. Nebenwirkungen, die nicht mit den Bestandteilen Quinapril/HCTZ in Verbindung gebracht werden.

“ Bei Patienten mit einem kongenitalen G-6-PDH-Mangel wurden einzelne Falle von hamolytischer Anamie# berichtet.

Ergebnisse von klinischen Labortests

Serumelektrolyte: siehe Abschnitt 4.4.

Serumharnsaure, Glucose, Magnesium, Funktionstests der Nebenschilddruse und Calcium: siehe Abschnitt 4.4.

Hamatologietest: siehe Abschnitt 4.4.

Anmerkunqen:

Die oben genannten Laborparameter sollten vor und in regelmaUigen Abstanden wahrend der Behandlung mit Accuzide uberwacht werden. Insbesondere bei Beginn der Behandlung und bei Risikopatienten (Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, Kollagenosen, Behandlung mit Immunsuppressiva, Zytostatika, Allopurinol, Procainamid,

Digitalisglykosiden, Glucocorticoiden, Laxanzien, alteren Patienten) sollten Serumelektrolyte, Serumkreatinin, Blutzucker und Blutbild genau uberwacht werden.

Wenn Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten und/oder Entzundungen im Hals wahrend der Therapie mit Accuzide auftreten, muss die Leukozytenzahl unverzuglich untersucht werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groUer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Fur die Kombination von Quinapril/HCTZ gibt es keine spezifischen Daten zu Uberdosierungen und deren Behandlung beim Menschen.

Symptome bei Uberdosierung bzw. Intoxikation

In Abhangigkeit vom AusmaB der Uberdosierunq sind folqende Symptome moglich: anhaltende Diurese, Elektrolytstorungen, schwere Hypotonie, Bewusstseinsstorungen (bis zum Koma), Konvulsionen, Paresen, Herzrhythmusstorungen, Bradykardie, Kreislaufschock, Nierenversagen, paralytischer Ileus.

Therapie von Intoxikationen

a)    Bei einem lebensbedrohlichen Angioodem mit Zungen-, Glottis- und/oder Kehlkopfbeteiligung werden folgende NotfallmaBnahmen empfohlen:

Sofortige subkutane Gabe von 0,3 bis 0,5 mg Epinephrin (z. B. 0,3 bis 0,5 ml einer 1:1000-Losung) bzw. langsame intravenose Gabe von 0,1 mg Epinephrin (Verdunnungsanweisung beachten!) unter EKG- und Blutdruckkontrolle, im Anschluss daran systemische Glukokortikoidgabe.

Ferner wird die intravenose Gabe von Antihistaminika und H2-Rezeptor-Antagonisten empfohlen.

Zusatzlich zur Epinephrin-Anwendung kann mit bekanntem C1-Inaktivator-Mangel die Gabe von C1-Inaktivator erwogen werden.

b)    Bei Uberdosierung bzw. Intoxikation richten sich die TherapiemaBnahmen nach Art und Zeitpunkt der Verabreichung sowie nach Art und Schwere der Symptome. Neben allgemeinen MaBnahmen, die der Elimination von Accuzide dienen (z. B. Magenspulung, Verabreichung von Adsorbenzien und Natriumsulfat innerhalb von 30 Minuten nach Einnahme von Accuzide), mussen unter intensivmedizinischen Bedingungen die Vitalparameter uberwacht bzw. korrigiert werden. Quinapril und Hydrochlorothiazid sind nicht quantitativ dialysierbar.

Bei Hypotonie sollte zunachst eine Kochsalz- und Volumensubstitution erfolgen, bei Nichtansprechen sollten dann zusatzlich Katecholamine intravenos gegeben werden. Eine Therapie mit Angiotensin II kann erwogen werden.

Bei therapierefraktarer Bradykardie sollte eine Schrittmachertherapie durchgefuhrt werden.

Kontrollen des Wasser-, Elektrolyt- und des Saure-Basen-Haushalts sowie des Blutzuckers und der harnpflichtigen Substanzen mussen engmaschig durchgefuhrt werden. Bei Hypokaliamie ist eine Kaliumsubstitution erforderlich.

5.    PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Kombination von Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer und Thiaziddiuretikum ATC-Code: C09BA06

Accuzide hat sowohl antihypertensive als auch diuretische Wirkung.

Quinapril und Hydrochlorothiazid werden allein und in Kombination zur Hochdruckbehandlung eingesetzt. Die blutdrucksenkenden Wirkungen beider Komponenten sind etwa additiv, Quinapril kann den mit Hydrochlorothiazid einhergehenden Kaliumverlust abschwachen.

Wirkungsmechanismus

Quinapril

Quinapril wird in der Leber zu Quinaprilat hydrolysiert, welches ein Hemmstoff des Angiotensin-Converting-Enzyms ist. Das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) ist eine Peptidyldipeptidase, welche die Umwandlung von Angiotensin I zu der vasokonstriktorisch wirksamen Substanz Angiotensin II bewirkt. Eine Hemmung von ACE fuhrt zu einer verminderten Bildung des vasokonstriktorisch wirksamen Angiotensins II in Gewebe und Plasma, wodurch es zur Abnahme der Aldosteronsekretion und somit zu einem Anstieg der Serumkaliumkonzentration kommen kann. Aus dem Fortfall der negativen Ruckkopplung von Angiotensin II auf die Reninsekretion resultiert eine Erhohung der Plasmareninaktivitat.

Da ACE auch Bradykinin, ein vasodepressorisches Peptid, abbaut, resultiert aus der Hemmung von ACE eine erhohte Aktivitat zirkulierender und lokaler Kallikrein-Kinin-Systeme (und somit eine Aktivierung des Prostaglandinsystems). Es ist moglich, dass dieser Mechanismus an der blutdrucksenkenden Wirkung der ACE-Hemmer beteiligt und fur bestimmte Nebenwirkungen mitverantwortlich ist.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazin. Thiazide wirken direkt an den Nieren, indem sie die Natriumchlorid- und die damit verbundene Wasserausscheidung vermehren. Ihr klinisch relevanter Hauptangriffsort ist der fruhdistale Tubulus. Dort hemmen sie den elektroneutralen NaCl-Cotransport in der luminalen Zellmembran. Kalium und Magnesium werden vermehrt, Calcium vermindert ausgeschieden. Hydrochlorothiazid bewirkt eine geringe Hydrogencarbonatausscheidung, und die Chloridausscheidung uberschreitet die Ausscheidung des Natriums. Unter Hydrochlorothiazid kann sich eine metabolische Alkalose entwickeln. Hydrochlorothiazid wird aktiv im proximalen Tubulus sezerniert. Die diuretische Wirkung bleibt bei metabolischer Azidose oder metabolischer Alkalose erhalten.

Als Mechanismen der antihypertensiven Wirkung von Hydrochlorothiazid werden ein veranderter Natriumhaushalt, eine Reduktion des extrazellularen Wasser- und Plasmavolumens, eine Ánderung des renalen Gefa&widerstands sowie eine reduzierte Ansprechbarkeit auf Norepinephrin und Angiotensin II diskutiert.

Pharmakodynamik

Quinapril

Quinapril fuhrt bei Patienten mit Hypertonie zu einer Senkung des Blutdrucks im Liegen und im Stehen, ohne dass die Herzfrequenz kompensatorisch ansteigt.

Bei hamodynamischen Untersuchungen bewirkte Quinapril eine deutliche Verringerung des peripheren arteriellen Widerstands. In der Regel kam es zu keinen klinisch relevanten Veranderungen von renalem Plasmafluss und glomerularer Filtrationsrate.

Bei den meisten Patienten zeigte sich der Beginn der antihypertensiven Wirkung ca.

1 Stunde nach oraler Gabe von Accuzide, die maximale Wirkung wurde in der Regel nach ca. 2 bis 4 Stunden erreicht. Der maximale blutdrucksenkende Effekt einer definierten Quinapril-Dosis war in der Regel nach 3 bis 4 Wochen ersichtlich.

Bei der empfohlenen taglichen Dosis bleibt die antihypertensive Wirkung auch wahrend der Langzeittherapie erhalten. Kurzfristiges Absetzen von Accuzide fuhrt zu keinem schnellen, uberma&igen Blutdruckanstieg (Rebound).

In zwei gro&en randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET" [ONgoing Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D" [The Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET‘-Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskuláren oder einer zerebrovaskuláren Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit nachgewiesenen Endorganschaden durchgefuhrt. Die „VA NEPHRON-D"-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgefuhrt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuláre Endpunkte und Mortalitát, wáhrend ein hoheres Risiko fur Hyperkaliámie, akute Nierenschádigung und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten ubertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE"-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusátzlich zu einer Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulárer Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhohten Risikos unerwunschter Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuláre Todesfálle als auch Schlaganfálle traten in der Aliskiren-Gruppe numerisch háufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwunschte Ereignisse und besondere schwerwiegende unerwunschte Ereignisse (Hyperkaliámie, Hypotonie, Nierenfunktionsstorung).

Hydrochlorothiazid

Die Elektrolyt- und Wasserausscheidung von Hydrochlorothiazid setzt nach 2 Stunden ein, erreicht ein Wirkungsmaximum nach 3 bis 6 Stunden und hált 6 bis 12 Stunden an.

Die antihypertensive Wirkung tritt erst nach 3 bis 4 Tagen ein und kann bis zu 1 Woche nach Therapieende anhalten.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Quinapril

Nach oraler Gabe von Quinapril werden maximale Quinapril-Konzentrationen innerhalb von 1 Stunde beobachtet. Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Resorption von Quinapril. Nach der Resorption wird Quinapril rasch und nahezu vollstándig zum eigentlich aktiven Hauptmetaboliten Quinaprilat metabolisiert. Daneben entstehen einige weitere, mengenmá&ig unbedeutende und pharmakologisch inaktive Metaboliten. Maximale Plasmaspiegel von Quinaprilat, dem wirksamen Metaboliten, werden ca. 2 bis 3 Stunden nach oraler Gabe von Quinapril beobachtet. Die Proteinbindung von Quinapril und Quinaprilat betrágt ca. 97 %. Ca. 60 % einer Quinapril-Dosis werden renal, 40 % fákal eliminiert. Quinaprilat wird vornehmlich uber die Nieren ausgeschieden; die effektive Kumulationshalbwertszeit betrágt ca. 3 Stunden, die Dissoziationshalbwertszeit vom ACE ca. 26 Stunden. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden bis zu einer Kreatinin-Clearance von 60 ml/min normale Quinapril- und Quinaprilat-Plasmaspiegel-Verláufe gemessen. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 60 ml/min steigen die Quinaprilat-Spiegel an, die Zeit bis zum Auftreten des Plasmaspiegelmaximums ist verlángert, die Eliminationshalbwertszeit ist ebenfalls verlángert.

Pharmakokinetikstudien an Patienten mit terminalen Nierenerkrankungen, die chronisch hámodialysiert waren oder mit ambulanter Peritonealdialyse behandelt wurden, zeigten, dass Dialyse nur einen geringen Einfluss auf die Elimination von Quinapril und Quinaprilat hat.

Die Elimination von Quinaprilat ist ebenfalls bei álteren Patienten (> 65 Jahre) und bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz verlangsamt, die Verlangsamung korreliert mit einer Einschránkung der Nierenfunktion, die oft bei álteren Patienten vorliegt. Bei Patienten mit má&ig eingeschránkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance: 30 bis 60 ml/min) und álteren

Patienten kann es demzufolge erforderlich sein, die Quinapril-Dosis zu reduzieren. Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden erniedrigte Plasmaspiegel von Quinaprilat gemessen, was auf eine verminderte Metabolisierung von Quinapril bei der Leberpassage zuruckzufuhren ist.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Gabe zu 60 bis 80 % resorbiert. Plasmaspitzenkonzentrationen von Hydrochlorothiazid von 70 ng/ml wurden 1,5 bis

4    Stunden nach oraler Gabe von 12,5 mg Hydrochlorothiazid erreicht, von 142 ng/ml 2 bis

5    Stunden nach 25 mg Hydrochlorothiazid p.o. und von 260 ng/ml 2 bis 4 Stunden nach 50 mg Hydrochlorothiazid p.o.

Hydrochlorothiazid wird zu 65 % an Plasmaproteine gebunden; das relative Verteilungsvolumen betragt 0,5 bis 1,1 l/kg.

Hydrochlorothiazid wird nahezu vollstandig unverandert renal ausgeschieden (> 95 %), nach oraler Einzeldosis werden 50 bis 70 % der Dosis innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden, bereits nach 60 Minuten erschienen nachweisbare Mengen im Urin.

Die Eliminationshalbwertszeit betragt 6 bis 8 Stunden.

Bei Niereninsuffizienz treten eine Abnahme der Ausscheidung und eine Verlangerung der Halbwertszeit ein. Die renale Clearance von Hydrochlorothiazid zeigt dabei eine enge Korrelation zur Kreatinin-Clearance.

Bei Leberzirrhose zeigte sich keine relevante Veranderung der Pharmakokinetik von Hydrochlorothiazid. Untersuchungen der Kinetik von Hydrochlorothiazid bei Patienten mit Herzinsuffizienz liegen nicht vor.

Bioverfugbarkeit

Quinapril

Basierend auf Wiederfindungsstudien im Urin betragt das AusmaB der Resorption von Quinapril nach oraler Gabe ca. 60 %.

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von 20 mg Quinapril bei sechs stillenden Frauen betrug das Milch/Plasma-Verhaltnis (M/P-Quotient) fur Quinapril 0,12. Vier Stunden nach der Gabe wurde kein Quinapril in der Milch entdeckt. Die Quinaprilat-Konzentrationen in der Milch waren zu allen Zeitpunkten unterhalb der Nachweisgrenze (< 5 pg/l). Es wird geschatzt, dass ein gestilltes Kind ungefahr 1,6 % der der Mutter verabreichten Quinapril-Dosis aufnehmen wurde.

Hydrochlorothiazid

Nach oraler Applikation betragt die Bioverfugbarkeit von Hydrochlorothiazid ca. 70 %. Gemeinsame Gabe von Quinapril und Hydrochlorothiazid

Accuzide Filmtabletten sind bioaquivalent mit der gleichzeitigen Gabe der jeweiligen Einzelsubstanzen.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Quinapril Akute Toxizitat

Die LD50-Werte bei oraler Verabreichung von Quinapril betrugen 1440 bis 2150 mg/kg KG bei Mausen und 3541 bis 4280 mg/kg KG bei Ratten. Nach intravenoser Gabe betrugen die Werte 504 bis 523 mg/kg KG (Mause) und 107 bis 300 mg/kg KG (Ratten).

Chronische Toxizitat

Die chronische Toxizitát wurde an Ratten und Hunden mit Dosierungen bis zu 100 mg/kg KG uber 1 Jahr untersucht. Es traten Gewichtsverluste, ein Anstieg von Serum-Harnstoff-Stickstoff, Renin und eine Abnahme der Glucosewerte ein. Die Herzgewichte waren erniedrigt, die Nieren zeigten degenerative Veránderungen sowie eine juxtaglomeruláre Hypertrophie oder Hyperplasie. Ein áhnliches Bild ergab sich bei der Untersuchung an Hunden. Auch hier wurden ein Anstieg der Plasma-Renin-Werte und eine juxtaglomeruláre Hypertrophie beobachtet. Unter der hochsten Dosierung waren bei einigen Tieren die Serum-Harnstoff-Stickstoff-Werte sowie die Leberenzymwerte erhoht.

Einige Tiere zeigten Magenerosionen; in der Gruppe mit der hochsten Dosis wurden fokale Entzundungen der Leber beobachtet. Die bei Ratten und Hunden unter sehr hohen Dosierungen beobachteten Veránderungen der Nieren sind typisch fur ACE-Hemmer und scheinen nicht auf einer direkten toxischen Wirkung, sondern auf ubersteigerten pharmakologischen Effekten (markante prolongierte Blutdrucksenkung, Stimulation von Renin-haltigen Zellen) zu beruhen.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial

In Studien an Ratten und Máusen wurden unter Tagesdosierungen von 75 bzw. 100 mg/kg KG keine tumorerzeugenden Wirkungen beobachtet.

Quinapril wirkte bei einer ausreichenden Prufung in Gen- und Chromosomenmutationstests in vitro und in vivo nicht mutagen.

Reproduktionstoxizitát

Untersuchungen haben bis zu Dosen von 300 mg/kg KG/Tag bei Ratten bzw. 1,5 mg/kg KG/Tag bei Kaninchen keine Hinweise fur ein teratogenes Potenzial ergeben. Wáhrend bei der Ratte keine embryotoxischen Wirkungen beobachtet wurden, traten beim Kaninchen maternaltoxische und embryotoxische Effekte ab einer Dosis von 1 mg/kg KG/Tag auf. Bei der Verabreichung wáhrend der Fetalentwicklung und der Laktation kam es ab einer Dosis von 25 mg/kg KG/Tag bei der Ratte zu Wachstumsretardierungen der Nachkommen. Beeintráchtigungen der Fertilitát wurden weder bei den Elterntieren noch bei den Nachkommen beobachtet.

Hydrochlorothiazid Akute Toxizitát

In tierexperimentellen Studien zur Akuttoxizitát an Máusen war die LD50 grower als 10 000 mg/kg KG bei oraler Gabe von Suspension und 884 mg/kg KG bei intravenoser Gabe. Bei Ratten war die akute LD50 grower als 10 000 mg/kg KG bei oraler Gabe von Suspension und 3130 mg/kg KG bei intraperitonealer Verabreichung der Suspension. Beim Kaninchen lag die akute LD50 bei intravenoser Verabreichung bei 461 mg/kg KG, und beim Hund betrug sie etwa 1000 mg/kg KG. Hunde tolerierten wenigstens 2000 mg/kg KG ohne Anzeichen von Toxizitát.

Subchronische und chronische Toxizitát

In Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizitát an Ratte und Hund zeigten sich au&er Veránderungen im Elektrolytgleichgewicht keine auffálligen Befunde.

Kanzerogenitát

Hydrochlorothiazid wurde 2 Jahre lang mánnlichen und weiblichen Ratten in Konzentrationen von bis zu 2000 ppm sowie mánnlichen und weiblichen Máusen in Konzentrationen von bis zu 5000 ppm mit dem Futter verabreicht. Bei mánnlichen und weiblichen Ratten sowie an weiblichen Máusen wurde keine kanzerogene Wirkung nachgewiesen. Bei mánnlichen Máusen wurde ein gesteigertes Auftreten von Leberzelltumoren beobachtet, deren Bedeutung bezuglich einer moglichen Kanzerogenitát fraglich ist.

Mutagenitát

Hydrochlorothiazid zeigte in einer ausreichenden In-vitro- und In-v/vo-Prufung keine relevanten mutagenen Wirkungen.

Reproduktionstoxizitat

Hydrochlorothiazid passiert im Tierversuch die Plazenta. Untersuchungen an drei Tierarten (Ratte, Maus, Kaninchen) ergaben keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung.

Beim Menschen liegen Erfahrungen mit der Anwendung in der Schwangerschaft fur uber 7500 Mutter-Kind-Paare vor. Davon wurden 107 im 1. Trimenon exponiert. Es besteht der Verdacht, dass bei Neugeborenen eine Thrombozytopenie ausgelost werden kann. Auswirkungen von Storungen des Elektrolythaushalts der Schwangeren auf den Feten sind moglich.

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch uber. Fur Thiaziddiuretika ist bekannt, dass sie die Laktation hemmen konnen.

Toxikologische Eigenschaften der Kombination von Quinapril und Hydrochlorothiazid

Akute Toxizitat

Die LD50 bei oraler Gabe der Kombination Quinapril/Hydrochlorothiazid lag bei weiblichen Mausen bei 1073 mg/kg KG Quinapril/669 mg/kg KG Hydrochlorothiazid. Die akute Toxizitat der Kombination unterscheidet sich nicht signifikant von der der Monosubstanz Quinapril.

Subchronische Toxizitat

Wiederholte Verabreichung von Quinapril/Hydrochlorothiazid an Ratten und Hunde zeigte keine anderen unerwarteten toxischen Effekte, als wenn beide Wirkstoffe einzeln gegeben worden waren. Die Haufigkeit der zu erwartenden renalen und gastrointestinalen Effekte war unter der Kombination jedoch hoher als nach Quinapril allein.

Bei therapeutischer Anwendung sind diese toxischen Wirkungen der kombinierten Gabe von Quinapril und Hydrochlorothiazid nicht zu erwarten.

Kanzerogenitat und Mutagenitat

Studien mit der Kombination wurden nicht durchgefuhrt.

Reproduktionstoxizitat

Die Gabe der Kombination Quinapril/Hydrochlorothiazid an Ratten zwischen dem 6. und 15. Tag der Gestation rief bei 2 von 20 Tieren bei einer Dosierung von 150/93,8 mg/kg KG/Tag den Tod des Muttertiers hervor. Bei Dosen von mehr als 50/31,3 mg/kg KG/Tag war der Gewichtszuwachs des Muttertiers verringert. Das mittlere Korpergewicht bei weiblichen Rattenfeten war ab einer Dosis von 5/3,1 mg/kg KG/Tag erniedrigt. Diese Gewichtsreduktion trat ab der 10-fach hoheren Dosis bei Feten beiderlei Geschlechts auf.

Bei Gabe der Kombination in Dosen von 0,05/0,03 mg/kg KG/Tag bis 0,5/0,31 mg/kg KG/ Tag an Kaninchen zwischen dem 6. und 18. Tag der Gestation traten keine Todesfalle auf. Ein Gewichtsverlust der Muttertiere war aber in allen Dosierungsgruppen zu erkennen. Untersuchungen zum Ubergang in die Muttermilch und zum Plazentatransfer liegen nicht vor.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Candelillawachs, Crospovidon, Hyprolose, Lactose-Monohydrat, Macrogol 400, schweres basisches Magnesiumcarbonat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose, Povidon K 25, Titandioxid (E171), Eisenoxidhydrat (E172), Eisen(III)-oxid (E172)

6.2    Inkompatibilitaten

Inkompatibilitaten sind bisher nicht bekannt.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung Nicht uber 25 °C lagern.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Blisterpackungen aus einem Polyamid/Aluminium/PVC-Komplex und einer Aluminiumfolie

Accuzide 10 mg/12,5 mg:

30 Filmtabletten (N1)

100 Filmtabletten (N3)

Accuzide 20 mg/12,5 mg:

30 Filmtabletten (N1)

100 Filmtabletten (N3)

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus:

30 Filmtabletten (N1)

100 Filmtabletten (N3)

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

PFIZER PHARMA GmbH Linkstr. 10 10785 Berlin Tel.: 030 550055-51000 Fax: 030 550054-10000

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Accuzide 10    mg/12,5 mg:    26902.00.00

Accuzide 20    mg/12,5 mg:    26902.02.00

Accuzide 20    mg/25 mg diuplus:    26904.01.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Accuzide 10 mg/12,5 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 25.01.1993

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 11.03.2005

Accuzide 20 mg/12,5 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 15.06.1993

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 11.03.2005

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus

Datum der Erteilung der Zulassung: 25.01.1993

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 11.03.2005

10.    STAND DER INFORMATION

April 2015

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig spcde-5v31acz-ft-0

spcde-5v31 acz-ft-0 23 16.04.2015

1

Alle fur Accuzide gemachten Angaben gelten fur Accuzide 10 mg/12,5 mg, Accuzide 20 mg/12,5 mg und Accuzide 20 mg/25 mg diuplus.

Accuzide 20 mg/25 mg diuplus