+ iMedikament.de

Ace-hemmer-ratiopharm comp. 50 mg / 25 mg tabletten



Gebrauchsinformation Ace-hemmer-ratiopharm comp. 50 mg / 25 mg tabletten

Gebrauchsinformation: Information für Anwender



ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg Tabletten



Wirkstoffe: Captopril 50 mg und Hydrochlorothiazid 25 mg







Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.



- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.




Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgbeachten?

3. Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgeinzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgaufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgund wofür wird es angewendet?

ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg ist ein Kombinationsarzneimittel zur Blutdrucksenkung.



ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgwird angewendet bei

nicht organbedingtem Bluthochdruck, der mit Captopril oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend gesenkt werden kann.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgbeachten?

ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgdarf nicht eingenommen werden,

- wenn Sie allergisch gegen Captopril, einen anderen ACE-Hemmer, Hydrochlorothiazid, andere Sulfonamide oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

- wenn Sie bereits in der Vergangenheit in Folge einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer eine Gewebeschwellung (hereditäres/idiopathisches angioneurotisches Ödem, auch infolge einer früheren Behandlung mit ACE-Hemmern) hatten

- wenn Sie an schwerer Nierenfunktionsstörung leiden

- wenn Sie an schwerer Leberfunktionsstörung leiden

- während der letzten 6 Monate einer Schwangerschaft. (Es wird empfohlen, ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg auch in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden, siehe unter „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg einnehmen.


Bestimmte Erkrankungen, an denen Sie möglicherweise leiden oder gelitten haben, erfordern eine spezielle Behandlung vor oder während der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg. Deshalb sollten Sie, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen, Ihren Arzt informieren, wenn Sie unter folgenden gesundheitlichen Problemen leiden:

- Flüssigkeits- und/oder Salzmangel z. B. infolge Durchfall, Erbrechen, übertriebener Diäten, Dialyse

- beidseitige Einengung der Nierenschlagader

- Einengung der Nierenschlagader bei Einzelniere

- Zuckerkrankheit

- Fettstoffwechselstörung

- Gicht

- Anwendung von kaliumhaltigen Entwässerungsmitteln, Kaliumpräparaten, von anderen Arzneimitteln, die im Zusammenhang mit erhöhten Blutkaliumwerten stehen (z. B. Heparin)

- Herzklappenverengung (Aorten-/Mitralklappe)

- bestimmte Erkrankung mit Verdickung des Herzmuskels (obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie)

- bestimmte angeborene Erkrankung des Bindegewebes (Kollagenerkrankung)

- Behandlung mit Medikamenten, die die Abwehrreaktion unterdrücken, z. B. kortisonhaltige Arzneimittel

- Anwendung von Allopurinol (Mittel gegen Gicht) oder Procainamid (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen)

- Eiweißausscheidung im Harn

- Nierenfunktionsstörung

- Leberfunktionsstörung

- Leberzirrhose

- Allergien und Asthma

- Erkrankung der Haut und des Gefäßbindegewebes (systemischer Lupus erythematodes)

- Verengung der Hirngefäße (zerebrovaskuläre Durchblutungsstörungen)

- Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)



Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten). Die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg in der frühen Phase der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, und ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe unter „Schwangerschaft und Stillzeit“).



Wenn Sie sich einer Desensibilisierungstherapie (bestimmte Behandlung gegen Allergien) mit Insektengift unterziehen, ist besondere Vorsicht geboten hinsichtlich lebensbedrohlicher allergischer Reaktionen.

Wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegen tierische Gifte (z. B. Bienen-, Wespenstich) besteht, und Sie sich einer Behandlung gegen diese Überempfindlichkeit unterziehen, sprechen Sie vor der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgunbedingt mit Ihrem Arzt!



Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg im Rahmen einer Blutwäsche (Dialyse) mit bestimmten Dialysemembranen (High-flux-Membranen) bzw. bei einer bestimmten Behandlung von stark erhöhten Blutfetten (LDL-Apherese mit Dextransulfat-Absorption) besteht die Gefahr, dass Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Informieren Sie daher unbedingt Ihren Arzt, falls Sie sich solchen Behandlungen unterziehen müssen.



Falls Sie vor einer Operation oder Narkose (auch beim Zahnarzt) stehen, teilen Sie Ihrem Arzt mit, dass Sie ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgeinnehmen, da es unter der Narkose zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen kann.



Beschwerden wie Mundtrockenheit, Durst, Schwäche, Lethargie, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, verminderte Harnproduktion können Ausdruck eines gestörten Flüssigkeits- oder Mineralstoffhaushaltes sein. Falls solche Beschwerden bei Ihnen auftreten, informieren Sie Ihren Arzt.



Informieren Sie sofort Ihren Arzt, falls bei Ihnen folgende Krankheitszeichen auftreten:

- Schwellung von Gesicht, Gliedmaßen, Lippen, Schleimhaut, Zunge und/oder Kehlkopf, Atemnot

- Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten

- Fieber, Lymphknotenschwellung und/oder Halsentzündung

In diesen Fällen dürfen Sie ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg nicht weiter einnehmen und Ihr Arzt wird entsprechende Maßnahmen ergreifen.



Während der Therapie kann ein trockener Husten auftreten, der nach Absetzen der Behandlung wieder verschwindet.



Die Anwendung dieses Arzneimittels bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Halten Sie daher bitte die vom Arzt angeordneten Laborkontrollen und Untersuchungen unbedingt ein.



Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgmit Lithium (Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen) wird nicht empfohlen.

Kinder

Dieses Arzneimittel ist nicht für die Anwendung bei Kindern bestimmt.

Ältere Menschen und Patienten mit Diabetes mellitus

Bei älteren Patienten und bei Diabetikern sollte die Dosis reduziert werden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgkann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgals Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgzusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.



Captopril

Wechselwirkungen können auftreten mit:

- Entwässerungsmitteln (kaliumsparende Diuretika, Thiazide, Schleifendiuretika)

- Kaliumpräparaten

- Herz-Kreislauf-wirksamen Arzneimitteln (z. B. Betablockern, langwirkende Calciumkanalblocker, Nitroglycerin und andere Nitrate oder andere Vasodilatatoren, Sympathomimetika)

- Arzneimittel zur Behandlung von depressiven bzw. psychiatrischen Erkrankungen (trizyklische Antidepressiva/Antipsychotika)

- Allopurinol (Mittel gegen Gicht)

- Procainamid (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen)

- Arzneimittel, die das Wachstum von Tumoren hemmen (Zytostatika)

- Arzneimittel, die die Abwehrreaktionen des Körpers vermindern (Immunsuppressiva)

- Insulin und blutzuckersenkenden Arzneimitteln zum Einnehmen (z. B. Sulfonylharnstoffe)

- Arzneimittel, die das sympathische Nervensystem beeinflussen (Sympathomimetika)



Hydrochlorothiazid

Wechselwirkungen können auftreten mit:

- Amphotericin B (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen)

- Carbenoxolon (Arzneimittel zur Behandlung von Magen-/Darmgeschwüren)

- kortisonhaltigen Arzneimitteln sowie Corticotropin (ACTH)

- bestimmten (stimulierenden) Abführmitteln

- Calciumsalzen

- herzstärkenden Arzneimitteln (Herzglykoside)

- Arzneimittel, die eine Senkung der Blutfette bewirken (Colestyramin, Colestipol)

- Arzneimittel mit muskelerschlaffender Wirkung (z. B. Tubocurarinchlorid)

- Arzneimittel, die mit bestimmten Herzrhythmusstörungen in Zusammenhang stehen (bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, gegen psychiatrische Erkrankungen und andere Arzneimittel, von denen bekannt ist, dass sie sog. „Torsade de pointes“ hervorrufen können)

- Carbamazepin (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)



Captopril-Hydrochlorothiazid-Kombination

Wechselwirkungen können auftreten mit:

- Lithium (Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen)

- entzündungshemmenden Schmerzmitteln



Bei Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg können die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflusst werden (Aceton-Harntest, Schilddrüsenfunktionstest).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.



Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten). In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen und ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann.



Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr Arzt kann eine andere Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem, solange Ihr Kind im Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt war.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wie bei anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhung, aber auch in Verbindung mit Alkohol. Diese Wirkungen hängen jedoch von der individuellen Empfindlichkeit ab.

ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgenthält Lactose

Bitte nehmen Sie ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3. Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgeinzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.



Hinweis:

Grundsätzlich sollte die Behandlung des Bluthochdrucks mit einem Einzelwirkstoff in niedriger Dosierung (einschleichend) begonnen werden.

Die fixe Kombination wird üblicherweise erst nach vorangegangener Behandlung mit der freien Kombination aus Captopril und Hydrochlorothiazid angewendet, falls die Erhaltungsdosen der Einzelstoffe denen der fixen Kombination entsprechen und damit eine Normalisierung des Blutdrucks bewirkt werden konnte. Falls klinisch angebracht, kann ein direkter Wechsel von der Monotherapie zur fixen Kombination in Erwägung gezogen werden.



Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis

1 Tablette ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg(entsprechend 50 mg Captopril und 25 mg Hydrochlorothiazid) täglich. Dies ist gleichzeitig die Tageshöchstdosis.



Spezielle Patientengruppen

Bei Patienten mit Salz-/Flüssigkeitsverlust, älteren Patienten, Diabetikern und Patienten mit Nierenfunktionsstörung beträgt die übliche Anfangsdosis 25 mg Captopril und 12,5 mg Hydrochlorothiazid täglich. Dafür stehen andere Kombinationspräparate zur Verfügung.

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung dürfen ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg nicht einnehmen.



Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg sollte täglich morgens mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden.



Wenn Ihr Blutdruck mit ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg nicht ausreichend gesenkt wird, ist es möglich, dass Ihr Arzt ein weiteres Arzneimittel verordnet.



Art der Anwendung

Zum Einnehmen



Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgeingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie durch ein Versehen zu viele Tabletten eingenommen haben oder ein Kind einige Tabletten geschluckt hat, wenden Sie sich sofort an einen Arzt/Notarzt. Dieser kann entsprechend der Schwere der Vergiftung über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden.



In Abhängigkeit mit dem Ausmaß der Überdosierung sind folgende Symptome möglich: anhaltende Steigerung des Harnflusses, Elektrolytstörungen, starker Blutdruckabfall, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen, Herzrhythmusstörungen, verlangsamte Herzschlagfolge, Nierenversagen.

Bei dringendem Verdacht auf eine Überdosierung benötigen Sie ärztliche Hilfe!



Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgvergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgabbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mg nicht ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.



Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?



Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.



Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind:


Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen sie ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgnicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.



Bei Auftreten von Gewebeschwellungen mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge, müssen Sie die Behandlung mit ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgabbrechen und medizinisch überwacht werden.



Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktionen müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen und gegebenenfalls die Behandlung mit ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgabbrechen.



Andere mögliche Nebenwirkungen



Captopril



Häufig (betrifft weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten):

- Schlafstörungen

- Störung der Geschmacksempfindung, Schwindel

- Trockener Reizhusten ohne Auswurf, Atemnot

- Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit

- Juckreiz mit oder ohne Ausschlag (Rash), Ausschlag und Haarausfall



Gelegentlich (betrifft weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten):

- Herzrhythmusstörungen (Tachykardie oder Tachyarrhythmie), Herzschmerz infolge Mangeldurchblutung (Angina pectoris), Herzklopfen

- Blutdruckabfall, Durchblutungsstörungen der Finger (Raynaud-Syndrom), anfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush), Blässe

- Schwellung von Gesicht, Lippen, Gliedmaßen, Hals und/oder Kehlkopf, eventuell in Verbindung mit Schluckbeschwerden oder Atemnot (Angioödem)

- Brustschmerzen, Erschöpfung, Unwohlsein



Selten (betrifft weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten):

- Appetitlosigkeit

- Benommenheit, Kopfschmerzen und Missempfindungen (Kribbeln)

- Entzündung der Mundschleimhaut mit Geschwürbildung (Aphthen)

- Gewebeschwellungen des Darmes (intestinales angioneurotisches Ödem)

- Nierenfunktionsstörungen einschließlich Nierenversagen, vermehrte bzw. verminderte Harnausscheidung, vermehrtes Wasserlassen



Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10.000 Behandelten):

- Verminderung bzw. weitgehendes Fehlen bestimmter weißer Blutzellen (Neutropenie/Agranulozytose), starke Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie) vor allem bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, Blutarmut (einschließlich Sonderformen der Blutarmut infolge verminderter Bildung bzw. Zerfall von roten Blutzellen), Blutplättchenmangel, krankhafte Veränderung der Lymphknoten, Vermehrung bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie), Autoimmunerkrankungen und/oder positive ANA-Titer (bestimmte Laborwerte, die auf eine Autoimmunerkrankung hinweisen).

- Absinken des Blutzuckerspiegels, Ansteigen des Kaliumspiegels im Blut

- Verwirrung, Depression

- Zwischenfälle infolge Hirnmangeldurchblutung, einschließlich Schlaganfall und Ohnmacht

- Verschwommenes Sehen

- Herzstillstand, Herz-Kreislauf-Schock

- Krampfartige Verengung der Bronchien, Schnupfen, allergische Lungenentzündung

- Entzündung der Zungenschleimhaut, Magen-Darm-Geschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung

- Eingeschränkte Leberfunktion und Gallestau (einschließlich Gelbsucht), Leberentzündung einschließlich Zerfall von Lebergewebe (Hepatitis einschließlich Nekrose), erhöhte Leberenzyme und Bilirubin-Werte (Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes)

- Nesselsucht, bestimmte schwerwiegende Hauterkrankungen (Erythrodermie, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme), Lichtüberempfindlichkeit, Hautreaktionen mit Blasen- bzw. Schuppenbildung (pemphigoide Reaktionen und exfoliative Dermatitis)

- Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen

- Bestimmte Nierenerkrankung mit Ausscheidung von Eiweiß im Harn (nephrotisches Syndrom)

- Impotenz, Brustvergrößerung beim Mann

- Fieber

- Veränderung einzelner Laborparameter





Hydrochlorothiazid



- Speicheldrüsenentzündung

- Verminderung der weißen Blutzellen; Verminderung bzw. weitgehendes Fehlen bestimmter weißer Blutzellen (Neutropenie/Agranulozytose), Blutplättchenmangel, Blutarmut infolge verminderter Bildung bzw. vermehrten Zerfalls roter Blutzellen, verminderte Knochenmarkfunktion

- Appetitlosigkeit, erhöhter Blutzucker, Zucker im Harn, Erhöhung der Harnsäure im Blut, gestörter Mineralstoffhaushalt (einschließlich Natrium- bzw. Kaliummangel im Blut), Anstieg des Cholesterins und der Blutfette

- Unruhe, Depression, Schlafstörungen

- Appetitlosigkeit, Missempfindungen (Kribbeln), Benommenheit

- Gelbsehen, vorübergehendes verschwommenes Sehen

- Schwindel

- Blutdruckabfall nach Lagewechsel, Herzrhythmusstörungen

- Entzündung der kleinen Gefäße (nekrotisierende Angiitis, Vaskulitis, kutane Vaskulitis)

- Atemnot (einschließlich Entzündung des Lungenbindegewebes und Flüssigkeitsansammlung in der Lunge)

- Magenreizung, Durchfall, Verstopfung, Bauchspeicheldrüsenentzündung

- Gelbsucht

- Lichtüberempfindlichkeitsreaktionen, flüchtiger Hautausschlag (Rash), dem kutanen Lupus erythematodes ähnliche Hautreaktionen, Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes (bestimmte Autoimmunerkrankung mit Hautbeteiligung), Nesselsucht, Überempfindlichkeitsreaktionen, bestimmte schwerwiegende Hauterkrankung mit Blasenbildung (toxische epidermale Nekrolyse)

- Muskelkrämpfe

- Nierenfunktionsstörung, Entzündung des Nierenbindegewebes

- Fieber, Schwäche

Gegenmaßnahmen

Durch ACE-Hemmer ausgelöste plötzliche Gewebeschwellungen mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge (angioneurotische Ödeme) müssen sofort ärztlich behandelt werden. Sie müssen sofort ins Krankenhaus eingewiesen und mindestens 12 bis 24 Stunden lang überwacht werden.

Übermäßiger Blutdruckabfall, Gelbsucht oder Überempfindlichkeitsreaktionen können unter Umständen lebensbedrohlich werden. Informieren Sie bitte umgehend einen Arzt, falls eine dieser Nebenwirkungen plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt. Nehmen Sie das Mittel auf keinen Fall ohne ärztliche Aufsicht weiter.



Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5. Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgaufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.



Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.



Nicht über 25 °C lagern.



Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgenthält

Die Wirkstoffe sind Captopril 50 mg und Hydrochlorothiazid 25 mg.


Jede Tablette enthält 50 mg Captopril und 25 mg Hydrochlorothiazid.



Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Vorverkleisterte Stärke (Mais), Mikrokristalline Cellulose, Stearinsäure (Ph.Eur.).

Wie ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgaussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, beidseits gewölbte Tablette mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.



ACE-Hemmer-ratiopharm®comp. 50 mg/25 mgist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren





Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im



Juli 2012





Versionscode: Z06

14

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 50 mg / 25 mg Tabletten

Fachinformation Ace-hemmer-ratiopharm comp. 50 mg / 25 mg tabletten

F achinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. 25 mg/12,5 mg Tabletten ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. 25 mg/25 mg Tabletten ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. 50 mg/25 mg Tabletten

Wirkstoffe: Captopril und Hydrochlorothiazid

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 25 mg/12,5 mg Tabletten

Jede Tablette enthalt 25 mg Captopril und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 25 mg/25 mg Tabletten

Jede Tablette enthalt 25 mg Captopril und 25 mg Hydrochlorothiazid.

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 50 mg/25 mg Tabletten

Jede Tablette enthalt 50 mg Captopril und 25 mg Hydrochlorothiazid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

®

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 25 mg/12,5 mg Tabletten WeiBe, runde, bikonvexe Tablette mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.

®

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 25 mg/25 mg Tabletten WeiBe, runde, biplane Tablette mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 50 mg/25 mg Tabletten

WeiBe, runde, bikonvexe Tablette mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.

Die Tabletten konnen in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten ist zur Behandlung der essentiellen Hypertonie angezeigt.

Diese fixe Kombination ist indiziert fur Patienten, deren Blutdruck mit Captopril alleine oder mit Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

An Patienten, deren Blutdruck mit Captopril alleine oder mit Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann, kann ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten als Einzeldosis oder als auf zwei Gaben pro Tag verteilte Dosis unabhangig von der Nahrungsaufnahme verabreicht werden.

Eine maximale Tagesdosis von 50 mg Captopril/25 mg Hydrochlorothiazid sollte nicht uberschritten werden. Falls die Hypertonie nicht zufrieden stellend reduziert werden kann, konnen zusatzliche antihypertensive Arzneimittel verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Erwachsene

Die Verabreichung der fixen Kombination von Captopril und Hydrochlorothiazid wird ublicherweise im Anschluss an eine stufenweise Dosiseinstellung der Einzelkomponenten empfohlen. Die ubliche Erhaltungsdosis betragt 50 mg/25 mg einmal taglich morgens. Falls klinisch angezeigt, kann ein direkter Wechsel von Monotherapie zu der fixen Kombination in Erwagung gezogen werden. Die 25 mg/25 mg-Dosierung kann einmal taglich bei Patienten angewendet werden, deren Blutdruck unter einer Monotherapie mit 25 mg Hydrochlorothiazid nicht ausreichend kontrolliert werden kann und bevor die Captopril-Komponente stufenweise eingestellt wird. Die 50 mg/25 mg- und 25 mg/25 mg-Dosierungen sind zur einmal taglichen Anwendung gedacht, da zwei Tabletten zu einer unverhaltnismaBig hohen Hydrochlorothiazid-Dosis (50 mg pro Tag) fuhren wurden.

Eingeschrankte Nierenfunktion

Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 80 ml/min: die ubliche Initialdosis betragt 25 mg/12,5 mg einmal taglich morgens.

Die Kombination von Captopril und Hydrochlorothiazid ist bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) kontraindiziert.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit Salz-/Volumenmangel, alteren Patienten und Diabetikem betragt die ubliche Anfangsdosis 25 mg/12,5 mg einmal taglich.

Kinder

Fur ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten gibt es keine Indikation fur die Anwendung bei Kindern.

4.3    Gegenanzeigen

-    Uberempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile oder einen anderen ACE-Hemmer oder andere Sulfonamid-Derivate

-    Angioodeme in der Anamnese, assoziiert mit einer fruheren ACE-Hemmer-Therapie

-    Vererbte oder idiopathische Angioodeme

-    Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 mg/ml)

-    Schwere Leberinsuffizienz

-    Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6)

-    Die gleichzeitige Anwendung von Captopril/Hydrochlorothiazid mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschrankter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m2) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Hypotonie

Hypotonie wurde bei unkomplizierten Hypertonie-Patienten vereinzelt beobachtet. Eine symptomatische Hypotonie kann eher bei hypertensiven Patienten auftreten, bei denen infolge starker Diuretikatherapie, salzarmer Ernahrung, Diarrhoe, Erbrechen oder Hamodialyse ein Flussigkeits- und/oder Salzmangel vorliegt. Vor Verabreichung eines ACE-Hemmers sollte ein Flussigkeits- und/oder Salzmangel ausgeglichen und eine niedrigere Anfangsdosis in Erwagung gezogen werden.

Wie bei allen anderen Antihypertensiva kann eine zu starke Blutdrucksenkung bei Patienten mit ischamischer kardiovaskularer oder cerebrovaskularer Erkrankung das Risiko eines Myokardinfarkts oder Schlaganfalls erhohen. Im Falle einer sich entwickelnden Hypotonie sollte der Patient in eine liegende Position gebracht werden. Eine Volumenauffullung mit intravenos verabreichter physiologischer Kochsalzlosung kann angezeigt sein.

Renovaskulare Hypertonie

Bei Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei einer einzigen funktionierenden Niere besteht bei Behandlung mit ACE-Hemmern ein erhohtes Risiko fur Hypotonie und Niereninsuffizienz. Der Verlust der Nierenfunktion kann mit nur mabigen Veranderungen des Serum-Kreatinins einhergehen. Bei diesen Patienten sollte die Therapie unter sorgfaltiger medizinischer Uberwachung mit niedrigen Dosen, sorgfaltiger stufenweiser Einstellung und Uberwachung der Nierenfunktion begonnen werden.

Angioodeme

Angioneurotische Odeme mit Beteiligung von Gesicht, Extremitaten, Lippen, Zunge, Glottis und/oder Kehlkopf wurden unter ACE-Hemmern einschlieblich Captopril berichtet. Sie konnen zu jedem Zeitpunkt wahrend der Therapie auftreten. In solchen Fallen ist ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten sofort abzusetzen. Der Patient ist sorgfaltig zu uberwachen, um eine vollstandige Ruckbildung der Symptome vor der Entlassung aus der Klinik sicherzustellen. In Fallen, in denen die Schwellung auf Gesicht und Lippen begrenzt war, bildete sich die Symptomatik meist ohne Behandlung wieder zuruck. Antihistaminika waren jedoch hilfreich bei der Linderung der Symptome.

Angioneurotische Odeme mit Beteilung des Kehlkopfes konnen letal verlaufen. Sobald Zunge, Glottis oder Kehlkopf betroffen sind, so dass eine Atemwegsobstruktion droht, ist unverzuglich eine geeignete Therapie einzuleiten [z.B. subkutane Gabe von 0,3 ml-0,5 ml Adrenalin (1:1.000 verdunnt)] und/oder es sind Mabnahmen zur Sicherung der Durchgangigkeit der Atemwege zu treffen.

Im Vergleich mit Patienten nicht-schwarzer Hautfarbe wurde bei Patienten schwarzer Hautfarbe eine hohere Inzidenz von Angioodemen unter ACE-Hemmern berichtet.

Patienten mit anamnestisch bekanntem, nicht durch einen ACE-Hemmer ausgelostem Angioodem konnen besonders gefahrdet sein, ein Angioodem zu entwickeln, wenn sie einen ACE-Hemmer erhalten (siehe Abschnitt 4.3).

Selten wurden bei mit ACE-Inhibitoren behandelten Patienten intestinale Angioodeme beobachtet. Diese Patienten sprachen mit Bauchbeschwerden (mit oder ohne Ubelkeit und Erbrechen) vor; in einigen Fallen wurde kein Angioodem im Gesicht beobachtet und die C-1 Esterase-Spiegel waren normal. Das Angioodem wurde durch verschiedene Methoden einschlieblich CT, Ultraschall oder Operationen des Bauchraumes diagnostiziert. Die Symptome sind nach Absetzen des ACE-Hemmers abgeklungen. Daher sollte auch an ein intestinales Angioodem gedacht werden, wenn Patienten mit Bauchbeschwerden vorsprechen (siehe Abschnitt 4.8).

Husten

Bei Verwendung von ACE-Hemmern wurde uber Husten berichtet. Der Husten ist charakteristischerweise nicht produktiv, hartnackig und verschwindet nach Absetzen der Therapie.

Eingeschrankte Leberfunktion

Selten wurde unter ACE-Hemmer-Behandlung ein Syndrom beobachtet, das mit cholestatischem Ikterus beginnt und bis zur plotzlichen hepatischen Nekrose mit (manchmal) letalem Ausgang fortschreitet. Der Mechanismus dieses Syndroms ist unklar. Patienten, die unter einer ACE-Hemmer-Therapie Ikterus oder deutliche Erhohungen der Leberenzyme entwickeln, sollten den ACE-Hemmer absetzen und entsprechend medizinisch uberwacht werden.

Hyperkaliamie

Serum-Kalium-Erhohungen wurden bei Patienten beobachtet, die mit ACE-Hemmern, einschlieblich Captopril, behandelt wurden. Patienten, bei denen ein Risiko fur die Entwicklung einer Hyperkaliamie besteht, sind z. B. Patienten mit Nierenfunktionsstorungen, mit Diabetes mellitus oder Patienten, die gleichzeitig kaliumsparende Diuretika, Kalium-Ersatzpraparate oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe einnehmen, oder solche Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die zu Serum-Kalium-Erhohungen fuhren konnen (z. B. Heparin). Falls eine gleichzeitige Anwendung der oben genannten Substanzen fur notig gehalten wird, ist eine regelmabige Uberwachung des Serum-Kaliums zu empfehlen.

Aorten- und Mitralklappenstenose/obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie/kardiogener Schock

ACE-Hemmer sollten bei Patienten mit einer Behinderung der linksventrikularen Klappe und des Ausflusstraktes mit Vorsicht und in Fallen von kardiogenem Schock und hamodynamisch signifikanter Behinderung nicht angewendet werden.

Neutropenie/Agranulozytose

Neutropenie/Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anamie wurden bei Patienten berichtet, die mit ACE-Hemmern, einschlieblich Captopril, behandelt wurden. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und ohne andere erschwerende Faktoren tritt Neutropenie selten auf. Captopril sollte mit grobter Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Kollagenose-assoziierten vaskularen Erkrankungen, bei Patienten, die mit Immunsuppressiva, Allopurinol oder Procainamid behandelt werden, oder mit einer Kombination dieser erschwerenden Faktoren, insbesondere bei bereits vorliegender eingeschrankter Nierenfunktion. Einige dieser Patienten entwickelten schwere Infektionen, die in einigen Fallen auf eine intensive Antibiotika-Therapie nicht ansprachen.

Bei Anwendung von Captopril bei diesen Patienten ist es ratsam, das weibe Blutbild und das Differenzialblutbild vor der Therapie, alle 2 Wochen wahrend der ersten 3 Therapiemonate und danach in regelmabigen Abstanden zu kontrollieren. Wahrend der Behandlung sollten alle Patienten angewiesen werden, den Arzt uber jedes Anzeichen einer Infektion zu informieren (z. B. Halsschmerzen, Fieber), in diesem Fall sollte ein Differenzialblutbild der weiben Blutkorperchen erstellt werden. Wenn eine Neutropenie (weniger als 1.000/mm3 Neutrophile) entdeckt wird oder der Verdacht darauf besteht, sollten Captopril und andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5) abgesetzt werden.

Bei den meisten Patienten kehrt die Zahl der Neutrophilen nach Absetzen von Captopril schnell zu normalen Werten zuruck.

Proteinurie

Proteinurie kann insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender eingeschrankter Nierenfunktion oder bei relativ hohen Dosen von ACE-Hemmern auftreten.

Bei ca. 0,7 % der Patienten, die Captopril erhielten, wurde eine Gesamt-Proteinmenge im Urin von mehr als 1 g pro Tag gesehen. Bei einem Grobteil der Patienten bestand vorher eine Nierenerkrankung oder die verabreichten Captopril-Dosen waren relativ hoch (mehr als 150 mg/Tag) oder beides. Ein nephrotisches Syndrom trat bei ca. einem Funftel der Patienten mit Proteinurie auf. In den meisten Fallen lieb die Proteinurie innerhalb von 6 Wochen nach oder verschwand ganz, unabhangig davon, ob Captopril weiter eingenommen wurde oder nicht.

Nierenfunktionsparameter wie BUN und Kreatinin waren bei Patienten mit Proteinurie selten verandert.

Bei Patienten mit bestehender Nierenerkrankung sollte vor Beginn der Behandlung und danach in regelmabigen Abstanden eine Bestimmung des Proteingehalts im Urin durchgefuhrt werden (Teststreifen im ersten Morgenurin).

Anaphylaktoide Reaktionen wahrend Desensibilisierung

Wahrend der Behandlung mit einem anderen ACE-Hemmer wurde selten uber anhaltende lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten wahrend einer Desensibilisierungstherapie mit Hymenopterengift berichtet. Bei den gleichen Patienten wurden diese Reaktionen vermieden, wenn der ACE-Hemmer vorubergehend abgesetzt wurde, traten aber bei unbeabsichtigter nochmaliger Exposition wieder auf. Daher ist bei Patienten, die solche Desensibilisierungstherapien erhalten und mit ACE-Hemmern behandelt werden, Vorsicht geboten.

Anaphylaktoide Reaktionen auf High-Flux-Dialyse-/Lipoprotein-Apherese-Membranen Bei Patienten, die sich einer Hamodialyse mit High-Flux-Dialysemembranen oder einer Low-Density-Lipoprotein-Apherese mit Dextransulfat-Adsorption unterzogen, wurde uber anaphylaktoide Reaktionen berichtet. Bei diesen Patienten sollte die Verwendung einer anderen Dialysemembran oder einer anderen Arzneimittelklasse in Erwagung gezogen werden.

Operationen/Anasthesie

Wahrend groberer Operationen oder wahrend einer Behandlung mit Anasthetika, die bekanntermaben den Blutdruck senken, kann es bei Patienten zu einer Hypotonie kommen. Wenn eine Hypotonie auftritt, kann diese durch Volumenexpansion ausgeglichen werden.

Diabetiker

Bei Diabetikem, die in der Vergangenheit mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt wurden, sollten die Blutzuckerwerte genau uberwacht werden, insbesondere wahrend des ersten Behandlungsmonats mit einem ACE-Hemmer.

Wie auch andere Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, senkt Captopril den Blutdruck bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe weniger effektiv als bei Menschen mit nicht schwarzer Hautfarbe. Dies konnte auf ein haufigeres Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status in der schwarzen Bevolkerung mit Bluthochdruck zuruckzufuhren sein.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht wahrend der Schwangerschaft begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil fur Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortfuhrung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit ACE-Hemmern unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitt 4.3 und 4.6).

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafur, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko fur Hypotonie, Hyperkaliamie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschlieblich eines akuten Nierenversagens) erhoht. Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchfuhrung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Hydrochlorothiazid

Eingeschrankte Nierenfunktion

Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung konnen Thiazide eine Azotamie auslosen. Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion konnen kumulative Effekte des Arzneimittels entstehen. Bei einem Fortschreiten der Niereninsuffizienz, charakterisiert durch ein Ansteigen des Gesamtstickstoffgehalts des Blutes ohne Eiweibstickstoff, muss kritisch uber ein Weiterfuhren der Behandlung entschieden werden. Ein Absetzen der Diuretikatherapie sollte in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Eingeschrankte Leberfunktion

Thiazide sollten bei Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion oder fortschreitender Lebererkrankung mit Vorsicht angewendet werden, da geringfugige Veranderungen im Flussigkeits- und Elektrolythaushalt ein hepatisches Koma auslosen konnen (siehe Abschnitt 4.3).

Metabolische und endokrine Effekte

Thiazidtherapie kann die Glucosetoleranz beeintrachtigen. Bei Diabetikem ist moglicherweise eine Dosisanpassung von Insulin oder oralen blutzuckersenkenden Substanzen erforderlich. Ein latenter Diabetes mellitus kann wahrend der Thiazidtherapie manifest werden.

Ein Anstieg der Cholesterin- und Triglyceridspiegel wurde mit der Thiaziddiuretika-Therapie in Zusammenhang gebracht. Bei bestimmten Patienten kann unter Thiazidtherapie eine Hyperurikamie auftreten oder ein Gichtanfall ausgelost werden.

Storungen im Elektrolythaushalt

Wie bei jedem Patienten unter Diuretikatherapie sollte regelmabig in angemessenen Abstanden eine Bestimmung der Serumelektrolyte durchgefuhrt werden.

Thiazide, einschlieblich Hydrochlorothiazid, konnen Storungen im Flussigkeits- oder Elektrolythaushalt (Hypokaliamie, Hyponatriamie und hypochloramische Alkalose) verursachen. Warnhinweise fur Storungen im Flussigkeits- oder Elektrolythaushalt sind Mundtrockenheit, Durst, Schwache, Lethargie, Schlafrigkeit, Unruhe, Muskelschmerzen oder -krampfe, Muskelschwache, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie und Magen-Darm-Beschwerden wie Ubelkeit oder Erbrechen. Zwar kann bei Anwendung von Thiaziddiuretika eine Hypokaliamie auftreten, jedoch kann die gleichzeitige Therapie mit Captopril eine Diuretika-induzierte Hypokaliamie verringern. Das Risiko einer Hypokaliamie ist am grobten bei Patienten mit Leberzirrhose, bei Patienten mit gesteigerter Diurese, bei Patienten ohne ausreichende orale Elektrolytaufnahme und bei Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Corticosteroiden oder ACTH (siehe Abschnitt 4.5).

Dilutions-Hyponatriamie kann bei odematosen Patienten bei heibem Wetter auftreten. Ein Chloridmangel ist im Allgemeinen mild und nicht behandlungsbedurftig.

Thiazide konnen die Kalziumausscheidung im Urin verringern und eine vorubergehende und leichte Erhohung des Serumkalziums ohne bekannte Storungen des Kalziumstoffwechsels verursachen. Eine deutliche Hyperkalzamie kann ein Anzeichen fur einen versteckten Hyperparathyreoidismus sein. Thiazide sollten vor einer Untersuchung der Nebenschilddrusenfunktion abgesetzt werden.

Es hat sich gezeigt, dass Thiazide die Magnesiumausscheidung im Urin erhohen. Dies kann zu einer Hypomagnesiamie fuhren.

Sonstige

Uberempfindlichkeitsreaktionen konnen bei Patienten mit oder ohne Allergien oder Bronchialasthma in der Anamnese auftreten. Eine mogliche Verstarkung oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes wurde berichtet.

Schwangerschaft

Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten wird wahrend des ersten Schwangerschaftstrimesters nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.6). Falls die Behandlung aufgrund einer Schwangerschaft abgebrochen wird, muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob die Hypertonie-Behandlung fortgesetzt werden soll.

Risiko einer Hypokaliamie

Die Kombination eines ACE-Hemmers mit einem Thiazid-Diuretikum schliebt das Auftreten einer Hypokaliamie nicht aus. Die Kaliumspiegel sollten regelmabig uberwacht werden.

Kombination mit Lithium

Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten in Verbindung mit Lithium wird aufgrund einer Potenzierung der Lithium-Toxizitat nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Doping-Test

Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fuhren. Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten als Dopingmittel kann zu einer Gefahrdung der Gesundheit fuhren.

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Captopril

Kaliumsparende Diuretika oder Kaliumsubstitutionspraparate

ACE-Hemmer vermindern den durch Diuretika induzierten Kaliumverlust. Kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton, Triamteren oder Amilorid), Kaliumsubstitutionspraparate oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe konnen zu signifikanten Erhohungen des Serum-Kaliumspiegels fuhren. Wenn die gleichzeitige Anwendung aufgrund einer nachgewiesenen Hypokaliamie angezeigt ist, sollten sie mit Vorsicht und unter haufiger Kontrolle des Serum-Kaliumspiegels angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Diuretika (Thiazide oder Schleifendiuretika)

Zu Beginn der Captopril-Therapie kann eine vorhergehende Behandlung mit hoch dosierten Diuretika zu einem Volumenmangel fuhren und eine Hypotension begunstigen (siehe Abschnitt 4.4). Die hypotensiven Wirkungen konnen reduziert werden, indem die Diuretika-Behandlung beendet wird, die Volumen- oder Salzzufuhr erhoht werden oder die Behandlung mit einer niedrigen Captopril-Dosis initiiert wird. Jedoch wurden in spezifischen Studien keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit Hydrochlorothiazid und Furosemid festgestellt.

Andere Antihypertensiva

Captopril ist sicher zusammen mit anderen haufig verwendeten Antihypertensiva (z. B. Betablocker und Calciumkanalblocker mit Langzeitwirkung) verabreicht worden. Die gleichzeitige Anwendung dieser Substanzen kann die blutdrucksenkende Wirkung von Captopril verstarken.

Bei Behandlung mit Nitroglycerin und anderen Nitraten oder anderen Vasodilatatoren ist Vorsicht geboten.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern,

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS wirkt, mit einer hoheren Rate an unerwunschten Ereignissen wie Hypotonie, Hyperkaliamie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschlieBlich eines akuten Nierenversagens) einher geht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

Alpha-Blocker

Die gleichzeitige Anwendung von Alpha-Blockern kann die blutdrucksenkende Wirkung von Captopril verstarken und das Risiko einer orthostatischen Hypotonie erhohen.

Behandlung des akuten Myokardinfarkts

Bei Patienten mit Myokardinfarkt kann Captopril gleichzeitig mit Acetylsalicylsaure (in kardiologischen Dosierungen), Thrombolytika, Betablockern und/oder Nitraten angewendet werden.

Trizyklische Antidepressiva/Antipsychotika

ACE-Hemmer konnen die blutdrucksenkende Wirkung von bestimmten trizyklischen Antidepressiva und Antipsychotika verstarken (siehe Abschnitt 4.4). Eine orthostatische Hypotonie kann auftreten.

Allopurinol, Procainamid, Zytostatika oder Immunsuppressiva

Die gleichzeitige Verabreichung mit ACE-Hemmern kann das Risiko einer Leukopenie erhohen, vor allem, falls die zuletzt Genannten in hoheren Dosierungen angewendet werden, als zur Zeit empfohlen.

Sympathomime tika

Diese konnen die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern vermindern; die Patienten sollten sorgfaltig uberwacht werden.

Antidiabetika

Pharmakologische Studien haben gezeigt, dass ACE-Hemmer, einschlieBlich Captopril, bei Diabetikem die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika, wie z. B. Sulfonylharnstoff, verstarken konnen. Sollte diese sehr seltene Wechselwirkung auftreten, kann es erforderlich sein, die Antidiabetika-Dosis wahrend einer gleichzeitigen Behandlung mit ACE-Hemmern zu reduzieren.

Hydrochlorothiazid

Amphotericin B (parenteral), Carbenoxolon, Corticosteroide, Corticotropin (ACTH) oder stimulierende Laxanzien

Hydrochlorothiazid kann Storungen im Elektrolythaushalt, insbesondere eine Hypokaliamie, verstarken.

Kalziumsalze

Erhohte Kalziumspiegel im Serum infolge einer verringerten Ausscheidung konnen bei gleichzeitiger Gabe von Thiaziddiuretika auftreten.

Herzglykoside

Erhohtes Risiko einer Digitalis-Toxizitat in Verbindung mit Thiazid-induzierter Hypokaliamie.

Colestyraminharz und Colestipol

Diese konnen die Resorption von Hydrochlorothiazid verzogern oder verringern. Sulfonamid-Diuretika sollten mindestens 1 Stunde vor oder 4-6 Stunden nach diesen Arzneimitteln eingenommen werden.

Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien (z. B. Tubocurarinchlorid)

Die Wirkung dieser Substanzen kann durch Hydrochlorothiazid verstarkt werden.

Substanzen, die mit„ Torsade de pointes ” in Verbindung stehen

Wegen des Risikos einer Hypokaliamie ist Vorsicht geboten, wenn ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten zusammen mit Substanzen angewendet wird, die mit „Torsade de pointes” in Verbindung stehen, wie z. B. einige Antiarrhythmika, einige Antipsychotika und andere Substanzen, von denen bekannt ist, dass sie „Torsade de pointes” auslosen.

Carbamazepin

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Hydrochlorothiazid wurde mit dem Risiko einer symptomatischen Hyponatriamie in Zusammenhang gebracht. Die Elektrolyte sollten daher bei gleichzeitiger Anwendung uberwacht werden. Wenn moglich, sollte ein Diuretikum aus einer anderen Klasse benutzt werden.

Captopril/Hydrochlorothiazid-Kombination

Lithium

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Lithium mit ACE-Hemmern wurde uber reversible Erhohungen der Serum-Lithium-Konzentration und Toxizitat berichtet. Die gleichzeitige Verabreichung von Thiazid-Diuretika kann das Risiko einer Lithium-Toxizitat erhohen und das bereits erhohte Risiko einer Lithium-Toxizitat von ACE-Hemmern steigern. Daher ist eine Kombination aus Captopril und Hydrochlorothiazid mit Lithium nicht angezeigt. Sollte sich diese Kombination dennoch als notwendig erweisen, mussen die Serum-Lithium-Spiegel engmaschig uberwacht werden.

Nicht-steroidale entzundungshemmende Arzneimittel

Es wurde beschrieben, dass nicht-steroidale entzundungshemmende Arzneimittel und ACE-Hemmer einen additiven Effekt auf die Erhohung der Serum-Kalium-Spiegel haben konnen, wahrend die Nierenfunktion vermindert werden kann. Prinzipiell sind diese Wirkungen reversibel. Vereinzelt kann ein akutes Nierenversagen auftreten, vor allem bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion wie z. B. altere oder dehydrierte Patienten. Lang andauernde Verabreichung von nicht-steroidalen entzundungshemmenden Arzneimitteln kann die blutdrucksenkende Wirkung eines ACE-Hemmers reduzieren. Die Verabreichung von nicht-steroidalen entzundungshemmenden Arzneimitteln kann die diuretische, natriuretische und blutdrucksenkende Wirkung von Thiazid-Diuretika reduzieren.

Klinische Chemie

Captopril kann einen falsch-positiven Urintest auf Aceton bewirken. Hydrochlorothiazid kann das diagnostische Ergebnis des Bentiromid-Tests verfalschen. Thiazide konnen den PBI-Spiegel (proteingebundenes Jod) verringern, ohne dass ein Anzeichen fur eine Storung der Schilddrusenfunktion vorliegt.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Aufgrund der Wirkungen der einzelnen Wirkstoffe dieses Kombinationsarzneimittels in der Schwangerschaft wird die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten wahrend des ersten Trimesters nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten ist kontraindiziert wahrend des zweiten und dritten Trimesters einer Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).


Captopril

Es liegen keine endgultigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern wahrend des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein geringfugig erhohtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Sofem ein Fortsetzen der ACE-Hemmer-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil fur Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit ACE-Hemmern unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern wahrend des zweiten und dritten Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzogerte Schadelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliamie) hat (siehe auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schadels empfohlen.

Sauglinge, deren Mutter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten haufig wiederholt auf Hypotonie untersucht werden (siehe auch Abschnitt 4.3 und 4.4).

Hydrochlorothiazid

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vor, insbesondere wahrend des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagangig. Auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung wahrend des zweiten und dritten Trimesters zu einer Storung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Storung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf gunstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsodemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Praeklampsie nicht zur Anwendung kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen Fallen, in denen keine andere Behandlung moglich ist, angewandt werden.

Stillzeit

Captopril

Einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Captopril in der Muttermilch erreicht werden (siehe Abschnitt 5.2). Auch wenn diese Konzentrationen als klinisch nicht relevant erscheinen, wird die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten wahrend des Stillens von Fruhgeborenen sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung nicht empfohlen, da ein mogliches Risiko von kardiovaskularen und renalen Effekten beim Saugling besteht und fur eine Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt.

Wenn die Sauglinge alter sind, kann die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten bei stillenden Muttern erwogen werden, wenn die Behandlung fur die Mutter als notwendig erachtet wird und der Saugling sorgfaltig uberwacht wird.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch uber. Thiazid-Diuretika, angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, konnen die Laktation hemmen. Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten wahrend der Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten wahrend der Stillzeit angewandt wird, sollte die Dosis so niedrig wie moglich sein.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wie bei anderen Antihypertensiva kann die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt sein, z. B. bei Beginn der Behandlung oder Ánderung der Dosis und auch in Verbindung mit Alkohol, wobei diese Wirkungen von der individuellen Anfalligkeit abhangen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig: > 10 %

Haufig:    > 1 % - < 10 %

Gelegentlich: > 0,1 % - < 1 %

Selten:    > 0,01 % - < 0,1 %

Sehr selten:    < 0,01 %, einschl. Einzelfalle

Captopril

Unerwunschte Wirkungen, die bei Captopril und/oder einer ACE-Hemmer-Therapie berichtet wurden, sind:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten:    Neutropenie/Agranulozytose (siehe Abschnitt 4.4), Panzytopenie, insbesondere

bei Patienten mit Nierenfunktionsstorung (siehe Abschnitt 4.4), Anamie (einschlieblich aplastischer und hamolytischer), Thrombozytopenie, Lymphadenopathie, Eosinophilie, Autoimmunerkrankungen und/oder positive ANA-Titer.

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen Selten:    Anorexie.

Sehr selten:    Hyperkaliamie, Hypoglykamie (siehe Abschnitt 4.4).

Psychiatrische Erkrankungen Haufig:    Schlafstorungen.

Sehr selten:    Verwirrung, Depression.

Erkrankungen des Nervensystems

Haufig:    Geschmacksstorung, Schwindel.

Selten:    Benommenheit, Kopfschmerzen und Parasthesien.

Sehr selten:    Cerebrovaskulare Ereignisse einschlieblich Schlaganfall und Synkope.

Augenerkrankungen

Sehr selten:    Verschwommenes Sehen.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardie oder Tachyarrhythmie, Angina pectoris, Palpitationen.

Sehr selten:    Herzstillstand, kardiogener Schock.

Gefafierkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie (siehe Abschnitt 4.4), Raynaud-Syndrom, Gesichtsrotung, Blasse.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Haufig:    Trockener, irritierender (nicht produktiver) Husten (siehe Abschnitt 4.4) und

Dyspnoe.

Sehr selten:    Bronchospasmus, Rhinitis, allergische Alveolitis/eosinophile Pneumonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Haufig:    Ubelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Diarrhoe,

Verstopfung, Mundtrockenheit.

Selten:    Stomatitis/Ulzerationen mit Aphthen, intestinales Angioodem (siehe Abschnitt

4.4).

Sehr selten:    Glossitis, peptisches Ulkus, Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten:    Beeintrachtigung der Leberfunktion und Cholestase (einschlieblich Gelbsucht),

Hepatitis einschlieblich Nekrose, erhohte Leberenzyme und Bilirubin-Werte.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Haufig:    Pruritus mit oder ohne Ausschlag, Ausschlag und Alopezie.

Gelegentlich: Angioodeme (siehe Abschnitt 4.4).

Sehr selten:    Urtikaria, Stevens-Johnson Syndrom, Erythema multiforme, Photosensibilitat,

Erythrodermie, pemphigoide Reaktionen und exfoliative Dermatitis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten:    Myalgie, Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten:    Nierenfunktionsstorungen einschlieblich Nierenversagen, Polyurie, Oligurie,

erhohte Haufigkeit des Wasserlassens.

Sehr selten:    Nephrotisches Syndrom.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse

Sehr selten:    Impotenz, Gynakomastie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Brustschmerzen, Erschopfung, Unwohlsein.

Sehr selten:    Fieber.

Untersuchungen

Sehr selten:    Proteinurie, Eosinophilie, Erhohung der Serum-Kaliumkonzentration, Abfall der

Serum-Natriumkonzentration, Erhohung von BUN, Serum-Kreatinin und Serum-Bilirubin, Erniedrigung von Hamoglobin, Hamatokrit, Leukozyten, Thrombozyten, positive ANA-Titer, erhohte Blutkorperchensenkungsgeschwindigkeit.

Hydrochlorothiazid

Infektionen undparasitare Erkrankungen Speicheldrusenentzundung.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Leukopenie, Neutropenie/Agranulozytose, Thrombozytopenie, aplastische Anamie, hamolytische Anamie, Knochenmarkdepression.

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Anorexie, Hyperglykamie, Glykosurie, Hyperurikamie, Elektrolytstorungen (einschlieblich Hyponatriamie und Hypokaliamie), Anstieg von Cholesterin und Triglyceriden.

Psychiatrische Erkrankungen Unruhe, Depression, Schlafstorungen.

Erkrankungen des Nervensystems Appetitlosigkeit, Parasthesie, Benommenheit.

Augenerkrankungen

Xanthopsie, vorubergehendes verschwommenes Sehen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Schwindel.

Herzerkrankungen

Orthostatische Hypotonie, Herzrhythmusstorungen.

Gefafierkrankungen

Nekrotisierende Angiitis (Vaskulitis, kutane Vaskulitis).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Dyspnoe (einschlieblich Pneumonitis und Lungenodem).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Magenverstimmung, Diarrhoe, Verstopfung, Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelbsucht (intrahepatischer cholestatischer Ikterus).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Photosensitivitatsreaktionen, Hautausschlag, kutane Lupus erythematodesartige Reaktionen, Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes, Urtikaria, anaphylaktische Reaktionen, toxische epidermale Nekrolyse.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Muskelkrampfe.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege Nierenfunktionsstorungen, interstitielle Nephritis.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Fieber, Schwache.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Symptome einer Uberdosierung sind erhohte Diurese, Elektrolytstorungen, schwere Hypotonie, Bewusstseinsverminderung (einschlieblich Koma), Konvulsionen; Parese, Herzrhythmusstorungen, Bradykardie und Nierenversagen.

Wenn die Einnahme erst kurze Zeit zuruckliegt, sollten Mabnahmen zur Resorptionsverhinderung (z. B. Magenspulung, Verabreichung von adsorbierenden Substanzen und Natriumsulfat innerhalb von 30 Minuten nach Einnahme) und Beschleunigung der Elimination eingeleitet werden. Bei Auftreten einer Hypotonie sollte der Patient in Schocklage gelagert werden und schnell eine Natriumchlorid- und Volumensubstitution erhalten. Eine Behandlung mit Angiotensin II kann erwogen werden. Bradykardie oder ausgepragte vagale Reaktionen sollten durch Verabreichung von Atropin behandelt werden. Eine Schrittmachertherapie kann in Erwagung gezogen werden.

Eine konstante Uberwachung des Wasser-, Elektrolyt- und Saure-Basen-Haushaltes und des Blutzuckers ist essentiell. Im Falle einer Hypokaliamie ist eine Kalium-Substitution notwendig. Captopril kann durch Hamodialyse aus dem Blutkreislauf entfernt werden. Es ist nicht bekannt, in welchem MaBe Hydrochlorothiazid durch Hamodialyse entfernt werden kann.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: ACE-Hemmer, Kombinationspraparat ATC-Code: C09BA01

ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. Tabletten ist eine Kombination aus einem ACE-Hemmer, Captopril, und einem antihypertensiven Diuretikum, Hydrochlorothiazid. Die Kombination dieser Substanzen hat eine additive antihypertensive Wirkung und senkt den Blutdruck starker als eine der beiden Komponenten allein.

Captopril ist ein Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, d. h. es hemmt ACE, das Enzym, das an der Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II beteiligt ist. Angiotensin II ist ein Vasokonstriktor, der auch die Nebenniere zur Sekretion von Aldosteron stimuliert.

Diese Hemmung fuhrt zu:

-    einer Verringerung der Aldosteron-Sekretion,

-    einer Erhohung der Plasma-Renin-Aktivitat, da Aldosteron keine negative Ruckkoppelung mehr ausubt,

-    einer Verringerung des peripheren arteriellen Widerstands (vornehmlich mit Wirkung auf die Muskeln und Nieren), die nicht einhergeht mit Wasser- und Natriumretention oder Reflextachykardie bei lang andauernder Behandlung. Captopril wirkt auch antihypertensiv bei Personen mit niedriger und normaler Renin-Konzentration.

Captopril ist in allen Stadien der Hypertonie, d. h. bei milder, maBiger oder schwerer Hypertonie, wirksam. Eine Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks im Liegen und Stehen wird beobachtet.

Nach Verabreichung einer Einzeldosis tritt die antihypertensive Wirkung 15 Minuten nach Einnahme ein und erreicht ein Maximum zwischen 1 und 1,5 Stunden nach Verabreichung des Arzneimittels. Die Wirkdauer ist dosisabhangig und variiert zwischen 6 und 12 Stunden.

Der Blutdruck normalisiert sich (diastolischer Blutdruck im Sitzen < 90 mmHg) innerhalb von 2 Wochen bis 1 Monat nach Beginn der Behandlung und die Wirkung des Arzneimittels halt uber die Dauer der Behandlung an. Als Ansprechen auf die Behandlung gilt auch eine Senkung des diastolischen Blutdrucks im Sitzen um 10 % oder mehr gegenuber dem Ausgangswert.

Bei Absetzen der Behandlung tritt kein Rebound-Bluthochdruck auf.

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit Captopril fuhrt zu einer erhohten arteriellen Compliance, einer Zunahme des renalen Blutflusses ohne signifikante Reduktion der glomerularen Filtrationsrate, und zu einer Abnahme der linksventrikularen Hypertrophie.

In zwei groBen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D” [The Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“-Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskularen oder einer zerebrovaskularen Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit nachgewiesenen Endorganschaden durchgefuhrt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgefuhrt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskulare Endpunkte und Mortalitat, wahrend ein hoheres Risiko fur Hyperkaliamie, akute Nierenschadigung und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten ubertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusatzlich zu einer Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskularer Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhohten Risikos unerwunschter Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskulare Todesfalle als auch Schlaganfalle traten in der Aliskiren-Gruppe numerisch haufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwunschte Ereignisse und besondere schwerwiegende unerwunschte Ereignisse (Hyperkaliamie, Hypotonie, Nierenfunktionsstorung).

Hydrochlorothiazid ist ein Thiaziddiuretikum, dessen Wirkung auf der Hemmung der Reabsorption von Natrium im fruhdistalen Nierentubulus beruht. Es erhoht die Ausscheidung von Natrium und Chlorid im Urin und, in geringerem MaBe, die Ausscheidung von Kalium und Magnesium. Dadurch wird das Harnvolumen erhoht und eine antihypertensive Wirkung erzielt.

Die diuretische Wirkung setzt nach ca. 2 Stunden ein, sie erreicht nach 4 Stunden ihr Maximum und halt uber 6 bis 12 Stunden an. Oberhalb einer bestimmten Dosis bleibt die therapeutische Wirkung gleich, wahrend die Nebenwirkungen weiterhin zunehmen. Wenn die Behandlung keine Wirkung zeigt, ist es nicht sinnvoll, die Dosis uber die empfohlene Dosis hinaus anzuheben; oft fuhrt dies zu einer Zunahme der Nebenwirkungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Captopril und Hydrochlorothiazid in klinischen Studien fuhrte zu einer starkeren Blutdrucksenkung als die Verabreichung einer der beiden Substanzen allein. Die Verabreichung von Captopril hemmt das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und tendiert dazu, den Hydrochlorothiazid-induzierten Kaliumverlust zu verringern.

Die Kombination eines ACE-Hemmers mit einem Thiaziddiuretikum erzeugt einen synergistischen Effekt und verringert das Risiko einer Hypokaliamie, die durch das Diuretikum allein hervorgerufen werden kann.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Captopril

Captopril wird nach oraler Verabreichung schnell resorbiert. Die durchschnittliche minimale Resorption betragt ca. 75 %. Die hochsten Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 60-90 Minuten erreicht. Nahrung im Gastrointestinal-Trakt reduziert die Resorption um ca. 30-40 %. Ca. 25-30 % der im Blutkreislauf vorhandenen Substanz sind an Plasmaproteine gebunden.

Die Plasmaeliminationshalbwertzeit des unveranderten Captopril im Blut betragt ca. 2 Stunden. Mehr als 95 % der resorbierten Dosis werden innerhalb von 24 Stunden mit dem Urin ausgeschieden; 40-50 % als unveranderte Substanz, der Rest als inaktive Disulfid-Metabolite (Captoprildisulfid und Captoprilcysteindisulfid). Eine eingeschrankte Nierenfunktion konnte zu einer Akkumulation der Substanz fuhren.

Tierversuche zeigen, dass Captopril die Blut-Hirn-Schranke nicht in signifikantem AusmaB passiert.

Stillzeit:

In einem Bericht uber 12 Frauen, die 3-mal taglich 100 mg Captopril oral einnahmen, betrug im Durchschnitt der Spitzenwert der Konzentrationen in der Milch 4,7pg/l, aufgetreten 3,8 Stunden nach Einnahme. Ausgehend von diesen Daten wurde die maximale tagliche Menge fur einen gestillten Saugling weniger als 0,002 % der taglichen Dosis der Mutter ausmachen.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wird bei oraler Verabreichung relativ rasch zu etwa 80 % absorbiert, Nahrung beeinflusst die Absorption nur geringfugig. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach 2-5 Stunden erreicht. Hydrochlorothiazid wird zu 50-60 % an Albumin gebunden, reichert sich aber insbesondere in den Erythrozyten an. Die mittlere Plasmaeliminationshalbwertzeit betragt 5-15 Stunden.

Hydrochlorothiazid wird schnell und nahezu quantitativ (> 95 %) uber die Nieren eliminiert.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Praklinische Daten auf der Basis konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizitat, Genotoxizitat und Kanzerogenitat zeigen keine weiteren Risiken fur den Menschen.

Tierstudien, die mit Captopril und/oder Hydrochlorothiazid wahrend der Organogenese durchgefuhrt wurden, haben keine teratogene Wirkung gezeigt. In der Spatphase der Trachtigkeit fuhrte Captopril bei mehreren Spezies zu einer fetalen Toxizitat einschlieblich fetaler Mortalitat.

Wachstumsverzogerungen und ein Anstieg der postnatalen Mortalitat wurden bei Ratten beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Vorverkleisterte Starke (Mais), Mikrokristalline Cellulose, Stearinsaure (Ph.Eur.).

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend

6.3    Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung Nicht uber 25 °C lagern.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Packung mit 20 Tabletten Packung mit 50 Tabletten Packung mit 100 Tabletten

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. 25 mg/12,5 mg Tabletten 39630.00.00

ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. 25 mg/25 mg Tabletten

39630.01.00

ACE-Hemmer-ratiopharm® comp. 50 mg/25 mg Tabletten

39630.02.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 2. Dezember 1997 Datum der Verlangerung der Zulassung: 1. April 2004

10. STAND DER INFORMATION

September 2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

17

ACE-Hemmer-ratiopharm comp. 50 mg / 25 mg Tabletten