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Aciclo basics 800mg



Gebrauchsinformation Aciclo basics 800mg

Gebrauchsinformation: Information fur Patienten

ACICLO BASICS 800 mg

Tabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen Wirkstoff: Aciclovir

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker . Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht:

1.    Was ist ACICLO BASICS und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von ACICLO BASICS beachten?

3.    Wie ist ACICLO BASICS einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist ACICLO BASICS aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.    Was ist ACICLO BASICS und wofur wird es angewendet?

ACICLO BASICS ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Virusinfektionen (Virostatikum).

ACICLO BASICS wird angewendet

•    bei Gurtelrose (Herpes zoster).

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von ACICLO BASICS beachten?

ACICLO BASICS darf nicht eingenommen werden,

•    wenn Sie allergisch gegen Aciclovir, Valaciclovir oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ACICLO BASICS einnehmen,

•    wenn Ihre Nierenfunktion eingeschrankt ist. In diesem Fall wird Ihr Arzt Sie sorgfaltig uberwachen und die Dosis anpassen (siehe Abschnitt 3. „Wie ist ACICLO BASICS einzunehmen“).

•    wenn Ihre Nierenfunktion eingeschrankt ist oder Ihre Harnproduktion stark vermindert ist, sollte ACICLO BASICS nicht zur Vorbeugung eingenommen werden.

•    wenn Sie bereits alter sind. Ihr Arzt wird Sie in diesem Fall sorgfaltig uberwachen und Ihre Nierenfunktion moglicherweise regelmaGig uberprufen.

•    wenn Sie ACICLO BASICS in hohen Dosen einnehmen. In diesem Fall sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken.

•    wenn Sie stark immungeschwacht sind und mit Aciclovir bereits langer oder wiederholt behandelt wurden oder eine langere Behandlung vorgesehen ist. In diesem Fall besteht das Risiko, dass sich unempfindliche Virusstamme vermehren. Ihr Arzt wird Sie daher besonders sorgfaltig uberwachen.

Einnahme von ACICLO BASICS zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere uber die Einnahme folgender Arzneimittel:

   Cimetidin (Arzneimittel zur Verringerung der Magensaureabsonderung)

   Probenecid (Arzneimittel zur Behandlung von erhohten Harnsaurespiegeln im Blut)

   Mycophenolatmofetil (Arzneimittel zur Vermeidung von TransplantatabstoGungsreaktionen)

   Theophyllin (Arzneimittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen)

Die Wirkung von ACICLO BASICS kann auch durch weitere Arzneimittel beeinflusst werden, die die Ausscheidung von Aciclovir uber die Nieren beeintrachtigen und somit die Wirkung steigern konnen. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt uber alle Arzneimittel informieren, die Sie bereits anwenden, sowie uber alle Arzneimittel, mit deren Anwendung Sie wahrend der Behandlung mit ACICLO BASICS neu beginnen wollen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Sollte sich eine Behandlung in der Schwangerschaft als notwendig erweisen, so sind der Nutzen und die moglichen Risiken vom Arzt sorgfaltig gegeneinander abzuwagen.

Stillzeit

Nach Anwendung von Aciclovir-haltigen Arzneimitteln wurde Aciclovir in der Muttermilch gefunden. Deshalb soll wahrend der Behandlung mit ACICLO BASICS nicht gestillt werden.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihr Arzt wird unter Berucksichtigung Ihres Krankheitszustandes und moglicher Nebenwirkungen bewerten, ob Sie Fahrzeuge fuhren oder Maschinen sicher bedienen konnen.

Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen sind zwar bisher nicht bekannt geworden, allerdings konnten die im Abschnitt 4 gelisteten Nebenwirkungen das Reaktionsvermogen beeinflussen.

3. Wie ist ACICLO BASICS einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die empfohlene Dosis betragt:

Fur Erwachsene

Bei Gurtelrose (Herpes zoster):

Nehmen Sie 5-mal taglich 1 Tablette (800 mg Aciclovir tagsuber) in Abstanden von 4 Stunden ein.

Fur Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

(siehe Abschnitt 2. „Was mussen Sie bei Einnahme von ACICLO BASICS beachten?“)

Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, wie sie insbesondere bei alteren Menschen vermehrt auftreten kann, reicht moglicherweise eine geringere Aciclovir-Dosis als oben angegeben zur Behandlung aus.

Eine entsprechende Dosisanpassung wird gegebenenfalls vom Arzt - wie nachfolgend angegeben - in Abhangigkeit von den Nierenfunktionswerten vorgenommen:

Indikation

Kreatinin-

Serumkreatinin

Dosierung

Clearance

(pmol/l bzw. mg/dl)

der Einzeldosis

(ml/min/1,73 m2)

Frauen

Manner

Herpes zoster

25-10

280-550

370-750

800 mg Aciclovir (1 Tablette)

3,17-6,22

4,18-8,48

3-mal taglich alle 8 Stunden

< 10

> 550

> 750

800 mg Aciclovir (1 Tablette ACICLO

> 6,22

> 8,48

BASICS 800 mg) 2-mal taglich alle 12 Stunden

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tablette(n) unzerkaut und moglichst nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flussigkeit ein (z.B. 1 Glas Wasser).

Bei eingeschrankter Nierenfunktion ist verstarkt auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr wahrend der Behandlung zu achten.

Besonderer Hinweis

Um einen bestmoglichen Behandlungserfolg zu erzielen, sollte mit der Einnahme von ACICLO BASICS so fruh wie moglich, d.h. bei Auftreten der ersten Hauterscheinungen, begonnen werden.

Dauer der Anwendung

Uber die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Die Behandlungsdauer bei Herpes-zoster-Infektionen betragt 5-7 Tage.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von ACICLO BASICS zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groftere Menge von ACICLO BASICS eingenommen haben, als Sie sollten

Vergiftungen sind nach Uberdosierung von ACICLO BASICS nicht zu erwarten. Nach einer auf einmal eingenommenen Dosis von 5 g Aciclovir traten keine Vergiftungserscheinungen auf. Erfahrungen mit der einmaligen Einnahme hoherer Dosen liegen jedoch nicht vor. Falls eine Uberdosierung vorliegt und vermehrt Nebenwirkungen auftreten oder Sie sich unsicher sind, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von ACICLO BASICS vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie die Behandlung wie verordnet fort. Sollten Sie mehrfach die Einnahme vergessen oder zu wenig ACICLO BASICS eingenommen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von ACICLO BASICS abbrechen

Selbst bei einer spurbaren Besserung Ihres Befindens sollten Sie die Behandlung mit ACICLO BASICS zu Ende fuhren, um den Heilungserfolg nicht zu gefahrden.

Sollten Sie sich unsicher sein, z.B. wegen auftretender Nebenwirkungen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie eigenmachtig die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden!

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch ACICLO BASICS Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig: Haufig: Gelegentlich: Selten:

Sehr selten: Nicht bekannt:


konnen mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen

konnen 1 bis 10 Behandelte von 100 betreffen

konnen 1 bis 10 Behandelte von 1.000 betreffen

konnen 1 bis 10 Behandelte von 10.000 betreffen

konnen bis zu 1 Behandelten von 10.000 betreffen

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

In seltenen Fallen konnen schwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen auftreten. Wenn Sie eines der nachfolgend aufgefuhrten Anzeichen bemerken, durfen Sie ACICLO BASICS nicht weiter einnehmen. Wenden Sie sich in folgenden Fallen sofort an einen Arzt:

•    plotzliche Schwierigkeiten beim Atmen, Sprechen oder Schlucken, Atemnot (Dyspnoe)

•    Schwache, Blutdruckabfall

•    Schwellung von Lippen, Zunge, Gesicht und Hals (Angioodem)

•    das Nervensystem betreffende Erscheinungen (siehe unter „Sehr selten“)

Mogliche Nebenwirkungen:

Haufig

•    Schwindel, Kopfschmerzen

•    Ubelkeit, Magenschmerzen

•    Erbrechen

•    Durchfall

•    Mudigkeit, Fieber

•    Juckreiz, Hautausschlag (einschlieGlich Lichtempfindlichkeit)

Gelegentlich

•    Nesselsucht

•    vermehrte Haarausdunnung (diffuser Haarausfall), wobei der Zusammenhang mit der Einnahme von Aciclovir bisher nicht vollstandig belegt ist.

Selten

•    schwere allergische Reaktionen

•    Atemnot

•    vorubergehender Anstieg von Blutwerten (Leberwerte, Nierenwerte, Gallenfarbstoff, Harnstoff)

•    Gewebeschwellung (Angioodem)

Sehr Selten

•    Leberentzundung (Hepatitis), Gelbsucht

•    Reduktion der roten Blutkorperchen (Anamie), wodurch es bei Ihnen zu blasser Haut, Schwache oder Atemlosigkeit kommen kann

•    Reduktion der weiGen Blutkorperchen (Leukopenie), wodurch das Risiko fur Infektionen zunehmen kann

•    Reduktion der Blutplattchen (Thrombozytopenie), wodurch das Risiko fur Blutungen oder blaue Flecken zunehmen kann

•    akutes Nierenversagen, Nierenschmerzen

•    allgemeine korperliche Unruhe, Verwirrtheitszustande, Zittern, Bewegungs- und Sprachstorungen, Wahnvorstellungen, Entfremdungserlebnisse, Krampfanfalle, krankhafte Veranderung des Gehirns (Enzephalopathie), Schlafrigkeit und Bewusstseinsstorungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (Koma). Wenn diese neurologischen Erscheinungen auftreten, durfen Sie ACICLO BASICS nicht mehr einnehmen und Sie mussen sofort artzliche Hilfe in Anspruch nehmen. Diese Nebenwirkungen verschwanden im Allgemeinen nach Absetzen des Arzneimittels wieder und traten meist bei Patienten mit geschadigter Nierenfunktion auf.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt uber das nationale Meldesystem anzeigen:

Deutschland

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist ACICLO BASICS aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nach „Verwendbar bis“ nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ACICLO BASICS 800 mg Tabletten enthalt

Der Wirkstoff ist Aciclovir.

Eine Tablette enthalt 800 mg Aciclovir.

Die sonstigen Bestandteile sind:

mikrokristalline Cellulose, Natriumstarkeglykolat (Typ A), vorverkleisterte Starke, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid

Wie ACICLO BASICS 800 mg Tabletten aussieht und Inhalt der Packung

ACICLO BASICS 800 mg Tabletten sind weiGe bis cremeweiGe, kapselformige, unbeschichtete Tabletten mit „800“ auf der einen Seite und „ACV“ auf der anderen Seite.

ACICLO BASICS 800 mg Tabletten ist in Originalpackungen zu 30, 35 und 50 Tabletten erhaltlich.

AuGerdem sind ACICLO BASICS 200 mg bzw. ACICLO BASICS 400 mg als Tabletten mit jeweils 200 mg bzw. 400 mg Aciclovir erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Basics GmbH Hemmelrather Weg 201 51377 Leverkusen Tel.: 0214-40399-0 Fax: 0214-40399-199 E-Mail: info@ranbaxy.de Internet: www.basics.de

Hersteller

Ranbaxy Ireland Limited Spafield, Cork Road Cashel, Co. Tipperary Irland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Februar 2014.

V04-00

6

ACICLO BASICS 800mg

Fachinformation Aciclo basics 800mg

ACICLO BASICS 200 mg Tabletten

ACICLO BASICS 400 mg Tabletten

ACICLO BASICS 800 mg Tabletten

Fachinformation

1. Bezeichnung des Arzneimittels

ACICLO BASICS 200 mg ACICLO BASICS 400 mg ACICLO BASICS 800 mg

Tabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

ACICLO BASICS 200 mg:

Eine Tablette enthalt 200 mg Aciclovir.

ACICLO BASICS 400 mg:

Eine Tablette enthalt 400 mg Aciclovir.

ACICLO BASICS 800 mg:

Eine Tablette enthalt 800 mg Aciclovir.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3. Darreichungsform

Tablette

ACICLO BASICS 200 mg:

WeiUe bis cremeweiUe, kapselformige, unbeschichtete Tabletten mit „200“ auf der einen Seite und „ACV“ auf der an-deren Seite.

ACICLO BASICS 400 mg:

WeiUe bis cremeweiUe kapselformige unbeschichtete Tabletten mit „400“ auf der einen Seite und „ACV“ auf der an-deren Seite

ACICLO BASICS 800 mg:

WeiUe bis cremeweiUe kapselformige unbeschichtete Tabletten mit „800“ auf der einen Seite und „ACV“ auf der an-deren Seite

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

ACICLO BASICS 200 mg

ACICLO BASICS 200 mg ist angezeigt zur Behandlung von Herpes-simplex-, insbesondere Herpes-genitalis-Infektionen der Haut und der Schleimhaute (primarer sowie haufig rezidivierender Herpes genitalis), nicht jedoch bei Herpes-simplex-Infektionen bei Neugeborenen sowie schweren HSV-Erkrankungen bei immunsupprimierten Kindern.

Der Versuch einer vorbeugenden Behandlung bei erwachsenen Patienten, die an sehr schweren Verlaufsformen sehr haufig rezidivierender genitaler Herpes-simplex-Infektionen leiden, ist angezeigt.

ACICLO BASICS 400 mg

Herpes zoster (Gurtelrose)

Zur Vorbeugung von schweren Herpes-simplex-Infektionen bei stark immunsupprimierten erwachsenen Patienten, wenn diese einem erhohten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, z.B. nach Organtransplantationen.

ACICLO BASICS 800 mg Herpes zoster (Gurtelrose)

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Art der Anwendung

Die Einnahme der Tabletten sollte moglichst nach den Mahlzeiten mit Flussigkeit erfolgen.

Besonders bei eingeschrankter Nierenfunktion, wie sie insbesondere bei alteren Patienten vermehrt auftreten kann, ist auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr wahrend der Therapie zu achten.

ACICLO BASICS 200 mg

Fur Erwachsene

Bei Herpes-simplex-Infektionen:

Eine Einzeldosis von 200 mg Aciclovir (1 Tablette) 5-mal tagsuber im Abstand von 4 Stunden.

Dauer der Anwendung

Bei Herpes-simplex-Infektionen betragt die Behandlungsdauer 5 Tage, kann jedoch abhangig vom klinischen Zustand des Patienten verlangert werden.

Zur Prophylaxe von schweren Verlaufsformen und sehr haufig rezidivierenden genitalen Herpes-simplex-Infektionen:

Immunologisch gesunde Patienten erhalten eine Einzeldosis von 200 mg Aciclovir (1 Tablette) 4-mal taglich im Abstand von 6 Stunden. Alternativ dazu konnen auch 400 mg Aciclovir (2 Tabletten ACICLO BASICS 200 mg) taglich im Abstand von 12 Stunden eingenommen werden. In Einzelfallen kann eine wirksame Vorbeugung auch mit einer Dosierung von 3-mal taglich 200 mg Aciclovir im Abstand von 8 Stunden oder 2-mal taglich 200 mg Aciclovir im Abstand von 12 Stunden erzielt werden.

Kommt es trotz dieser taglichen Gesamtdosis von 800 mg zum Rezidiv (Durchbruchinfektion), so sind - wie bei der Dosierung bei Herpes-simplex-Infektionen angegeben - 200 mg Aciclovir tagsuber 5-mal im Abstand von 4 Stunden uber 5 Tage zu verabreichen. Danach wird erneut die obengenannte Dosierung gegeben.

Dauer der Anwendung

Zur Vorbeugung von Herpes-simplex-Infektionen bei immunologisch gesunden Patienten ist die Dauer der Behand-lung abhangig von der Schwere der Verlaufsformen und der Haufigkeit der Rezidive. Sie sollte jedoch einen Zeitraum von 6-12 Monaten nicht uberschreiten.

Immunsupprimierte Patienten erhalten zur Vorbeugung eine Einzeldosis von 200 mg Aciclovir (1 Tablette) 4-mal taglich im Abstand von 6 Stunden.

Stark immunsupprimierten Patienten, z.B. nach Organtransplantationen, kann eine Einzeldosis von 400 mg Aciclovir (2 Tabletten) 4-mal taglich im Abstand von 6 Stunden verabreicht werden. Alternativ kann auch - insbesondere bei Patienten mit gestorter enteraler Resorption - Aciclovir-T rockensubstanz zur intravenosen Infusion angewendet werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung bei der Prophylaxe von Herpes-simplex-Infektionen bei stark immunsupprimierten Patienten wird von der Schwere der Immunsuppression und von der Dauer des Infektionsrisikos bestimmt.

Hinweis:

Mogliche Resistenzentwicklungen wurden bei Immunsupprimierten beschrieben. Dies sollte bei der Dosierung beach-tet werden.

Fur Kinder

Zur Behandlung von Herpes-simplex-Infektionen erhalten Kinder uber 5 Jahre die Erwachsenendosis. Fur Kinder un-ter 5 Jahren stehen andere Darreichungsformen zur Verfugung.

ACICLO BASICS 400 mg

Fur Erwachsene

Bei Herpes zoster (Gurtelrose):

Eine Einzeldosis von 800 mg Aciclovir (2 Tabletten) 5-mal tagsuber im Abstand von 4 Stunden. Die Behand-lungsdauer betragt 5 - 7 Tage.

Zur Vorbeugung von Herpes-simplex-Infektionen in bestimmten Fallen:

Zur Vorbeugung von schweren Herpes-simplex-Infektionen bei Patienten mit stark geschadigter korpereigener Ab-wehr in der Zeit eines erhohten Infektionsrisikos, z. B. nach Organtransplantationen, kann eine Einzeldosis von 400 mg Aciclovir (1 Tablette) 4-mal taglich im Abstand von 6 Stunden verabreicht werden. Die Dauer der vorbeugen-den Anwendung ist abhangig vom Schweregrad der Schadigung der korpereigenen Abwehr und wird vom Arzt im Einzelfall festgelegt.

Dauer der Anwendung

Beim Herpes zoster betragt die Behandlungsdauer 5 bis 7 Tage.

Die Dauer der Anwendung bei der Prophylaxe von schweren Herpes-simplex-Infektionen bei stark immunsupprimier-ten Patienten (siehe Abschnitt 4.) wird von der Schwere der Immunsuppression und von der Dauer des Infektionsrisikos bestimmt.

ACICLO BASICS 800 mg

Fur Erwachsene

Bei Herpes zoster (Gurtelrose):

Eine Einzeldosis von 800 mg Aciclovir (1 Tablette) 5-mal tagsuber im Abstand von 4 Stunden. Die Behandlungsdauer betragt 5-7 Tage.

Dauer der Anwendung

ACICLO BASICS 800 mg

Bei Herpes zoster betragt die Behandlungsdauer 5 bis 7 Tage.

ACICLO BASICS 200 mg /ACICLO BASICS 400 mg/ACICLO BASICS 800 mg Áltere Patienten

Die Moglichkeit einer Niereninsuffizienz muss bei alteren Patienten in Betracht gezogen werden und die Dosierung entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitt weiter unten „Dosierung fur Patienten mit Niereninsuffizienz").

Bei alteren Patienten, die hohe Aciclovir-Dosen einnehmen, sollte auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr geachtet werden.

Dosierung fur Patienten mit Niereninsuffizienz

(siehe Abschnitt 5)

Besonders bei eingeschrankter Nierenfunktion - wie sie insbesondere bei alteren Patienten vermehrt auftreten kann-ist auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr bei der Einnahme von Aciclovir-T abletten zu achten.

Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion kann eine geringere Aciclovir-Dosis - wie nachfolgend angegeben-zur Behandlung ausreichen:

Indikation

K reati n i n-C lea ran ce (ml/min/1,73 m2)

Serumkreatinin (pmol/l bzw. mg/dl)

Dosierung der Einzeldosis

Frau

en

Man

ner

Herpes-

< 10

> 550

> 750

200 mg Aciclovir (1 Tablette ACICLO BASICS

simplex-

Infektionen

> 6,22

> 8,48

200 mg) 2-mal taglich alle 12 Stunden

Herpes zos-

25-10

280-550

370-750

800 mg Aciclovir (2 Tabletten ACICLO BASICS

ter

400 mg bzw. 1 Tablette ACICLO BASICS

3,17-6,22

4,18-8,48

800 mg) 3-mal taglich alle 8 Stunden

< 10

> 550

> 750

800 mg Aciclovir (2 Tabletten ACICLO BASICS

400 mg bzw. 1 Tablette ACICLO BASICS

> 6,22

> 8,48

800 mg) 2-mal taglich alle 12 Stunden

4.3    Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen Aciclovir, Valaciclovir oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Da uber die vorbeugende Anwendung von Aciclovir-Tabletten bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion oder Anurie noch keine Angaben vorliegen, sollte ein Einsatz des Praparates unter diesen Bedingungen nicht erfolgen.

4.4    Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen fur die Anwendung

Hydratationsstatus

Bei Patienten, die hohe Aciclovir-Dosen einnehmen, sollte auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr geachtet wer-den.

Das Risiko einer Beeintrachtigung der Nierenfunktion wird durch die Anwendung von anderen nephrotoxischen Arz-neimitteln erhoht.

Anwendung bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion und alteren Patienten

Aciclovir wird renal eliminiert, daher muss die Dosis bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion reduziert wer-den (siehe Abschnitt 4.2). Bei alteren Patienten ist eine verringerte Nierenfunktion wahrscheinlich, daher sollte die Notwendigkeit einer Dosisreduktion fur diese Patientengruppe in Betracht gezogen werden.

Sowohl altere Patienten als auch Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion haben ein erhohtes Risiko fur die Entwicklung neurologischer Nebenwirkungen und sollten daher sorgfaltig auf das Auftreten derartiger Wirkungen hin beobachtet werden. Aus den berichteten Fallen geht hervor, dass diese Reaktionen nach Absetzen der Behandlung im Allgemeinen reversibel waren (siehe Abschnitt 4.8).

Langdauernde oder wiederholte Behandlung kann bei stark immunsupprimierten Patienten eine langere oder wieder-holte Behandlung mit Aciclovir zu einer Selektion von Virusstammen mit reduzierter Empfindlichkeit fuhren, mit der Folge, dass diese Patienten auf die Behandlung mit Aciclovir moglicherweise nicht mehr ansprechen (siehe Abschnitt 5.1).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aciclovir wird hauptsachlich unverandert renal durch aktive tubulare Sekretion uber den Urin ausgeschieden. Gleich-zeitig angewendete Arzneimittel, die ebenfalls uber diesen Mechanismus ausgeschieden werden, konnen die Plas-makonzentration von Aciclovir erhohen.

Probenecid und Cimetidin erhohen die AUC von Aciclovir uber diesen Mechanismus und verringern die renale Clearance von Aciclovir.

Bei einer gemeinsamen Anwendung von Aciclovir und Mycophenolatmofetil, ein nach Organtransplantationen einge-setztes Immunsuppressivum, wurde ein ahnlicher Anstieg der AUC von Aciclovir sowie des inaktiven Metaboliten von Mycophenolatmofetil gefunden. Aufgrund der grolien therapeutischen Breite von Aciclovir ist eine Dosisanpassung jedoch nicht erforderlich.

Eine experimentelle Studie an 5 mannlichen Probanden zeigt, dass die gleichzeitige Behandlung mit Aciclovir die AUC von verabreichtem Theophyllin um ca. 50 % erhoht. Es wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen wahrend der gleichzeitigen Behandlung mit Aciclovir zu uberwachen.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilitat

Zu den klinischen Studien siehe Abschnitt 5.3.

Schwangerschaft

Die Anwendung von Aciclovir in der Schwangerschaft sollte nur dann erfolgen, wenn der potenzielle Nutzen die mog-lichen Risiken uberwiegt.

Nach Markteinfuhrung wurde der Ausgang von Schwangerschaften unter der Behandlung mit allen Formen von Aciclovir in einem Schwangerschaftsregister dokumentiert. Die Befunde aus dem Register lassen keine erhohte Zahl an Fehlbildungen bei mit Aciclovir behandelten Patienten im Vergleich zur allgemeinen Bevolkerung erkennen. Erfasste Fehlbildungen zeigten weder einzigartige noch konstante Muster, die auf einen Zusammenhang hindeuten konnten. Die systemische Verabreichung von Aciclovir in international anerkannten Standardtests verursachte keine embryo-toxischen oder teratogenen Effekte bei Kaninchen, Ratten oder Mausen. In einem Nicht-Standard-Test an Ratten wurden fotale Missbildungen beobachtet, jedoch nur nach solch hohen, subkutanen Dosen, die maternale Toxizitat hervorriefen. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist unklar.

Stillzeit

Nach oraler Verabreichung von 200 mg Aciclovir 5-mal taglich wurden in der Muttermilch Aciclovir-Konzentrationen, die dem 0,6- bis 4,1-fachen der jeweiligen Aciclovir-Plasmaspiegel entsprachen, gefunden. Ein Saugling ware dem-nach Aciclovir-Konzentrationen von bis zu 0,3 mg/kg pro Tag ausgesetzt. Deshalb ist bei der Behandlung stillender Frauen mit Aciclovir Vorsicht geboten.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bei der Bewertung der Verkehrstuchtigkeit sowie Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen eines Patienten ist der klinische Zustand des Patienten sowie das mogliche Nebenwirkungsprofil von Aciclovir zu berucksichtigen.

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt.

4.8    Nebenwirkungen

Die mit den unerwunschten Wirkungen weiter unten verbundenen Haufigkeitseinteilungen sind Schatzungen. Fur die meisten Ereignisse liegen keine geeigneten Daten zur Berechnung der Haufigkeiten vor. Ferner konnen unerwunsch-te Ereignisse abhangig von der Indikation in ihrer Haufigkeit variieren.

Die am haufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Schwindel, Kopfschmerzen, Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Abdominalschmerz, sowie Juckreiz, Hautausschlag (einschlieUlich Photosensibilitatsreaktionen), Mudigkeit und Fieber.

Systemorganklasse

Sehr haufig >1/10

Haufig > 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich >1/1.000 bis < 1/100

Selten

>1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten < 1/10.000

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Anamie,

Leukopenie,

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

anaphylaktische

Reaktionen

Psychiatrische Erkrankungen und Er-krankungen des Nervensystems1

Schwindel,

Kopfschmer-

zen

Allgemeine korperliche Unruhe, Verwirrtheits-zustande, Tremor, Ataxie, Dysarthrie, Halluzi-nationen, Symptome von Psychosen, Krampfanfalle, Schlaf-rigkeit, Enzephalopa-thie, Bewusstseinssto-rungen bis hin zum Koma

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Dyspnoe

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Ubelkeit,

Erbrechen,

Durchfall,

Abdominal-

Die oben genannten Ereignisse waren im Allgemeinen reversibel und wurden uberwiegend bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion mit oder ohne pradisponierende Faktoren berichtet (siehe Abschnitt 4.4). Nierenschmerzen konnen mit Nierenversagen einhergehen

Systemorganklasse

Sehr haufig >1/10

Haufig > 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich >1/1.000 bis < 1/100

Selten

>1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten < 1/10.000

schmerz

Leber- und Galle-nerkrankungen

Vorubergehende Bilirubin- und Le-berenzym-Anstiege

Hepatitis,

Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des Unter-hautzellgewebes

Juckreiz,

Hautausschlag

(einschlieilich

Photosensibi-

litatsreaktio-

nen)

Urtikaria,

diffuser Haarausfall3

Angioodem

Erkrankungen der Nieren und Harnwe-ge

vorubergehender Anstieg von Blut-harnstoff und Kreatinin

akutes Nierenversagen, Nierenschmerzen2

Allgemeine Erkran-kungen und Be-schwerden am Ver-abreichungsort

Mudigkeit,

Fieber

1


2 3


Da diese Art des Haarausfalls einer groien Vielzahl von Krankheitsverlaufen und Arzneimitteln zugeordnet wird, ist der Zusammenhang mit der Einnahme von Aciclovir-haltigen Arzneimitteln unklar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groier Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberu-fen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung uber das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Deutschland

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3 D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

4.9 Uberdosierung

Symptome

Aciclovir wird nur zum Teil aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert (s. a. Abschnitt Bioverfugbarkeit).

Nach der Einnahme von Einzeldosen von bis zu 20 g Aciclovir traten im Allgemeinen keine toxischen Effekte auf. Eine versehentliche, wiederholte Uberdosierung von oral eingenommenem Aciclovir uber mehrere Tage war verbunden mit gastrointestinalen Symptomen (Ubelkeit und Erbrechen) und neurologischen Symptomen (Kopfschmerzen und Verwirrtheit).

Eine Uberdosierung von intravenos verabreichtem Aciclovir fuhrte zu einem Anstieg des Serumkreatinins und Blut-harnstoff-Stickstoffs und nachfolgend zu Nierenversagen. Neurologische Effekte einschlieilich Verwirrtheit, Halluzina-tion, Agitation, Krampfanfalle und Koma wurden im Zusammenhang mit dieser intravenosen Uberdosierung beschrie-ben.

Mainahmen

Patienten sollten auf Anzeichen von Toxizitat beobachtet werden. Durch Hamodialyse kann die Elimination von Aciclovir aus dem Blut signifikant beschleunigt werden. Daher kann eine Hamodialyse im Fall einer symptomatischen Uberdosierung in Betracht gezogen werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Guanosin-Analogon, Virostatikum, Virus-DNS-Polymerase-Hemmstoff,

ATC-Code: J05AB01

Wirkungsweise

Aciclovir ist eine pharmakologisch inaktive Substanz, die erst nach der Penetration in eine Zelle, die mit Herpes-simplex-Viren (HSV) oder Varicella-zoster-Viren (VZV) infiziert ist, zu einem Virostatikum wird.

Diese Aktivierung des Aciclovir wird katalysiert durch die HSV- oder VZV- Thymidinkinase, einem Enzym, das die Viren zu ihrer Replikation dringend benotigen. Vereinfacht kann man sagen, dass das Virus sein eigenes Virostatikum synthetisiert. Im Einzelnen laufen dabei folgende Schritte ab:

1.    Aciclovir penetriert vermehrt in Herpes-infizierte Zellen.

2.    Die in diesen Zellen vorliegende Virus-Thymidinkinase phosphoryliert Aciclovir zum Aciclovir- Monophosphat.

3.    Zellulare Enzyme uberfuhren Aciclovir-Monophosphat in das eigentliche Virostatikum, das Aciclovir- Triphosphat.

4.    Aciclovir-Triphosphat besitzt eine 10 - bis 30-mal starkere Affinitat zur Virus-DNS-Polymerase als zur zellularen DNS-Polymerase und hemmt somit selektiv die Aktivitat des viralen Enzyms.

5.    Die Virus-DNS-Polymerase baut daruber hinaus Aciclovir in die Virus-DNS ein, wodurch ein Kettenabbruch bei der DNS-Synthese erfolgt.

Diese Einzelschritte fuhren insgesamt zu einer sehr wirkungsvollen Reduktion der Virusproduktion.

Im Plaque-Reduktions-Test wurde fur HSV-infizierte Vero-Zellen (= Zellkulturen aus dem Nierenparenchym des gru-nen afrikanischen Affen) ein ED50-Hemmwert von 0,1 pmol Aciclovir/l gemessen, dagegen war ein ED50-Wert von 300 pmol Aciclovir/l erforderlich, um das Wachstum nicht infizierter Vero-Zellkulturen zu verhindern. Somit ermittelt man fur Zellkulturen ein Verhaltnis der Hemmkonzentrationen bis zu 3000.

Wirkungsspektrum in vitro:

Sehr empfindlich:

Herpes-simplex-Virus Typ I und II,

Varicella-zoster-Virus

Empfindlich:

Epstein-Barr-Virus

Teilweise empfindlich bis resistent:

Zytomegalie-Virus

Resistent:

RNS-Viren

Adenoviren

Pockenviren

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption, Plasmaspiegel

Aciclovir wird nur teilweise aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die im steady state ermittelten Plasmaspitzen-werte nach wiederholter oraler Gabe von 200 mg, 400 mg und 800 mg Aciclovir in einem Abstand von 4 Stunden 5-mal am Tag liegen bei durchschnittlich 3,02 ± 0,5 pmol/l (200 mg), 5,21 ± 1,32 pmol/l (400 mg) bzw. 8,16 ± 1,98 pmol/l (800 mg). Diese Werte werden nach etwa 1,5 ± 0,6 Stunden erreicht. Die entsprechenden Plasma-Basiswerte betragen etwa 4 Stunden nach oraler Gabe von Aciclovir 1,61 ± 0,3 pmol/l (200 mg), 2,59 ± 0,53 pmol/l (400 mg) bzw. 4,0 ± 0,72 pmol/l (800 mg). 24 Stunden nach Absetzen von Aciclovir-Tabletten ist kein Aciclovir im Korper mehr nachweisbar.

Bei immunsupprimierten Kindern im Alter von 3 - 11 Jahren, denen Aciclovir per os in Dosen von 400 mg, entspre-chend 300 - 650 mg Aciclovir/m2 Korperoberflache (KO), 5-mal am Tag verabreicht wurde, konnten Plasmaspitzen-werte von durchschnittlich 5,7 bis 15,1 pmol/l ermittelt werden. Bei Sauglingen im Alter von 1 - 6 Wochen wurden nach der oralen Verabreichung von 600 mg Aciclovir/m2 KO alle 6 Stunden Plasmaspitzenwerte von 17,3 bzw. 8,6 pmol/l gemessen.

Aus dem biexponentiellen Verlauf der Aciclovir-Kinetik kann man schlulJfolgern, dass Aciclovir in hohen Konzen-trationen ins Gewebe und in die Organe gelangt und aus diesen wieder langsam abflutet.

Das Verteilungsvolumen bei Erwachsenen im steady state betragt 50 ± 8,7 l/1,73 m1, bei Neugeborenen und Saug-lingen bis zu 3 Monaten 28,8 ± 9,3 l/1,73 m1.

Fur die EiweiUbindung wurden Werte zwischen 9 und 33 % ermittelt.

Verteilung in den Organen

Tierexperimentelle Versuche belegen, dass im Vergleich zum Serumspiegel hohere Aciclovirspiegel im Darm, in der Niere, der Leber und Lunge, niedrigere Spiegel im Muskel, im Herzen, im Hirn, in Ovarien und Testes der Tiere er-reicht werden.

Post-mortem-Untersuchungen beim Menschen ergaben, dass Aciclovir im Speichel, im Vaginalsekret und in der Vesikel-flussigkeit von Herpesblaschen sowie in einigen Organen angereichert wird. 50 % der entsprechenden Serumkonzentra-tionen werden im Liquor erreicht.

Biotransformation und Elimination

Aciclovir wird bei nierengesunden Patienten zu 62 - 91 % in unveranderter Form und zu 10 - 15 % als 9-Carboxy-methoxymethylguanin renal eliminiert. Fur Erwachsene wurden nach i.v.-Gabe von Aciclovir Plasmahalbwertszeiten (t1/2S) von 2,87 ± 0,76 Stunden und fur Neugeborene und Sauglinge bis zu 3 Monaten von 4,1 ± 1,2 Stunden ermittelt. Aciclovir wird sowohl glomerular filtriert als auch tubular sezerniert. Wird Aciclovir eine Stunde nach Verabreichung von 1 g Probenecid gegeben, so wird die Plasmahalbwertzeit (t1/2S) um 18 % verlangert und die Flache unter der Plasmakonzentrationszeitkurve um 40 % vergrolJert. Bei einer Bioverfugbarkeit von etwa 20 % werden ca. 80 % der Gesamt-Aciclovir-Dosis mit den Faeces ausgeschieden.

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz betragt die durchschnittliche Plasmahalbwertszeit etwa 19,5 Stunden. Die mittlere Plasmahalbwertszeit wahrend der Hamodialyse betragt 5,7 Stunden. Wahrend der Hamodialyse fallen die Aciclovir-Plasmaspiegel um etwa 60 %. Bei eingeschrankter Nierenfunktion besteht eine Kumulationsgefahr bei Kreatinin-Clearance-Werten von 10 ml/min/ 1,73 m1 bei einer Dosierung von 5-mal 200 mg/Tag. Eine Dosisreduk-tion ist deshalb ab diesem Wert angezeigt (s.a. Abschnitt 4.2).

Bei Neugeborenen und Sauglingen bis zu 3 Monaten, bei denen alle 8 Stunden 10 mg/kg Aciclovir als 1-stundige Infusion angewendet wurden, wurden eine Cmax von 61,2 pmol/l(13,8 pg/ml) und eine Cmin von 10,1 pmol/l(2,3 pg/ml) ermittelt. Eine andere Gruppe von Neugeborenen und Sauglingen (bis zu 3 Monaten), bei denen alle 8 Stunden 15 mg/kg Aciclovir angewendet wurde, wiesen etwa dosisproportionale Anstiege mit einer Cmax von 83,5 pmol (18,8 pg/ml) und einer Cmin von 14.1 pmol/l (3,2 pg/ml) auf.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Toxikologische Eigenschaften

a)    Akute Toxizitat

Die LD50 konnte bei oraler Verabreichung von Aciclovir an Mausen und Ratten nicht ermittelt werden, weil Dosen von uber 10 g/kg bei der Maus und 20 g/kg bei der Ratte aus physiologischem Grund nicht uberschritten werden konnten und die Tiere diese Dosen uberlebten.

b)    Chronische Toxiz'tat

Bis zu 450 mg Aciclovir/kg wurden uber 4 Wochen an Mausen oral verabreicht. Alle Tiere uberlebten und wiesen kei-ne Anomalien auf.

In einer 12-Monats-Studie wurden Beagle-Hunden bis zu 60 mg Aciclovir/kg/Tag oral verabreicht. Bei dieser Dosis traten haufiger mukoide Durchfalle und Erbrechen auf. Bei einigen Hunden wurden Veranderungen an den Pfoten und Krallenverlust beobachtet. Diese Erscheinungen waren jedoch reversibel. Weitere Auffalligkeiten wurden nicht beobachtet.

Ratten und Mausen wurden uber einen Zeitraum von 775 Tagen taglich bis zu 450 mg Aciclovir/kg verabreicht, ohne dass Veranderungen beobachtet wurden.

c)    Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

In folgenden Tests wurden keine mutagenen Effekte von Aciclovir beobachtet:

Ames-Test mit S. typhimurium, Saugetierzellen (CHO-Zellen) und Mauslymphomtest (6-Thioguanin-, AA und Ouabainresistenz) in vitro. Dominat-Letal-Test in vivo bei der Maus (25 und 50 mg/kg i.p.) und Lymphozyten von Pa-tienten, die 5 Tage lang 3-mal taglich 5 mg/kg i.v. oder 5-mal 200 mg Aciclovir/Tag oral erhielten.

In folgenden Tests wurden bei hohen und zum Teil zytotoxischen Konzentrationen von Aciclovir mutagene Effekte beobachtet:

Mauslymphomzellen am Thymidinkinase (TK+/-)Locus.

Wegen der Besonderheit des TK-Locus in bezug auf die Aktivierung des Aciclovir konnten Klone als Folge der Chro-mosomenveranderung, aber auch als Folge einer Selektion aufgetreten sein.

In vitro traten bei menschlichen Lymphozytenkulturen Chromosomenbruche erst ab 550 pmol/l auf. In vivo wurden le-diglich an Knochenmarkzellen von weiblichen Ratten Chromosomenbruche bei 100 mg/kg i.v. beobachtet, nicht je-doch bei mannlichen Ratten.

Die i.p-Gabe von 100 mg/kg verursachte bei chinesischen Hamstern keine Chromosomenveranderung, wohl aber 500 mg/kg, die aber auch mit einer generellen Toxizitat verbunden war. Dosen von 50 mg/kg i.v. fuhrten weder bei Ratten noch bei chinesischen Hamstern zu Chromosomenbruchen, was einem „no effect level" von etwa 200 pmol/l entspricht.

Untersuchungen uber die Gonadenkonzentration von Aciclovir nach i.v.-Gabe bei mannlichen und weiblichen Ratten ergaben Gewebewerte, die 1/3 des "no effect levels" bei weiblichen und weniger als 1/10 des „no effect levels" bei mannlichen Ratten betrugen.

Bei Zugrundelegung eines Schwellenwertes fur eine mogliche mutagene Wirkung des Aciclovir ist selbst durch die Verabreichung der oralen Hochstdosis von 5-mal 800 mg Aciclovir das Erreichen eines solchen Wertes auszuschlie-Uen. Ein mutagenes Risiko besteht demnach nicht.

Im Transformationstest an Mausefibroblasten bewirkte Aciclovir bei 200 pmol/l ein verandertes Wachstumsverhalten der Monolayer-Zellkulturen (Typ III foci).

In Langzeitstudien (2 Jahre) bei Ratten und Mausen erwies sich Aciclovir als nicht kanzerogen.

d)    Reproduktionstoxizitat

1. Teratogenitat / Embryotoxizitat

Nach subkutaner Verabreichung von bis zu 25 mg Aciclovir/kg 2-mal am Tag an Ratten wahrend der Organogenese zwischen dem 7. und 17. bzw. 6. und 15. Tag der Trachtigkeit waren weder maternal toxische Effekte noch Entwick-lungsstorungen oder MiUbildungen bei den Feten oder Jungtieren feststellbar. Nach der intravenosen bzw. subkuta-nen Verabreichung von bis zu 25 mg Aciclovir/kg 2-mal am Tag an Kaninchen zwischen dem 6. und 18. Tag der Trachtigkeit (Organogenese-phase) waren ebenfalls weder maternal toxische Effekte noch nachteilige Wirkungen auf die Entwicklung der Embryos bzw. Feten feststellbar.

Wahrend die o.g. Standardtests keine Hinweise auf embryotoxische bzw. teratogene Wirkungen von Aciclovir erken-nen lielJen, wurden in einer weiteren Untersuchung nach subkutaner Verabreichung von 3-mal 100 mg Aciclovir/kg an Ratten am 10. Tag der Trachtigkeit (wahrend der Organogenese) Fehlbildungen der Feten (Anophthalmien und Schwanzanomalien) beobachtet.

Bei der o.g. Dosis traten maternal toxische Effekte (Nephrotoxizitat) auf. Daruber hinaus waren die maternalen Aciclovir-Plasmakonzentrationen 43 - 58fach, 67 - 90fach bzw. 153 - 167fach hoher als die beim Menschen nach wiederholter Verabreichung von 800 mg, 400 mg bzw. 200 mg (tagsuber 5-mal, alle 4 Stunden) im steady state gemessenen durchschnittlichen Aciclovir-Konzentrationen im Plasma, so dass die klinische Bedeutung dieser Untersuchung sehr fraglich ist. 1

Weitgehend reversible ungunstige Wirkungen auf die Spermatogenese bei Ratten und Beagle-Hunden traten nur bei der Verabreichung von Aciclovir-Dosen auf, die weit uber dem normalen therapeutischen Bereich lagen.

Versuche uber 2 Generationen von Mausen zeigten bei oral verabreichtem Aciclovir (bis zu 450 mg/kg/Tag) keinerlei Auswirkungen auf die Fertilitat.

Erfahrungen bei der oralen Anwendung von Aciclovir bei Frauen liegen nicht vor.

Oral verabreichtes Aciclovir hat beim Mann keine Auswirkung auf die Zahl, Morphologie und Motilitat der Spermien. Bioverfugbarkeit

Die Bioverfugbarkeit oral applizierten Aciclovirs betragt etwa 20 % der verabreichten Dosis.

Eine im Jahr 1995 durchgefuhrte Bioverfugbarkeitsuntersuchung an 11 Probanden ergab im Vergleich zum Referenzpraparat:

Testpraparat

Referenzpraparat

maximale Plasmakonzentration

(Cmax):

909,583 ± 30,0

929,399 ± 30,2

Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration

(tmax):

1,394 ± 29,9

1,303 ± 29,1

Flache unter der Konzentrations-Zeit-

Kurve

(AUC0.t):

4091,58 ± 25,2

4053,00 ± 28,8

Angabe der Werte als Mittelwert und Streubreite.

Mittlere Plasmaspiegelverlaufe im Vergleich zu einem Referenzpraparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:

6. Pharmazeutische Angaben

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

mikrokristalline Cellulose Natriumstarkeglykolat (Typ A) vorverkleisterte Starke (Ph.Eur.) Magnesiumstearat (Ph.Eur.) hochdisperses Siliciumdioxid

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4    Besondere Vorsichtshinweise fur die Aufbewahrung

Keine.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

ACICLO BASICS 200 mg OP mit 25 Tabletten OP mit 100 Tabletten Klinikpackung mit 200 Tabletten (8x25)

ACICLO BASICS 400 mg

OP mit 30 Tabletten

OP mit 35 Tabletten

OP mit 50 Tabletten

OP mit 70 Tabletten

OP mit 100 Tabletten

Klinikpackung mit 140 Tabletten (4x35)

ACICLO BASICS 800 mg

OP mit 30 Tabletten

OP mit 35 Tablette

OP mit 50 Tabletten

Klinikpackung mit 140 Tabletten (4x35)

7. Inhaber der Zulassung

Basics GmbH Hemmelrather Weg 201 51377 Leverkusen Tel.: 0214-40399-0 Fax: 0214-40399-199 Internet: www.basics.de E-Mail: info@ranbaxy.de

8. Zulassungsnummern

ACICLO BASICS 200 mg

24566.00. 00

ACICLO BASICS 400 mg

30096.00. 00

ACICLO BASICS 800 mg 30096.01.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlangerung der Zulassung

ACICLO BASICS 200 mg

12.10.1995

ACICLO BASICS 400 mg

04.10.1995

ACICLO BASICS 800 mg

04.10.1995

10. Stand der Information

Februar 2014

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

V03-00

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Fertilitat

ACICLO BASICS 800mg