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Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g lösung zur anwendung auf der haut



Gebrauchsinformation Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g lösung zur anwendung auf der haut

B. PACKUN GSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Losung zur Anwendung auf der Haut

Fluorouracil + Salicylsaure

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Actikerall und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Actikerall beachten?

3.    Wie ist Actikerall anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Actikerall aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Actikerall und wofur wird es angewendet?

Actikerall enthalt zwei Wirkstoffe: Fluorouracil und Salicylsaure.

Fluorouracil gehort zu einer bestimmten Gruppe von Arzneimitteln, den so genannten Antimetaboliten, die das Zellwachstum hemmen (Zytostatika). Salicylsaure ist eine Substanz, die harte Haut weicher macht. Actikerall ist eine Losung zur Behandlung von aktinischen Keratosen (Grad I/II) bei erwachsenen Patienten mit gesundem Immunsystem.

Aktinische Keratosen treten in Form kleiner krustiger, schorfiger oder rauer Hautstellen auf. Die Stellen konnen rot oder hellbraun sein oder die gleiche Farbe wie die ubrige Haut haben. Sie konnen sich trocken und rau anfuhlen und sind manchmal leichter tastbar als sichtbar.

Zu derartigen Hautveranderungen kommt es im Allgemeinen bei Personen, die intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Actikerall beachten?

Actikerall darf nicht angewendet werden,

-    wenn Sie allergisch gegen Fluorouracil, Salicylsaure oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

-    wenn Sie stillen.

-    wenn eine Schwangerschaft vorliegt oder eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

-    bei Kindern und Jugendlichen.

-    wenn bei Ihnen Nierenerkrankungen bekannt sind.

-    wenn es in Kontakt mit den Augen, dem Mund- oder Naseninneren oder den Genitalien (Schleimhaute) kommen konnte.

Bestimmte andere Arzneimittel konnen die Nebenwirkungen von Actikerall noch verstarken oder weitere Nebenwirkungen auslosen. Siehe Abschnitt „Anwendung von Actikerall zusammen mit anderen Arzneimitteln“ im Folgenden.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Actikerall anwenden,

-    wenn Sie einen reduzierten Spiegel oder eine verringerte Aktivitat des korpereigenen Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) aufweisen. Dieses Enzym spielt eine wichtige Rolle beim Abbau des Wirkstoffes (Fluorouracil) dieses Arzneimittels. 1st dieser Abbau nicht mehr gewahrleistet, kann es zu einer Wirkstoffanhaufung im Korper kommen. Vor Beginn der Anwendung von Actikerall kann eine Kontrolle des DPD-Spiegels erforderlich sein.

-    wenn die Fahigkeit, Beruhrungen, Schmerz und Temperatur zu fuhlen, eingeschrankt ist (z. B. wenn Sie an Diabetes leiden). Ist dies der Fall, mussen die behandelten Hautstellen engmaschig von Ihrem Arzt kontrolliert werden.

-    Wahrend der Behandlung mit Actikerall sollten die behandelten Hautstellen moglichst gut vor direktem Sonnenlicht geschutzt werden und es durfen keine Hohensonnen oder Sonnenbanke benutzt werden.

-    Actikerall sollte nicht auf blutenden Lasionen angewendet werden.

-    Es liegt keine Erfahrung fur die Anwendung von Actikerall bei Hautkrebs wie dem sogenannten Basalzellkarzinom und der Bowen-Krankheit vor. Daher sollten diese Krankheiten nicht mit Actikerall behandelt werden.

-    Bei der Behandlung einer Hautstelle mit aktinischen Keratosen, die auch von einer anderen Hautkrankheit betroffen ist, sollte in Betracht gezogen werden, dass dies zu einem veranderten Behandlungsergebnis fuhren kann.

-    Zum gegenwartigen Zeitpunkt liegen auber fur Gesicht, Stirn und unbehaarte Kopfhaut keine Daten uber die Behandlung weiterer Korperbereiche mit Actikerall vor.

Kinder und Jugendliche

Actikerall darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Aktinische Keratosen treten normalerweise nicht bei Kindern auf.

Anwendung von Actikerall zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kurzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden. Werden verschiedene Arzneimittel gleichzeitig angewendet, kann die Wirkung der einzelnen Arzneimittel verstarkt oder abgeschwacht werden.

Teilen Sie Ihrem Arzt insbesondere mit, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden:

-    Arzneimittel zur Behandlung von Viruserkrankungen wie Windpocken oder Gurtelrose (Brivudin, Sorivudin oder ahnliche Mittel). Sie durfen Actikerall nicht anwenden, wenn Sie eines der genannten Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden oder in den vergangenen vier Wochen eingenommen bzw. angewendet haben, da dies vermehrt zu Nebenwirkungen fuhren kann.

-    Antiepileptika (Phenytoin). Die Anwendung von Actikerall kann zu einem erhohten Phenytoinspiegel im Blut fuhren. Daher sollte der Phenytoinspiegel regelmabig kontrolliert werden.

-    Arzneimittel zur Behandlung von Krebs und Autoimmunerkrankungen (Methotrexat). Dieses Arzneimittel kann durch Interaktion mit Actikerall unerwunschte Nebenwirkungen hervorrufen.

-    Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes (Sulfonylharnstoffe). Dieses Arzneimittel kann durch Interaktion mit Actikerall unerwunschte Nebenwirkungen hervorrufen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebarfahigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie durfen Actikerall nicht wahrend der Stillzeit, wahrend der Schwangerschaft und auch dann nicht anwenden, wenn eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmabnahmen zu beachten.

Actikerall enthalt Dimethylsulfoxid

Dimethylsulfoxid kann Hautreizungen hervorrufen.

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, erfolgt die Anwendung von Actikerall einmal taglich.

Wenn bei Ihnen aktinische Keratosen im Bereich dunner Haut auftreten z. B. um die Augen und an den Schlafen, rat Ihr Arzt Ihnen vielleicht dazu, Actikerall weniger oft anzuwenden. Wenn schwere Nebenwirkungen auftreten, reduzieren Sie die Haufigkeit der Anwendung auf dreimal pro Woche, bis eine Besserung der Nebenwirkungen eintritt. Eine haufigere Behandlungskontrolle durch Ihren Arzt kann ebenfalls notig sein.

Art der Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut (kutane Anwendung).

-    Entfernen Sie den weiBen Film, der sich nach der vorherigen Behandlung auf der Haut gebildet hat, durch einfaches Abziehen (dieser Schritt entfallt bei der ersten Anwendung des Arzneimittels). Mit warmem Wasser lasst sich der Film eventuell leichter losen.

-    Offnen Sie die Flasche, indem Sie den Deckel nach unten drucken und ihn drehen.

-    Entfernen Sie durch Abstreifen am Flaschenhals uberschussige Losung vom Pinsel.

-    Tupfen Sie die Losung einmal taglich auf die aktinische Keratose sowie auf einen schmalen Rand gesunder Haut um die betroffene Stelle. Dieser Randbereich gesunder Haut, die betupft wird, sollte nur etwa 0,5 cm breit sein.

-    Mehrfach auftretende aktinische Keratosen (bis zu zehn Lasionen) konnen gleichzeitig behandelt werden. Tragen Sie das Arzneimittel aber nicht zu groBflachig auf. Die Gesamtflache der mit Actikerall zur gleichen Zeit behandelten Haut sollte 25 cm2 (5 cm x 5 cm) nicht ubersteigen.

-    Lassen Sie die Losung trocknen, bis sich ein Film bildet.

-    Legen Sie an der behandelten Stelle keinen Verband an.

-    VerschlieBen Sie die Flasche sicher, um die Losung vor Austrocknen zu schutzen. Bei Austrocknung der Losung darf Actikerall nicht langer angewendet werden.

-    Wenden Sie Actikerall nicht an, wenn sich Kristalle gebildet haben.

Weitere Anweisungen

Actikerall darf nicht mit Augen, Mund- und Naseninnerem und Genitalien (Schleimhauten) in Beruhrung kommen.

Actikerall Losung kann auf Kleidung, Gewebe oder Acryl (wie etwa auf Acryl-Badewannen) nicht entfernbare Flecken verursachen und der Kontakt mit Actikerall ist daher zu vermeiden.

Achtung Feuergefahr: Von offenem Feuer und Flammen fernhalten.

Suchen Sie wahrend der Behandlung regelmaBig Ihren Arzt auf.

Dauer der Behandlung

Actikerall wird einmal taglich auf aktinische Keratosen aufgetragen, bis die Lasionen vollstandig abgeheilt sind oder fur bis zu maximal 12 Wochen. Eine Verbesserung des klinischen Krankheitsbildes der aktinischen Keratosen kann bereits sechs Wochen nach Behandlungsbeginn festgestellt werden. Die Verbesserung nimmt im Verlauf von bis zu 12 Wochen noch zu. Die Wirkung auf aktinische Keratosen kann bis zu acht Wochen nach Behandlungsende fortdauern.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Actikerall zu stark oder zu schwach ist, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie eine groBere Menge von Actikerall angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie Actikerall ofter als einmal taglich anwenden, treten Hautreaktionen mit hoherer Wahrscheinlichkeit auf und sind schwerwiegender. Bitte konsultieren Sie in diesem Fall Ihren Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Actikerall vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben. Setzen Sie die Behandlung fort, wie es von Ihrem Arzt angeordnet oder in dieser Packungsbeilage angegeben ist.

Wenn Sie die Anwendung von Actikerall abbrechen

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie die Behandlung abbrechen mochten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Leichte bis moderate Reizungen und Entzundungen an der Applikationsstelle traten bei der Mehrzahl der Patienten auf, die aktinische Keratosen mit der Losung behandelt haben. Wenn diese Reaktionen gravierender werden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

Da dieses Arzneimittel sehr stark hautaufweichend wirkt, konnen weibliche Verfarbungen und Abschilferungen der Haut auftreten.

Die in Actikerall enthaltene Salicylsaure kann bei Patienten mit empfindlicher Haut oder Allergie gegen Salicylsaure leichte Reizungen verursachen, wie Hautentzundungen (Dermatitis) und kontaktallergische Reaktionen. Symptome einer kontaktallergischen Reaktion konnen in Form von Jucken, Rotungen und Blaschen auch auberhalb des Anwendungsareals auftreten.

Nebenwirkungen konnen mit den folgenden Haufigkeiten auftreten:

Sehr haufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

-    Reaktionen am Verabreichungsort

o Hautrotungen (Erytheme), Entzundungen, Reizungen (einschlieblich Brennen), Schmerz, Jucken

Haufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

-    Kopfschmerz

-    Hautschuppung (Hautabschilferung)

-    Reaktionen am Verabreichungsort

o Bluten, Verlust der oberen Hautschicht (Erosion), Wundschorf

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

-    trockene Augen, juckende Augen, vermehrt tranende Augen (vermehrte Tranensekretion)

-    Reaktionen am Verabreichungsort

o Hautentzundungen (Dermatitis), Schwellungen (Odeme), Geschwurbildung (Ulceration) Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht uber 25°C lagern. Nicht im Kuhlschrank lagern oder einfrieren.

Verwenden Sie Actikerall nicht langer als drei Monate nach Offnen der Flasche.

Die Flasche fest verschlossen halten. Wenden Sie Actikerall nicht an, wenn sich Kristalle gebildet haben. Achtung Feuergefahr: Von offenem Feuer und Flammen fernhalten.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Actikerall enthalt

Die Wirkstoffe sind: Fluorouracil und Salicylsaure.

1 g Losung zur Anwendung auf der Haut enthalt 5 mg Fluorouracil und 100 mg Salicylsaure.

Die sonstigen Bestandteile sind: Dimethylsulfoxid, Ethanol, Ethylacetat, Pyroxylin, Poly(butylmethacrylat-co-methylmethacrylat) (80:20).

Wie Actikerall aussieht und Inhalt der Packung

Actikerall ist eine klare, farblose bis hellorange-weiBe Losung.

Das Arzneimittel wird in einer braunen Glasflasche mit kindersicherem Verschluss aus weiBem Polypropylen und in einem Umkarton geliefert. Ein Pinsel zur Anwendung der Losung befindet sich direkt am Flaschenverschluss. Der Pinselapplikator (CE-Kennzeichnung) besteht aus Kunststoff (Polyethylen). Die Pinselhaare sind aus Nylon und mit korrosionsbestandigem Edelstahl (V2A) im Schaft befestigt.

Flasche mit 25 ml Inhalt.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Almirall Hermal GmbH

ScholtzstraBe 3 21465 Reinbek Deutschland

Tel.: +49 (0)40 7 27 04-0 Fax: +49 (0)40 7 22 92 96 E-Mail: info@almirall.de

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Land

Handelsnamen

Osterreich

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Losung zur Anwendung auf der Haut

Tschechische Republik

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g

Deutschland

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Losung zur Anwendung auf der Haut

Luxemburg

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Losung zur Anwendung auf der Haut

Polen

Actikerall

Slowakische Republik

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g

GroBbritannien

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Cutaneous Solution

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im 05/2014.

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Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Lösung zur Anwendung auf der Haut

Fachinformation Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g lösung zur anwendung auf der haut

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Losung zur Anwendung auf der Haut

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 g Losung zur Anwendung auf der Haut enthalt 5 mg Fluorouracil und 100 mg Salicylsaure.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 80 mg Dimethylsulfoxid/g Losung. Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Losung zur Anwendung auf der Haut.

Actikerall ist eine klare, farblose bis hellorange-weiBe Losung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Actikerall wird zur topischen Behandlung leicht tastbarer und/oder maBig dicker hyperkeratotischer aktinischer Keratosen (Grad I/II) bei immunkompetenten erwachsenen Patienten angewendet.

Die Intensitatsstufe Grad I/II basiert auf der vierstufigen Skala von Olsen et al. (1991), siehe Abschnitt 5.1.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung Dosierung bei Erwachsenen einschlieBlich alterer Patienten Losung zur Anwendung auf der Haut.

Actikerall sollte einmal taglich auf die aktinischen Keratosen aufgetragen werden, bis die Lasionen vollstandig abgeheilt sind oder bis zu maximal 12 Wochen. Falls schwere Nebenwirkungen auftreten, wird die Haufigkeit der Anwendung auf dreimal pro Woche reduziert, bis eine Besserung der Nebenwirkungen eintritt. Werden Hautareale mit dunner Epidermis behandelt, sollte die Losung weniger oft aufgetragen und der Therapieverlauf haufiger kontrolliert werden.

Bereits nach sechs Wochen kann ein Ansprechen auf das Arzneimittel festgestellt werden. Dieses verstarkt sich im Laufe der Zeit. Daten liegen uber die Behandlung fur bis zu 12 Wochen vor. Eine vollstandige Heilung der Lasion(en) oder die optimale therapeutische Wirkung kann moglicherweise erst bis zu acht Wochen nach Behandlungsende sichtbar sein.

Bei der Beurteilung von Behandlungsmoglichkeiten fur rezidivierende Lasionen sollte der Arzt berucksichtigen, dass die Wirksamkeit einer wiederholten Behandlung mit Actikerall formal nicht in klinischen Studien untersucht wurde.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sind in der Regel nicht von aktinischen Keratosen betroffen. Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Actikerall ist bei Kindern und Jugendlichen bisher noch nicht nachgewiesen.

Art der Anwendung

Multipel auftretende aktinische Keratosen konnen gleichzeitig behandelt werden. Erfahrungswerte liegen fur die gleichzeitige Behandlung von bis zu zehn Lasionen vor. Die Gesamtflache der mit Actikerall zu behandelten Haut sollte 25 cm2 (5 cm x 5 cm) nicht ubersteigen.

Actikerall sollte nur mit den aktinischen Keratosen und einem Randbereich von maximal 0,5 cm der die Lasion umgebenden gesunden Haut in Kontakt kommen.

Actikerall wird auf aktinische Keratosen mit einem Pinselapplikator aufgetragen, der sich direkt am Flaschenverschluss befindet. Um zu verhindern, dass der Pinsel zu stark mit Losung getrankt ist, sollte er vor der Anwendung am Flaschenhals abgestreift werden.

Das behandelte Areal darf nach dem Auftragen nicht abgedeckt werden, damit die Losung auf dem betroffenen Bereich trocknen und einen Film bilden kann.

Vor jeder erneuten Anwendung von Actikerall sollte der bereits bestehende Film durch einfaches Abziehen entfernt werden. Mit warmem Wasser lasst sich der Film eventuell leichter losen.

4.3    Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Actikerall darf wahrend der Stillzeit, wahrend einer bestehenden Schwangerschaft oder bei Frauen, bei denen eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, nicht angewendet werden.

Actikerall darf nicht zur Behandlung von Patienten mit Niereninsuffizienz eingesetzt werden.

Actikerall darf nicht in Verbindung mit Brivudin, Sorivudin und Analoga angewendet werden. Brivudin, Sorivudin und Analoga sind potente Hemmstoffe des Fluorouracil degradierenden Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) (siehe auch Abschnitt 4.4 und 4.5).

Actikerall darf nicht mit Augen oder Schleimhauten in Beruhrung kommen.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Actikerall enthalt das Zytostatikum 5-Fluorouracil.

Das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) spielt eine wichtige Rolle beim Abbau von Fluorouracil. Hemmung, Mangel oder verminderter Aktivitatsgrad dieses Enzyms konnen zu einer Akkumulation von Fluorouracil fuhren.

Gegebenenfalls ist die Bestimmung der DPD-Enzymaktivitat vor Beginn der Behandlung mit Fluorouracil oder anderen Fluoropyrimidinen erforderlich.

Bei Patienten, welche Phenytoin gleichzeitig mit Fluorouracil anwenden, ist eine regelmaBige Kontrolle der Phenytoin-Plasmaspiegel angeraten.

Bei Patienten mit Sensibilitatsstorungen (z. B. bei Diabetes mellitus) ist eine engmaschige arztliche Kontrolle des behandelten Bereiches erforderlich.

Aktinische Keratosen entstehen durch chronische UV-Schaden, und jede lokale Reizung an den mit Actikerall behandelten Hautstellen kann sich durch Sonnenexposition verschlechtern. Patienten sollte angeraten werden, die Haut gegen weitere ubermaBige und gehaufte Sonneneinstrahlung zu schutzen, insbesondere an den behandelten Hautstellen.

Basalzellkarzinome sowie Morbus Bowen sollten nicht mit diesem Arzneimittel behandelt werden, da hierfur keine Erfahrungen vorliegen.

Actikerall sollte nicht auf blutenden Lasionen angewendet werden.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Behandlung von aktinischen Keratosen in einem Hautareal vor, das gleichzeitig von einer anderen Hautkrankheit betroffen ist. Der Arzt sollte in Betracht ziehen, dass sich das Behandlungsergebnis unterscheiden kann.

Zum gegenwartigen Zeitpunkt liegen auBer fur das Gesicht, die Stirn und die nackte Kopfhaut keine Daten uber die Behandlung weiterer Korperbereiche mit Actikerall vor.

Werden Hautareale mit dunner Epidermis behandelt, sollte die Losung weniger oft aufgetragen und der Therapieverlauf haufiger kontrolliert werden.

Dimethylsulfoxid kann Hautreizungen hervorrufen.

Die Flasche ist nach jedem Gebrauch fest zu verschlieBen, da die Losung ansonsten schnell eintrocknet und nicht mehr ordnungsgemaB angewendet werden kann.

Die Losung darf bei Kristallbildung nicht verwendet werden.

Actikerall Losung sollte nicht mit Textilien oder Acryl (z. B. Acryl-Badewannen) in Beruhrung gelangen, da die Losung nicht entfernbare Flecken verursachen kann.

Achtung Feuergefahr: Von offenem Feuer und Flammen fernhalten.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) spielt eine wichtige Rolle beim Abbau von Fluorouracil. Nukleosid-Analoga wie Brivudin und Sorivudin konnen zu einem drastischen Anstieg der Plasmakonzentrationen von Fluorouracil oder anderen Fluoropyrimidinen und folglich zu einer damit verbundenen Zunahme der Toxizitat fuhren. Daher sollte ein Zeitabstand von mindestens vier Wochen zwischen der Anwendung von Fluorouracil und Brivudin, Sorivudin und Analoga eingehalten werden.

Im Fall einer versehentlichen Verabreichung von Nukleosid-Analoga wie Brivudin und Sorivudin an Patienten, die mit Fluorouracil behandelt werden, mussen wirkungsvolle MaBnahmen zur Reduzierung der Fluorouracil-Toxizitat ergriffen werden. Gegebenenfalls ist die Einweisung in ein Krankenhaus angezeigt. Alle MaBnahmen zur Verhinderung systemischer Infektionen und Dehydration sollten eingeleitet werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Phenytoin und Fluorouracil wurden erhohte Plasmaspiegel von Phenytoin berichtet, die Symptome einer Phenytoin-Intoxikation hervorgerufen haben (siehe Abschnitt 4.4).

Es gibt keinen Nachweis einer relevanten systemischen Resorption von Salicylsaure. Jedoch kann resorbierte Salicylsaure mit Methotrexat und Sulfonylharnstoffen interagieren.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten uber die Anwendung von topischem Fluorouracil bei Schwangeren vor. Bei systemisch verabreichten Fluorouracil wurde bei Tieren eine teratogene Wirkung beobachtet. Salicylsaure kann den Schwangerschaftsausgang bei Nagetieren negativ beeinflussen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Fluorouracil oder seine Metaboliten nach topischer Anwendung in die Muttermilch ubergehen. Ein Risiko fur das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden.

Fertilitat

Fertilitatsstudien mit systemisch angewendetem Fluorouracil zeigten eine transiente Infertilitat bei mannlichen und reduzierte Trachtigkeitsraten bei weiblichen Nagetieren. Jedoch ist aufgrund der sehr geringen Resorption der Wirkstoffe nach Anwendung von Actikerall auf der Haut eine Relevanz fur die Anwendung beim Menschen unwahrscheinlich.

Actikerall ist wahrend der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Actikerall hat keinen Einfluss auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8    Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind gemab MedDRA Systemorganklassen und mit absteigenden Haufigkeiten im Folgenden angefuhrt. Die Haufigkeiten sind folgendermaben definiert: Sehr haufig (>1/10); Haufig (>1/100 bis <1/10); Gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100); Selten (>1/10.000 bis <1/1.000); Sehr selten (<1/10.000) und Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Sehr haufig: Am Verabreichungsort: Erythem, Entzundung, Reizung (einschlieblich Brennen), Schmerz, Pruritus.

Haufig: Am Verabreichungsort: Bluten, Erosion, Wundschorf.

Gelegentlich: Am Verabreichungsort: Dermatitis, Ódem, Ulzeration.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Haufig: Hautabschilferung.

Erkrankungen des Nervensystems:

Haufig: Kopfschmerz.

Augenerkrankungen:

Gelegentlich: Trockene Augen, Augenjucken, vermehrte Tranensekretion.

Leichte bis moderate Reizungen und Entzundungen an der Applikationsstelle traten bei der Mehrzahl der Patienten auf, die wegen aktinischen Keratosen mit der Losung behandelt wurden. Im Fall schwerwiegender Reaktionen kann die Behandlungshaufigkeit reduziert werden.

Da das Arzneimittel sehr stark hornschichtaufweichend wirkt, konnen weibliche Verfarbungen und Abschilferungen der Haut auftreten, insbesondere in der unmittelbaren Umgebung der aktinischen Keratosen.

Aufgrund der enthaltenen Salicylsaure kann es durch Anwendung dieses Arzneimittels bei Patienten mit entsprechender Disposition zu leichten Reizungszeichen wie Dermatitis und kontaktallergischen Reaktionen kommen. Derartige kontaktallergische Reaktionen konnen in Form von Jucken, Rotungen und Blaschen auch auberhalb des Applikationsareals auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.

Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Bei vorschriftsmabiger Anwendung auf der Haut sind systemische Intoxikationen durch die Wirkstoffe oder sonstigen Bestandteile praktisch ausgeschlossen. Eine weit haufigere als die empfohlene Anzahl von Anwendungen fuhrt zu einer gesteigerten Haufigkeit der Reaktionen an der Applikationsstelle und erhoht auch den Schweregrad der Reaktionen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Fluorouracil, Kombinationen, ATC-Code: L01BC52 Fluorouracil:

Der Wirkstoff Fluorouracil (FU) gehort zu den als Antimetaboliten wirkenden Zytostatika. Aufgrund seiner strukturellen Ahnlichkeit mit dem in Nukleinsauren vorkommenden Thymin (5-Methyluracil) verhindert FU dessen Bildung und Verwertung und hemmt daher sowohl die DNA- als auch die RNA-Synthese. Dies resultiert in einer Wachstumshemmung insbesondere solcher Zellen, die sich - wie bei aktinischen Keratosen - in einem Stadium forcierten Wachstums befinden und daher FU in vermehrtem Mabe aufnehmen. Folglich wird auch das Virenwachstum gehemmt, das mit der Entwicklung von aktinischen Keratosen einhergehen kann.

Thymin


Fluorouracil


Salicylsaure:

Topische Salicylsaure weist eine keratolytische Wirkung auf und reduziert die mit aktinischen Keratosen einhergehende Hyperkeratose. Salicylsaure gehort zu den aromatischen Sauren und den Phenolen und ist fettloslich. Ihr Wirkprinzip als Keratolytikum und Korneolytikum wird in Zusammenhang gesehen mit der Interferenz auf die Korneozytenadhasion, der solubilisierenden Wirkung auf die interzellulare Zementsubstanz sowie mit der Lockerung und Ablosung der Korneozyten. Durch die Wirkweise als organisches Losungsmittel kann Salicylsaure die interzellularen Lipide entfernen, die an den so genannten „comified envelope“, einer Ummantelung der komifizierten Zellen, kovalent gebunden sind.

In einer randomisierten, placebo-kontrollierten, doppelblinden, dreiarmigen und multizentrischen Phase-III-Studie mit Parallelgruppen wurden 470 Patienten mit aktinischen Keratosen des klinischen Grades I bis II entweder mit einer Losung mit Fluorouracil (5 mg/g) und Salicylsaure (100 mg/g) (5-FU-SA) oder einem Vehikel oder Diclofenac in Hyaluronsauregel (30 mg/g) (DG) behandelt. 187 Patienten wurden bis zu 12 Wochen mit der Kombination 5-FU-SA behandelt. Den primaren Endpunkt stellte die histologische Untersuchung einer Lasion acht Wochen nach Behandlungsende dar. Die topische Behandlung mit 5-FU-SA zeigte im Vergleich zur Behandlung mit dem Vehikel und mit DG eine uberlegene Wirkung. Die sekundaren Wirksamkeitsendpunkte - vollstandige klinische Abheilung, Verminderung der Ziellasionen, Verminderung der Lasionsflache, globales arztliches Abschlussurteil und Einschatzung der Wirkung seitens des Patienten -bestatigten die Ergebnisse des primaren Endpunktes. Bei 72,0 % der Patienten in der mit 5-FU-SA behandelten Gruppe war die aktinische Keratose im entnommenen Biopsiegewebe histologisch nicht mehr nachweisbar, wohingegen die histologische Clearance in der mit DG und mit dem Vehikel behandelten Gruppen bei 59,1 % bzw. 44,8 % lag (per Protokollanalyse). Die am haufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen bei 5-FU-SA waren Reizungen an der Applikationsstelle (einschlieBlich Brennen)

(86,1 %) und Entzundungen an der Applikationsstelle (73,3 %). Daruber hinaus traten haufig Pruritus an der Applikationsstelle (44,9 %) und Schmerzen an der Applikationsstelle (25,1 %) auf. Als weitere Nebenwirkungen traten Erytheme und Erosionen am betroffenen Areal auf. Der Behandlungsabbruch aufgrund von Hautreaktionen und Reaktionen an der Applikationsstelle war gering (0,5 %).

Es gibt ausschlieBlich klinische Erfahrungen mit der Anwendung von Actikerall im Gesicht, auf der Stirn und der nackten Kopfhaut. Bei der Entscheidung uber eine Behandlung anderer Korperstellen kann die Epidermisdicke der verschiedenen Korperbereiche berucksichtigt werden:

Durchschnittliche Epidermisdicke verschiedener Korperbereiche:

Korperbereich    Durchschnittliche Dicke (Mikrometer)

Gesicht

49,4

Stirn

50,3

Obere Rumpf-Vorderseite (Hals-Brust-Bereich)

42,2

Arme/Beine

60,1

Quelle: Koehler et al. 2010 (Skin Res Technol 2010; 16:259-264); Sandby-Moller et al. 2003 (Acta Derm Venereol 2003; 83(6):410-3); Whitton et Everall 1973 (Br J Dermatol 1973; 89(5):467-76)

Die klinische Intensitatseinstufung der aktinischen Keratosen erfolgte gemaB der vierstufigen Skala nach

Olsen et al., 1991 (J

Am Acad Dermatol 1991; 24: 738-743):

Grad

Klinische Beschreibung des Intensitatsgrades

0

keine KA

keine aktinische Keratose, weder sichtbar noch tastbar

I

schwache KA

flache, rosafarbene Flecken ohne Anzeichen von Hyperkeratosen und Erythemen, leichte Tastbarkeit, aktinische Keratose besser tastbar als

sichtbar

II

moderate KA

rosafarbene bis rotliche Papeln und erythematoser

Plaque mit

hyperkeratotischer Oberflache, moderat erhabene aktinische leicht sicht- und tastbar ist

Keratose, die

III

schwere KA

sehr dicke und/oder auffallige aktinische Keratose

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

In einer bei Schweinen durchgefuhrten Absorptionsstudie wurde nach kutaner Anwendung - auch bei groBen Mengen - kein Fluorouracil im Serum festgestellt, d. h. der Wirkstoff wurde nicht in solchen Mengen resorbiert, die durch standardmaBige Analyseverfahren (HPLC) feststellbar sind.

Bei Patienten mit aktinischen Keratosen (n = 12) wurde keine Fluorouracilkonzentration uber 0,05 pg/ml festgestellt.

Nach einer pharmakokinetischen Studie zur Analyse der Resorptionsrate von Fluorouracil beim Menschen liegt diese nach Anwendung in derselben Formulierung bei Warzen deutlich unter 0,1 %.

Nach Auftragen auf die Haut bildet Actikerall einen festen Film, der nach Verdunstung der Flussigkeit weiB wird. Dies fuhrt zu einem Verschlusseffekt, der das Eindringen der Wirkstoffe in die Lasionen der aktinischen Keratosen begunstigt.

Salicylsaure wurde dem Arzneimittel aufgrund der keratolytischen Eigenschaften hinzugefugt, um das Eindringen des Wirkstoffes zu verbessern, was bei hyperkeratotischen aktinischen Keratosen besonders erschwert ist. Dieselbe Wirkung wird durch den weiteren Bestandteil Dimethylsulfoxid erzielt, der fur den Wirkstoff Fluorouracil einen solubilisierenden Effekt bewirkt.

Die keratolytische Wirkung von Salicylsaure basiert auf dem direkten Einwirken auf die intrazellulare Zementsubstanz oder die Desmosomen, welche durch die stabile Verbindung von Keratinozyten den Verhornungsprozess fordern.

Tierexperimentelle Studien und pharmakokinetische Untersuchungen beim Menschen haben gezeigt, dass Salicylsaure die Hautoberflache je nach Substrat und weiteren penetrationsbeeinflussenden Faktoren (wie Hautbeschaffenheit) rasch durchdringt.

Die Metabolisierung von Salicylsaure erfolgt durch Konjugation mit Glycin zu Salicylursaure, mit Glucuronsaure an der phenolischen OH-Gruppe zu Etherglucuronid und an der COOH-Gruppe zu Esterglucuronid oder durch Hydroxylierung zu Gentisinsaure und Dihydroxybenzoesaure. Im normalen Dosierungsbereich liegt die Halbwertzeit von Salicylsaure zwischen zwei und drei Stunden. Diese kann jedoch im Fall hoher Dosen auf 15 bis 30 Stunden erhoht sein, was auf die begrenzte Fahigkeit der Leber, die Salicylsaure zu konjugieren, zuruckzufuhren ist.

Im Allgemeinen sind bei topischer Anwendung von Salicylsaure keine toxischen Nebenwirkungen zu erwarten (vgl. aber Kontraindikationen), da praktisch nie ein Serumspiegel von uber 5 mg/dl erreicht wird. Fruhe Symptome einer Salicylatintoxikation konnen nur bei Serumwerten uber 30 mg/dl auftreten.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen keine experimentellen Daten zur akuten und subchronischen Toxizitat von Fluorouracil (FU) nach topischer Anwendung vor. Eine dosisabhangige systemische Bioverfugbarkeit von FU tritt bei Ratten auf und fuhrt aufgrund der antimetabolischen Wirkung von FU zu schwerwiegenden lokalen Reaktionen und todlich verlaufenden systemischen Auswirkungen. Derartig hohe Dosen (bis zu 10.000-fach uber der Dosierung zur Anwendung am Menschen) werden bei vorschriftsmaBiger Anwendung von Actikerall nicht erreicht.

In vitro war FU in einigen Teststammen mutagen. Die Karzinogenitat von FU wurde in mehreren Studien bei Nagetieren untersucht, wobei kein Effekt festgestellt wurde. Dennoch wurde in einer einzelnen Studie Karzinogenitat von FU bei Mausen nach i.p.-Applikation nachgewiesen. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass FU bei systemischer Anwendung in hoher Dosierung moglicherweise teratogene oder embryotoxische Auswirkungen, jedoch geringere oder keine Auswirkungen auf die Fertilitat oder die allgemeine Fortpflanzungsfahigkeit hat. Fertilitatsstudien mit systemisch angewendetem FU zeigten eine transiente Infertilitat bei mannlichen und reduzierte Trachtigkeitsrate bei weiblichen Nagetieren. Jedoch ist aufgrund der nur sehr geringen Resorption nach Anwendung auf der Haut eine derartige Auswirkung beim Menschen praktisch bedeutungslos.

Salicylsaure hat nur eine geringe akute Toxizitat, kann jedoch nach topischer Anwendung in hoheren Konzentrationen Hautreaktionen auslosen. Eine mutagene, genotoxische, karzinogene oder teratogene Wirkung von Salicylsaure ist nicht bekannt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Dimethylsulfoxid

Ethanol

Ethylacetat

Pyroxylin

Poly(butylmethacrylat-co-methylmethacrylat) (80:20)

6.2    Inkompatibilitaten Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch: 3 Monate

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25°C lagern.

Nicht im Kuhlschrank lagern oder einfrieren.

Die Flasche fest verschlossen halten.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Das Arzneimittel wird in einer braunen Glasflasche mit kindersicherem Verschluss aus weiBem Polypropylen und in einem Umkarton geliefert. Ein Pinsel zur Anwendung der Losung befindet sich direkt am Flaschenverschluss. Der Pinselapplikator (CE-Kennzeichnung) besteht aus Polyethylen (HDPE und LDPE 1:1). Die Pinselhaare sind aus Nylon und mit korrosionsbestandigem Edelstahl (V2A) im Schaft befestigt.

PackungsgroBe: 25 ml Losung.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Almirall Hermal GmbH ScholtzstraBe 3 21465 Reinbek Deutschland

Tel.: +49 (0)40 7 27 04-0 Fax: +49 (0)40 7 22 92 96 info@almirall .de

8. ZULASSUNGSNUMMER

80136.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

21.06.2011

10. STAND DER INFORMATION 05/2014

11 VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Dieses Arzneimittel enthalt eine Zubereitung aus Stoffen, deren Anwendungsgebiet in der medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist.

9

Actikerall 5 mg/g + 100 mg/g Lösung zur Anwendung auf der Haut