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Actimax 400 mg filmtabletten



Gebrauchsinformation Actimax 400 mg filmtabletten

Gebrauchsinformation: Information fur Patienten

Actimax 400 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Moxifloxacin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie. Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht wieder ohne Verschreibung ein, auch wenn Sie eine ahnliche Erkrankung behandeln mochten.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Actimax und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Actimax beachten?

3.    Wie ist Actimax einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Actimax aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Actimax und wofur wird es angewendet?

Actimax enthalt den Wirkstoff Moxifloxacin, der zu einer Gruppe von Antibiotika gehort, die Fluorchinolone genannt werden. Bakterielle Krankheitserreger werden durch Actimax abgetotet.

Actimax wird bei Patienten ab 18 Jahren angewendet fur die Behandlung von folgenden bakteriellen Infektionen, wenn sie durch bakterielle Krankheitserreger hervorgerufen werden, die gegen Moxifloxacin empfindlich sind. Actimax sollte zur Behandlung dieser Infektionen nur angewendet werden, wenn die ublichen Antibiotika nicht angewendet werden konnen oder versagt haben:

Entzundung der Nasennebenhohlen, akute Verschlechterung einer chronischen Entzundung der Luftwege oder auBerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzundung (Pneumonie, ausgenommen schwere Formen).

Leichte bis maBig schwere Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts (entzundliche Erkrankungen des Beckens), einschlieBlich Infektionen der Eileiter und Infektionen der Gebarmutterschleimhaut.

Actimax Tabletten sind fur die alleinige Behandlung dieser Art von Infektionen nicht ausreichend, daher sollte Ihr Arzt fur die Behandlung von Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts zusatzlich zu Actimax Tabletten ein weiteres Antibiotikum verordnen (siehe Abschnitt 2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Actimax beachten?, Warnhinweise und Vorsichtsmafinahmen, Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Actimax einnehmen).

Wenn bei den folgenden bakteriellen Infektionen unter der einleitenden Behandlung mit Moxifloxacin Infusionslosung eine Besserung erzielt wurde, kann Ihr Arzt Ihnen auch Actimax Filmtabletten verschreiben, um die Behandlung abzuschlieBen:

AuBerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzundung (Pneumonie), Haut- und Weichgewebeinfektionen.

Actimax Filmtabletten sollten nicht angewendet werden, um die Behandlung von Haut- und Weichgewebeinfektionen oder schwerer Lungenentzundungen zu beginnen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu einer der unten aufgefuhrten

Patientengruppen gehoren.

Actimax darf nicht eingenommen werden,

-    wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff Moxifloxacin, andere Chinolone oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

-    wenn Sie schwanger sind oder stillen,

-    wenn Sie unter 18 Jahre alt sind,

-    wenn bei Ihnen bereits fruher im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Chinolon-Antibiotika Sehnenerkrankungen/-schaden aufgetreten sind (siehe auch Abschnitte Warnhinweise und Vorsichtsmafinahmen und 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?),

-    wenn Sie mit anormalen Herzrhythmen geboren wurden oder diese anderweitig bei Ihnen aufgetreten sind (sichtbar im EKG, einer elektrischen Aufzeichnung der Herzaktivitat), Ihr Salzhaushalt im Blut gestort ist (insbesondere wenn der Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut erniedrigt ist), Ihr Herzrhythmus sehr langsam ist („Bradykardie“), bei Ihnen eine Herzschwache vorliegt (Herzinsuffizienz), Sie in der Vergangenheit bereits einmal anormale Herzrhythmen hatten, oder Sie andere Arzneimittel einnehmen, die zu anormalen EKG-Veranderungen fuhren (siehe auch Abschnitt Einnahme von Actimax zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Der Grund dafur ist, dass Actimax die Weiterleitung von elektrischen Signalen im Herzen verzogern kann (Verlangerung des QT-Intervalls im EKG).

-    wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden oder bei Ihnen ein Leberenzymanstieg (Transaminasen) von mehr als dem 5fachen des oberen Normwertes vorliegt.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Actimax einnehmen

-    Actimax kann die Weiterleitung von elektrischen Signalen im Herzen verzogern (Verlangerung des QT-Intervalls im EKG), insbesondere wenn Sie eine Frau oder ein alterer Patient sind. Wenn Sie derzeit Arzneimittel einnehmen, die Ihren Kaliumspiegel im Blut

erniedrigen konnen, sprechen Sie bitte vor der Einnahme von Actimax mit Ihrem Arzt (siehe auch Abschnitte Actimax darf nicht eingenommen werden und Einnahme von Actimax zusammen mit anderen Arzneimitteln).

-    Wenn Sie an Epilepsie leiden oder zu Krampfanfallen neigen, sprechen Sie bitte vor der Einnahme von Actimax mit Ihrem Arzt.

-    Wenn Sie psychische Probleme haben oder jemals hatten, sprechen Sie bitte vor der Einnahme von Actimax mit Ihrem Arzt.

-    Wenn Sie an Myasthenia gravis leiden, kann die Einnahme von Actimax die Symptome Ihrer Erkrankung verschlimmern. Wenn Sie das Gefuhl haben, dass das bei Ihnen zutrifft, sprechen Sie bitte sofort mit Ihrem Arzt.

-    Wenn in Ihrer Familie oder bei Ihnen ein Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (eine seltene angeborene oder erworbene Stoffwechselstorung) festgestellt wurde, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt mit, der entscheiden wird, ob Actimax fur Sie geeignet ist.

-    Wenn Sie eine komplizierte Infektion des oberen weiblichen Genitaltrakts haben (z. B. assoziiert mit einem Abszess der Eileiter, Eierstocke oder des Beckens), fur die Ihr Arzt eine intravenose Behandlung als notwendig erachtet, ist eine Behandlung mit Actimax Tabletten nicht angebracht.

-    Fur die Behandlung von leichten bis maBig schweren Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts sollte Ihr Arzt zusatzlich zu Actimax ein weiteres Antibiotikum verordnen. Falls nach 3-tagiger Behandlung keine Besserung der Symptome eingetreten ist, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Wenn Sie Actimax bereits einnehmen

-    Falls Sie wahrend der Behandlung Herzklopfen oder einen unregelmaBigen Herzschlag

feststellen, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt. Dieser wird gegebenenfalls ein EKG ableiten, um Ihren Herzrhythmus zu bestimmen.

-    Das Risiko fur das Auftreten von Herzproblemen kann mit Erhohung der Dosis zunehmen. Daher sollte die empfohlene Dosierung eingehalten werden.

-    In seltenen Fallen kann schon bei der ersten Anwendung eine schwere, plotzliche allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion/Schock) auftreten. Wenn Sie ein Gefuhl der Enge in der Brust entwickeln, sich schwindlig, unwohl oder schwach fuhlen, konnen dies Anzeichen fur eine solche Uberempfindlichkeitsreaktion sein. In diesem Fall durfen Sie Actimax nicht mehr einnehmen und mussen sich sofort in arztliche Behandlung begeben.

-    Actimax kann eine sehr schnell verlaufende und schwere Leberentzundung bis hin zum

lebensbedrohlichen Leberversagen verursachen (einschlieBlich Todesfalle, siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?). Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen, wenn Sie Anzeichen wie z. B. sehr schnell auftretendes Unwohlsein und/oder Ubelkeit zusammen mit Gelbfarbung Ihrer Augen, Dunkelfarbung des Urins, Juckreiz, erhohte Blutungsneigung oder eine durch die Leber verursachte nichtentzundliche Erkrankung des Gehirns bemerken (Symptome fur eine eingeschrankte Leberfunktion oder eine schnell verlaufende und schwere Leberentzundung).

-    Wenn Sie eine Hautreaktion oder Blasenbildung und/oder „Pellen“ der Haut und/oder Schleimhautreaktionen bemerken (siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?), sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen.

-    Chinolon-Antibiotika, einschlieBlich Actimax, konnen Krampfanfalle auslosen. In diesem Fall brechen Sie die Einnahme von Actimax ab und sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt.

-    Es ist moglich, dass bei Ihnen Symptome einer Neuropathie (bestimmtes Nervenleiden) wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefuhl und/oder Schwache auftreten. In diesem Fall informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung mit Actimax fortsetzen.

-    Es ist moglich, dass psychische Probleme auftreten, auch wenn Sie Chinolon-Antibiotika, einschlieBlich Actimax, zum ersten Mal anwenden. In sehr seltenen Fallen fuhrten Depressionen oder psychische Probleme bis hin zu Selbstmordgedanken und selbstgefahrdendem Verhalten wie z. B. Selbstmordversuchen (siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?). Falls Sie solche Reaktionen entwickeln, brechen Sie die Einnahme von Actimax ab und informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt.

-    Wahrend oder nach der Anwendung von Antibiotika, einschlieBlich Actimax, konnen Durchfalle auftreten. Bei schweren oder anhaltenden Durchfallen, oder wenn Sie Blut oder Schleim im Stuhl bemerken, mussen Sie Actimax sofort absetzen und Ihren Arzt aufsuchen. Ist dies der Fall, durfen Sie Arzneimittel, die die Darmbewegung verlangsamen oder hemmen, nicht einnehmen.

-    Actimax kann bereits innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn und noch bis zu mehreren Monaten nach Absetzen der Actimax-Behandlung Schmerzen und Entzundungen der Sehnen verursachen. Das Risiko fur Entzundungen und Risse der Sehnen ist bei alteren Patienten oder bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroid-haltigen Arzneimitteln erhoht.

Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzundung mussen Sie die Einnahme von Actimax abbrechen, die betroffenen GliedmaBen ruhig stellen und unverzuglich mit Ihrem Arzt uber die weitere Behandlung sprechen. Vermeiden Sie unnotige sportliche Belastungen, da diese das Risiko eines Sehnenrisses erhohen konnen (siehe Abschnitte Actimax darf nicht eingenommen werden und 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?).

-    Altere Patienten, die an Nierenfunktionsstorungen leiden, sollten ausreichend Flussigkeit zu sich nehmen, da eine zu geringe Flussigkeitszufuhr zu Austrocknung und damit zu einem erhohten Risiko von Nierenversagen fuhren kann.

-    Bei einer Beeintrachtigung des Sehens oder der Augen wahrend der Behandlung mit Actimax wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Augenarzt (siehe Abschnitte Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen und 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?).

-    Chinolon-Antibiotika konnen bewirken, dass Ihre Haut empfindlicher gegenuber Sonnenlicht oder UV-Bestrahlung reagiert. Daher sollten Sie wahrend der Behandlung mit Actimax UV-Bestrahlung (Hohensonne, Solarium) meiden und sich nicht ubermaBigem und/oder starkem Sonnenlicht aussetzen.

-    Die Wirksamkeit von Moxifloxacin Infusionslosung bei der Behandlung von schweren Verbrennungen, Entzundungen des tiefliegenden Bindegewebes (Fasziitis) und Infektionen des diabetischen FuBes mit Osteomyelitis (Knochenmarksentzundungen) ist nicht erwiesen.

Kinder und Jugendliche

Geben Sie dieses Arzneimittel nicht Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da Wirksamkeit und Sicherheit fur diese Altersgruppe nicht untersucht wurden (siehe Abschnitt Actimax darf nicht eingenommen werden).

Einnahme von Actimax zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie neben Actimax noch andere Arzneimittel einnehmen, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Vor der Einnahme von Actimax beachten Sie bitte Folgendes:

-    Wenn Sie Actimax gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die auf Ihr Herz wirken, einnehmen, erhoht sich das Risiko, dass sich Ihr Herzrhythmus verandert. Daher durfen Sie Actimax nicht zusammen mit den folgenden Arzneimitteln einnehmen: Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Antipsychotika (z. B. Phenothiazine, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Antiinfektiva (Saquinavir, Sparfloxacin, intravenos verabreichtes Erythromycin, Pentamidin, Malariamittel, vor allem Halofantrin), bestimmte Antiallergika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin) und andere Arzneimittel (Cisaprid, intravenos gegebenes Vincamin, Bepridil, Diphemanil).

-    Sie mussen Ihren Arzt informieren, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Ihren Kaliumspiegel im Blut erniedrigen konnen (z. B. einige Diuretika, Abfuhrmittel und Darmspulungen [haufige Anwendungen] oder Kortikosteroide [entzundungshemmende Arzneimittel], Amphotericin B) oder die Ihren Herzschlag verlangsamen konnen, da diese ebenfalls das Risiko fur schwerwiegende Herzrhythmusstorungen wahrend der Einnahme von Actimax erhohen konnen.

-    Magnesium oder Aluminium enthaltende Arzneimittel wie Arzneimittel gegen Ubersauerung des Magens (z. B. Antazida), Eisen oder Zink enthaltende Arzneimittel, Arzneimittel mit dem Wirkstoff Didanosin oder Magen-Darm-Mittel mit dem Wirkstoff Sucralfat konnen die Wirkung von Actimax Tabletten vermindern. Nehmen Sie daher Actimax Tabletten 6 Stunden vor oder nach der Anwendung dieser Arzneimittel ein.

-    Bei gleichzeitiger Einnahme von Actimax Tabletten und Aktivkohle wird die Wirkung von Actimax vermindert. Daher wird die gleichzeitige Gabe beider Arzneimittel nicht empfohlen.

- Wenn Sie gleichzeitig blutgerinnungshemmende Arzneimittel (z. B. Warfarin) einnehmen, konnte es fur Ihren Arzt notwendig sein, Ihre Blutgerinnungswerte zu kontrollieren.

Einnahme von Actimax zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Die Wirkung von Actimax wird durch Nahrungsmittel einschlieBlich Milchprodukte nicht beeinflusst.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebarfahigkeit

Sie durfen Actimax nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Tierstudien haben keine Hinweise darauf ergeben, dass Ihre Zeugungs-/Gebarfahigkeit durch die Einnahme dieses Arzneimittels beeintrachtigt wird.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Falls Sie sich nach der Einnahme von Actimax benommen fuhlen, einen akuten, vorubergehenden Verlust des Sehvermogens erleiden oder kurz bewusstlos werden, nehmen Sie bitte nicht aktiv am StraBenverkehr teil oder bedienen Maschinen.

Actimax enthalt Lactose

Bitte nehmen Sie Actimax daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Milchzuckerunvertraglichkeit leiden.

3. Wie ist Actimax einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis fur Erwachsene betragt 1 Filmtablette Actimax 400 mg 1-mal taglich.

Actimax Tabletten sind zum Einnehmen. Schlucken Sie die Filmtablette unzerkaut (um den bitteren Geschmack zu uberdecken) mit ausreichend Flussigkeit. Sie konnen Actimax unabhangig von den Mahlzeiten einnehmen. Es wird empfohlen, die Tabletten jeweils etwa zur gleichen Tageszeit einzunehmen.

Bei alteren Patienten, Patienten mit niedrigem Korpergewicht und bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich.

Die Behandlungsdauer ist abhangig von der Art der Erkrankung. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, betragt die empfohlene Behandlungsdauer mit Actimax Filmtabletten:

-    Akute Verschlechterung einer chronischen Entzundung der Bronchien

Tage

Tage

Tage

Tage


(Bronchitis):    5 bis 10

-    AuBerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzundung (Pneumonie),

ausgenommen schwere Formen:    10

-    Akute Entzundung der Nasennebenhohlen (akute bakterielle Sinusitis):    7

-    Leichte bis maBig schwere Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts

(entzundliche Erkrankungen des Beckens), einschlieBlich Infektionen der Eileiter und Infektionen der Gebarmutterschleimhaut:    14

Wenn Actimax Filmtabletten angewendet werden, um eine Behandlung abzuschlieBen, die mit Actimax Infusionslosung begonnen wurde, betragt die empfohlene Behandlungsdauer:

-    AuBerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzundung (Pneumonie) 7 bis 14 Tage Die meisten Pneumonie-Patienten wurden innerhalb von 4 Tagen auf die orale Behandlung mit Actimax Filmtabletten umgestellt.

- Haut- und Weichgewebeinfektionen    7 bis 21 Tage

Die meisten Patienten mit Haut- und Weichgewebeinfektionen wurden innerhalb von 6 Tagen auf die orale Behandlung mit Actimax Filmtabletten umgestellt.

Bitte beenden Sie die Behandlung mit Actimax nicht vorzeitig, auch wenn Sie beginnen, sich besser zu fuhlen. Wenn Sie zu fruh mit der Behandlung aufhoren, ist die Infektion womoglich noch nicht vollstandig ausgeheilt, so dass die Infektion wieder aufflammen oder sich Ihr Zustand verschlechtern kann. AuBerdem konnen Sie so die Entwicklung einer bakteriellen Resistenz gegen das Arzneimittel fordern.

Die empfohlene Dosierung und Behandlungsdauer sollten nicht uberschritten werden (siehe Abschnitte 2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Actimax beachten? und Warnhinweise und Vorsichtsmafinahmen).

Wenn Sie eine groBere Menge von Actimax eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr als eine Tablette an einem Tag eingenommen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Arzt oder Apotheker auf und nehmen Sie moglichst die restlichen Tabletten, die Verpackung oder diese Gebrauchsinformation mit, um sie Ihrem Arzt oder Apotheker zu zeigen.

Wenn Sie die Einnahme von Actimax vergessen haben

Wenn Sie vergessen haben Ihre Tablette einzunehmen, sollten Sie, sobald Sie am selben Tag daran denken, diese einnehmen. Wenn Sie einmal an einem Tag Ihre Tablette nicht eingenommen haben, nehmen Sie Ihre normale Dosis (1 Tablette) am nachsten Tag. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Einnahme auszugleichen.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich verhalten sollen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Actimax abbrechen

Wenn Sie die Behandlung mit Actimax zu fruh beenden, ist die Infektion womoglich noch nicht vollstandig ausgeheilt. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie die Behandlung mit Actimax vorzeitig beenden wollen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden wahrend der Behandlung mit Actimax beobachtet. Bei der Bewertung der Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Haufig:

Gelegentlich:

Selten:

Sehr selten:


kann bis zu 1 von 10 Patienten betreffen kann bis zu 1 von 100 Patienten betreffen kann bis zu 1 von 1.000 Patienten betreffen kann bis zu 1 von 10.000 Patienten betreffen

Infektionen

Haufig:    durch resistente Bakterien oder Pilze hervorgerufene Infektionen z. B. Mundsoor und

Pilzerkrankungen der Scheide (Candida)

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich:    Blutarmut, Verminderung weiBer Blutkorperchen (Leukozyten, Neutrophile),

Verminderung oder Vermehrung von Blutplattchen, Vermehrung bestimmter weiBer Blutkorperchen (Eosinophile), verminderte Blutgerinnung/Anstieg des INR (bestimmte Werte als MaB fur die Blutgerinnung)

Sehr selten:

erhohter Spiegel eines bestimmten Blutgerinnungsfaktors (Prothrombin)/ Verminderung des INR (bestimmte Werte als MaB fur die Blutgerinnung), erhebliche Abnahme bestimmter weiBer Blutkorperchen (Agranulozytose)

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich:    allergische Reaktionen

Selten:

schwere, plotzliche allergische Reaktionen einschlieBlich eines sehr seltenen lebensbedrohlichen Schocks (Zeichen eines Schocks sind z. B. kalter SchweiB, Blutdruckabfall, Pulsjagen), Schwellungen als Folge einer allergischen Reaktion (einschlieBlich des Kehlkopfes, moglicherweise lebensbedrohlich; allergische Odeme)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Gelegentlich:    erhohter Blutfettspiegel

Selten:    erhohter Blutzuckerspiegel,    erhohter Harnsaurespiegel

Psychiatrische Storungen

Gelegentlich:    Angstzustande, psychomotorische Uberaktivitat/Unruhe

Selten:

Gemutsschwankungen, Depressionen (sehr selten bis hin zur Selbstgefahrdung, wie z. B. Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche), Halluzination

Sehr selten:

Storung des Ich-Erlebens, psychotische Reaktionen (moglicherweise bis hin zur Selbstgefahrdung, wie z. B. Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche)

Nervensystem

Haufig:

Gelegentlich:

Kopfschmerz, Benommenheit

Hautkribbeln, veranderte Schmerzempfindlichkeit, Geschmacksstorungen (in seltenen Fallen bis zum Geschmacksverlust), Verwirrtheit und Desorientiertheit, Schlafstorungen (uberwiegend Schlaflosigkeit), Zittern, Schwindel, Schlafrigkeit

Selten:

Uberempfindlichkeit fur Schmerz-, Temperatur- und Beruhrungsreize, Geruchsstorungen (bis zum Geruchsverlust), anormale Traume, Koordinationsstorung (einschlieBlich Gangunsicherheit, insbesondere durch Benommenheit oder Schwindel), Krampfanfalle, gestorte Aufmerksamkeit, Sprachstorung, teilweiser oder vollstandiger Gedachtnisschwund, Beschwerden in Zusammenhang mit dem Nervensystem wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheits- und/oder Schwachegefuhl in den GliedmaBen

Sehr selten:

Beruhrungsempfindlichkeit

Auge

Gelegentlich:

Sehstorungen einschlieBlich Doppeltsehen und verschwommenem Sehen (insbesondere im Verlauf von Reaktionen des zentralen Nervensystems)

Sehr selten:

vorubergehender Verlust des Sehvermogens

Ohr

Selten:

Ohrgerausche (Tinnitus), Beeintrachtigung des Horvermogens, einschlieBlich Taubheit (ublicherweise reversibel)

Herz (siehe Abschnitt 2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Actimax beachten?)

Haufig:    Veranderung des Herzrhythmus (EKG) bei Patienten mit niedrigem Kaliumspiegel

Gelegentlich:

im Blut

Veranderung des Herzrhythmus (EKG), Herzklopfen, unregelmaBiger und schneller Herzschlag, Vorhofflimmern, Angina pectoris

Selten:

Sehr selten:

anormal schneller Herzrhythmus, vorubergehende Bewusstlosigkeit anormaler Herzrhythmus, lebensbedrohlicher unregelmaBiger Herzschlag, Herzstillstand

BlutgefaBe

Gelegentlich:

Erweiterung der BlutgefaBe

Selten:    Bluthochdruck, niedriger Blutdruck

Atemwege

Gelegentlich:    Atemnot einschlieBlich asthmatischer Zustande

Magen-Darm-Trakt


Haufig:

Gelegentlich:


Selten:


Ubelkeit, Erbrechen, Magen- und Bauchschmerzen, Durchfall verminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme, Verstopfung, Verdauungsstorungen, Blahungen, Magen-Darm-Entzundungen, Anstieg eines bestimmten Verdauungsenzyms im Blut (Amylase)

Schluckbeschwerden, Mundschleimhautentzundung, sehr schwerer Durchfall mit Blut und/oder Schleim (Antibiotika-assoziierte Kolitis inkl. pseudomembranoser Kolitis), in sehr seltenen Fallen mit lebensbedrohlichen Komplikationen


Leber

Haufig:

Gelegentlich:


Selten:

Sehr selten:


Anstieg bestimmter Leberenzyme im Blut (Transaminasen) Leberfunktionsstorung (einschlieBlich Anstieg eines bestimmten Leberenzyms (LDH)), Anstieg des Gallenfarbstoffes Bilirubin im Blut, Anstieg bestimmter Leberenzyme im Blut (Gamma-GT und alkalische Phosphatase)

Gelbsucht, Leberentzundung

heftige und schnell verlaufende Leberentzundung bis hin zum lebensbedrohlichen Leberversagen (einschlieBlich Todesfalle)

Haut

Gelegentlich:    Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, Hauttrockenheit

Sehr selten:    schwere, fieberhaft verlaufende Hautausschlage mit Blasenbildung und ggf. mit

Schleimhautbeteiligung, moglicherweise lebensbedrohlich (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale Nekrolyse)

Bewegungsapparat

Gelegentlich:    Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen

Selten:    Sehnenentzundung (Tendinitis), Muskelkrampfe, Muskelzucken, Muskelschwache

Sehr selten:    Sehnenrisse, Gelenkentzundung, gesteigerte Muskelspannung, Verschlimmerung

der Symptome einer Myasthenia gravis

Niere

Gelegentlich:    Austrocknung

Selten:    Nierenfunktionsstorungen (einschlieBlich Anstieg von Harnstoff und Kreatinin),

Nierenversagen

Allgemeine Nebenwirkungen

Gelegentlich:    allgemeines Unwohlsein (uberwiegend Schwachegefuhl oder Mudigkeit),

Schmerzzustande (insbesondere in Rucken, Brust, Becken und in den Extremitaten), Schwitzen

Selten:    Anschwellen von Handen, FuBen, Knochel, Lippen, Mund und Hals (Odeme)

Bei der Behandlung mit anderen Chinolonen wurden daruber hinaus sehr selten folgende Nebenwirkungen beobachtet, die moglicherweise auch bei der Einnahme von Actimax auftreten konnen: erhohter Natriumspiegel, erhohter Kalziumspiegel, verringerte Anzahl eines bestimmten Typs roter Blutkorperchen (hamolytische Anamie), Muskelreaktionen mit Schadigung der Muskelzellen, Lichtempfindlichkeitsreaktionen der Haut.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Actimax aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blisterstreifen angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht uber 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Actimax enthalt

-    Der Wirkstoff ist Moxifloxacin. Eine Filmtablette enthalt 400 mg Moxifloxacin als Hydrochlorid.

-    Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat (siehe Abschnitt Actimax enthalt Lactose), Magnesiumstearat und mikrokristalline Cellulose.

Filmuberzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Eisen(III)-oxid (E 172) und Titandioxid (E 171). Wie Actimax aussieht und Inhalt der Packung

Jede blass-rotlich gefarbte Filmtablette mit einer langlichen, nach auben gewolbten Form mit Facette und einer Abmessung von 17 x 7 Millimetern tragt die Markierung „M400“ auf der einen Seite.

Actimax ist in Polypropylen (farblos oder weib-opak)/Aluminium-Blistern in einer Faltschachtel verpackt.

Actimax ist erhaltlich in Packungen mit 5, 7 und 10 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Bayer Pharma AG 13342 Berlin


Mitvertrieb Bayer Vital GmbH 51368 Leverkusen Tel.: (02 14) 30-5 13 48 Fax: (02 14) 30-5 16 03

E-Mail-Adresse: bayer-vital@bayerhealthcare.com

Hersteller Bayer Pharma AG Betrieb: 51368 Leverkusen

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:    Actimax

Spanien:

Proflox

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Mai 2014.

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Actimax 400 mg Filmtabletten

Fachinformation Actimax 400 mg filmtabletten

FACHINFORMATION

(ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Actimax® 400 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Filmtablette enthalt 400 mg Moxifloxacin (als Hydrochlorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Die Filmtablette enthalt 68 mg Lactose-Monohydrat (entspricht 66,56 mg Lactose) (siehe Abschnitt 4.4).

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Blass rotliche Filmtabletten mit einer langlichen, nach auBen gewolbten Form mit Facette, einer Abmessung von 17 x 7 mm und der Markierung „M400“ auf der einen Seite.

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Actimax 400 mg Filmtabletten sind angezeigt zur Behandlung von folgenden bakteriellen Infektionen bei Patienten ab 18 Jahren soweit sie durch Moxifloxacin-empfindliche Erreger hervorgerufen werden (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1). Moxifloxacin sollte nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika, die fur die initiale Behandlung dieser Infektionen ublicherweise empfohlen werden, fur ungeeignet erachtet werden oder wenn diese versagt haben:

-    Akute, bakterielle Sinusitis (entsprechend diagnostiziert)

-    Akute Exazerbation der chronischen Bronchitis (entsprechend diagnostiziert)

-    Ambulant erworbene Pneumonie, ausgenommen    schwere Formen

-    Leichte bis maBig schwere entzundliche Erkrankungen des Beckens (d. h. Infektionen des oberen weiblichen Genitaltrakts, einschlieBlich Salpingitis und Endometritis), ohne einen assoziierten Tuboovarial- oder Beckenabszess.

Actimax 400 mg Filmtabletten werden nicht fur eine Monotherapie von leicht bis maBig schweren entzundlichen Erkrankungen des Beckens empfohlen, sondern sind aufgrund steigender Moxifloxacin-Resistenz von Neisseria gonorrhoeae in Kombination mit einem weiteren geeigneten Antibiotikum (z. B. einem Cephalosporin) zu geben, es sei denn Moxifloxacin-resistente Neisseria gonorrhoeae konnen ausgeschlossen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Actimax 400 mg Filmtabletten konnen auch zur abschlieBenden Behandlung bei Patienten angewendet werden, die unter der Initialtherapie mit intravenosem Moxifloxacin in den folgenden Anwendungsgebieten eine Besserung gezeigt haben:

-    ambulant erworbene Pneumonie

-    komplizierte Haut- und Weichgewebeinfektionen

Actimax 400 mg Filmtabletten sollten nicht zur Initialtherapie von Haut- und Weichgewebeinfektionen oder schwerer, ambulant erworbener Pneumonie angewendet werden.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten berucksichtigt werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosicrung (Erwachscnc)

Die cmpfohlcnc Dosis ist cinc 400-mg-Filmtablcttc cinmal taglich.

Eingeschrankte Nieren-/Leberfunktion

Bci Paticntcn mit lcicht bis stark cingcschranktcr Nicrcnfunktion odcr bci Dialyscpaticntcn, d. h. bci Hamodialysc odcr kontinuicrlich ambulantcr Pcritoncaldialysc, ist kcinc Anpassung dcr Dosicrung crfordcrlich (fur wcitcrc Dctails sichc Abschnitt 5.2).

Es licgcn kcinc ausrcichcndcn Erfahrungcn bci Paticntcn mit cingcschranktcr Lcbcrfunktion vor (sichc Abschnitt 4.3).

Besondere Patientengruppen

Bci altcrcn Paticntcn odcr bci Paticntcn mit nicdrigcm Korpcrgcwicht ist kcinc Anpassung dcr Dosicrung crfordcrlich.

Kinder und Jugendliche

Moxifloxacin ist bci Kindcrn und Jugcndlichcn (< 18 Jahrcn) kontraindizicrt. Wirksamkcit und Sichcrhcit von Moxifloxacin bci Kindcrn und Jugcndlichcn wurdcn nicht untcrsucht (sichc Abschnitt 4.3).

Art dcr Anwcndung

Dic Filmtablcttc ist unzcrkaut mit ausrcichcnd Flussigkcit zu schluckcn und kann unabhangig von dcn Mahlzcitcn cingcnommcn wcrdcn.

Daucr dcr Anwcndung

Fur Actimax 400 mg Filmtablcttcn wird folgcndc Anwcndungsdaucr cmpfohlcn:

10 Tagc 10 Tagc 7 Tagc 14 Tagc


-    Akutc Exazcrbation dcr chronischcn    Bronchitis: 5    bis

-    Ambulant crworbcnc Pncumonic:

-    Akutc baktcricllc Sinusitis:

-    Lcichtc bis maBig schwcrc cntzundlichc Erkrankungcn dcs Bcckcns:

Actimax 400 mg Filmtablcttcn wurdcn in klinischcn Studicn bis zu 14 Tagc angcwcndct.

Sequenzielle (intravenose gefolgt von oraler) Therapie In klinischcn Studicn mit scqucnzicllcr Thcrapic wurdcn dic mcistcn Paticntcn inncrhalb von 4 Tagcn (ambulant crworbcnc Pncumonic) odcr 6 Tagcn (komplizicrtc Haut- und Wcichgcwcbcinfcktioncn) von cincr intravcnoscn auf cinc oralc Bchandlung umgcstcllt. Dic cmpfohlcnc Gcsamtdaucr fur dic intravcnosc und oralc Bchandlung bctragt 7 - 14 Tagc fur ambulant crworbcnc Pncumonic und 7 - 21 Tagc fur komplizicrtc Haut- und Wcichgcwcbcinfcktioncn.

Dic cmpfohlcnc Dosis (1 x taglich 400 mg) und dic fur dic jcwciligc Indikation angcgcbcnc Bchandlungsdaucr solltcn nicht ubcrschrittcn wcrdcn.

4.3 Gegenanzeigen

-    Ubcrcmpfindlichkcit gcgcn Moxifloxacin, andcrc Chinolonc odcr cincn dcr in Abschnitt 6.1 gcnanntcn sonstigcn Bcstandtcilc

-    Schwangcrschaft und Stillzcit (sichc Abschnitt 4.6)

-    Paticntcn untcr 18 Jahrcn

-    Schncncrkrankungcn/-schadcn infolgc cincr Chinolonthcrapic in dcr Anamncsc

Sowohl in praklinischcn Untcrsuchungcn als auch bcim Mcnschcn wurdcn nach Moxifloxacin-Exposition Vcrandcrungcn dcr Hcrz-Elcktrophysiologic in Form cincr QT-Vcrlangcrung bcobachtct. Aus Grundcn dcr Arzncimittclsichcrhcit ist cinc thcrapcutischc Anwcndung von Moxifloxacin dcshalb kontraindizicrt bci Paticntcn mit:

-    angeborenen oder dokumentierten erworbenen QT-Verlangerungen,

-    Storungen des Elektrolythaushaltes, insbesondere bei unkorrigierter Hypokaliamie,

-    klinisch relevanter Bradykardie,

-    klinisch relevanter Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikularer Auswurffraktion,

-    symptomatischen Herzrhythmusstorungen in der Vorgeschichte.

Moxifloxacin sollte nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlangern, angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.5).

Aufgrund begrenzter klinischer Erfahrung ist Moxifloxacin auch kontraindiziert bei eingeschrankter Leberfunktion (Child-Pugh C) und bei Patienten mit einem Transaminasen-Anstieg > 5fach des oberen Normwertes.

4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Vor allem bei leichten Infektionen ist der Nutzen einer Moxifloxacin-Behandlung gegen die moglichen Risiken, die im Abschnitt „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen“ aufgefuhrt sind, abzuwagen.

Verlangerung des QTc-Intervalls und moglicherweise mit einer QTc-Verlangerung im Zusammenhang stehende klinische Gegebenheiten

Bei einigen Patienten verursacht Moxifloxacin eine Verlangerung des QTc-Intervalls im EKG. Die Auswertung der im Rahmen des klinischen Prufprogramms aufgezeichneten EKGs zeigte unter Moxifloxacin eine QTc-Verlangerung von 6 msec ± 26 msec, 1,4 % des Ausgangswertes. Da Frauen im Vergleich zu Mannern zu einem verlangerten QTc-Ausgangswert neigen, reagieren sie moglicherweise empfindlicher auf QTc-verlangernde Begleitmedikationen. Ebenso konnen altere Patienten empfindlicher fur Arzneimittel-assoziierte Einflusse auf das QT-Intervall sein.

Medikamente, die den Kaliumspiegel erniedrigen konnen, sollten bei Patienten unter Moxifloxacin-Behandlung mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.5).

Moxifloxacin sollte mit Vorsicht eingesetzt werden bei Patienten mit Pradisposition zu Arrhythmien (insbesondere Frauen und altere Patienten) wie z. B. mit akuter Myokardischamie oder QT-Verlangerung, da diese zu einem gesteigerten Risiko ventrikularer Arrhythmien (einschlieBlich Torsade de pointes) und Herzstillstand fuhren konnen (siehe auch Abschnitt 4.3). Das AusmaB der QT-Verlangerung kann dosisabhangig ansteigen. Daher sollte die empfohlene Dosis nicht uberschritten werden.

Wenn unter der Behandlung mit Moxifloxacin Anzeichen einer kardialen Arrhythmie auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen und ein EKG abgeleitet werden.

Uberempfindlichkeit/allergische Reaktionen

Uberempfindlichkeit und allergische Reaktionen wurden schon nach Erstanwendung fur Fluorchinolone, einschlieBlich Moxifloxacin, berichtet. Anaphylaktische Reaktionen konnen sich bis zum lebensbedrohlichen Schock entwickeln, auch bereits nach der Erstanwendung. In diesen Fallen ist Moxifloxacin abzusetzen und eine geeignete Behandlung (z. B. Schocktherapie) einzuleiten.

Schwere Lebererkrankungen

Falle von fulminanter Hepatitis, moglicherweise bis hin zum Leberversagen (einschlieBlich Todesfallen), sind im Zusammenhang mit Moxifloxacin berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen, sich arztlichen Rat einzuholen, bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer fulminanten Lebererkrankung wie schnell entwickelnde Asthenie begleitet von Ikterus, Dunkelfarbung des Urins, Blutungsneigung oder hepatische Enzephalopathie entwickeln.

Die Leberfunktion sollte bei Anzeichen einer Funktionsstorung uberpruft werden.

Schwerwiegende bullose Hautreaktionen

Fur Moxifloxacin wurden Falle von bullosen Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxisch-epidermaler Nekrolyse berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sind darauf hinzuweisen, sich arztlichen Rat einzuholen bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn Haut- und/oder Schleimhautreaktionen auftreten.

Patienten, die zu Krampfanfallen neigen

Chinolone konnen Krampfe auslosen. Daher ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Moxifloxacin bei Patienten mit ZNS-Erkrankungen oder bei Vorliegen anderer Risikofaktoren, die zu Krampfanfallen pradisponieren oder die Krampfschwelle herabsetzen. Im Falle des Auftretens von Krampfanfallen ist die Behandlung mit Moxifloxacin abzubrechen und geeignete MaBnahmen sind einzuleiten.

Periphere Neuropathie

Falle sensorischer oder sensomotorischer Polyneuropathie, die zu Parasthesien, Hypasthesien, Dysasthesien oder Schwache fuhrten, wurden bei Patienten, die mit Chinolonen, einschlieBlich Moxifloxacin, behandelt wurden, berichtet. Mit Moxifloxacin behandelten Patienten sollte angeraten werden, ihren Arzt zu informieren, wenn Symptome einer Neuropathie wie z. B. Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefuhl oder Schwache auftreten (siehe Abschnitt 4.8), bevor die Behandlung fortgesetzt wird.

Psychiatrische Reaktionen

Psychiatrische Reaktionen konnen bereits nach der ersten Gabe von Chinolonen, einschlieBlich Moxifloxacin, auftreten. In sehr seltenen Fallen fuhrten Depressionen oder psychotische Reaktionen bis hin zu Selbstmordgedanken und selbstgefahrdendem Verhalten wie z. B. Suizidversuchen (siehe Abschnitt 4.8). Falls diese Reaktionen beim Patienten auftreten, ist Moxifloxacin abzusetzen und geeignete MaBnahmen sind einzuleiten. Vorsicht ist geboten, wenn Moxifloxacin bei psychotischen Patienten oder Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte angewendet werden soll.

Antibiotika-assoziierte Diarrhoe einschl. Kolitis

Antibiotika-assoziierte Diarrhoe (AAD) und Antibiotika-assoziierte Kolitis (AAC) einschlieBlich pseudomembranoser Kolitis und Clostridium difficile-assoziierter Diarrhoe sind im Zusammenhang mit der Anwendung von Breitspektrum-Antibiotika, einschlieBlich Moxifloxacin, beschrieben und konnen von einer leichten Diarrhoe bis zur todlichen Kolitis reichen. Daher ist es wichtig, dies bei der Diagnose bei Patienten in Betracht zu ziehen, die wahrend oder nach der Anwendung von Moxifloxacin eine schwere Diarrhoe entwickeln. Wenn eine AAD oder AAC vermutet oder nachgewiesen ist, sollte die derzeitige Behandlung mit Antibiotika, einschlieBlich Moxifloxacin, abgebrochen werden und angemessene TherapiemaBnahmen unverzuglich ergriffen werden. AuBerdem sollten geeignete MaBnahmen zur Infektionskontrolle durchgefuhrt werden, um das Ubertragungsrisiko zu mindern. Arzneimittel, die die Darmtatigkeit hemmen, sind bei Patienten, die eine schwere Diarrhoe entwickeln, kontraindiziert.

Patienten mit Myasthenia gravis

Moxifloxacin sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis mit Vorsicht angewendet werden, da sich die Symptome verschlimmern konnen.

Sehnenentzundung, Sehnenruptur

Sehnenentzundungen und Rupturen (insbesondere der Achilles-Sehne), manchmal beidseitig, konnen bereits innerhalb von 48 Stunden nach Beginn einer Behandlung mit Chinolonen, einschlieBlich Moxifloxacin, auftreten. Daruber wurde noch bis zu mehrere Monate nach Absetzen der Behandlung berichtet. Das Risiko fur Tendinitis und Sehnenruptur ist bei alteren Patienten oder bei gleichzeitiger Gabe von Kortikosteroiden erhoht. Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzundung sollten die Patienten daher die Einnahme von Moxifloxacin abbrechen, die betroffenen GliedmaBen ruhigstellen und sofort ihren Arzt konsultieren, um eine geeignete Behandlung (z. B. Immobilisierung) der betroffenen Sehne einzuleiten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).

Patienten mit Nierenfunktionsstorungen

Bei alteren Patienten, die an Nierenfunktionsstorungen leiden und die nicht ausreichend Flussigkeit zu sich nehmen, sollte Moxifloxacin mit Vorsicht eingesetzt werden, da Dehydration das Risiko von Nierenversagen erhohen kann.

Sehstorungen

Bei einer Beeintrachtigung des Sehens oder Sehorgans ist der Augenarzt umgehend zu konsultieren (siehe Abschnitte 4.7 und 4.8).

Vermeidung von Photosensitivitatsreaktionen

Chinolone konnen Photosensitivitatsreaktionen hervorrufen. Moxifloxacin zeigte jedoch in Studien ein geringeres Risiko zur Auslosung von Photosensitivitat. Trotzdem sollte den Patienten geraten werden, wahrend der Behandlung mit Moxifloxacin UV-Bestrahlung zu vermeiden und sich nicht ubermaBigem und/oder starkem Sonnenlicht auszusetzen.

Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel

Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel in der Familienanamnese oder vorliegendem Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel konnen unter Behandlung mit Chinolonen hamolytische Reaktionen entwickeln. Daher sollte Moxifloxacin bei diesen Patienten mit Vorsicht angewandt werden.

Patienten mit Galactoseintoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption Patienten mit der seltenen hereditaren Galactoseintoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Patientinnen mit entzundlichen Erkrankungen des Beckens

Fur Patientinnen mit komplizierten entzundlichen Erkrankungen des Beckens (z. B. mit einem Tuboovarial- oder Beckenabszess), fur die eine intravenose Behandlung als notwendig erachtet wird, ist eine Behandlung mit Actimax 400 mg Filmtabletten nicht angezeigt.

Entzundliche Erkrankungen des Beckens konnen durch Fluorchinolon-resistente Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen werden. Daher ist in solchen Fallen die empirische Moxifloxacin-Therapie um ein weiteres geeignetes Antibiotikum (z. B. ein Cephalosporin) zu erganzen, es sei denn Moxifloxacin-resistente Neisseria gonorrhoeae konnen ausgeschlossen werden. Falls nach 3-tagiger Behandlung keine klinische Besserung erzielt wird, sollte die Therapie uberdacht werden.

Patienten mit bestimmten cSSSI

Die klinische Wirksamkeit von intravenosem Moxifloxacin bei der Behandlung von schweren Verbrennungen, Fasziitis und Infektionen des diabetischen FuBes mit Osteomyelitis ist nicht erwiesen.

Beeintrachtigung mikrobiologischer Tests

Eine Behandlung mit Moxifloxacin kann durch Hemmung des Wachstums von Mykobakterien zu falsch negativen Kulturergebnissen fur Mycobacterium spp. in Proben von Patienten, die gerade Moxifloxacin erhalten, fuhren.

Patienten mit MRSA-Infektionen

Moxifloxacin wird nicht fur die Behandlung von MRSA-Infektionen empfohlen. Wenn vermutet oder nachgewiesen ist, dass eine Infektion durch MRSA verursacht wird, sollte die Behandlung mit einem geeigneten Antibiotikum begonnen werden (siehe Abschnitt 5.1).

Kinder und Jugendliche

Aufgrund negativer Effekte von Moxifloxacin auf den Knorpel juveniler Tiere (siehe Abschnitt 5.3) ist die Anwendung von Moxifloxacin bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Ein additiver Effekt von Moxifloxacin und anderen QTc-Intervall-verlangernden Arzneimitteln auf die QT-Intervallverlangerung kann nicht ausgeschlossen werden. Dies konnte zu einem gesteigerten Risiko ventrikularer Arrhythmien, einschlieBlich Torsade de pointes, fuhren. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von Moxifloxacin mit folgenden Arzneimitteln kontraindiziert (siehe auch Abschnitt 4.3):

-    Antiarrhythmika der Klasse IA (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)

-    Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid,    Ibutilid)

-    Antipsychotika (z. B. Phenothiazin, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid)

-    trizyklische Antidepressiva

-    bestimmte antimikrobielle Wirkstoffe (Saquinavir, Sparfloxacin, Erythromycin i.v., Pentamidin, Malariamittel, vor allem Halofantrin)

-    bestimmte Antihistaminika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin)

-    andere (Cisaprid, Vincamin i.v., Bepridil, Diphemanil)

Moxifloxacin sollte bei Patienten mit Vorsicht angewendet werden, wenn diese mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Kaliumspiegel vermindern (z. B. Schleifen- und Thiazid-Diuretika, Laxanzien und Darmspulungen [haufige Anwendungen], Kortikosteroide, Amphotericin B) oder eine klinisch signifikante Bradykardie verursachen konnen.

Zwischen der Verabreichung eines Arzneimittels, das zwei- oder dreiwertige Kationen enthalt (z. B. Magnesium oder Aluminium enthaltende Antazida, Didanosin-Tabletten, Sucralfat, Eisen- oder Zink-haltige Arzneimittel), und der Gabe von Moxifloxacin sollten etwa 6 Stunden verstreichen.

Bei gleichzeitiger oraler Verabreichung von Aktivkohle und 400 mg Moxifloxacin wurde die Resorption deutlich vermindert und die systemische Verfugbarkeit des Wirkstoffes um mehr als 80 % verringert. Daher wird die gleichzeitige Gabe beider Arzneimittel nicht empfohlen (auBer bei Uberdosierung, siehe auch Abschnitt 4.9).

Nach wiederholter Gabe induzierte Moxifloxacin eine ca. 30 %ige Erhohung der maximalen Plasmaspiegel von Digoxin; AUC und Troughspiegel (Talspiegel) blieben jedoch unbeeinflusst. Bei der gemeinsamen Anwendung mit Digoxin ist keine besondere VorsichtsmaBnahme erforderlich.

Bei gleichzeitiger oraler Gabe von Moxifloxacin und Glibenclamid ist es in Studien bei Probanden mit Diabetes zu einer Erniedrigung der maximalen Plasmakonzentration von Glibenclamid um ca. 21 % gekommen. Die Kombination von Glibenclamid und Moxifloxacin konnte theoretisch zu einer leichten und vorubergehenden Hyperglykamie fuhren. Die beobachteten pharmakokinetischen Veranderungen fuhrten jedoch nicht zu veranderten pharmakodynamischen Parametern (Blutglukose, Insulin). Daher wurde keine klinisch relevante Wechselwirkung zwischen Moxifloxacin und Glibenclamid beobachtet.

INR-Veranderungen

In vielen Fallen wurde eine gesteigerte Wirkung von Antikoagulanzien bei Patienten unter Antibiotikabehandlung berichtet, vor allem bei Behandlung mit Fluorchinolonen, Makroliden, Tetrazyklinen, Cotrimoxazol und einigen Cephalosporinen. Ansteckungs- und Entzundungsbedingungen scheinen neben Alter und Allgemeinzustand des Patienten Risikofaktoren zu sein. Unter diesen Umstanden ist es schwierig abzuschatzen, ob die INR-Storungen (international normalised ratio) durch die Infektionskrankheit oder durch ihre Behandlung hervorgerufen wurden. Eine VorsichtsmaBnahme ware eine haufigere Kontrolle der Gerinnungsparameter. Falls erforderlich, ist die Dosierung oraler Antikoagulanzien anzupassen.

Klinische Studien zeigten keine Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Verabreichung von Moxifloxacin mit: Ranitidin, Probenecid, oralen Kontrazeptiva, Calciumpraparaten, parenteral verabreichtem Morphin, Theophyllin, Ciclosporin oder Itraconazol.

In-vitro-Untersuchungen mit menschlichen Cytochrom-P450-Enzymen stutzten diese Ergebnisse. Unter Berucksichtigung dieser Befunde sind keine metabolischen Interaktionen durch Cytochrom-P450-Enzyme zu erwarten.

Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln

Moxifloxacin zeigt keine klinisch relevante Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln, auch nicht mit Milchprodukten.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangcrschaft

Zur Anwcndung von Moxifloxacin in dcr Schwangcrschaft licgcn kcinc Erkcnntnissc vor. Tierexperimentelle Studicn habcn cinc Rcproduktionstoxizitat gczcigt (sichc Abschnitt 5.3). Das potcnticllc Risiko fur den Menschen ist nicht bckannt. Aufgrund dcs fur Fluorchinolonc aus tierexperimentellen Studicn bckanntcn Risikos fur Knorpelschaden gcwichtstragcndcr Gclcnkc bci juvcnilcn Ticrcn und aufgrund rcvcrsiblcr Gclcnkschadigungcn, die bci Kindern untcr Bchandlung mit cinigcn Fluorchinoloncn beschrieben wurdcn, darf Moxifloxacin in dcr Schwangcrschaft nicht angewendet wcrdcn.

Stillzeit

Es licgcn kcinc Datcn fur stillcndc Frauen vor. Praklinischc Datcn wciscn darauf hin, dass geringe Mcngcn Moxifloxacin in die Milch ubcrgchcn. Aufgrund fchlcndcr Datcn fur den Menschen und dcs fur Fluorchinolonc aus tierexperimentellen Studicn bckanntcn Risikos fur Knorpelschaden gcwichtstragcndcr Gclcnkc bci juvcnilcn Ticrcn, ist das Stillcn wahrend dcr Moxifloxacin-Behandlung kontraindiziert (sichc Abschnitt 4.3).

Fertilitat

Ticrstudicn wciscn nicht auf cinc Beeintrachtigung dcr Fertilitat hin (sichc Abschnitt 5.3).

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurdcn kcinc Studicn zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt. Allcrdings konncn Fluorchinolonc, cinschlicBlich Moxifloxacin, die Fahigkeit dcs Paticntcn, Auto zu fahrcn oder Maschinen zu bedienen, aufgrund von ZNS-Reaktionen (z. B. Bcnommcnhcit; akut auftretender, vorubcrgchcndcr Vcrlust dcs Sehvermogens, sichc Abschnitt 4.8) oder plotzlicher und kurzfristiger Bcwusstlosigkcit (Synkope, sichc Abschnitt 4.8) beeintrachtigen. Die Paticntcn solltcn ihrc Reaktion auf Moxifloxacin bcobachtcn, bcvor sic aktiv am StraBcnvcrkchr tcilnchmcn oder Maschinen bedienen.

4.8    Nebenwirkungen

Die folgcndcn unerwunschten Wirkungcn wurdcn in klinischcn Studicn mit 400 mg Moxifloxacin (oral und Sequenztherapie) bcrichtct. Die unerwunschten Wirkungcn wcrdcn gemaB ihrcr Haufigkeit aufgcfuhrt.

AuBer Ubclkcit und Durchfall wurdcn allc Nebenwirkungen mit cincr Haufigkeit < 3 % bcobachtct.

Innerhalb jcdcr Haufigkcitsgruppc sind die Nebenwirkungen nach abnchmcndcm Schwcrcgrad angegeben. Die Haufigkcitskatcgoricn sind wic folgt festgelegt:

-    Haufig (> 1/100, < 1/10)

-    Gclcgcntlich (> 1/1.000, < 1/100)

-    Scltcn (> 1/10.000, < 1/1.000)

-    Schr scltcn (< 1/10.000)

Systemorgan-klasse (MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Infektionen und

parasitare

Erkrankungen

Durch rcsistcntc Baktcricn odcr Pilzc vcrursachtc Superinfektionen z. B. oralc und vaginalc Candidose

Systemorgan-klasse (MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsytems

Anamie

Leukopenie

Neutropenie

Thrombopenie

Thrombozythamie

Eosinophilie

Verlangerte

Prothrombinzeit/

INR-Anstieg

Anstieg des Prothrombin-spiegels/INR-Abfall

Agranulozytose

Erkrankungen

des

Immunsystems

Allergische Reaktionen (siehe Abschnitt 4.4)

Anaphylaxie inkl.

lebensbedroh-

lichem Schock

(sehr selten, siehe

Abschnitt 4.4)

Allergisches

Odem/Angioodem

(inkl. Larynxodem,

moglicherweise

lebensbedrohlich,

siehe

Abschnitt 4.4)

Stoffwechsel- und

Ernahrungs-

storungen

Hyperlipidamie

Hyperglykamie

Hyperurikamie

Psychiatrische

Erkrankungen

Angstzustande

Psychomotorische

Hyperaktivitat/

Agitiertheit

Emotionale

Labilitat

Depression (in sehr seltenen Fallen moglicherweise bis hin zur

Selbstgefahrdung, wie z. B. Suizid-gedanken oder Suizidversuche, siehe

Abschnitt 4.4) Halluzination

Depersonalisation

Psychotische

Reaktionen

(moglicherweise

bis hin zur

Selbstgefahrdung,

wie z. B. Suizid-

gedanken oder

Suizidversuche,

siehe

Abschnitt 4.4)

Systemorgan-klasse (MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen

des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Benommenheit

Par- und

Dysasthesie

Geschmackssto-

rungen (inkl.

Geschmacksverlust

in sehr seltenen

Fallen)

Verwirrtheit und

Desorientiertheit

Schlafstorungen

(uberwiegend

Insomnie)

Zittern

Schwindel

Schlafrigkeit

Hypasthesie

Geruchsstorungen

(inkl.

Geruchsverlust) Anormale Traume Koordinations-storungen (inkl. Gangunsicherheit, insb. durch Benommenheit oder Schwindel) Krampfe inkl. Grand-mal-Anfallen (siehe Abschnitt 4.4) Gestorte

Aufmerksamkeit

Sprachstorungen

Amnesie

Periphere

Neuropathie und

Polyneuropathie

Hyperasthesie

Augenerkran-

kungen

Sehstorungen inkl. Diplopie und verschwommenem Sehen (insb. im Verlauf von ZNS-Reaktionen, siehe Abschnitt 4.4)

Vorubergehender Verlust des Sehvermogens (insb. im Verlauf von ZNS-Reaktionen, siehe Abschnitte 4.4 und 4.7)

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Tinnitus

Beeintrachtigung

des Horvermogens,

einschlieBlich

Taubheit

(ublicherweise

reversibel)

Herz-

erkrankungen

QT-V erlangerung bei Patienten mit Hypokaliamie (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.4)

QT-Verlangerung

(siehe

Abschnitt 4.4) Palpitationen Tachykardie Vorhofflimmern Angina pectoris

Ventrikulare Tachyarrhythmien Synkope (d.h. plotzliche und kurzfristige Bewusstlosigkeit)

Unspezifische Arrhythmien Torsade de pointes (siehe

Abschnitt 4.4) Herzstillstand (siehe

Abschnitt 4.4)

GefaBerkrankun-

gen

Vasodilatation

Hypertonie

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe (inkl.

asthmatischer

Zustande)

Systemorgan-klasse (MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen

des

Gastrointestinal-

trakts

Ubelkeit

Erbrechen

Gastrointestinale

und abdominelle

Schmerzen

Durchfall

Verminderter

Appetit und

verminderte

Nahrungs-

aufnahme

Verstopfung

Dyspepsie

Blahungen

Gastritis

Amylaseanstieg

Dysphagie Stomatitis Antibiotika-assoziierte Kolitis (inkl.

pseudomembranos er Kolitis, in sehr seltenen Fallen mit lebensbedrohlichen Komplikationen, siehe

Abschnitt 4.4)

Leber- und

Gallenerkran-

kungen

Transaminasen-

anstieg

Leberfunktions-

storung (inkl.

LDH-Anstieg)

Bilirubinanstieg

Gamma-GT-

Anstieg

Anstieg der

alkalischen

Phosphatase

Ikterus

Hepatitis

(uberwiegend

cholestatisch)

Fulminante

Hepatitis,

moglicherweise bis hin zum

lebensbedrohlichen Leberversagen (inkl. Todesfalle, siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes

Pruritus

Rash

Urtikaria

Hauttrockenheit

Bullose

Hautreaktionen

wie Stevens-

Johnson-Syndrom

oder toxisch-

epidermale

Nekrolyse

(moglicherweise

lebensbedrohlich,

siehe

Abschnitt 4.4)

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und

Knochenerkran-

kungen

Arthralgie

Myalgie

Tendinitis (siehe Abschnitt 4.4) Muskelkrampfe Muskelzucken Muskelschwache

Sehnenruptur

(siehe

Abschnitt 4.4) Arthritis Gesteigerte Muskelspannung Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Dehydration

Nierenfunktions-storung (inkl. Blutharnstoff- und Kreatinin-Anstieg) Nierenversagen (siehe

Abschnitt 4.4)

Systemorgan-klasse (MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungs-

ort

Allgemeines

Unwohlsein

(uberwiegend

Asthenie oder

Mudigkeit)

Schmerzzustande

(inkl. Schmerzen

in Rucken, Brust,

Becken und

Extremitaten)

Schwitzen

Odeme

Bei der Behandlung mit anderen Fluorchinolonen wurden sehr selten folgende Nebenwirkungen beobachtet, die moglicherweise auch bei einer Anwendung von Moxifloxacin auftreten konnen: Hypernatriamie, Hyperkalzamie, hamolytische Anamie, Rhabdomyolyse, photosensitive Reaktionen (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Nach versehentlicher Uberdosierung werden keine besonderen Gegenmabnahmen empfohlen. Im Falle einer Uberdosierung sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Eine EKG-Uberwachung sollte aufgrund des moglichen Auftretens einer QT-Intervallverlangerung durchgefuhrt werden. Bei oraler Verabreichung von 400 mg Moxifloxacin vermindert die gleichzeitige Gabe von Aktivkohle die systemische Verfugbarkeit von Moxifloxacin um mehr als 80 %. Nach oraler Uberdosierung kann die fruhzeitige Gabe von Aktivkohle wahrend der Resorptionsphase zur Verhinderung uberhohter Plasmaspiegel sinnvoll sein.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Chinolon-Antibiotika, Fluorchinolone, ATC-Code: J01MA14 Wirkmechanismus

Moxifloxacin besitzt in-vitro-Aktivitat gegen ein breites Spektrum von Gram-positiven und Gram-negativen Krankheitserregern. Die bakterizide Wirkung von Moxifloxacin resultiert aus einer Hemmung der beiden Typ-II-Topoisomerasen (DNS-Gyrase und Topoisomerase IV), die bei der Replikation, Transkription und Reparatur der bakteriellen DNS benotigt werden. Der C8-Methoxy-Substituent scheint im Vergleich zum C8-H-Substituenten zu einer gesteigerten Aktivitat und einer geringeren Selektion von resistenten Mutanten bei Gram-positiven Bakterien zu fuhren. Der sperrige Bicycloamin-Substituent in der C-7-Position verhindert den aktiven Efflux, der mit norA- oder pmrA-Genen in Verbindung gebracht wird, die in bestimmten Gram-positiven Bakterien zu finden sind.

Pharmakodynamische Untersuchungen haben gezeigt, dass Moxifloxacin die Erreger konzentrationsabhangig abtotet. Die minimalen bakteriziden Konzentrationen (MBK) liegen im Bereich der minimalen Hemmkonzentrationen (MHK).

Wirkung auf die Darmflora des Menschen

Bei Probanden wurden nach oraler Gabe von Moxifloxacin folgende Veranderungen der Darmflora beobachtet: Escherichia coli, Bacillus spp., Enterococcus spp., Klebsiella spp. sowie die Anaerobier Bacteroides vulgatus, Bifidobacterium spp., Eubacterium spp. und Peptostreptococcus spp. waren in der Anzahl vermindert. Bei Bacteroides fragilis zeigte sich ein Anstieg. Innerhalb von 2 Wochen wurden wieder Normalwerte erreicht.

Resistenzmechanismus

Resistenzmechanismen, die Penicilline, Cephalosporine, Aminoglykoside, Makrolide und Tetracycline inaktivieren, beeinflussen nicht die antibakterielle Aktivitat von Moxifloxacin. Andere Resistenzmechanismen wie Permeationsbarrieren (haufig bei Pseudomonas aeruginosa) und Effluxmechanismen konnen die Empfindlichkeit gegenuber Moxifloxacin beeinflussen. In-vitro-Resistenz gegen Moxifloxacin entwickelt sich schrittweise durch Mutationen an den Bindungsstellen in den beiden Typ-II-Topoisomerasen DNS-Gyrase und Topoisomerase IV. Moxifloxacin stellt ein schlechtes Substrat fur die aktiven Effluxmechanismen in Gram-positiven Organismen dar.

Mit anderen Fluorchinolonen wird eine Kreuzresistenz beobachtet. Da Moxifloxacin bei einigen Gram-positiven Bakterien beide Topoisomerasen II und IV mit gleicher Aktivitat hemmt, konnen Bakterien, die gegen andere Fluorchinolone resistent sind, dennoch gegenuber Moxifloxacin empfindlich sein.

Grenzwerte (Breakpoints)

Klinische EUCAST-MHK- und Plattchendiffusions-Grenzwerte fur Moxifloxacin (01.01.2012):

Spezies

sensibel

resistent

Staphylococcus spp.

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

> 24 mm

< 21 mm

S. pneumoniae

< 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

> 22 mm

< 22 mm

Streptococcus Gruppen A, B, C, G

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

> 18 mm

< 15 mm

H. influenzae

< 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

> 25 mm

< 25 mm

M. catarrhalis

< 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

> 23 mm

< 23 mm

Enterobacteriaceae

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

> 20 mm

< 17 mm

Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte*

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

*Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte wurden hauptsachlich auf Basis von pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Daten ermittelt und sind unabhangig von der MHK-Verteilung bestimmter Spezies. Sie sind nur anwendbar auf Spezies, die keine Spezies-spezifischen Grenzwerte haben und sind nicht anwendbar auf Spezies, bei denen die

Interpretationskriterien noch zu bestimmen sind.

Mikrobiologische Empfindlichkeit

Die Haufigkeit der erworbenen Resistenz kann fur ausgewahlte Spezies geographisch und zeitlich variieren, und lokale Informationen uber Resistenzen sind wunschenswert, insbesondere wenn schwere Infektionen behandelt werden. Bei Bedarf sollte der Rat eines Experten eingeholt werden, wenn die ortliche Pravalenz der Resistenz den Nutzen des Wirkstoffes bei mindestens einigen Infektionen in Frage stellt.

_Ublicherweise empfindliche Spezies_

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Gardnerella vaginalis

Staphylococcus aureus* (Methicillin-empfindlich)

Streptococcus agalactiae (Gruppe B)

Streptococcus milleri--Gruppe* (S. anginosus, S. constellatus und S. intermedius)


Streptococcus pneumoniae *

Streptococcus pyogenes* (Gruppe A)

Streptococcus viridans-Gruppe (S. viridans, S. mutans, S. mitis, S. sanguinis, S. salivarius,

S. thermophilus)_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen Acinetobacter baumanii Haemophilus influenzae*

Haemophilus parainfluenzae*

Legionella pneumophila

Moraxella (Branhamella) catarrhalis*_

Anaerobe Mikroorganismen Fusobacterium spp.

Prevotella spp._

Andere Mikroorganismen

Chlamydia (Chlamydophila) pneumoniae*

Chlamydia trachomatis*

Coxiella burnetii Mycoplasma genitalium Mycoplasma hominis

Mycoplasma pneumoniae*_

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen konnen

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus faecalis*

Enterococcus faecium*

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)+_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Enterobacter cloacae*

Escherichia coli*#

Klebsiella pneumoniae*#

Klebsiella oxytoca Neisseria gonorrhoeae*+

Proteus mirabilis*_

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides fragilis*

Peptostreptococcus spp.*_

_Von Natur aus resistente Spezies_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Pseudomonas aeruginosa_

*In klinischen Studien in den zugelassenen Indikationen wurde die Wirksamkeit bei empfindlichen Stammen zufriedenstellend nachgewiesen.

#ESBL-produzierende Stamme sind im Allgemeinen resistent gegenuber Fluorchinolonen +Resistenzrate > 50 % in einem oder mehreren EU-Landern


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Bioverfugbarkeit

Nach oraler Gabe wird Moxifloxacin schnell und nahezu vollstandig resorbiert. Die absolute Bioverfugbarkeit betragt ca. 91 %.

Nach Einzeldosen zwischen 50 und 800 mg Moxifloxacin und nach 10tagiger Gabe von bis zu 600 mg einmal taglich ist die Pharmakokinetik linear. Plasmaspitzenkonzentrationen von 3,1 mg/l werden 0,5 bis 4 Stunden nach Einnahme von 400 mg erreicht. Im Steady-State (400 mg einmal taglich) werden maximale und minimale Plasmakonzentrationen von 3,2 bzw. 0,6 mg/l erreicht. Im Steady-State ist die Exposition innerhalb des Dosierungsintervalls ca. 30 % hoher als nach erstmaliger Gabe.


Verteilung

Moxifloxacin wird sehr schnell in den Extravasalraum verteilt; nach einer Gabe von 400 mg betragt die AUC ca. 35 mg-h/l. Das Verteilungsvolumen im Steady-State (Vss) betragt ca. 2 l/kg. In-vitro-und ex-vivo--Untersuchungen ergaben eine Proteinbindung von ca. 40 - 42 % unabhangig von der Wirkstoffkonzentration. Moxifloxacin wird hauptsachlich an Serumalbumin gebunden.

Folgende Maximalkonzentrationen (geometrischer Mittelwert) wurden nach einmaliger oraler Gabe von 400 mg Moxifloxacin gemessen:

Gewebe

Konzentration

Verhaltnis: Gewebe/Plasma

Plasma

3,1 mg/l

-

Speichel

3,6 mg/l

0,75 - 1,3

Blasenflussigkeit

1,61 mg/l

1,71

Bronchialschleimhaut

5,4 mg/kg

1,7 - 2,1

Alveolarmakrophagen

56,7 mg/kg

18,6 - 70,0

Epithelialer

Flussigkeitsfilm

20,7 mg/l

5 - 7

Kieferhohlen

7,5 mg/kg

2,0

Siebbeinzellen

8,2 mg/kg

2,1

Nasenpolypen

9,1 mg/kg

2,6

Interstitielle Flussigkeit

1,02 mg/l

0,8 - 1,423

Weiblicher Genitaltrakt*

10,24 mg/kg

1,724

* intravenose Verabreichung einer 400 mg Einzeldosis

1    10 Stunden nach Verabreichung

2    freie Konzentration

3    von 3 Stunden bis 36 Stunden nach Verabreichung

4    am Ende der Infusion

Biotransformation

Moxifloxacin unterliegt einer Phase-II-Biotransformation und wird renal und biliar unverandert und in Form einer Sulfo-Verbindung (M1) und eines Glucuronids (M2) ausgeschieden. Die einzigen fur den Menschen relevanten Metaboliten Ml und M2 sind mikrobiologisch inaktiv.

In klinischen Phase-I- und in-vitro-Studien wurden keine stoffwechselrelevanten pharmakokinetischen Interaktionen mit anderen Wirkstoffen infolge Phase-I-Biotransformation unter Beteiligung von Cytochrom-P450-Enzymen beobachtet. Es gibt keinen Hinweis auf einen oxidativen Metabolismus.

Elimination

Moxifloxacin wird aus dem Plasma mit einer mittleren terminalen Halbwertszeit von ca. 12 Stunden eliminiert. Die durchschnittliche scheinbare Gesamt-Korper-Clearance nach Gabe von 400 mg liegt im Bereich von 179 bis 246 ml/min. Die renale Clearance erreichte etwa 24 - 53 ml/min und lasst auf eine partielle tubulare Reabsorption der Substanz in der Niere schlieBen. Nach einer Gabe von 400 mg werden im Urin (ca. 19 % unverandert, ca. 2,5 % als Ml und ca. 14 % als M2) und in den Faeces (ca. 25 % unverandert und ca. 36 % als M1, keine Ausscheidung von M2) insgesamt etwa 96 % wiedergefunden.

Die gleichzeitige Gabe von Moxifloxacin und Ranitidin oder Probenecid veranderte die renale Clearance des Wirkstoffes nicht.

Áltere Patienten und Patienten mit niedrigem Korpergewicht

Bei gesunden Probanden mit niedrigem Korpergewicht (wie Frauen) und bei alteren Probanden werden hohere Plasmakonzentrationen beobachtet.

Eingeschrankte Nierenfunktion

Bei Niereninsuffizienz (einschlieBlich Kreatinin-Clearance > 20 ml/min/1,73 m2) ist die Pharmakokinetik von Moxifloxacin nicht signifikant verandert. Die Konzentrationen des Metaboliten

M2 (Acylglukuronid des Moxifloxacins) steigen mit abnehmender Nierenfunktion auf das bis zu 2,5fache an (bei einer Kreatinin-Clearance von < 30 ml/min/1,73 m2).

Eingeschrankte Leberfunktion

Die bisherigen pharmakokinetischen Untersuchungen bei Patienten mit Leberinsuffizienz (Child-Pugh A, B) lassen keine eindeutigen Schlussfolgerungen uber Veranderungen gegenuber Lebergesunden zu. Eingeschrankte Leberfunktion geht mit einer Erhohung der Plasmaspiegel des Metaboliten Ml einher. Die Spiegel des unveranderten Wirkstoffes bleiben vergleichbar mit denen bei gesunden Freiwilligen. Es gibt keine ausreichende Erfahrung uber die klinische Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstorung.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Bei Ratten und Affen wurde ein Einfluss auf das hamatopoetische System (leichter Abfall der Erythrozyten- und Thrombozytenzahl) beobachtet. Wie bei anderen Chinolonen wurde bei Ratten, Affen und Hunden Hepatotoxizitat (erhohte Leberenzyme und vacuolare Degeneration) beobachtet.

Bei Affen trat ZNS-Toxizitat (Krampfe) auf. Diese Effekte wurden nur nach Gabe hoher Moxifloxacin-Dosen oder nach langerer Behandlung beobachtet.

Moxifloxacin war, wie andere Chinolone auch, in vitro in Bakterien und Saugerzellen genotoxisch. Da diese Effekte auf die Interaktion mit der bakteriellen Gyrase und - in wesentlich hoheren Konzentrationen - auf die Interaktion mit der Topoisomerase II in Saugerzellen zuruckgefuhrt werden konnen, kann ein Schwellenwert fur die Genotoxizitat angenommen werden. In in-vivo-Tests wurde trotz sehr hoher Moxifloxacin-Dosen kein Hinweis auf Genotoxizitat gefunden. Daher ist bei therapeutischer Dosierung beim Menschen ein ausreichender Sicherheitsabstand gegeben. In einem Initiations-Promotionsmodell an Ratten wurden keine Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung von Moxifloxacin gefunden.

Viele Chinolone sind photoreaktiv und konnen phototoxische, photomutagene und photokanzerogene Effekte auslosen. Im Gegensatz dazu erwies sich Moxifloxacin in einem umfassenden Programm von in-vitro- und in-vivo-Untersuchungen als frei von phototoxischen und photogenotoxischen Eigenschaften. Unter gleichen Bedingungen traten bei anderen Chinolonen bereits Effekte auf.

Bei hohen Konzentrationen hemmt Moxifloxacin die schnelle Komponente des ,,delayed-rectifier“ Kaliumausstroms am Herzen und kann so das QT-Intervall verlangern. In toxikologischen Studien an Hunden mit oralen Dosen von > 90 mg/kg, die zu Plasmakonzentrationen > 16 mg/l fuhrten, wurden QT-Intervallverlangerungen aber keine Arrhythmien ausgelost. Nur nach sehr hoher intravenoser Gabe von mehr als dem 50fachen der humantherapeutischen Dosis (> 300 mg/kg), die zu Plasmakonzentrationen von > 200 mg/l (mehr als das 40fache des therapeutischen Spiegels) fuhrten, wurden bei Hunden reversible, nicht-todliche ventrikulare Arrhythmien beobachtet.

Von Chinolonen ist bekannt, dass sie Schadigungen im Knorpel der groben Gelenke bei nicht ausgewachsenen Tieren verursachen. Die niedrigste orale Dosierung von Moxifloxacin, die bei Junghunden Gelenks-Toxizitat hervorrief, war viermal hoher als die empfohlene therapeutische Dosis von 400 mg (bei einem angenommenen Korpergewicht von 50 kg) auf einer mg/kg Basis mit zwei- bis dreifach hoheren Plasmakonzentrationen als jene bei der hochsten therapeutischen Dosis.

Toxizitatsuntersuchungen an Ratten und Affen (wiederholte Gabe bis zu 6 Monaten) ergaben keinen Hinweis auf ein okulotoxisches Risiko. Bei Hunden ergaben hohe orale Dosen (> 60 mg/kg, die zu Plasmakonzentrationen > 20 mg/l fuhrten) Veranderungen im Elektroretinogramm und in Einzelfallen eine Atrophie der Retina.

Reproduktionsstudien mit Ratten, Kaninchen und Affen weisen darauf hin, dass Moxifloxacin plazentagangig ist. Studien an Ratten (p.o. und i.v.) und Affen (p.o.) zeigten keinen Anhaltspunkt fur Teratogenitat oder Beeintrachtigung der Fruchtbarkeit nach Verabreichung von Moxifloxacin. Bei Kaninchenfeten wurden etwas haufiger Wirbel- und Rippenmissbildungen beobachtet, allerdings nur bei deutlich maternal toxischer Dosis (20 mg/kg i.v.). Bei Plasmakonzentrationen im humantherapeutischen Bereich gab es bei Affen und Kaninchen eine erhohte Inzidenz von Aborten. Bei Ratten wurden bei Dosierungen, die auf einer mg/kg Basis 63-mal hoher waren als die hochste empfohlene Dosis und zu Plasmakonzentrationen im humantherapeutischen Bereich fuhrten, vermindertes Korpergewicht der Feten, erhohter pranataler Verlust, eine leicht verlangerte Dauer der Tragzeit und eine erhohte Spontanaktivitat einiger mannlicher und weiblicher Nachkommen beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Croscarmellose-Natrium Lactose -Monohydrat Magnesiumstearat mikrokristalline Cellulose

Filmuberzug:

Hypromellose Macrogol 4000 Eisen(III)-oxid (E 172)

Titandioxid (E 171)

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Faltschachteln mit Blistern aus Polypropylen (farblos oder weiB-opak)/Aluminium:

Die Filmtabletten sind erhaltlich in Packungen mit 5, 7 bzw. 10 Filmtabletten, in Klinikpackungen mit 25 (5 x 5), 50 (5 x 10), 70 (7 x 10) Filmtabletten oder in Mehrstuck-Klinikpackungen mit 80 (5 Packungen mit 16) oder 100 (10 Packungen mit 10) Filmtabletten.

Faltschachteln mit Blistern aus Aluminium/Aluminium sind erhaltlich in Packungen mit 1 Filmtablette.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Bayer Pharma AG 13342 Berlin

Mitvertrieb Bayer Vital GmbH 51368 Leverkusen Tel.: (02 14) 30-5 13 48 Fax: (02 14) 30-5 16 03

E-Mail-Adresse: bayer-vital@bayerhealthcare.com

8.    ZULASSUNGSNUMMER

45265.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Juni 1999

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 30. November 2008

10.    STAND DER INFORMATION

05/2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

V erschreibungspflichtig

18


Actimax 400 mg Filmtabletten