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Actira 400 mg/250 ml infusionslösung



Gebrauchsinformation Actira 400 mg/250 ml infusionslösung

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Actira 400 mg/250 ml Infusionslosung

Zur Anwendung bei Erwachsenen Moxifloxacin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

□    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

□    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

□    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

□    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Actira und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Actira beachten?

3.    Wie ist Actira anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Actira aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.    Was ist Actira und wofur wird es angewendet?

Actira enthalt den Wirkstoff Moxifloxacin, der zu einer Gruppe von Antibiotika gehort, die

Fluorchinolone genannt werden. Bakterielle Krankheitserreger werden durch Actira abgetotet, sofern

sie gegen Moxifloxacin empfindlich sind.

Actira wird bei Erwachsenen angewendet fur die Behandlung von folgenden bakteriellen Infektionen:

□    AuBerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzundung (Pneumonie)

□    Haut- und Weichgewebeinfektionen

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Actira beachten?

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu einer der unten aufgefuhrten

Patientengruppen gehoren.

Actira darf nicht angewendet werden,

□    wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff Moxifloxacin, andere Chinolone oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

□    wenn Sie schwanger sind oder stillen,

□    wenn Sie unter 18 Jahre alt sind,

□    wenn bei Ihnen bereits fruher im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Chinolon-Antibiotika Sehnenerkrankungen/-schaden aufgetreten sind (siehe auch Abschnitte Warnhinweise und Vorsichtsmafinahmen und 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?),

□    wenn Sie mit anormalen Herzrhythmen geboren wurden oder diese anderweitig bei Ihnen aufgetreten sind (sichtbar im EKG, einer elektrischen Aufzeichnung der Herzaktivitat), Ihr Salzhaushalt im Blut gestort ist (insbesondere wenn der Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut erniedrigt ist), Ihr Herzrhythmus sehr langsam ist („Bradykardie“), bei Ihnen eine Herzschwache vorliegt (Herzinsuffizienz), Sie in der Vergangenheit bereits einmal anormale Herzrhythmen hatten, oder Sie andere Arzneimittel einnehmen, die zu anormalen EKG-Veranderungen fuhren (siehe auch Abschnitt Anwendung von Actira zusammen mit anderen

Arzneimitteln).

Der Grand dafur ist, dass Actira die Weiterleitung von elektrischen Signalen im Herzen verzogern kann (Verlangerung des QT-Intervalls im EKG).

□    wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden oder bei Ihnen ein Leberenzymanstieg (Transaminasen) von mehr als dem 5fachen des oberen Normwertes vorliegt.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Actira erstmalig bei Ihnen angewendet wird

□    Actira kann die Weiterleitung von elektrischen Signalen im Herzen verzogern (Verlangerung des QT-Intervalls im EKG), insbesondere wenn Sie eine Frau oder ein alterer Patient sind.

Wenn Sie derzeit Arzneimittel einnehmen, die Ihren Kaliumspiegel im Blut erniedrigen

konnen, sprechen Sie bitte vor der Anwendung von Actira mit Ihrem Arzt (siehe auch Abschnitte Actira darf nicht eingenommen werden und Anwendung von Actira zusammen mit anderen Arzneimitteln).

□    Wenn Sie an Epilepsie leiden oder zu Krampfanfallen neigen, sprechen Sie bitte vor der Anwendung von Actira mit Ihrem Arzt.

□    Wenn Sie psychische Probleme haben oder jemals hatten, sprechen Sie bitte vor der Anwendung von Actira mit Ihrem Arzt.

□    Wenn Sie an Myasthenia gravis leiden, kann die Anwendung von Actira die Symptome Ihrer Erkrankung verschlimmern. Wenn Sie das Gefuhl haben, dass das bei Ihnen zutrifft, sprechen Sie bitte sofort mit Ihrem Arzt.

□    Wenn in Ihrer Familie oder bei Ihnen ein Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (eine seltene angeborene oder erworbene Stoffwechselstorung) festgestellt wurde, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt mit, der entscheiden wird, ob Actira fur Sie geeignet ist.

□    Actira sollte nur intravenos (in die Vene) und nicht intraarteriell (in die Arterie) verabreicht werden.

Wenn Sie Actira bereits anwenden

□    Falls Sie wahrend der Behandlung Herzklopfen oder einen unregelmaBigen Herzschlag

feststellen, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt. Dieser wird gegebenenfalls ein EKG ableiten, um Ihren Herzrhythmus zu bestimmen.

□    Das Risiko fur das Auftreten von Herzproblemen kann mit Erhohung der Dosis und der intravenosen Infusionsgeschwindigkeit zunehmen.

□    In seltenen Fallen kann schon bei der ersten Anwendung eine schwere, plotzliche allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion/Schock) auftreten. Wenn Sie ein Gefuhl der Enge in der Brust entwickeln, sich schwindlig, unwohl oder schwach fuhlen, konnen dies Anzeichen fur eine solche Uberempfindlichkeitsreaktion sein. In diesem Fall darf Actira Infusionslosung nicht mehr angewendet werden.

□    Actira kann eine sehr schnell verlaufende und schwere Leberentzundung bis hin zum

lebensbedrohlichen Leberversagen verursachen (einschlieBlich Todesfalle, siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?). Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen, wenn Sie sich plotzlich unwohl fuhlen oder Gelbfarbung Ihrer Augen, Dunkelfarbung des Urins, Juckreiz, erhohte Blutungsneigung oder Verwirrtheit oder gestorte Wachsamkeit bemerken.

□    Wenn Sie eine Hautreaktion oder Blasenbildung und/oder „Pellen“ der Haut und/oder Schleimhautreaktionen bemerken (siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?), sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen.

□    Chinolon-Antibiotika, einschlieBlich Actira, konnen Krampfanfalle auslosen. In diesem Fall muss die Behandlung mit Actira abgebrochen werden.

□    Es ist moglich, dass bei Ihnen Symptome einer Neuropathie (bestimmtes Nervenleiden) wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefuhl und/oder Schwache auftreten. In diesem Fall informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt, bevor die Behandlung mit Actira fortgesetzt wird.

□    Es ist moglich, dass psychische Probleme auftreten, auch wenn Sie Chinolon-Antibiotika, einschlieBlich Actira, zum ersten Mal anwenden. In sehr seltenen Fallen fuhrten Depressionen oder psychische Probleme bis hin zu Selbstmordgedanken und selbstgefahrdendem Verhalten wie z. B. Selbstmordversuchen (siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?). Falls Sie solche Reaktionen entwickeln, muss die Behandlung mit Actira abgebrochen werden.

□    Wahrend oder nach der Anwendung von Antibiotika, einschlieBlich Actira, konnen Durchfalle auftreten. Bei schweren oder anhaltenden Durchfallen, oder wenn Sie Blut oder Schleim im Stuhl bemerken, mussen Sie Actira sofort absetzen und Ihren Arzt aufsuchen. Ist dies der Fall, durfen Sie Arzneimittel, die die Darmbewegung verlangsamen oder hemmen, nicht einnehmen.

□    Actira kann bereits innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn und noch bis zu mehreren Monaten nach Absetzen der Actira-Behandlung Schmerzen und Entzundungen der Sehnen verursachen. Das Risiko fur Entzundungen und Risse der Sehnen ist bei alteren Patienten oder bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroid-haltigen Arzneimitteln erhoht. Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzundung mussen Sie die Anwendung von Actira abbrechen, die betroffenen GliedmaBen ruhig stellen und unverzuglich mit Ihrem Arzt uber die weitere Behandlung sprechen. Vermeiden Sie unnotige sportliche Belastungen, da diese das Risiko eines Sehnenrisses erhohen konnen (siehe Abschnitte Actira darf nicht angewendet werden und 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?).

□    Altere Patienten, die an Nierenfunktionsstorungen leiden, sollten ausreichend Flussigkeit zu sich nehmen, da eine zu geringe Flussigkeitszufuhr zu Austrocknung und damit zu einem erhohten Risiko von Nierenversagen fuhren kann.

□    Bei einer Beeintrachtigung des Sehens oder der Augen wahrend der Behandlung mit Actira wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Augenarzt (siehe Abschnitte Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen und 4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?).

□    Chinolon-Antibiotika konnen bewirken, dass Ihre Haut empfindlicher gegenuber Sonnenlicht oder UV-Bestrahlung reagiert. Daher sollten Sie wahrend der Behandlung mit Actira UV-Bestrahlung (Hohensonne, Solarium) meiden und sich nicht ubermaBigem und/oder starkem Sonnenlicht aussetzen.

□    Die Erfahrung in der sequenziellen (intravenosen, gefolgt von der oralen) Behandlung der auBerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzundung (Pneumonie) ist begrenzt.

□    Die Wirksamkeit von Actira bei der Behandlung von schweren Verbrennungen, Entzundungen des tiefliegenden Bindegewebes (Fasziitis) und Infektionen des diabetischen FuBes mit Osteomyelitis (Knochenmarksentzundungen) ist nicht erwiesen.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel darf Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht verabreicht werden, da

Wirksamkeit und Sicherheit fur diese Altersgruppe nicht untersucht wurden (siehe Abschnitt Actira

darf nicht angewendet werden).

Anwendung von Actira zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie neben Actira noch andere Arzneimittel einnehmen, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Vor der Anwendung von Actira beachten Sie bitte Folgendes:

□    Wenn Sie Actira gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die auf Ihr Herz wirken, anwenden, erhoht sich das Risiko, dass sich Ihr Herzrhythmus verandert. Daher durfen Sie Actira nicht zusammen mit den folgenden Arzneimitteln anwenden: Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Antipsychotika (z. B. Phenothiazine, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Antiinfektiva (Saquinavir, Sparfloxacin, intravenos verabreichtes Erythromycin, Pentamidin, Malariamittel, vor allem Halofantrin), bestimmte Antiallergika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin) und andere Arzneimittel (Cisaprid, intravenos gegebenes Vincamin, Bepridil, Diphemanil).

□    Sie mussen Ihren Arzt informieren, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Ihren Kaliumspiegel im Blut erniedrigen konnen (z. B. einige Diuretika, Abfuhrmittel und Darmspulungen [haufige Anwendungen] oder Kortikosteroide [entzundungshemmende Arzneimittel], Amphotericin B) oder die Ihren Herzschlag verlangsamen konnen, da diese ebenfalls das Risiko fur schwerwiegende Herzrhythmusstorungen wahrend der Anwendung von Actira erhohen konnen.

□    Wenn Sie gleichzeitig blutgerinnungshemmende Arzneimittel (z. B. Warfarin) einnehmen, konnte es fur Ihren Arzt notwendig sein, Ihre Blutgerinnungswerte zu kontrollieren.

Anwendung von Actira zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Die Wirkung von Actira wird durch Nahrungsmittel einschlieblich Milchprodukte nicht beeinflusst.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebarfahigkeit

Actira darf nicht angewendet werden, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Wenn sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Tierstudien haben keine Hinweise darauf ergeben, dass Ihre Zeugungs-/Gebarfahigkeit durch die Einnahme dieses Arzneimittels beeintrachtigt wird.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Falls Sie sich nach der Anwendung von Actira benommen fuhlen, einen akuten, vorubergehenden Verlust des Sehvermogens erleiden oder kurz bewusstlos werden, nehmen Sie bitte nicht aktiv am Strabenverkehr teil oder bedienen Maschinen.

Actira enthalt Natrium

Dieses Arzneimittel enthalt 787 Milligramm (ca. 34 Millimol) Natrium pro Dosis. Wenn Sie eine kochsalzarme Diat einhalten mussen, sollten Sie dies berucksichtigen.

3. Wie ist Actira anzuwenden?

Actira wird immer von einem Arzt oder medizinischem Fachpersonal angewendet.

Die empfohlene Dosis fur Erwachsene betragt 1 Flasche 1 Beutel 1-mal taglich.

Actira ist zur intravenosen Anwendung bestimmt. Ihr Arzt muss gewahrleisten, dass Ihnen die Infusionslosung gleichmabig uber einen Zeitraum von 60 Minuten verabreicht wird.

Bei alteren Patienten, Patienten mit niedrigem Korpergewicht und bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich.

Die Dauer der Anwendung bestimmt Ihr behandelnder Arzt. In einigen Fallen wird Ihr Arzt die Behandlung mit Actira Infusionslosung beginnen und mit Actira Tabletten fortsetzen. Die Behandlungsdauer ist abhangig von der Art der Erkrankung und wie gut Sie auf die Behandlung ansprechen.

Die empfohlene Behandlungsdauer betragt:

□    AuBerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzundung (Pneumonie)    7 - 14 Tage

Die meisten Pneumonie-Patienten wurden innerhalb von 4 Tagen auf die orale Behandlung mit Actira Filmtabletten umgestellt.

□    Haut- und Weichgewebeinfektionen    7 - 21 Tage

Patienten mit komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen wurden durchschnittlich 6 Tage mit der Infusion behandelt. Die Gesamtbehandlungsdauer (Infusion gefolgt von der Tablette) betrug durchschnittlich 13 Tage.

Bitte beenden Sie die Behandlung mit Actira nicht vorzeitig, auch wenn Sie beginnen, sich besser zu fuhlen. Wenn Sie zu fruh mit der Behandlung aufhoren, ist die Infektion womoglich noch nicht vollstandig ausgeheilt, so dass die Infektion wieder aufflammen oder sich Ihr Zustand verschlechtern kann. AuBerdem konnen Sie so die Entwicklung einer bakteriellen Resistenz gegen das Arzneimittel fordern.

Die empfohlene Dosierung und Behandlungsdauer sollten nicht uberschritten werden (siehe Abschnitte 2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Actira beachten? und Warnhinweise und Vorsichtsmafinahmen).

Wenn Sie eine groBere Menge von Actira erhalten haben, als Sie sollten

Wenn Sie besorgt sind, dass Sie zuviel von Actira erhalten haben, wenden Sie sich bitte unverzuglich an Ihren Arzt.

Wenn die Anwendung von Actira vergessen wurde

Wenn Sie besorgt sind, dass eine Anwendung von Actira vergessen wurde, wenden Sie sich bitte unverzuglich an Ihren Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Actira abbrechen

Wenn Sie die Behandlung mit Actira zu fruh beenden, ist die Infektion womoglich noch nicht vollstandig ausgeheilt. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie die Behandlung mit Actira Infusionslosung oder Actira Tabletten vorzeitig beenden wollen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden wahrend der Behandlung mit Actira beobachtet. Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Haufig:

Gelegentlich:

Selten:

Sehr selten:


kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Infektionen

Haufig:

durch resistente Bakterien oder Pilze hervorgerufene Infektionen z. B. Mundsoor und Pilzerkrankungen der Scheide (Candida)

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich:    Blutarmut, Verminderung weiBer Blutkorperchen (Leukozyten, Neutrophile),

Sehr selten:

Verminderung oder Vermehrung von Blutplattchen, Vermehrung bestimmter weiBer Blutkorperchen (Eosinophile), verminderte Blutgerinnung/Anstieg des INR (bestimmte Werte als MaB fur die Blutgerinnung) erhohter Spiegel eines bestimmten Blutgerinnungsfaktors (Prothrombin)/ Verminderung des INR (bestimmte Werte als MaB fur die Blutgerinnung), erhebliche Abnahme bestimmter weiBer Blutkorperchen (Agranulozytose)

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich:    allergische Reaktionen

Selten:

schwere, plotzliche allergische Reaktionen einschlieBlich eines sehr seltenen lebensbedrohlichen Schocks (Zeichen eines Schocks sind z. B. kalter SchweiB, Blutdruckabfall, Pulsjagen), Schwellungen als Folge einer allergischen Reaktion (einschlieBlich des Kehlkopfes, moglicherweise lebensbedrohlich; allergische Odeme)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Gelegentlich:    erhohter Blutfettspiegel

Selten:    erhohter Blutzuckerspiegel,    erhohter Harnsaurespiegel

Psychiatrische Storungen

Gelegentlich:    Angstzustande, psychomotorische Uberaktivitat/Unruhe

Selten:

Gemutsschwankungen, Depressionen (sehr selten bis hin zur Selbstgefahrdung, wie z. B. Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche), Halluzination

Sehr selten:

Storung des Ich-Erlebens, psychotische Reaktionen (moglicherweise bis hin zur Selbstgefahrdung, wie z. B. Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche)

Nervensystem

Haufig:

Gelegentlich:

Kopfschmerz, Benommenheit

Hautkribbeln, veranderte Schmerzempfindlichkeit, Geschmacksstorungen (in seltenen Fallen bis zum Geschmacksverlust), Verwirrtheit und Desorientiertheit, Schlafstorungen (uberwiegend Schlaflosigkeit), Zittern, Schwindel, Schlafrigkeit

Selten:

Uberempfindlichkeit fur Schmerz-, Temperatur- und Beruhrungsreize, Geruchsstorungen (bis zum Geruchsverlust), anormale Traume, Koordinationsstorung (einschlieBlich Gangunsicherheit, insbesondere durch Benommenheit oder Schwindel), Krampfanfalle, gestorte Aufmerksamkeit, Sprachstorung, teilweiser oder vollstandiger Gedachtnisschwund, Beschwerden in Zusammenhang mit dem Nervensystem wie Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheits- und/oder Schwachegefuhl in den GliedmaBen

Sehr selten:

Beruhrungsempfindlichkeit

Auge

Gelegentlich:

Sehstorungen einschlieBlich Doppeltsehen und verschwommenem Sehen (insbesondere im Verlauf von Reaktionen des zentralen Nervensystems)

Sehr selten:

vorubergehender Verlust des Sehvermogens

Ohr

Selten:

Ohrgerausche (Tinnitus), Beeintrachtigung des Horvermogens, einschlieBlich Taubheit (ublicherweise reversibel)

Herz (siehe Abschnitt 2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Actira beachten?)

Haufig:    Veranderung des Herzrhythmus (EKG) bei Patienten mit niedrigem Kaliumspiegel

Gelegentlich:

im Blut

Veranderung des Herzrhythmus (EKG), Herzklopfen, unregelmaBiger und schneller Herzschlag, Vorhofflimmern, Angina pectoris

Selten:

Sehr selten:

anormal schneller Herzrhythmus, vorubergehende Bewusstlosigkeit anormaler Herzrhythmus, lebensbedrohlicher unregelmaBiger Herzschlag, Herzstillstand

BlutgefaBe

Gelegentlich:

Selten:

Erweiterung der BlutgefaBe Bluthochdruck, niedriger Blutdruck

Atemwege

Gelegentlich:

Atemnot einschlieBlich asthmatischer Zustande

Magen-Darm-Trakt

Haufig:    Ubelkeit, Erbrechen, Magen- und Bauchschmerzen, Durchfall

Gelegentlich:

verminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme, Verstopfung, Verdauungsstorungen, Blahungen, Magen-Darm-Entzundungen, Anstieg eines bestimmten Verdauungsenzyms im Blut (Amylase)

Selten:

Schluckbeschwerden, Mundschleimhautentzundung, sehr schwerer Durchfall mit Blut und/oder Schleim (Antibiotika-assoziierte Kolitis inkl. pseudomembranoser Kolitis), in sehr seltenen Fallen mit lebensbedrohlichen Komplikationen

Leber

Haufig:

Gelegentlich:

Anstieg bestimmter Leberenzyme im Blut (Transaminasen) Leberfunktionsstorung (einschlieBlich Anstieg eines bestimmten Leberenzyms (LDH)), Anstieg des Gallenfarbstoffes Bilirubin im Blut, Anstieg bestimmter Leberenzyme im Blut (Gamma-GT und alkalische Phosphatase)

Selten:

Sehr selten:

Gelbsucht, Leberentzundung

heftige und schnell verlaufende Leberentzundung bis hin zum lebensbedrohlichen Leberversagen (einschlieBlich Todesfalle)

Haut

Gelegentlich: Sehr selten:

Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, Hauttrockenheit

schwere, fieberhaft verlaufende Hautausschlage mit Blasenbildung und ggf. mit Schleimhautbeteiligung, moglicherweise lebensbedrohlich (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale Nekrolyse)

Bewegungsapparat

Gelegentlich:    Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen

Selten:

Sehr selten:

Sehnenentzundung (Tendinitis), Muskelkrampfe, Muskelzucken, Muskelschwache Sehnenrisse, Gelenkentzundung, gesteigerte Muskelspannung, Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis

Niere

Gelegentlich:

Selten:

Austrocknung

Nierenfunktionsstorungen (einschlieBlich Anstieg von Harnstoff und Kreatinin), Nierenversagen

Allgemeine Nebenwirkungen

Gelegentlich:    allgemeines Unwohlsein (uberwiegend Schwachegefuhl oder Mudigkeit),

Selten:

Schmerzzustande (insbesondere in Rucken, Brust, Becken und in den Extremitaten), Schwitzen

Anschwellen von Handen, FuBen, Knochel, Lippen, Mund und Hals (Odeme)

Injektionseinstichstelle

Haufig:    Reaktionen an der Injektions- und Infusionseinstichstelle

Gelegentlich:    Venenentzundung

Die folgenden unerwunschten Wirkungen sind bei intravenos behandelten Patienten mit groberer Haufigkeit aufgetreten:

Haufig:    Anstieg eines bestimmten Leberenzyms im Blut (Gamma-GT)

Gelegentlich:    anormal schneller Herzrhythmus, niedriger Blutdruck, Anschwellen von Handen,

Fuben, Knochel, Lippen, Mund und Hals (Odeme), sehr schwerer Durchfall mit Blut und/oder Schleim (Antibiotika-assoziierte Kolitis inkl. pseudomembranoser Kolitis), in sehr seltenen Fallen mit lebensbedrohlichen Komplikationen, Krampfanfalle, Halluzination, Nierenfunktionsstorungen (einschlieblich Anstieg von Harnstoff und Kreatinin), Nierenversagen

Bei der Behandlung mit anderen Chinolonen wurden daruber hinaus sehr selten folgende Nebenwirkungen beobachtet, die moglicherweise auch bei der Anwendung von Actira auftreten konnen: erhohter Natriumspiegel, erhohter Kalziumspiegel, verringerte Anzahl eines bestimmten Typs roter Blutkorperchen (hamolytische Anamie), Muskelreaktionen mit Schadigung der Muskelzellen, Lichtempfindlichkeitsreaktionen der Haut.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Actira aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Flaschenetikett Beuteletikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht unter 15°C lagern.

Unmittelbar nach Anbruch und/oder Verdunnung anwenden.

Dieses Arzneimittel ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwendete Losungen sind zu verwerfen.

Bei niedrigen Lagertemperaturen kann es zu einer Ausfallung kommen, die sich bei Raumtemperatur wieder auflost.

Sie durfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie sichtbare Partikel bemerken oder wenn die Losung trub ist.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Actira enthalt

•    Der Wirkstoff ist Moxifloxacin. Jede Flasche Jeder Beutel enthalt 400 Milligramm Moxifloxacin (als Hydrochlorid). 1 Milliliter enthalt 1,6 Milligramm Moxifloxacin (als Hydrochlorid).

•    Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid, Salzsaure 1 N (zur pH-Wert-Einstellung), Natriumhydroxid-Losung 2 N (zur pH-Wert-Einstellung) und Wasser fur Injektionszwecke (siehe auch Actira enthalt Natrium).

Wie Actira aussieht und Inhalt der Packung

Actira ist eine klare gelbe Infusionslosung.

Actira ist in einer 250-Milliliter-Glasflasche mit einem Chlorbutyl- oder Brombutyl-Gummistopfen in einem Umkarton verpackt. Actira ist erhaltlich in Mehrstuckpackungen mit 5 Packungen, die je 1 Flasche enthalten.

Actira ist in einem 250-Milliliter-Polyolefinbeutel mit Polypropylen-Port in einem Aluminiumbeutel in einem Umkarton verpackt. Es sind Packungen mit 5 und 12 Beuteln erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Bayer Pharma AG 13342 Berlin


Mitvertrieb

Bayer Vital GmbH

51368 Leverkusen

Tel.: (02 14) 30-5 13 48

Fax: (02 14) 30-5 16 03

E-Mail: bayer-vital@bayerhealthcare.com

Hersteller Bayer Pharma AG Betrieb: 51368 Leverkusen

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Osterreich, Deutschland, Spanien: Actira

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im September 2014.

Die folgenden Informationen sind fur medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Actira kann uber ein T-Stuck zusammen mit folgenden, kompatiblen Infusionslosungen verabreicht werden:

Wasser fur Injektionszwecke, Natriumchlorid 0,9 %, Natriumchlorid 1 molar, Glucose 5 % / 10 % / 40 %, Xylitol 20 %, Ringerlosung, Hartmannlosung, Ringerlaktatlosung.

Actira darf nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln verabreicht werden.

Folgende Losungen sind inkompatibel mit Actira:

Natriumchlorid 10 % und 20 %, Natriumhydrogencarbonat 4,2 % und 8,4 %.

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Actira 400 mg/250 ml Infusionslösung

Fachinformation Actira 400 mg/250 ml infusionslösung

FACHINFORMATION

(ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Actira 400 mg/250 ml Infusionslosung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Flasche oder 1 Beutel zu 250 ml enthalten 400 mg Moxifloxacin (als Hydrochlorid).

1 ml enthalt 1,6 mg Moxifloxacin (als Hydrochlorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 250 ml der Infusionslosung enthalten 787 mg (34 mmol) Natrium.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslosung Klare, gelbe Losung.

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Actira ist angezeigt zur Behandlung von:

-    ambulant erworbener Pneumonie (CAP)

-    komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen (cSSSI)

Moxifloxacin sollte nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika, die fur die initiale Behandlung dieser Infektionen ublicherweise empfohlen werden, fur ungeeignet erachtet werden.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten berucksichtigt werden.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung Dosierung

Die empfohlene Dosis ist 400 mg Moxifloxacin, zur einmal taglichen Infusion.

Nach initial intravenoser Therapie kann, wenn klinisch indiziert, mit Moxifloxacin 400 mg Tabletten oral weiterbehandelt werden.

In klinischen Studien wurden die meisten Patienten innerhalb von 4 Tagen (CAP) oder 6 Tagen (cSSSI) auf eine orale Behandlung umgestellt. Die empfohlene Gesamtdauer fur die intravenose und orale Behandlung betragt 7 - 14 Tage fur CAP und 7 - 21 Tage fur cSSSI.

Eingeschrankte Nieren-/Leberfunktion

Bei Patienten mit leicht bis stark eingeschrankter Nierenfunktion oder bei Dialysepatienten, d. h. bei Hamodialyse oder kontinuierlich ambulanter Peritonealdialyse, ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich (fur weitere Details siehe Abschnitt 5.2).

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen bei Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion vor (siehe Abschnitt 4.3).

Besondere Patientengruppen

Bei alteren Patienten oder bei Patienten mit niedrigem Korpergewicht ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Moxifloxacin ist bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase kontraindiziert. Wirksamkeit und Sicherheit von Moxifloxacin bei Kindern und Jugendlichen wurden nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung

Zur intravenosen Anwendung; gleichmaBige Infusion uber 60 Minuten (siehe auch Abschnitt 4.4).

Wenn erforderlich, kann die Infusionslosung uber ein T-Stuck zusammen mit kompatiblen Infusionslosungen verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6).

4.3    Gegenanzeigen

-    Uberempfindlichkeit gegen Moxifloxacin, andere Chinolone oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

-    Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

-    Patienten unter 18 Jahren

-    Sehnenerkrankungen/-schaden infolge einer Chinolontherapie in der Anamnese

Sowohl in praklinischen Untersuchungen als auch beim Menschen wurden nach Moxifloxacin-Exposition Veranderungen der Herz-Elektrophysiologie in Form einer QT-Verlangerung beobachtet. Aus Grunden der Arzneimittelsicherheit ist eine therapeutische Anwendung von Moxifloxacin deshalb kontraindiziert bei Patienten mit:

-    angeborenen oder dokumentierten erworbenen QT-Verlangerungen,

-    Storungen des Elektrolythaushaltes, insbesondere bei unkorrigierter Hypokaliamie,

-    klinisch relevanter Bradykardie,

-    klinisch relevanter Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikularer Auswurffraktion,

-    symptomatischen Herzrhythmusstorungen in der Vorgeschichte.

Moxifloxacin sollte nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlangern, angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.5).

Aufgrund begrenzter klinischer Erfahrung ist Moxifloxacin auch kontraindiziert bei eingeschrankter Leberfunktion (Child-Pugh C) und bei Patienten mit einem Transaminasen-Anstieg > 5fach des oberen Normwertes.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Vor allem bei leichten Infektionen ist der Nutzen einer Moxifloxacin-Behandlung gegen die moglichen Risiken, die im Abschnitt „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen“ aufgefuhrt sind, abzuwagen.

Verlangerung des QTc-Intervalls und moglicherweise mit einer QTc-Verlangerung im Zusammenhang stehende klinische Gegebenheiten

Bei einigen Patienten verursacht Moxifloxacin eine Verlangerung des QTc-Intervalls im EKG. Das AusmaB der QT-Verlangerung kann mit steigenden Plasmakonzentrationen infolge zu schneller intravenoser Infusion zunehmen. Daher sollte die Infusionsdauer, wie empfohlen, mindestens 60 Minuten betragen. Die einmal tagliche intravenose Dosis von 400 mg sollte nicht uberschritten werden. Fur weitere Hinweise siehe unten sowie Abschnitte 4.3 und 4.5.


Wenn unter der Behandlung mit Moxifloxacin Anzeichen oder Symptome einer kardialen Arrhythmie auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen werden, unabhangig davon, ob ein EKG-Befund vorliegt oder nicht.

Bei Patienten mit Pradisposition zu kardialen Arrhythmien (z. B. akuter Myokardischamie) sollte Moxifloxacin mit Vorsicht angewendet werden, da diese ein gesteigertes Risiko fur ventrikulare Arrhythmien (einschlieBlich Torsade de pointes) und Herzstillstand entwickeln konnen (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.5).

Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Kaliumspiegel vermindern konnen, sollte Moxifloxacin mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.5).

Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, welche eine klinisch relevante Bradykardie verursachen konnen, sollte Moxifloxacin mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.3). Frauen und altere Patienten reagieren moglicherweise empfindlicher auf QTc-verlangernde Medikationen wie z. B. Moxifloxacin. Daher ist besondere Vorsicht erforderlich.

Uberempfindlichkeit/allergische Reaktionen

Uberempfindlichkeit und allergische Reaktionen wurden schon nach Erstanwendung fur Fluorchinolone, einschlieBlich Moxifloxacin, berichtet. Anaphylaktische Reaktionen konnen sich bis zum lebensbedrohlichen Schock entwickeln, auch bereits nach der Erstanwendung. In diesen Fallen ist Moxifloxacin abzusetzen und eine geeignete Behandlung (z. B. Schocktherapie) einzuleiten.

Schwere Lebererkrankungen

Falle fulminanter Hepatitis, moglicherweise bis hin zum Leberversagen (einschlieBlich Todesfallen), sind im Zusammenhang mit Moxifloxacin berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen, sich arztlichen Rat einzuholen, bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer fulminanten Lebererkrankung wie schnell entwickelnde Asthenie begleitet von Ikterus, Dunkelfarbung des Urins, Blutungsneigung oder hepatische Enzephalopathie entwickeln.

Die Leberfunktion sollte bei Anzeichen einer Funktionsstorung uberpruft werden.

Schwerwiegende bullose Hautreaktionen

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Moxifloxacin wurden Falle bulloser Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxisch-epidermaler Nekrolyse berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sind darauf hinzuweisen, sich arztlichen Rat einzuholen, bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn Haut- und/oder Schleimhautreaktionen auftreten.

Patienten, die zu Krampfanfallen neigen

Chinolone konnen Krampfe auslosen. Daher ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Moxifloxacin bei Patienten mit ZNS-Erkrankungen oder bei Vorliegen anderer Risikofaktoren, die zu Krampfanfallen pradisponieren oder die Krampfschwelle herabsetzen. Im Falle des Auftretens von Krampfanfallen ist die Behandlung mit Moxifloxacin abzubrechen und geeignete MaBnahmen sind einzuleiten.

Periphere Neuropathie

Falle sensorischer oder sensomotorischer Polyneuropathie, die zu Parasthesien, Hypasthesien, Dysasthesien oder Schwache fuhrten, wurden bei Patienten, die mit Chinolonen, einschlieBlich Moxifloxacin, behandelt wurden, berichtet. Mit Moxifloxacin behandelten Patienten sollte angeraten werden, ihren Arzt zu informieren, wenn Symptome einer Neuropathie wie z. B. Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefuhl oder Schwache auftreten (siehe Abschnitt 4.8), bevor die Behandlung fortgesetzt wird.

Psychiatrische Reaktionen

Psychiatrische Reaktionen konnen bereits nach der ersten Gabe von Chinolonen, einschlieBlich Moxifloxacin, auftreten. In sehr seltenen Fallen fuhrten Depressionen oder psychotische Reaktionen bis hin zu Selbstmordgedanken und selbstgefahrdendem Verhalten wie z. B. Suizidversuchen (siehe Abschnitt 4.8). Falls diese Reaktionen beim Patienten auftreten, ist Moxifloxacin abzusetzen und geeignete MaBnahmen sind einzuleiten. Vorsicht ist geboten, wenn Moxifloxacin bei psychotischen Patienten oder Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte angewendet werden soll.

Antibiotika-assoziierte Diarrhoe einschl. Kolitis

Antibiotika-assoziierte Diarrhoe (AAD) und Antibiotika-assoziierte Kolitis (AAC), einschlieblich pseudomembranoser Kolitis und Clostridium difficile-assoziierter Diarrhoe, sind im Zusammenhang mit der Anwendung von Breitspektrum-Antibiotika, einschlieblich Moxifloxacin, beschrieben und konnen von einer leichten Diarrhoe bis zur todlichen Kolitis reichen. Daher ist es wichtig, dies bei der Diagnose bei Patienten in Betracht zu ziehen, die wahrend oder nach der Anwendung von Moxifloxacin eine schwere Diarrhoe entwickeln. Wenn eine AAD oder AAC vermutet oder nachgewiesen ist, sollte die derzeitige Behandlung mit Antibiotika, einschlieblich Moxifloxacin, abgebrochen und angemessene Therapiemabnahmen unverzuglich ergriffen werden. Auberdem sollten geeignete Mabnahmen zur Infektionskontrolle durchgefuhrt werden, um das Ubertragungsrisiko zu mindern. Arzneimittel, die die Darmtatigkeit hemmen, sind bei Patienten, die eine schwere Diarrhoe entwickeln, kontraindiziert.

Patienten mit Myasthenia gravis

Moxifloxacin sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis mit Vorsicht angewendet werden, da sich die Symptome verschlimmern konnen.

Sehnenentzundung, Sehnenruptur

Sehnenentzundungen und Rupturen (insbesondere der Achilles-Sehne), manchmal beidseitig, konnen bereits innerhalb von 48 Stunden nach Beginn einer Behandlung mit Chinolonen, einschlieblich Moxifloxacin, auftreten. Daruber wurde noch bis zu mehrere Monate nach Absetzen der Behandlung berichtet. Das Risiko fur Tendinitis und Sehnenruptur ist bei alteren Patienten oder bei gleichzeitiger Gabe von Kortikosteroiden erhoht. Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzundung sollten die Patienten daher die Einnahme von Moxifloxacin abbrechen, die betroffenen Gliedmaben ruhigstellen und sofort ihren Arzt konsultieren, um eine geeignete Behandlung (z. B. Immobilisierung) der betroffenen Sehne einzuleiten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).

Patienten mit Nierenfunktionsstorungen

Bei alteren Patienten, die an Nierenfunktionsstorungen leiden und die nicht ausreichend Flussigkeit zu sich nehmen, sollte Moxifloxacin mit Vorsicht eingesetzt werden, da Dehydration das Risiko von Nierenversagen erhohen kann.

Sehstorungen

Bei einer Beeintrachtigung des Sehens oder Sehorgans ist der Augenarzt umgehend zu konsultieren (siehe Abschnitte 4.7 und 4.8).

Vermeidung von Photosensitivitatsreaktionen

Chinolone konnen Photosensitivitatsreaktionen hervorrufen. Moxifloxacin zeigte jedoch in Studien ein geringeres Risiko zur Auslosung von Photosensitivitat. Trotzdem sollte den Patienten geraten werden, wahrend der Behandlung mit Moxifloxacin UV-Bestrahlung zu vermeiden und sich nicht ubermabigem und/oder starkem Sonnenlicht auszusetzen.

Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehvdrogenase-Mangel

Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel in der Familienanamnese oder vorliegendem Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel konnen unter Behandlung mit Chinolonen hamolytische Reaktionen entwickeln. Daher sollte Moxifloxacin bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.

Entzundung des periarteriellen Gewebes

Moxifloxacin Infusionslosung ist ausschlieblich zur intravenosen Gabe vorgesehen. Eine intraarterielle Gabe ist zu vermeiden, da práklinische Studien bei dieser Applikationsart Entzundungen des periarteriellen Gewebes gezeigt haben.

Patienten mit bestimmten cSSSI

Die klinische Wirksamkeit von Moxifloxacin bei der Behandlung von schweren Verbrennungen, Fasziitis und Infektionen des diabetischen Fubes mit Osteomyelitis ist nicht erwiesen.

Patienten unter Natrium-armer Diat

Dieses Arzneimittel enthalt 787 mg (ca. 34 mmol) Natrium pro Dosis. Dies ist bei Patienten unter Natrium-armer Diat zu berucksichtigen.

Beeintrachtigung mikrobiologischer Tests

Eine Behandlung mit Moxifloxacin kann durch Hemmung des Wachstums von Mykobakterien zu falsch negativen Kulturergebnissen fur Mycobacterium spp. in Proben von Patienten, die gerade Moxifloxacin erhalten, fuhren.

Patienten mit MRSA-Infektionen

Moxifloxacin wird nicht fur die Behandlung von MRSA-Infektionen empfohlen. Wenn vermutet oder nachgewiesen ist, dass eine Infektion durch MRSA verursacht wird, sollte die Behandlung mit einem geeigneten Antibiotikum begonnen werden (siehe Abschnitt 5.1).

Kinder und Jugendliche

Aufgrund negativer Effekte von Moxifloxacin auf den Knorpel juveniler Tiere (siehe Abschnitt 5.3) ist die Anwendung von Moxifloxacin bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Ein additiver Effekt von Moxifloxacin und anderen QTc-Intervall-verlangernden Arzneimitteln auf die QT-Intervallverlangerung kann nicht ausgeschlossen werden. Dies konnte zu einem gesteigerten Risiko ventrikularer Arrhythmien, einschlieblich Torsade de pointes, fuhren. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von Moxifloxacin mit folgenden Arzneimitteln kontraindiziert (siehe auch Abschnitt 4.3):

-    Antiarrhythmika der Klasse    IA (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)

-    Antiarrhythmika der Klasse    III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid)

-    Antipsychotika (z. B. Phenothiazin, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid)

-    trizyklische Antidepressiva

-    bestimmte antimikrobielle Wirkstoffe (Saquinavir, Sparfloxacin, Erythromycin i.v., Pentamidin, Malariamittel, vor allem Halofantrin)

-    bestimmte Antihistaminika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin)

-    andere (Cisaprid, Vincamin    i.v., Bepridil, Diphemanil)

Moxifloxacin sollte bei Patienten mit Vorsicht angewendet werden, wenn diese mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Kaliumspiegel vermindern (z. B. Schleifen- und Thiazid-Diuretika, Laxanzien und Darmspulungen [haufige Anwendungen], Kortikosteroide, Amphotericin B) oder eine klinisch signifikante Bradykardie verursachen konnen.

Nach wiederholter Gabe induzierte Moxifloxacin eine ca. 30 %ige Erhohung der maximalen Plasmaspiegel von Digoxin; AUC und Troughspiegel (Talspiegel) blieben jedoch unbeeinflusst. Bei der gemeinsamen Anwendung mit Digoxin ist keine besondere Vorsichtsmabnahme erforderlich.

Bei gleichzeitiger oraler Gabe von Moxifloxacin und Glibenclamid ist es in Studien bei Probanden mit Diabetes zu einer Erniedrigung der maximalen Plasmakonzentration von Glibenclamid um ca. 21 % gekommen. Die Kombination von Glibenclamid und Moxifloxacin konnte theoretisch zu einer leichten und vorubergehenden Hyperglykamie fuhren. Die beobachteten pharmakokinetischen Veranderungen fuhrten jedoch nicht zu veranderten pharmakodynamischen Parametern (Blutglukose, Insulin). Daher wurde keine klinisch relevante Wechselwirkung zwischen Moxifloxacin und Glibenclamid beobachtet.

INR-Veranderungen

In vielen Fallen wurde eine gesteigerte Wirkung von Antikoagulanzien bei Patienten unter Antibiotikabehandlung berichtet, vor allem bei Behandlung mit Fluorchinolonen, Makroliden, Tetrazyklinen, Cotrimoxazol und einigen Cephalosporinen. Ansteckungs- und

Entzundungsbedingungen scheinen neben Alter und Allgemeinzustand des Patienten Risikofaktoren zu sein. Unter diesen Umstanden ist es schwierig abzuschatzen, ob die INR-Storungen (international normalised ratio) durch die Infektionskrankheit oder durch ihre Behandlung hervorgerufen wurden. Eine Vorsichtsmabnahme ware eine haufigere Kontrolle der Gerinnungsparameter. Falls erforderlich, ist die Dosierung oraler Antikoagulanzien anzupassen.

Klinische Studien zeigten keine Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Verabreichung von Moxifloxacin mit: Ranitidin, Probenecid, oralen Kontrazeptiva, Calciumpraparaten, parenteral verabreichtem Morphin, Theophyllin, Ciclosporin oder Itraconazol.

In-vitro-Untersuchungen mit menschlichen Cytochrom-P450-Enzymen stutzten diese Ergebnisse. Unter Berucksichtigung dieser Befunde sind keine metabolischen Interaktionen durch Cytochrom-P450-Enzyme zu erwarten.

Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln

Moxifloxacin zeigt keine klinisch relevante Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln, auch nicht mit Milchprodukten.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Moxifloxacin in der Schwangerschaft liegen keine Erkenntnisse vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko fur den Menschen ist nicht bekannt. Aufgrund des fur Fluorchinolone aus tierexperimentellen Studien bekannten Risikos fur Knorpelschaden gewichtstragender Gelenke bei juvenilen Tieren und aufgrund reversibler Gelenkschadigungen, die bei Kindern unter Behandlung mit einigen Fluorchinolonen beschrieben wurden, darf Moxifloxacin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Stillzeit

Es liegen keine Daten fur stillende Frauen vor. Praklinische Daten weisen darauf hin, dass geringe Mengen Moxifloxacin in die Milch ubergehen. Aufgrund fehlender Daten fur den Menschen und des fur Fluorchinolone aus tierexperimentellen Studien bekannten Risikos fur Knorpelschaden gewichtstragender Gelenke bei juvenilen Tieren, ist das Stillen wahrend der Moxifloxacin-Behandlung kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilitat

Tierstudien weisen nicht auf eine Beeintrachtigung der Fertilitat hin (siehe Abschnitt 5.3).

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt. Allerdings konnen Fluorchinolone, einschlieblich Moxifloxacin, die Fahigkeit des Patienten, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, aufgrund von ZNS-Reaktionen (z. B. Benommenheit; akut auftretender, vorubergehender Verlust des Sehvermogens, siehe Abschnitt 4.8) oder plotzlicher und kurzfristiger Bewusstlosigkeit (Synkope, siehe Abschnitt 4.8) beeintrachtigen. Die Patienten sollten ihre Reaktion auf Moxifloxacin beobachten, bevor sie aktiv am Strabenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.

4.8    Nebenwirkungen

Die folgenden unerwunschten Wirkungen wurden in klinischen Studien nach taglicher intravenoser oder oraler Anwendung (nur intravenose, sequenzielle [IV/oral] und orale Gabe) von 400 mg Moxifloxacin beobachtet. Die unerwunschten Wirkungen werden gemab ihrer Haufigkeit aufgefuhrt.

Auber Ubelkeit und Durchfall wurden alle Nebenwirkungen mit einer Haufigkeit < 3 % beobachtet.

Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die Haufigkeitskategorien sind wie folgt festgelegt:

-    Haufig (> 1/100, < 1/10)

-    Gelegentlich (> 1/1.000, < 1/100)

-    Selten (> 1/10.000, < 1/1.000)

-    Sehr selten (< 1/10.000)

Systemorganklasse

(MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Infektionen und

parasitare

Erkrankungen

Durch resistente Bakterien oder Pilze verursachte Superinfektionen z. B. orale und vaginale Candidose

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsytems

Anamie

Leukopenie

Neutropenie

Thrombopenie

Thrombozythamie

Eosinophilie

Verlangerte

Prothrombinzeit/

INR-Anstieg

Anstieg des Prothrombin-spiegels/INR-Abfall

Agranulozytose

Erkrankungen des Immunsystems

Allergische Reaktionen (siehe Abschnitt 4.4)

Anaphylaxie inkl. lebensbedroh-lichem Schock (sehr selten, siehe Abschnitt 4.4) Allergisches Odem/Angioodem (inkl. Larynxodem, moglicherweise lebensbedrohlich, siehe Abschnitt 4.4)

Stoffwechsel- und

Ernahrungs-

storungen

Hyperlipidamie

Hyperglykamie

Hyperurikamie

Psychiatrische

Erkrankungen

Angstzustande

Psychomotorische

Hyperaktivitat/

Agitiertheit

Emotionale

Labilitat

Depression (in sehr seltenen Fallen moglicherweise bis hin zur

Selbstgefahrdung, wie z. B. Suizid-gedanken oder Suizidversuche, siehe Abschnitt 4.4)

Halluzination

Depersonalisation

Psychotische

Reaktionen

(moglicherweise

bis hin zur

Selbstgefahrdung,

wie z. B. Suizid-

gedanken oder

Suizidversuche,

siehe Abschnitt

4.4)

Systemorganklasse

(MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Benommenheit

Par- und

Dysasthesie

Geschmackssto-

rungen (inkl.

Geschmacksverlust

in sehr seltenen

Fallen)

Verwirrtheit und

Desorientiertheit

Schlafstorungen

(uberwiegend

Insomnie)

Zittern

Schwindel

Schlafrigkeit

Hypasthesie

Geruchsstorungen

(inkl.

Geruchsverlust) Anormale Traume Koordinationssto-rungen (inkl. Gangunsicherheit, insb. durch Benommenheit oder Schwindel) Krampfe inkl. Grand-mal-Anfallen (siehe Abschnitt 4.4) Gestorte

Aufmerksamkeit

Sprachstorungen

Amnesie

Periphere

Neuropathie und

Polyneuropathie

Hyperasthesie

Augenerkran-

kungen

Sehstorungen inkl. Diplopie und verschwommenem Sehen (insb. im Verlauf von ZNS-Reaktionen, siehe Abschnitt 4.4)

Vorubergehender Verlust des Sehvermogens (insb. im Verlauf von ZNS-Reaktionen, siehe Abschnitte 4.4 und 4.7)

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Tinnitus

Beeintrachtigung

des Horvermogens,

einschlieBlich

Taubheit

(ublicherweise

reversibel)

Herzerkrankungen

QT-V erlangerung bei Patienten mit Hypokaliamie (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4)

QT-Verlangerung (siehe Abschnitt 4.4)

Palpitationen Tachykardie Vorhofflimmern Angina pectoris

Ventrikulare Tachyarrhythmien Synkope (d.h. plotzliche und kurzfristige Bewusstlosigkeit)

Unspezifische Arrhythmien Torsade de pointes (siehe Abschnitt

4.4)

Herzstillstand (siehe Abschnitt

4.4)

GefaBerkrankun-

gen

Vasodilatation

Hypertonie

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe (inkl.

asthmatischer

Zustande)

Systemorganklasse

(MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Ubelkeit

Erbrechen

Gastrointestinale

und abdominelle

Schmerzen

Durchfall

Verminderter

Appetit und

verminderte

Nahrungs-

aufnahme

Verstopfung

Dyspepsie

Blahungen

Gastritis

Amylaseanstieg

Dysphagie Stomatitis Antibiotika-assoziierte Kolitis (inkl. pseudomem-branoser Kolitis, in sehr seltenen Fallen mit lebensbedrohlichen Komplikationen, siehe Abschnitt 4.4)

Leber- und

Gallenerkran-

kungen

Transaminasen-

anstieg

Leberfunktions-

storung (inkl.

LDH-Anstieg)

Bilirubinanstieg

Gamma-GT-

Anstieg

Anstieg der

alkalischen

Phosphatase

Ikterus

Hepatitis

(uberwiegend

cholestatisch)

Fulminante

Hepatitis,

moglicherweise bis hin zum

lebensbedrohlichen Leberversagen (inkl. Todesfalle, siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes

Pruritus

Rash

Urtikaria

Hauttrockenheit

Bullose

Hautreaktionen

wie Stevens-

Johnson-Syndrom

oder toxisch-

epidermale

Nekrolyse

(moglicherweise

lebensbedrohlich,

siehe Abschnitt

4.4)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkran-kungen

Arthralgie

Myalgie

Tendinitis (siehe Abschnitt 4.4) Muskelkrampfe Muskelzucken Muskelschwache

Sehnenruptur (siehe Abschnitt 4.4)

Arthritis Gesteigerte Muskelspannung Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Dehydration

Nierenfunktions-storung (inkl. Blutharnstoff- und Kreatinin-Anstieg) Nierenversagen (siehe Abschnitt 4.4)

Systemorganklasse

(MedDRA)

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Reaktionen an der Einstichstelle

Allgemeines Unwohlsein (uberwiegend Asthenie oder Mudigkeit) Schmerzzustande (inkl. Schmerzen in Rucken, Brust, Becken und Extremitaten) Schwitzen Phlebitis

Odeme

Die folgenden unerwunschten Wirkungen sind in der Untergruppe der parenteral behandelten Patienten (unabhangig von einer sich anschlieBenden oralen Behandlung) mit groBerer Haufigkeit aufgetreten:

Haufig:    Gamma-GT-Anstieg

Gelegentlich:    Ventrikulare Tachyarrhythmien, Hypotension, Odeme, Antibiotika-assoziierte Kolitis

(inkl. pseudomembranoser Kolitis, in sehr seltenen Fallen mit lebensbedrohlichen Komplikationen, siehe Abschnitt 4.4), Krampfe inkl. Grand-mal-Anfallen (siehe Abschnitt 4.4), Halluzination, Nierenfunktionsstorung (inkl. Blutharnstoff- und Kreatinin-Anstieg), Nierenversagen (siehe Abschnitt 4.4)

Bei der Behandlung mit anderen Fluorchinolonen wurden sehr selten folgende Nebenwirkungen beobachtet, die moglicherweise auch bei einer Anwendung von Moxifloxacin auftreten konnen: Hypernatriamie, Hyperkalzamie, hamolytische Anamie, Rhabdomyolyse, photosensitive Reaktionen (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Es gibt keine Empfehlungen fur spezifische GegenmaBnahmen nach versehentlicher Uberdosierung. Im Falle einer Uberdosierung sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Eine EKG-Uberwachung sollte aufgrund des moglichen Auftretens einer QT-Intervallverlangerung durchgefuhrt werden. Bei oraler oder intravenoser Verabreichung von 400 mg Moxifloxacin vermindert die gleichzeitige Gabe von Aktivkohle die systemische Verfugbarkeit von Moxifloxacin um mehr als 80 % bzw. 20 %. Nach oraler Uberdosierung kann die fruhzeitige Gabe von Aktivkohle wahrend der Resorptionsphase zur Verhinderung uberhohter Plasmaspiegel sinnvoll sein.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Chinolon-Antibiotika, Fluorchinolone, ATC-Code: J01MA14

Wirkmechanismus

Moxifloxacin hemmt bakterielle Typ-II-Topoisomerasen (DNS-Gyrase und Topoisomerase IV), die bei der Replikation, Transkription und Reparatur der bakteriellen DNS benotigt werden.

PK/PD-Verhaltnis

Fluorchinolone toten Erreger konzentrationsabhangig ab. Pharmakodynamische Untersuchungen mit Fluorchinolonen in Infektionsmodellen am Tier und in Studien mit Menschen weisen darauf hin, dass das AUC24/MHK-Verhaltnis der primare, bestimmende Faktor fur die Wirksamkeit ist.

Resistenzmechanismus

Resistenz gegen Fluorchinolone kann durch Mutationen der DNS-Gyrase und der Topoisomerase IV entstehen. Andere Mechanismen sind Uberexpression von Effluxpumpen, Impermeabilitat und Protein-vermittelter Schutz der DNS-Gyrase. Kreuzresistenz zwischen Moxifloxacin und anderen Fluorchinolonen ist zu erwarten.

Die Wirksamkeit von Moxifloxacin wird durch Resistenzmechanismen, die fur andere Antbiotikaklassen spezifisch sind, nicht beeinflusst.

Grenzwerte (Breakpoints)

Klinische EUCAST-MHK- und Plattchendiffusions-Grenzwerte fur Moxifloxacin (01.01.2012):

Spezies

sensibel

resistent

Staphylococcus spp.

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

> 24 mm

< 21 mm

S. pneumoniae

< 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

> 22 mm

< 22 mm

Streptococcus Gruppen A, B, C, G

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

> 18 mm

< 15 mm

H. influenzae

< 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

> 25 mm

< 25 mm

M. catarrhalis

< 0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

> 23 mm

< 23 mm

Enterobacteriaceae

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

> 20 mm

< 17 mm

Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte*

< 0,5 mg/l

> 1 mg/l

*Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte wurden hauptsachlich auf Basis von pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Daten ermittelt und sind unabhangig von der MHK-Verteilung bestimmter Spezies. Sie sind nur anwendbar auf Spezies, die keine Spezies-spezifischen Grenzwerte haben und sind nicht anwendbar auf Spezies, bei denen die

Interpretationskriterien noch zu bestimmen sind.

Mikrobiologische Empfindlichkeit

Die Haufigkeit der erworbenen Resistenz kann fur ausgewahlte Spezies geographisch und zeitlich variieren, und lokale Informationen uber Resistenzen sind wunschenswert, insbesondere wenn schwere Infektionen behandelt werden. Bei Bedarf sollte der Rat eines Experten eingeholt werden, wenn die ortliche Pravalenz der Resistenz den Nutzen des Wirkstoffes bei mindestens einigen Infektionen in Frage stellt.

Ublicherweise empfindliche Spezies_

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus*+

Streptococcus agalactiae (Gruppe B)

Streptococcus milleri--Gruppe* (S. anginosus, S. constellatus und S. intermedius)

Streptococcus pneumoniae*

Streptococcus pyogenes* (Gruppe A)

Streptococcus viridans-Gruppe (S. viridans, S. mutans, S. mitis, S. sanguinis, S. salivarius,

S. thermophilus)_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen Acinetobacter baumanii Haemophilus influenzae*

Legionella pneumophila

Moraxella (Branhamella) catarrhalis*_

Anaerobe Mikroorganismen

Prevotella spp._

Andere Mikroorganismen

Chlamydia (Chlamydophila) pneumoniae*

Coxiella burnetii

Mycoplasma pneumoniae*_

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen konnen

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus faecalis*

Enterococcus ^ faecium *_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Enterobacter cloacae*

Escherichia coli*#

Klebsiella oxytoca Klebsiella pneumoniae *#

Proteus mirabilis*_

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides ^ fragilis *_

Von Natur aus resistente Spezies_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Pseudomonas aeruginosa_

*In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit zufriedenstellend nachgewiesen. +Methicillin-resistente S. aureus sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Fluorchinolon-resistent. Fur Methicillin-resistente S. aureus wurde eine Moxifloxacin-Resistenzrate > 50 % berichtet. #ESBL-produzierende Stamme sind im Allgemeinen auch resistent gegenuber Fluorchinolonen.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Bioverfugbarkeit

Am Ende einer einmaligen 60-minutigen intravenosen Infusion von 400 mg Moxifloxacin wurden Spitzenkonzentrationen von ca. 4,1 mg/l erreicht, was einem Anstieg um etwa 26 % gegenuber den Werten nach oraler Gabe (3,1 mg/l) entspricht. Nach intravenoser Verabreichung ist die Flache unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) mit ca. 39 mg-h/l nur geringfugig groBer als nach oraler Gabe (35 mg-h/l). Dies stimmt uberein mit der absoluten Bioverfugbarkeit von ca. 91 %.

Bei intravenos mit Moxifloxacin behandelten Patienten ist eine alters- oder geschlechtsspezifische Dosisanpassung nicht erforderlich.

Nach Einzeldosen zwischen 50 und 1200 mg oral bzw. bis zu 600 mg intravenos und nach 10-tagiger Gabe von bis zu 600 mg einmal taglich ist die Pharmakokinetik von Moxifloxacin linear.


Verteilung

Moxifloxacin wird schnell in den Extravasalraum verteilt. Das Verteilungsvolumen im Steady-State (Vss) betragt ca. 2 l/kg. In-vitro- und ex-vivo-Untersuchungen ergaben eine Proteinbindung von ca.

40 - 42 % unabhangig von der Wirkstoffkonzentration. Moxifloxacin wird hauptsachlich an Serumalbumin gebunden.

In der Bronchialschleimhaut und im epithelialen Flussigkeitsfilm wurden 2,2 h nach oraler Gabe maximale Konzentrationen von 5,4 mg/kg bzw. 20,7 mg/l (geometrischer Mittelwert) erreicht. Die entsprechende Maximalkonzentration in Alveolarmakrophagen betrug 56,7 mg/kg. Bei intravenoser Gabe wurde nach 10 h in der Hautblasenflussigkeit eine Konzentration von 1,75 mg/l gemessen. In der interstitiellen Flussigkeit wurde fur die freie Konzentration ein vergleichbares Zeitprofil wie im Plasma beobachtet mit 1,0 mg/l (geometrischer Mittelwert) 1,8 h nach intravenoser Gabe.

Biotransformation

Moxifloxacin unterliegt einer Phase-II-Biotransformation und wird renal (etwa 40 %) und biliar (ca.

60 %) unverandert und in Form einer Sulfo-Verbindung (M1) und eines Glucuronids (M2) ausgeschieden. Die einzigen fur den Menschen relevanten Metaboliten M1 und M2 sind mikrobiologisch inaktiv.

In klinischen Phase-I- und in-vitro-Studien wurden keine stoffwechselrelevanten pharmakokinetischen Interaktionen mit anderen Wirkstoffen infolge Phase-I-Biotransformation unter Beteiligung von Cytochrom-P450-Enzymen beobachtet. Es gibt keinen Hinweis auf einen oxidativen Metabolismus.

Elimination

Moxifloxacin wird aus dem Plasma mit einer mittleren terminalen Halbwertszeit von ca. 12 Stunden eliminiert. Die durchschnittliche scheinbare Gesamt-Korper-Clearance nach Gabe von 400 mg liegt im Bereich von 179 bis 246 ml/min. Nach intravenoser Infusion von 400 mg Moxifloxacin wurden im Urin etwa 22 % und in den Faeces etwa 26 % der Substanz unverandert wiedergefunden. Insgesamt etwa 98 % der verabreichten Dosis (unveranderter Wirkstoff und Metaboliten) werden nach intravenoser Gabe von Moxifloxacin wiedergefunden. Die renale Clearance erreichte etwa 24 - 53 ml/min und lasst auf eine partielle tubulare Reabsorption der Substanz in der Niere schlieBen. Die gleichzeitige Gabe von Moxifloxacin und Ranitidin oder Probenecid veranderte die renale Clearance des Wirkstoffes nicht.

Eingeschrankte Nierenfunktion

Bei Niereninsuffizienz (einschlieBlich Kreatinin-Clearance > 20 ml/min/1,73 m2) ist die Pharmakokinetik von Moxifloxacin nicht signifikant verandert. Die Konzentrationen des Metaboliten M2 (Acylglukuronid des Moxifloxacins) steigen mit abnehmender Nierenfunktion auf das bis zu 2,5fache an (bei einer Kreatinin-Clearance von < 30 ml/min/1,73 m2).

Eingeschrankte Leberfunktion

Die bisherigen pharmakokinetischen Untersuchungen bei Patienten mit Leberinsuffizienz (Child-Pugh A, B) lassen keine eindeutigen Schlussfolgerungen uber Veranderungen gegenuber Lebergesunden zu. Eingeschrankte Leberfunktion geht mit einer Erhohung der Plasmaspiegel des Metaboliten M1 einher. Die Spiegel des unveranderten Wirkstoffes bleiben vergleichbar mit denen bei gesunden Freiwilligen. Es gibt keine ausreichende Erfahrung uber die klinische Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstorung.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Konventionelle Studien zur Toxizitat bei wiederholter Gabe von Moxifloxacin zeigten Hamato- und Hepatotoxizitat in Nagern und Nicht-Nagern. Toxische Effekte auf das ZNS wurden bei Affen beobachtet. Diese Effekte wurden nach Gabe hoher Moxifloxacin-Dosen oder nach langerer Behandlung beobachtet.

Bei Hunden ergaben hohe orale Dosen (> 60 mg/kg, die zu Plasmakonzentrationen > 20 mg/l fuhrten) Veranderungen im Elektroretinogramm und in Einzelfallen eine Atrophie der Retina.

Nach intravenoser Gabe waren die Befunde fůr eine systemische Toxizitat am starksten ausgepragt, wenn Moxifloxacin als Bolusinjektion (45 mg/kg) gegeben wurde. Bei Gabe von 40 mg/kg als langsame Infusion ůber 50 Minuten waren keine Effekte zu beobachten.

Eine intraarterielle Verabreichung sollte vermieden werden, da bei dieser Applikationsart entzůndliche Veranderungen des periarteriellen Gewebes gefunden wurden.

Moxifloxacin war in vitro in Bakterien und Saugerzellen genotoxisch. In in-vivo-Tests wurde trotz sehr hoher Moxifloxacin-Dosen kein Hinweis auf Genotoxizitat gefunden. In einem Initiations-Promotionsmodell an Ratten wurden keine Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung von Moxifloxacin gefunden.

Nur bei hohen Konzentrationen zeigte Moxifloxacin in in-vitro-Untersuchungen kardiale, elektrophysiologische Effekte, die eine Verlangerung des QT-Intervalls bewirken konnen.

Bei intravenoser Verabreichung (30 mg/kg ůber 15, 30 oder 60 Minuten) war bei Hunden das AusmaB der QT-Verlangerung deutlich abhangig von der Infusionsgeschwindigkeit, d. h. je kůrzer die Infusionsdauer, desto starker wurde das QT-Intervall verlangert. Die Infusion von 30 mg/kg ůber 60 Minuten bewirkte keine QT-Verlangerung.

Reproduktionsstudien mit Ratten, Kaninchen und Affen weisen darauf hin, dass Moxifloxacin plazentagangig ist. Studien an Ratten (p.o. und i.v.) und Affen (p.o.) zeigten keinen Anhaltspunkt fůr Teratogenitat oder Beeintrachtigung der Fruchtbarkeit nach Verabreichung von Moxifloxacin. Bei Kaninchenfeten wurden etwas haufiger Wirbel- und Rippenmissbildungen beobachtet, allerdings nur bei deutlich maternal toxischer Dosis (20 mg/kg i.v.). Bei Plasmakonzentrationen im humantherapeutischen Bereich gab es bei Affen und Kaninchen eine erhohte Inzidenz von Aborten.

Von Chinolonen, einschlieBlich Moxifloxacin, ist bekannt, dass sie Schadigungen im Knorpel der groBen Gelenke bei juvenilen Tieren verursachen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Salzsaure 1 N (zur pH-Wert-Einstellung)

Natriumhydroxid-Losung 2 N (zur pH-Wert-Einstellung)

Wasser fůr Injektionszwecke

6.2    Inkompatibilitaten

Folgende Losungen sind inkompatibel mit Moxifloxacin Infusionslosung:

Natriumchlorid 10 % und 20 %,

Natriumhydrogencarbonat 4,2 % und 8,4 %

Das Arzneimittel darf, auBer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgefůhrten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

Polyolefinbeutel: 3 Jahre Glasflasche:    5 Jahre

Das Arzneimittel sollte unmittelbar nach Anbruch und/oder Verdůnnung angewendet werden.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung Nicht unter 15°C lagem.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Polyolefinbeutel mit Polypropylen-Port in einem Aluminiumbeutel. Es sind 250-ml-Packungen in Umkartons mit 5 und 12 Beuteln erhaltlich.

Farblose Glasflaschen (Typ 2) mit einem Chlorbutyl- oder Brombutyl-Gummistopfen. Die 250-ml-Flasche ist in Packungen mit 1 Flasche und in Mehrstuckpackungen mit 5 Flaschen (5 Packungen mit 1 Flasche) und 20 Flaschen (20 Packungen mit 1 Flasche) erhaltlich.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Dieses Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Nicht verwendete Losungen sind zu verwerfen.

Fur die folgenden Infusionslosungen wurde Kompatibilitat mit Moxifloxacin Infusionslosung nachgewiesen:

Wasser fur Injektionszwecke, Natriumchlorid 0,9 %, Natriumchlorid 1 molar,

Glucose 5 %/10 %/40 %, Xylitol 20 %, Ringerlosung, Ringerlaktatlosung, Hartmannlosung. Moxifloxacin Infusionslosung sollte nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln verabreicht werden. Losungen, die sichtbare Partikel oder Trubungen enthalten, durfen nicht verwendet werden.

Bei niedrigen Lagertemperaturen kann es zu einer Ausfallung kommen, die sich bei Raumtemperatur wieder auflost. Daher wird empfohlen, die Infusionslosung nicht unter 15°C zu lagern.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Bayer Pharma AG 13342 Berlin

Mitvertrieb

Bayer Vital GmbH

51368 Leverkusen

Tel.: (02 14) 30-5 13 48

Fax: (02 14) 30-5 16 03

E-Mail: bayer-vital@bayerhealthcare.com

8.    ZULASSUNGSNUMMER(N)

45372.00.01

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. April 2002

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 17. September 2014

10. STAND DER INFORMATION 09/2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

V erschreibungspflichtig

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Actira 400 mg/250 ml Infusionslösung