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Actonel plus calcium 35 mg + 500 mg filmtabletten



Gebrauchsinformation Actonel plus calcium 35 mg + 500 mg filmtabletten

Gebrauchsinformation: Information fur Patienten

Actonel plus Calcium 35 mg + 500 mg Filmtabletten

Mononatriumrisedronat + Calcium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.


Was in dieser Packungsbeilage steht:

1.    Was ist Actonel plus Calcium und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Actonel plus Calcium beachten?

3.    Wie ist Actonel plus Calcium einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Actonel plus Calcium aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Actonel plus Calcium und wofur wird es angewendet?

Was Actonel plus Calcium ist

Actonel plus Calcium ist ein Kombinationsarzneimittel, das in wochentlichen Einheiten zu jeweils einer Tablette Actonel (hellorange Tablette) und 6 Tabletten Calcium (blaue Tabletten) abgepackt ist.

Actonel Tabletten

Die Actonel Tabletten enthalten Mononatriumrisedronat, das zu einer Gruppe von nicht-hormonellen Arzneimitteln gehort, genannt Bisphosphonate, die zur Behandlung von Knochenerkrankungen verwendet werden. Es wirkt direkt an Ihren Knochen, um sie zu starken und damit weniger bruchanfallig zu machen.

Knochen ist ein lebendes Gewebe. Alter Knochen wird standig aus Ihrem Knochengerust entfernt und durch neuen Knochen ersetzt.

Postmenopausale Osteoporose ist eine Erkrankung, die bei Frauen nach der Menopause auftritt und bei der die Knochen schwacher und zerbrechlicher werden und nach einem Sturz oder einer starkeren Belastung leichter brechen.

Die Knochen der Wirbelsaule, der Hufte und des Handgelenks sind am wahrscheinlichsten von Knochenbruchen betroffen, obgleich es jeden Knochen Ihres Korpers betreffen kann. Osteoporose-bedingte Knochenbruche konnen auch Ruckenschmerzen, Abnahme der KorpergroBe und einen Rundrucken verursachen. Viele Patienten mit Osteoporose haben keine Symptome und moglicherweise haben Sie daher gar nicht erkannt, dass Sie an Osteoporose leiden.

Calcium Tabletten

Die Calcium Tabletten enthalten Calciumcarbonat, das das Calcium liefert, welches Ihr Korper fur die Festigung neugebildeten Knochens benotigt.

Wofur Actonel plus Calcium angewendet wird

Zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach der Menopause, die nach Feststellung ihres Arztes zusatzlich die tagliche Gabe von Calcium benotigen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Actonel plus Calcium beachten?

Actonel plus Calcium darf NICHT eingenommen werden:

•    wenn Sie allergisch gegen Mononatriumrisedronat, Calciumcarbonat oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

•    wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie an:

Hypokalziamie (einem verminderten Calciumspiegel im Blut)

Hyperkalziamie (einem erhohten Calciumspiegel im Blut)

Hyperkalziurie (einem erhohten Calciumspiegel im Urin) leiden.

•    wenn Sie schwanger sein konnten, schwanger sind oder vorhaben, schwanger zu werden.

•    wenn Sie stillen.

•    wenn Sie eine schwere Storung Ihrer Nierenfunktion, einschlieblich Nierensteinen, haben.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Actonel plus Calcium einnehmen:

•    wenn Sie nicht in der Lage sind, mindesten 30 Minuten aufrecht zu sitzen oder zu stehen.

•    wenn Sie an Storungen des Knochen- oder Mineralstoffwechsels leiden (beispielsweise Vitamin-D-Mangel, Funktionsstorungen der Nebenschilddrusen; beides fuhrt zu einem erniedrigten Calcium-Blutspiegel).

•    wenn Sie Probleme mit Ihrer Speiserohre haben oder in der Vergangenheit hatten. Beispielsweise, wenn Sie Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung haben oder hatten oder wenn Ihnen bereits fruher einmal mitgeteilt wurde, dass Sie einen Barrett Osophagus haben (eine Erkrankung mit Veranderungen der Zellen, die den unteren Teil der Speiserohre auskleiden).

•    falls Ihr Arzt Ihnen mitteilte, dass Sie an einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden (beispielsweise Lactose).

•    wenn Sie unter Schmerzen, einer Schwellung oder einem Taubheitsgefuhl des Kiefers oder einem „Gefuhl eines schweren Kiefers“ oder einer Lockerung eines Zahnes leiden oder litten.

•    wenn Sie in zahnarztlicher Behandlung sind oder sich einem zahnarztlichen Eingriff unterziehen mussen. Teilen Sie Ihrem Zahnarzt mit, dass Sie mit Actonel plus Calcium behandelt werden.

Ihr Arzt wird Ihnen raten, was Sie tun mussen, falls Sie Actonel plus Calcium einnehmen und einer der

genannten Punkte auf Sie zutrifft.

Kinder und Jugendliche

Fur Kinder unter 18 Jahren wird eine Einnahme von Mononatriumrisedronat aufgrund unzureichender

Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht empfohlen.

Einnahme von Actonel plus Calcium zusammen mit anderen Arzneimitteln

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten)

Arzneimittel, die eine der nachfolgenden Substanzen enthalten, verringem bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung der Actonel Tablette:

•    Calcium

•    Magnesium

•    Aluminium (beispielsweise einige Mittel gegen Verdauungsstorungen)

•    Eisen.

Nehmen Sie diese Arzneimittel fruhestens 30 Minuten nach Ihrer Actonel Tablette ein.

Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

Es ist bekannt, dass calciumhaltige Arzneimittel in Wechselwirkung treten mit:

•    Digitalis (eingesetzt zur Behandlung von Storungen der Herzfunktion)

•    Tetracyclin-Antibiotika

•    Steroiden (z. B. Kortison)

•    Natriumfluorid (eingesetzt zur Hartung des Zahnschmelzes)

•    Thiazidhaltige Diuretika (eingesetzt zur Entwasserung des Korpers durch vermehrte Urinbildung).

Falls Sie eines der genannten Arzneimittel nehmen, wird Ihnen Ihr Arzt weitere Anweisungen geben.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Einnahme von Actonel plus Calcium zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten)

Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Actonel Tablette NICHT zusammen mit Nahrungsmitteln oder Getranken (ausgenommen gewohnlichem Trinkwasser) einnehmen, damit sie richtig wirken kann. Insbesondere sollten Sie diese Tablette nicht gleichzeitig mit Molkereiprodukten (beispielsweise Milch) einnehmen, da diese Calcium enthalten (siehe Abschnitt 2 „Einnahme von Actonel plus Calcium zusammen mit anderen Arzneimitteln“). Nehmen Sie Nahrung und Getranke (auber gewohnlichem Trinkwasser) fruhestens 30 Minuten nach Ihrer Actonel Tablette zu sich.

Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

Nehmen Sie Ihre Calcium Tablette NICHT gleichzeitig mit Nahrungsmitteln ein, die einen hohen Gehalt an Oxalsaure (Spinat und Rhabarber) oder Fytinsaure (ganze Getreidekorner) haben.

Nehmen Sie Ihre Calcium Tablette fruhestens 2 Stunden, nachdem Sie solche Nahrungsmittel gegessen haben.

Schwangerschaft und Stillzeit

Nehmen Sie KEIN Actonel plus Calcium ein, wenn Sie schwanger sein konnten, schwanger sind oder planen, schwanger zu werden (siehe Abschnitt 2 „Actonel plus Calcium darf nicht eingenommen werden). Das mogliche Risiko, das mit der Anwendung von Mononatriumrisedronat (dem Wirkstoff in Actonel) bei Schwangeren verbunden ist, ist nicht bekannt.

Nehmen Sie KEIN Actonel plus Calcium ein, wenn Sie stillen (siehe Abschnitt 2 „Actonel plus Calcium darf nicht eingenommen werden).

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Actonel plus Calcium hat keinen Einfluss auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Die Actonel Tabletten enthalten Lactose (siehe Abschnitt 2 „Wamhinweise und V orsichtsmaBnahmen“).

3. Wie ist Actonel plus Calcium einzunehmen?

Actonel plus Calcium ist eine Wochentherapie in Form einer Blisterpackung mit 1 Actonel 35 mg Tablette und 6 Calcium 500 mg Tabletten. Auf der Ruckseite jedes Wochenblisters finden Sie Einnahmeanweisungen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis betragt:

Wochenzyklus:

   Tag 1: Actonel Tablette (hellorange Tablette)

Nehmen Sie einmal pro Woche EINE Actonel Tablette.

Wahlen Sie einen Tag in der Woche aus, der am besten in Ihren Zeitplan passt. Das wird Ihr Tag 1 fur den Wochenzyklus sein. Nehmen Sie jede Woche die Actonel Tablette an dem von Ihnen gewahlten Tag 1.

   Tage 2 bis 7: Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

AmTag nach der Einnahme der Actonel Tablette beginnen Sie mit der Einnahme EINER Tablette Calcium taglich uber die nachsten 6 Tage.

Alle 7 Tage beginnen Sie einen neuen Wochenblister. Sie sollten die neue Blisterpackung mit der Einnahme der Actonel Tablette an dem von Ihnen gewahlten Tag 1 beginnen.

WANN ist die Actonel Tablette einzunehmen?

Nehmen Sie Ihre Actonel Tablette spatestens 30 Minuten vor dem ersten Verzehr von Nahrung oder Getranken (auBer gewohnlichem Trinkwasser) oder der Einnahme anderer Arzneimittel an diesem Tag.

WIE ist Actonel plus Calcium einzunehmen?

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten)

   Nehmen Sie Ihre Tablette in aufrechter Korperhaltung ein (Sie konnen sitzen oder stehen), um Sodbrennen zu vermeiden.

   Schlucken Sie Ihre Tablette mit mindestens einem Glas (120 ml) gewohnlichem Trinkwasser.

   Schlucken Sie Ihre Tablette im Ganzen. Lutschen oder kauen Sie sie nicht.

   Legen Sie sich 30 Minuten lang nicht hin, nachdem Sie Ihre Tablette eingenommen haben.

Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

   Nehmen Sie eine Calcium Tablette jeden Tag fur die nachsten 6 Tage.

   Schlucken Sie sie im Ganzen.

•    Es wird empfohlen, die Calcium Tablette zum Essen einzunehmen.

Wenn Sie eine groBere Menge Actonel plus Calcium eingenommen haben, als Sie sollten

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten)

Falls Sie mehr Actonel Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten, oder wenn Kinder aus Versehen das Arzneimittel eingenommen haben, sollten die Betreffenden ein groBes Glas Milch trinken und arztlichen Rat suchen.

Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

Falls Sie mehr Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten, oder falls Kinder aus Versehen das Arzneimittel eingenommen haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Wenn Sie die Einnahme von Actonel plus Calcium vergessen haben

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten)

Wenn Sie vergessen haben, Ihre Tablette an dem von Ihnen gewahlten Tag (Tag 1) einzunehmen:

1.    Nehmen Sie sie an dem Tag, an dem Sie es bemerken. Nehmen Sie NICHT zwei Tabletten an einem Tag, um die ausgelassene Tablette auszugleichen.

2.    Am darauf folgenden Tag nehmen Sie Ihre Calcium Tablette (blaue Tablette). Nehmen Sie NICHT Ihre hellorange Tablette und die blaue Tablette am selben Tag ein.

3.    Nehmen Sie weiterhin jeden Tag eine blaue Tablette bis der Wochenzyklus zu Ende ist.

4.    Vernichten Sie am Ende des Wochenzyklus evtl. noch in der Blisterpackung ubriggebliebene Tabletten.

Dann beginnen Sie einen neuen Wochenzyklus: Nehmen Sie eine Actonel Tablette einmal die Woche an dem von Ihnen festgelegten Tag 1.

Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

Falls Sie die Einnahme der Calcium Tablette vergessen haben:

1.    Nehmen Sie sie an dem Tag ein, an dem Sie es bemerken. Nehmen Sie NICHT die blaue Tablette am gleichen Tag wie die hellorange Tablette. Nehmen Sie NICHT 2 blaue Tabletten am selben Tag.

2.    Nehmen Sie weiterhin jeden Tag eine blaue Tablette, bis der Wochenzyklus beendet ist.

3.    Vernichten Sie am Ende des Wochenzyklus evtl. noch in der Blisterpackung ubrig gebliebene Tabletten.

Wenn Sie die Einnahme von Actonel plus Calcium abbrechen

Wenn Sie die Behandlung abbrechen, beginnen Sie moglicherweise, Knochenmasse zu verlieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie in Erwagung ziehen, die Behandlung abzubrechen.

Wenn sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten)

In den folgenden Fallen mussen Sie die Einnahme von Actonel abbrechen und sofort einen Arzt informieren:

•    Symptome einer schweren allergischen Reaktion wie

o Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen o Schluckbeschwerden o Quaddeln und Atembeschwerden.

•    Schwere Hautreaktionen, die mit Blasenbildung einhergehen konnen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn bei Ihnen die folgenden Nebenwirkungen auftreten:

•    Augenentzundung, gewohnlich mit Schmerzen, Rotung und Lichtempfindlichkeit

•    Absterben von Knochengewebe des Kiefers (Osteonekrose), das einhergeht mit einer verzogerten Heilung und Infektion, oftmals als Folge einer Zahnextraktion (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen“)

•    Speiserohrenbeschwerden wie Schmerzen beim Schlucken, Schluckbeschwerden, Schmerzen im Brustkorb oder neu auftretendes oder sich verschlimmerndes Sodbrennen.

Ungewohnliche (atypische) Bruche des Oberschenkelknochens, insbesondere bei Patienten unter Langzeitbehandlung gegen Osteoporose, konnen selten auftreten. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Schmerzen, Schwache oder Beschwerden in Oberschenkel, Hufte oder Leiste verspuren, da es sich dabei um ein fruhes Anzeichen eines moglichen Oberschenkelknochenbruchs handeln konnte.

Demgegenuber waren die anderen Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden, gewohnlich leicht und veranlassten die Patienten nicht, die Einnahme ihrer Tabletten abzubrechen.

Haufige Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 von 100 Behandelten)

•    Verdauungsstorungen, Ubelkeit, Magenschmerzen, Magenkrampfe oder -verstimmung, Verstopfung, Vollegefuhl, Blahungen, Durchfall.

•    Schmerzen in Knochen, Muskeln oder Gelenken.

•    Kopfschmerz.

Gelegentliche Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 von 1.000 Behandelten)

•    Entzundungen oder Geschwure der Speiserohre, die Probleme und Schmerzen beim Schlucken verursachen (siehe auch Abschnitt 2 „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen“), Magenschleimhautentzundung, Entzundung des Zwolffingerdarms (Darmabschnitt, in den sich der Magen entleert).

•    Entzundung der Regenbogenhaut des Auges (Iris) (rote, schmerzende Augen mit moglicher Anderung des Sehvermogens).

Seltene Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 von 10.000 Behandelten)

•    Entzundliche Veranderungen der Zungenschleimhaut (rot, geschwollen, moglicherweise schmerzhaft), Verengung der Speiserohre.

•    Auffallige Leberwerte wurden berichtet. Diese konnen nur durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden.

Nach Markteinfuhrung wurden folgende Nebenwirkungen berichtet (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar):

•    Haarausfall

•    Lebererkrankungen, in einigen Fallen schwer.

Zu Behandlungsbeginn konnen in seltenen Fallen die Calcium- und Phosphatspiegel fallen. Diese Veranderungen sind gewohnlich gering und verursachen keine Symptome.

Calcium Tabletten (blaue Tabletten)

Gelegentliche Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 von 1.000 Behandelten)

• Hyperkalziamie (erhohter Calciumspiegel im Blut mit moglichen Anzeichen starken Durstgefuhls, Appetitverlust, Mudigkeit und in schweren Fallen unregelmaBiger Herzschlag), Hyperkalziurie (erhohter Calciumspiegel im Urin).

Seltene Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 von 10.000 Behandelten)

• Blahungen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5. Wie ist Actonel plus Calcium aufzubewahren?

•    Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

•    Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

•    Nicht uber 25°C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Information Was Actonel plus Calcium enthalt

Actonel Tabletten (hellorange Tabletten):

Der Wirkstoff ist Mononatriumrisedronat. Eine Tablette enthalt 35 mg Mononatriumrisedronat, entsprechend 32,5 mg Risedronsaure.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat (siehe Abschnitt 2), Crospovidon (Typ A), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) und mikrokristalline Cellulose.

Filmuberzug: Hypromellose, Macrogol 400, Hyprolose, Macrogol 8000, hochdisperses Siliciumdioxid, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172), Eisen(III)-oxid (E172).

Calcium Tabletten (blaue Tabletten):

Der Wirkstoff ist Calciumcarbonat. Eine Tablette enthalt 1250 mg Calciumcarbonat, entsprechend 500 mg Calcium.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Vorverkleisterte Starke (Mais), Poly(O-carboxymethyl)starke, Indigocarmin (E132) und Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Filmuberzug: Macrogol 3350, Hypromellose, Polysorbat 80, Titandioxid (E171), Indigocarmin (E132), Hyprolose.

Wie Actonel plus Calcium aussieht und Inhalt der Packung

Actonel plus Calcium Filmtabletten besteht aus Wochenblistern, die enthalten:

•    1 Actonel 35 mg Filmtablette; eine ovale, hellorange Tablette mit den Buchstaben „RSN“ auf der einen und „35 mg“ auf der anderen Seite.

•    6 Calciumcarbonat 1250 mg Filmtabletten; kapselformige, blaue Tabletten mit den Buchstaben „NE2“ auf beiden Seiten.

Obige Wochentherapie ist in Packungen mit 4 und 12 Wochenblistern erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Warner Chilcott Deutschland GmbH Dr.-Otto-Rohm-StraBe 2 - 4 64331 Weiterstadt Telefon: 06151/877-0 Telefax: 06151/895594

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland: Actonel plus Calcium 35 mg + 500 mg Filmtabletten Irland: Actonel Combi 35 mg + 500 mg film-coated tablets Niederlande: Actokit, combinatieverpakking Schweden: Optinate Combi 35 mg + 500 mg filmdragerade tabletter

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im Oktober 2014

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Actonel plus Calcium 35 mg + 500 mg Filmtabletten

Fachinformation Actonel plus calcium 35 mg + 500 mg filmtabletten

F achinform ation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Actonel® plus Calcium 35 mg + 500 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Hellorange Tablette:

Eine hellorange Filmtablette enthalt 35 mg Mononatriumrisedronat, entsprechend 32,5 mg Risedronsaure.

Blaue Tablette:

Eine blaue Filmtablette enthalt 1250 mg Calciumcarbonat, entsprechend 500 mg Calcium. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede hellorange Filmtablette enthalt 126,0 mg Lactose-Monohydrat, entsprechend 119,7 mg Lactose.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Mononatriumrisedronat Tablette

Ovale, hellorange Filmtablette mit der Gravur „RSN“ auf der einen Seite und „35 mg“ auf der anderen.

Calciumcarbonat Tablette

Kapselformige, blaue Filmtablette mit der Gravur „NE2“ auf beiden Seiten.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der postmenopausalen Osteoporose, zur Verringerung des Risikos fur Wirbelkorper-frakturen. Behandlung der manifesten postmenopausalen Osteoporose, zur Verringerung des Risikos fur Huftfrakturen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Actonel plus Calcium ist eine 2-Komponenten-Therapie, bestehend aus 7 Tabletten pro Blisterpackung: 1 Filmtablette Actonel 35 mg (hellorange Tablette) und 6 Filmtabletten Calcium 500 mg (blaue Tabletten). Actonel plus Calcium ist fur Patienten bestimmt, bei denen, basierend auf einer individuellen Beurteilung, die enthaltene Calciummenge zur Erganzung des

Calciumbedarfes als ausreichend erachtet wird. Eine zusatzliche Gabe von Vitamin D sollte in Erwagung gezogen werden, sofern die mit der Nahrung zugefuhrte Menge unzureichend ist.

Dosierung

Die empfohlene Dosis fur Erwachsene ist eine Actonel 35 mg Filmtablette am ersten Tag, gefolgt ab dem zweiten Tag von taglich jeweils einer Calcium 500 mg Filmtablette uber 6 Tage. Dieser siebentagige Zyklus wird dann jede Woche wiederholt.

Art der Anwendung

Actonel 35 mg (hellorange Tablette)

Die Actonel 35 mg Filmtablette sollte jede Woche stets am selben Wochentag eingenommen werden.

Die Resorption von Mononatriumrisedronat wird durch Nahrungsmittel beeinflusst, daher sollten Patienten zur Sicherstellung einer ausreichenden Resorption die Actonel 35 mg Filmtablette wie folgt einnehmen:

• Vor dem Fruhstuck: Spatestens 30 Minuten vor der ersten Aufnahme von Nahrung, anderen Arzneimitteln oder Getranken (ausgenommen gewohnlichem Trinkwasser).

Die Filmtablette muss im Ganzen geschluckt werden; sie darf nicht gelutscht oder gekaut werden. Um die Passage der Filmtablette in den Magen zu unterstutzen, ist die Actonel 35 mg Filmtablette in aufrechter Korperhaltung einzunehmen, zusammen mit einem Glas gewohnlichem Trinkwasser (> 120 ml). Patienten sollten sich nach der Tabletteneinnahme 30 Minuten lang nicht hinlegen (siehe Abschnitt 4.4).

Calciumcarbonat (blaue Tablette)

Beginnend am Tag nach der Einnahme der Actonel 35 mg Filmtablette, sollte uber die nachsten 6 Tage taglich eine Calcium Filmtablette eingenommen werden. Die Filmtablette sollte im Ganzen geschluckt werden. Die Calciumresorption ist bei einer Einnahme zusammen mit Nahrung verbessert. Daher sollten die Patienten die Calcium Filmtablette zum Essen einnehmen.

Die Patienten sollten fur den Fall, dass sie die Einnahme der Actonel 35 mg Filmtablette (hellorange Tablette) versaumen, angewiesen werden, diese am nachsten Morgen entsprechend den Einnahmevorschriften einzunehmen. Am darauf folgenden Tag sollten sie ihre nachste Calcium Filmtablette (blaue Tablette) einnehmen. Die Patienten sollten der Blisterpackung nicht mehr als eine Tablette pro Tag entnehmen.

Fur den Fall, dass die Calciumeinnahme (blaue Tablette) vergessen wurde, sollte der Patient angewiesen werden, die einmal tagliche Calciumeinnahme an dem Tag fortzusetzen, an dem er die vergessene Einnahme bemerkt. Am Ende des wochentlichen Einnahmezyklus sollten die in der Blisterpackung ubrig gebliebenen Calcium Filmtabletten verworfen werden.

Die Patienten sollten angewiesen werden, alle 7 Tage eine neue Blisterpackung zu beginnen. Sie sollten die neue Blisterpackung anbrechen, indem sie die Actonel 35 mg Filmtablette (hellorange Tablette) am ursprunglich ausgewahlten Wochentag einnehmen.

Die optimale Dauer einer Bisphosphonat-Behandlung bei Osteoporose ist nicht festgelegt. Die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung sollte in regelmaBigen Abstanden auf Grundlage des

Nutzens und potenzieller Risiken von Risedronat fur jeden Patienten individuell beurteilt werden, insbesondere bei einer Anwendung uber 5 oder mehr Jahre.

Besondere Patientengruppen Áltere Patienten

Da die Zielgruppe postmenopausale Frauen sind, ist eine spezifische Dosierungsempfehlung fur altere Patienten nicht erforderlich. Dies wurde auch fur sehr betagte Patienten (75 Jahre und daruber) nachgewiesen.

Eingeschrankte Nierenfunktion

Fur Patienten mit geringer bis mittelschwerer Einschrankung der Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Mononatriumrisedronat ist bei Patienten mit schwerer Nieren-funktionsstorung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Fur Kinder unter 18 Jahren wird eine Einnahme von Mononatriumrisedronat aufgrund unzureichender Daten hinsichtlich Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht empfohlen (siehe auch Abschnitt 5.1).

4.3 Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Hypokalziamie (siehe Abschnitt 4.4)

Hyperkalziamie Hyperkalziurie Nephrolithiasis Schwangerschaft und Stillzeit

Schwere Nierenfunktionsstorung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)

4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Nahrungsmittel, Getranke (ausgenommen gewohnliches Trinkwasser) und Arzneimittel mit mehrwertigen Kationen (z.B. Calcium, Magnesium, Eisen sowie Aluminium) konnen die Resorption von Mononatriumrisedronat beeintrachtigen und durfen daher nicht gleichzeitig eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5). Die Mononatriumrisedronat-Tablette (hellorange Tablette) sollte deshalb morgens spatestens 30 Minuten vor der ersten Aufnahme von Nahrung, anderen Arzneimitteln oder Getranken eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Die Wirksamkeit von Bisphosphonaten bei der Behandlung der postmenopausalen Osteoporose ist mit dem Vorliegen eines erniedrigten Knochenmineralgehaltes (BMD T-Score an der Hufte oder der Lendenwirbelsaule < -2,5 Standardabweichungen (SD)) und/oder einer vorhandenen Fraktur verbunden.

Hohes Alter oder klinische Risikofaktoren fur Frakturen alleine sind keine hinreichenden Grunde, eine Osteoporosebehandlung mit einem Bisphosphonat zu beginnen.

Hinweise, die die Wirksamkeit von Bisphosphonaten einschlieBlich Mononatriumrisedronat bei sehr betagten Frauen (> 80 Jahre) unterstutzen, sind begrenzt (siehe Abschnitt 5.1).

Bisphosphonate wurden mit Osophagitis, Gastritis, osophagealen und gastroduodenalen Ulzera in Verbindung gebracht. Vorsicht ist daher geboten:

•    bei Patienten mit Osophagus-Erkrankungen in der Anamnese, die die osophageale Passage oder Entleerung verzogern, wie z. B. Striktur oder Achalasie

•    bei Patienten, die nicht in der Lage sind, mindestens 30 Minuten lang nach Einnahme der Filmtablette aufrecht zu sitzen oder zu stehen

•    falls Mononatriumrisedronat Patienten mit aktiven oder kurzlich aufgetretenen osophagealen oder Oberbauchbeschwerden verordnet wird (eingeschlossen bekannter Barrett Osophagus).

Der verordnende Arzt sollte die Patienten besonders auf die Beachtung der Einnahmevorschriften hinweisen und auf Anzeichen und Symptome einer moglichen osophagealen Reaktion achten. Die Patienten sollten angewiesen werden, rechtzeitig arztlichen Rat zu suchen, wenn sich bei ihnen Symptome einer Osophagusreizung entwickeln wie Dysphagie, Schmerzen beim Schlucken, retrosternale Schmerzen oder neu auftretendes oder sich verschlimmerndes Sodbrennen.

Eine Hypokalziamie ist vor Einleitung der Actonel plus Calcium-Therapie zu behandeln. Andere Storungen des Knochen- und Mineralstoffwechsels (wie Funktionsstorungen der Nebenschilddruse, Hypovitaminose D) sind mit Beginn der Actonel plus Calcium-Therapie ebenfalls zu behandeln.

Uber Osteonekrosen im Kieferbereich, ublicherweise im Zusammenhang mit einer Zahnextraktion und/oder einer lokalen Infektion (einschlieBlich Osteomyelitis), wurde bei Krebspatienten berichtet, deren Behandlungsschemata vorwiegend intravenos verabreichte Bisphosphonate einschlossen. Viele dieser Patienten erhielten zusatzlich eine Chemotherapie und Glukokortikoide. Osteonekrosen des Kiefers wurden auch bei Osteoporosepatienten berichtet, die orale Bisphosphonate erhielten.

Bei Patienten mit begleitenden Risikofaktoren (z. B. Krebserkrankung, Chemotherapie, Strahlentherapie, Glukokortikoide, schlechte Mundhygiene) sollte vor einer Behandlung mit Bisphosphonaten eine Zahnuntersuchung mit angemessener praventiver Zahnbehandlung erwogen werden.

Wahrend der Behandlung sollten diese Patienten invasive Dentaleingriffe soweit moglich vermeiden. Bei Patienten, die wahrend der Behandlung mit Bisphosphonaten eine Osteonekrose im Kieferbereich entwickeln, konnte ein kieferchirurgischer Eingriff diesen Zustand verschlechtern.

Fur Patienten, die eine zahnarztliche MaBnahme benotigen, stehen keine Daten zur Verfugung, ob die Unterbrechung der Behandlung mit Bisphosphonaten das Risiko fur Osteonekrose im Kieferbereich reduziert. Die klinische Bewertung durch den behandelnden Arzt sollte Grundlage fur den Behandlungsplan eines jeden Patienten sein und auf einer individuellen Nutzen-Risiko-Bewertung basieren.

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz oder anamnestisch bekannter adsorptiver oder renaler Hyperkalziurie, Nephrokalzinose, Nierensteinbildung oder Hypophosphatamie sollte die Nierenfunktion, sowie die Calcium- und Phosphatkonzentration im Serum und Urin regelmaBig uberwacht werden.

Atypische Femurfrakturen

Atypische subtrochantare und diaphysare Femurfrakturen wurden unter Bisphosphonat-Therapie berichtet, vor allem bei Patienten unter Langzeitbehandlung gegen Osteoporose. Diese transversalen oder kurzen Schragfrakturen konnen uberall entlang des Oberschenkelknochens auftreten, direkt unterhalb des Trochanter minor bis direkt oberhalb der Femurkondylen. Diese

Frakturen entstehen nach einem minimalen Trauma oder ohne Trauma und manche Patienten verspuren Oberschenkel- oder Leistenschmerzen oft im Zusammenhang mit Anzeichen einer Niedrig-Energie Fraktur in bildgebenden Verfahren Wochen bis Monate vor dem Auftreten einer manifesten Femurfraktur. Frakturen treten haufig bilateral auf. Aus diesem Grund sollte bei Patienten, die mit Bisphosphonaten behandelt werden und eine Femurschaftfraktur hatten, der kontralaterale Femur ebenfalls untersucht werden. Uber eine schlechte Heilung dieser Frakturen ist ebenfalls berichtet worden. Bei Patienten mit Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte ein Absetzen der Bisphosphonat-Therapie, vorbehaltlich einer Beurteilung des Patienten, auf Grundlage einer individuellen Nutzen-Risiko-Bewertung in Betracht gezogen werden.

Wahrend einer Behandlung mit Bisphosphonaten sollte den Patienten geraten werden, uber jegliche Oberschenkel-, Huft- oder Leistenschmerzen zu berichten und jeder Patient mit diesen Symptomen sollte auf eine unvollstandige Femurfraktur hin untersucht werden.

Dieses Arzneimittel enthalt Lactose. Patienten mit der seltenen, hereditaren Galactose-Intoleranz, Lapp Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mononatriumrisedronat

Es wurden mit Mononatriumrisedronat keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgefuhrt; jedoch zeigten sich keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln in den klinischen Studien.

Die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln mit mehrwertigen Kationen (z.B. Calcium, Magnesium, Eisen sowie Aluminium) beeintrachtigt die Resorption von Mononatriumrisedronat (siehe Abschnitt 4.4).

Mononatriumrisedronat wird nicht im Korper metabolisiert, es induziert keine Cytochrom P450-Enzyme und weist eine geringe Proteinbindung auf.

In den Phase-III-Osteoporose-Studien mit taglicher Einnahme von Mononatriumrisedronat gaben 33 % der Patienten die Einnahme von Acetylsalicylsaure bzw. 45 % die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) an. In der Phase-III-Studie mit einmal wochentlicher Einnahme gaben 57 % bzw. 40 % der Patienten die Einnahme von Acetylsalicylsaure bzw. NSAR an. Bei den regelmaBigen Anwendern (an 3 oder mehr Tagen pro Woche) war die Inzidenz unerwunschter Wirkungen im Bereich des oberen Gastrointestinaltrakts bei den mit Mononatriumrisedronat behandelten Patienten und den Kontrollpatienten ahnlich.

Bei Bedarf kann Mononatriumrisedronat gleichzeitig mit einer Estrogensubstitution angewandt werden.

Calciumcarbonat

Thiaziddiuretika vermindern die Harnausscheidung von Calcium. Aufgrund des erhohten Hyperkalziamie-Risikos sollten die Serumcalciumspiegel wahrend einer gleichzeitigen Behandlung mit Thiaziddiuretika regelmaBig kontrolliert werden.

Systemische Glukokortikoide vermindern die Calciumresorption. Die gleichzeitige Anwendung

kann eine Erhohung der Calciumcarbonat-Dosis notwendig machen.

Die Resorption von oralen Tetracyclinen kann durch die gleichzeitige Einnahme von Calciumcarbonat vermindert werden. Aus diesem Grund sollten Tetracyclin-haltige Arzneimittel mindestens 2 Stunden vor bzw. erst 4 - 6 Stunden nach der Einnahme von Calcium gegeben werden.

Hyperkalziamie kann die Toxizitat von Digitalis und anderen Herzglykosiden (Risiko von Dysrhythmien) wahrend einer Behandlung mit Calcium erhohen. Aus diesem Grund mussen entsprechende Patienten bezuglich Elektrokardiogramm (EKG) und Calcium-Blutspiegel uberwacht werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem Bisphosphonat oder Natriumfluorid sollten diese Arzneimittel wegen des Risikos einer eingeschrankten Resorption im Gastrointestinaltrakt mindestens 3 Stunden vor Calciumcarbonat eingenommen werden.

Oxalsaure (enthalten in Spinat und Rhabarber) sowie Fytinsaure (enthalten in ganzen Getreidekornern) kann durch Bildung unloslicher Komplexe mit Calciumionen die Calciumresorption herabsetzen. Patienten, die Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Oxal-oder Fytinsaure zu sich genommen haben, sollten uber einen Zeitraum von zwei Stunden keine Calcium-haltigen Arzneimittel einnehmen.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Dieses Arzneimittel ist in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Es liegen keine hinreichenden Daten uber die Anwendung von Mononatriumrisedronat bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko fur den Menschen ist nicht bekannt. Untersuchungen an Tieren deuten darauf hin, dass eine geringe Menge Mononatriumrisedronat in die Muttermilch ubergeht. Mononatriumrisedronat darf nicht wahrend der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Actonel plus Calcium hat keinen oder einen zu vernachlassigenden Einfluss auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Mononatriumrisedronat

Mononatriumrisedronat wurde in klinischen Studien der Phase III bei mehr als 15.000 Patienten untersucht. Die in klinischen Studien beobachteten unerwunschten Wirkungen waren in der Mehrzahl leicht bis maBig und erforderten in der Regel keinen Behandlungsabbruch.

Unerwunschte Ereignisse, die in klinischen Studien der Phase III bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose berichtet wurden, die bis zu 36 Monate lang mit Mononatriumrisedronat 5 mg taglich (n = 5.020) oder Placebo (n = 5.048) behandelt wurden, und deren Zusammenhang mit Mononatriumrisedronat als moglich oder wahrscheinlich beurteilt wurde, sind nachstehend aufgelistet. Dabei wurden folgende Definitionen zu Grunde gelegt (Inzidenzen im Vergleich zu Placebo sind in Klammern angegeben): sehr haufig (> 1/10); haufig (> 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100); selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000).

Erkrankungen des Nervensystems haufig: Kopfschmerz (1,8 % vs. 1,4 %)

Augenerkrankungen gelegentlich: Iritis*

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

haufig: Obstipation (5,0 % vs. 4,8 %), Dyspepsie (4,5 % vs. 4,1 %), Ubelkeit (4,3 % vs. 4,0 %), Bauchschmerzen (3,5 % vs. 3,3 %), Diarrhoe (3,0 % vs. 2,7 %); gelegentlich: Gastritis (0,9 % vs. 0,7 %), Osophagitis (0,9 % vs. 0,9 %), Dysphagie (0,4 % vs.

0,2 %), Duodenitis (0,2 % vs. 0,1 %), Osophagus-Ulkus (0,2 % vs. 0,2 %); selten: Glossitis (< 0,1 % vs. 0,1 %), Osophagustriktur (< 0,1 % vs. 0,0 %).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen haufig: Schmerzen des Bewegungsapparats (2,1 % vs. 1,9 %)

Untersuchungen

selten: Leberwerte auBerhalb des Normbereichs*

*Keine relevanten Inzidenzen aus Phase III-Osteoporose-Studien; die Haufigkeitsangaben basieren auf unerwunschten Ereignissen/Laborbefunden/Medikamentenreexpositionen aus klinischen Studien fruherer Phasen.

In einer einjahrigen, doppelblinden, multizentrischen Studie bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose, in der die tagliche Einnahme von Mononatriumrisedronat 5 mg (n = 480) mit der einmal wochentlichen Einnahme von Mononatriumrisedronat 35 mg (n = 485) verglichen wurde, waren Sicherheits- und Vertraglichkeitsprofile der beiden Arzneimittel ahnlich. Die folgenden zusatzlichen Nebenwirkungen, deren Auftreten nach Meinung der Prufarzte moglicherweise oder wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Arzneimittel stehen konnte, wurden beobachtet (Inzidenz in der Mononatriumrisedronat 35 mg Gruppe groBer als in der Mononatriumrisedronat 5 mg Gruppe): Gastrointestinale Storungen (1,6 % vs. 1,0 %) und Schmerz (1,2 % vs. 0,8 %).

Laborbefunde

Fruhe, vorubergehende, asymptomatische und leichte Verminderungen der Calcium- und Phosphatkonzentrationen im Serum wurden bei einigen Patienten beobachtet.

Die folgenden zusatzlichen unerwunschten Ereignisse wurden nach Markteinfuhrung berichtet (Haufigkeit nicht bekannt):

Augenerkrankungen Iritis, Uveitis

Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Osteonekrose des Kiefers

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hypersensitivitat und Hautreaktionen, einschlieBlich Angioodem, generalisiertem Exanthem, Urtikaria und bullosen Hautreaktionen, einige davon schwer, darunter Einzelfalle von Stevens-Johnson-Syndrom, toxischer epidermaler Nekrolyse und leukozytoklastischer Vaskulitis. Haarausfall

Erkrankungen des Immunsystems Anaphylaktische Reaktion

Leber- und Gallenerkrankungen

Schwere Lebererkrankungen. In den meisten der berichteten Falle wurden die Patienten auch mit anderen Arzneimitteln behandelt, von denen bekannt ist, dass sie Leberschaden verursachen.

Nach Markteinfuhrung wurden die folgenden Nebenwirkungen berichtet (Haufigkeit selten): Atypische subtrochantare und diaphysare Femurfrakturen (unerwunschte Wirkung der Substanzklasse der Bisphosphonate).

Calciumcarbonat

Unerwunschte Ereignisse sind nachstehend nach Systemorganklassen und Haufigkeiten aufgelistet: sehr haufig (> 1/10); haufig (> 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100); selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen Gelegentlich: Hyperkalziamie und Hyperkalziurie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Selten: Blahungen

4.9 Uberdosierung

Mononatriumrisedronat

Es liegen keine spezifischen Informationen uber die Behandlung einer Uberdosierung mit Mononatriumrisedronat vor.

Verminderungen der Serumcalciumwerte nach erheblicher Uberdosierung sind zu erwarten. Bei einigen dieser Patienten konnen auch Zeichen und Symptome einer Hypokalziamie auftreten.

Zur Bindung von Mononatriumrisedronat und Verringerung der Resorption sollten Milch oder Antazida, die Magnesium, Calcium oder Aluminium enthalten, gegeben werden. Bei erheblicher Uberdosierung kann eine Magenspulung zur Entfernung des nicht resorbierten Anteils an Mononatriumrisedronat in Erwagung gezogen werden.

Calciumcarbonat

Eine Uberdosierung mit Calciumcarbonat ist aufgrund seiner begrenzten intestinalen Resorption unwahrscheinlich. Allerdings kann eine Uberdosierung zu Hyperkalziamie fuhren. Symptome

einer Hyperkalziamie konnen sein: Appetitlosigkeit, Durst, Ubelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Abdominalschmerz, Muskelschwache, Erschopfung, geistige Verwirrtheit, Polydipsie, Polyurie, Knochenschmerz, Nephrokalzinose, Nierensteine und in schweren Fallen Herzrhythmusstorungen.

Behandlung der Hyperkalziamie: Die Behandlung mit Calcium ist abzubrechen. Ebenso ist eine Behandlung mit Thiazid-Diuretika, Lithium, Vitamin A, Vitamin D und Herzglykosiden zu unterbrechen. Bei Patienten mit Bewusstseinsstorungen soll der Magen entleert werden. Rehydratation und, entsprechend der Schwere, isolierte oder kombinierte Behandlung mit Schleifendiuretika, Bisphosphonaten, Calcitonin und Glukokortikoiden. Die Serumelektrolyte, Nierenfunktion und Diurese mussen uberwacht werden. In schweren Fallen sollten ein EKG aufgenommen und der zentrale Venendruck verfolgt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate, Kombinationen ATC Code: M05BB02

Mononatriumrisedronat:

Wirkmechanismus

Mononatriumrisedronat ist ein Pyridinyl-Bisphosphonat, das an Knochen-Hydroxylapatit bindet und die osteoklastare Knochenresorption hemmt. Der Knochenumsatz ist verringert, wahrend die Osteoblastenaktivitat und die Knochenmineralisation erhalten bleiben.

Pharmakodynamische Wirkungen

In praklinischen Untersuchungen zeigte Mononatriumrisedronat eine ausgepragte antiosteoklastare und antiresorptive Aktivitat und eine dosisabhangige Erhohung der Knochendichte und biomechanischen Skelettfestigkeit. Die Aktivitat von Mononatriumrisedronat wurde in pharmakodynamischen und klinischen Studien mittels Messungen von biochemischen Markern des Knochenumsatzes bestatigt. Deren Abnahme wurde innerhalb eines Monats beobachtet und erreichte ein Maximum in 3 - 6 Monaten. Die Abnahme der biochemischen Marker des Knochenumsatzes zum Zeitpunkt 12 Monate war unter Mononatriumrisedronat einmal wochentlich 35 mg und Mononatriumrisedronat 5 mg taglich ahnlich.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit Behandlung der postmenopausalen Osteoporose:

Eine Anzahl von Risikofaktoren ist mit einer postmenopausalen Osteoporose assoziiert, dazu zahlen u.a. eine erniedrigte Knochenmasse, ein erniedrigter Knochenmineralgehalt (BMD), fruh einsetzende Menopause, Rauchen und eine familiare Osteoporosebelastung. Die klinische Folge einer Osteoporose sind Frakturen. Das Frakturrisiko steigt mit der Anzahl der Risikofaktoren.

In einer einjahrigen, doppelblinden, multizentrischen Studie mit postmenopausalen Frauen mit Osteoporose wurde anhand der Wirkung auf die mittlere Ánderung der Knochenmineraldichte der Lendenwirbelsaule nachgewiesen, dass Mononatriumrisedronat einmal wochentlich 35 mg (n = 485) gleich wirksam wie Mononatriumrisedronat 5 mg taglich (n = 480) ist.

Das klinische Programm fur Mononatriumrisedronat bei einmal taglicher Einnahme untersuchte den Effekt auf das Risiko fur Huft- und Wirbelkorperfrakturen und umfasste Frauen in der fruhen und spaten Postmenopause mit und ohne Frakturen. Dosierungen von taglich 2,5 mg und 5 mg wurden untersucht, und alle Behandlungsgruppen, einschlieblich der Kontrollgruppen, erhielten Calcium und, bei niedrigen Werten zu Behandlungsbeginn, Vitamin D. Das absolute und relative Risiko fur neue Wirbelkorper- und Huftfrakturen wurde auf der Basis einer Kaplan-Meier-Analyse (Zeit bis zum ersten Frakturereignis) bestimmt.

•    Zwei Placebo-kontrollierte klinische Studien (n = 3.661) umfassten postmenopausale Frauen unter 85 Jahren mit vorbestehenden vertebralen Frakturen. Eine dreijahrige Behandlung mit 5 mg Mononatriumrisedronat pro Tag senkte das Risiko fur neue Wirbelkorperfrakturen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Bei Frauen mit mindestens zwei vorbestehenden vertebralen Frakturen verminderte sich das relative Risiko, eine neue Wirbelkorperfraktur zu erleiden, um 49 %, bei Frauen mit mindestens einer vorbestehenden vertebralen Fraktur um 41 % (die Inzidenz neuer Wirbelkorperfrakturen war 18,1 % bzw. 11,3 % in der Mononatriumrisedronatgruppe gegenuber 29,0 % bzw.

16,3 % in der Kontrollgruppe). Der Behandlungseffekt zeigte sich bereits am Ende des ersten Behandlungsjahres. Ein Nutzen wurde auch fur jene Frauen nachgewiesen, die zu Studienbeginn multiple Frakturen hatten. Unter 5 mg Mononatriumrisedronat pro Tag verringerte sich ebenfalls der jahrliche Verlust an Korpergrobe im Vergleich zur Kontrollgruppe.

•    Zwei weitere Placebo-kontrollierte klinische Studien schlossen postmenopausale Frauen alter als 70 Jahre mit oder ohne vorbestehenden vertebralen Frakturen ein. Frauen im Alter von 70 - 79 Jahren mit einem BMD T-Score des Schenkelhalses von < -3 SD (nach Herstellerangaben, entsprechend -2,5 SD nach NHANES III (National Health and Nutrition Examination Survey)) wurden in die Studien aufgenommen, falls sie mindestens einen weiteren Risikofaktor besaben. Frauen, die 80 Jahre oder alter waren, konnten in die Studien aufgenommen werden, falls bei ihnen mindestens ein nicht-skelettaler Risikofaktor fur Huftfrakturen vorlag oder sie eine niedrige Knochenmineraldichte am Schenkelhals hatten. Ein statistisch signifikanter Unterschied in der Wirksamkeit zwischen Mononatriumrisedronat und Placebo zeigte sich nur bei Zusammenfassung der beiden Dosisgruppen 2,5 und 5 mg. Die nachstehenden Ergebnisse basieren nur auf einer a-posteriori Analyse von Untergruppen, die entsprechend klinischer Praxis und gegenwartiger Definitionen der Osteoporose festgelegt wurden:

-    In der Untergruppe der Patienten mit einem femoralen BMD T-Score < -2,5 SD (NHANES III) und zumindest einer vorbestehenden vertebralen Fraktur verringerte eine dreijahrige Behandlung mit Mononatriumrisedronat das Risiko fur Huftfrakturen um

46 % im Vergleich zur Kontrollgruppe (Huftfrakturinzidenz in den zusammengefassten Mononatriumrisedronat-Dosisgruppen 2,5 mg und 5 mg 3,8 %, in der Placebogruppe 7,4 %).

-    Die Daten lassen vermuten, dass demgegenuber bei sehr alten Patienten (> 80 Jahre) ein geringerer Schutz beobachtet werden konnte. Dies ist moglicherweise eine Folge der mit fortschreitendem Alter zunehmenden Bedeutung nicht-skelettaler Faktoren fur Huftfrakturen.

-    Sekundare Endpunktanalysen der Daten aus diesen Studien zeigten eine Abnahme des Risikos fur neue vertebrale Frakturen bei Patienten mit erniedrigter Knochenmineraldichte am Schenkelhals und ohne vorbestehender vertebraler Fraktur wie auch bei Patienten mit erniedrigter Knochenmineraldichte am Schenkelhals mit oder ohne vorbestehender vertebraler Fraktur.

•    Die tagliche Einnahme von 5 mg Mononatriumrisedronat uber 3 Jahre fuhrte im Vergleich zur Kontrollgruppe zu einer Erhohung der Knochenmineraldichte (BMD) an Lendenwirbelsaule, Schenkelhals, Trochanter und Handgelenk und zum Erhalt der Knochenmineraldichte im mittleren Radiusschaft.

•    Im Anschluss an eine dreijahrige Behandlungsphase mit taglich 5 mg Mononatriumrisedronat trat wahrend einer einjahrigen Nachbeobachtungsphase eine schnelle Reversibilitat der durch Mononatriumrisedronat verursachten Hemmung der Knochenumbaurate ein.

•    Knochenbiopsieproben von postmenopausalen Frauen, die 2 - 3 Jahre lang mit taglich 5 mg Mononatriumrisedronat behandelt worden waren, zeigten eine erwartete, mabige Abnahme des Knochenumsatzes. Der wahrend der Behandlung mit Mononatriumrisedronat gebildete Knochen zeigte eine normale Lamellenstruktur und eine normale Knochenmineralisation. Diese Daten in Verbindung mit der verringerten Inzidenz osteoporotisch bedingter Frakturen der Lendenwirbelsaule bei Frauen mit Osteoporose sprechen fur das Fehlen eines schadlichen Effekts auf die Knochenqualitat.

•    Bei einer Reihe von Patienten mit verschiedenen, mabigen bis schweren gastrointestinalen Beschwerden lieferten endoskopische Befunde weder in der Mononatriumrisedronat-Gruppe noch in der Kontrollgruppe Hinweise auf behandlungsbedingte Magen-, Zwolffingerdarm- oder Osophagus-Ulzera, obgleich gelegentlich eine Duodenitis in der Mononatriumrisedronat-Gruppe beobachtet wurde.

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Mononatriumrisedronat wurde in einer uber 3 Jahre laufenden klinischen Studie (eine ein Jahr dauernde, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte, multizentrische Studie im Parallelgruppendesign, gefolgt von einer zweijahrigen, offenen Behandlungsphase) bei Kindern im Alter von 4 bis unter 16 Jahren untersucht, die an milder bis moderater Osteogenesis imperfecta litten. In dieser Studie erhielten Patienten, die 10 - 30 kg wogen, taglich 2,5 mg Mononatriumrisedronat und Patienten, die mehr als 30 kg wogen, taglich 5 mg Mononatriumrisedronat.

Nach Abschluss der einjahrigen, randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Phase wurde fur die Mononatriumrisedronatgruppe im Vergleich zur Placebogruppe eine statistisch signifikante Zunahme des BMDs der Lendenwirbelsaule nachgewiesen; allerdings wurde eine gegenuber Placebo erhohte Anzahl von Patienten mit zumindest 1 neuen morphometrischen (mittels Rontgenuntersuchung nachgewiesenen) Wirbelkorperfraktur in der Mononatriumrisedronatgruppe gefunden. Wahrend der einjahrigen Doppelblindphase betrug der Prozentsatz der Patienten, die uber klinische Frakturen berichteten, 30,9 % in der Mononatriumrisedronatgruppe und 49,0 % in der Placebogruppe. Im offenen Studienteil, in dem alle Patienten Mononatriumrisedronat erhielten (Monat 12 bis Monat 36), wurden klinische Frakturen bei 65,3 % der Patienten, die ursprunglich in die Placebogruppe randomisiert worden waren, sowie bei 52,9 % der Patienten, die ursprunglich in die Mononatriumrisedronatgruppe randomisiert worden waren, berichtet. Insgesamt stutzen die Ergebnisse eine Anwendung von Mononatriumrisedronat bei padiatrischen Patienten mit milder bis moderater Osteogenesis imperfecta nicht.

Calciumcarbonat:

Im Falle eines Calciummangels unterstutzt die orale Calciumsupplementation die Remineralisation des Skeletts.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Mononatriumrisedronat:

Resorption

Nach oraler Gabe erfolgt die Resorption von Mononatriumrisedronat verhaltnismaBig schnell (tmax ~1 Stunde) und im untersuchten Bereich dosisunabhangig (Studien mit Einmaldosierung:

2,5 bis 30 mg; Studien mit Mehrfachdosierung: 2,5 bis 5 mg taglich sowie bis zu 50 mg einmal die Woche). Die mittlere orale Bioverfugbarkeit der Filmtablette betragt 0,63 % und wird vermindert, wenn Mononatriumrisedronat zusammen mit Nahrung eingenommen wird. Die Bioverfugbarkeit war bei Frauen und Mannern ahnlich.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen von Mononatriumrisedronat im Steady State betragt beim Menschen 6,3 l/kg, die Plasmaproteinbindung ca. 24 %.

Biotransformation

Es gibt keinerlei Hinweise auf eine systemische Metabolisierung von Mononatriumrisedronat. Elimination

Etwa die Halfte der resorbierten Mononatriumrisedronat-Dosis wird innerhalb von 24 Stunden mit dem Urin ausgeschieden, und 85 % einer intravenos angewendeten Dosis wird innerhalb von 28 Tagen im Urin wiedergefunden. Die mittlere renale Clearance betragt 105 ml/min und die mittlere Gesamt-Clearance 122 ml/min, wobei der Unterschied wahrscheinlich einer Clearance aufgrund der Knochenadsorption zuzuschreiben ist. Die renale Clearance ist nicht konzentrationsabhangig, und es besteht eine lineare Beziehung zwischen der renalen Clearance und der Kreatinin-Clearance. Nicht resorbiertes Mononatriumrisedronat wird unverandert mit den Fazes ausgeschieden. Nach oraler Anwendung zeigt die Konzentrations-Zeit-Kurve drei Eliminationsphasen mit einer terminalen Halbwertszeit von 480 Stunden.

Besondere Patientengruppen

Áltere Patienten: Keine Dosisanpassung notwendig.

Patienten, die Acetylsalicylsaure/NSAR einnehmen: Bei den regelmaBigen Anwendern (an 3 oder mehr Tagen pro Woche) war die Inzidenz unerwunschter Reaktionen im Bereich des oberen Gastrointestinaltraktes bei den mit Mononatriumrisedronat behandelten Patienten ahnlich jener bei den Kontrollpatienten (siehe Abschnitt 4.5).

Calciumcarbonat:

Resorption

Im Gastrointestinaltrakt werden etwa 30 % der eingenommenen Calciumdosis resorbiert. Verteilung und Biotransformation

99 % des Korpercalciums ist in den harten Strukturen der Knochen und Zahne konzentriert. Das verbleibende 1 % ist in der intra- und extrazellularen Flussigkeit vorhanden. Ungefahr 50 % des gesamten Calciumgehalts im Blut liegen in einer physiologisch aktiven, ionisierten Form vor, wovon ungefahr 10 % mit Citrat, Phosphat oder anderen Anionen komplexiert sind, wahrend die verbleibenden 40 % an Protein, hauptsachlich Albumin, gebunden sind.

Elimination

Calcium wird mit den Fazes, im Urin und SchweiB ausgeschieden. Die renale Ausscheidung hangt von der glomerularen Filtration und der tubularen Calciumruckresorption ab.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Mononatriumrisedronat

In toxikologischen Untersuchungen an Ratten und Hunden wurde eine dosisabhangige Hepatotoxizitat von Mononatriumrisedronat beobachtet, primar als erhohte Leberenzyme, die bei der Ratte mit histologischen Veranderungen einhergingen. Die klinische Relevanz dieser Beob-achtungen ist unbekannt. Testikulare Toxizitat trat bei Ratten und Hunden bei Dosierungen auf, die hoher als die therapeutische Dosierung beim Menschen angesehen werden. Dosisabhangige Falle von Irritationen der oberen Atemwege wurden bei Nagetieren haufig bemerkt. Ahnliche Effekte wurden bei anderen Bisphosphonaten beobachtet. In langer dauernden Untersuchungen bei Nagetieren wurden ebenfalls Auswirkungen auf die unteren Atemwege beobachtet, allerdings ist die klinische Relevanz dieser Beobachtungen unklar. In Untersuchungen zur Reproduktionstoxizitat wurden bei Expositionen, die ahnlich der klinischen Exposition waren, Knochenveranderungen an Sternum und/oder Schadel der Foten behandelter Ratten beobachtet sowie Hypokalziamie und Mortalitat bei trachtigen weiblichen Tieren, die den Wurf austrugen. Es gab keine Hinweise auf Teratogenitat bei Dosen von 3,2 mg/kg/Tag bei Ratten und 10 mg/kg/Tag bei Kaninchen, allerdings sind nur von einer geringen Anzahl Kaninchen Daten verfugbar. Toxizitat bei den Muttertieren verhinderte die Untersuchung hoherer Dosen. Studien zur Genotoxizitat und zum kanzerogenen Potential lieBen keine besonderen Risiken fur den Menschen erkennen.

Calciumcarbonat

AuBer den bereits an anderer Stelle der Fachinformation gemachten Angaben liegen keine weiteren sicherheitsrelevanten Informationen vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Hellorange Tabletten Tablettenkern:    Lactose-Monohydrat

mikrokristalline Cellulose Crospovidon (Typ A) Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Filmuberzug:    Hypromellose

Macrogol 400 Hyprolose Macrogol 8000 Hochdisperses Siliciumdioxid Titandioxid (E 171) Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172) Eisen(III)-oxid (E 172)

Blaue Tabletten

Tablettenkern:    vorverkleisterte Starke (Mais)

Poly(O-carboxymethyl)starke, Natriumsalz Indigocarmin (E132)

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Filmuberzug:    Macrogol 3350

Hypromellose Polysorbat 80 Titandioxid (E171)

Indigocarmin (E132)

Hyprolose

6.2 Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behaltnisses

Faltschachteln mit Blisterpackungen aus klarer PV C/Polychlortrifluorethylen/PV C/Aluminiumfolie. Packungen mit 28 und 84 (3 x 28) Filmtabletten.

6.6 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen fur die Beseitigung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Warner Chilcott Deutschland GmbH Dr.-Otto-Rohm-StraBe 2 - 4 64331 Weiterstadt Telefon: 06151/877-0 Telefax: 06151/895594

8. ZULASSUNGSNUMMER

61308.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 28. Januar 2005

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 13. August 2009

10.    STAND DER INFORMATION

Oktober 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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Actonel plus Calcium 35 mg + 500 mg Filmtabletten