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Adalat la 60mg



Gebrauchsinformation Adalat la 60mg

Gebrauchsinformation: Information fur Patienten

Adalat® LA 60 mg Retardtabletten

Nifedipin

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Adalat LA 60 mg und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Adalat LA 60 mg beachten?

3.    Wie ist Adalat LA 60 mg einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Adalat LA 60 mg aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Adalat LA 60 mg und wofur wird es angewendet?

Adalat LA 60 mg enthalt den Wirkstoff Nifedipin.

Adalat LA 60 mg ist ein Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks (Calciumantagonist, Anti-hypertonikum).

Adalat LA 60 mg wird angewendet zur Behandlung des nicht-organbedingten Bluthochdrucks (essen-tielle Hypertonie).

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Adalat LA 60 mg beachten?

Adalat LA 60 mg darf nicht eingenommen werden,

-    wenn Sie allergisch gegen Nifedipin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Be-standteile dieses Arzneimittels sind

-    wenn Sie einen Herz-Kreislauf-Schock erlitten haben

-    wenn Sie an einer Herzklappenverengung (Aortenstenose) leiden

-    wenn Sie in Ruhe unter Beschwerden (z.B. Schmerzen oder Engegefuhl im Brustbereich) bei Zustanden mit unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (instabile Angina pectoris) leiden

-    wenn Sie innerhalb der letzten 4 Wochen einen akuten Herzinfarkt erlitten haben

-    wenn bei Ihnen eine schwere Verengung im Magen-Darm-Trakt besteht

-    wenn Sie einen kunstlichen Darmausgang haben

-    wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel mit dem Wirkstoff Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuber-kulose) einnehmen

-    wenn Sie schwanger sind, bis zur 20. Woche der Schwangerschaft

wenn Sie stillen

Adalat LA 60 mg ist aufgrund fehlender Erfahrungen nicht fur die Anwendung bei Kindern und Ju-gendlichen unter 18 Jahren bestimmt.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Adalat LA 60 mg einnehmen.

Die Behandlung mit Adalat LA 60 mg bedarf der regelmaBigen arztlichen Kontrolle,

-    wenn Sie niedrigen Blutdruck (RR-Wert systolisch unter 90 mm Hg) haben

-    wenn Sie unter einer nicht ausreichend behandelten Herzmuskelschwache (dekompensierte Herzinsuffizienz) leiden

-    wenn Sie Dialysepatient mit starkem Bluthochdruck und verminderter zirkulierender Blut-menge sind, da ein deutlicher Blutdruckabfall auftreten kann

-    wenn Sie schwanger sind (siehe Abschnitt 2 „Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebárfáhigkeit“).

In sehr seltenen Fallen wurde uber das Auftreten von Magensteinen berichtet, die eine Operation er-forderlich machten.

In Einzelfallen sind Symptome eines Darmverschlusses beschrieben worden, ohne dass Magen-Darmerkrankungen in der Vorgeschichte bekannt waren.

Bei uber mehrere Tage andauernden Durchfallen (z.B. bei Morbus Crohn, entzundlichen Darmerkran-kungen) kann es zu einer unvollstandigen Aufnahme des Wirkstoffes kommen, da dann die Verweil-dauer des Arzneimittels im Magen-Darm-Trakt zu kurz ist.

Bei Rontgenuntersuchungen mit Kontrastmitteln konnen im Magen-Darm-Trakt befindliche Tablet-tenhullen der Adalat LA 60 mg Retardtabletten auf dem Rontgenbild sichtbar werden.

Der Wirkstoff in Adalat LA 60 mg, Nifedipin, wird unter Beteiligung eines bestimmten Enzymsys-tems (Cytochrom P450 3A4) abgebaut. Durch andere Arzneimittel kann dieses Enzymsystem ge-hemmt oder verstarkt werden. Hierdurch konnen die Wirkungen und Nebenwirkungen von Adalat LA 60 mg verandert werden (siehe Abschnitt 2 „Einnahme von Adalat LA 60 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

Wenn Sie Adalat LA 60 mg gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die dieses Enzymsystem hemmen, einnehmen, kann dies gesteigerte Wirkungen, aber auch verstarkt auftretende Nebenwirkungen von Adalat LA 60 mg zur Folge haben. Hierzu zahlen z.B. folgende Arzneimittel:

-    bestimmte Antibiotika (z.B. Erythromycin)

-    bestimmte Anti-HIV-Arzneimittel (z.B. Ritonavir)

-    bestimmte Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z.B. Ketoconazol)

-    Nefazodon und Fluoxetin (Mittel gegen krankhaft-traurige Verstimmung, Antidepressiva)

-    Chinupristin/Dalfopristin (Antibiotika)

-    Valproinsaure (Mittel gegen Epilepsie)

-    Cimetidin (Mittel gegen Magen- und Darmgeschwure)

-    Trizyklische Antidepressiva (Arzneimittel gegen Depression)

-    Vasodilatatoren (gefaBerweiternde Arzneimittel)

-    Cisaprid (Magen-Darm-Mittel)

Wenn Adalat LA 60 mg gleichzeitig mit einem dieser Arzneimittel angewendet wird, sollte der Blut-druck uberwacht werden und, falls erforderlich, eine Verringerung der Adalat LA 60 mg-Dosis in Be-tracht gezogen werden.

Bei Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion kann der Abbau von Nifedipin verzogert sein. Der Arzt wird daher den Behandlungsverlauf sorgfaltig uberwachen und gegebenenfalls die Dosis verrin-gern.

Einnahme von Adalat LA 60 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden kurz-lich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Adalat LA 60 mg?

Nifedipin (Wirkstoff in Adalat LA 60 mg) wird unter Beteiligung eines bestimmten Enzymsystems (Cytochrom P450 3A4) abgebaut. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die dieses Enzymsystem beeinflussen, zu Wechselwirkungen dieser Arzneimittel mit Adalat LA 60 mg fuhren.

Sowohl das AusmaB wie auch die Dauer der Wechselwirkungen sollten in Betracht gezogen werden, wenn Adalat LA 60 mg zusammen mit den nachfolgend aufgefuhrten Arzneimitteln eingenommen werden soll.

Verstarkung der Adalat LA 60 mg-Wirkungen und -Nebenwirkungen durch andere Arzneimittel:

Wenn Sie gleichzeitig mit Adalat LA 60 mg folgende andere Arzneimittel anwenden, sollte der Blut-druck uberwacht und, falls erforderlich, eine Verringerung der Adalat LA 60 mg-Dosis in Betracht gezogen werden (siehe auch „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen“):

-    Bestimmte Antibiotika (z.B. Erythromycin)

-    Bestimmte Anti-HIV-Arzneimittel (z.B. Ritonavir)

-    Bestimmte Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z.B. Ketoconazol)

-    Fluoxetin und Nefazodon (Mittel gegen krankhaft-traurige Verstimmung, Antidepressiva)

-    Chinupristin/Dalfopristin (Antibiotika)

-    Valproinsaure (Mittel gegen Epilepsie)

-    Cimetidin (Mittel gegen Magen- und Darmgeschwure)

-    trizyklische Antidepressiva (Arzneimittel gegen Depressionen)

-    Vasodilatatoren (gefaBerweiternde Arzneimittel)

-    Cisaprid (Magen-Darm-Mittel)

Abschwachung der Adalat LA 60 mg-Wirkung durch andere Arzneimittel

Rifampicin (Mittel gegen Tuberkulose)

Rifampicin fuhrt zu einem beschleunigten Abbau von Nifedipin (Wirkstoff in Adalat LA 60 mg) im Korper. Bei einer Behandlung mit Adalat LA 60 mg darf Rifampicin nicht gleichzeitig angewendet werden, da keine wirksamen Blutspiegel von Nifedipin erreicht werden (siehe auch Abschnitt 2 „Adalat LA 60 mg darf nicht eingenommen werden”).

Phenytoin (Wirkstoff zur Behandlung von Herzrhythmusstorungen und Epilepsie)

Abschwachung der Wirksamkeit von Adalat LA 60 mg. Bei gleichzeitiger Einnahme beider Arzneimittel sollte die Reaktion auf Nifedipin (Wirkstoff in Adalat LA 60 mg) beobachtet und gegebenen-falls eine Steigerung der Dosis von Adalat LA 60 mg erwogen werden. Nach Beendigung der Anwendung von Phenytoin kann erneut eine Anpassung der Dosis von Adalat LA 60 mg erforderlich sein.

Carbamazepin und Phenobarbital (Wirkstoffe zur Behandlung der Epilepsie)

Die gleichzeitige Einnahme von Adalat LA 60 mg kann zu einer abgeschwachten Wirkung von Adalat LA 60 mg fuhren.

Wie beeinflusst Adalat LA 60 mg die Wirkung anderer Arzneimittel?

Blutdrucksenkende Arzneimittel:

Die blutdrucksenkende Wirkung anderer Arzneimittel verschiedener Wirkstoffgruppen kann durch Adalat LA 60 mg verstarkt werden, z.B. von:

-    Diuretika (harntreibende Mittel)

-    Beta-Rezeptorenblockern (Arzneimittel gegen Bluthochdruck)

-    ACE- Hemmern (Arzneimittel gegen Bluthochdruck)

-    Angiotensin-1-Rezeptor-Antagonisten (Arzneimittel gegen Bluthochdruck)

-    anderen Calciumantagonisten (Arzneimittel gegen Bluthochdruck)

-    Alpha-Rezeptorenblockern (Arzneimittel gegen Bluthochdruck und Herzleistungsschwache)

-    PDE-5-Inhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstorungen)

-    Alpha-Methyldopa (Arzneimittel gegen Bluthochdruck)

Beta-Rezeptorenblocker (Wirkstoffgruppe von Blutdrucksenkern)

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern konnen in Einzelfallen Zeichen einer Herzleistungsschwache auftreten. Ihr Arzt wird in diesen Fallen den Behandlungsverlauf sorgfaltig uberwachen.

Digoxin (Wirkstoff zur Starkung der Herzkraft)

Die Konzentration dieses Arzneimittels im Blut kann ansteigen. Auf Anzeichen einer Digoxin-Uberdosierung sollte geachtet werden und, falls notwendig, die Digoxin-Dosis vom Arzt reduziert werden (nach Bestimmung der Digoxin-Konzentration im Blut).

Theophyllin (Wirkstoff zur Erweiterung der Bronchien)

Die Konzentration dieses Arzneimittels im Blut kann ansteigen.

Vincristin (Wirkstoff zur Behandlung von Tumoren)

Die Ausscheidung von Vincristin wird vermindert, wodurch die Nebenwirkungen von Vincristin zunehmen konnen. Ihr Arzt wird evtl. eine Verringerung der Vincristin-Dosis verordnen.

Cephalosporine (Wirkstoffe zur Behandlung von Infektionen)

Die Cephalosporin-Konzentration im Blut kann erhoht sein.

Chinidin (Wirkstoff zur Behandlung von Herzrhythmusstorungen)

In Einzelfallen bewirkt Adalat LA 60 mg einen Abfall bzw. das Absetzen von Adalat LA 60 mg einen deutlichen Anstieg des Chinidingehaltes im Blut (Kontrolle des Chinidingehaltes im Blut!). In anderen Fallen wurde auch uber einen Anstieg der Nifedipin-Konzentration im Blut durch Chinidin berichtet. Es wird deshalb empfohlen, den Blutdruck sorgfaltig zu uberwachen, wenn beide Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden. Ggf. sollte die Dosis von Adalat LA 60 mg verringert werden.

Tacrolimus (Wirkstoff zur Vorbeugung der Transplantatabstofiung nach z. B. Leber- und Nierentransplantationen)

Bei gleichzeitiger Einnahme von Adalat LA 60 mg konnen erhohte Tacrolimus-Blutspiegel auftreten, so dass die Tacrolimus-Dosis im Einzelfall reduziert werden sollte. Eine regelmabige Kontrolle der Blutspiegel von Tacrolimus wird empfohlen.

Einnahme von Adalat LA 60 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Durch Grapefruitsaft kann die blutdrucksenkende Wirkung von Adalat LA 60 mg verstarkt werden. Dieser Effekt halt uber mindestens 3 Tage nach der letzten Einnahme von Grapefruitsaft an. Im zeitli-chen Zusammenhang mit der Adalat LA 60 mg-Behandlung sollte deshalb der Genuss von Grapefruit bzw. Grapefruitsaft vermieden werden (siehe auch Abschnitt 3 „Art der Anwendung“).

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebarfahigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie durfen Adalat LA 60 mg wahrend der gesamten ersten 20 Wochen einer Schwangerschaft nicht einnehmen, da experimentelle Studien mit dem Wirkstoff Nifedipin Hinweise auf Fetusschadigungen ergeben haben. Ausreichende Erfahrungen beim Menschen liegen nicht vor. Wird unter der Behandlung mit Adalat LA 60 mg eine Schwangerschaft festgestellt, muss unter arztlicher Beratung eine Um-stellung der Behandlung erfolgen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann Adalat LA 60 mg nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung eingenommen werden, wenn andere Behandlungsmoglichkei-ten nicht in Frage kommen oder sich als unwirksam erwiesen haben.

Wahrend der Stillzeit darf Adalat LA 60 mg nicht angewendet werden, da Nifedipin (Wirkstoff in Adalat LA 60 mg) in die Muttermilch ubergeht und keine Erfahrungen uber mogliche Auswirkungen auf den Saugling vorliegen. 1st wahrend der Stillzeit eine Behandlung mit Adalat LA 60 mg notwen-dig, sollten Sie abstillen.

In Einzelfallen wurde bei der kunstlichen Befruchtung unter Ruckubertragung der befruchteten Eizelle in die Gebarmutter eine Beeintrachtigung der Spermienfunktion mit der Anwendung von Nifedipin oder ahnlichen Wirkstoffen in Verbindung gebracht.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmabigen arztlichen Kontrolle. Durch indivi-duell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermogen so weit verandert sein, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am Strabenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeintrachtigt wird. Dies gilt in verstarktem Mabe bei Behandlungsbe-ginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

3. Wie ist Adalat LA 60 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ih-rem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis fur Erwachsene 1mal taglich 1 Retard-tablette Adalat LA 60 mg (entsprechend 1mal taglich 60 mg Nifedipin).

In Abhangigkeit vom jeweiligen Krankheitsbild wird empfohlen, diese Dosis einschleichend zu errei-chen. Dafur stehen Retardtabletten zu 30 mg Nifedipin zur Verfugung.

Hinweise

Adalat LA 60 mg enthalt eine Tablettenhulle, die nach Freisetzung des Wirkstoffes mit dem Stuhl ausgeschieden wird.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel, die ein bestimmtes Enzymsystem (Cytochrom P450 3A4) hemmen oder verstarken, kann eine Anpassung der Adalat LA 60 mg -Dosis erforderlich sein (siehe auch Abschnitt 2 „Einnahme von Adalat LA 60 mg zusammen mit anderen Arzneimit-teln“).

Anwendung bei bestimmten Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Adalat LA 60 mg ist aufgrund fehlender Erfahrungen nicht fur die Anwendung bei Kindern und Ju-gendlichen unter 18 Jahren bestimmt.

Áltere Patienten (> 65 Jahre)

Bei Patienten uber 65 Jahre ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion

Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion sollten sorgfaltig uberwacht werden, gegebenenfalls kann eine Dosisverringerung notwendig sein. Die Anfangsdosis betragt grundsatzlich 1mal taglich 1 Re-tardtablette Adalat LA 30 mg (entsprechend 1mal taglich 30 mg Nifedipin). Dies ist im Allgemeinen auch die Erhaltungsdosis.

Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei diesen Patienten nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie die Adalat LA 60 mg Retardtabletten mit ausreichend Flussigkeit (z.B. einem Glas Was-ser) ein, am besten immer zur selben Tageszeit. Die Retardtabletten durfen nicht zerkaut oder geteilt werden.

Adalat LA 60 mg darf nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden (siehe auch Abschnitt 2 „Ein-nahme von Adalat LA 60 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken“).

Die Retardtabletten konnen unabhangig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Einnahme bestimmt der behandelnde Arzt. Die Behandlung des Bluthochdrucks ist in der Regel eine Langzeitbehandlung.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Adalat LA 60 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groBere Menge von Adalat LA 60 mg eingenommen haben, als Sie sollten

In Abhangigkeit vom AusmaB der Uberdosierung besteht die Gefahr, dass neben starkem Blutdruck-abfall, Bewusstseinstrubung bis zu tiefer Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstorungen mit verlangsamter oder beschleunigter Herzschlagfolge, erhohte Blutzuckerspiegel (Hyperglykamie), Minderdurchblu-tung wichtiger Organe und durch Herzversagen ausgeloster Schock mit Ansammlung von Flussigkeit in der Lunge (Lungenodem) auftreten konnen.

Verstandigen Sie bei Verdacht auf eine Uberdosierung sofort einen Arzt/Notarzt, damit dieser uber das weitere Vorgehen entscheiden kann!

Wenn Sie die Einnahme von Adalat LA 60 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Adalat LA 60 mg abbrechen

Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie eigenmachtig die Behandlung mit Adalat LA 60 mg unterbrechen oder absetzen wollen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig:    Kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen

Haufig:    Kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

Selten:

Sehr selten: Nicht bekannt:


Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Mogliche Nebenwirkungen

Sehr haufig: Kopfschmerzen, Gewebeschwellung infolge Flussigkeitsansammlungen (Odeme).

Haufig: Schwindel, Benommenheit, Schwachegefuhl, Herzklopfen, Erweiterung der BlutgefaBe (z. B. Gesichtsrotung), Verstopfung, Ubelkeit, schmerzhafte Schwellung und Rotung von Armen und Beinen (Erythromelalgie, insbesondere zu Beginn der Behandlung), Schwitzen, allgemeines Unwohlsein.

Gelegentlich: Allergische Reaktionen, allergisch bedingte Gewebeschwellung, Gesichts- und Schleimhautschwellung im Mund und Rachen (Angioodem) einschlieBlich Kehlkopfschwellung, die lebensbedrohlich verlaufen kann. Juckreiz, Hautausschlag, Angstreaktionen, Schlafstorungen, Migra-ne, Muskelzittern, Missempfindungen (z. B. Kribbeln, pelziges Gefuhl), unter Umstanden auch schmerzhaft. Schlafrigkeit/Mudigkeit, Nervositat, Sehstorungen, Erhohung der Pulsfrequenz, Blut-druckabfall, kurz andauernde Ohnmacht, Nasenbluten, verstopfte Nase, Atemnot, Schmerzen im Ma-gen-Darm-Bereich, Bauchschmerzen, Verdauungsstorungen, Blahungen, Mundtrockenheit, voruber-gehender Anstieg der Leberenzymwerte, Hautrotung mit Warmegefuhl, Muskelkrampfe, geschwollene Gelenke, Muskelschmerzen, vermehrter Harndrang sowie eine vermehrte tagliche Urinausscheidung, schmerzhafter Harndrang mit Erschwernis des Wasserlassens. Bei Niereninsuffizienz vorubergehende Verschlechterung der Nierenfunktion moglich, Erektionsstorungen, unspezifische Schmerzen, Schut-telfrost.

Gelegentlich kann es insbesondere zu Beginn der Behandlung zum Auftreten von Angina pectoris-Anfallen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Haufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfalle kommen.

Selten: Blutbildveranderungen wie Verminderung der roten und weiBen Blutkorperchen bzw. Blut-plattchen (Anamie, Leukopenie, Thrombopenie), Haut- und Schleimhautblutungen bei verminderter Blutplattchenzahl (Thrombozytopenische Purpura), Nesselsucht, Erhohung des Blutzuckerspiegels, Zahnfleischwucherung, Appetitlosigkeit, Vollegefuhl, AufstoBen, Gelbsucht, allergische Lichtemp-findlichkeit der Haut, tastbare, kleinfleckige Einblutungen in Haut und Schleimhaut, VergroBerung der mannlichen Brust (Gynakomastie), die sich nach Absetzen von Adalat LA 60 mg zuruckbildet.

Sehr selten: Hochgradige Verminderung bestimmter weiBer Blutkorperchen (Agranulozytose), Herz-infarkt, schuppenartige Hautentzundung (exfoliative Dermatitis).

Haufigkeit nicht bekannt: Akute allergische Allgemeinreaktionen, die unter Umstanden lebensbe-drohlich sein konnen (anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen), herabgesetzte Empfindung von Beruhrungsreizen, Augenschmerzen, Magensteine (Bezoare), Schluckstorung, Symptome eines Darmverschlusses (z. B. Blahungen, kolikartige Schmerzen), Darmgeschwure, Erbrechen, Speiseroh-renentzundung, schwerwiegende und lebensbedrohliche Hautveranderungen mit Ablosung und Bla-senbildung der Oberhaut (Syndrom der verbruhten Haut, toxische epidermale Nekrolyse), Gelenk-schmerzen.

Bei Dialysepatienten mit Bluthochdruck und verminderter Blutmenge kann ein deutlicher Blutdruck-abfall auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkun-gen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

Wie ist Adalat LA 60 mg aufzubewahren?

5.


Blisterstreifen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und Blisterstreifen angegebenen Verfall-datum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Adalat LA 60 mg enthalt

Der Wirkstoff ist Nifedipin.

1 Retardtablette Adalat LA 60 mg enthalt 60 mg Nifedipin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Celluloseacetat, Eisen(III)-oxid (E 172), Hyprolose, Hypromellose, Macrogol 3350, Macrogol 200 000, Macrogol 5 Mio., Magnesiumstearat, Natriumchlorid, Propy-lenglycol, Titan (IV)-oxid (E 171).

Wie Adalat LA 60 mg aussieht und Inhalt der Packung

Rosa, runde, konvexe Retardtabletten, mit einer durch Laser geschaffenen Offnung, die auf einer Seite mit dem "ADALAT 60" gekennzeichnet sind.

Adalat LA 60 mg, Retardtabletten sind in Originalpackungen zu 30, 50 und 100 Retardtabletten erhalt-lich.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Bayer Pharma AG D-13342 Berlin Tel.: 0214-30-5 13 48 Fax: 0214-30-5 16 03

E-Mail-Adresse: bayer-vital@bayerhealthcare.com

Hersteller

Bayer Pharma AG Betrieb: 51368 Leverkusen

Bayer Healthcare Manufacturing S.r.l.

Via delle Groane, 126 20024 Garbagnate Milanese Italy

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Februar 2014.

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Adalat LA 60mg

Fachinformation Adalat la 60mg

F achinform ation

1.    BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Adalat® LA 30 mg, Retardtabletten Adalat® LA 60 mg, Retardtabletten

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Adalat LA 30 mg:

1 Retardtablette enthalt 30 mg Nifedipin.

Adalat LA 60 mg:

1 Retardtablette enthalt 60 mg Nifedipin.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Adalat LA 30 mg, Retardtabletten: rosa, runde, konvexe Retardtabletten mit einer durch Laser geschaffenen Offnung, die auf einer Seite mit „Adalat 30“ gekennzeichnet ist.

Adalat LA 60 mg, Retardtabletten: rosa, runde, konvexe Retardtabletten mit einer durch Laser geschaffenen Offnung, die auf einer Seite mit „Adalat 60“ gekennzeichnet ist.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Zur Behandlung der essentiellen Hypertonie.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Folgende Dosierungsrichtlinien gelten fur Erwachsene:

Die Richtdosis betragt 1mal taglich 1 Retardtablette Adalat LA 30 mg (entsprechend 1mal taglich 30 mg Nifedipin).

Bei Bedarf kann die Dosis auf maximal 1mal taglich 1 Retardtablette Adalat LA 60 mg bzw. 1mal taglich 2 Retardtabletten Adalat LA 30 mg erhoht werden (entsprechend 1mal taglich 60 mg Nifedipin).

Bei der gleichzeitigen Gabe von Mitteln, die das Cytochrom P450 3A4 System hemmen oder induzieren, kann es erforderlich sein, die Nifedipin-Dosis anzupassen oder ggf. ganz auf die Anwendung von Nifedipin zu verzichten (siehe Abschnitt 4.5).

Hinweis

Adalat LA 30/60 mg enthalt eine Tablettenhulle, die nach Freisetzung des Wirkstoffs mit dem Stuhl ausgeschieden wird.

Zusatzliche Informationen zu bestimmten Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Adalat LA 30/60 mg ist aufgrund fehlender Erfahrungen nicht fur die Anwendung bei Kindern und

Jugentlichen unter 18 Jahren bestimmt. Derzeit verfugbare Daten zur Anwendung von Nifedipin bei Hypertonie werden in Abschnitt 5.1 beschrieben.

Áltere Patienten (> 65 Jahre)

Aufgrund der pharmakokinetischen Daten ist bei alteren Patienten (> 65 Jahre) keine Dosisanpassung notwendig.

Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion

Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion sollten sorgfaltig uberwacht werden; ggf. kann in schweren Fallen eine Dosisreduktion erforderlich sein. Die Anfangsdosis betragt grundsatzlich 1mal taglich 1 Retardtablette Adalat LA 30 mg (entsprechend 1mal taglich 30 mg Nifedipin). Dies ist im Allgemeinen auch die Erhaltungsdosis.

Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

Ausgehend von den pharmakokinetischen Daten ist bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion keine Dosisanpassung notwendig (siehe Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Adalat LA 30/60 mg Retardtabletten werden mit ausreichend Flussigkeit (z.B. einem Glas Wasser) eingenommen, am besten immer zur selben Tageszeit. Die Retardtabletten durfen nicht zerkaut oder geteilt werden. Adalat LA 30/60 mg darf nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Die Retardtabletten konnen unabhangig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Uber die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

4.3    Gegenanzeigen

Adalat LA 30/60 mg darf nicht eingenommen werden

-    bei Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

-    bei    Herz-Kreislauf-Schock

-    bei    hohergradiger Aortenstenose

-    bei    instabiler Angina pectoris

-    bei    akutem Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)

-    bei schwerer Lumeneinengung des Gastrointestinaltraktes

-    bei Ileostoma (nach Proctocolektomie) oder Colostoma

-    bei gleichzeitiger Behandlung mit Rifampicin, da aufgrund der Enzyminduktion keine wirksamen Nifedipin-Plasmaspiegel erreicht werden (siehe Abschnitt 4.5)

-    in der Schwangerschaft vor der 20. Woche und in der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

Adalat LA 30/60 mg ist aufgrund fehlender Erfahrungen nicht fur die Anwendung bei Kindern und Jugentlichen unter 18 Jahren bestimmt.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich bei:

-    schwerer Hypotension (RR-Wert weniger als 90 mm Hg systolisch)

-    dekompensierter Herzinsuffizienz

-    Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolamie (ein deutlicher Blutdruckabfall durch Vasodilatation kann auftreten)

-    Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Wie bei anderen nicht-deformierbaren Materialien sollte auch die Anwendung von Adalat LA 30/60 mg mit Vorsicht erfolgen bei Patienten, die bereits starke Verengungen im Gastrointestinaltrakt haben, da obstruktive Symptome auftreten konnen. Bezoarsteine (Gastrolithe) sind in sehr seltenen Fallen beobachtet worden, die eine chirurgische Intervention erforderlich machten.

In Einzelfallen sind Symptome eines Darmverschlusses beschrieben worden, ohne dass gastrointestinale Erkrankungen in der Vorgeschichte bekannt waren.

Bei uber mehrere Tage andauernden Durchfallen (z.B. bei Morbus Crohn, entzundlichen Darmerkrankungen) kann es zu einer unvollstandigen Aufnahme des Wirkstoffes kommen, da dann die Verweildauer des Arzneimittels im Magen-Darm-Trakt zu kurz ist.

Bei Rontgenuntersuchungen mit Kontrastmitteln konnen im Magen-Darm-Trakt befindliche Tablettenhullen der Adalat LA 30/60 mg Retardtabletten auf dem Rontgenbild sichtbar werden und falsch positive Befunde bewirken (z. B. Fulldefekt interpretiert als Polypen).

Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion sollten sorgfaltig uberwacht werden. In schweren Fallen kann eine Dosisverringerung erforderlich sein.

Nifedipin wird uber das Cytochrom P450 3A4-System metabolisiert. Daher konnen Wirkstoffe, von denen bekannt ist, dass sie dieses Enzymsystem beeinflussen, den First-Pass-Metabolismus oder die Ausscheidung von Nifedipin verandern (siehe Abschnitt 4.5).

Die Plasmaspiegel von Nifedipin konnen z.B. durch folgende Arzneimittel, die als Inhibitoren dieses Enzymsystems bekannt sind, erhoht werden:

-    Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)

-    Anti-HIV- Proteaseinhibitoren (z.B. Ritonavir)

-    Antimykotika vom Azol-Typ (z.B. Ketoconazol)

-    Antidepressiva: Nefazodon und Fluoxetin

-    Chinupristin / Dalfopristin

-    Valproinsaure

-    Cimetidin

-    Trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren

-    Cisaprid

Wenn Adalat LA 30/60 mg gleichzeitig mit einem dieser Arzneimittel angewendet wird, sollte der Blutdruck uberwacht werden und, falls erforderlich, eine Verringerung der Nifedipin-Dosis in Betracht gezogen werden.

Nifedipin ist vor der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert. Nifedipin sollte wahrend der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der klinische Zustand der Frau erfordert eine Nifedipinbehandlung. Nifedipin sollte nur fur Frauen mit schwerer Hypertonie in Betracht gezogen werden, bei denen eine Standardtherapie nicht wirksam ist (siehe Abschnitt 4.6).

Wenn Nifedipin zusammen mit intravenos verabreichtem Magnesiumsulfat angewendet wird, muss der Blutdruck sorgfaltig uberwacht werden, da ein ubermabiger Blutdruckabfall auftreten kann, der sowohl die Mutter wie auch den Fetus schadigen kann.

Zur Anwendung bei besonderen Patientengruppen, siehe Abschnitt 4.2.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittel, die Nifedipin beeinflussen

Nifedipin wird uber das Cytochrom P450 3A4-System metabolisiert, das sowohl in der Darmschleimhaut als auch in der Leber vorkommt. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die dieses System induzieren oder hemmen, den First-Pass-Metabolismus (nach oraler Gabe) oder die Ausscheidung von Nifedipin beeinflussen (siehe Abschnitt 4.4).

Sowohl das AusmaB wie auch die Dauer der Interaktionen sollten in Betracht gezogen werden, wenn Adalat LA 30/60 mg zusammen mit den nachfolgend aufgefuhrten Arzneimitteln verabreicht werden soil.

Arzneimittel, die das Cytochrom P450 3A4 System hemmen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Nifedipin und den nachfolgend aufgefuhrten Wirkstoffen, die als schwache oder moderate Inhibitoren dieses Enzymsystems bekannt sind, sollte der Blutdruck uberwacht und ggf. die Nifedipin-Dosis angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2):

Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin)

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Nifedipin und Makrolid-Antibiotika durchgefuhrt. Da aber bekannt ist, dass bestimmte Makrolid-Antibiotika das CYP3A4-System hemmen, kann ein Anstieg der Plasmakonzentration von Nifedipin bei gleichzeitiger Anwendung nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Azithromycin, obwohl strukturell verwandt mit den Makrolid-Antibiotika, ist kein Inhibitor von CYP3A4.

Anti-HIV-Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir)

Es wurde keine klinische Interaktionsstudie mit Nifedipin und Protease-Inhibitoren durchgefuhrt. Protease-Inhibitoren sind als Hemmer des Cytochrom P450 3A4-Systems bekannt. AuBerdem wurde gezeigt, dass Arzneimittel dieser Klasse in vitro den Cytochrom P450 3A4-vermittelten Metabolismus von Nifedipin hemmen. Wenn diese Arzneimittel zusammen mit Nifedipin angewendet werden, kann ein erheblicher Anstieg der Plasmakonzentration von Nifedipin aufgrund eines verringerten First-Pass-Metabolismus und einer verringerten Elimination nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Antimykotika vom Azol-Typ (z. B. Ketoconazol)

Eine formale Interaktionsstudie mit Nifedipin und Antimykotika vom Azol-Typ wurde nicht durchgefuhrt. Wirkstoffe dieser Substanzklasse sind als Inhibitoren des Cytochrom P450 3A4-Systems bekannt. Daher kann die Moglichkeit der Erhohung der systemischen Bioverfugbarkeit von Nifedipin aufgrund eines verminderten First-Pass-Metabolismus bei gleichzeitiger oraler Anwendung beider Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Fluoxetin

Es wurde keine klinische Interaktionsstudie mit Nifedipin und Fluoxetin durchgefuhrt. Es wurde gezeigt, dass Fluoxetin in vitro den Cytochrom P450 3A4-vermittelten Nifedipin-Stoffwechsel inhibiert. Daher kann die Moglichkeit der Erhohung der Nifedipin-Plasmaspiegel bei gleichzeitiger Anwendung beider Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Nefazodon

Es wurde keine klinische Interaktionsstudie mit Nifedipin und Nefazodon durchgefuhrt. Nefazodon ist als Inhibitor des Cytochrom P450 3A4 vermittelten Stoffwechsels bekannt. Daher kann die Moglichkeit der Erhohung der Nifedipin-Plasmaspiegel bei gleichzeitiger Anwendung beider Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Chinupristin/Dalfopristin

Die gleichzeitige Anwendung von Chinupristin/Dalfopristin und Nifedipin kann erhohte Plasmakonzentrationen von Nifedipin bewirken (siehe Abschnitt 4.4).

Valproinsaure

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Nifedipin und Valproinsaure durchgefuhrt. Da gezeigt wurde, dass Valproinsaure die Plasmakonzentration des strukturell ahnlichen Calciumantagonisten Nimodipin durch eine Enzymhemmung erhoht, kann eine Erhohung der Plasmakonzentration und damit eine verstarkte Wirkung von Nifedipin nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Cimetidin

Aufgrund der Hemmung von Cytochrom P450 3A4 kann Cimetidin zu einer Erhohung des Nifedipin-Plasmaspiegels und somit zu einer verstarkten antihypertensiven Wirkung von Nifedipin fuhren (siehe Abschnitt 4.4).

Trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren Der antihypertensive Effekt kann verstarkt werden.

Cisaprid

Die gleichzeitige Anwendung von Cisaprid und Nifedipin kann zu erhohten Plasmaspiegeln von Nifedipin fuhren.

Arzneimittel, die das Cytochrom P450 3A4 System induzieren

Rifampicin

Rifampicin ist ein starker Cytochrom P450 3A4 Induktor. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Rifampicin ist die Bioverfugbarkeit von Nifedipin deutlich reduziert und somit die Wirksamkeit vermindert. Die Anwendung von Nifedipin in Kombination mit Rifampicin ist daher kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital)

Phenytoin induziert das Cytochrom P450 3A4-System. Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenytoin und Nifedipin wird die Bioverfugbarkeit von Nifedipin vermindert und so seine Wirksamkeit geschwacht. Wenn beide Praparate gleichzeitig angewendet werden, sollte die klinische Reaktion auf Nifedipin beobachtet und gegebenenfalls eine Steigerung der Nifedipin-Dosis erwogen werden. Wenn die Nifedipin-Dosis wahrend der gleichzeitigen Anwendung beider Arzneimittel erhoht wird, sollte nach Beendigung der Phenytoin-Therapie eine Reduktion der Nifedipin-Dosis in Betracht gezogen werden.

Formale Studien zur Untersuchung moglicher Interaktionen zwischen Nifedipin und Carbamazepin oder Phenobarbital wurden nicht durchgefuhrt. Nach Erfahrungen mit dem strukturell ahnlichen Calciumantagonisten Nimodipin kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin oder Phenobarbital aufgrund deren enzyminduzierender Wirkung zu verringerten Plasmakonzentrationen und damit zu einer abgeschwachten Wirkung von Nifedipin fuhren kann.

Wirkungen von Nifedipin auf andere Arzneimittel

Blutdrucksenkende Arzneimittel

Durch Nifedipin kann der blutdrucksenkende Effekt von gleichzeitig verabreichten Antihypertensiva verstarkt werden, wie z.B.:

-    Diuretika

-    Beta-Rezeptorenblocker

-    ACE-Inhibitoren

-    Angiotensin-1 (ATl)-Rezeptorantagonisten

-    andere Calciumantagonisten

-    Alpha-Rezeptorenblocker

-    PDE-5-Inhibitoren

-    Alpha-Methyldopa

Beta-Rezeptorenblocker

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern wurde in Einzelfallen das Auftreten bzw. eine Verschlechterung einer Herzinsuffizienz beobachtet. Die Patienten sollten deshalb sorgfaltig uberwacht werden.

Digoxin

Die gleichzeitige Anwendung von Nifedipin und Digoxin kann zu einer reduzierten Digoxin-Ausscheidung und damit zu einer Erhohung des Digoxin-Plasmaspiegels fuhren. Aus diesem Grund sollte der Patient vorsorglich auf Symptome einer Digoxin-Uberdosierung uberwacht und der Plasmaspiegel kontrolliert werden. Ggf. ist die Glykosiddosis zu verringern.

Theophyllin

Nifedipin kann eine Erhohung des Theophyllin-Plasmaspiegels bewirken.

Vincristin

Nifedipin vermindert die Ausscheidung von Vincristin, wodurch die Nebenwirkungen von Vincristin zunehmen konnen. Eine Dosisverminderung von Vincristin sollte daher in Betracht gezogen werden.

Cephalosporine

Bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen (z. B. Cefixim) und Nifedipin wurden erhohte Cephalosporin-Plasmaspiegel beobachtet.

Chinidin

In Einzelfallen bewirkt Nifedipin einen Abfall des Chinidin-Plasmaspiegels bzw. das Absetzen von Nifedipin einen deutlichen Anstieg des Chinidin-Plasmaspiegels, so dass bei kombinierter Therapie oder Absetzen von Nifedipin die Kontrolle des Chinidin-Plasmaspiegels und, falls erforderlich, eine Anpassung der Chinidin-Dosis empfohlen wird. In einigen Fallen wurde uber einen Anstieg der Nifedipin-Plasmakonzentration infolge von Chinidin berichtet, wahrend in anderen Fallen keine Veranderung in der Pharmakokinetik von Nifedipin beobachtet wurde. Wenn die Einnahme von Chinidin wahrend einer Behandlung mit Nifedipin begonnen wird, wird deshalb empfohlen, den Blutdruck sorgfaltig zu uberwachen und ggf. die Nifedipin-Dosis zu verringern.

Tacrolimus

Tacrolimus wird uber das Cytochrom P450 3A4-System metabolisiert. Die gleichzeitige Anwendung von Tacrolimus und Nifedipin kann zu erhohten Tacrolimus-Plasmaspiegeln fuhren. Aus diesem Grund wird eine regelmaBige Plasmaspiegelkontrolle und, falls erforderlich, eine Reduzierung der Tacrolimus-Dosis empfohlen.

Interaktionen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Grapefruitsaft

Grapefruitsaft hemmt das Cytochrom P450 3A4-System. Aufgrund eines verringerten First-Pass-Metabolismus und einer verlangsamten Ausscheidung kann der Blutspiegel von Nifedipin erhoht und die Wirkungsdauer verlangert sein, wodurch die blutdrucksenkende Wirkung verstarkt sein kann. Nach regelmaBigem Genuss von Grapefruitsaft, kann dieser Effekt uber mindestens 3 Tage nach der letzten Einnahme von Grapefruitsaft anhalten. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Nifedipin-Behandlung ist deshalb der Genuss von Grapefruit bzw. Grapefruitsaft zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.2).

Andere Arten von Wechselwirkungen

Die spektrophotometrische Bestimmung von Vanillinmandelsaure im Urin kann unter Nifedipin zu falsch erhohten Werten fuhren; die Bestimmung mittels HPLC bleibt unbeeinflusst.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Nifedipin ist vor der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert. Nifedipin sollte wahrend der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der klinische Zustand der Frau erfordert eine Nifedipinbehandlung. Nifedipin sollte nur fur Frauen mit schwerer Hypertonie in Betracht gezogen werden, bei denen eine Standardtherapie nicht wirksam ist (siehe Abschnitt 4.4).

Erfahrungen aus geeigneten und kontrollierten klinischen Studien mit Schwangeren liegen nicht vor. Die verfugbaren Informationen sind nicht ausreichend, um negative Effekte auf das ungeborene und neugeborene Kind auszuschlieBen.

Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine embryotoxische, fetotoxische und teratogene Wirkung von Nifedipin (siehe Abschnitt 5.3).

Aus der klinischen Erfahrung ist kein spezifisches pranatales Risiko erkennbar, obwohl uber eine Zunahme von Fallen mit perinataler Asphyxie, Kaiserschnittentbindung sowie Fruhreife und intrauterine Wachstumsverzogerung berichtet wurde. Es ist unklar, ob diese Beobachtungen auf den zugrunde liegenden Bluthochdruck, seine Behandlung oder auf einen spezifischen Effekt des Wirkstoffs zuruckzufuhren sind.

Stillzeit

Wahrend der Stillzeit darf Nifedipin nicht angewendet werden.

Nifedipin geht in die Muttermilch uber. Die Nifedipinkonzentration in der Milch ist nahezu vergleichbar mit der Serumkonzentration der Mutter (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilitat

In Einzelfallen von in-vitro-Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen biochemischen Veranderungen in der Kopfregion von Spermatozoen in Verbindung gebracht, die zu einer Beeintrachtigung der Spermienfunktion fuhren konnen. In Fallen, bei denen wiederholte in-vitro-Fertilisationen erfolglos blieben, ohne dass eine andere Erklarung dafur gefunden werden kann, sollten Calciumantagonisten wie Nifedipin als mogliche Ursache in Betracht gezogen werden.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesen Arzneimitteln bedarf der regelmaBigen arztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermogen so weit verandert sein, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr, zum Bedienen von Maschinen sowie zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeintrachtigt wird. Dies gilt in verstarktem MaBe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8    Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die in placebokontrollierten Studien mit Nifedipin beobachtet wurden, sind nachfolgend aufgelistet (sortiert nach CIOMS-III-Kategorien; Nifedipin n = 2.661; Placebo n = 1.486; Stand 22. Februar 2006 und ACTION-Studie: Nifedipin n = 3.825; Placebo n = 3.840).

Die Haufigkeit der unter Nifedipin gemeldeten unerwunschten Arzneimittelwirkungen ist in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst. Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die Haufigkeiten sind dabei folgendermaBen definiert: Sehr haufig (>1/10), haufig (>1/100 bis <1/10), gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100), selten (>1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000). Nebenwirkungen, die nur in Post-Marketing-Studien auftraten und fur die eine Haufigkeit nicht abgeschatzt werden kann, sind in der Kategorie „nicht bekannt“ aufgelistet.

Systemorganklasse

(MedDRA)

Sehr haufig

Haufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Leukopenie Anamie Thrombopenie Thrombozytopeni sche Purpura

Agranulozytose

Erkrankungen des

Allergische

Urtikaria

Anaphylaktische/

Immunsystems

Reaktionen

Allergisches

Odem/Angioode

m (einschlieblich

Larynxodem1)

Pruritus

Exanthem

anaphylaktoide

Reaktionen

Stoffwechsel- und

Ernahrungsstorunge

n

Hyperglykamie

Psychiatrische

Erkrankungen

Angstreaktionen

Schlafstorungen

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Schwindel

Benommenheit

Schwachegefuhl

Migrane

Tremor

Par/Dysasthesie

Schlafrigkeit/Mu

digkeit

Nervositat

Hypasthesie

Augenerkrankungen

Sehstorungen

Augenschmerzen

Herzerkrankungen

Palpitationen

Tachykardie Schmerzen im Brustraum (Angina pectoris2)

Myokardinfarkt2

Gefafierkrankungen

Odeme (inkl. periphere Odeme)

Vasodilatation (z. B. Flush)

Hypotonie

Synkope

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nasenbluten Verstopfte Nase Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakt

s

Obstipation

Nausea

Gastrointestinale

Schmerzen und

Bauchschmerzen

Dyspepsie

Flatulenz

Mundtrocken

heit

Gingivahyperplas

ie

Anorexie

Vollegefuhl

Aufstoben

Bezoare

Dysphagie

Darmverschluss

Darmulzera

Emesis

Osophagitis

Leber-und

Gallenerkrankungen

Vorubergehender Anstieg der Leberenzymwerte

Ikterus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebe

s

Erythromelalgie, insbesondere zu Beginn der Behandlung Schwitzen

Erythem

Allergische Photosensitivitat Palpable Purpura

Exfoliative

Dermatitis

Toxische

epidermale

Nekrolyse

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankung en

Muskelkrampfe

Geschwollene

Gelenke

Myalgie

Arthralgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Polyurie

Dysurie

Bei

Niereninsuffizien z vorubergehende Verschlechterung der

Nierenfunktion

moglich.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Erektile

Dysfunktion

Gynakomastie, die nach

1    = kann zu lebensbedrohlichem Verlauf fuhren

und der Brustdruse

Absetzen von Nifedipin reversibel ist.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Allgemeines

Unwohlsein

Unspezifische

Schmerzen

Schuttelfrost


2    = Gelegentlich kann es insbesondere zu Beginn der Behandlung zum Auftreten von Angina pectoris-Anfallen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Haufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfalle kommen.

Vereinzelt ist das Auftreten eines Herzinfarkts beschrieben worden.

Bei Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolamie kann infolge der Vasodilatation ein deutlicher Blutdruckabfall auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Symptome der Intoxikation

Folgende Symptome werden bei einer schweren Vergiftung mit Nifedipin beobachtet:

Blutdruckabfall, Bewusstseinstrubung bis zum Koma, tachykarde/bradykarde Herzrhythmusstorungen, Hyperglykamie, metabolische Azidose, Hypoxie, kardiogener Schock mit Lungenodem.

Therapie der Intoxikation

Therapeutisch stehen die Nifedipinelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreislauf-Verhaltnisse im Vordergrund.

Nach oraler Ingestion ist eine ausgiebige Magenspulung - evtl. in Kombination mit einer Dunndarmspulung - indiziert.

Insbesondere bei einer Vergiftung mit Retard-Praparaten ist eine moglichst vollstandige Elimination, auch aus dem Dunndarm, anzustreben, um die sonst unvermeidliche Nachresorption der Wirksubstanz zu verhindern.

Bei der Gabe von Laxantien ist allerdings die Hemmung der Darmmuskulatur bis zur Darmatonie unter Calciumantagonisten zu beachten.

Nifedipin ist nicht dialysierbar; eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweibbindung, relativ kleines Verteilungsvolumen) wird jedoch empfohlen.

Bradykarde Herzrhythmusstorungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-Sympathomimetika behandelt; bei bedrohlichen bradykarden Herzrhythmusstorungen ist eine temporare Schrittmachertherapie erforderlich.

Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation kann mit Calcium (10-20 ml einer 10%igen Calciumgluconat-Losung, langsam intravenos injiziert und falls erforderlich wiederholt) therapiert werden. In der Folge kann der Calciumspiegel hochnormal oder leicht erhoht sein. Wenn mit Calcium keine ausreichende Erhohung des Blutdrucks erreicht wird, werden zusatzlich vasokonstriktive Sympathomimetika wie Dopamin (bis 25 pg je kg Korpergewicht je Minute), Dobutamin (bis 15 pg je kg Korpergewicht je Minute) oder Noradrenalin, Epinephrin bzw. Norepinephrin verabreicht. Die Dosierung dieser Arzneimittel richtet sich allein nach der erzielten

Wirkung. Die zusatzliche Flussigkeits- oder Volumenzufuhr sollte zuruckhaltend und wegen der drohenden kardialen Uberlastung unter hamodynamischer Kontrolle erfolgen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Calciumantagonist (1,4-Dihydropyridin-Derivat)

Antihypertonikum ATC-Code: C08CA05.

Wirkmechanismus

Nifedipin ist ein Calciumantagonist vom 1,4-Dihydropyridintyp. Calciumantagonisten hemmen den Einstrom von Calciumionen durch den langsamen Calciumkanal in der Zelle. Nifedipin wirkt vor allem an den glatten Muskelzellen der Koronararterien und an den peripheren Widerstandsgefaben. Dieser Effekt hat eine Vasodilatation zur Folge. In therapeutischen Dosen hat Nifedipin praktisch keine direkte Wirkung auf das Myokard.

Am Herzen erweitert Nifedipin vor allem die groben Koronararterien durch Erniedrigung des Muskeltonus, wodurch die Durchblutung verbessert werden kann. Der periphere Widerstand wird gesenkt.

Zu Beginn der Behandlung mit dem Calciumantagonisten kann es reflektorisch zu einer Zunahme der Herzfrequenz und des Herzminutenvolumens kommen. Diese Zunahme ist jedoch nicht ausgepragt genug, um die Vasodilatation zu kompensieren.

Bei Langzeitbehandlung mit Nifedipin kehrt das anfangs erhohte Herzminutenvolumen wieder auf den Ausgangswert zuruck. Beim Hypertoniker ist eine besonders deutliche Blutdruckabnahme nach Nifedipin zu beobachten.

In einer multizentrischen, randomisierten, placebo-kontrollierten, Doppelblind-Studie (ACTION-Studie) mit 7665 Patienten mit stabiler Angina Pectoris, die eine bestmogliche Standardtherapie erhielten, wurden die Effekte von Nifedipin gegenuber Placebo auf klinische Ergebnisse untersucht. Die Nifedipin-Gruppe umfasste 3825 Patienten und die Placebo-Gruppe 3840 Patienten. Als primarer Endpunkt fur die Wirksamkeit dienten folgende Parameter: kombinierte Haufigkeit von Todesfallen jedweder Ursache, akuter Myokardinfarkt, refraktare Angina pectoris, neu-diagnostizierte Herzinsuffizienz, Schlaganfall mit Debilitat sowie periphere Revaskularisation. Es wurden keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen festgestellt (P=0,54).

In einer vorher definierten Analyse einer Untergruppe von 3997 Angina-Pectoris-Patienten, die vor Studienbeginn einen Bluthochdruck aufwiesen, konnte gezeigt werden, dass die Behandlung mit Nifedipin zu einer signifikanten Verringerung (13%) beim primaren Endpunkt fur die Wirksamkeit fuhrte.

Mit der ACTION-Studie wurde auch die Sicherheit der Nifedipin-Anwendung belegt, denn der primare Endpunkt fur die Sicherheit (kombinierte Haufigkeit von Todesfallen jedweder Ursache, akuter Myokardinfarkt, Schlaganfall mit Debilitat) war in beiden Behandlungsgruppen gleich (P=0,86).

Nifedipin zeigte in 2 von 3 vorher definierten sekundaren Endpunkten positive Effekte. Die kombinierte Haufigkeit von Todesfallen, grobere kardiovaskulare Ereignisse, Revaskularisationen und Koronarangiographien waren um 11% verringert (P=0,0012), hauptsachlich infolge einer deutlichen Verringerung von Koronarangiographien. In der Nifedipin-Gruppe waren 150 Koronarangiographien als Primaruntersuchung weniger erforderlich als in der Placebo-Gruppe. Die Anzahl der gesamten vaskularen Ereignisse war um 9% verringert (P=0,027), im Wesentlichen als Folge von weniger perkutan-invasiven Koronareingriffen und weniger Bypass-Operationen. Insgesamt waren in der Nifedipin-Gruppe 89 weniger Primarmabnahmen notig als unter Placebo. Beim dritten der sekundaren Endpunkte, und zwar bei den groberen kardiovaskularen Ereignissen, waren keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen feststellbar (P=0,26).

Kinder und Jugendliche

Es liegen begrenzte Informationen zu Nifedipin in verschiedenen Darreichungsformen und Dosierungen sowohl fur akute als auch fur chronische Hypertonie im Vergleich zu anderen Antihypertensiva vor. Es wurden antihypertensive Wirkungen von Nifedipin gezeigt, aber Dosierungsempfehlungen, Langzeitdaten zur Unbedenklichkeit und zu Auswirkungen auf das kardiovaskulare System wurden nicht untersucht. Padiatrische Darreichungsformen fehlen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Adalat LA 30/60 mg ist eine Darreichungsform, die auf dem Prinzip einer osmotischen Pumpe basiert. Die zweischichtige Tablette enthalt in einer Schicht den Wirkstoff Nifedipin sowie weitere Bestandteile, die zusammen mit Wasser oder gastrointestinaler Flussigkeit eine wassrige Suspension bilden. Die zweite Schicht enthalt Polymere, die sich in Flussigkeit ausdehnen und damit Druck auf die erste Schicht ausuben. Die Tablette ist von einer fur Wasser durchlassigen Membran umgeben, in die eine Offnung geschaffen wurde, durch die der Wirkstoff austreten kann. Nifedipin wird im gesamten Darmtrakt kontinuierlich uber einen Zeitraum von 24 Stunden resorbiert. Die Resorption ist im Bereich 6-18 Stunden nach Einnahme nahezu konstant. Die Folge davon ist das Erreichen des Steady-State schon nach der zweiten Gabe sowie minimale Plasmaspiegel-Schwankungen im Tagesverlauf.

Die Polymere werden nicht resorbiert, und nach Abgabe des Wirkstoffs wird die Tablettenhulle unverandert mit den Faeces ausgeschieden.

Nifedipin wird zu 95-98% an PlasmaeiweiB (Albumin) gebunden. Fur Nifedipin wurde ein mittleres Verteilungsvolumen Vss von 0,77-1,12 l/kg gefunden.

Nifedipin wird in der Leber nahezu vollstandig (hoher "first-pass"-Effekt) vor allem uber oxidative Prozesse metabolisiert. Diese Metaboliten zeigen keine pharmakodynamischen Aktivitaten. Weder die unveranderte Substanz noch der Metabolit M-1 werden in nennenswertem MaBe renal eliminiert (< 0,1% der Dosis). Die polaren Metaboliten M-2 und M-3 werden zu etwa 50% der Dosis im Urin gefunden (zum Teil in konjugierter Form), wobei der uberwiegende Teil innerhalb von 24 h ausgeschieden wird. Der Rest wird mit den Faeces ausgeschieden.

Nifedipin wird bei eingeschrankter Leberfunktion langsamer eliminiert. Bei Patienten mit Leberzirrhose konnen die AUC- und Cmax-Werte um das ca. 3-fache erhoht sein.

Bioverfugbarkeit

Die Pharmakokinetik von Adalat LA 30/60 mg ist gekennzeichnet durch niedrige maximale Plasmaspiegel und geringe peak-trough-Fluktuation. Die 24h-Plasmaprofile zeigen im Steady-State ein Plateau, wodurch eine einmal tagliche Applikation moglich ist.

Die relative Bioverfugbarkeit im Vergleich zur Adalat Kapsel betragt 75%.

Die folgende Tabelle zeigt die maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax), die Zeitpunkte der maximalen Plasmakonzentrationen (tmax) sowie die Flache unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) von Nifedipin nach Einmal- und Mehrfachgabe von Adalat LA 30/60 mg (geometrische Mittelwerte):

Formulierung

Cmax

AUC

tmax* *

[pg/ll

[pg x h/ll

[h]

Adalat LA 30 mg

nach Einmalgabe

16-22

290-480

11-17

nach Mehrfachgabe

31

514

9

Adalat LA 60 mg

nach Einmalgabe

30-36

520-820

10-17

nach Mehrfachgabe

49-62

720-980

7-12

* * arithmetische Mittelwerte

Zeit nach Applikation [h]

■♦■30 mg erste Dosis ^*“30 mg Steady-State “*"60 mg Steady-State

Abb.: Nifedipin-Plasmakonzentrationen nach Einmalgabe von Adalat LA 30 mg und nach Mehrfachgabe von Adalat LA 30 mg und 60 mg (geometrische Mittelwerte)

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Die praklinischen Daten, die auf konventionellen Studien zur akuten Toxizitat, chronischen Toxizitat und zum mutagenen und tumorerzeugenden Potential basieren, lassen keine besondere Gefahrdung fur den Menschen erkennen.

a)    Akute Toxizitat

Die akute Toxizitat wurde an verschiedenen Tierarten untersucht. Es zeigte sich keine besondere Empfindlichkeit.

b)    Chronische Toxizitat

Untersuchungen an Ratten und Hunden zeigten keine besondere toxische Wirkung von Nifedipin.

c)    Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Die in vivo- und in v/Yra-Untersuchungen verliefen durchweg negativ, so dass eine mutagene Wirkung im Menschen hinreichend ausgeschlossen werden kann.

Eine Langzeituntersuchung (2 Jahre) an der Ratte ergab keine Hinweise auf tumorerzeugende Effekte von Nifedipin.

d)    Reproduktionstoxizitat

Experimentelle Studien haben bei drei Tierspezies (Ratte, Kaninchen, Maus) Hinweise auf teratogene Effekte ergeben, einschlieblich digitaler Anomalien, Fehlbildungen der Extremitaten, Gaumenspalten, Brustbeinspalten und Fehlbildungen der Rippen. Die digitalen Anomalien und die Fehlbildungen der Extremitaten sind moglicherweise auf die eingeschrankte uterine Durchblutung zuruckzufuhren; sie traten aber auch bei Tieren auf, die Nifedipin nur nach der Organogenese erhalten hatten.

Erfahrungen mit der Anwendung beim Menschen in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft liegen nicht vor. Eine Anwendung von Nifedipin ohne nachteilige Folgen in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft ist fur eine geringe Zahl von Fallen beschrieben worden. Nifedipin hat eine tokolytische Wirkung.

Nifedipin geht in die Muttermilch uber. Zur Anwendung in der Stillzeit liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Celluloseacetat, Eisen(III)-oxid (E 172), Hyprolose, Hypromellose, Macrogol 3350, Macrogol 200 000, Macrogol 5 Mio., Magnesiumstearat, Natriumchlorid, Propylenglycol, Titan (IV)-oxid (E 171).

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Polypropylen (farblos) / Aluminiumfolie - oder Polyamid/Aluminium/Polyvinylchrlorid / Aluminiumfolie - Blister in Faltschachteln

Adalat LA 30 mg

Packungen mit 30 Retardtabletten á 30 mg Nifedipin Packungen mit 50 Retardtabletten á 30 mg Nifedipin Packungen mit 100 Retardtabletten á 30 mg Nifedipin Klinikpackungen mit 100 Retardtabletten á 30 mg Nifedipin

Adalat LA 60 mg

Packungen mit 30 Retardtabletten á 60 mg Nifedipin Packungen mit 50 Retardtabletten á 60 mg Nifedipin Packungen mit 100 Retardtabletten á 60 mg Nifedipin Klinikpackungen mit 100 Retardtabletten á 60 mg Nifedipin

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Bayer Pharma AG

D-13342 Berlin

Telefon: (0214) 30 - 5 13 48

Telefax: (0214) 30 - 5 16 03

E-Mail-Adresse: baver-vital@baverhealthcare.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Adalat LA 30 mg    Zul.-Nr.: 37545.00.00

Adalat LA 60 mg    Zul.-Nr.: 37545.01.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLANGERUNG DER ZULASSUNGEN

Adalat LA 30 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 20. April 1998 Datum der Verlangerung der Zulassung: 10. November 2006

Adalat LA 60 mg

Datum der Erteilung der Zulassung: 20. April 1998 Datum der Verlangerung der Zulassung: 10. November 2006

10.    STAND DER INFORMATION

02/2014

11.    VERKAUF SABGRENZUN G

V erschreibungspflichtig

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Adalat LA 60mg