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Adreview lobenguane [123i] injection



Gebrauchsinformation Adreview lobenguane [123i] injection

GE Healthcare


Radioaktives Arzneimittel



AdreViewTM


Iobenguane (123I) Injection



















Gebrauchsinformation und

Fachinformation



Gebrauchsinformation und Fachinformation

AdreViewTM

Iobenguane (123I) Injection

74 MBq/ml

Injektionslösung

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

  1. Was ist AdreView und wofür wird es angewendet?

  2. Was müssen Sie vor der Anwendung von AdreView beachten?

  3. Wie ist AdreView anzuwenden?

  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

  5. Wie ist AdreView aufzubewahren?

  6. Weitere Informationen

1. Was ist AdreViewund wofür wird es angewendet?

AdreView ist ein nuklearmedizinisches Diagnostikum (ATC Code V09IX01) zur intravenösen Anwendung.

Onkologie: Nachweis und Stadieneinteilung (‚staging’) von Neuralleistentumoren

  • Szintigraphische Lokalisationsdiagnostik von Tumoren, die aus Geweben stammen, die embryonal aus der Neuralleiste hervorgehen. Hierzu gehören Phäochromozytome, Neuroblastome, Karzinoide, nicht-chromaffine Paragangliome (Chemodektome) und Ganglioneurome.

  • Die Speicherfähigkeit und damit die Sensitivität der diagnostischen Darstellung ist für die folgenden Tumorarten unterschiedlich: Beim Phäochromozytom und Neuroblastom erfolgt in ca. 90 %, beim Karzinoid in etwa 70 % und beim medullären Schilddrüsen-Karzinom in ca. 35 % der Fälle eine Anreicherung von Iobenguan.

  • Szintigraphische Funktionsdiagnostik des Nebennierenmarks (Hyperplasie).


Kardiologie: Szintigraphische Darstellung der sympathischen Innervierung des Myokards

  • AdreView ist ein Radiopharmazeutikum zur Beurteilung der sympathischen Innervierung des Myokards und dient als prognostischer Risikoindikator für die Progression einer symptomatischen Herzinsuffizienz, für potentiell tödlich verlaufende arrhythmische Ereignisse oder für Herztod bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz NYHA-Stadium II oder III und linksventrikulärer Dysfunktion.

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von AdreViewbeachten?

AdreView darf nicht angewendet werden,

- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Iobenguan (123I) oder einen der sonstigen Bestandteile von AdreView sind.

AdreView darf wegen des Gehaltes an Benzylalkohol nicht bei Frühgeborenen oder Neugeborenen angewendet werden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von AdreView ist erforderlich:

Ein sorgfältiges Abwägen des diagnostischen Nutzens einerseits und möglicher Risiken andererseits ist insbesondere bei folgenden Erkrankungen und Funktionsstörungen angezeigt: Hypertonie, Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), Engwinkelglaukom, Prostataadenom mit Restharnbildung, paroxysmale Tachykardie, hochfrequente absolute Arrhythmie, schwere Nierenfunktionsstörungen, Koronar- und Herzmuskelerkrankungen, sklerotische Gefäßveränderungen, Cor pulmonale, unausgeglichene diabetische Stoffwechsellage sowie bei Hyperkalzämie und Hypokaliämie.

Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und allergische oder anapylaktische Reaktionen hervorrufen.

Bei Kindern und Jugendlichen ist ein besonders sorgfältiges Abwägen zwischen der zu erwartenden diagnostischen Information und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko erforderlich.

Bei der Verabreichung von AdreView an Phäochromozytompatienten ist zu beachten, dass aufgrund der Erkrankung die Katecholaminspiegel im Blut erhöht sein können. Da es während der Verabreichung zu einer Verdrängungsreaktion von Noradrenalin durch Iobenguan aus den Speichergranula und als Folge davon zu einer hypertensiven Krise kommen kann, muss die Injektion langsam und mit besonderer Vorsicht erfolgen. Bei einigen Patienten kann die Überwachung von EKG und Blutdruck erforderlich sein.

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmten klinischen Bereichen in Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Umgang und Anwendung sowie Transport und Entsorgung unterliegen den Bestimmungen der örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde und/oder entsprechenden Genehmigungen.

Es ist darauf zu achten, dass der Wasserhaushalt des Patienten zum Untersuchungszeitpunkt ausgeglichen ist und der Patient nach der Untersuchung ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und häufig die Blase entleert. Eine Kontamination durch die vom Patienten ausgeschiedene Radioaktivität muss vermieden werden.

Bei jedem Patienten ist ein sorgfältiges Abwägen zwischen dem zu erwartenden diagnostischen Nutzen und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko vorzunehmen. Um die Strahlendosis so gering wie möglich zu halten, darf die zu verabreichende Aktivität nicht höher bemessen werden als für den Erhalt der diagnostischen Information erforderlich ist.

Arzneimittel, welche die Anreicherung des Iobenguan (123I) in den adrenergen Speichervesikeln beeinträchtigen können, sollten rechtzeitig vor Anwendung des Iobenguan (123I) abgesetzt werden (siehe “Bei Anwendung von AdreView mit anderen Arzneimitteln”).

Die Schilddrüse muss 1 Tag vor der AdreView-Anwendung und bis zu 5 Tage danach ausreichend blockiert werden, z. B. durch die orale Gabe von Kaliumjodid-Lösung oder Lugol’sche Lösung (Erwachsene: 100 mg Iodid täglich, Kinder: dem Körpergewicht angepasst) oder durch die Gabe von Natriumperchlorat (Erwachsene: 400 mg täglich, Kinder: dem Körpergewicht angepasst).

Wichtige Information über bestimmte sonstige Bestandteile von AdreView:

Das Arzneimittel enthält Benzylalkohol 10,3 mg/ml.

AdreViewenthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Milliliter Injektionslösung, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Bei Anwendung von AdreView mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Durch den Kalziumantagonisten Nifedipin kann es zu einer längeren Verweildauer von Iobenguan (123I) in den adrenergen Speicher-Vesikeln kommen.

Für die nachfolgend genannten Substanzen ist bekannt, dass sie die Aufnahme von Iobenguan (123I) in die adrenergen Speichervesikeln vermindern:

Reserpin, Kalziumantagonisten (Nifedipin, Diltiazem, Verapamil), trizyklische Antidepressiva,die die Noradrenalin-Transporter-Funktion inhibieren(z.B. Amitriptylin und Derivate, Imipramin und Derivate; Doxepin), Sympathomimetika (z.B. auch in Nasentropfen enthaltene, wie Phenylephrin, Ephedrin,Pseudoephedrin,Phenylpropanolamin), Phenothiazin und Cocain.

Nicht erwiesen, jedoch zu erwarten ist auch eine verminderte Anreicherung von Iobenguan (123I) bei der Therapie mit Antihypertensiva, die postganglionäre sympathische Neuronen blockieren (z.B. Guanethidin) sowie bei Verabreichung der Antidepressiva Maprotilin und Trazodon.

Es muss angenommen werden, dass diese Wechselwirkungen, die bei physiologischer Speicherung stattfinden, in malignen Tumorgeweben verstärkt auftreten können. Diese Substanzen sollten, wenn ärztlich vertretbar, ca. 1 Woche (im Allgemeinen vier biologische Halbwertszeiten) vor einer Untersuchung mit Iobenguan (123I) abgesetzt werden, um die Qualität der Untersuchung und damit die diagnostische Aussagekraft nicht zu beeinträchtigen und bei Therapieplanung die erreichbare Tumordosis nicht zu unterschätzen.

Ob eine bestimmte medizinische Behandlung abgesetzt werden muss, hängt von der geplanten Untersuchungsart mit Iobenguan (123I) ab und sollte vorher mit dem zuständigen Arzt besprochen werden.

Wichtigste Inkompatibilitäten

Um die Stabilität des Radiopharmazeutikums nicht zu beeinträchtigen, darf es nicht mit anderen Arzneimitteln oder Komponenten (z. B. Radiodiagnostika, die mit Technetium-99m markiert sind) gemischt oder zusammen verabreicht werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Falls es erforderlich ist, einer Frau im gebärfähigen Alter ein radioaktives Arzneimittel zu verabreichen, so ist festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Grundsätzlich muss von einer Schwangerschaft ausgegangen werden, wenn die Menstruation ausgeblieben ist. Im Zweifelsfall sollte die Strahlenexposition auf das für die benötigte klinische Information unumgängliche Mindestmaß verringert werden. Alternative Untersuchungsmethoden, bei denen keine ionisierenden Strahlen angewendet werden, sollten erwogen werden. Zur Embryotoxizität von Iodbenzylguanidin liegen keine Untersuchungen vor.

Nuklearmedizinische Untersuchungen bei Schwangeren beinhalten auch eine Strahlenexposition des Feten. Die Verabreichung von 200 MBq ergibt eine im Uterus absorbierte Dosis von 2,2 mGy. Strahlendosen über 0,5 mGy werden für den Fetus als potentielles Risiko betrachtet. AdreView darf daher nur bei vitaler Indikation und soweit keine Alternativen zur Verfügung stehen, verabreicht werden.

Stillzeit

Ein geringer Teil der verabreichten Aktivität tritt in die Muttermilch über. Bevor das Arzneimittel an eine stillende Mutter verabreicht wird, ist zu prüfen, ob eine Verschiebung der Untersuchung auf einen Zeitpunkt nach Beendigung der Stillperiode klinisch zu verantworten ist und ob im Hinblick auf eine möglichst geringe Ausscheidung von Radioaktivität in die Muttermilch das geeignete radioaktive Arzneimittel gewählt wurde. Falls eine Anwendung erforderlich ist, sollte das Stillen für mindestens 3 Tage unterbrochen und die Muttermilch verworfen werden. Das Stillen kann wieder aufgenommen werden, wenn durch Kontrollmessungen gesichert ist, dass die Strahlenexposition des Kindes nicht mehr als 1 mSv beträgt.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Nach diagnostischer Anwendung von Iobenguan (123I)sind keine Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zur Bedienung von Maschinen zu erwarten.

3. Wie ist AdreViewanzuwenden?

Wenden Sie AdreView immer genau nach der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Onkologie

Dosierung

Iobenguan (123I) wird nach folgendem Dosierungsschema angewendet:

  • Für Kinder bis zu zwei Jahren mit Ausnahme von Neugeborenen (siehe unter 2.: „AdreView darf nicht angewendet werden“) wird eine Aktivität von 4 MBq/kg Körpergewicht empfohlen, mindestens jedoch 40 MBq.

  • Für Kinder über zwei Jahre wird eine auf das Körpergewicht bezogene Aktivitätsbemessung nach folgender Formel oder Tabelle empfohlen:

Aktivität Erwachsener [MBq] x Gewicht Kind [kg]

Aktivität Kind [MBq] = ----------------------------------------------------------------------

70 [kg]

Gewicht

Aktivität

3 kg

20 MBq

4 kg

28 MBq

6 kg

38 MBq

8 kg

46 MBq

10 kg

54 MBq

15 kg

76 MBq

20 kg

92 MBq

25 kg

110 MBq

30 kg

124 MBq

35 kg

140 MBq

40 kg

152 MBq

45 kg

162 MBq

50 kg

176 MBq

  • Die normale Dosis für Erwachsene beträgt bei onkologischen Untersuchungen 80 - 200 MBq. Höhere Aktivitäten können notwendig sein.

  • Bei älteren Patienten ist keine spezielle Dosierung notwendig.

Art und Dauer der Anwendung

Das Arzneimittel wird einmalig intravenös injiziert. Die intravenöse Injektion ist langsam(30 Sekunden – 2 Minuten) durchzuführen, da es während der Applikation zu einer Verdrängungsreaktion von Noradrenalin durch Iobenguan aus den Speichergranula und damit als Folge zu einer hypertensiven Krise kommen kann.

Wegen der möglichen Gewebsschädigung ist sorgfältig darauf zu achten, dass das radioaktive Material nicht aus dem Gefäß austritt und in das umgebende Gewebe gelangt.

Auswertung

Darstellung von Neuralleistentumoren

Anteriore und posteriore Ganzkörperszintigraphie oder relevante Tumorlokalisationen werden unter Einzelphotonen-Emissions-Tomografie(Single photon emission computed tomography, SPECT)-Technik 24 Stunden nach Iobenguan (123I)-Gabe durchgeführt. Falls erfoderlich wird diese szintigraphische Untersuchung 24 Stunden später wiederholt.

Kardiologie

Dosierung

  • Kinder: s. Dosierung, Onkologie

  • Erwachsene: die empfohlene Dosis für die Darstellung der sympathischen Innervierung des Myokards beträgt 370 MBq.

  • Bei älteren Patienten ist keine spezielle Dosierung notwendig.

Art und Dauer der Anwendung

s. Art und Dauer der Anwendung, Onkologie

Auswertung

Darstellung der sympathischen Innervierung des Myokards

Planare Szintigraphie des Thoraxes kann 15 ± 5 Minuten und 4.0 ± 0.5 Stunden nach Gabe von AdreView erfolgen. Eine SPECT-Untersuchung kann der planaren Szintigraphie angeschlossen werden.

Wenn Sie eine größere Menge AdreView angewendet haben als Sie sollten

Überdosierungseffekte sind vor allem auf die Freisetzung von Adrenalin durch Iobenguan zurückzuführen. Dieser Effekt ist nur von kurzer Dauer und erfordert Maßnahmen, die eine Blutdrucksenkung bewirken. Die sofortige Injektion eines schnell wirkenden -adrenergen Blockers (z. B. Phentolamin), gefolgt von einem -Blocker (z. B. Propranolol), ist erforderlich. Da Iobenguan renal eliminiert wird, sollte eine zu hohe Strahlenbelastung durch forcierte Diurese und möglichst häufige Blasenentleerungen reduziert werden. Die Eigenschaften des Radioisotopes Iod-123 sowie die geringe Menge Iobenguan machen eine Überdosierung unwahrscheinlich.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann AdreView Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

Sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, oder unbekannt

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr selten wurden nach Anwendung von Iobenguan (123I)Überempfindlichkeitsreaktionen wie Gesichtsrötung, Urtikaria, Schwindel und Schüttelfrost beobachtet.

Während der Untersuchung oder unmittelbar danach können Symptome wie Herzklopfen, Hitzegefühl, Luftnot, Erhöhung des Blutdrucks, oder Abdominalschmerz auftreten. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel jedoch nur bei schneller Injektion zu erwarten. Sie klingen innerhalb kurzer Zeit (weniger als 1 h) wieder ab.

Es ist nicht auszuschließen, dass es durch Iobenguan (123I) zu einer Verdrängung von Noradrenalin aus den Speichergranula und damit zur hypertensiven Krise kommen kann. Bei einer hypertensiven Entgleisung kann eine sofortige Injektion eines schnell wirkenden α-Rezeptorenblockers (Phentolamin) und ggf. eines β-Rezeptorenblockers (Propanolol) die hypertensive Reaktion kupieren.

Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen durch Benzylalkohol auftreten.

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen darf keine weitere Zufuhr des Arzneimittels erfolgen. Um im Notfall unverzüglich reagieren zu können, sollten entsprechende Instrumente (u. a. Trachealtubus und Beatmungsgerät) und Medikamente griffbereit sein.

Ionisierende Strahlen können Krebs und Erbgutveränderungen verursachen. Da die meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen mit niedrigen effektiven Strahlendosen von weniger als 20 mSv durchgeführt werden, sind diese Effekte mit geringer Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Die effektive Strahlendosis liegt bei Gabe der maximalen empfohlenen Aktivität dieses Arzneimittels bei 4,8 mSv.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5. Wie ist AdreViewaufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Der Inhalt einer Durchstechflasche kann für mehr als eine Injektion, bis zum Ablauf des Verfalldatums (36 Stunden nach dem Kalibriertermin) verwendet werden.

Das Arzneimittel darf nach Ablauf des auf dem Behältnis und der äußeren Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Aufbewahrungsbedingungen:

Unter 25 °C im Bleitopf aufbewahren. Nicht einfrieren.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Nach der ersten Entnahme ist das Arzneimittel bei 2-8 °C aufzubewahren und innerhalb eines Arbeitstages aufzubrauchen. Die Lagerung darf nur im Originalbleibehälter oder einer entsprechenden anderen Abschirmung erfolgen. Die nationalen Bestimmungen für die Lagerung radioaktiven Materials sind einzuhalten.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden (siehe 8. Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt/Maßnahmen für die Entsorgung).

6. Weitere Informationen

Was AdreView enthält:

Der Wirkstoff ist: Iobenguan (123I)

1 ml Injektionslösung enthält 74 MBq Iobenguan (123I) (2,5 ng) am Kalibriertermin:

Physikalische Eigenschaften des Radionuklids Iod-123

Iod-123 ist ein Zyklotronprodukt. Es zerfällt überwiegend unter Emission von -Strahlung mit Energien von 159 keV (Zerfallswahrscheinlichkeit 83,3 %), 440 keV (0,4 %) und 529 keV (1,4 %) zu stabilem Tellur-123. Die physikalische Halbwertszeit beträgt 13,3 Stunden.

Die sonstigen Bestandteile sind:

1 ml Injektionslösung enthält Benzylalkohol, 10,3 mg;

Iobenguanhemisulfat (<0,16 mg), Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph.Eur.), Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

Wie AdreView aussieht und Inhalt der Packung:

Klare farblose Lösung.

Packungsgrößen

Aktivität (MBq)

Volumen


Aktivität (MBq)

Volumen

37

0,5 ml


333

4,5 ml

74

1,0 ml


370

5,0 ml

111

1,5 ml


407

5,5 ml

148

2,0 ml


444

6,0 ml

185

2,5 ml


481

6,5 ml

222

3,0 ml


518

7,0 ml

259

3,5 ml


555

7,5 ml

296

4,0 ml


592

8,0 ml

Auf jeder Durchstechflasche sind der Inhalt in ml und die Iod-123-Aktivität in MBq angegeben.

Pharmazeutischer Unternehmer:

GE Healthcare Buchler GmbH & Co. KG

Gieselweg 1

38110 Braunschweig

Hersteller

GE Healthcare B.V.

Den Dolech 2

NL-5612 AZ Eindhoven

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im 05/2010



Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

7. Pharmakologische Eigenschaften

Iobenguan (auch (3-Iodbenzyl)-guanidin, m-Iodbenzylguanidin, mIBG) ist ein Analogon des Neurotransmitters Noradrenalin mit einer Guanidin-Seitenkette. Diese verleiht dem Wirkstoff Ähnlichkeit mit dem Ganglienblocker Guanethidin. Wie Noradrenalin wird Iobenguan vor allem in den chromaffinen Granula postganglionärer Neuronen des sympathischen Nervensystems und im Nebennierenmark aufgenommen und gespeichert.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Eine stark reduzierte Iobenguan-Anreicherung im Nebennierenmark in Gegenwart typischer „Uptake-I-Inhibitoren“ (trizyklische Antidepressiva, Kokain)zeigt, dass Iobenguan in niedrigen Plasmakonzentrationen vorwiegend aktiv in normale oder veränderte Zellen adrenergen Gewebes transportiert wird. Bei hohen Plasmakonzentrationen gelangt das Arzneimittel hauptsächlich durch passive Diffusion in die Zellen. Intrazelluläres Iobenguan wird zumindest teilweise aktiv in die Speichergranula chromaffiner Zellen des Nebennierenmarks transportiert; die Aufnahme wird durch Reserpin gehemmt. Iobenguan kann Katecholamine aus den intrazellulären Speichern freisetzen.

Bei verschiedenen Formen autonomer Denervierung (Horner's Syndrom, diabetisch autonome Neuropathie, Shy-Drager-Syndrom) wird eine reduzierte Anreicherung in den betroffenen Organen beobachtet.

Im Gegensatz zu Noradrenalin scheint Iobenguan nicht an- oder -Rezeptoren zu binden, da -Blocker die Anreicherung des Iobenguans im Nebennierenmark nicht beeinflussen und nur hohe Konzentrationen eines -Blockers im Tierversuch eine deutliche Hemmung der Iobenguan-Anreicherung bewirkten.

Toxikologische Eigenschaften

Bei Hunden wurde eine letale Dosis von 20 mg/kg Körpergewicht ermittelt. Bei geringeren Dosen (14 mg/kg Körpergewicht) konnten vorübergehend toxische Symptome beobachtet werden. Mehrmalige intravenöse Dosen von 20 bis 40 mg/kg Körpergewicht induzierten bei Ratten schwere toxische Wirkungen. Mehrmalige intravenöse Dosen von 5 bis 20 mg/kg Körpergewicht können Symptome wie Atemnot auslösen. Als Langzeitwirkung wurde jedoch nur eine leichte Zunahme des Leber- und Herzgewichtes beobachtet. Die wiederholte Gabe von 2,5 bis 10 mg/kg Körpergewicht an Hunde löste Symptome wie Bluthochdruck sowie Herzfrequenz- und EKG-Veränderungen aus, die jedoch vorübergehender Natur waren.

Bei den üblichen Dosierungen von 80 bis 200 MBq AdreView werden im Regelfall weniger als 1,5 mg Iobenguan entsprechend 0,0214 mg/kg Körpergewicht verabreicht. Diese Menge steht zu Dosen, die im Tierversuch toxische Wirkungen zeigten, etwa im Verhältnis 1 : 650.

Bisher liegen keine Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität von Iobenguan (123I)vor. In den verwendeten Testsystemen konnten keine mutagenen Wirkungen von Iobenguan (123I)festgestellt werden. Untersuchungen zur Kanzerogenität liegen nicht vor.

Toxizität von Benzylalkohol

Benzylalkohol kann bei Erwachsenen Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

Bei Neugeborenen, insbesondere bei solchen mit Zeichen der Unreife, wurden zum Teil letale toxische Reaktionen nach Verabreichung benzylalkoholhaltiger Infusionslösungen beobachtet. Dabei wurden aus Unkenntnis über mehrere Tage täglich mindestens 130 mg/kg Körpergewicht der Substanz verabreicht. Die klinischen Symptome präsentierten sich als schwere metabolische Azidose mit einhergehender progressiver Enzephalopathie. Die Anwendung benzylalkoholhaltiger Arzneimittel ist deshalb bei Frühgeborenen und Neugeborenen kontraindiziert.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Iobenguan wird nach intravenöser Anwendung im Blut vorwiegend zellgebunden (Erythrozyten und Thrombozyten) transportiert.

Bei gesunden Probanden wurde intravenös injiziertes Iobenguan (123I)rasch aus der Blutbahn eliminiert (ca. 50 % innerhalb von 15 Minuten) und in Myokard, Leber, Lunge und Speicheldrüsen aufgenommen. Die Milz stellte sich deutlicher in den Spätaufnahmen dar.

Die myokardiale Aufnahme betrug innerhalb von 5 Minuten nach Injektion etwa 0,7 % der injizierten Aktivität. Noch 5,5 Stunden nach Injektion wurde im Vergleich zur Aufnahme in das Mediastinum in der Lunge und im Myokard eine etwa dreifache, in der Leber eine etwa sechsfache Anreicherung beobachtet. Aus diesen Organen wurde der Tracer mit einer effektiven Halbwertszeit von ungefähr 12 Stunden ausgewaschen. Bei hohen Konzentrationen zirkulierender Katecholamine wurden höhere myokardiale Auswaschraten beobachtet.

Innerhalb von 24 Stunden wurden durchschnittlich 64 % des injizierten Iobenguan (123I)renal ausgeschieden.

Die Guanidinseitenkette schützt das Iobenguan vor enzymatischer Oxidation, so dass der Wirkstoff vorwiegend unverändert im Urin wiedergefunden wird. Nur nach therapeutischen Iobenguan (131I)-Dosen wurden Abbauprodukte im Urin nachgewiesen. Hauptmetabolit mit ca. 4 % der eingesetzten Radioaktivität war meta-Iodhippursäure (131I), die bei einzelnen Patienten, besonders bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen auch in höheren Konzentrationen vorkam. 6 % der Radioaktivität wurden als freies Iodid wiedergefunden.

Lediglich 1 - 4 % der Gesamtaktivität werden über den Gastrointestinaltrakt ausgeschieden. Spuren von Radioaktivität sind auch in Speichel, Schweiß und ausgeatmeter Luft nachweisbar.

Strahlenexposition

Die durchschnittliche Strahlenexposition nach intravenöser Anwendung von Iobenguan (123I)beträgt bei ausreichender Schilddrüsenblockade:

(Angaben aus ICRP 80)

Absorbierte Dosis pro applizierter Aktivität (mGy/MBq)

Organ

Erwachsene

Kinder



15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

0,017

0,022

0,032

0,045

0,071

Blasenwand

0,048

0,061

0,078

0,084

0,15

Knochenoberfläche

0,011

0,014

0,022

0,034

0,068

Gehirn

0,0047

0,0060

0,0099

0,016

0,029

Brust

0,0053

0,0068

0,011

0,017

0,032

Gallenblase

0,021

0,025

0,036

0,054

0,10

Gastrointestinaltrakt






Magenwand

0,0084

0,011

0,019

0,030

0,056

Dünndarm

0,0084

0,011

0,018

0,028

0,051

oberer Dickdarm

0,0091

0,012

0,020

0,033

0,058

unterer Dickdarm

0,0079

0,010

0,016

0,023

0,043

Herz

0,018

0,024

0,036

0,055

0,097

Nieren

0,014

0,017

0,025

0,036

0,061

Leber

0,067

0,087

0,13

0,18

0,33

Lunge

0,016

0,023

0,033

0,049

0,092

Muskulatur

0,0066

0,0084

0,013

0,020

0,037

Oesophagus

0,0068

0,0088

0,013

0,021

0,037

Ovarien

0,0082

0,011

0,016

0,025

0,046

Pankreas

0,013

0,017

0,026

0,042

0,074

Rotes Knochenmark

0,0064

0,0079

0,012

0,018

0,032

Haut

0,0042

0,0051

0,0082

0,013

0,025

Milz

0,020

0,028

0,043

0,066

0,12

Testes

0,0057

0,0075

0,012

0,018

0,033

Thymusdrüse

0,0068

0,0088

0,013

0,021

0,037

Schilddrüse

0,0056

0,0073

0,012

0,019

0,036

Uterus

0,010

0,013

0,020

0,029

0,053

Übrige Gewebe

0,0067

0,0085

0,013

0,020

0,037

Effektive Dosis

(mSv) je MBq

0,013

0,017

0,026

0,037

0,068

Bei Verabreichung von 200 MBq beträgt die effektive Dosis 2,6 mSv (für einen Erwachsenen mit einem Gewicht von 70 kg). Bei eingeschränkter Nierenfunktion können die Organexpositionen und die effektive Dosis ansteigen.

Zum Kalibrierzeitpunkt beträgt die Radionuklidreinheit mindestens 99,9 % und die wichtigsten Radionuklidverunreinigungen (I-125 und Te-121) liegen unter 0,05 %.

Die Strahlenexposition (effektive Dosis je 200 MBq) durch Iod-125-MIBG beträgt bei einem Erwachsenen mit 70 kg Körpergewicht weniger als 0,0098 mSv (etwa 0,4 % der Gesamtexposition) und ist somit vernachlässigbar gering.

8. Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt/Maßnahmen für die Entsorgung

Mit radioaktiven Arzneimitteln behandelte Patienten stellen einen Risikofaktor für andere Personen aufgrund der vom Patienten ausgehenden Strahlung oder aufgrund von Ausscheidungen der Patienten dar. Zur Vermeidung der Exposition von Dritten und zur Vermeidung von Kontaminationen sind geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Nach Gebrauch sind sämtliche Materialien (fest und flüssig), die in Zusammenhang mit der Zubereitung und Anwendung von radioaktiven Arzneimitteln verwendet wurden, zu dekontaminieren oder als radioaktiver Abfall zu behandeln. Radioaktiver Abfall, einschließlich nicht verwendeter radioaktiver Arzneimittel ist gemäß den gesetzlichen Vorschriften und Auflagen zu entsorgen.

Gesetzliche Bestimmungen:

Verordnung für die Umsetzung von EURATOM-Richtlinien zum Strahlenschutz“ vom 20.7.2001, Bundesgesetzblatt I, Nr. 38, S. 1714ff (2001).

Strahlenschutz in der Medizin. Richtlinie nach der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV)“ vom 24.6.2002, Bundesanzeiger, Nr. 207a (2002).

9. Zulassungsnummer

18974.00.00

10. Datum der Erteilung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Zulassung: 20.11.1997

Datum der letzten Verlängerung: 24.04.2009

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig


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