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Allopurinol 100 heumann



Gebrauchsinformation Allopurinol 100 heumann

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR ANWENDER

Allopurinol 100 Heumann

Tabletten mit 100 mg Allopurinol

Zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit

der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige

Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Allopurinol 100 Heumann und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol 100 Heumann beachten?

3.    Wie ist Allopurinol 100 Heumann einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Allopurinol 100 Heumann aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen.

1. WAS IST ALLOPURINOL 100 HEUMANN UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?


Allopurinol 100 Heumann ist ein Arzneimittel zur Hemmung der Bildung der

Harnsaure (Urikostatikum).

Allopurinol 100 Heumann wird angewendet bei

Erwachsene

-    Harnsaurewerten im Blut im Bereich von 8,5 mg/100 ml und daruber, sofern diatetische MaGnahmen nicht ausreichen, bzw. bei klinischen Komplikationen erhohter Harnsaurewerte, insbesondere manifeste Gicht, harnsaurebedingte Nierenschadigung (Urat-Nephropathie), Auflosung und Verhutung von Harnsauresteinen sowie zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalatsteinen bei gleichzeitigem Vorliegen erhohter Harnsaurewerte,

-    erhohten Harnsaurewerten im Blut und erhohter Harnsaureausscheidung im Urin, z. B. bei starkem Zellzerfall, Strahlen- bzw. Chemotherapie (sekundare Hyperurikamie).

Kinder

-    erhohten Harnsaurewerten im Blut und erhohter Harnsaureausscheidung im Urin, z. B. bei starkem Zellzerfall, Strahlen- bzw. Chemotherapie (sekundare Hyperurikamie),

-    harnsaurebedingter Nierenschadigung (Urat-Nephropathie) bei Leukamie-Behandlung,

-    angeborenen Enzymmangelkrankheiten wie Lesch-Nyhan-Syndrom (teilweise oder totale Defekte der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase) und Adenin-Phosphoribosyl-Transferasemangel.

2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON ALLOPURINOL 100 HEUMANN BEACHTEN?


Allopurinol 100 Heumann darf nicht einqenommen werden,

- wenn Sie allergisch gegen Allopurinol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Allopurinol 100 Heumann einnehmen.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Allopurinol 100 Heumann nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen durfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen fruher einmal zutrafen.

Nach Literaturempfehlungen erubrigt sich unter einem Harnsaurewert von 8,5 mg/100 ml im Blut eine medikamentose Behandlung, sofern Sie Diatvorschriften einhalten und bei Ihnen keine Nierenschaden vorliegen. Sie sollten Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) vermeiden.

Schwere Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom,    Toxisch    epidermale Nekrolyse), die    moglicherweise

lebensbedrohlich sind, wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol    berichtet. Diese konnen sich anfanglich als rotliche,

schieGscheibenartige oder kreisformige Flecken (oft mit Blaschen in der Mitte) am Korperstamm zeigen. Zusatzliche Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Geschwure) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerotete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese moglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeahnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer groGflachigen Blasenbildung oder Ablosung der Haut fuhren. Das hochste Risiko fur das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten Behandlungswochen.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm mit, dass Sie Allopurinol einnehmen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol aufgetreten ist, durfen Sie nie wieder mit Allopurinol behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen konnen bei Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailandern abstammen, haufiger auftreten.

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich, wenn Sie eine eingeschrankte Nieren- oder Leberfunktion oder vorbestehende Blutbildungsstorungen haben.

Bei Behandlung der Gichtniere und von Harnsauresteinen soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen, d. h. Sie mussen auf eine ausreichende Flussigkeitszufuhr achten.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder Chemotherapie von Tumoren sowie bei der angeborenen Enzymmangelkrankheit Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, sollten Sie wahrend der Einnahme von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahrleistung einer ausreichenden Harnmenge achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung mit dem Urin beitragen.

Falls eine harnsaurebedingte Nierenschadigung oder andere Krankheiten die Nierenfunktion bereits beeintrachtigt haben sollten, so wird Ihr Arzt die Dosis entsprechend Ihren Nierenfunktionswerten anpassen (siehe 3. „Wie ist Allopurinol 100 Heumann einzunehmen?“).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollten Sie die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren vollstandigem Abklingen beginnen. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch die Freisetzung von Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb kann Ihr Arzt wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige vorbeugende Schmerzmittel- oder Colchicingabe in Betracht ziehen.

Bei groGen Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieGen, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Allopurinol beeinflusst den Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe „Einnahme von Allopurinol 100 Heumann zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Einnahme von Allopurinol 100 Heumann zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kurzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.


Allopurinol verlangsamt die Ausscheidung von Probenecid (Arzneimittel, das eine vermehrte Harnsaureausscheidung bewirkt).

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine vermehrte Harnsaureausscheidung bewirken, wie Probenecid, Benzpromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylaten in hohen Dosen, beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol herabgesetzt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkungen ist in jedem Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

Wird Allopurinol gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Dosis auf 25 % der sonst ublichen Dosis gesenkt werden, da ihre Wirkung durch Allopurinol verlangert werden kann.

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) auf die Antibiotika (Arzneimittel zur Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten) Ampicillin oder Amoxicillin ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten Sie - wenn moglich -unter Behandlung mit Allopurinol andere Antibiotika erhalten.

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht werden.

Blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Antikoagulantien vom Dicumaroltyp) konnen bei gleichzeitiger Gabe mit Allopurinol in ihrer Wirkung verstarkt werden. Ihr Arzt wird daher Ihre Blutgerinnung haufiger kontrollieren. Eventuell wird er die Dosis des entsprechenden blutgerinnungshemmenden Arzneimittels senken.

Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und blutzuckersenkenden Arzneimitteln, die Chlorpropamid enthalten, die Wirkung von Chlorpropamid verlangert werden. Daher wird Ihr Arzt die Dosis von Chlorpropamid verringern.

Theophyllin: Nach Einnahme von Allopurinol wurde von einer Hemmung der Verstoffwechselung Theophyllin-haltiger Arzneimittel, die z. B. zur Behandlung von Atemwegs- und Herzerkrankungen verordnet werden, berichtet. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhohung der Dosis von Allopurinol sollte deshalb die Theophyllin-Konzentration im Blut von Ihrem Arzt bestimmt werden.

Wird Allopurinol zusammen mit Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung bosartiger Geschwulsterkrankungen, z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) eingenommen, konnen

Blutbildveranderungen haufiger auftreten als bei jeweiliger Einzelgabe dieser Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher vom Arzt in kurzen Zeitabstanden durchzufuhren.

Vidarabin: Die Verweildauer von Vidarabin-haltigen Arzneimitteln (Arzneimittel gegen Viruserkrankungen) im Korper kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Die Konzentration von Ciclosporin (Arzneimittel zur Herabsetzung der korpereigenen Immunabwehr) im Blut kann unter Gabe von Allopurinol erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist daher zu berucksichtigen.

Phenytoin: Die Verstoffwechselung von Phenytoin-haltigen Arzneimitteln, die z. B. zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsie) oder bei bestimmten schweren Herzerkrankungen verordnet werden, kann durch Allopurinol beeintrachtigt werden. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Schwanger^_

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Allopurinol 100 Heumann sollte in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da es keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen gibt.

Wahrend der Stillzeit sollte Allopurinol nicht angewendet werden, da es in die Muttermilch ubergeht.

Verkehrstuchtiqkeit und Fahiqkeit zum Bedienen von Maschinen

Es konnen Schwindel, Schlafrigkeit    oder Storungen in den

Bewegungsablaufen als unerwunschte Wirkungen auftreten. Dadurch kann eine Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, die Folge sein.

Sie konnen dann auf unerwartete und plotzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstuchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Bevor Sie die genannten Tatigkeiten ausfuhren, mussen Sie ausreichend sicher sein, dass Allopurinol Ihre Leistungsfahigkeit nicht einschrankt.

3. WIE IST ALLOPURINOL 100 HEUMANN EINZUNEHMEN?


Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.


Die empfohlene Dosis betragt Erwachsene

Erwachsene nehmen in Abhangigkeit von den aktuellen Serum-Harnsaurewerten taglich 1 bis 3 Tabletten Allopurinol 100 Heumann (entsprechend 100 mg bis 300 mg Allopurinol pro Tag) ein.

Um das Risiko des Auftretens von unerwunschten Wirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behandlung mit 1 Tablette Allopurinol 100 Heumann taglich (entsprechend 100 mg Allopurinol) begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serum-Harnsaurespiegeln im Blut zu erhohen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf 6 bis 8 Tabletten Allopurinol 100 Heumann taglich gesteigert werden (entsprechend 600 mg bis 800 mg Allopurinol). Hierfur sind Blutuntersuchungen durchzufuhren [der Serum-Oxypurinolspiegel sollte einen Wert von 15 gg/ml (100 gmol) nicht uberschreiten]. Die Dosis sollten Sie uber den Tag verteilt einnehmen.

Zur besseren Vertraglichkeit sollten Sie als Einzeldosis nicht mehr als 3 Tabletten Allopurinol 100 Heumann einnehmen (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die Tageshochstdosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder

Die Tagesdosis betragt 10 mg Allopurinol pro Kilogramm Korpergewicht (bis max. 400 mg pro Tag), verteilt auf drei Einzeldosen.

Altere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesondere bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Einqeschrankte Nierenfunktion

Allopurinol und seine Stoffwechselprodukte werden uber die Nieren ausgeschieden. Eine verminderte Nierenfunktion kann deshalb zu einer langeren Verweildauer der Substanz und seiner Stoffwechselprodukte im Korper, und auf diese Weise zu einer Uberdosierung fuhren.

Wenn Ihre Nierenfunktion eingeschrankt ist, muss Allopurinol 100 Heumann deshalb unter besonderer arztlicher Kontrolle angewendet werden. Zur Verminderung eines moglichen Risikos bestimmt der Arzt die erforderliche Dosis nach dem Ergebnis einer bestimmten Blutuntersuchung (Serumkreatininspiegel, der regelmaGig zu kontrollieren ist), bzw. Ermittlung der Kreatinin-Clearance. Beim Vorliegen von schweren Nierenfunktionsstorungen sollten hochstens 100 mg Allopurinol pro Tag (1 Tablette Allopurinol 100 Heumann) oder Einzeldosen von 100 mg Allopurinol in groGeren Abstanden als 1 Tag eingenommen werden. Der Serum-Oxipurinolspiegel sollte einen Wert von 15,2 gg/ml nicht uberschreiten.

Eine Anleitung fur die Dosierung bei beeintrachtigter Nierenfunktion gibt folgendes Schema:

Kreatinin-Clearance

Tagesdosis

uber 20 ml/min

Standarddosis

10 bis 20 ml/min

100 bis 200 mg

unter 10 ml/min

100 mg oder groGere Intervalle


Wenn bei Ihnen eine Hamodialyse (Blutwasche) durchgefuhrt wird, konnen Sie sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300 mg bis 400 mg Allopurinol gegeben werden.

Eingeschránkte Leberfunktion

Bei eingeschrankter Leberfunktion wird ein Vorgehen wie bei einer eingeschrankten Nierenfunktion angeraten. Zu Beginn der Behandlung sollten zusatzlich regelmaGige Leberfunktionstests durchgefuhrt werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit reichlich Flussigkeit (z. B. ein Glas Wasser) moglichst immer zur gleichen Tageszeit nach einer Mahlzeit ein. Bei Uberschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auftreten von Magen-Darm-Unvertraglichkeiten sollten Sie die Dosis uber den Tag verteilt einnehmen.

Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

Bitte achten Sie auf eine ausreichende und regelmaGige Flussigkeitszufuhr. Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Allopurinol 100 Heumann ist in der Regel uber einen langeren Zeitraum erforderlich. Bitte nehmen Sie Allopurinol 100 Heumann regelmaGig und in der vom Arzt bestimmten Dauer ein.

Wie bei jeder Langzeitbehandlung ist auch hier eine laufende Uberwachung durch Ihren Arzt notwendig. Ihr Arzt sollte die Harnsaurespiegel wiederholt und regelmaGig kontrollieren. Gleichzeitig soll auf mogliche Nebenwirkungen geachtet und die Notwendigkeit einer Fortsetzung der medikamentosen Behandlung uberpruft werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Allopurinol 100 Heumann zu stark oder zu schwach ist.


Wenn Sie eine groGere Menge Allopurinol 100 Heumann eingenommen haben, als Sie sollten

Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt. Nach Einnahme von 20 g Allopurinol traten bei einem Patienten Beschwerden wie Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sollten Sie - insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - umgehend einen Arzt verstandigen. Dieser wird MaGnahmen ergreifen, die die weitere Aufnahme des Arzneimittels in den Blutkreislauf vermindern bzw. die Ausscheidung des Arzneimittels beschleunigen, wie reichliche Flussigkeitszufuhr oder ggf. eine Hamodialyse (Blutwasche).

Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt uber den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol 100 Heumann verqessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Beachten Sie bitte, dass Allopurinol 100 Heumann nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmaGig eingenommen wird.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol 100 Heumann abbrechen

Falls Sie die Behandlung mit Allopurinol 100 Heumann unterbrechen wollen, wenden Sie sich bitte an den behandelnden Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.


4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Haufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Geleqentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt:

Selten:

-    Fieber und Schuttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeahnlich) und allgemeines Unwohlsein;

-    Veranderungen an der Haut, z. B. offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase, Genitalien oder rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), groGflachige Blasenbildung oder Ablosungen der Haut;

- Schwere Uberempfindlichkeitsreaktionen einschlieRlich Fieber, Hautrotungen, allgemeine Schmerzen, UnregelmaRigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese konnen Anzeichen einer Multiorgan-Uberempfindlichkeitsreaktion sein).

Sehr selten:

Schwere und moglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitsreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und VorsichtsmaRnahmen“).

Wenn Sie Gicht haben, kann es zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol Heumann bei Ihnen zu einem Gichtanfall kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger, wenn Sie eine Nieren- oder Leberschadigung haben, oder Sie gleichzeitig Ampicillin- oder Amoxicillin-haltige Arzneimittel einnehmen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes bzw. Uberempfindlichkeitsreaktionen

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am haufigsten. Diese konnen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten. Sie konnen sich bemerkbar machen durch Hautjucken, evtl. verbunden mit Knotchenbildung der Haut, Hautabschuppung, punktformige bis flachenhafte Hautblutungen und selten mit Hautabschalungen. Beim Auftreten derartiger Erscheinungen mussen Sie Allopurinol 100 Heumann sofort absetzen und Ihren Arzt aufsuchen, da schwere generalisierte (allgemeine) Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten konnen.

Die im Folgenden aufgefuhrten Uberempfindlichkeitsreaktionen sind zwar selten (insbesondere bei todlichem Verlauf bestanden im Allgemeinen Nieren-oder Leberfunktionsstorungen), sie sind jedoch so schwerwiegend, dass Sie Allopurinol 100 Heumann sofort absetzen und Ihren Arzt umgehend aufsuchen mussen.

Uberempfindlichkeitsreaktionen konnen sich wie folgt auRern:

In Einzelfallen wurden Hautreaktionen, die mit Hautabschalungen, Fieber, Erkrankungen der Lymphknoten, Vermehrung bestimmter weiRer Blutkorperchen (Eosinophilie) und Gelenkschmerzen einhergingen (Stevens-Johnson-Syndrom), sowie Hautveranderungen, die einer Verbruhung der Haut ahneln (Lyell-Syndrom), beobachtet. Die damit verbundene - ebenfalls selten vorkommende - GefaRentzundung (Vaskulitis) kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen, z. B. als Leberzellschadigung (Hepatitis), Nierenentzundung sowie sehr selten als Krampfanfall.

Ferner wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht: Uberempfindlichkeitsreaktionen, die sich unter anderem in Fieber, Schuttelfrost und Gelenkschmerzen auRerten, Leberfunktionsstorungen (reversible Erhohungen der Transaminasen und der alkalischen

Phosphatasen) sowie Entzundungen der Gallenwege und Xanthinablagerungen im Harntrakt.

Sehr selten wurde uber akuten anaphylaktischen (allergischen) Schock berichtet. Dieser kann lebensbedrohlich sein.

Gegenmaftnahmen

Bei Auftreten von Hautreaktionen durfen Sie Allopurinol 100 Heumann nicht weiter einnehmen. Suchen Sie in diesen Fallen Ihren Arzt auf.

Bei Auftreten akuter allgemeiner, eventuell lebensbedrohlicher Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock) mussen Sie sofort den nachst erreichbaren Arzt verstandigen. Dieser wird die erforderlichen NotfallmaBnahmen einleiten. Sie durfen Allopurinol 100 Heumann in diesem Fall nicht weiter einnehmen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten wurde nach Einnahme von Allopurinol vom Auftreten einer Lymphknotenerkrankung (angioimmunoblastische Lymphadenopathie) berichtet, die nach Absetzen des Arzneimittels wieder verschwand.

In Einzelfallen wurde im Zusammenhang mit der Einnahme von Allopurinol uber Veranderungen des weiBen Blutbildes (Leukopenie, Leukozytose, Granulozytose, Eosinophilie) berichtet.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde nach Verabreichung von Allopurinol 100 Heumann uber Leberfunktionsstorungen berichtet, die von einem asymptomatischen (ohne Anzeichen) Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis (Leberentzundung, einschlieBlich Lebernekrose und granulomatoser Hepatitis) reichten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ubelkeit, Erbrechen und Durchfall konnen nach Einnahme von Allopurinol 100 Heumann auftreten. Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie auf eine gewissenhafte Einnahme der Tabletten nach dem Essen mit genugender Trinkmenge achten.

Skelettmuskulatur, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen kann es gelegentlich zu schweren Knochenmarkschadigungen (Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastische Anamie) kommen. Wenn Sie ein Nierenleiden haben, sollten Sie Ihren Arzt deshalb auf diese Erkrankung hinweisen, um eine sorgfaltige Uberwachung ihres Blutbildes zu gewahrleisten.

Sonstige

Daruber hinaus wurden ebenfalls in Einzelfallen nach der Einnahme von Allopurinol 100 Heumann folgende Beobachtungen gemacht:

-    Allgemeine korperliche Kraftlosigkeit (Asthenie)

-    allgemeines Unwohlsein

-    Auftreten von eitrigen Entzundungen der Haut (Furunkulose)

-    Bewusstlosigkeit

-    Bluthochdruck

-    Blut im Urin (Hamaturie)

-    blutiges Erbrechen

-    Darmstorung

-    ein- oder zweiseitige VergroGerung der mannlichen Brustdruse sowie blasse Schwellung von Haut und Schleimhaut, vor allem im Gesichtsbereich (Quincke-Odem)

-    Empfindungsstorungen (Parasthesien)

-    Entzundung der Mundschleimhaut

-    Erhohung der Blutfettwerte (Hyperlipamie)

-    Geschmacksabweichungen

-    Gleichgewichtsstorungen

-    Haarausfall

-    Halsentzundungen (Angina)

-    Impotenz

-    Kopfschmerz

-    krankhafte Erhohung von Harnbestandteilen im Blut (Uramie)

-    Lahmungserscheinungen

-    Muskelschmerzen

-    Nervenentzundungen (periphere Neuritis)

-    Nervenleiden

-    Schlafrigkeit

-    Schwindel

-    traurige Verstimmtheit (Depression)

-    Samenerguss im Schlaf

-    Sehstorungen

-    T rubungen der Augenlinse (grauer Star)

-    Unfruchtbarkeit

-    Veranderung der Netzhaut des Auges (Makula-Entartung)

-    verfarbtes Haar

-    Verlangsamung des Herzschlages

-    vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl

-    vermehrte Wasseransammlungen im Gewebe (Odeme)

-    Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Meldunq von Nebenwirkunqen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. WIE IST ALLOPURINOL 100 HEUMANN AUFZUBEWAHREN?


Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchdruckpackung nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN


Was Allopurinol 100 Heumann enthalt

-    Der Wirkstoff ist: Allopurinol. Eine Tablette enthalt 100 mg Allopurinol.

-    Die sonstigen Bestandteile sind:    mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstarke-Natrium (Typ A), Gelatine, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Wie Allopurinol 100 Heumann aussieht und Inhalt der Packung

Bei Allopurinol 100 Heumann handelt es sich um weiGe runde, bikonvexe Tabletten mit einseitiger Bruchkerbe.

Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

Allopurinol 100 Heumann ist in Originalpackungen mit 30, 50 und 100 Tabletten erhaltlich.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroGen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG Sudwestpark 50 90449 Nurnberg Telefon/Telefax: 0700 4386 2667 E-Mail: info@heumann.de

Mitvertrieb: norispharm GmbH Sudwestpark 50 90449 Nurnberg

und

Heunet Pharma GmbH Sudwestpark 50 90449 Nurnberg

Hersteller

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG Sudwestpark 50 90449 Nurnberg Telefon/Telefax: 0700 4386 2667 E-Mail: info@heumann.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Dezember 2013.

Liebe Patientin, lieber Patient,

Ihr Arzt hat Ihnen Allopurinol 100 Heumann, ein Arzneimittel mit dem bewahrten Wirkstoff Allopurinol, verordnet.

Dieses Arzneimittel soll Ihnen helfen, schneller beschwerdefrei zu werden. Damit Allopurinol 100 Heumann seine Wirkung optimal entfalten kann, ist es wichtig, dass Sie sich genau an die Anwendungsvorschriften Ihres Arztes halten und die Angaben in der Gebrauchsinformation beachten.

Zur besseren Erinnerung konnen Sie die Anweisungen zur Anwendung in das dafur bestimmte Feld auf der Packungsruckseite eintragen.

Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker, die Ihnen gerne weiterhelfen.

Wir wunschen Ihnen gute Besserung!

Verschreibungspflichtig

Allopurinol 100 Heumann

Fachinformation Allopurinol 100 heumann

F a c h i n f o r m a t i o n


1.


Bezeichnung der Arzneimittel

Allopurinol 100 Heumann

Tabletten mit 100 mg Allopurinol

Allopurinol 300 Heumann

Tabletten mit 300 mg Allopurinol


2.


Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Allopurinol 100 Heumann

Eine Tablette enthalt 100 mg Allopurinol.

Allopurinol 300 Heumann

Eine Tablette enthalt 300 mg Allopurinol.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3.


Darreichungsform

Tablette

Allopurinol 100 Heumann

WeiGe runde, bikonvexe Tabletten mit einseitiger Bruchkerbe. Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

Allopurinol 300 Heumann

WeiGe Oblongtabletten mit zwei Bruchkerben auf jeder Seite. Die Tabletten sind drittelbar.


4.

4.1


Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Erwachsene

-    Alle Formen der Hyperurikamie mit Serum-Harnsaurewerten im Bereich von 500 gmol/l (8,5 mg/100 ml) und daruber, sofern nicht diatetisch beherrschbar, bzw. klinische Komplikationen hyperurikamischer Zustande, insbesondere manifeste Gicht, Urat-Nephropathie, Auflosung und Verhutung von Harnsauresteinen sowie zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalatsteinen bei gleichzeitiger Hyperurikamie.

-    Sekundare Hyperurikamie unterschiedlicher Genese.


Bei Allopurinol 100 Heumann zusatzlich

Kinder

-    Sekundáře Hyperurikamie unterschiedlicher Genese.

-    Harnsaurenephropathie bei Leukamie-Behandlung.

-    Angeborene Enzymmangelkrankheiten wie Lesch-Nyhan-Syndrom (teilweise oder totale Defekte der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase) und Adenin-Phosphoribosyl-Transferasemangel.

4.2


Dosierung und Art der Anwendung

Allopurinol 100 Heumann Dosierung

Erwachsene

In Abhangigkeit von den aktuellen Serum-Harnsaurewerten werden taglich 1 bis 3 Tabletten Allopurinol 100 Heumann (entsprechend 100 mg bis 300 mg Allopurinol) eingenommen.

Um das Risiko des Auftretens von unerwunschten Wirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behandlung mit taglich 100 mg Allopurinol begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serum-Harnsaurespiegeln zu erhohen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf taglich 6 bis 8 Tabletten Allopurinol 100 Heumann gesteigert werden (entsprechend 600 mg bis 800 mg Allopurinol). Hierfur ist der Serum-Oxipurinolspiegel zu beachten, der einen Wert von 15 pg/ml (100 pmol) nicht uberschreiten sollte. Die Dosis sollte uber den Tag verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Vertraglichkeit sollten als Einzeldosis nicht mehr als 3 Tabletten Allopurinol 100 Heumann verabreicht werden (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die tagliche Maximaldosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder

Die Tagesdosis betragt 10 mg Allopurinol pro Kilogramm Korpergewicht (bis max. 400 mg/Tag), verteilt auf drei Einzeldosen.

Áltere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesondere bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Eingeschrankte Nierenfunktion

Bei eingeschrankter Nierenfunktion ohne Dosisanpassung kann es zu einer Uberdosierung kommen, da Allopurinol und seine Metaboliten uber die Nieren ausgeschieden werden.

Zur Verminderung eines moglichen Risikos ist deshalb eine Ánderung der empfohlenen Dosierung angezeigt. Beim Vorliegen von schweren Nierenfunktionsstorungen sollten hochstens 100 mg Allopurinol/Tag oder Einzeldosen von 100 mg in groGeren Abstanden als einem Tag verabreicht werden. Die entsprechende Dosis sollte nur bei ungenugender Wirkung erhoht werden. Der Serum-Oxipurinolspiegel sollte einen Wert von 15,2 pg/ml nicht uberschreiten.

Eine Anleitung fur die Dosierung bei Niereninsuffizienz gibt folgendes Schema:

Kreatinin-Clearance

Tagesdosis

uber 20 ml/min

Standarddosis

10 bis 20 ml/min

100 bis 200 mg

unter 10 ml/min

100 mg oder groGere Intervalle

Bei Hamodialyse konnen sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300 mg bis 400 mg Allopurinol gegeben werden.

Eingeschrankte Leberfunktion

Bei eingeschrankter Leberfunktion wird ein Vorgehen wie bei Niereninsuffizienz angeraten. Zu Beginn der Behandlung sollten zusatzlich regelmaGige Leberfunktionstests durchgefuhrt werden.

Allopurinol 300 Heumann

Dosierung

Erwachsene

In Abhangigkeit von den aktuellen Serum-Harnsaurewerten wird taglich 1 Tablette Allopurinol 300 Heumann (entsprechend 300 mg Allopurinol) eingenommen.

Um das Risiko des Auftretens von unerwunschten Wirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behandlung mit taglich 100 mg Allopurinol (entsprechend 1/3 Tablette Allopurinol 300 Heumann) begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serum-Harnsaurespiegeln zu erhohen.

Alternativ konnen 100 mg bis 300 mg Allopurinol taglich gegeben werden, wofur auch andere Starken zur Verfugung stehen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf taglich 2 Tabletten Allopurinol 300 Heumann gesteigert werden (entsprechend 600 mg Allopurinol). Hierfur ist der Serum-Oxipurinolspiegel zu beachten, der einen Wert von 15 gg/ml (100 gmol) nicht uberschreiten sollte. Alternativ kann die Dosis in Einzelfallen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden. Die Dosis sollte uber den Tag verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Vertraglichkeit sollte als Einzeldosis nicht mehr als 1 Tablette Allopurinol 300 Heumann verabreicht werden (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die tagliche Maximaldosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol 300 Heumann fur Kinder sowie Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Hamodialyse konnen sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300 mg bis 400 mg Allopurinol gegeben werden.

Áltere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesondere bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flussigkeit (z. B. ein Glas Wasser) nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei Uberschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auftreten von Magen-Darm-Unvertraglichkeiten ist die Dosis uber den Tag verteilt zu verabreichen.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalat- und Harnsauresteinen sowie bei primarer Hyperurikamie und Gicht ist in den meisten Fallen eine Dauertherapie erforderlich. Bei sekundarer Hyperurikamie wird eine vorubergehende Behandlung entsprechend der Dauer der erhohten Harnsaurewerte empfohlen.

4.3


4.4


Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Zusatzlich fur Allopurinol 300 Heumann

-    Schwere Nierenfunktionsstorungen mit einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min,

-    Kinder.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsma&nahmen fur die Anwendung

Nach neueren Literaturempfehlungen erubrigt sich unter einem Serum-Harnsaurewert von 506 pmol/l (entspr. 8,5 mg/100 ml) eine medikamentose Therapie, sofern Diatvorschriften eingehalten werden und keine Nierenschaden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin, ein Ribonukleosid, aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) sollten vermieden werden.

Beim Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol Heumann sofort abzusetzen.

Uberempfindlichkeitssyndrom (DRESS)1, SJS2 und TEN3

Uberempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol konnen sich auf verschiedene Weise auGern, einschlieGlich makulopapulosem Hautausschlag, Hypersensitivitatssyndrom, auch DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) sowie lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom [SJS] und Toxisch epidermaler Nekrolyse [TEN]). Die Patienten sollten uber die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezuglich des Auftretens von Hautreaktionen uberwacht werden.

Das Risiko fur das Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am hochsten. Wenn Anzeichen oder Symptome fur ein SJS oder eine TEN auftreten (z. B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautlasionen), muss die Therapie mit

Allopurinol Heumann    sofort beendet    werden. Der Verlauf    der

Uberempfindlichkeitsreaktionen wird maGgeblich von der fruhzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdachtigen Arzneimittel bestimmt, d. h. fruhzeitiges Absetzen verbessert die Prognose.

Nach Auftreten eines DRESS, eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol Heumann darf keine erneute Behandlung mit Allopurinol erfolgen. Korti koste ro id e    konnen hilfreich bei    der Behandlung    von

Uberempfindlichkeitsreaktionen der Haut sein.

HLA-B*5801-Allele

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-assoziiertes Hypersensitivitatssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Haufigkeit des Vorkommens des Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen verschiedenen ethnischen Bevolkerungsgruppen: bis zu 20 % in der Population der Han-Chinesen, etwa 12 % in der Population der Koreaner und 1 bis 2 % der Individuen japanischer oder europaischer Abstammung. Die Genotypisierung als systematisches Testverfahren (Screening) vor einer Allopurinolbehandlung ist nicht etabliert. Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Trager eines HLA-B*5801-Allels ist, sollte Allopurinol nur angewendet werden, wenn keine therapeutischen Alternativen zur Verfugung stehen und der Nutzen die Risiken ubersteigt. Es ist dann eine besondere Uberwachung des Patienten hinsichtlich der Ausbildung eines Hypersensitivitatssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient ist daruber zu informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen sofort abzubrechen.

Eine besonders sorgfaltige    arztliche Uberwachung ist erforderlich bei

eingeschrankter Nierenfunktion, Leberfunktion oder vorbestehenden Blutbildungsstorungen. Bei Patienten mit beeintrachtigter Nieren- oder Leberfunktion sind die entsprechenden Dosierungsempfehlungen zu beachten (siehe Abschnitt 4.2). Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z. B. mit ACE-Hemmern oder Diuretika behandelt werden, sollte die Verabreichung von Allopurinol mit Vorsicht erfolgen, da bei dieser Patientengruppe eine Beeintrachtigung der Nierenfunktion vorliegen kann.

Bei Behandlung der Gichtniere und der Harnsauresteine soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder Chemotherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, ist zusatzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahrleistung einer ausreichenden Diurese zu achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Urat/Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung dieser Substanzen mit dem Urin beitragen.

Falls eine Uratnephropathie oder andere pathologische Veranderungen die Nierenfunktion bereits beeintrachtigt haben sollten, so ist die Dosis entsprechend den Nierenfunktionswerten anzupassen (siehe Abschnitt 4.2).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren vollstandigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch Mobilisierung groGerer Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb ist wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder Colchicingabe in Betracht zu ziehen.

Bei groGen Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieGen, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Allopurinol interagiert mit dem Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).

4.5


Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Probenecid

Allopurinol verlangsamt die Elimination.

Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylaten in hohen Dosen Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine vermehrte Harnsaureausscheidung bewirken beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol herabgesetzt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist in jedem Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

6-Mercaptopurin oder Azathioprin

Wird Allopurinol gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Dosis auf 25 % der sonst ublichen Dosis gesenkt werden, da der Metabolismus dieser Wirkstoffe bei Xanthinoxidase-Hemmung verlangsamt und somit ihre Wirkung verlangert ist.

Ampicillin oder Amoxicillin

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn moglich - Patienten unter Allopurinol-Therapie andere Antibiotika erhalten.

Captopril

Bei gleichzeitiger Gabe kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht werden.

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ

Die Wirkung kann verstarkt werden. Es ist daher eine haufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und ggf. eine entsprechende Dosisreduktion des Cumarin-Derivates notwendig.

Chlorpropamid

Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann die hypoglykamische Wirkung des Antidiabetikums durch die gleichzeitige Gabe von Allopurinol verlangert werden, was eine Dosisreduktion erforderlich macht.

Theophyllin

Allopurinol hemmt bei hoher Dosierung den Theophyllin-Stoffwechsel. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhohung der Allopurinol-Dosis sollten deshalb die Theophyllin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Zytostatika

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveranderungen haufiger auf als bei Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen durchzufuhren.

Vidarabin

Die Plasmahalbwertszeit kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Ciclosporin

Die Plasmakonzentration von Ciclosporin kann unter Allopurinol-Gabe erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu berucksichtigen.

Phenytoin

Allopurinol kann die Metabolisierung in der Leber beeintrachtigen. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

4.6


4.7


4.8


Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten fur die Verwendung von Allopurinol bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Da Allopurinol in den Purinstoffwechsel eingreift und das potentielle Risiko fur den Menschen unbekannt ist, sollte Allopurinol nicht wahrend der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Allopurinol geht in die Muttermilch uber, daher sollte es wahrend der Stillzeit nicht angewendet werden.

Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Da unter Behandlung mit Allopurinol uber Nebenwirkungen wie Schlafrigkeit, Schwindel und Ataxie berichtet worden ist, sollten Patienten vor dem Fahren eines Kraftfahrzeugs, dem Bedienen von Maschinen oder der Teilnahme an gefahrlichen Aktivitaten Vorsicht walten lassen, bis sie sich ausreichend sicher sind, dass Allopurinol ihre Leistungsfahigkeit nicht einschrankt.

Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig

> 1/10

Haufig

> 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich

> 1/1.000 bis < 1/100

Selten

> 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder Leberinsuffizienz, oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Immunsystems

Eine verzogerte Uberempfindlichkeitsreaktion mit Multiorgan-Beteiligung (bekannt als Hypersensitivitatssyndrom; DRESS) mit Fieber,    Hautausschlag, Vaskulitis,

Lymphadenopathie, Pseudolymphom, Arthralgie,    Leukopenie, Eosinophilie,

MilzvergroGerung, abweichenden Leberfunktionswerten und cholestatischer Hepatopathie mit Schwund der Gallengange (vanishing bile duct syndrome) kann in verschiedenen Auspragungen vorkommen. Andere Organe konnen ebenfalls betroffen sein (Lunge, Bauchspeicheldruse, Myokard und Darm).

Wenn solche Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss Allopurinol sofort und dauerhaft abgesetzt werden.

Wenn generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, waren gewohnlich Vorerkrankungen der Niere oder Leber vorhanden, insbesondere bei todlichem Ausgang.

Erkrankungen der Haut und Uberempfindlichkeitsreaktionen

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am haufigsten (ca. 4 %); sie konnen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, und zwar mit Hautjucken, in makulopapuloser, manchmal schuppenartiger, manchmal Purpura-ahnlicher und selten exfoliativer Form.

Beim Auftreten derartiger Reaktionen ist Allopurinol Heumann sofort abzusetzen. Nach dem Abklingen leichter Erscheinungen kann die Therapie wieder mit einer niedrigen Dosis (z. B. 50 mg/Tag) aufgenommen werden. Diese Dosis ist bei Bedarf allmahlich zu erhohen. Wenn der Hautausschlag wieder auftritt, sollte das Praparat ganz abgesetzt werden, da schwere generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten konnen (siehe „Erkrankungen des Immunsystems“ und Abschnitt 4.4).

Ferner wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht: Uberempfindlichkeitsreaktionen, die sich u. a. in Fieber, Hautreaktionen, Schuttelfrost und Gelenkschmerzen auGern konnen, Leberfunktionsstorungen (reversible Erhohung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen), akute Cholangitis und Xanthinsteine.

Sehr selten wurde uber akuten anaphylaktischen Schock berichtet.

Angioimmunoblastische Lymphadenopathie

Sehr selten wurde eine nach dem Absetzen von Allopurinol reversible angioimmunoblastische Lymphadenopathie beschrieben.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde uber Leberfunktionsstorungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis (einschlieGlich Lebernekrose und granulomatoser Hepatitis) reichten, berichtet.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ubelkeit, Brechreiz und Durchfall konnen auftreten. Insbesondere bei magenempfindlichen Patienten sollte auf gewissenhafte Einnahme nach dem Essen mit genugender Trinkmenge geachtet werden.

Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems

In Einzelfallen wurde uber Blutbildveranderungen wie Leukopenie, Leukozytose, Granulozytose und Eosinophilie berichtet.

Insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen wurde gelegentlich uber das Auftreten von Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastischer Anamie berichtet. Eine besonders sorgfaltige Uberwachung dieser Patientengruppe ist deshalb erforderlich.

SonstigeZu Beginn einer Behandlung mit Allopurinol Heumann kann es zu einem reaktiven Gichtanfall kommen.

Daruber hinaus wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht: allgemeines Unwohlsein, Alopezie, Angina, Asthenie, Ataxie, periphere Neuritis, Bradykardie, Diabetes mellitus, Depression, Furunkulose, Geschmacksabweichung, Gynakomastie, Hamatemesis, Hamaturie, Hyperlipamie, Hypertonie, Impotenz, Infertilitat, Katarakt, Koma, Kopfschmerz, Makula-Degeneration, Odeme, Muskelschmerzen, Neuropathie, Paralyse, Parasthesie, Quincke-Odem, Schwindel, Somnolenz, Sehstorung, Steatorrhoe, Stomatitis, verfarbtes Haar, Uramie.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groGer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9


Uberdosierung

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Nach Einnahme einer Einzeldosis von 20 g traten bei einem Patienten Symptome wie Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf. Bei einem weiteren Patienten hatte die Einnahme von 22,5 g

Allopurinol keine unerwunschten Wirkungen zur Folge. Nach chronischer Einnahme von taglich 200 mg bis 400 mg Allopurinol bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion wurden schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in Hautreaktionen, Fieber, Hepatitis, Eosinophilie und Verschlechterung der Nierenfunktion bestehen.

Bei Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sind - insbesondere bei Komedikation mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - absorptionsmindernde bzw. eliminationsbeschleunigende MaGnahmen wie reichliche Flussigkeitszufuhr oder ggf. Hamodialyse angezeigt.

5.    Pharmakologische Eigenschaften

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:    Hypoxanthin-Analogon, Urikostatikum,

Xanthinoxidasehemmstoff;

ATC-Code: M04 AA01

Allopurinol und sein Hauptmetabolit Oxipurinol verringern die Harnsaurebildung durch Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase, das bei der Oxidation von Hypoxanthin zu Harnsaure eine wichtige Rolle spielt. Infolgedessen werden Harnsaure- und Uratspiegel in den Korperflussigkeiten und im Urin gesenkt. Zusatzlich zur Hemmung des Purinabbaus kann bei einigen Patienten die de novo Purinbiosynthese durch Hemmung der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase unterdruckt werden.

Daneben    beobachtet man eine    Reduzierung der haufig gesteigerten

Purinbiosynthese auf das normale physiologische Niveau. Das wahrend der Allopurinol-Behandlung vermehrt anfallende Hypoxanthin wird sofort zu Inosinmonophosphat und weiter zu Adenosinmonophosphat (AMP) und Guanosinmonophosphat (GMP) uberfuhrt. Erhohte AMP- und GMP-Konzentrationen bewirken eine physiologische    Ruckkopplungshemmung    der PRPP-

Amidotransferase, dem ersten Enzym der Purinbiosynthese.

Allopurinol bildet in sehr geringen Mengen (Konzentration in der Leber < 0,0001 mmol/l) ein Ribonukleotid, dessen Konzentration zu gering ist, um pharmakologisch aktiv zu sein.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften Resorption und Verteilung

Die Resorption von Allopurinol aus dem Gastrointestinaltrakt erfolgt schnell; nach oraler Verabreichung ist die Substanz im Plasma nach 30-60 Minuten nachweisbar.

Etwa 1% Stunden nach Allopurinol-Einnahme werden Allopurinol-Plasmaspitzenspiegel erreicht, die jedoch schnell abfallen, so dass nach ca. 6 Stunden kaum noch Allopurinol im Plasma nachweisbar ist. Oxipurinol-Plasmaspitzenwerte werden etwa 3-5 Stunden nach der oralen Allopurinol-Einnahme gemessen. Eine gastrale Absorption erfolgt nicht, die gunstigsten Absorptionsbedingungen liegen im Duodenum und im oberen Jejunum vor. Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der therapeutisch ublichen Dosis von 300 mg in Abhangigkeit vom AusmaG und der Geschwindigkeit der individuellen First-Pass-Umwandlung in Oxipurinol zwischen 1,0 gg/ml und 2,6 gg/ml, durchschnittlich 1,8 pg/ml. Die korrespondierenden Oxipurinol-Werte liegen zwischen 5 pg/ml und 11 pg/ml, durchschnittlich bei 8,4 pg/ml.

Unter standardisierten Bedingungen mit Probanden wurden nach Einmalgabe von 300 mg Allopurinol Plasmaspitzenwerte von durchschnittlich 5,24 pg Oxipurinol/ml gemessen.

24 Stunden nach der einmaligen oralen Gabe von 300 mg Allopurinol betrug die mittlere Konzentration von Oxipurinol im Plasma 3,78 pg/ml.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Oxipurinol tritt bei Einleitung der Therapie eine Kumulation auf. Nach etwa 1 Woche ist ein Gleichgewicht erreicht. Die Plasmakonzentrationen am Ende des Dosierungsintervalls steigen bei nierengesunden Patienten nicht weiter an.

Nach chronischer Verabreichung von 300 mg Allopurinol an Probanden unter standardisierten Bedingungen stellte sich etwa 168 Stunden nach Beginn der Einnahme von 300 mg Allopurinol ein Gleichgewicht des Plasma-Oxipurinolspiegels ein. Die Oxipurinolkonzentration betrug bei den Probanden durchschnittlich 9,98 pg/ml. Die interindividuelle Variation der Plasmakonzentrationen war allerdings hoch.

Das Verteilungsvolumen von Allopurinol betragt etwa 1,6 l/kg, was auf eine relativ groGe Aufnahme in das Gewebe schlieGen lasst. Wenngleich Angaben zu den Gewebekonzentrationen von Allopurinol beim Menschen nicht vorliegen, sind die hochsten Allopurinol- und Oxipurinolkonzentrationen in der Leber und in der Darmschleimhaut zu erwarten, da in diesen Geweben die Xanthinoxidaseaktivitat sehr hoch ist.

Biotransformation und Elimination

Allopurinol wird durch die Xanthinoxidase und Aldehydoxidase schnell (Halbwertszeit ca. 2 Stunden) zu Oxipurinol (Alloxanthin) oxidiert, das ein ahnlich starker Hemmer der Xanthinoxidase ist, aber langsamer an das Enzym gebunden wird.

Weder Allopurinol noch sein Hauptmetabolit Oxipurinol weisen eine ausgepragte Bindungsaffinitat fur Plasmaproteine auf. Die Ausscheidung erfolgt uberwiegend uber die Nieren, wobei weniger als 10 % des Arzneimittels unverandert ausgeschieden werden. Etwa 20 % des verabreichten Allopurinols werden nach 48-72 Stunden in den Faeces gefunden. Oxipurinol wird nach tubularer Ruckresorption unverandert mit dem Urin ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von Oxipurinol ist individuell sehr verschieden. Sie betragt bei gesunden Personen 18-43 Stunden, in Einzelfallen, wahrend einer purinfreien Ernahrung, bis zu 70 Stunden. Nierenfunktionseinschrankungen fuhren zu einer Verlangerung der Oxipurinol-Eliminationshalbwertszeit.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 10-20 ml/min wurden nach Gabe von 300 mg Allopurinol/Tag uber einen langeren Zeitraum Oxipurinol-Plasmakonzentrationen von 30 mg/l gemessen. Das ist in etwa die Konzentration, die nach Gabe von 600 mg Allopurinol/Tag bei Patienten mit normaler Nierenfunktion erreicht wird. Bei Verabreichung von Allopurinol an Patienten mit beeintrachtigter Nierenfunktion sind deshalb die entsprechenden Dosierungsempfehlungen (siehe Abschnitt 4.2) zu beachten.

Diese substanzeigene Langzeitwirkung ermoglicht die Einmal-am-Tag-Einnahme von Allopurinol.

Harnsaure kann in der Form von Mikrokristallen oder Kolloiden die Auskristallisation von Calciumoxalat aus ubersattigten Losungen begunstigen (heterogene Keimbildung). Kristallisationshemmer, die die Bildung von Calciumoxalatsteinen hemmen und uberwiegend aus sauren Mukopolysacchariden bestehen, werden infolge ihrer Interferenz mit Harnsaure (schon in Konzentrationen von 3 mmol/l) blockiert. Die Senkung der Harnsaureausscheidung durch Allopurinol verhindert in diesen Fallen die Bildung von Calciumoxalatsteinen.

Bioverfugbarkeit

Die absolute Bioverfugbarkeit von 100 mg und 300 mg Allopurinol betragt zwischen 67 % und 90 %.

5.3

6.

6.1

6.2

6.3


6.4

6.5


Praklinische Daten zur Sicherheit

Bei Langzeitanwendung von Allopurinol in Tierversuchen kam es bei hohen Dosierungen zur Ausfallung von Xanthin-Prazipitaten, die zu Veranderungen in den harnableitenden Organen fuhrten.

Die bisher durchgefuhrten In vitro- und In vivo-Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf ein mutagenes oder kanzerogenes Potential.

In Tierversuchen traten bei einer von drei untersuchten Tierarten (Maus) bei Dosen ab 50 mg/kg Korpergewicht am 10. Trachtigkeitstag teratogene Effekte auf.

Pharmazeutische Angaben

Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstarke-Natrium (Typ A),

Gelatine,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit Blister:

4 Jahre.

HDPE-Flaschen:

4 Jahre.

Nach dem Offnen des Behaltnisses innerhalb von 100 Tagen aufbrauchen.

Diese Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden!

Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Aufbewahrung

Fur diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Art und Inhalt des Behaltnisses

Blister bestehend aus PVC/Al-Folie oder aus PVdC/Al-Folie:

Originalpackungen mit 30, 50 und 100 Tabletten Klinikpackung mit 500 (5 x 100) Tabletten

HDPE-Flasche:

Mehrpersonenpackung mit 100 Tabletten * Zur Anwendung an mehr als einem Patienten.

6.6


7.


8.


9.


10.


11.


Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroGen in den Verkehr gebracht. Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Inhaber der Zulassungen

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG Sudwestpark 50 90449 Nurnberg

Telefon/Telefax: 0700 4386 2667 E-Mail: info@heumann.de

Mitvertrieb: norispharm GmbH Sudwestpark 50 90449 Nurnberg

und

Heunet Pharma GmbH Sudwestpark 50 90449 Nurnberg

Zulassungsnummern

Allopurinol 100 Heumann    6580345.00.00

Allopurinol 300 Heumann    6580345.01.00

Datum der Erteilung der Zulassungen/Verlangerung der Zulassungen

Allopurinol 100 Heumann    17.10.1997/17.05.2004

Allopurinol 300 Heumann    17.10.1997/17.05.2004

Stand der Information

12/2013

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

1

   DRESS: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

2

   Stevens-Johnson-Syndrom

3

   Toxisch epidermale Nekrolyse

Allopurinol 100 Heumann