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Allopurinol acis 300 mg



Gebrauchsinformation Allopurinol acis 300 mg

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Allopurinol acis® 300 mg Tabletten

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arz-neimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Allopurinol acis 300 mg und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol acis 300 mg beachten?

3.    Wie ist Allopurinol acis 300 mg einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Allopurinol acis 300 mg aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. WAS IST ALLOPURINOL ACIS 300 MG UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

Allopurinol acis 300 mg ist ein Arzneimittel zur Hemmung der Bildung der Harnsaure (Urikostatikum).

Allopurinol acis 300 mg wird angewendet bei

-    Harnsaurewerten im Blut im Bereich von 8,5 mg/100 ml und daruber, sofern diatetische MaBnahmen nicht ausreichen, bzw. bei klinischen Komplikationen erhohter Harnsaurewerte, insbesondere manifeste Gicht, harnsaurebedingte Nierenschadigung (Urat-Nephropathie), Auflosung und Verhutung von Harn-sauresteinen sowie zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalatsteinen bei gleichzeitigem Vorlie-gen erhohter Harnsaurewerte

-    Erhohten Harnsaurewerten im Blut und erhohter Harnsaureausscheidung im Urin, z.B. bei starkem Zell-zerfall, Strahlen- bzw. Chemotherapie (sekundare Hyperurikamie)

2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON ALLOPURINOL ACIS 300 MG BEACHTEN?

Allopurinol acis 300 mg darf nicht eingenommen werden,

-    wenn Sie allergisch gegen Allopurinol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

-    bei schweren Nierenfunktionsstorungen (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min, siehe Abschnitt 3. „Wie ist Allopurinol acis 300 mg einzunehmen?”).

-    von Kindern.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Allopurinol acis 300 mg einnehmen.

Nach Literatur-Empfehlungen erubrigt sich unter einem Harnsaurewert von 8,5 mg/100 ml im Blut eine medikamentose Behandlung, sofern Sie Diatvorschriften einhalten und bei Ihnen keine Nierenschaden vorliegen. Sie sollten Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z.B. Innereien wie Bries, Niere, Him, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin aufgenom-men wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) vermeiden.

Schwere Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse), die moglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol berichtet. Diese konnen sich anfanglich als rotliche, schieBscheibenartige oder kreisformi-ge Flecken (oft mit Blaschen in der Mitte) am Korperstamm zeigen. Zusatzliche Symptome, auf die geach-tet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Geschwure) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbe-reich sowie gerotete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese moglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeahnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmer-zen) begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer groBflachigen Blasenbildung oder Ablosung der Haut fuhren.

Das hochste Risiko fur das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten Behandlungs-wochen.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm mit, dass Sie Allopurinol einnehmen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol aufge-treten ist, durfen Sie nie wieder mit Allopurinol behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen konnen bei Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailandern abstam-men, haufiger auftreten.

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich, wenn Sie eine eingeschrankte Nieren-oder Leberfunktion oder vorbestehende Blutbildungsstorungen haben.

Bei Behandlung der Gichtniere und von Harnsauresteinen soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen, d.h. Sie mussen auf eine ausreichende Flussigkeitszufuhr achten.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z.B. bei der Strahlen- oder Chemothe-rapie von Tumoren sowie bei der angeborenen Enzymmangelkrankheit Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, sollten Sie wahrend der Einnahme von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahrleistung einer ausreichenden Harnmenge achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisie-rung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung mit dem Urin beitragen.

Falls eine harnsaurebedingte Nierenschadigung oder andere Krankheiten die Nierenfunktion bereits beein-trachtigt haben sollten, wird Ihr Arzt die Dosis entsprechend Ihren Nierenfunktionswerten anpassen (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Allopurinol acis 300 mg einzunehmen?“).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollten Sie die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren voll-standigem Abklingen beginnen. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch die Freisetzung von Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb kann Ihr Arzt wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige vorbeugende Schmerzmittel- oder Colchicingabe in Betracht ziehen.

Bei groBen Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieBen, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Allopurinol beeinflusst den Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Allopurinol acis 300 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Kinder und Jugendliche

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes ist Allopurinol acis 300 mg fur Kinder nicht geeignet.

Einnahme von Allopurinol acis 300 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzuneh-men/anzuwenden.

Probenecid

Allopurinol verlangsamt die Ausscheidung von Probenecid (Arzneimittel, das eine vermehrte Harnsau-reausscheidung bewirkt).

Probenecid, Benzbromaron, Siilfinpvrazon oder Salicylate in hohen Dosen

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine vermehrte Harnsaureausscheidung bewirken, wie Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylaten in hohen Dosen, beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol acis 300 mg herabgesetzt. Die kli-nische Bedeutung dieser Wechselwirkungen ist in jedem Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

6-Mercaptopurin, Azathioprin

Wird Allopurinol acis 300 mg gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Dosis auf 25 % der sonst ublichen Dosis gesenkt werden, da ihre Wirkung durch Allopurinol acis 300 mg verlangert werden kann.

Ampicillin oder Amoxicillin

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) auf die Antibiotika (Arzneimittel zur Be-handlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten) Ampicillin oder Amoxicillin ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten Sie - wenn moglich - unter Behandlung mit Allopurinol acis 300 mg andere Antibiotika erhalten.

Captopril

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem Nierenversa-gen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht werden.

Antikoagulantien vom Dicumaroltyp

Blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Antikoagulantien vom Dicumaroltyp) konnen bei gleichzeitiger Gabe mit Allopurinol acis 300 mg in ihrer Wirkung verstarkt werden. Ihr Arzt wird daher Ihre Blutgerin-nung haufiger kontrollieren. Eventuell wird er die Dosis des entsprechenden blutgerinnungshemmenden Arzneimittels senken.

Chlorpropamid

Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol acis 300 mg und blutzuckersenkenden Arzneimitteln, die Chlorpropamid enthalten, die Wirkung von Chlorpropamid verlangert werden. Daher wird Ihr Arzt die Dosis von Chlorpropamid verringern.

Theophyllin

Nach Einnahme von Allopurinol acis 300 mg wurde von einer Hemmung der Verstoffwechselung theo-phyllinhaltiger Arzneimittel, die z.B. zur Behandlung von Atemwegs- und Herzerkrankungen verordnet werden, berichtet. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol acis 300 mg oder bei Erhohung der Dosis von Allopurinol acis 300 mg sollte deshalb die Theophyllin-Konzentration im Blut von Ihrem Arzt be-stimmt werden.

Zytostatika

Wird Allopurinol acis 300 mg zusammen mit Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung bosartiger Ge-schwulsterkrankungen, z.B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) eingenommen, konnen Blutbildveranderungen haufiger auftreten als bei jeweiliger Einzelgabe dieser Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher vom Arzt in kurzen Zeitabstanden durchzufuhren.

Vidarabin

Die Verweildauer von Vidarabin-haltigen Arzneimitteln (Arzneimittel gegen Viruserkrankungen) im Kor-per kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Ciclosporin

Die Konzentration von Ciclosporin (Arzneimittel zur Herabsetzung der korpereigenen Immunabwehr) im Blut kann unter Gabe von Allopurinol acis 300 mg erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftre-tens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist daher zu berucksichtigen.

Phenytoin

Die Verstoffwechselung von Phenytoin-haltigen Arzneimitteln, die z.B. zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsie) oder bei bestimmten schweren Herzerkrankungen verordnet werden, kann durch Allopurinol acis 300 mg beeintrachtigt werden. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Allopurinol sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es keine ausreichenden Erfahrun-gen am Menschen gibt.

Wahrend der Stillzeit sollte Allopurinol nicht angewendet werden, da es in die Muttermilch ubergeht.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es konnen Schwindel, Schlafrigkeit oder Storungen in den Bewegungsablaufen als unerwunschte Wirkun-gen auftreten. Dadurch kann eine Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, die Folge sein.

Sie konnen dann auf unerwartete und plotzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge. Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen. Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt. Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstuchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Bevor Sie die genannten Tatigkeiten ausfuhren, mussen Sie ausreichend sicher sein, dass Allopurinol Ihre Leistungsfahigkeit nicht einschrankt.

Allopurinol acis 300 mg enthalt Lactose

Bitte nehmen Sie Allopurinol acis 300 mg daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. WIE IST ALLOPURINOL ACIS 300 MG EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, betragt die empfohlene Dosis

Erwachsene

Erwachsene nehmen in Abhangigkeit von den aktuellen Serum-Harnsaurewerten taglich 1 Tablette Allopu-rinol acis 300 mg (entsprechend 300 mg Allopurinol pro Tag) ein.

Um das Risiko des Auftretens von unerwunschten Wirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behand-lung mit 100 mg Allopurinol taglich begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serumharnsaurespiegeln im Blut zu erhohen.

Alternativ konnen 100 mg bis 300 mg Allopurinol taglich eingenommen werden, wofur auch andere Star-ken zur Verfugung stehen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf 2 Tabletten Allopurinol acis 300 mg taglich gesteigert werden (entsprechend 600 mg Allopurinol). Hierfur sind Blutuntersuchungen durchzufuhren [der Serum-Oxypurinolspiegel sollte einen Wert von 15 pg/ml (100 pmol) nicht uberschreiten]. Alternativ kann die Dosis in Einzelfallen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden. Die Dosis sollten Sie uber den Tag verteilt einnehmen.

Zur besseren Vertraglichkeit sollten Sie als Einzeldosis nicht mehr als 1 Tablette Allopurinol acis 300 mg einnehmen (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die Tageshochstdosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol acis 300 mg fur Kinder sowie Patienten mit einge-schrankter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet.

Wenn bei Ihnen eine Hamodialyse (Blutwasche) durchgefuhrt wird, konnen Sie sofort nach jeder Behand-lung (d.h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300 mg bis 400 mg Allopurinol einnehmen.

Altere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Pati-entengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesonde-re bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit reichlich Flussigkeit, moglichst immer zur gleichen Tageszeit, nach einer Mahlzeit ein. Bei Uberschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auf-treten von Magen-Darm-Unvertraglichkeiten sollten Sie die Dosis uber den Tag verteilt einnehmen.

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, wenn Sie Schwierigkeiten haben, diese im Ganzen zu schlucken.

Bitte achten Sie auf eine ausreichende und regelmabige Flussigkeitszufuhr.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Allopurinol acis 300 mg ist in der Regel uber einen langeren Zeitraum erforderlich. Bitte nehmen Sie Allopurinol acis 300 mg regelmabig und in der vom Arzt bestimmten Dauer ein.

Wie bei jeder Langzeitbehandlung ist auch hier eine laufende Uberwachung durch Ihren Arzt notwendig. Ihr Arzt sollte die Harnsaurespiegel wiederholt und regelmabig kontrollieren. Gleichzeitig soll auf mogli-che Nebenwirkungen geachtet und die Notwendigkeit einer Fortsetzung der medikamentosen Behandlung uberpruft werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Allopurinol acis 300 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine grobere Menge Allopurinol acis 300 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt. Nach Einnahme von 20 g Allopurinol traten bei einem Patien-ten Beschwerden wie Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sollten Sie - insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - umgehend einen Arzt verstandigen. Dieser wird MaBnahmen ergrei-fen, die die weitere Aufnahme des Arzneimittels in den Blutkreislauf vermindern bzw. die Ausscheidung des Arzneimittels beschleunigen, wie reichliche Flussigkeitszufuhr oder ggf. eine Hamodialyse (Blutwa-sche).

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol acis 300 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Haufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger bei Bestehen einer Nieren- oder Leberschadigung oder bei gleichzeitiger Einnahme Ampicillin- oder Amoxicillin-haltiger Arzneimittel.

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt:

Selten:

-    Fieber und Schuttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeahnlich) und allgemeines Unwohl-sein

-    Veranderungen an der Haut, z.B. offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase, Genitalien oder rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), groBflachige Blasenbildung oder Ablosungen der Haut

-    schwere Ůberempfindlichkeitsreaktionen einschlieBlich Fieber, Hautrotungen, allgemeine Schmerzen, UnregelmaBigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese konnen Anzeichen einer Multiorgan-Ůberempfíndlichkeitsreaktion sein)

Sehr selten:

-    schwere und moglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Ůberempfindlichkeitsreaktionen, Ste-vens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2)

Erkrankungen der Haut und des Unterhauzellgewebes

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am haufigsten. Diese konnen zu jedem Zeit-punkt der Behandlung auftreten. Sie konnen sich bemerkbar machen durch Hautjucken, evtl. verbunden mit Knotchenbildung der Haut, Hautabschuppung, punktformige bis flachenhafte Hautblutungen und sel-ten mit Hautabschalungen. Beim Auftreten derartiger Erscheinungen mussen Sie Allopurinol acis 300 mg sofort absetzen und Ihren Arzt aufsuchen, da schwere generalisierte (allgemeine) Ůberempfindlichkeitsreaktionen auftreten konnen.

Die im Folgenden aufgefuhrten Ůberempfindlichkeitsreaktionen sind zwar selten (insbesondere bei todli-chem Verlauf bestanden im Allgemeinen Nieren- oder Leberfunktionsstorungen), sie sind jedoch so schwerwiegend, dass Sie Allopurinol acis 300 mg sofort absetzen und Ihren Arzt umgehend aufsuchen mussen.

Úberempfindlichkeitsreaktionen konnen sich wie folgt áuBern

Im Einzelnen wurden Hautreaktionen, die mit Hautabschálungen, Fieber, Erkrankungen der Lymphknoten, Vermehrung bestimmter weiBer Blutkorperchen (Eosinophilie) und Gelenkschmerzen einhergingen (Ste-vens-Johnson-Syndrom), sowie Hautveránderungen, die einer Verbruhung der Haut áhneln (Lyell-Syndrom), beobachtet. Die damit verbundene - ebenfalls selten vorkommende - GefáBentzundung (Vasku-litis) kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen, z. B. als Leberzellschádigung (Hepatitis), Nie-renentzundung sowie sehr selten als Krampfanfall.

Ferner wurden bisher in Einzelfállen folgende Beobachtungen gemacht

Úberempfindlichkeitsreaktionen, die sich unter anderem in Fieber, Schuttelfrost und Gelenkschmerzen áuBerten, Leberfunktionsstorungen (reversible Erhohungen der Transaminasen und der alkalischen Phos-phatasen) sowie Entzundungen der Gallenwege und Xanthinablagerungen im Harntrakt.

Sehr selten wurde uber akuten anaphylaktischen (allergischen) Schock berichtet. Dieser kann lebensbe-drohlich sein.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten wurde nach Einnahme von Allopurinol acis 300 mg vom Auftreten einer Lymphknotenerkran-kung (angioimmunoblastische Lymphadenopathie) berichtet, die nach Absetzen des Arzneimittels wieder verschwand.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde nach Verabreichung von Allopurinol acis 300 mg uber Leberfunktionsstorungen berichtet, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis (einschlieBlich Lebernekro-se und granulomatoser Hepatitis) reichten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Úbelkeit, Erbrechen und Durchfall konnen nach Einnahme von Allopurinol acis 300 mg auftreten. Insbe-sondere magenempfindliche Patienten sollten auf gewissenhafte Einnahme der Tabletten nach dem Essen mit genugender Trinkmenge achten.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

In Einzelfállen wurde im Zusammenhang mit der Einnahme von Allopurinol acis 300 mg uber Veránde-rungen des weiBen Blutbildes (Leukopenie, Leukozytose, Granulozytose, Eosinophilie) berichtet.

Insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen kann es gelegentlich zu schweren Knochenmark-schádigungen (Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastische Anámie) kommen. Patienten mit Nie-renleiden sollten deshalb ihren Arzt auf diese Erkrankung hinweisen, um eine sorgfáltige Úberwachung ihres Blutbildes zu gewáhrleisten.

Skelettmuskulatur, Bindegewebe und Knochen

Bei Patienten mit Gicht kann es zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol acis 300 mg zu einem Gichtan-fall kommen.

Sonstige

Daruber hinaus wurden ebenfalls in Einzelfállen nach der Einnahme von Allopurinol acis 300 mg folgende Beobachtungen gemacht:

Allgemeine korperliche Kraftlosigkeit (Asthenie); allgemeines Unwohlsein; Auftreten von eitrigen Entzundungen der Haut (Furunkulose); Bewusstlosigkeit; Bluthochdruck; Blut im Urin (Hámaturie); blutiges Erbrechen; Darmstorung; ein- oder zweiseitige VergroBerung der mánnlichen Brustdruse sowie blasse Schwellung von Haut und Schleimhaut, vor allem im Gesichtsbereich (Quincke-Odem); Empfindungssto-rungen (Parásthesie); Entzundung der Mundschleimhaut; Erhohung der Blutfettwerte (Hyperlipámie); Ge-schmacksabweichungen; Gleichgewichtsstorungen; Haarausfall; Halsentzundungen (Angina); Impotenz; Kopfschmerz; krankhafte Erhohung von Harnbestandteilen im Blut (Uramie); Lahmungserscheinungen; Muskelschmerzen; Nervenentzundungen (periphere Neuritis); Nervenleiden; Schlafrigkeit; Schwindel; traurige Verstimmtheit (Depression); Samenerguss im Schlaf; Sehstorungen; Trubungen der Augenlinse (grauer Star); Unfruchtbarkeit; Veranderung der Netzhaut des Auges (Makula-Entartung); verfarbtes Haar; Verlangsamung des Herzschlages; vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl; vermehrte Wasseransamm-lungen im Gewebe (Odeme); Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

GegenmaBnahmen

Bei Auftreten von Hautreaktionen (die sich bemerkbar machen konnen durch Hautjucken, evtl. verbunden mit Knotchenbildung der Haut, Hautabschuppung, punktformige bis flachenhafte Hautblutungen und sel-ten mit Hautabschalungen) durfen Sie Allopurinol acis 300 mg nicht weiter einnehmen. Suchen Sie in die-sen Fallen Ihren Arzt auf.

Bei Auftreten akuter allgemeiner, eventuell lebensbedrohlicher Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphy-laktischer Schock) muss sofort der nachste erreichbare Arzt verstandigt werden, damit die erforderlichen NotfallmaBnahmen eingeleitet werden konnen. Allopurinol acis 300 mg darf in diesem Fall nicht weiter eingenommen werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzei-gen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5.    WIE 1ST ALLOPURINOL ACIS 300 MG AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blister und der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel in der Originalverpackung auf, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schut-zen.

6.    INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Allopurinol acis 300 mg enthalt

Der Wirkstoff ist: Allopurinol.

1 Tablette enthalt 300 mg Allopurinol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Maisstarke, Povidon (K30), Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Allopurinol acis 300 mg aussieht und Inhalt der Packung

Allopurinol acis 300 mg sind runde, weiBe Tabletten mit einer einseitigen Schmuckkerbe. Allopurinol acis 300 mg ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Tabletten erhaltlich.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

acis Arzneimittel GmbH Lil-Dagover-Ring 7 82031 Grunwald

Telefon: 089 / 44 23 246 0 Telefax: 089 / 44 23 246 66 E-Mail: info@acis.de

Hersteller

mibe GmbH Arzneimittel Munchener StraBe 15 06796 Brehna

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Oktober 2013.

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Allopurinol acis 300 mg

Fachinformation Allopurinol acis 300 mg

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Allopurinol acis® 300 mg, Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthalt 300 mg Allopurinol.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSF ORM

Tabletten

WeiBe, runde Tabletten mit einer einseitigen Schmuckkerbe.

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, um das Schlucken zu erleichtern und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1. Anwendungsgebiete

-    Alle Formen der Hyperurikamie mit Serum-Harnsaurewerten im Bereich von 500 pmol/l

(8,5 mg/100 ml) und daruber, sofern nicht diatetisch beherrschbar, bzw. klinische Komplikationen hyperurikamischer Zustande, insbesondere manifeste Gicht, Urat-Nephropathie, Auflosung und Verhutung von Harnsauresteinen sowie zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalatsteinen bei gleichzeitiger Hyperurikamie

-    Sekundare Hyperurikamie unterschiedlicher Genese

4.2. Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

In Abhangigkeit von den aktuellen Serumharnsaurewerten wird taglich 1 Tablette (entsprechend 300 mg Allopurinol) eingenommen.

Um das Risiko des Auftretens von unerwunschten Wirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behandlung mit taglich 100 mg Allopurinol begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serumharnsaurespiegeln zu erhohen.

Alternativ konnen 100 mg bis 300 mg Allopurinol taglich gegeben werden, wofur auch andere Star-ken zur Verfugung stehen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf taglich 2 Tabletten gesteigert werden (entsprechend 600 mg Allopurinol). Hierfur ist der Serum-Oxypurinolspiegel zu beachten, der einen Wert von 15 pg/ml (100 pmol) nicht uberschreiten sollte. Alternativ kann die Dosis in Einzelfallen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden. Die Dosis sollte uber den Tag verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Vertraglichkeit sollte als Einzeldosis nicht mehr als 1 Tablette (entsprechend 300 mg Allopurinol) verabreicht werden.

Die tagliche Maximaldosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol acis 300 mg fur Kinder sowie Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet.

Bei Hamodialyse konnen sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300 mg bis 400 mg Allopurinol gegeben werden.

Altere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesondere bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flussigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei Uberschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auftreten von Magen-Darm-Unvertraglichkeiten ist die Dosis uber den Tag verteilt zu verabreichen.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalat- und Harnsauresteinen sowie bei primarer Hyperurikamie und Gicht ist in den meisten Fallen eine Dauertherapie erforderlich. Bei sekundarer Hyperurikamie wird eine voruberge-hende Behandlung entsprechend der Dauer der erhohten Harnsaurewerte empfohlen.

4.3. Gegenanzeigen

-    Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

-    schwere Nierenfunktionsstorungen mit einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min

-    Kinder

4.4. Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erubrigt sich unter einem Serumharnsaurewert von 506 pmol/l entspr. 8,5 mg/100 ml eine medikamentose Therapie, sofern Diatvorschriften eingehalten werden und keine Nierenschaden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere, Him, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hier-durch Guanosin, ein Ribonukleosid, aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) soll-ten vermieden werden.

Beim Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol acis 300 mg sofort abzusetzen.

Uberempfindlichkeitssvndrom (DRESS), SJS und TEN

Uberempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol konnen sich auf verschiedene Weise auBern, einschlieBlich makulopapulosem Hautausschlag, Hypersensitivitatssyndrom, auch DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) sowie lebensbedroh-lichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)). Die Patienten sollten uber die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezuglich des Auftretens von Hautreaktionen uberwacht werden. Das Risiko fur das Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am hochsten. Wenn Anzeichen oder Symptome fur ein SJS oder eine TEN auftreten (z. B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautlasionen), muss die Therapie mit Allopurinol sofort beendet werden. Der Verlauf der Uberempfindlichkeitsreaktionen wird maBgeblich von der fruhzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdachtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. fruhzeitiges Absetzen verbessert die Prognose. Nach Auftreten eines DRESS, eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol darf keine erneute Be-handlung mit Allopurinol erfolgen. Kortikosteroide konnen hilfreich bei der Behandlung von Uber-empfindlichkeitsreaktionen der Haut sein.

HLA-B*5801-Allele

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-assoziiertes Hypersensitivitatssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Haufigkeit des Vorkom-mens des Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen verschiedenen ethnischen Bevolkerungsgrup-pen: bis zu 20 % in der Population der Han-Chinesen, etwa 12 % in der Population der Koreaner und 1 bis 2 % der Individuen japanischer oder europaischer Abstammung. Die Genotypisierung als syste-matisches Testverfahren (Screening) vor einer Allopurinolbehandlung ist nicht etabliert. Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Trager eines HLA-B*5801 Allels ist, sollte Allopurinol nur an-gewendet werden, wenn keine therapeutischen Alternativen zur Verfugung stehen und der Nutzen die Risiken ubersteigt. Es ist dann eine besondere Uberwachung des Patienten hinsichtlich der Ausbil-dung eines Hypersensitivitatssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient ist dar-uber zu informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen sofort abzubrechen.

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich bei eingeschrankter Nierenfunkti-on, Leberfunktion oder vorbestehenden Blutbildungsstorungen. Bei Patienten mit beeintrachtigter Nieren- oder Leberfunktion sind die entsprechenden Dosierungsempfehlungen zu beachten (siehe Abschnitt 4.2). Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z. B. mit ACE-Hemmern oder Diuretika behandelt werden, sollte die Verabreichung von Allopurinol mit Vor-sicht erfolgen, da bei dieser Patientengruppe eine Beeintrachtigung der Nierenfunktion vorliegen kann.

Bei Behandlung der Gichtniere und der Harnsauresteine soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder Che-motherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, ist zusatzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahr-leistung einer ausreichenden Diurese zu achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Urat/Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung dieser Sub-stanzen mit dem Urin beitragen.

Falls eine Uratnephropathie oder andere pathologische Veranderungen die Nierenfunktion bereits beeintrachtigt haben sollten, so ist die Dosis entsprechend den Nierenfunktionswerten anzupassen (siehe Abschnitt 4.2).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren voll-standigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch Mobilisierung groberer Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb ist wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder Colchicingabe in Betracht zu ziehen.

Bei groben Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieben, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Allopurinol interagiert mit dem Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Allopurinol acis 300 mg nicht einnehmen.

4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Probenecid

Allopurinol verlangsamt die Elimination von Probenecid.

Sulfinpvrazon. Probenecid. Benzbromaron oder Salicylate in hohen Dosen

Die Wirksamkeit von Allopurinol wird durch Gabe der urikosurisch wirkenden Arzneistoffe Sulfin-pyrazon, Probenecid, Benzbromaron oder Salicylaten in hohen Dosen herabgesetzt.

6-Mercaptopurin oder Azathioprin

Wird Allopurinol gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Do-sis auf 25 % der sonst ublichen Dosis gesenkt werden, da der Metabolismus dieser Wirkstoffe bei Xanthinoxidase-Hemmung verlangsamt und somit ihre Wirkung verlangert ist.

Ampicillin oder Amoxicillin

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) auf Ampicillin oder Amoxicillin ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn moglich - Patienten unter Allopurinol-Therapie andere Antibiotika erhalten.

Captopril

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem Nieren-versagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht werden.

Antikoagulantien vom Cumarin-Tvp

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ konnen in ihrer Wirkung verstarkt werden. Es ist daher eine haufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und ggf. eine entsprechende Dosisreduktion des Cumarin-Derivates notwendig.

Chlorpropamid

Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann die hypoglykamische Wirkung des Antidiabe-tikums Chlorpropamid durch die gleichzeitige Gabe von Allopurinol verlangert werden, was eine Dosisreduktion erforderlich macht.

Theophyllin

Allopurinol hemmt bei hoher Dosierung den Theophyllin-Stoffwechsel. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhohung der Allopurinol-Dosis sollten deshalb die Theophyllin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Zytostatika

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Pro-carbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveranderungen haufiger auf als bei Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen durchzufuhren.

Vidarabin

Die Plasmahalbwertszeit von Vidarabin kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Ciclosporin

Die Plasmakonzentration von Ciclosporin kann unter Allopurinol-Gabe erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu berucksichtigen.

Phenytoin

Allopurinol kann die Metabolisierung von Phenytoin in der Leber beeintrachtigen. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

4.6. Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten fur die Verwendung von Allopurinol bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Da Allopurinol in den Purinstoffwechsel eingreift und das potentielle Risiko fur den Menschen unbekannt ist, sollte Allopurinol nicht wahrend der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Allopurinol geht in die Muttermilch uber, daher sollte es wahrend der Stillzeit nicht angewendet wer-den.

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschi-nen

Da unter Behandlung mit Allopurinol uber Nebenwirkungen wie Schlafrigkeit, Schwindel und Ataxie berichtet worden ist, sollten Patienten vor dem Fahren eines Kraftfahrzeuges, dem Bedienen von Ma-schinen oder der Teilnahme an gefahrlichen Aktivitaten Vorsicht walten lassen, bis sie sich ausrei-chend sicher sind, dass Allopurinol ihre Leistungsfahigkeit nicht einschrankt.

4.8. Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig Haufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt


(> 1/10)

(> 1/100, < 1/10)

(> 1/1.000, < 1/100)

(> 1/10.000, < 1/1.000)

(< 1/10.000)

(Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder Leberinsuffizi-enz oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am haufigsten (ca. 4%); sie konnen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, und zwar mit Hautjucken, in makulopapuloser, manchmal schuppenartiger, manchmal Purpura-ahnlicher und selten exfoliativer Form.

Beim Auftreten derartiger Reaktionen ist Allopurinol acis 300 mg sofort abzusetzen. Nach dem Ab-klingen leichter Erscheinungen kann die Therapie wieder mit einer niedrigen Dosis (z. B. 50 mg/Tag) aufgenommen werden. Diese Dosis ist bei Bedarf allmahlich zu erhohen. Wenn der Hautausschlag wieder auftritt, sollte das Praparat ganz abgesetzt werden, da schwere generalisierte Uberempfind-lichkeitsreaktionen auftreten konnen. (siehe „Erkrankungen des Immunsystems“ und Abschnitt 4.4).

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Immunsystems

Eine verzogerte Uberempfindlichkeitsreaktion mit Multiorgan-Beteiligung (bekannt als Hypersensiti-vitatssyndrom; DRESS) mit Fieber, Hautausschlag, Vaskulitis, Lymphadenopathie, Pseudolymphom, Arthralgie, Leukopenie, Eosinophilie, MilzvergroBerung, abweichenden Leberfunktionswerten und cholestatischer Hepatopathie mit Schwund der Gallengange (vanishing bile duct syndrome) kann in verschiedenen Auspragungen vorkommen. Andere Organe konnen ebenfalls betroffen sein (Lunge, Bauchspeicheldruse, Myokard und Darm). Wenn solche Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss Allopurinol sofort und dauerhaft abgesetzt werden.

Wenn generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, waren gewohnlich Vorerkran-kungen der Nieren oder Leber vorhanden, insbesondere bei todlichem Ausgang.

Ferner wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht:

Uberempfindlichkeitsreaktionen, die sich u. a. in Fieber, Hautreaktionen, Schuttelfrost und Gelenk-schmerzen auBern konnen, Leberfunktionsstorungen (reversible Erhohung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen), akute Cholangitis und Xanthinsteine.

Wenn bisher generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen auftraten, bestanden insbesondere bei todlichen Verlaufen im Allgemeinen Nieren- und/ oder Leberfunktionsstorungen.

Sehr selten wurde uber akuten anaphylaktischen Schock berichtet.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde uber Leberfunktionsstorungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwer-te bis hin zur Hepatitis (einschlieBlich Lebernekrose und granulomatoser Hepatitis) reichten, berich-tet.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ubelkeit, Brechreiz und Durchfall konnen auftreten. Insbesondere bei magenempfindlichen Patienten sollte auf gewissenhafte Einnahme nach dem Essen mit genugender Trinkmenge geachtet werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

In Einzelfallen wurde uber Blutbildveranderungen wie Leukopenie, Leukozytose, Granulozytose und Eosinophilie berichtet.

Insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen wurde gelegentlich uber das Auftreten von Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastischer Anamie berichtet. Eine besonders sorgfaltige Uberwachung dieser Patientengruppe ist deshalb erforderlich.

Sehr selten wurde eine nach dem Absetzen von Allopurinol reversible angioimmunoblastische Lym-phadenopathie beschrieben.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Zu Beginn einer Behandlung mit Allopurinol acis 300 mg kann es zu einem reaktiven Gichtanfall kommen.

Daruber hinaus wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht:

Allgemeines Unwohlsein, Alopezie, Angina, Asthenie, Ataxie, periphere Neuritis, Bradykardie, Diabetes mellitus, Depression, Furunkulose, Geschmacksabweichung, Gynakomastie, Hamatemesis, Hamaturie, Hyperlipamie, Hypertonie, Impotenz, Infertilitat, Katarakt, Koma, Kopfschmerz, Makula-Degeneration, Odeme, Muskelschmerzen, Neuropathie, Paralyse, Parasthesie, Quincke-Odem, Schwindel, Somnolenz, Sehstorung, Steatorrhoe, Stomatitis, verfarbtes Haar, Uramie.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9. Uberdosierung

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Nach Einnahme einer Einzeldosis von 20 g traten bei einem Patienten Symptome wie Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf. Bei einem weiteren Patienten hatte die Einnahme von 22,5 g Allopurinol keine unerwunschten Wirkungen zur Folge. Nach chronischer Einnahme von taglich 200 mg bis 400 mg Allopurinol bei Patienten mit eingeschrankter

Nierenfunktion wurden schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in Hautreaktionen, Fie-ber, Hepatitis, Eosinophilie und Verschlechterung der Nierenfunktion bestehen.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sind - insbesondere bei Komedikation mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - absorptionsmindernde bzw. eliminationsbeschleunigende MaBnahmen wie reichliche Flussigkeitszufuhr oder ggf. Hamodialyse angezeigt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1.    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypoxanthin-Analogon, Urikostatikum, Xanthinoxidasehemmstoff ATC-Code: M04AA01

Allopurinol und sein Hauptmetabolit Oxipurinol verringern die Harnsaurebildung durch Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase, das bei der Oxidation von Hypoxanthin zu Harnsaure eine wichtige Rolle spielt. Infolgedessen werden Harnsaure- und Uratspiegel in den Korperflussigkeiten und im Urin gesenkt.

Zusatzlich zur Hemmung des Purinabbaus kann bei einigen Patienten, die de novo Purinbiosynthese durch Hemmung der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase unterdruckt werden.

Daneben beobachtet man eine Reduzierung der haufig gesteigerten Purinbiosynthese auf das normale physiologische Niveau. Das wahrend der Allopurinol-Behandlung vermehrt anfallende Hypoxanthin wird sofort zu Inosinmonophosphat und weiter zu Adenosinmonophosphat (AMP) und Guanosinmo-nophosphat (GMP) uberfuhrt. Erhohte AMP- und GMP-Konzentrationen bewirken eine physiologische Ruckkopplungshemmung der PRPP-Amidotransferase, dem ersten Enzym der Purinbiosynthese.

Allopurinol bildet in sehr geringen Mengen (Konzentration in der Leber < 0,0001 mmol/l) ein Ribo-nukleotid, dessen Konzentration zu gering ist, um pharmakologisch aktiv zu sein.

5.2.    Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Die Resorption von Allopurinol aus dem Gastrointestinaltrakt erfolgt schnell; nach oraler Verabrei-chung ist die Substanz im Plasma nach 30 - 60 Minuten nachweisbar.

Etwa 1/ Stunden nach Allopurinol-Einnahme werden Allopurinol-Plasmaspitzenspiegel erreicht, die jedoch schnell abfallen, so dass nach ca. 6 Stunden kaum noch Allopurinol im Plasma nachweisbar ist. Oxipurinol-Plasmaspitzenwerte werden etwa 3 - 5 Stunden nach der oralen Allopurinol-Einnahme gemessen. Eine gastrale Absorption erfolgt nicht, die gunstigsten Absorptionsbedingungen liegen im Duodenum und im oberen Jejunum vor. Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der the-rapeutisch ublichen Dosis von 300 mg in Abhangigkeit vom AusmaB und der Geschwindigkeit der individuellen first-pass-Umwandlung in Oxipurinol zwischen 1,0 pg/ml und 2,6 pg/ml, durchschnitt-lich 1,8 pg/ml. Die korrespondierenden Oxipurinol-Werte liegen zwischen 5 pg/ml und 11 pg/ml, durchschnittlich bei 8,4 pg/ml.

Unter standardisierten Bedingungen mit Probanden wurden nach Einmalgabe von 300 mg Allo-purinol Plasmaspitzenwerte von durchschnittlich 5,24 pg Oxipurinol/ml gemessen.

24 Stunden nach der einmaligen oralen Gabe von 300 mg Allopurinol betrug die mittlere Konzentration von Oxipurinol im Plasma 3,78 pg/ml.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Oxipurinol tritt bei Einleitung der Therapie eine Kumulation auf. Nach etwa 1 Woche ist ein Gleichgewicht erreicht. Die Plasmakonzentrationen am Ende des Dosierungsintervalles steigen bei nierengesunden Patienten nicht weiter an.

Nach chronischer Verabreichung von 300 mg Allopurinol an Probanden unter standardisierten Be-dingungen stellte sich etwa 168 Stunden nach Beginn der Einnahme von 300 mg Allopurinol ein

Gleichgewicht des Plasmaoxipurinolspiegels ein. Die Oxipurinolkonzentration betrug bei den Pro-banden durchschnittlich 9,98 pg/ml. Die interindividuelle Variation der Plasmakonzentrationen war allerdings hoch.

Das Verteilungsvolumen von Allopurinol betragt etwa 1,6 l/kg, was auf eine relativ grobe Aufnahme in das Gewebe schlieben lasst. Wenngleich Angaben zu den Gewebekonzentrationen von Allopurinol beim Menschen nicht vorliegen, sind die hochsten Allopurinol- und Oxipurinolkonzentrationen in der Leber und in der Darmschleimhaut zu erwarten, da in diesen Geweben die Xanthinoxidaseaktivitat sehr hoch ist.

Biotransformation und Elimination

Allopurinol wird durch die Xanthinoxidase und Aldehydoxidase schnell (Halbwertszeit ca. 2 Stun-den) zu Oxipurinol (Alloxanthin) oxidiert, das ein ahnlich starker Hemmer der Xanthinoxidase ist, aber langsamer an das Enzym gebunden wird.

Weder Allopurinol noch sein Hauptmetabolit Oxipurinol weisen eine ausgepragte Bindungsaffinitat fur Plasmaproteine auf. Die Ausscheidung erfolgt uberwiegend uber die Nieren, wobei weniger als 10% des Arzneimittels unverandert ausgeschieden werden. Etwa 20% des verabreichten Allopurinols werden nach 48 - 72 Stunden in den Faeces gefunden. Oxipurinol wird nach tubularer Ruckresorption unverandert mit dem Urin ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von Oxipurinol ist individuell sehr verschieden. Sie betragt bei gesun-den Personen 18 - 43 Stunden, in Einzelfallen, wahrend einer purinfreien Ernahrung, bis zu 70 Stunden. Nierenfunktionseinschrankungen fuhren zu einer Verlangerung der Oxipurinol-Eliminationshalbwertszeit.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 10 - 20 ml/min wurden nach Gabe von 300 mg Al-lopurinol/Tag uber einen langeren Zeitraum Oxipurinol-Plasmakonzentrationen von 30 mg/l gemes-sen. Das ist in etwa die Konzentration, die nach Gabe von 600 mg Allopurinol/Tag bei Patienten mit normaler Nierenfunktion erreicht wird. Bei Verabreichung von Allopurinol an Patienten mit beein-trachtigter Nierenfunktion sind deshalb die entsprechenden Dosierungsempfehlungen (siehe Ab-schnitt 4.2) zu beachten. Diese substanzeigene Langzeitwirkung ermoglicht die Einmal-am-Tag-Einnahme von Allopurinol.

Harnsaure kann in der Form von Mikrokristallen oder Kolloiden die Auskristallisation von Calci-umoxalat aus ubersattigten Losungen begunstigen (heterogene Keimbildung). Kristallisationshem-mer, die die Bildung von Calciumoxalatsteinen hemmen und uberwiegend aus sauren Mukopolysac-chariden bestehen, werden infolge ihrer Interferenz mit Harnsaure (schon in Konzentrationen von 3 mmol/l) blockiert. Die Senkung der Harnsaureausscheidung durch Allopurinol verhindert in diesen Fallen die Bildung von Calciumoxalatsteinen.

5.3. Praklinische Daten zur Sicherheit

Bei Langzeitanwendung von Allopurinol in Tierversuchen kam es bei hohen Dosierungen zur Ausfal-lung von Xanthin-Prazipitaten, die zu Veranderungen in den harnableitenden Organen fuhrten.

Die bisher durchgefuhrten in-vitro und in-vivo Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf ein mutagenes oder kanzerogenes Potential.

In Tierversuchen traten bei einer von drei untersuchten Tierarten (Maus) bei Dosen ab 50 mg/kg Korpergewicht am 10. Trachtigkeitstag teratogene Effekte auf.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1. Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat, Maisstarke, Povidon (K30), Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

6.2.    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3.    Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4.    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

6.5.    Art und Inhalt des Behaltnisses

Blisterpackungen mit 30, 50 und 100 Tabletten.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6.    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

acis Arzneimittel GmbH Lil-Dagover-Ring 7 82031 Grunwald

Telefon: 089 / 44 23 246 0 Telefax: 089 / 44 23 246 66 E-Mail: info@acis.de

8.    ZULASSUNGSNUMMER

49301.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

11.09.2000 / 11.11.2008

10.    STAND DER INFORMATION

Oktober 2013

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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Allopurinol acis 300 mg