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Allopurinol-ratiopharm comp. 100mg/20mg tabletten



Gebrauchsinformation Allopurinol-ratiopharm comp. 100mg/20mg tabletten

Wortlaut der fur die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information fur den Anwender

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten Wirkstoffe: Allopurinol, Benzbromaron

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.    Was ist Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg beachten?

3.    Wie ist Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. WAS IST Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg ist ein Arzneimittel zur Verminderung der Bildung von Harnsaure sowie zur Erhohung der Harnsaureausscheidung.

Das Urikostatikum Allopurinol reduziert die Bildung von Harnsaure und fuhrt dadurch zu einer Verminderung des Harnsaurespiegels im Blut und Urin.

Das Urikosurikum Benzbromaron fuhrt zu einer Erhohung der Harnsaureausscheidung und dadurch zu einer Verminderung des Harnsaurespiegels im Blut.

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg wird angewendet bei

-    allen Formen der Harnsaureerhohung (Hyperurikamie) mit Serum-Harnsaurewerten im Bereich von 8,5 mg/100 ml und daruber, sofern durch eine entsprechende Ernahrung nicht beherrschbar.

-    klinischen Komplikationen, die aus erhohten Serum-Harnsaurewerten resultieren (z. B. Gelenkentzundung, Nierenschadigungen wie Urat-Nephropathie, Urat-Nephrolithiasis und Nierenkolik) sowie manifester Gicht.

-    erhohten Serum-Harnsaurewerten (sekundare Hyperurikamie).

Die Anwendung von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg beim Gichtanfall ist nicht zweckmabig.

2. WAS MUSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg BEACHTEN?

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg darf nicht eingenommen werden

-    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Allopurinol, Benzbromaron oder einen der sonstigen Bestandteile von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg sind

-    bei einem akuten Gichtanfall

-    bei eingeschrankter Nierenfunktion

-    bei Neigung zur Nierensteinbildung

-    bei vorbestehenden Lebererkrankungen oder entsprechenden Symptomen

-    bei Kindern unter 14 Jahren

-    in der Schwangerschaft

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg ist erforderlich

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anwenden durfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen fruher einmal zutrafen.

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg sollte nicht angewendet werden bei Harnsaureerhohung als Folge von Erkrankungen des Blutes oder chronischem Nierenversagen (Niereninsuffizienz).

Bei Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg sofort abzusetzen.

Schwere Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse), die moglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol berichtet. Diese konnen sich anfanglich als rotliche, schiebscheibenartige oder kreisformige Flecken (oft mit Blaschen in der Mitte) am Korperstamm zeigen. Zusatzliche Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Geschwure) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerotete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese moglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeahnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer grobflachigen Blasenbildung oder Ablosung der Haut fuhren.

Das hochste Risiko fur das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten Behandlungswochen.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm mit, dass Sie Allopurinol einnehmen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg aufgetreten ist, durfen Sie nie wieder mit Allopurinol behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen konnen bei Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailandern abstammen, haufiger auftreten.

Bei Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg besteht die Moglichkeit schwerer Leberstorungen. Bei Auftreten von Ubelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwachegefuhl und Gelbsucht ist die Behandlung sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen!

Eine Bestimmung der Leberenzyme (einschlieblich der Transaminasen) ist durchzufuhren. Der Patient muss solange uberwacht werden, bis eine Normalisierung der Leberenzymwerte erreicht ist.

Die Leberenzyme (einschlieblich der Transaminasen) mussen vor Therapiebeginn neu und wahrend der gesamten Behandlungsdauer regelmabig kontrolliert werden.

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine hohe Harnsaureausscheidung mit dem Urin, so dass Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg anfangs in geringeren Arzneimengen eingenommen werden sollte (einschleichende Dosierung). Auch ist auf das Sauren-Basen-Verhaltnis im Harn zu achten (Urin-pH 6,5 bis 6,8). Befragen Sie hierzu bitte Ihren behandelnden Arzt.

Wahrend der Behandlung mit Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg mussen Sie ausreichend trinken, damit die im Harn vermehrt ausgeschiedene Harnsaure keine Harnsaurekristalle bilden kann (was z. B. Nierenkoliken auslosen konnte). Dies gilt insbesondere fur den Anfang der Behandlung. Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg darf nicht bei einem Gichtanfall eingenommen werden, da zu Beginn der Behandlung der Harnsaurespiegel im Blut ansteigen kann und sich die Krankheitsanzeichen dadurch verschlimmern konnen.

Eine besonders sorgfaltige Uberwachung durch den behandelnden Arzt ist erforderlich bei bekannten, vorbestehenden Blutbildungsstorungen. Das Blutbild sollte regelmabig kontrolliert werden.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder Chemotherapie von Tumoren sowie bei der angeborenen Enzymmangelkrankheit Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, ist zusatzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahrleistung einer ausreichenden Harnmenge zu achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung mit dem Urin beitragen.

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren vollstandigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch die Freisetzung von Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb ist wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige vorbeugende Schmerzmittel- oder Colchicingabe in Betracht zu ziehen.

Bei groben Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieben, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erubrigt sich unter einem Harnsaurewert von 8,5 mg/100 ml im Blut eine medikamentose Therapie, sofern Diatvorschriften eingehalten werden und keine Nierenschaden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere, Him, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) sollten vermieden werden.

Bei Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

-    Die Wirksamkeit von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg wird durch gleichzeitige Gabe von Sulfinpyrazon, Probenecid, Etacrynsaure und von Salicylaten herabgesetzt. Die Ausscheidung von Probenecid wird verlangsamt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist in jedem Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

-    Bei gleichzeitiger Verabreichung von Purin-Derivaten wie Azathioprin und Mercaptopurin muss deren Dosis um 50 bis 75 % der ublichen Dosis vermindert werden, da ihre Wirkung durch Allopurinol verlangert werden kann.

-    Blutgerinnungshemmende Mittel (Antikoagulantien) vom Cumarin-Typ konnen in ihrer Wirkung verstarkt werden. Bei Kombination dieser Stoffe mit Allopurinol-haltigen Arzneimitteln ist daher eine haufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und ggf. eine entsprechende Dosisverminderung des Cumarin-Derivates notwendig.

-    Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und blutzuckersenkenden Arzneimitteln, die Chlorpropamid enthalten, die Wirkung von Chlorpropamid verlangert werden. Daher ist die Dosis von Chlorpropamid zu verringern.

-    Das blutzuckersenkende Mittel Glimepirid kann durch Allopurinol in seiner Wirkung verstarkt werden, Hypoglykamien konnen auftreten.

-    Nach Einnahme von Allopurinol wurde von einer Hemmung der VerstoffWechselung Theophyllin-haltiger Arzneimittel, die z. B. zur Behandlung von Atemwegs- und Herzerkrankungen verordnet werden, berichtet. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhohung der Dosis von Allopurinol sollte deshalb die Theophyllin-Konzentration im Blut bestimmt werden.

-    Wird Allopurinol zusammen mit Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung bosartiger Geschwulsterkrankungen, z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) eingenommen, konnen Blutbildveranderungen haufiger auftreten als bei jeweiliger Einzelgabe dieser Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen durchzufuhren.

-    Die Verweildauer von Vidarabin-haltigen Arzneimitteln (Arzneimittel gegen Viruserkrankungen) im Korper kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

-    Die Konzentration von Ciclosporin (Arzneimittel zur Herabsetzung der korpereigenen Immunabwehr) im Blut kann unter Gabe von Allopurinol erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist daher zu berucksichtigen.

-    Die Verstoffwechselung von Phenytoin-haltigen Arzneimitteln, die z. B. zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsie) oder bei bestimmten schweren Herzerkrankungen verordnet werden, kann durch Allopurinol beeintrachtigt werden. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

-    Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht sein.

-    Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) auf die Antibiotika (Arzneimittel zur Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten) Ampicillin und Amoxicillin ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn moglich Patienten unter Behandlung mit Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg - andere Antibiotika erhalten.

-    Die gleichzeitige Verabreichung von potentiell hepatotoxischen Medikamenten (inklusive Tuberkulostatika) ist zu vermeiden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch fur vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten konnen. Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Allopurinol und Benzbromaron durfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen vorliegen und Tierversuche Hinweise auf Fehlbildungen ergeben haben.

Es ist nicht bekannt, ob Benzbromaron in die Muttermilch ubergeht. Allopurinol geht in die Muttermilch uber. Daher sollte abgestillt werden, wenn die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg erforderlich ist.

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg kann bei Ihnen, insbesondere bei Behandlungsbeginn, Praparatwechsel oder bei Alkoholgenuss, Schwindel, Benommenheit und Kopfschmerzen hervorrufen. Ihr Reaktionsvermogen kann beeintrachtigt werden und damit eine Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, zur Folge haben. Moglicherweise konnen Sie auf unerwartete und plotzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstuchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Bevor Sie die genannten Tatigkeiten ausfuhren, mussen Sie ausreichend sicher sein, dass Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Ihr Reaktionsvermogen nicht einschrankt.

3.    WIE 1ST Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis 1 Tablette taglich.

Art der Anwendung

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg sind Tabletten, die nach dem Fruhstuck oder Mittagessen unzerkaut mit reichlich Flussigkeit (z. B. ein Glas Wasser) eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg ist in der Regel uber einen langeren Zeitraum erforderlich.

Uber die Dauer der Behandlung entscheidet der behandelnde Arzt.

Bei Nierensteinleiden in der Vorgeschichte (Stein-Anamnese) sollten zu Beginn (10-14 Tage) die bei harnsaureausscheidungssteigernder (urikosurischer) Therapie ublichen VorsichtsmaBregeln beachtet werden: ausreichende Harnausscheidung (Diurese) und Alkalisierung des Harns.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groBere Menge Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg eingenommen haben als Sie sollten

Es sind keine Vergiftungserscheinungen bekannt. Bei Einnahme sehr hoher Arzneimengen konnen arztliche MaBnahmen zur Verhinderung der weiteren Aufnahme in den Korper und zur beschleunigten Ausscheidung angezeigt sein.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern fuhren Sie die Einnahme wie vorgesehen fort. Beachten Sie bitte, dass Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmaBig eingenommen wird.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg abbrechen

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche GegenmaBnahmen es hierfur gibt und ob andere Arzneimittel fur die Behandlung in Frage kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4.    WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr haufig

mehr als 1 Behandelter von 10

haufig

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nichtbekannt

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Zu Beginn einer Behandlung mit Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg besteht neben der Gefahr eines Gichtanfalles, der mit der Auflosung von Harnsaureablagerungen zusammenhangt, die Moglichkeit, dass als Folge der erhohten Harnsaure-Ausscheidung in der Niere und in den ableitenden Harnwegen Harnsaurekristalle bzw. Harnsauresteine gebildet werden. Achten Sie daher auf eine ausreichende Trinkmenge.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder Leberschadigung oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt:

Selten

-    Fieber und Schuttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeahnlich) und allgemeines Unwohlsein

-    Veranderungen an der Haut, z.B. offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase, Genitalien oder rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), grobflachige Blasenbildung oder Ablosungen der Haut

-    schwere Uberempfindlichkeitsreaktionen einschlieblich Fieber, Hautrotungen, allgemeine Schmerzen, Unregelmabigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese konnen Anzeichen einer Multiorgan-Uberempfindlichkeitsreaktion sein).

-    Gefabentzundung (Vaskulitis) mit Hautveranderungen und Nieren- und Leberbeteiligung. Eine Vaskulitis wird fast nur beobachtet, wenn bei Niereninsuffizienz die Dosis nicht reduziert wird.

Sehr selten

-    schwere und moglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitsreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe 2. unter „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg ist erforderlich“)

-    anaphylaktischer Schock.

Andere mogliche Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich:    Thrombozyten-Mangel*1, Granulozyten-Mangel*1, Blutbildungsstorungen*1

Sehr selten:    angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom*2, erhohte oder erniedrigte Anzahl der

Leukozyten, erhohte oder erniedrigte Anzahl der Granulozyten, Knochenmarkschadigungen

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr selten:    Depressionen

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich:    Benommenheit, Kopfschmerz, Schwindel

Sehr selten:    periphere Nervenentzundung, Neuropathie, Geschmacksstorung,

Gleichgewichtsstorung, Schlafrigkeit, Empfindungsstorungen, Bewusstlosigkeit, Muskellahmung, Krampfanfalle

Augenerkrankungen:

Sehr selten:    Konjunktivitis, Sehstorung, Makula-Degeneration, Trubung der Augenlinse (Katarakt)

Herzerkrankungen:

Sehr selten:    Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Angina pectoris

Gefafierkrankungen:

Sehr selten:    Bluthochdruck (Hypertonie)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Sehr selten:    Halsentzundungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Haufig:    Ubelkeit, Brechreiz, Vollegefuhl, Durchfall

Sehr selten:    Erbrechen von Blut, vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl, Entzundung der

Mundschleimhaut

Leber- und Gallenerkrankungen:

Gelegentlich:    Gallenstauung (Cholestase)

Sehr selten:    Erhohung der Transaminasen, erhohte alkalische Phosphatase, Entzundung der

Gallengange

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Haufig:    Nesselsucht (Urtikaria), Hautrotungen, Hautjucken

Sehr selten:    Haarausfall, Verfarbung der Haare, Quincke-Odeme, allergisch bedingte

Hautausschlage

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Sehr selten:    Muskelschmerz

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Selten:    allergisch bedingte Nierenentzundung (interstitielle Nephritis)

Sehr selten:    Harnstein (Harnsaure-, Xanthinsteine), Harndrang, Uramie, Blut im Urin, akutes

Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse:

Sehr selten:    Impotenz, nachtlicher Samenerguss, Unfruchtbarkeit, VergroBerung der mannlichen

Brustdruse (Gynakomastie)

Allgemeine Erkrankungen:

Haufig:    Mudigkeit

Sehr selten:    allgemeine Kraftlosigkeit, allgemeines Unwohlsein,    Odeme

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen:

Sehr selten:    erhohte Lipide im Blut (Hyperlipidamie)

Infektionen undparasitare Erkrankungen:

Sehr selten:    Furunkel

Endokrine Erkrankungen:

Sehr selten:    Diabetes mellitus

1 insbesondere bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstorung.

*2 nach Absetzen reversibel

Selten wurde uber Leberfunktionsstorungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwerte bis hin zu Leberentzundung (einschlieBlich Untergang von Lebergewebe und granulomatose Hepatitis) reichten, berichtet.

Es wurden einzelne Falle von zytolytischer Hepatitis (Leberentzundung) beobachtet, die z. T. einen fulminanten Verlauf nahmen.

Gegen maBnahmcn

Bei lcichtcrcn Bcschwcrdcn sprcchcn Sic mit Ihrcm bchandclndcn Arzt. Bci starkcrcn Bcschwcrdcn untcrbrcchcn Sic die Anwcndung von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg und wcndcn sich an den nachstcn crrcichbarcn Arzt (sichc 2 untcr „Besondere Vorsicht bci dcr Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg ist erforderlich“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wcnn Sic Nebenwirkungen bemerken, wcndcn Sic sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dicscr Packungsbcilagc angcgcbcn sind. Sic konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundcsinstitut fur Arzneimittel und Mcdizinproduktc, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzcigcn. Indem Sic Nebenwirkungen melden, konnen Sic dazu bcitragcn, dass mehr Informationen uber die Sichcrhcit dieses Arzneimittels zur Vcrfugung gcstcllt wcrdcn.

5.    WIE IST Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbcwahrcn.

Sic durfcn das Arzneimittel nach dem auf dem Blistcrstrcifcn und dcr Faltschachtcl angcgcbcncn Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Vcrfalldatum bczicht sich auf den letzten Tag dcs Monats.

Nicht uber 30 °C lagcrn.

6.    WEITERE INFORMATIONEN

Was Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg enthalt Dic Wirkstoffc sind Allopurinol und Bcnzbromaron.

Jede Tablette enthalt 100 mg Allopurinol und 20 mg Bcnzbromaron.

Die sonstigcn Bestandteile sind:

Maisstarkc; Mikrokristalline Cellulose; Poly(O-carboxymcthyl)starkc, Natriumsalz; Hochdispcrscs Siliciumdioxid; Talkum; Gelatine; Natriumdodecylsulfat; Magncsiumstcarat (Ph.Eur.).

Wie Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg aussieht und. Inhalt der Packung WciBc, rundc, gcwolbtc Tablette mit Bruchkerbe.

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg ist in Packungcn mit 30 und 100 Tabletten erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer ratiopharm GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

Hersteller Mcrcklc GmbH Ludwig-Merckle-Str. 3 89143 Blaubcurcn

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im

Oktobcr 2013

Vcrsionscodc: Z07

8

Allopurinol-ratiopharm comp. 100mg/20mg Tabletten

Fachinformation Allopurinol-ratiopharm comp. 100mg/20mg tabletten

Wortlaut der fur die Fachinformation vorgesehenen Angaben

F achinformation

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthalt 100 mg Allopurinol und 20 mg Benzbromaron.

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSFORM

Tablette

WeiBe, runde, bikonvexe Tablette mit Bruchkerbe.

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

•    Alle Formen von Hyperurikamie mit Serumwerten im Bereich von 8,5 mg/100 ml und daruber, wenn nicht diatetisch beherrschbar

•    Klinische Komplikationen hyperurikamischer Zustande, insbesondere manifeste Gicht

•    Sekundare Hyperurikamie

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Taglich 1 Tablette einnehmen.

Bei Nierensteinleiden in der Vorgeschichte (Stein-Anamnese) sollten zu Beginn (10-14 Tage) die bei harnsaureausscheidungssteigernder (urikosurischer) Therapie ublichen VorsichtsmaBregeln beachtet werden: ausreichende Harnausscheidung (Diurese) und Alkalisierung des Harns.

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten sollen nach dem Fruhstuck oder Mittagessen unzerkaut mit reichlich Flussigkeit eingenommen werden.

Das Arzneimittel ist zur zeitlich unbegrenzten Anwendung bestimmt.

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten ist kontraindiziert bei Kindern unter 14 Jahren (siehe Abschnitt 4.3).

4.3    Gegenanzeigen

•    Ůberempfindlichkeit gegen Allopurinol, Benzbromaron oder einen der sonstigen Bestandteile

•    akuter Gichtanfall

•    eingeschrankte Nierenfunktion

•    Nierensteindiathese

•    Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

•    Kinder unter 14 Jahren

•    Patienten mit vorbestehenden Lebererkrankungen oder entsprechenden Symptomen

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten sollte nicht angewendet werden bei sekundarer Hyperurikamie als Folge von hamatologischen Erkrankungen oder Niereninsuffizienz.

Beim Auftreten von Ůberempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten sofort abzusetzen.

Ůberempfindlichkeitssyndrom (DRESS)*, SJS** und TEN***

Ůberempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol konnen sich auf verschiedene Weise auBern, einschlieBlich makulopapulosem Hautausschlag, Hypersensitivitatssyndrom, auch DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) sowie lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)). Die Patienten sollten uber die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezuglich des Auftretens von Hautreaktionen uberwacht werden. Das Risiko fur das Auftreten von Ůberempfindlichkeitsreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am hochsten. Wenn Anzeichen oder Symptome fur ein SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautlasionen), muss die Therapie mit Allopurinol sofort beendet werden.

Der Verlauf der Ůberempfindlichkeitsreaktionen wird maBgeblich von der fruhzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdachtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. fruhzeitiges Absetzen verbessert die Prognose. Nach Auftreten eines DRESS, eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol darf keine erneute Behandlung mit Allopurinol erfolgen. Kortikosteroide konnen hilfreich bei der Behandlung von Ůberempfindlichkeitsreaktionen der Haut sein.

*DRESS: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen **SJS: Stevens-Johnson-Syndrom ***TEN: Toxisch Epidermale Nekrolyse

HLA-B*5801-Allele

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-assoziiertes Hypersensitivitatssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Haufigkeit des Vorkommens des Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen verschiedenen ethnischen Bevolkerungsgruppen: bis zu 20 % in der Population der Han-Chinesen, etwa 12 % in der Population der Koreaner und 1 bis 2 % der Individuen japanischer oder europaischer Abstammung. Die Genotypisierung als systematisches Testverfahren (Screening) vor einer Allopurinol-Behandlung ist nicht etabliert. Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Trager eines HLA-B*5801 Allels ist, sollte Allopurinol nur angewendet werden, wenn keine therapeutischen Alternativen zur Verfugung stehen und der Nutzen die Risiken ubersteigt. Es ist dann eine besondere Ůberwachung des Patienten hinsichtlich der Ausbildung eines Hypersensitivitatssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient ist daruber zu informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen sofort abzubrechen.

Vor Verabreichung von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten ist der Patient auf die Moglichkeit schwerer Leberstorungen hinzuweisen. Des Weiteren muss der Patient daruber informiert werden, dass bei Auftreten von Symptomen wie Ubelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Asthenie oder Ikterus die Behandlung sofort abzubrechen und eine Bestimmung der Transaminasenaktivitat durchzufuhren ist. Der Patient muss solange uberwacht werden, bis eine Normalisierung der Leberenzymwerte erreicht ist.

Die Leberenzyme (einschlieblich der Transaminasen) mussen vor Therapiebeginn neu und wahrend der gesamten Behandlungsdauer regelmabig kontrolliert werden.

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine hohe Harnsaureausscheidung mit dem Urin, so dass Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten anfangs in geringeren Arzneimengen eingenommen werden sollte (einschleichende Dosierung). Auch ist auf das Sauren-Basen-Verhaltnis im Harn zu achten (Urin-pH 6,5-6,8).

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich bei vorbestehenden Blutbildungsstorungen.

Bei Blutbildungsstorungen in der Anamnese ist eine regelmabige Kontrolle des Blutbildes erforderlich. Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z. B. mit ACE-Hemmern oder Diuretika behandelt werden, sollte die Verabreichung von Allopurinol mit Vorsicht erfolgen, da bei dieser Patientengruppe eine Beeintrachtigung der Nierenfunktion vorliegen kann.

Bei Behandlung der Gichtniere und der Harnsauresteine soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen.

Fur Allopurinol wurden nach chronischer Einnahme von taglich 200-400 mg, bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in Hautreaktionen, Fieber, Hepatitis, Eosinophilie und Verschlechterung der Nierenfunktion bestehen.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder Chemotherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, ist zusatzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahrleistung einer ausreichenden Diurese zu achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Urat/Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung dieser Substanzen mit dem Urin beitragen.

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren vollstandigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch Mobilisierung groberer Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb ist wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder Colchicingabe in Betracht zu ziehen.

Bei groben Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieben, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erubrigt sich unter einem Harnsaurewert von 8,5 mg/100 ml im Blut eine medikamentose Therapie, sofern Diatvorschiften eingehalten werden und keine Nierenschaden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) sollten vermieden werden.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine vermehrte Ausscheidung von Harnsaure bewirken, wie Sulfinpyrazon, Probenecid, Etacrynsaure und Salicylaten beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol-ratiopharm® comp.

100 mg/20 mg Tabletten herabgesetzt. Die Ausscheidung von Probenecid wird verlangsamt.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Purin-Derivaten wie Azathioprin oder Mercaptopurin muss deren Dosis um 50-75 % der ublichen Dosis vermindert werden, da der Abbau dieser Stoffe durch Allopurinol verzogert und somit ihre Wirkung verlangert wird.

Blutgerinnungshemmende Mittel (Antikoagulantien) vom Cumarin-Typ konnen in ihrer Wirkung verstarkt werden. Bei Kombination dieser Stoffe mit Allopurinol-haltigen Arzneimitteln ist daher eine haufigere Kontrolle der Blutgerinnung (Quick-Wert) erforderlich und ggf. eine entsprechende Dosisverminderung des Cumarin-Derivates notwendig.

Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann die Wirkung des blutzuckersenkenden Mittels Chlorpropamid verlangert werden, was eine Dosisverminderung erforderlich macht.

Das blutzuckersenkende Mittel Glimepirid kann durch Allopurinol in seiner Wirkung verstarkt werden, Hypoglykamien konnen auftreten.

Bei hoher Dosierung Allopurinol-haltiger Arzneimittel kann der Theophyllin-Metabolismus gehemmt werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhohung der Allopurinol-Dosis sollten deshalb die Theophyllin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveranderungen haufiger auf als bei Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen durchzufuhren.

Die Plasmahalbwertszeit von Vidarabin kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Die Plasmakonzentration von Ciclosporin kann unter Allopurinol-Gabe erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu berucksichtigen.

Allopurinol kann die Metabolisierung von Phenytoin in der Leber beeintrachtigen; ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht sein.

Es ist haufiger mit allergischen Reaktionen (Hautausschlagen) auf die Arzneistoffe Ampicillin und Amoxicillin zu rechnen. Deshalb sollten - wenn moglich - Patienten andere Antibiotika erhalten.

Die gleichzeitige Verabreichung von potentiell hepatotoxischen Medikamenten (inklusive Tuberkulostatika) ist zu vermeiden.

4.6    Schwangerschaft und Stillzeit

Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Benzbromaron darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen und Tierversuche Hinweise auf Fehlbildungen ergeben haben (siehe Abschnitt 5.3).

Auch fur die Verwendung von Allopurinol bei Schwangeren liegen keine hinreichenden Daten vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe 5.3). Da Allopurinol in den Purinstoffwechsel eingreift und das potentielle Risiko fur den Menschen unbekannt ist, sollte Allopurinol nicht wahrend der Schwangerschaft verwendet werden.

Es ist nicht bekannt, ob Benzbromaron in die Muttermilch ubergeht. Allopurinol geht in die Muttermilch uber. Daher sollte abgestillt werden, wenn die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm® comp. 100 mg/20 mg Tabletten erforderlich ist.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Tritt Schwindel oder Benommenheit als unerwunschte Wirkung auf, kann in seltenen Fallen eine Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, die Folge sein.

4.8    Nebenwirkungen

sehr haufig

> 1/10

haufig

> 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

> 1/1.000 bis < 1/100

selten

> 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nichtbekannt

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Zu Beginn der Behandlung kann die Harnsaureausscheidung so erhoht sein, dass es sowohl zu einem Gichtanfall wie auch zur Bildung von Harnsaurekristallen bzw. Harnsauresteinen in der Niere und in den ableitenden Harnwegen kommen kann.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder Leberinsuffizienz oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich:    Thrombozytopenie*1, Agranulozytose*1, aplastische Anamie*1

Sehr selten:    angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom*2, Leukozytose, Leukopenie,

Granulozytopenie, Knochenmarksschadigung, Granulozytose

Erkrankungen des Immunsystems:

Eine verzogerte Uberempfindlichkeitsreaktion mit Multiorgan-Beteiligung (bekannt als Hypersensitivitatssyndrom; DRESS) mit Fieber, Hautausschlag, Vaskulitis, Lymphadenopathie, Pseudolymphom, Arthralgie, Leukopenie, Eosinophilie, MilzvergroBerung, abweichenden Leberfunktionswerten und cholestatischer Hepatopathie mit Schwund der Gallengange (vanishing bile duct syndrome) kann in verschiedenen Auspragungen vorkommen. Andere Organe konnen ebenfalls betroffen sein (Lunge, Bauchspeicheldruse, Myokard und Darm). Wenn solche Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss Allopurinol sofort und dauerhaft abgesetzt werden.

Wenn generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, waren gewohnlich Vorerkrankungen der Niere oder Leber vorhanden, insbesondere bei todlichem Ausgang.

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr selten:    Depression

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich:    Benommenheit, Kopfschmerz, Schwindel

Sehr selten:    periphere Neuritis, Neuropathie, Geschmacksstorung, Ataxie, Somnolenz,

Koma, Parasthesie, Krampfanfalle, Muskellahmung

Augenerkrankungen:

Sehr selten:    Konjunktivitis, Sehstorung, Makula-Degeneration,    Katarakt

Herzerkrankungen:

Sehr selten:    Bradykardie, Angina pectoris

Gefafierkrankungen:

Sehr selten:    Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Sehr selten:    Halsentzundung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Haufig:    Ubelkeit, Brechreiz, Vollegefuhl, Diarrhoe

Sehr selten:    Hamatemesis, Steatorrhoe, Stomatitis

Leber- und Gallenerkrankungen:

Gelegentlich:    Cholestase

Sehr selten:    Erhohung der Transaminasen, erhohte alkalische Phosphatase, akute

Cholangitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Haufig:    Urtikaria, Erythem, Pruritus

Sehr selten:    Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch    epidermale Nekrolyse (TEN)

(siehe Abschnitt 4.4),

Alopezie, Verfarbung der Haare, Quincke-Odeme, allergisch bedingte Exantheme

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Sehr selten:    Muskelschmerz

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Selten:    allergisch bedingte interstitielle Nephritis

Sehr selten:    Harnstein (Harnsaure-, Xanthinsteine), Harndrang, Uramie, Hamaturie, akutes

Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse:

Sehr selten:    Impotenz, nachtlicher Samenerguss, Infertilitat, Gynakomastie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Haufig:    Mudigkeit

Sehr selten:    Asthenie, allgemeines Unwohlsein, Odeme

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen:

Infektionen undparasitare Erkrankungen:

Sehr selten:    Furunkel

Endokrine Erkrankungen:

Sehr selten:    Diabetes mellitus

1 insbesondere bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstorung, besonders sorgfaltige Uberwachung der Patientengruppe erforderlich.

*2 nach Absetzen reversibel

Selten wurde uber Leberfunktionsstorungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis (einschlieblich Lebernekrose und granulomatose Hepatitis) reichten, berichtet.

Es wurden einzelne Falle von zytolytischer Hepatitis beobachtet, die z. T. einen fulminanten Verlauf nahmen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Beim Verdacht des Vergiftungsfalles sind absorptionsmindernde bzw. eliminationsbeschleunigende Mabnahmen (Hamodialyse) angezeigt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel ATC-Code: M04AA51

Allopurinol ist ein Struktur-Analoges von Hypoxanthin. Seine urikostatische Wirkung beruht uberwiegend auf der Hemmung der Xanthinoxidase, die beim Abbau der Purinbasen die Reaktionsschritte: Oxidation von Hypoxanthin zu Xanthin und von Xanthin zu Harnsaure vollzieht. Benzbromaron wirkt urikosurisch durch eine Hemmung der Reabsorption von Harnsaure im proximalen Tubulus. Die bei entsprechender Behandlungsdauer durch den urikosurischen Effekt bewirkte Senkung der Serum-Urat-Konzentration fuhrt beim Gichtpatienten zu einer Mobilisierung von Urat-Depots im Gewebe. Um eine Kristallisation bzw. Ablagerung der vermehrt uber die Niere ausgeschiedenen Harnsaure zu vermeiden, ist eine reichliche Flussigkeitszufuhr sowie zu Beginn der Behandlung eine Verbesserung der Loslichkeit der Harnsaure durch Neutralisation des Harns unerlasslich.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Allopurinol wird nach oraler Gabe rasch und vollstandig absorbiert. Eine gastrale Absorption erfolgt nicht, die gunstigsten Absorptionsbedingungen liegen im Duodenum und im oberen Jejunum vor. Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der therapeutisch ublichen Dosis von 300 mg in Abhangigkeit vom AusmaB und der Geschwindigkeit der individuellen First-pass-Umwandlung in Oxipurinol zwischen 1,0 pg/ml und 2,6 pg/ml, durchschnittlich 1,8 pg/ml. Die korrespondierenden Oxipurinol-Werte liegen zwischen 5 pg/ml und 11 pg/ml, durchschnittlich bei 8,4 pg/ml. Die absolute Bioverfugbarkeit von Allopurinol betragt ca. 90 %. Allopurinol und Oxipurinol weisen keine ausgepragte Bindungsaffinitat fur Plasmaproteine auf. Wahrend Allopurinol mit ca. 40 min. eine kurze Plasmaeliminationshalbwertszeit aufweist, wurden fur seinen aktiven Hauptmetaboliten Oxipurinol als mittlere Werte 17-21 Stunden nachgewiesen, bei etwa einem Drittel der Patienten ist mit Werten zwischen 9 und 16 Stunden zu rechnen. Nierenfunktionseinschrankungen fuhren zu einer Verlangerung der Oxipurinol-Eliminationshalbwertszeit.

Benzbromaron wird je nach PartikelgroBe (Mikronisierung) zu etwa 50-60 % aus dem Darm absorbiert. Ursprunglich wurde angenommen, dass die Verstoffwechselung durch hepatische Dehalogenierung zu den debromierten Metaboliten Bromobenzaron und Benzaron erfolgt. Nach neueren Untersuchungen wird Benzbromaron (Eliminationshalbwertszeit 3 Std.) jedoch vorwiegend uber eine Hydroxylierung zu den beiden Hauptmetaboliten 6-Hydroxy-Benzbromaron (Eliminationshalbwertszeit 17 Std.) und 1-Hydroxy-Benzbromaron (Eliminationshalbwertszeit 20 Std.) umgewandelt und die Dehalogenierung ist nur von untergeordneter Bedeutung. Benzbromaron selbst wird fast vollstandig an PlasmaeiweiBe gebunden.

Der urikosurische Effekt tritt am starksten nach etwa 8-12 Std. auf, wobei sowohl Benzbromaron als auch die beiden Hauptmetaboliten urikosurisch wirksam sind. Die Elimination von Ursprungssubstanz und Metaboliten erfolgt vorwiegend biliar uber den Gastrointestinaltrakt, etwa 5 % der verabreichten Dosis werden im Urin ausgeschieden.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizitat:

Untersuchungen zur chronischen Toxizitat von Benzbromaron an Ratten zeigten bei hohen Dosierungen reversible LebervergroBerungen und Enzymveranderungen. In Untersuchungen am Hund zeigten sich keine toxischen Effekte.

Bei Langzeitanwendung von Allopurinol in Tierversuchen kam es bei hohen Dosierungen zur Ausfallung von Xanthin-Prazipitaten, die zu Veranderungen in den harnableitenden Organen fuhrten.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential:

Die bisher durchgefuhrten In-vitro- und In-vivo-Mutagenitatsprufungen mit Allopurinol erbrachten keine Hinweise auf ein mutagenes oder kanzerogenes Potential.

Benzbromaron wurde nur unzureichend bezuglich mutagener Wirkungen untersucht. Bisherige Untersuchungen verliefen negativ. In Langzeituntersuchungen an Ratten zeigte sich bei hoher Dosierung eine leicht erhohte Inzidenz von Lebertumoren, die auf Peroxisomenproliferation zuruckzufuhren sind. Diese Veranderungen sind spezifisch fur kleine Nager. Eine Relevanz fur die therapeutische Anwendung beim Menschen ergibt sich daraus nicht.

Reproduktionstoxizitat:

In Tierversuchen mit Allopurinol traten bei einer von drei untersuchten Tierarten (Maus) bei Dosen ab 50 mg/kg Korpergewicht am 10. Trachtigkeitstag teratogene Effekte auf. Benzbromaron ist im Tierversuch nur unzureichend auf reproduktionstoxische Wirkungen gepruft worden. Bei der Ratte erzeugt Benzbromaron, in Dosierungen oberhalb von 30 mg/kg/Tag wahrend der Organogenese, Fehlbildungen der Extremitaten und Lippenspalten. Bei der Maus wirkten Dosen von 30 mg/kg/Tag embryoletal.

Es ist nicht bekannt, ob Benzbromaron in die Muttermilch ubergeht.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Maisstarke; Mikrokristalline Cellulose; Poly(O-carboxymethyl)starke, Natriumsalz; Hochdisperses Siliciumdioxid; Talkum; Gelatine; Natriumdodecylsulfat; Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend

6.3    Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 30 °C lagern.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

PV C/Alu-Blisterpackung

Packung mit 30 Tabletten Packung mit 100 Tabletten

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

8.    ZULASSUNGSNUMMER(N)

2890.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Dezember 1982 Datum der Verlangerung der Zulassung: 15. Dezember 2009

10.    STAND DER INFORMATION

Oktober 2013

11.


VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

10

Allopurinol-ratiopharm comp. 100mg/20mg Tabletten