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Alpha-lipon aristo 600 mg konzentrat zur herstellung einer infusionslösung



Gebrauchsinformation Alpha-lipon aristo 600 mg konzentrat zur herstellung einer infusionslösung

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender Alpha-Lipon Aristo® 600 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Thioctsaure [als Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1)]

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers an.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benotigen.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

•    Wenn Sie sich nicht besser oder gar schlechter fuhlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Alpha-Lipon Aristo® 600 mg und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg beachten?

3.    Wie ist Alpha-Lipon Aristo® 600 mg anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Alpha-Lipon Aristo® 600 mg aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Alpha-Lipon Aristo® 600 mg und wofur wird es angewendet?

Thioctsaure, der Wirkstoff in Alpha-Lipon Aristo® 600 mg, ist eine bei hoheren Lebewesen im kor-pereigenen Stoffwechsel gebildete Substanz, die bestimmte Stoffwechselleistungen des Korpers beein-flusst. Daruber hinaus besitzt Thioctsaure die Nervenzelle vor reaktiven Abbauprodukten schutzende (antioxidative) Eigenschaften.

Alpha-Lipon Aristo® 600 mg wird angewendet zur Therapie von Missempfindungen bei diabetischer Nervenschadigung (Polyneuropathie).

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg beachten? Alpha-Lipon Aristo® 600 mg darf nicht angewendet werden,

- wenn Sie allergisch gegen Thioctsaure oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestand-teile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Alpha-Lipon Aristo® 600 mg anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist erforderlich

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg als Injektions- oder Infusionslosung wurden allergische Reaktionen (Uberempfindlichkeitsreaktionen) bis hin zum lebensbe-drohlichen Schock (plotzliches Kreislaufversagen) beobachtet (siehe Abschnitt 4. Nebenwirkungen). Deswegen wird Ihr behandelnder Arzt Sie wahrend der Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg auf das Auftreten von Fruhsymptomen (z. B. Juckreiz, Ubelkeit, Unwohlsein, etc.) uberwachen. Falls diese auftreten, ist die Therapie sofort zu beenden; ggf. sind weitere TherapiemaBnahmen erforderlich.

Spezielle Warnhinweise

Thioctsaure geht mit Zuckermolekulen (z. B. Lavuloselosung) schwerlosliche Komplexverbindungen ein. Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist inkompatibel mit Glukoselosung, Ringer-Losung sowie mit Lo-sungen, von denen bekannt ist, dass sie mit SH-Gruppen bzw. Disulfidbrucken reagieren.

Als Tragerlosung fur eine Infusionsanwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist ausschlieBlich physiologische Kochsalzlosung zu verwenden.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sind von der Behandlung mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg auszunehmen, da keine ausreichenden Erfahrungen fur diese Altersgruppe vorliegen.

Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurz-lich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch fur vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten konnen.

Es ist nicht auszuschlieBen, dass die gleichzeitige Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg zum Wirkungsverlust von Cisplatin (einem Krebsmittel) fuhrt.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Mitteln gegen Zuckerkrankheit (Insulin bzw. andere Mittel ge-gen Zuckerkrankheit, die eingenommen werden) kann verstarkt werden. Daher ist insbesondere zu Beginn der Therapie mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg eine engmaschige Blutzuckerkontrolle ange-zeigt. In Einzelfallen kann es zur Vermeidung von Unterzuckerungserscheinungen erforderlich werden, die Insulindosis bzw. die Dosis des Mittels gegen Zuckerkrankheit gemaB den Anweisungen des behandelnden Arztes zu reduzieren.

Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg zusammen mit Alkohol

Der regelmaBige Genuss von Alkohol stellt einen bedeutenden Risikofaktor fur die Entstehung und das Fortschreiten von Krankheiten, die mit Schadigungen der Nerven einhergehen, dar und kann dadurch auch den Erfolg einer Behandlung mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg beeintrachtigen. Daher wird Patienten mit diabetischer Nervenschadigung (Polyneuropathie) grundsatzlich empfohlen, den Genuss von Alkohol weitestgehend zu vermeiden. Dies gilt auch fur therapiefreie Intervalle.

Schwangerschaft, Stillzeit, Zeugungs-und Gebarfahigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Es entspricht den allgemeinen Grundsatzen der Pharmakotherapie, wahrend der Schwangerschaft und Stillzeit Arzneimittel nur nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung anzuwenden.

Schwangere und Stillende sollten sich einer Behandlung mit Thioctsaure nur nach sorgfaltiger Emp-fehlung und Uberwachung durch den Arzt unterziehen, da bisher keine Erfahrungen mit dieser Patien-tengruppe vorliegen. Spezielle Untersuchungen an Tieren haben keine Anhaltspunkte fur Fertilitatssto-rungen oder fruchtschadigende Wirkungen ergeben.

Uber einen moglichen Ubertritt von Thioctsaure in die Muttermilch ist nichts bekannt.

3. Wie ist Alpha-Lipon Aristo® 600 mg anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ih-rem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art der Anwendung

Intravenose Anwendung

Die Injektionslosung wird uber einen Zeitraum von 2 - 4 Wochen in der Anfangsphase der Behand-lung angewendet. Alpha-Lipon Aristo® 600 mg wird nach Verdunnen mit physiologischer Kochsalz-losung als Venentropf angewendet.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis:

Bei stark ausgepragten Missempfindungen einer diabetischen Polyneuropathie betragt die tagliche Dosierung eine Ampulle Alpha-Lipon Aristo® 600 mg in 250 ml isotonischer Natriumchloridlosung (entsprechend 600 mg Thioctsaure).

Wie und wann wird Alpha-Lipon Aristo® 600 mg angewendet?

Alpha-Lipon Aristo® 600 mg wird mit physiologischer Kochsalzlosung gemischt und als kurzdauern-der Venentropf (Kurzinfusion) angewendet (uber mindestens 30 Minuten).

Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirkstoffs soll die Kurzinfusion erst kurz vor der Anwendung zubereitet werden. Die Infusionslosung ist mit Alufolie bzw. mit Lichtschutzbeutel gegen Licht zu schutzen. Die lichtgeschutzte Infusionslosung ist ca. 6 Stunden haltbar.

Um die Behandlung weiterzufuhren, sollten 300 bis 600 mg Thioctsaure taglich in Kapsel-, Tabletten-oder uberzogene Tablettenform eingenommen werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groBere Menge Alpha-Lipon Aristo® 600 mg angewendet haben als Sie sollten

Bei Uberdosierung konnen Ubelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten.

In Einzelfallen wurden bei Einnahme von mehr als 10 g Thioctsaure, insbesondere bei gleichzeitigem starkem Alkoholkonsum, schwere, z.T. lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen beobachtet (wie z. B. generalisierte Krampfanfalle, Entgleisung des Saure-Base-Haushalts mit Laktatazidose, schwere Storungen der Blutgerinnung).

Deshalb ist bei Verdacht auf eine erhebliche Uberdosierung mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg eine unverzugliche Klinikeinweisung und die Einleitung von MaBnahmen nach den allgemeinen Behand-lungsgrundsatzen von Vergiftungsfallen erforderlich.

Wenn Sie die Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apo-theker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Mogliche Nebenwirkungen

Haufige Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Behandelten):

Nach rascher intravenoser Injektion Kopfdruck und Atembeklemmung, die spontan abklingen.

Sehr seltene Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10.000 Behandelten):

Reaktionen an der Injektionsstelle

Veranderung bzw. Storung des Geschmacksempfindens, Krampfanfalle sowie Doppeltsehen Hautblutungen (Purpura), Storungen der Blutplattchenfunktion und damit der Blutgerinnung (Throm-bopathien)

Aufgrund einer verbesserten Glukoseverwertung kann der Blutzuckerspiegel absinken. Dabei wurden Beschwerden wie bei einer Unterzuckerung mit Schwindel, Schwitzen, Kopfschmerzen und Sehsto-rungen beschrieben.

Einzelfalle von Unterzuckerung sind infolge eines durch Thioctsaure induzierten Insulinautoimmun-syndroms bekannt geworden.

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria), Ekzem und Juckreiz sowie auch Uberempfindlichkeitsreaktionen des ganzen Korpers bis hin zum Schock konnen auftreten.

GegenmaBnahmen

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, soll Alpha-Lipon Aristo® 600 mg nicht nochmals angewendet werden. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er uber den Schwere-grad und gegebenenfalls erforderliche weitere MaBnahmen entscheiden kann.

Bei den ersten Anzeichen einer Uberempfindlichkeitsreaktion ist das Arzneimittel abzusetzen und sofort Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Alpha-Lipon Aristo® 600 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen das Arzneimittel nach dem auf Faltschachtel und Ampulle nach „Verwendbar bis“ angege-benen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Die Ampulle ist im Umkarton aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen. Nicht uber +25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Zubereitung:

Die chemische und physikalische Stabilitat der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde fur 6 Stunden bei 25°C und unter Lichtschutz nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender fur die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

Bei weiteren Fragen zur Haltbarkeit von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker oder an den pharmazeutischen Unternehmer.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Alpha-Lipon Aristo® 600 mg enthalt

Der Wirkstoff ist: Thioctsaure [als Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1)]

24 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung enthalten 600 mg Thioctsaure [als Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1)].

Die sonstigen Bestandteile sind: Wasser fur Injektionszwecke, Stickstoff und Argon.

Wie Alpha-Lipon Aristo® 600 mg aussieht und Inhalt der Packung

Alpha-Lipon Aristo® 600 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung ist eine grunlich-gelb gefarbte Losung in braunen Glasampullen.

Originalpackung mit 5 Ampullen á 24 ml Bundelpackung mit 2 x 5 Ampullen á 24 ml Originalpackung mit 10 Ampullen á 24 ml Originalpackung mit 20 Ampullen á 24 ml

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Aristo Pharma GmbH Wallenroder StraBe 8-10 13435 Berlin Tel.: +49 30 71094-4200 Fax: +49 30 71094-4250

Mitvertrieb

esparma GmbH Seepark 7 39116 Magdeburg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im September 2014.

Alpha-Lipon Aristo 600 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Fachinformation Alpha-lipon aristo 600 mg konzentrat zur herstellung einer infusionslösung

FACHINFORMATION

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Alpha-Lipon Aristo® 600 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge: Thioctsaure [als Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1)]

24 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung enthalten 600 mg Thioctsaure [als Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1)].

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslosung

Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist eine grunlich-gelb gefarbte Losung in braunen Glasampullen.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Missempfindungen bei diabetischer Polyneuropathie.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Bei stark ausgepragten Missempfindungen einer diabetischen Polyneuropathie wird bei Erwachsenen die intravenose Applikation in einer Dosierung von 24 ml Injektionslosung pro Tag (entsprechend 600 mg Thioctsaure/Tag) empfohlen.

Die Injektionslosung wird intravenos appliziert, und zwar uber einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen in der Anfangsphase der Behandlung.

Die intravenose Gabe soll, nachdem der Inhalt von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg mit 250 ml Natriumchloridlosung 0,9 % gemischt wurde, uber mindestens 30 Minuten als Kurzinfusion erfolgen. Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirkstoffs soll die Kurzinfusion erst kurz vor der Anwendung zubereitet werden. Die Infusionslosung ist mit Alufolie gegen Licht zu schutzen. Die lichtgeschutzte Infusionslosung ist ca. 6 Stunden haltbar. Es ist sicherzustellen, dass die Mindestinfusionsdauer von 30 Minuten eingehalten wird.

Als weiterfuhrende Therapie werden 300 mg bis 600 mg Thioctsaure in Darreichungsformen zur oralen Einnahme angewendet.

Grundlage der diabetischen Polyneuropathie-Therapie ist die optimale Diabetes-Einstellung.

4.3    Gegenanzeigen

Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist absolut kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Uberempfindlichkeit gegen Thioctsaure oder einen der in Abschnitt 6.1. genannten sonstigen Bestandteile.

Hinweis:

Kinder und Jugendliche sind von der Behandlung mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg auszunehmen, da keine klinischen Erfahrungen vorliegen.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Im Zusammenhang mit der parenteralen Anwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg wurden Uberempfindlichkeitsreaktionen bis hin zu anaphylaktischen Schockreaktionen beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sind daher entsprechend zu uberwachen. Im Falle des Auftretens von Fruhsymptomen (z. B. Juckreiz, Ubelkeit, Unwohlsein, etc.) ist die Therapie sofort zu beenden; ggf. sind weitere TherapiemaBnahmen erforderlich.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkungsverlust von Cisplatin bei gleichzeitiger Behandlung mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin bzw. oralen Antidiabetika kann verstarkt werden. Daher ist insbesondere im Anfangsstadium der Thioctsaure-Therapie eine engmaschige Blutzuckerkontrolle angezeigt. In Einzelfallen kann es zur Vermeidung von Unterzuckerungserscheinungen erforderlich werden, die Insulindosis bzw. die Dosis des oralen Antidiabetikums zu reduzieren.

Hinweis:

Der regelmaBige Genuss von Alkohol stellt einen bedeutenden Risikofaktor fur die Entstehung und Progression neuropathischer Krankheitsbilder dar und kann dadurch auch den Erfolg einer Behandlung mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg beeintrachtigen. Daher wird Patienten mit diabetischer Polyneuropathie grundsatzlich empfohlen, den Genuss von Alkohol weitestgehend zu vermeiden.

Dies gilt auch fur therapiefreie Intervalle.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Es entspricht den allgemeinen Grundsatzen der Pharmakotherapie, wahrend der Schwangerschaft und Stillzeit Arzneimittel nur nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung anzuwenden.

Schwangere und Stillende sollten sich einer Behandlung mit Thioctsaure nur unter strikter Indikationsstellung durch den Arzt unterziehen, wenngleich die reproduktionstoxikologischen Untersuchungen keinerlei Anhaltspunkte ergeben haben, die eine Beeinflussung der Fertilitat und der fruhen Embryonalentwicklung betreffen und sich ferner fruchtschadigende Eigenschaften nicht feststellen lieBen.

Uber einen moglichen Ubertritt von Thioctsaure in die Muttermilch ist nichts bekannt.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8    Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 10%), Haufig (> 1% bis < 10%), Gelegentlich (> 0,1% bis < 1%), Selten (> 0,01 % bis < 0,1%), Sehr selten (< 0,01% oder unbekannt)

Die folgenden Nebenwirkungen konnen unter Thioctsaure auftreten:

Reaktionen am Applikationsort

Sehr selten wurde uber Reaktionen an der Injektionsstelle berichtet.

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Allergische Reaktionen der Haut mit Urtikaria, Juckreiz, Ekzem und Hautausschlag sowie auch systemisch bis hin zum Schock konnen auftreten.

Storungen des Nervensystems

Sehr selten: Veranderung bzw. Storung des Geschmacksempfindens

Sehr selten wurden nach intravenoser Gabe von Thioctsaure Krampfanfalle sowie Doppeltsehen beobachtet.

Blut undBlutgefafie

Sehr selten wurden nach intravenoser Gabe von Thioctsaure Purpura und Thrombopathien beobachtet.

Allgemeine Nebenwirkungen

Haufig treten nach rascher intravenoser Injektion Kopfdruck und Atembeklemmung auf, die spontan abklingen.

Aufgrund einer verbesserten Glukoseutilisation kann sehr selten der Blutzuckerspiegel absinken. Dabei wurden hypoglykamieartige Beschwerden mit Schwindel, Schwitzen, Kopfschmerzen und Sehstorungen beschrieben.

Einzelfalle von Hypoglykamie wurden infolge eines durch Thioctsaure induzierten Insulinautoimmunsyndroms (hoch positiver Test auf Insulinautoantikorper) vorwiegend bei Patienten asiatischer Herkunft berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Bei Uberdosierung konnen Ubelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten.

Nach akzidentieller oder suizidaler Einnahme oraler Dosen zwischen 10 und 40 g Thioctsaure in Verbindung mit Alkohol sind schwerwiegende Intoxikationen, teilweise mit letalem Ausgang beobachtet worden. Das klinische Vergiftungsbild kann sich zunachst in psychomotorischer Unruhe oder Bewusstseinstrubung aubern und geht im weiteren Verlauf typischerweise mit generalisierten Krampfanfallen und der Ausbildung einer Laktatazidose einher. Des Weiteren wurden Hypoglykamie, Schock, Rhabdomyolyse, Hamolyse, disseminierte intravaskulare Gerinnung (DIC), Knochenmarksdepression und Multiorganversagen als Folgen der Intoxikation mit hohen Dosen von Thioctsaure beschrieben.

TherapiemaBnahmen bei Intoxikation

Bereits bei Verdacht auf eine substantielle Intoxikation mit Alpha-Lipon Aristo® 600 mg (z. B. > 10 Einheiten zu 600 mg bei Erwachsenen und > 50 mg/kg KG bei Kindern) ist eine unverzugliche Klinikeinweisung und die Einleitung von Mabnahmen gemab den allgemeinen

Behandlungsgrundsatzen von Vergiftungsfallen indiziert (z. B. induziertes Erbrechen, Magenspulung, Aktivkohle etc.). Die Behandlung generalisierter Krampfanfalle, der Laktatazidose und aller anderen vital bedrohlichen Folgen einer Intoxikation mussen sich an den Grundsatzen der modernen

Intensivtherapie orientieren und symptomatisch erfolgen. Der Nutzen des Einsatzes von Hamodialyse, Hamoperfusions- oder -filtrationstechniken in der forcierten Elimination von Thioctsaure ist derzeit nicht gesichert.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Thioctsaure ist eine vitaminahnliche, aber endogen gebildete Substanz mit Koenzymfunktion bei der oxidativen Dekarboxylierung von alpha-Ketosauren.

ATC-Code: N07XB01

Durch die beim Diabetes mellitus verursachte Hyperglykamie kommt es zur Anlagerung der Glukose an die Matrixproteine der BlutgefaBe und zur Bildung der sogenannten Advanced Glycosylation End Products. Dieser Prozess fuhrt zu einer Verminderung des endoneuralen Blutflusses und zu einer endoneuralen Hypoxie/Ischamie, was mit einer erhohten Produktion von freien Sauerstoffradikalen verbunden ist, die den peripheren Nerv schadigen. Auch konnte im peripheren Nerv eine Depletion von Antioxidantien, wie Glutathion, festgestellt werden.

In Untersuchungen an Ratten interagierte Thioctsaure mit diesen, bei durch Streptozotocin-induziertem Diabetes ausgelosten biochemischen Prozessen, durch Verminderung der Bildung von Advanced Glycosylation End Products, Verbesserung des endoneuralen Blutflusses, Erhohung des physiologischen Antioxidantienspiegels von Glutathion sowie als Antioxidans fur freie Sauerstoffradikale im diabetischen Nerv.

Diese in der experimentellen Situation beobachteten Wirkungen sprechen dafur, dass die Funktionalitat der peripheren Nerven durch Thioctsaure verbessert werden kann. Das betrifft sensorische Storungen bei diabetischer Polyneuropathie, die sich durch Dysasthesien, Parasthesien wie z. B. Brennen, Schmerzen, Taubheitsgefuhl, Ameisenlaufen, auBern konnen.

Erganzend zu den bisherigen klinischen Erkenntnissen in der symptomatischen Behandlung der diabetischen Polyneuropathie mit Thioctsaure wurden in einer 1995 durchgefuhrten multizentrischen, plazebokontrollierten Studie gunstige Wirkungen von Thioctsaure auf die untersuchten Symptome Brennen, Parasthesien, Taubheitsgefuhl und Schmerzen gefunden.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Thioctsaure unterliegt einem hohen first-pass-Effekt in der Leber. Es bestehen erhebliche interindividuelle Schwankungen in der systemischen Verfugbarkeit von Thioctsaure. Durch Oxidation der Seitenkette und Konjugation wird Thioctsaure biotransformiert und uberwiegend renal eliminiert.

Die Plasmahalbwertszeit von Thioctsaure betragt beim Menschen ca. 25 Minuten und die totale Plasma-Clearance 10 - 15 ml/min/kg. Am Ende einer 30-minutigen Infusion von 600 mg finden sich Plasmaspiegel von ca. 20 pg/ml. Durch radioaktive Markierung konnte im Tierexperiment (Ratte, Hund) mit 80 - 90 % ein uberwiegend renaler Ausscheidungsweg gezeigt werden, und zwar in Form von Metaboliten. Auch beim Menschen finden sich nur geringe Mengen intakt ausgeschiedener Substanz im Urin. Die Biotransformation erfolgt hauptsachlich durch oxidative Seitenkettenverkurzung (beta-Oxidation) und/oder durch S-Methylierung der entsprechenden Thiole.

Thioctsaure reagiert in vitro mit Metallionen-Komplexen (z. B. mit Cisplatin). Thioctsaure geht mit Zuckermolekulen schwerlosliche Komplexverbindungen ein.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherheit

a) Akute und chronische Toxizitat

Das Toxizitatsprofil ist charakterisiert durch Symptome, die sowohl das vegetative Nervensystem als auch das zentrale Nervensystem betreffen. Nach wiederholter Applikation sind weitere Zielorgane toxischer Dosen hauptsachlich die Leber und die Niere.

b)    Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zum mutagenen Potential ergaben keine Anhaltspunkte fur Gen- oder Chromosomenmutationen. Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential von Thioctsaure lieBen sich aus einer Kanzerogenitatsstudie nach oraler Gabe an Ratten nicht ableiten. Eine Studie uber einen tumorpromovierenden Effekt von Thioctsaure im Zusammenhang mit dem Kanzerogen N-Nitrosodiethylamin (NDEA) verlief negativ.

c)    Reproduktionstoxizitat

Thioctsaure besitzt keinen Einfluss auf die Fertilitat und fruhe Embryonalentwicklung bei der Ratte bis zu einer maximal gepruften oralen Dosis von 68,1 mg/kg. Bis in den maternal-toxischen Dosisbereich finden sich nach intravenoser Injektion am Kaninchen keine Missbildungen erzeugenden Eigenschaften.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser fur Injektionszwecke, Stickstoff, Argon

250 ml isotonische Kochsalzlosung enthalt:

Natriumchlorid, Wasser fur Injektionszwecke, Salzsaure 1 N

6.2    Inkompatibilitaten

Thioctsaure reagiert in vitro mit Metallionen-Komplexen (z. B. mit Cisplatin). Thioctsaure geht mit Zuckermolekulen (z. B. Lavuloselosung) schwerlosliche Komplexverbindungen ein. Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist inkompatibel mit Glukoselosung, Ringer-Losung sowie mit Losungen, von denen bekannt ist, dass sie mit SH-Gruppen bzw. Disulfid-Brucken reagieren.

Als Tragerlosung fur eine Infusionsanwendung von Alpha-Lipon Aristo® 600 mg ist ausschlieBlich physiologische Kochsalzlosung zu verwenden.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit betragt 3 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Die Dauer der Haltbarkeit nach Verdunnung mit physiologischer Kochsalzlosung betragt lichtgeschutzt ca. 6 Stunden.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

Nicht uber +25 °C lagern.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Originalpackung mit 5 Ampullen a 24 ml (N1) Bundelpackung mit 2 x 5 Ampullen a 24 ml (N2)

Originalpackung mit 10 Ampullen á 24 ml (N2)

Originalpackung mit 20 Ampullen á 24 ml (N3)

Originalpackung mit 5 Ampullen á 24 ml mit Losungsmittel (5 Infusionsflaschen á 250 ml isotonische Kochsalzlosung) und Infusionsbesteck (N1)

Originalpackung mit 10 Ampullen á 24 ml mit Losungsmittel (10 Infusionsflaschen á 250 ml isotonische Kochsalzlosung) und Infusionsbesteck (N2)

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Aristo Pharma GmbH Wallenroder StraBe 8 - 10 13435 Berlin Tel.: +49 30 71094-4200 Fax: +49 30 71094-4250

Mitvertrieb: esparma GmbH Seepark 7 39116 Magdeburg

8.    ZULASSUNGSNUMMER(N)

6023981.01.01

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21.09.1999

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 29.05.2012

10. STAND DER INFORMATION

September 2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

6

Alpha-Lipon Aristo 600 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung