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Alphanine 1000



Gebrauchsinformation Alphanine 1000

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

AlphaNine® 1000 Trockensubstanz und Losungsmittel zur Herstellung einer Injektionslosung Wirkstoff: Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Symptome haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht:

1.    Was ist AlphaNine® und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von AlphaNine® beachten?

3.    Wie ist AlphaNine® anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist AlphaNine® aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.    Was ist AlphaNine® und wofur wird es angewendet?

AlphaNine® ist ein Mittel zur Blutstillung (Antihamorrhagikum).

AlphaNine® wird angewendet zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit

Hamophilie B (angeborener Faktor-IX-Mangel).

AlphaNine® 1000 enthalt 1000 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX von Menschen pro Durchstechflasche.

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von AlphaNine® beachten?

AlphaNine® darf nicht angewendet werden,

-    wenn Sie allergisch gegen Faktor IX oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Be-standteile dieses Arzneimittels sind

-    bei aktueller oder aus der Anamnese bekannter allergisch bedingter Thrombozytopenie auf Heparin (Heparin-assoziierte Thrombozytopenie Typ II).

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

AlphaNine® anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von AlphaNine® ist erforderlich,

-    wenn Sie Uberempfindlichkeitsreaktionen wie Ausschlag, generalisierte Nesselsucht, Enge-gefuhl in der Brust, pfeifendes Atmen und Absinken des Blutdrucks bei sich beobachten.

Dies konnen Anzeichen fur eine anaphylaktische Reaktion gegenuber AlphaNine® sein. Sollten diese Symptome auftreten, mussen Sie die Anwendung des Produktes sofort abbrechen und sich mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen.

- wenn sich Ihre Blutung mit AlphaNine® nicht kontrollieren lasst. Setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung. Sie haben moglicherweise Hemmkorper gegen Faktor IX entwi-ckelt. Es wird empfohlen, in diesen Fallen ein spezialisiertes Hamophilie-Zentrum zu kontak-tieren.

Wegen des moglichen Risikos thromboembolischer Komplikationen sollte Faktor IX vom Men-schen bei Patienten mit Leberschaden, bei frisch operierten Patienten, bei Neugeborenen oder bei Patienten mit Risiko fur thromboembolische Reaktionen oder Verbrauchskoagulopathie unter Vor-sicht erfolgen.

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma erfolgen bestimmte MaB-nahmen, um die Ubertragung von Infektionen auf Patienten zu verhindern. Diese beinhalten:

•    die sorgfaltige Auswahl von Blut- und Plasmaspendern, um sicherzustellen, dass Infektions-trager ausgeschlossen werden,

•    die Testung der einzelnen Spende und der Plasmapools auf Anzeichen von Viren/Infektionen,

•    die Aufnahme bestimmter Schritte in die Weiterverarbeitung von Blut oder Plasma, die Viren inaktivieren oder entfernen konnen.

Trotz dieser MaBnahmen kann bei der Anwendung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellt werden, die Moglichkeit der Ubertragung einer Infektion nicht vollstandig ausgeschlossen werden. Dies trifft auch fur alle unbekannten oder neu auftauchenden Viren oder an-dere Infektionstypen zu.

Die durchgefuhrten MaBnahmen (Solvent-Detergent-Verfahren, Nanofiltration) werden bei umhullten Viren wie dem Human Immunodeficiency Virus (HIV), dem Hepatitis B-Virus und dem Hepatitis C-Virus als wirksam erachtet. Sie konnen von begrenzter Wirksamkeit gegen nicht-umhullte Viren wie Hepatitis A-Virus und Parvovirus B19 sein. Parvovirus B19-Infektionen konnen schwerwiegende Folgen fur schwangere Frauen (Infektion des Ungeborenen) haben und fur Patienten, deren Immun-system geschwacht ist oder die bestimmte Formen der Anamie (z.B. Sichelzellen-Anamie oder hamo-lytische Anamie) haben.

Moglicherweise empfiehlt Ihnen Ihr Arzt uber eine Impfung gegen Hepatitis A oder Hepatitis B nach-zudenken, wenn Sie regelmaBig/wiederholt Faktor-IX-Produkte aus menschlichem Plasma erhalten.

Jedes Mal, wenn Sie AlphaNine® erhalten, sollte der Produktname und die Chargenbezeichnung auf-geschrieben werden, um eine Dokumentation der verwendeten Chargen zu erhalten.

Anwendung von AlphaNine® zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arznei-mittel einzunehmen/anzuwenden.

Anwendung von AlphaNine® zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Nahrungsmittel und Getranke haben keinen Einfluss auf die Anwendung von AlphaNine®.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor der Anwendung von AlphaNine®.

Aufgrund des seltenen Auftretens von Hamophilie B bei Frauen, liegen keine Erfahrungen hin-sichtlich der Anwendung von Faktor IX wahrend der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Faktor IX sollte deshalb wahrend Schwangerschaft und Stillzeit nur bei eindeutiger Indikation angewendet werden.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Hinweise, dass Blutgerinnungsfaktor-IX-Konzentrate vom Menschen die Verkehrs-tuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinflusst.

AlphaNine® enthalt Natrium

AlphaNine® enthalt 1,3 bis 3 mmol Natrium pro 10 ml Losung. Dies muss bei Patienten, die eine

natriumarme Diat einhalten mussen, berucksichtigt werden.

3. Wie ist AlphaNine® anzuwenden?

Wenden Sie AlphaNine® immer genau nach der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

AlphaNine® ist nur intravenos zu verabreichen.

Nicht verwendete Losung darf nicht zur spateren Anwendung aufbewahrt werden bzw. darf nicht im

Kuhlschrank gelagert werden.

Herstellung der Injektionslosung:

1.    Bringen Sie die Produktflasche und Spritze auf Raumtemperatur.

2.    Drehen Sie den Plastikkolben in die Spritze mit dem Losungsmittel ein. Dabei durfen Sie die Plas-tikmanschette in diesem Bereich unter keinen Umstanden entfernen.

3.    Ziehen Sie die Folie von der Filterverpackung ab. Entfernen Sie die Verschlusskappe von der Spritzenspitze und drehen Sie die Spritze auf den Filter.

4.    Nehmen Sie den Transferadapter aus der Verpackung und setzen Sie ihn auf die Spritze mit dem Filter.

5.    Entfernen Sie den Kunststoffdeckel von der Produktflasche und desinfizieren Sie den Gummistop-fen mit dem beigepackten Alkoholtupfer.

6.    Halten Sie die Spritze mit Filter und Transferadapter uber die Produktflasche und durchstechen Sie den Gummistopfen mit der Kanule des Transferadapters.

7.    Uberfuhren Sie nun durch Drucken des Spritzenkolbens das gesamte Wasser fur Injektionszwecke aus der Spritze in die Produktflasche.

8.    Schwenken Sie die Spritze mit Produktflasche vorsichtig bis das Lyophilisat vollstandig gelost ist. Wie fur jede parenterale Losung gilt, dass sie nicht verwendet werden darf, wenn das Lyophilisat nicht vollstandig aufgelost ist oder Partikel sichtbar sind.

9.    Trennen Sie die Spritze mit Filter kurz von der Produktflasche mit Transferadapter, um das Vakuum zu entfernen.

10.    Drehen Sie die Produktflasche mit aufgesetzter Spritze um und ziehen Sie die Losung durch den Filter auf.

11.    Bereiten Sie die Injektionsstelle vor. Trennen Sie die Spritze vom Filter mit Adapter. Setzen Sie die beigepackte Butterfly-Kanule auf, entluften Sie die Spritze und injizieren Sie die Losung in-travenos.

Mit einer Infusionsgeschwindigkeit von maximal 10 ml/min. verabreichen.

Nach der Rekonstitution im beigefugten Wasser fur Injektionszwecke sollte das Produkt sofort verwendet werden.

Das Infusionsbesteck darf nicht wieder verwendet werden.

Die zu verabreichende Dosis AlphaNine® sowie die Haufigkeit der Anwendung hangt von vielen Faktoren wie z.B. Gewicht, Schwere der Hamophilie, Blutungsort und -ausmaB, Hohe der evtl. vorhandenen Faktor-IX-Hemmkorper sowie dem erforderlichen Faktor-IX-Spiegel ab.

Ihr Arzt wird die Dosierung und Anwendungshaufigkeit von AlphaNine® berechnen, um die not-wendige Faktor-IX-Aktivitat in Ihrem Blut zu erreichen.

Die erforderliche Dosis lasst sich durch folgende Formel ermitteln:

Erforderliche Einheiten an FIX (I.E.) = Korpergewicht (kg) x erwunschter Anstieg der Faktor IX-Aktivitat (%) (I.E./dl) x 0,8


Die zu verabreichende Dosis und Haufigkeit der Anwendung sollten sich stets an der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Faktor-IX-Produkte werden selten haufiger als einmal tag-lich verabreicht.

Die folgende Tabelle dient zur Orientierung fur die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirur-gischen Eingriffen:

Bei den aufgefuhrten Blutungsereignissen sollte die angegebene Faktor-IX-Aktivitat im Plasma (in % des Normalwertes oder in I.E./dl) im betreffenden Zeitraum nicht unterschritten werden.

Schwere der Blutung /

Art des chirurgischen Eingriffs

Erforderlicher FIX-Plasmaspiegel (%) (I.E./dl)

Haufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage)

Blutungen

Gelenkblutungen im Fruhstadi-um, Muskelblutungen, Blutun-gen im Mundbereich

20 - 40

Injektion alle 24 Stunden wiederholen; mindestens 1 Tag, bis die (durch Schmerzen erkennbare) Blutung sis-tiert bzw. Wundheilung erreicht ist.

Ausgepragte Gelenkblutungen, Muskelblutungen oder Hamato-me

30 - 60

Injektion alle 24 Stunden fur 3 bis 4 Tage oder langer wiederholen, bis die Schmerzen und Behinderungen besei-tigt sind.

Lebensbedrohliche Blutungen

60 - 100

Injektion alle 8 bis 24 Stunden wiederholen, bis die Gefahr fur den Patienten voruber ist.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe, einschlieBlich Zahnextraktionen

30 - 60

Injektion alle 24 Stunden; mindestens 1 Tag, bis Wundheilung erreicht ist.

GroBere Eingriffe

80 - 100

(pra- und postopera-tiv)

Injektion alle 8 bis 24 Stunden wieder-holen, bis ausreichende Wundheilung erreicht ist; dann fur mindestens weite-re 7 Tage einen Faktor IX-Spiegel von 30 % bis 60 % (I.E./dl) aufrechterhalten.

Ihr Arzt wird die Dosis und Anwendungshaufigkeit von AlphaNine® immer an die klinische Wirksamkeit im Einzelfall anpassen. Manchmal werden die benotigten Mengen hoher sein als die vor-her berechneten, insbesondere bei der ersten Dosis.

Wenn Sie AlphaNine® anwenden um Blutungen zu verhindern (Prophylaxe), so wird Ihr Arzt die ge-eignete Dosierung berechnen. Fur die Langzeitprophylaxe liegt die ubliche Dosierung bei Patienten mit schwerer Hamophilie B bei 20 bis 40 I.E. Faktor IX pro kg Korpergewicht im Abstand von 3-4 Tagen. In manchen Fallen, besonders bei jungeren Patienten, konnen kurzere Dosierungsintervalle oder hohere Dosen erforderlich sein.

Obwohl die Dosierung mittels der oben aufgefuhrten Formel berechnet werden kann, ist es empfeh-lenswert in angemessenen Abstanden geeignete Tests im Plasma durchzufuhren, um sicherzustellen, dass passende Faktor-IX-Spiegel erreicht und aufrechterhalten werden. Im Falle groBerer operativer

Eingriffe ist eine genaue Uberwachung der Substitutionstherapie mittels Gerinnungsanalysen unver-zichtbar.

Werden die erwarteten Faktor-IX-Spiegel nicht erreicht oder kann die Blutung mit einer offenbar an-gemessenen Dosis nicht kontrolliert werden, so muss vermutet werden, dass Hemmkorper gegen Faktor IX vorhanden sind. Die Anwesenheit und Menge von Faktor-IX-Hemmkorpern wird von Spezialis-ten mittels geeigneter Labormethoden bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von AlphaNine® zu stark oder zu schwach ist.

Hemmkorperpatienten

Wenn Ihr Arzt Ihnen mitteilt, dass Sie Hemmkorper gegen Faktor IX entwickelt haben, werden Sie wahrscheinlich grobere Mengen AlphaNine® benotigen, um Blutungen zu kontrollieren. Wenn diese Dosierung Ihre Blutung nicht kontrolliert, sollten andere therapeutische Moglichkeiten erwo-gen werden. Erhohen Sie nicht die verordnete AlphaNine®-Dosierung um die Blutung zu stillen, ohne Ihren Arzt zu konsultieren. Sollten Sie weitere Informationen benotigen, so fragen Sie Ihren Arzt.

Diese Behandlungen sollten nur von Arzten, die uber Erfahrung in der Therapie der Hamophilie B verfugen, durchgefuhrt werden.

Siehe auch Abschnitt 2. Was mussen Sie vor der Anwendung von AlphaNine® beachten?

Wenn Sie eine groBere Menge AlphaNine® verabreicht haben, als Sie sollten

Symptome von Uberdosierung mit Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen wurden nicht berichtet. Sollten Sie mehr AlphaNine® infundiert haben, als notwendig, so setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt oder Apotheker in Verbindung.

Wenn Sie die Anwendung von AlphaNine® vergessen haben

Applizieren Sie sofort die nachste Anwendung und fahren Sie danach in regelmabigen Intervallen gemab den Anweisungen des Arztes fort.

Infundieren Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Gabe vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

-    Uberempfindlichkeit oder allergische Reaktionen (wie z.B. Gesichtsschwellung, Brennen und Stechen an der Einstichstelle, Schuttelfrost, Hitzegefuhl, generalisierte Nesselsucht, Kopf-schmerz, Quaddeln, Absinken des Blutdrucks, Lethargie, Ubelkeit, Ruhelosigkeit, Steigerung der Herzfrequenz, Engegefuhl in der Brust, Kribbeln, Erbrechen, pfeifendes Atmen) wurden nur bei wenigen Patienten beobachtet, die mit Faktor-IX-Produkten behandelt wurden. In sel-tenen Fallen trat ein anaphylaktischer Schock auf. Im Fall einer anaphylaktischen oder aller-gischen Reaktion mussen Sie die Injektion unterbrechen und Ihren Arzt konsultieren.

-    Nach versuchter Toleranzinduktion wurde bei Hamophilie-B-Patienten mit Faktor-IX-Inhibitoren und einer Vorgeschichte allergischer Reaktionen ein nephrotisches Syndrom beo-bachtet.

-    In seltenen Fallen wurde Fieber beobachtet.

Allergische Reaktionen gegen Bestandteile des Produkts konnen nicht vollstandig ausgeschlossen werden. Die Bildung neutralisierender Antikorper gegen Faktor IX (Hemmkorper/Inhibitoren) ist eine bekannte Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hamophilie B. Treten solche

Hemmkorper auf, so manifestiert sich dies in einer ungenugenden klinischen Wirksamkeit. Sie mussen deshalb sorgfaltig anhand geeigneter klinischer Beobachtungen sowie mittels Laborunter-suchungen auf Bildung von Hemmkorpern uberwacht werden.

Es besteht ein potenzielles Risiko fur thromboembolische Ereignisse nach Verabreichung von Fak-tor-IX-Produkten. Die Anwendung eines hochreinen Faktor-IX-Produkts wie AlphaNine® wird nur selten mit Nebenwirkungen dieser Art in Verbindung gebracht.

Selten werden Heparin-Antikorper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Throm-bozytenwerten deutlich unter 100.000/pl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes beobachtet. Bei nicht Sensibilisierten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach Behandlungsbeginn, bei Sensibilisierten unter Umstanden innerhalb von Stun-den. Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venosen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie (erworbene Gerinnungssteigerung), evtl. Hautnekrosen an der Injektionsstelle, punktformigen Hautblutungen, verschiedenen exanthe-matosen Hautblutungen und Blutbeimengung im Stuhl. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparintoleranz).

In solchen Fallen ist AlphaNine® sofort abzusetzen. Auch in Zukunft durfen bei Ihnen keine hepa-rinhaltigen Arzneimittel mehr angewendet werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizi-nische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage an-gegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Impfstoffe und bi-omedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-StraBe 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5.    Wie ist AlphaNine® aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Aufbewahrungsbedingungen

Im Kuhlschrank lagern (2°C - 8°C). Nicht einfrieren. Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Sie durfen das Arzneimittel nicht verwenden, wenn die hergestellte Losung sichtbare Partikel oder Verfarbung aufweist. Keine Losungen verwenden, die trub sind oder einen Bodensatz aufweisen.

Sie durfen AlphaNine® nur verwenden, wenn die Losung klar oder leicht opaleszent ist. Das Praparat ist unmittelbar nach dem Auflosen zu verwenden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benotigen. Diese MaBnahme hilft die Umwelt zu schutzen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was AlphaNine® enthalt

Trockensubstanz: Der Wirkstoff ist Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen.

Die sonstigen Bestandteile sind D-Glucose, Heparin, Natriumchlorid und Natriumcitrat.

Losungsmittel: Wasser fur Injektionszwecke.

AlphaNine® 1000 besteht aus einer Trockensubstanz zur Herstellung einer Injektionslosung, die nach Rekonstitution in 10 ml Losungsmittel (Wasser fur Injektionszwecke) 100 I.E./ml Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen enthalt.

Wie AlphaNine® aussieht und Inhalt der Packung

Glasflasche mit 1000 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen (Trockensubstanz) und Glasspritze mit 10 ml Losungsmittel (Wasser fur Injektionszwecke) zur Herstellung einer Injektionslosung; Microfilter, Butterfly-Kanule, Transferadapter, 2 Alkoholtupfer.

Pharmazeutischer Unternehmer

Grifols Deutschland GmbH Lyoner StraBe 15 60528 Frankfurt Tel.: 069/660 593 100 Fax: 069/660 593 110

Hersteller, der das Fertigarzneimittel fur das Inverkehrbringen freigegeben hat

Instituto Grifols, S.A.

Can Guasc, 2 - Parets del Valles E-08150 Barcelona

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im August 2014 Herkunftsland des Blutplasmas

Das zur Herstellung von AlphaNine® verwendete Blutplasma stammt aus den USA.

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Alphanine 1000

Fachinformation Alphanine 1000

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

AlphaNine® 500, AlphaNine® 1000, Trockensubstanz und Losungsmittel zur Herstellung einer Injektionslosung

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen

AlphaNine® ist eine lyophilisierte Trockensubstanz zur Herstellung einer Injektionslosung, die 500 I.E. oder 1000 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen pro Durchstechflasche enthalt.

Nach Auflosung im beigepackten Losungsmittel (10 ml Wasser fur Injektionszwecke) enthalt das Produkt ca. 50 I.E./ml bzw. 100 I.E./ml Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen.

Die Bestimmung der Aktivitat (I.E.) wird mittels des Ein-Stufen-Gerinnungstests gemaB Europaischem Arzneibuch durchgefuhrt. Die spezifische Aktivitat von AlphaNine® betragt mindestens 180 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX/mg Protein.

AlphaNine wird aus menschlichem Plasma hergestellt.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

AlphaNine® enthalt 1,3 bis 3 mmol Natrium pro 10 ml Losung.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Trockensubstanz und Losungsmittel zur Herstellung einer Injektionslosung

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hamophilie B (angeborener Faktor-IX-Mangel).

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung sollte unter Uberwachung eines Arztes erfolgen, der Erfahrung in der Therapie von Hamophilie besitzt.

Dosierung

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie sind von der Schwere des Faktor-IX-Mangels, vom Ort und AusmaB der Blutung sowie vom klinischen Zustand des Patienten abhangig.

Die verabreichten Faktor-IX-Einheiten werden in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, die vom aktuellen WHO-Standard fur Faktor-IX-Produkte abgeleitet sind. Die Faktor-IX-Aktivitat im Plasma wird entweder als Prozentsatz (relativ zu normalem menschlichen Plasma) oder in Internationalen Einheiten (relativ zum Internationalen Standard fur Faktor IX in Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor IX entspricht der Faktor-IX-Aktivitat in einem Milliliter normalem menschlichen Plasma. Die Berechnung der benotigten Faktor-IX-Dosierung basiert auf der empirischen Beobachtung, dass eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor IX pro kg Korpergewicht, die Faktor-IX-Aktivitat im Plasma um 1,2 % - bezogen auf den Normalwert - anhebt.

Die benotigte Dosierung wird mit folgender Formel ermittelt:

Erforderliche Einheiten (I.E.) = Korpergewicht (kg) x gewunschter F-IX-Anstieg (%) (I.E./dl) x 0,8

Die zu verabreichende Dosis und die Haufigkeit der Anwendung sollten sich stets an der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Faktor-IX-Produkte mussen selten ofter als einmal taglich verabreicht werden.

Bei den folgenden Blutungsereignissen sollte die angegebene Faktor-IX-Aktivitat im Plasma (in % des Normalwertes oder in I.E./dl) im betreffenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende Tabelle dient zur Orientierung fur die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schwere der Blutung /

Art des chirurgischen Eingriffs

Erforderlicher F-IX-Plasmaspiegel (%) (I.E./dl)

Haufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage)

Blutungen

Gelenkblutungen im Fruhstadium, Muskelblutungen, Blutungen im Mundbereich

Ausgepragte Gelenkblutungen, Muskelblutungen oder Hamatome

20 - 40 30 - 60

Injektion alle 24 Stunden wiederholen; mindestens 1 Tag, bis die (durch Schmerzen erkennbare) Blutung sistiert bzw. Heilung erreicht ist. Injektion alle 24 Stunden fur 3 bis 4 Tage oder langer wiederholen, bis die Schmerzen und akuten Behinderungen beseitigt sind.

Lebensbedrohliche Blutungen

60 - 100

Injektion alle 8 bis 24 Stunden wiederholen, bis die Gefahr fur den Patienten voruber ist.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe, einschlieBlich

Zahnextraktion

GroBere Eingriffe

30 - 60

80 - 100 (pra- und postoperativ)

Injektion alle 24 Stunden; mindestens 1 Tag, bis Wundheilung erreicht ist. Injektion alle 8 bis 24 Stunden wiederholen, bis ausreichende Wundheilung erreicht ist; dann fur mindestens weitere 7 Tage einen Faktor-IX-Spiegel von 30 % bis 60 % (I.E./dl) aufrechterhalten.

Wahrend des Behandlungsverlaufs wird zur Steuerung der zu verabreichenden Dosis und der Haufigkeit der Injektionen eine regelmaBige Bestimmung der Faktor-IX-Plasmaspiegel empfohlen. Besonders bei groBeren chirurgischen Eingriffen ist eine genaue Uberwachung der Substitutionstherapie durch Bestimmung des Blutgerinnungsstatus (Faktor-IX-Aktivitat) unerlasslich. Einzelne Patienten konnen sich in ihrer Reaktion auf Faktor IX unterscheiden, verschiedene in vivo Recovery erreichen und unterschiedliche Halbwertszeiten aufweisen.

Zur Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hamophilie B betragt die ubliche Dosierung 20 bis 40 I.E. Faktor IX pro kg Korpergewicht im Abstand von 3-4 Tagen. In manchen Fallen, besonders bei jungeren Patienten, konnen kurzere Dosierungsintervalle oder hohere Dosen erforderlich sein.

Kinder und Jugendliche

Es liegen nicht genugend Daten aus klinischen Studien uber die Behandlung von Kindem unter 6 Jahren vor.

Die Patienten sollten regelmabig auf die Bildung von Hemmkorpern gegen Faktor IX uberwacht werden. Falls die erwarteten Faktor-IX-Aktivitaten nicht erreicht werden oder die Blutung mit einer angemessenen Dosis nicht beherrscht wird, muss ein Hemmkorpertest durchgefuhrt werden.

Bei Patienten mit hohen Hemmkorpertitern ist die Faktor-IX-Therapie moglicherweise nicht wirksam und es mussen andere therapeutische Mabnahmen erwogen werden. Die Behandlung dieser Patienten sollte nur von Árzten, die uber Erfahrung in der Therapie von Patienten mit Hamophilie verfugen, durchgefuhrt werden.

Siehe auch Abschnitt 4.4.

Art der Anwendung

Das Auflosen der Zubereitung erfolgt wie in Abschnitt 6.6. beschrieben.

AlphaNine® soll intravenos mit einer maximalen Infusionsgeschwindigkeit von 10 ml/min. verabreicht werden.

4.3    Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegenuber dem Wirkstoff oder einem der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Aktuelle oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie auf Heparin (Heparin-assoziierte Thrombozytopenie Typ II).

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Wie bei jedem intravenos zu verabreichenden proteinhaltigen Produkt sind allergische Uberempfindlichkeitsreaktionen moglich.

Das Produkt enthalt neben Faktor IX Spuren anderer humaner Proteine.

Die Patienten sollten uber fruhe Zeichen von Uberempfindlichkeitsreaktionen, wie Ausschlag, generalisierte Urtikaria, Engegefuhl in der Brust, Giemen, Hypotonie und Anaphylaxie informiert werden. Wenn diese Symptome auftreten, sollen die Patienten die Behandlung sofort abbrechen und ihren Arzt kontaktieren.

Beim Auftreten von Schocksymptomen, sind die aktuellen medizinischen Empfehlungen fur Schocktherapie zu befolgen.

Standardmabnahmen zur Verhutung von Infektionen durch Arzneimittel aus menschlichem Blut oder Plasma beinhalten die Auswahl der Spender, die Untersuchung der einzelnen Spenden und der Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker und die Aufnahme von Herstellungsschritten zur wirksamen Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Trotz dieser Mabnahmen kann bei der Anwendung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellt werden, die Moglichkeit der Ubertragung einer Infektion nicht vollstandig ausgeschlossen werden. Dies trifft auch fur alle unbekannten oder neu auftauchenden Viren oder anderen Krankheitserreger zu.

Die durchgefuhrten Mabnahmen (Solvent-Detergent-Verfahren, Nanofiltration) werden bei umhullten Viren, wie dem humanen Immundefizienzvirus (HIV), dem Hepatitis-B-Virus (HBV) und dem Hepatitis-C-Virus (HCV) als wirksam erachtet. Die Mabnahmen konnen von eingeschranktem Wert gegen nicht-umhullte Viren wie das Hepatitis-A-Virus (HAV) und Parvovirus B19 sein. Eine Parvovirus-B19-Infektion kann schwerwiegende Folgen in der Schwangerschaft haben (fetale Infektion). Ebenfalls gefahrdet sind Patienten mit Immunschwache oder gesteigerter Erythropoese (z. B. bei hamolytischer Anamie).

Eine angemessene Impfung (Hepatitis A oder Hepatitis B) sollte bei Patienten, die regelmaBig/wiederholt Faktor-IX-Produkte aus menschlichem Plasma erhalten, in Erwagung gezogen werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass gemaB Transfusionsgesetz bei jeder Behandlung eines Patienten mit AlphaNine® der Produktname und die Chargenbezeichnung dokumentiert werden mussen, um eine Verbindung zwischen dem Patienten und den verwendeten Chargen sicherzustellen.

Nach wiederholter Behandlung mit humanen Blutgerinnungsfaktor-IX-Produkten sollten Patienten auf die Entwicklung neutralisierender Antikorper (Inhibitoren) hin untersucht werden, welche mittels biologischer Tests in Bethesda-Einheiten (BE) quantifiziert werden sollten.

Literaturberichten zufolge besteht eine Korrelation zwischen dem Auftreten von Faktor-IX-Inhibitoren und allergischen Reaktionen. Daher sollten Patienten, die allergische Reaktionen zeigen, auf die Anwesenheit eines Inhibitors untersucht werden. Es sei darauf hingewiesen, dass Patienten mit Faktor-IX-Inhibitoren ein erhohtes Anaphylaxierisiko bei nachfolgender Exposition auf Faktor IX haben.

Aufgrund des Risikos allergischer Reaktionen durch Faktor-IX-Konzentrate sollten die erstmaligen Verabreichungen von Faktor IX gemaB der Beurteilung des behandelnden Arztes unter medizinischer Aufsicht erfolgen, damit eine korrekte medizinische Behandlung im Falle allergischer Reaktionen sichergestellt werden kann.

Da die Anwendung von Faktor-IX-Konzentraten historisch mit der Entstehung thromboembolischer Komplikationen in Zusammenhang gebracht wird (hoheres Risiko bei so genannten „low purity“ Faktor-IX-Konzentraten, Prothrombin-Komplex-Konzentraten), ist die Anwendung von Faktor-IX-Produkten bei Patienten mit Anzeichen von Fibrinolyse sowie bei Patienten mit disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC) potenziell gefahrlich. Wegen des moglichen Risikos thromboembolischer Komplikationen sollte die Gabe humaner Plasma Faktor-IX-Konzentrate bei Patienten mit Leberschaden, bei frisch operierten Patienten, bei Neugeborenen oder bei Patienten mit Risiko fur thromboembolische Reaktionen oder Verbrauchskoagulopathie unter Vorsicht erfolgen. Die klinische Uberwachung sollte daher entsprechende biologische Tests einschlieBen, um fruhzeitig Anzeichen von Thrombose und Verbrauchskoagulopathie zu erkennen.

In den genannten Fallen sollte der Nutzen einer Behandlung mit AlphaNine® gegen das Risiko dieser Komplikationen abgewogen werden.

AlphaNine® enthalt 1,3 bis 3 mmol Natrium pro 10 ml Losung. Dies muss bei Patienten, die eine natriumarme Diat einhalten mussen, berucksichtigt werden.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es sind keine Wechselwirkungen zwischen Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen und anderen Arzneimitteln bekannt.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren wurden mit Faktor IX nicht durchgefuhrt. Aufgrund des seltenen Auftretens von Hamophilie B bei Frauen liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Anwendung von Faktor IX wahrend Schwangerschaft oder Stillzeit vor. Faktor IX sollte deshalb wahrend Schwangerschaft und Stillzeit nur bei eindeutiger Indikationsstellung angewendet werden.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Auswirkungen auf die Teilnahme am StraBenverkehr und das Bedienen von Maschinen beobachtet.

4.8    Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

-    Sehr haufig: > 1/10

-    Haufig: > 1/100 bis < 1/10

-    Gelegentlich: > 1/1.000 bis < 1/100

-    Selten: > 1/10.000 bis < 1/1.000

-    Sehr selten: < 1/10.000, nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Nebenwirkungen (ADR), die in Studien mit AlphaNine® berichtet wurden, sind nach Systemorganklassen gemaB MedDRA in der folgenden Tabelle zusammengefasst und zugeordnet:

Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppierung sind die unerwunschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgelistet.

Systemorganklasse

Bevorzugter Begriff

Haufigkeit ADR

GefaBerkrankungen

Schwindel, Hypotonie, Ohnmacht

Selten

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Zittern

Selten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ubelkeit, Erbrechen

Gelegentlich

Bauchschmerzen

Selten

Generell konnen bei Behandlung mit Blutgerinnungsfaktor-IX-Konzentraten folgende Nebenwirkungen auftreten:

Uberempfindlichkeit oder allergische Reaktionen (wie z.B. Quincke-Odem, Brennen und Stechen an der Einstichstelle, Schuttelfrost, Hitzegefuhl, generalisierte Urtikaria, Kopfschmerz, Quaddeln, Hypotonie, Lethargie, Ubelkeit, Ruhelosigkeit, Tachykardie, Engegefuhl in der Brust, Kribbeln, Erbrechen, Giemen) wurden nur bei wenigen Patienten beobachtet. In einigen Fallen haben diese Reaktionen zu schwerer Anaphylaxie gefuhrt und standen in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Entwicklung von Faktor-IX-Inhibitoren (siehe auch 4.4).

Nach versuchter Immuntoleranzinduktion wurde bei Hamophilie-B-Patienten mit Faktor-IX-Inhibitoren und einer Vorgeschichte allergischer Reaktionen ein nephrotisches Syndrom beobachtet.

In seltenen Fallen wurde Fieber beobachtet.

Patienten mit Hamophilie B konnen neutralisierende Antikorper (Hemmkorper, Inhibitoren) gegen Faktor IX entwickeln. Treten solche Hemmkorper auf, so manifestiert sich dies in einer ungenugenden klinischen Wirksamkeit. Es wird empfohlen, in diesen Fallen ein spezialisiertes Hamophilie-Zentrum zu kontaktieren.

Zurzeit liegen nicht genugend Informationen vor, um die Haufigkeit der Inhibitorentwicklung im Zusammenhang mit AlphaNine® zu bestimmen.

Es besteht ein potenzielles Risiko fur thromboembolische Episoden nach Verabreichung von Faktor-IX-Produkten, wobei dieses Risiko bei Zubereitungen mit geringerer Reinheit („low purity“) hoher ist. Die Anwendung dieser low purity Faktor-IX-Produkte wurde mit dem Auftreten von Myokardinfarkten, disseminierter intravasaler Gerinnung, Venenthrombose und Lungenembolie in Zusammenhang gebracht. Die Anwendung eines hochreinen Faktor-IX-Praparates wie AlphaNine® wird nur selten mit Nebenwirkungen dieser Art in Verbindung gebracht.

Selten werden Heparin-Antikorper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000/pl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes beobachtet. Bei nicht Sensibilisierten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach Behandlungsbeginn, bei Sensibilisierten unter Umstanden innerhalb von Stunden. Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venosen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Melana. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparintoleranz).

In solchen Fallen ist AlphaNine® sofort abzusetzen. Der Patient muss daruber informiert werden, dass bei ihm auch in Zukunft keine heparinhaltigen Arzneimittel mehr angewendet werden durfen.

Kontrollen der Thrombozytenzahlen sollen

-    vor Beginn der Heparingabe

-    am 1. Tag nach Beginn der Heparingabe

-    anschlieBend wahrend der ersten drei Wochen regelmaBig alle drei bei vier Tage erfolgen. Daruber hinaus wird eine Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Heparingabe empfohlen.

Informationen zur Sicherheit hinsichtlich ubertragbarer Krankheiten: siehe 4.4 Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-StraBe 51-59, 63225 Langen, Telefon +49 61 03 77 0, Telefax: +49 61 03 77 12 34, Website: www.pei.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Es wurden keine Falle von Uberdosierung berichtet.

5.    PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihamorrhagika: Blutgerinnungsfaktor IX ATC-Code: B02BD04.

Faktor IX ist ein einkettiges Glykoproteid mit einer Molekulmasse von ca. 68.000 Dalton. Es handelt sich um einen Vitamin-K-abhangigen Blutgerinnungsfaktor, der in der Leber synthetisiert wird. Faktor IX wird durch Faktor XIa uber den intrinsischen Gerinnungsweg und durch den Komplex aus Faktor VII und Gewebefaktor-uber den extrinsischen Gerinnungsweg aktiviert. Der aktivierte Faktor IX aktiviert in Kombination mit aktiviertem

Faktor VIII den Faktor X. Aktivierter Faktor X wandelt dann Prothrombin in Thrombin um. Thrombin wiederum wandelt Fibrinogen in Fibrin um, und es bildet sich ein Gerinnsel. Hamophilie B ist eine geschlechtsgebundene erbliche Storung der Blutgerinnung aufgrund eines zu niedrigen Faktor-IX-Spiegels, die zu starken Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren Organen fuhrt, entweder spontan oder in Folge eines Unfalls oder operativen Traumas. Durch die Substitutionstherapie wird der Faktor-IX-Spiegel im Plasma erhoht, wodurch es zu einer vorubergehenden Korrektur des Faktor-IX-Mangels und der Blutungstendenz kommt.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

In einer randomisierten Doppelblind-Vergleichsstudie wurde die Pharmakokinetik von AlphaNine® (SD/virusfiltriert) mit dem nicht-virusfiltrierten Vorgangerprodukt verglichen. Faktor IX wurde so dosiert, dass bei den Hamophilie-B-Patienten (< 1 I.E. Faktor IX/dl) Spitzenkonzentrationen im Plasma von ca. 50 Einheiten/dl erreicht wurden. 72 Stunden nach der Infusion wurden Blutproben entnommen. Die mittlere Halbwertszeit fur AlphaNine® betrug 21,3 Stunden und die mittlere in vivo-Recovery betrug 58,8%. Nach Berucksichtigung der infundierten Dosis betrug die mittlere Flache unter der Kurve (AUC = area under the curve) 1293,7 h.I.E./dl. Als Plasmahalbwertzeit (MRT = Mean Residence Time) fur AlphaNine® wurden 28,14 Stunden berechnet, die Clearance betrug 3,27 dl/h.

Je nach Schweregrad der Blutung, Verletzung oder Gewebeschadigung kann sich die biologische Halbwertszeit verringern. Dies muss bei der Bestimmung der Dosierung in Betracht gezogen werden.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherheit

Der in AlphaNine® enthaltene humane Blutgerinnungsfaktor IX ist ein normaler Bestandteil des menschlichen Plasmas und hat die gleiche Wirkung wie korpereigener Faktor IX. Einzeldosen, die um das Mehrfache hoher sind als die in der Humanmedizin empfohlene Dosierung pro Kilogramm Korpergewicht, zeigen bei Versuchstieren im Labor keine toxische Wirkung.

Toxizitatsuntersuchungen mit Einzelgaben sind insofern gegenstandslos, als hohere Dosen zu Volumenuberlastung fuhren.

Die Thrombogenitat von AlphaNine® in Tieren ist entscheidend niedriger als die von Faktor-IX-Komplexen. AlphaNine® zeigte im direkten Test mit dem Wessler-Rabbit-Stasis-Modell fur Thrombogenitat bei einer Dosierung von 200 I.E. Faktor IX/kg Korpergewicht keine Anzeichen von Thrombogenitat.

Toxizitatsuntersuchungen nach mehrmaliger Verabreichung lassen sich im Tierversuch wegen des storenden Einflusses der dabei entstehenden Antikorper gegen heterologes Protein nicht durchfuhren.

Da sich aus der klinischen Verwendung kein Hinweis auf kanzerogene oder mutagene Auswirkungen von humanem Blutgerinnungsfaktor IX ergibt, gelten experimentelle Studien, vor allem an heterologen Spezies, als nicht erforderlich.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der Sonstigen Bestandteile

D-Glucose, Heparin, Natriumchlorid, Natriumcitrat, Wasser fur Injektionszwecke (Losungsmittel).

6.2    Inkompatibilitaten

AlphaNine® darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Es sollte nur das mitgelieferte Infusionsset verwendet werden, da ein Therapieversagen auf Grund der Adsorption von Blutgerinnungsfaktor IX an den Innenflachen einiger anderer Infusionssets auftreten kann.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur    die Aufbewahrung

Im Kuhlschrank lagern (2°C - 8°C).

Nicht einfrieren. Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Glasflasche vom Typ I mit 500 oder 1000 I.E. Faktor IX (Trockensubstanz) und vorgefullte Glasspritze vom Typ I mit 10 ml Wasser fur Injektionszwecke (Losungsmittel).

Beigefugte Medizinprodukte zur Rekonstitution und Verabreichung von AlphaNine® sind: Microfilter, Butterfly-Kanule (Infusions-Set), Transferadapter, 2 Alkoholtupfer.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nach Ablauf des auf dem Etikett angegebenen Verfalldatums darf AlphaNine® nicht mehr verwendet werden.

AlphaNine® enthalt keine Konservierungsstoffe und sollte daher unmittelbar nach der Rekonstitution verabreicht werden.

Bei der Rekonstitution und Verabreichung aseptische Techniken anwenden.

Nicht verwendete Losung darf nicht zur spateren Anwendung aufbewahrt werden bzw. darf nicht im Kuhlschrank gelagert werden.

Herstellung der Injektionslosung:

1.    Produktflasche und Spritze auf Raumtemperatur bringen.

2.    Den Plastikkolben in die Spritze mit dem Losungsmittel eindrehen, wobei die Plastikmanschette in diesem Bereich unter keinen Umstanden entfernt werden darf.

3.    Folie von der Filterverpackung abziehen. Verschlusskappe von der Spritzenspitze entfernen und Spritze auf den Filter drehen.

4.    Transferadapter aus der Verpackung nehmen und auf die Spritze mit dem Filter setzen.

5.    Kunststoffdeckel von der Produktflasche entfernen und den Gummistopfen mit dem beigepackten Alkoholtupfer desinfizieren.

6.    Spritze mit Filter und Transferadapter uber die Produktflasche halten und den Gummistopfen mit der Kanule des Transferadapters durchstechen.

7.    Nun durch Drucken des Spritzenkolbens das gesamte Wasser fur Injektionszwecke aus der Spritze in die Produktflasche uberfuhren.

8.    Spritze mit Produktflasche vorsichtig schwenken bis das Lyophilisat vollstandig gelost ist. Wie fur jede parenterale Losung gilt, dass sie nicht verwendet werden darf, wenn das Lyophilisat nicht vollstandig aufgelost ist oder Partikel sichtbar sind.

9.    Spritze mit Filter kurz von der Produktflasche mit Transferadapter trennen, um das Vakuum zu entfernen.

10.    Produktflasche mit aufgesetzter Spritze umdrehen und Losung durch den Filter in die Spritze aufziehen.

11.    Injektionsstelle vorbereiten. Spritze vom Filter mit Adapter trennen. Beigepackte Butterfly-Kanule aufsetzen, entluften und Losung intravenos injizieren.

Mit einer Infusionsgeschwindigkeit von maximal 10 ml/min. verabreichen.

Die Losung sollte klar oder leicht opaleszent sein. Keine Losungen verwenden, die trub sind oder einen Bodensatz aufweisen.

Das rekonstituierte Produkt sollte visuell auf Partikel und Verfarbung gepruft werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG UND HERSTELLER

Zulassungsinhaber:

Grifols Deutschland GmbH Lyoner StraBe 15 60528 Frankfurt Tel.: 069/660 593 100 Fax: 069/660 593 110

Hersteller, der das Fertigarzneimittel fur das Inverkehrbringen freigegeben hat: Instituto Grifols, S.A.

Can Guasc, 2 - Parets del Valles E-08150 Barcelona

Produkthersteller:

Grifols Biologicals Inc.

5555 Valley Boulevard Los Angeles, CA 90032-3548

8.    ZULASSUNGSNUMMERN

AlphaNine® 500:    6408.00.00

AlphaNine® 1000:    6408.01.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG /    VERLANGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Juli 1985

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 07. November 2005

10.    STAND DER INFORMATION

08/2014

11.    VERSCHREIBUNGSSTATUS / APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

12. HERKUNFTSLAND DES BLUTPLASMAS

Das zur Herstellung von AlphaNine® verwendete Blutplasma stammt aus den USA.

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Alphanine 1000