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Amantadin hexal 100 mg filmtabletten



Gebrauchsinformation Amantadin hexal 100 mg filmtabletten

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Amantadin HEXAL® 100 mg Filmtabletten Wirkstoff: Amantadinhemisulfat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Amantadin HEXAL und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Amantadin HEXAL beachten?

3.    Wie ist Amantadin HEXAL einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Amantadin HEXAL aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1 Was ist Amantadin HEXAL und wofur wird es angewendet?

Amantadin HEXAL ist ein Arzneimittel, das die Virusvermehrung hemmt (Virustatikum) und die Symptome einer Parkinsonerkrankung verringert (Antiparkinsonmittel).

Amantadin HEXAL wird angewendet bei

•    Parkinson-Syndromen

Zur Behandlung von Symptomen der Parkinson'schen Krankheit wie z. B. Steifheit (Rigor), Zittern (Tremor) und Bewegungsarmut bzw. Unbeweglichkeit (Hypo- bzw. Akinese) sowie der durch bestimmte Arzneimittel (Neuroleptika und ahnlich wirkende Arzneimittel) bedingten parkinsonahnlichen Bewegungsstorungen (extrapyramidale Symptome wie Fruhdyskinesie, Bewegungsdrang [Akathisie], durch Medikamente ausgeloster Parkinsonismus [Parkinsonoid]).

•    Chemoprophylaxe und Chemotherapie der Virusgrippe Typ A (echte Grippe, Influenza-A)

Zur vorbeugenden Behandlung einer Infektion bei ungeimpften Personen oder bei geimpften Personen im Rahmen von Epidemien mit einem nicht von der Impfung erfassten Virus des Typs A, wenn und solange Infektionsgefahr besteht.

Die Behandlung mit Amantadin HEXAL ist so rasch wie moglich, spatestens 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung zu beginnen und sollte 1-2 Tage uber das Abklingen der Krankheitserscheinungen hinaus fortgefuhrt werden.

Hinweis

Voraussetzung der Anwendung von Amantadin HEXAL in der Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe Typ A ist eine arztliche Kontrolle der Behandlung sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen wahrend des gesamten Behandlungszeitraumes.

•    Vigilanzminderung

Zur Fortsetzung der bei Vigilanzminderung bei postkomatosen Zustanden verschiedener Genese im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes mit Amantadin-Infusionslosung begonnenen Behandlung bis zu 4 Wochen.

2 Was sollten Sie vor der Einnahme von Amantadin HEXAL beachten?

Amantadin HEXAL darf nicht eingenommen werden

•    wenn Sie allergisch gegen Amantadin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

•    bei schwerer, nicht kompensierter Herzmuskelschwache (Stadium NYHA IV)

•    bei bestimmten anderen Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien, Myokarditiden)

•    bei Uberleitungsstorungen des Herzens (Blockierung der Reizleitung zwischen Vorhof und Kammer des Herzens, d. h. AV-Block Grad II und III)

•    bei langsamem Herzschlag (unter 55 Schlage pro Minute)

•    bei bestimmten im EKG erkennbaren Besonderheiten (bekanntes langes QT-Intervall oder erkennbare U-Wellen)

•    bei Fallen von angeborenem QT-Syndrom, einer vererbten Herzkrankheit, bei einem Ihrer leiblichen Verwandten

•    bei einer Vorgeschichte von schwerwiegenden Herzrhythmusstorungen (ventrikulare Arrhythmien einschlieGlich Torsade de pointes)

•    bei Verminderung von Kalium oder Magnesium im Blut.

Amantadin HEXAL darf nicht in Kombination mit Budipin oder anderen QT-verlangernden Arzneimitteln (siehe Abschnitt „Einnahme von Amantadin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln“) verabreicht werden.

Warnhinweise und VorsichtsmaGnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Amantadin HEXAL einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Amantadin HEXAL ist erforderlich,

wenn Sie unter folgenden Zustanden leiden:

•    VergroGerung der Vorsteherdruse (Prostatahypertrophie)

•    erhohtem Augeninnendruck wie z. B. bei grunem Star (Engwinkelglaukom)

•    Nieren- und Leberfunktionsstorungen (Niereninsuffizienz verschiedener Schweregrade) (siehe „Weitere wichtige Informationen zur Anwendung von Amantadin HEXAL “)

•    vorbestehenden oder bestehenden Erregungs- und Verwirrtheitszustanden

•    deliranten Syndromen sowie schwerwiegenden psychischen Storungen (exogene Psychosen)

•    wenn Sie mit dem Wirkstoff Memantin behandelt werden (siehe Abschnitt „Einnahme von Amantadin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

•    Kreislaufbeschwerden

•    Magen-Darmgeschwuren

•    immer wieder auftretenden Hautkrankheiten, wiederkehrendem Ekzem oder Allergien

•    krankhafter Muskelschwache (Myasthenia gravis)

•    Anschwellen von Handen und FuGen

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuer bemerken, dass Sie einen Drang oder ein Verlangen entwickeln, sich in einer fur Sie ungewohnlichen Weise zu verhalten, und Sie dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen konnen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden konnen. Dies nennt man Impulskontrollstorungen und dazu gehoren Verhaltensweisen wie z. B. Spielsucht, ubermaGiges Essen oder Geldausgeben, ein abnorm starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken oder Gefuhle. Ihr Arzt muss moglicherweise Ihre Dosis anpassen oder das Arzneimittel absetzen.

Kinder und Jugendliche

Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor. Die Anwendung von Amantadin HEXAL ist bei Kindern ab 5 Jahre nur zur Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen. Bei Kindern wurde abnorm tiefe Korpertemperatur (Hypothermie) beobachtet. Wenn Sie dies bei Ihrem Kind feststellen, sollten Sie Ihren Arzt informieren.

Altere Patienten

Bei alteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszustanden sowie mit deliranten Syndromen, sollte mit Vorsicht dosiert werden (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Amantadin HEXAL einzunehmen?“).

Weitere wichtige Informationen zur Anwendung von Amantadin HEXAL

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach wird Ihr Arzt ein EKG (50 mm/s) schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell bestimmen. Bei Dosiserhohungen zu einem spateren Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und 2 Wochen nach Dosiserhohung geschrieben werden. Danach wird Ihr Arzt EKG-Kontrollen zumindest jahrlich vornehmen.

Sobald Herzklopfen, Schwindelgefuhl oder kurzdauernde Bewusstlosigkeit auftreten, beenden Sie bitte sofort die Einnahme von Amantadin HEXAL und fragen Sie Ihren Arzt um Rat, damit er Ihren Herzrhythmus untersuchen kann. Wenn keine Herzrhythmusstorungen vorliegen, kann Amantadin HEXAL unter Berucksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind mdglich?“).

Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht moglich. Daher wird Ihr Arzt die Entscheidung uber eine Therapie mit Amantadin HEXAL in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen treffen.

Bei eingeschrankter Nierenfunktion besteht die Gefahr der Wirkstoffanhaufung durch eine Verschlechterung der Ausscheidungsleistung der Nieren. Es kann zum Auftreten von Uberdosierungserscheinungen kommen. Deshalb ist eine sorgfaltige arztliche Einstellung der Dosierung sowie die Uberwachung und Messung der glomerularen Filtrationsrate wahrend der Behandlung mit Amantadin HEXAL erforderlich (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Amantadin HEXAL einzunehmen?“).

Bei Patienten mit hirnorganischem Psychosyndrom (Hirnleistungsstorungen) und vorbestehendem Krampfleiden erfordert die Anwendung von Amantadin HEXAL besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfalle auftreten konnen (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Amantadin HEXAL einzunehmen?“ und Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind mdglich?“).

Patienten mit bekannter Anfallsneigung auch in der Vorgeschichte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen mussen wahrend der gleichzeitigen Behandlung mit Amantadin HEXAL unter regelmaGiger arztlicher Kontrolle stehen.

Sie sollten ein plotzliches Absetzen von Amantadin HEXAL vermeiden, da es bei Parkinson-Patienten zu starker Verschlechterung der Bewegungsablaufe bis hin zur Bewegungsunfahigkeit kommen kann.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von geistig-seelischen Erkrankungen) ist im Falle des plotzlichen Absetzens von Amantadin HEXAL die Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen Zustandes gegeben (malignes neuroleptisches Syndrom). Dieser Zustand geht mit plotzlich hoher Korpertemperatur, Muskelstarre und Storungen des vegetativen Nervensystems einher.

Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss, SchweiGausbruche, erhohte Korpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive Verstimmungen beobachtet. Sie sind unter Beachtung der Neben- und Wechselwirkungen von Amantadin HEXAL zu behandeln.

Falls Beschwerden beim Wasserlassen auftreten, sollten Sie den behandelnden Arzt aufsuchen.

Sollten Sie Symptome wie Sehstorungen (Visusverlust) oder Verschwommensehen beobachten, suchen Sie einen Augenarzt auf, um ein Hornhautodem als Ursache auszuschlieGen. Wird bei Ihnen ein Hornhautodem diagnostiziert, so wird Ihr Arzt Amantadin HEXAL absetzen. Ein durch Amantadin HEXAL verursachtes Hornhautodem ist im Allgemeinen innerhalb eines Monats reversibel.

Einnahme von Amantadin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Amantadin HEXAL darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln eingenommen werden, fur die eine Verlangerung des QT-Intervalls, einer bestimmten Zeitspanne im EKG, bekannt ist. Beispiele sind:

•    bestimmte Arzneimittel gegen Herzrhythmusstorungen (Antiarrhythmika der Klasse IA wie z. B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid und der Klasse III wie Amiodaron, Sotalol)

•    bestimmte Arzneimittel gegen Wahnvorstellungen (Antipsychotika wie z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid)

•    bestimmte Mittel gegen Depressionen (tri- und tetrazyklische Antidepressiva wie z. B. Amitriptylin)

•    bestimmte Mittel gegen Heuschnupfen (Antihistaminika wie z. B. Astemizol, Terfenadin)

•    bestimmte Mittel gegen Pilz- und Bakterieninfektionen (Makrolidantibiotika wie z. B. Erythromycin, Clarithromycin)

•    bestimmte Mittel gegen Bakterieninfektionen (Gyrasehemmer wie z. B. Sparfloxacin)

•    bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen (Azol-Antimykotika)

• sowie weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol, Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil

Diese Aufzahlung kann nicht vollstandig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von Amantadin HEXAL mit einem anderen Arzneimittel wird Ihr Arzt prufen, ob eine Wechselwirkung durch Verlangerung des QT-Intervalls (eine bestimmte Zeitspanne im EKG) zwischen diesem Mittel und Amantadin HEXAL moglich ist. Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie neben Amantadin HEXAL noch weitere Arzneimittel einnehmen oder kurzlich eingenommen haben.

Es ist moglich, Amantadin HEXAL mit anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinson'schen Krankheit zu kombinieren. Zur Vermeidung von Nebenwirkungen (wie z. B. geistig-seelische Reaktionen) kann eine Dosisverringerung der anderen Arzneimittel bzw. der Kombination notwendig werden.

Die zusatzliche Gabe von Amantadin bei Parkinson-Patienten zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe vom Typ A ist nicht sinnvoll und wegen der Gefahr der Uberdosierung zu vermeiden.

Es liegen keine gezielten Untersuchungen uber das Auftreten von Wechselwirkungen nach Verabreichung von Amantadin HEXAL mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. mit Levodopa, Bromocriptin, Trihexyphenidyl etc.) oder Memantin vor (siehe Abschnitt 4).

Bei gleichzeitiger Therapie mit Amantadin HEXAL und den im Folgenden aufgefuhrten Arzneimittelgruppen bzw. Wirkstoffen kann es zu den im Folgenden beschriebenen Wechselwirkungen kommen:

Anticholinergika

Verstarkung von Nebenwirkungen von Substanzen, die die Wirkung von Acetylcholin unterdrucken, namlich Anticholinergika (Verwirrtheitszustande und Halluzinationen) bei Kombination mit z. B. Trihexyphenidyl, Benzatropin, Scopolamin, Biperiden, Orphenadrin, etc.

Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika (Substanzen, die auf den Sympathikus, einen Anteil des vegetativen Nervensystems, stimulierend wirken)

Verstarkung der zentralen Wirkung von Amantadin

Alkohol

Verminderung der Alkoholtoleranz Levodopa (Antiparkinsonmittel)

Gegenseitige Verstarkung der therapeutischen Wirkung. Deshalb kann Levodopa mit Amantadin HEXAL kombiniert werden.

Memantin (Mittel zur Behandlung der Alzheimer-Demenz)

Memantin kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Amantadin HEXAL verstarken (siehe Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Amantadin HEXAL ist erforderlich“).

Andere Arzneimittel

Die gleichzeitige Gabe bestimmter harntreibender (entwassernder) Arzneimittel (Diuretika) vom Typ der Kombination Triamteren/Hydrochlorothiazid kann die Ausscheidung von Amantadin verringern und zu gesundheitsschadlichen (toxische) Plasmakonzentrationen mit Storung des Bewegungsablaufes, Schuttelkrampf und Verwirrtheit fuhren. Deshalb sollte eine gleichzeitige Verabreichung von Amantadin HEXAL mit solchen Arzneimitteln unterbleiben.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch fur vor Kurzem angewendete Arzneimittel gelten konnen.

Einnahme von Amantadin HEXAL zusammen mit Nahrungsmitteln, Getranken und Alkohol

Vermeiden Sie die Einnahme alkoholhaltiger Getranke, da Amantadin HEXAL deren Vertraglichkeit mindert.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebarfahigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Frauen im gebarfahigen Alter mussen wahrend der Behandlung Behandlung und uber funf Tage nach dem Absetzen von Amantadin hinaus eine zuverlassige Verhutungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Es besteht der Verdacht, dass Amantadin HEXAL Schwangerschaftskomplikationen und Fehlbildungen auslosen kann. Amantadin, der Wirkstoff aus Amantadin HEXAL , erwies sich in Tierstudien als fruchtschadigend. Daher durfen Sie Amantadin HEXAL in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn Ihr Arzt halt die Behandlung fur zwingend erforderlich. Im Falle einer Therapie in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft sollte Ihnen Ihr Arzt die Durchfuhrung einer Ultraschallfeindiagnostik anbieten.

Stillzeit

Da der Wirkstoff in die Muttermilch ubertritt und moglicherweise Nebenwirkungen beim Saugling auslosen kann (Hautausschlag, Harnverhalten, Erbrechen), sollten stillende Frauen Amantadin HEXAL nicht einnehmen.

Zeugungs-/Gebarfahigkeit

Bei Tieren reduzierte der Wirkstoff von Amantadin HEXAL die Fertilitat.

Verkehrstuchtigkeit und Fáhigkeit zum Bedienen von Maschinen

Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit und Wachheit (Vigilanz) und Anpassung des Auges in Bezug auf das Sehvermogen (Akkommodation) sind - auch im Zusammenwirken mit anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinsonsyndrome - nicht auszuschlieBen. Zu Beginn der Behandlung kann es daher - uber die krankheitsbedingten Einschrankungen hinaus - zu einer Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen.

Sie konnen dann auf unerwartete und plotzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt reagieren. Fahren Sie deshalb nicht ohne Rucksprache mit Ihrem Arzt Auto oder andere Fahrzeuge bzw. bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen. Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstuchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Amantadin HEXAL enthált Lactose

Dieses Arzneimittel enthalt Lactose. Bitte nehmen Sie Amantadin HEXAL daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3 Wie ist Amantadin HEXAL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Amantadin HEXAL nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Amantadin HEXAL sonst nicht richtig wirken kann!

Die empfohlene Dosis betrágt

Parkinson-Syndrome

Die Behandlung der Parkinson-Syndrome und medikamentos bedingten Bewegungsstorungen erfolgt in der Regel einschleichend. Die jeweils erforderliche Dosis sowie die Dauer der Behandlung richten sich nach Art und Schwere des Krankheitsbildes und werden vom behandelnden Arzt festgelegt. Das Arzneimittel darf nicht eigenmachtig abgesetzt werden.

Zur Einstellung des Patienten wird in den ersten 4-7 Tagen 1-mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL (entsprechend 100 mg Amantadinhemisulfat/Tag) eingenommen und dann wochentlich um die gleiche Dosis gesteigert, bis eine Erhaltungsdosis von 2-mal taglich 1-3 Filmtabletten Amantadin HEXAL (entsprechend 200-600 mg Amantadinhemisulfat/Tag) erreicht wurde. Nach Rucksprache mit dem behandelnden Arzt kann die Tagesdosis auch uber 3 Einnahmen/Tag verteilt werden.

Bei alteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszustanden sowie mit deliranten Syndromen, sollte mit einer geringeren Dosis begonnen werden.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit anderen Antiparkinsonmitteln wird Ihr Arzt die Dosierung individuell fur Sie bestimmen.

Falls Sie bereits mit einer Amantadin-Infusionslosung vorbehandelt wurden, kann Ihr Arzt die Anfangsdosis hoher wahlen.

Bei akuter Verschlechterung der Parkinsonsymptomatik im Sinne einer akinetischen Krise wird Ihr Arzt eine Amantadin-Infusionsbehandlung anwenden.

Chemoprophylaxe und Chemotherapie der Virusgrippe Typ A

Zur vorbeugenden Behandlung der Virusgrippe Typ A sollte Amantadin HEXAL moglichst vor Ansteckung oder sobald wie moglich nach dem ersten Kontakt verabreicht und danach fur 10 Tage weitergegeben werden. Bei wiederholter Ansteckungsgefahr wird eine vorbeugende Verabreichung uber 3 Monate empfohlen, da sich der Ansteckungszeitraum der Virusgrippe Typ A auf die Zeit vor bis ca. 1 Woche nach Ausbruch der typischen Krankheitszeichen erstreckt.

Soweit nicht anders verordnet, erhalten Kinder ab 5 Jahre

1- mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL (entsprechend 100 mg Amantadinhemisulfat/Tag)

Kinder ab 10 Jahre oder ab 45 kg Korpergewicht

2- mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL (entsprechend 2-mal 100 mg Amantadinhemisulfat/Tag) Erwachsene bis 64 Jahre

2-mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL oder 1-mal taglich 2 Filmtabletten Amantadin HEXAL (entsprechend 200 mg Amantadinhemisulfat/Tag)

Erwachsene ab 65 Jahre

sollten sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung 1-mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL (entsprechend 100 mg Amantadinhemisulfat/Tag) erhalten, da bei mindestens 50 % dieser Patienten mit einer eingeschrankten Nierenleistung zu rechnen ist.

Vigilanzminderung

Zur Fortsetzung der Behandlung bei Vigilanzminderung nach vorheriger Infusionstherapie mit Gaben von 2 Filmtabletten Amantadin HEXAL (entsprechend 200 mg Amantadinhemisulfat) taglich bis zu 4 Wochen.

Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion

Wenn die Funktion Ihrer Nieren eingeschrankt ist, wird Ihr Arzt die Hohe der Dosis an das AusmaG der verringerten Nierenclearance, also die Einheit der Blutplasmamenge, die beim Durchfluss durch die Niere bei einer Nierenfunktionsprufung in 1 Minute vollstandig von der harnpflichtigen Testsubstanz befreit wird (gemessen an der glomerularen Filtrationsrate = GFR), anpassen.

Art und Dauer der Anwendung

Nehmen Sie die Filmtabletten mit etwas Flussigkeit vorzugsweise morgens und nachmittags ein. Die letzte Tagesdosis soll nicht nach 16 Uhr eingenommen werden.

Die Filmtabletten konnen in gleiche Dosen geteilt werden.

Das Arzneimittel darf nicht eigenmachtig abgesetzt werden. Die Dauer der Behandlung wird von Ihrem Arzt bestimmt. Sie richtet sich nach Ihrer Erkrankung und Ihrer individuellen Reaktion.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Amantadin HEXAL zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groftere Menge von Amantadin HEXAL eingenommen haben, als Sie sollten

Informieren Sie bzw. Ihre Angehorigen einen Arzt und lassen Sie sich ins Krankenhaus einweisen, wenn der akute Vergiftungszustand gekennzeichnet ist durch Ubelkeit, Erbrechen, Ubererregbarkeit, Zittern, Gangunsicherheit, Verschwommensehen, Schlafrigkeit, Depression, Sprechstorungen und das Gehirn betreffende (zerebrale) Krampfanfalle. (In einem Fall wurde uber eine maligne kardiale Arrhythmie berichtet.) Verwirrtheitszustande mit Trugbildern bis hin zum Koma sowie Muskelzuckungen wurden bei gleichzeitiger Einnahme von Amantadin HEXAL mit anderen Antiparkinsonmitteln beobachtet.

Da keine spezifische medikamentose Therapie oder kein Antidot bekannt sind, wird Ihr Arzt bei Uberdosen der eingenommenen Filmtabletten Erbrechen auslosen oder eine Magenspulung vornehmen. Aufgrund der geringen Dialysierbarkeit von Amantadin (ca. 5 %) ist eine Reinigung des Blutes durch Dialyse (Hamodialyse) nicht sinnvoll.

Bei vital bedrohlichen Intoxikationen sind daruber hinaus IntensivuberwachungsmaGnahmen erforderlich. Ferner kommen Flussigkeitszufuhr, Ansauerung des Urins zur schnelleren Ausscheidung der Substanz, gegebenenfalls Sedierung, krampflosende (antikonvulsive) MaGnahmen und Antiarrhythmika (Lidocain i.v.) zur Behandlung in Frage. Zur Behandlung neurotoxischer Symptome (wie oben beschrieben) kann Ihr Arzt bei Erwachsenen die intravenose Gabe von 1-2 mg Physostigmin alle 2 Stunden, bei Kindern von 0,5 mg 2-mal in Abstanden von 5-10 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 2 mg versuchen. Ihr Arzt wird gegebenenfalls eine EKG-Uberwachung durchfuhren und Umstande, die das Auftreten von Herzrhythmusstorungen begunstigen, z. B. Elektrolytstorungen (Kalium- oder Magnesiummangel im Blut) oder verlangsamten Herzschlag sorgfaltig beobachten.

Wenn Sie die Einnahme von Amantadin HEXAL vergessen haben

Nehmen Sie bitte auf keinen Fall die doppelte Dosis ein, sondern Ihre vom Arzt verordnete Einzeldosis normal weiter ein.

Wenn Sie die Einnahme von Amantadin HEXAL abbrechen

Sie durfen das Arzneimittel auf keinen Fall eigenmachtig absetzen.

Bitte informieren Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie die Einnahme z. B. wegen Unvertraglichkeiten oder bei Besserung Ihres Krankheitsbildes beenden wollen. Sie sollten die Einnahme nicht plotzlich beenden, da es sonst zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes und zu Absetzerscheinungen kommen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4 Welche Nebenwirkungen sind moqlich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen. Sollten Sie folgende Nebenwirkungen bei sich beobachten, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt, der dann festlegt, wie weiter zu verfahren ist.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Haufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Erkrankunqen des Nervensystems

Haufig: Schwindel

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Lethargie, Storungen der Bewegungskoordination, Sprachstorungen Selten: Zittern (Tremor), Storungen des Bewegungsablaufes (Dyskinesie), Schuttelkrampfe Sehr selten: Auslosung epileptischer Anfalle, meist im Zusammenhang mit hoheren als den empfohlenen Dosen, Muskelzuckungen und Gefuhlsstorungen der GliedmaGen, Symptome ahnlich denen eines malignen neuroleptischen Syndroms

Psychiatrische Erkrankunqen

Haufig: Schlafstorungen, motorische und psychische Unruhe

Gelegentlich: Depression, Angstzustande, gehobene Stimmung, Agitiertheit, Nervositat, Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Albtraume.

Halluzinationen, Verwirrtheit und Albtraume treten haufiger auf, wenn Amantadin zusammen mit Anticholinergika verabreicht wird oder wenn der Patient an einer psychischen Storung leidet.

Selten: Verwirrtheit, Desorientierung, Psychosen

Berichtet wurde uber Delirium, Hypomanie und Manie. Ihre Inzidenz ist aber nicht ohne Weiteres aus der Literatur ersichtlich.

Besonders bei dazu veranlagten (pradisponierten) alteren Patienten konnen wahnhafte (paranoid gefarbte), mit optischen Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen (Storungen der Wahrnehmung und des Verhaltens) ausgelost werden. Diese unerwunschten Wirkungen konnen besonders in der Kombination von Amantadin HEXAL mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. Levodopa, Bromocriptin) oder Memantin haufiger auftreten.

Erkrankunqen der Niere und der Harnweqe

Haufig: Harnverhaltung bei VergroGerung der Vorsteherdruse (Prostatahypertrophie)

Selten: Harninkontinenz

Erkrankunqen der Haut und des Unterhautzellqewebes

Haufig: Ausbildung einer fur Amantadin charakteristischen Hautreaktion, einer Livedo reticularis (Bild einer

"marmorierten Haut"), zuweilen verbunden mit Wasseransammlungen im FuGknochel- und

Unterschenkelbereich

Gelegentlich: Schwitzen

Selten: Hautausschlag (Exanthem)

Sehr selten: erhohte Sensibilitat der Haut auf UV-Licht

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Haufig: Ubelkeit, Mundtrockenheit

Gelegentlich: Erbrechen, Verstopfung, Appetitlosigkeit

Selten: Durchfall

Erkrankungen des Herzens

Gelegentlich: Palpitationen

Sehr selten: Herzrhythmusstorungen wie ventrikulare Tachykardie, Kammerflimmern, Torsade de pointes und QT-Verlangerungen. In den meisten dieser Falle lagen Uberdosierungen, bestimmte Ko-Medikationen oder Risikofaktoren fur Herzrhythmusstorungen vor (siehe die Abschnitte “Was sollten Sie vor der Einnahme von Amantadin HEXAL beachten” sowie “Einnahme von Amantadin HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln”); Herzrhythmusstorungen mit gesteigerter Herzschlagfolge; Herzversagen

Gefafterkrankungen

Haufig: Regulationsstorungen des Kreislaufes beim Stehen oder Aufstehen (orthostatische Dysregulation) Augenerkrankungen

Selten: Verschwommensehen, Veranderungen der Hornhaut und starker Verlust der Sehscharfe sowie Pupillenvergrosserung, Augenmuskellahmung.

Sehr selten: vorubergehender Sehverlust, gesteigerte Lichtempfindlichkeit Nicht bekannt: Hornhautodem, nach Absetzten reversibel

Sobald Sehstorungen (Visusverlust) oder Verschwommensehen auftreten, sollten Sie zum Ausschluss eines Hornhautodems einen Augenarzt aufsuchen (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Amantadin HEXAL ist erforderlich“ unter „Weitere wichtige Informationen zur Anwendung von Amantadin HEXAL “).

Erkrankungen des Blut- und des Lymphsystems

Sehr selten: das Blutbild betreffende (hamatologische) Nebenwirkungen, wie Leukopenie und Thrombozytopenie

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich: periphere Odeme

Nicht bekannt: Bei Kindern wurde nach Markteinfuhrung uber Hypothermie berichtet (siehe Abschnitt „Warnhinweise und VorsichtsmaRnahmen“)

Untersuchungen

Sehr selten: reversible Erhohung von Leberenzymen Es konnte sein, dass Sie folgende Nebenwirkungen bemerken:

Die Unfahigkeit, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden konnen; dazu gehoren:

•    Spielsucht, ohne Rucksicht auf ernste personliche oder familiare Konsequenzen

•    verandertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere stark beunruhigt, z. B. ein verstarkter Sexualtrieb

•    unkontrolliertes maGloses Einkaufen oder Geldausgeben

•    Essattacken (Verzehr grower Nahrungsmittelmengen innerhalb kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (Verzehr groGerer Nahrungsmengen als normal und uber das Sattigungsgefuhl hinaus)

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt; er wird mit Ihnen MaGnahmen zur Verhinderung oder Behebung der Symptome besprechen.

Bei Anwendung von Amantadin HEXAL zur Grippeprophylaxe treten haufig Schwindel, Nervositat, Gedachtnis-, Konzentrations- und Schlafstorungen sowie gelegentlich Stimmungsveranderungen, Albtraume und Wahnwahrnehmungen leichteren Grades auf. Ein Abbruch der Behandlung ist in der Regel nicht erforderlich.

Sehr selten wurde uber Selbsttotungsversuche bei mit Amantadin behandelten Patienten auch bei nur kurzfristiger Prophylaxe oder Behandlung der Virusgrippe A berichtet.

Bei auftretenden Nebenwirkungen wird Ihr behandelnder Arzt die geeigneten GegenmaGnahmen bestimmen. Bitte wenden Sie sich daher beim Auftreten von Unvertraglichkeitserscheinungen an Ihren behandelnden Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5 Wie ist Amantadin HEXAL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Blisterpackung nach “verwendbar bis” angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benotigen. Diese MaGnahme hilft die Umwelt zu schutzen.

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6 Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Amantadin HEXAL enthalt

Der Wirkstoff ist Amantadinhemisulfat.

1 Filmtablette enthalt 100 mg Amantadinhemisulfat.

Die sonstigen Bestandteile sind: mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstarke, Povidon K25, Talkum, Farbstoff Titandioxid

Hinweis fur Diabetiker 1 Filmtablette enthalt 0,01 BE.

Wie Amantadin HEXAL aussieht und Inhalt der Packung

Amantadin HEXAL sind weiGe, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Bruchkerbe.

Amantadin HEXAL ist in Packungen mit 30, 50, 60 und 100 Filmtabletten erhaltlich.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroGen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG IndustriestraGe 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0 Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH Otto-von-Guericke-Allee 1 39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Januar 2015.

Amantadin Hexal 100 mg Filmtabletten

Fachinformation Amantadin hexal 100 mg filmtabletten

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Amantadin HEXAL® 100 mg Filmtabletten Amantadin HEXAL® 200 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Amantadinhemisulfat

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Amantadin HEXAL 100 mg 1 Filmtablette enthalt 100 mg Amantadinhemisulfat.

Amantadin HEXAL 200 mg 1 Filmtablette enthalt 200 mg Amantadinhemisulfat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Amantadin HEXAL 100 mg

WeiGe, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Bruchkerbe. Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Amantadin HEXAL 200 mg

WeiGe, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Kreuzbruchkerbe. Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete Parkinson-Syndrome

•    zur Behandlung von Symptomen der Parkinson’schen Krankheit wie z. B. Rigor, Tremor und Hypo-bzw. Akinese

•    durch Neuroleptika und ahnlich wirkende Arzneimittel bedingte extrapyramidale Symptome wie Fruhdyskinesie, Akathisie, Parkinsonoid

Zusatzlich fur Amantadin HEXAL 100 mg

Chemoprophylaxe von Influenza-Infektionen bei ungeimpften Personen oder bei geimpften Personen im Rahmen von Epidemien mit einem von Impfstammen nicht erfassten Influenza-A-Subtyp, wenn und solange Infektionsgefahr besteht.

Chemotherapie der Influenza-A-Infektion

Beginn der Therapie so rasch wie moglich, spatestens 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung. Die Behandlung sollte 1-2 Tage uber das Abklingen der Symptome hinaus fortgefuhrt werden.

Hinweis

Voraussetzung der Anwendung von Amantadin HEXAL 100 mg in der Prophylaxe und Therapie der Virusgrippe A ist eine arztliche Kontrolle der Therapie sowohl von Einzelpersonen als auch von Kollektiven wahrend des gesamten Behandlungszeitraumes.

Vigilanzminderung

Zur Fortsetzung der bei Vigilanzminderung bei postkomatosen Zustanden verschiedener Genese im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes mit Amantadin-Infusionslosung begonnenen Behandlung bis zu 4 Wochen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung Dosierung

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei Dosiserhohungen zu einem spateren Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und 2 Wochen nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jahrlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwerten uber 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg von uber 60 ms unter Amantadin oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschlieGen. Damit kann bei gleichzeitiger Beachtung der im Abschnitt 4.3 genannten Gegenanzeigen die sehr seltene, aber bedrohliche Nebenwirkung Torsade-de-pointes-Kammertachykardie verhindert werden.

Parkinson-Syndrome

Bei Parkinson-Syndromen und medikamentos bedingten Bewegungsstorungen erfolgt die Therapie in der Regel einschleichend; die jeweilige Dosis richtet sich nach dem therapeutischen Effekt.

Zur Einstellung des Patienten ist in den ersten 4-7 Tagen 1-mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 100 mg Amantadinhemisulfat pro Tag) zu verabreichen und dann wochentlich um die gleiche Dosis zu steigern, bis die Erhaltungsdosis erreicht ist.

Als wirksame Dosen sind 2-mal taglich 1-3 Filmtabletten Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 200600 mg Amantadinhemisulfat pro Tag) anzusehen.

Amantadin HEXAL 200 mg eignet sich zur Fortsetzung der mit Amantadin begonnenen Therapie. Die Ersteinstellung des Patienten sollte bereits mit Filmtabletten zu 100 mg Amantadinhemisulfat erfolgt sein.

Die wahrend der Therapie erreichte Erhaltungsdosis kann dann auf die Dosisstarke zu 200 mg (entsprechend 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 200 mg) umgestellt und fortgefuhrt werden.

Die Tageshochstdosis von 6 Filmtabletten Amantadin HEXAL 100 mg oder 3 Filmtabletten Amantadin HEXAL 200 mg (entsprechend 600 mg Amantadinhemisulfat/Tag) sollte nicht uberschritten werden.

Bei alteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszustanden sowie mit deliranten Syndromen, sollte mit einer geringeren Dosis begonnen werden.

Bei einer Kombinationsbehandlung mit anderen Antiparkinsonmitteln ist die Dosierung individuell anzupassen.

Falls bereits mit einer Amantadin-Infusionslosung vorbehandelt wurde, kann die Anfangsdosis hoher gewahlt werden.

Bei akuter Verschlechterung der Parkinsonsymptomatik im Sinne einer akinetischen Krise wird eine Amantadin-Infusionsbehandlung angewendet.

Zusatzlich fur Amantadin HEXAL 100 mg Chemoprophylaxe und -therapie von Influenza-A-Infektionen

Amantadin HEXAL 100 mg sollte moglichst vor Exposition oder so bald wie moglich nach dem ersten Kontakt, spatestens jedoch 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung, verabreicht und danach fur 10 Tage weitergegeben werden.

Bei wiederholter Exposition kann unter strenger Nutzen-Risiko-Abwagung eine vorbeugende Verabreichung uber 3 Monate empfohlen werden.

Im Allgemeinen erhalten • Kinder ab 5 Jahre

1- mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 100 mg Amantadinhemisulfat pro Tag)

•    Kinder ab 10 Jahre oder ab 45 kg Korpergewicht

2- mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 200 mg Amantadinhemisulfat pro Tag)

•    Erwachsene bis 64 Jahre

2-mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 100 mg oder 1-mal taglich 2 Filmtabletten Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 200 mg Amantadinhemisulfat pro Tag)

•    Erwachsene ab 65 Jahre

sollten vorbeugend und zur Behandlung 1-mal taglich 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 100 mg Amantadinhemisulfat pro Tag) erhalten, da bei mindestens 50 % dieser Personen mit einer eingeschrankten Nierenleistung zu rechnen ist (siehe Tabelle unter „Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion“).

Vigilanzminderung

Zur Fortsetzung der Behandlung bei Vigilanzminderung nach vorheriger Infusionstherapie mit Gaben von 2 Filmtabletten Amantadin HEXAL 100 mg (entsprechend 200 mg Amantadinhemisulfat pro Tag) taglich bis zu 4 Wochen.

Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion

Grundsatzlich ist bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion die Hohe der Dosis an das AusmaG der verringerten Nierenclearance (gemessen an der glomerularen Filtrationsrate = GFR) anzupassen wie folgt:

GFR (ml/min)

Dosierung

(Amantadinhemisulfat)

Dosierungsintervall

80-60

100 mg

alle 12 Stunden

60-50

200 mg und 100 mg* oder 150 mg**

jeden 2. Tag* abwechselnd oder 1-mal taglich**

50-30

100 mg

1-mal taglich

30-20

200 mg

2-mal wochentlich

20-10

100 mg

3-mal wochentlich

< 10 und Hamodialyse

200 mg und 100 mg

wochentlich oder jede 2. Woche

* zu erreichen durch abwechselnde Gaben von jeweils 1-mal 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 100 mg bzw. 1-mal %

Filmtablette Amantadin HEXAL 200 mg und 1-mal 2 Filmtabletten Amantadin HEXAL 100 mg bzw. 1-mal 1 Filmtablette Amantadin HEXAL 200 mg

** zu erreichen durch Gabe von 1-mal 1% Filmtabletten Amantadin HEXAL 100 mg bzw. 1-mal % und % Filmtablette Amantadin HEXAL 200 mg

Um die glomerulare Filtrationsrate (GFR) abschatzen zu konnen, darf folgende Naherung angewendet werden:

ClKr = (140-Alter) x Gewicht 72 x Kreatinin

wobei ClKr = Kreatininclearance in ml/min und

Kreatinin = Serumkreatinin in mg/100 ml ist

Der so berechnete Wert der Kreatininclearance gilt fur Manner, er betragt fur Frauen ca. 85 % und darf der Inulinclearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml/min) gleichgesetzt werden.

Amantadin ist nur bedingt dialysierfahig (ca. 5 %).

Art und Dauer der Anwendung

Die Filmtabletten werden mit etwas Flussigkeit, vorzugsweise morgens und nachmittags, eingenommen. Die letzte Tagesdosis soll nicht nach 16 Uhr eingenommen werden.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art und Schwere des Krankheitsbildes und wird vom behandelnden Arzt entschieden. Der Patient darf das Arzneimittel nicht eigenmachtig absetzen.

Ein plotzliches Absetzen der Einnahme von Amantadin HEXAL ist zu vermeiden, da es sonst bei Parkinson-Patienten zu einer starken Verschlechterung der extrapyramidalen Symptomatik bis hin zur akinetischen Krise kommen kann, und Absetzerscheinungen bis hin zu einem Delir auftreten konnen.

Kinder

Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor. Die Anwendung von Amantadin HEXAL ist bei Kindern ab 5 Jahre nur zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen.

Zusatzlich fur Amantadin HEXAL 100 mg

Chemoprophylaxe und -therapie der Virusgrippe Typ A

Die Anwendungsdauer ist begrenzt (siehe Ausfuhrungen unter Dosierung).

Vigilanzminderung

Die Anwendungsdauer bei Fortsetzung der Behandlung mit oralen Gaben sollte 4 Wochen nicht uberschreiten (siehe Abschnitt 4.1).

4.3 Gegenanzeigen

Amantadin darf nicht angewendet werden bei Patienten mit

•    Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

•    schwerer nicht kompensierter Herzinsuffizienz (Stadium NYHA IV)

•    Kardiomyopathien und Myokarditiden

•    AV-Block Grad II und III

•    vorbekannter Bradykardie unter 55 Schlage/min

•    bekanntem langem QT-Intervall (QTc nach Bazett > 420 ms) oder erkennbaren U-Wellen oder angeborenem QT-Syndrom in der Familienanamnese

•    einer Vorgeschichte von schwerwiegenden ventrikularen Arrhythmien einschlieGlich Torsade de pointes

•    gleichzeitiger Therapie mit Budipin oder anderen QT-verlangernden Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5)

•    Verminderung von Kalium und Magnesium im Blut.

Amantadin darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit

•    Prostatahypertrophie

•    Engwinkelglaukom

•    Niereninsuffizienz (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung der Filtrationsleistung der Nieren besteht die Gefahr der Kumulation, siehe Abschnitte 4.2 und 4.4)

•    Erregungs- und Verwirrtheitszustanden

•    deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen in der Anamnese

•    sowie bei Patienten, die mit Memantin behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaGnahmen fur die Anwendung

Bei Patienten mit zugrunde liegenden psychischen Storungen konnen verstarkt Halluzinationen, Verwirrung und Albtraume auftreten.

Bis zu 50 % aller Parkinson-Patienten zeigen depressive Symptome, was das Risiko von Suizidgedanken und Suizidversuchen wahrscheinlicher macht. Uber eine geringe Zahl von Suizidversuchen, einige mit todlichem Ausgang, wurde unter der Behandlung mit Amantadin berichtet. Rezepte sollten deshalb fur die geringste, mit guter Patientenbetreuung in Einklang stehende Menge ausgestellt werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Patienten, die an einem rezidivierenden Ekzem, einem Magenulkus, oder an kardiovaskularen Storungen leiden oder gelitten haben.

Wahrend der Behandlung mit Amantadin konnen periphere Odeme auftreten, die vermutlich auf lokalen GefaGstorungen beruhen. Dies ist bei Patienten mit anamnestischen Hinweisen auf eine Herzinsuffizienz zu beachten.

Amantadin sollte bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstorungen nur mit Vorsicht angewendet werden. Im Fall einer Nierenfunktionsstorung sollte die Dosierung entsprechend der individuellen Kreatinin-Clearance angepasst werden. Die Amantadin Plasmaspiegel sollten uberwacht werden. Bei Patienten, die sich auf Grund eines Nierenversagens einer Hamodialyse unterziehen mussen, sollte die Dosierung vorsichtig angepasst werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.9).

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei Dosiserhohungen zu einem spateren Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und 2 Wochen nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jahrlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwerten uber 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg von uber 60 ms unter Amantadin HEXAL oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin HEXAL sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschlieGen.

Bei Risikogruppen fur Elektrolytstorungen, z. B. Diuretikamedikation, haufigem Erbrechen und/oder Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder anorektischen Zustanden sind adaquate Laborkontrollen und ein entsprechender Elektrolytausgleich durchzufuhren, insbesondere fur Kalium und Magnesium.

Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen mussen wahrend der gleichzeitigen Behandlung mit Amantadin HEXAL unter regelmaGiger arztlicher Kontrolle stehen. Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin HEXAL abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlangerung zu untersuchen. Wenn keine QT-Verlangerung vorliegt, kann Amantadin HEXAL unter Berucksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht moglich. Daher muss die Entscheidung uber eine Amantadin-Therapie in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen individuell erfolgen.

Die zusatzliche Gabe von Amantadin bei Parkinson-Patienten zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A ist nicht sinnvoll und wegen der Gefahr der Uberdosierung zu vermeiden.

Kinder

Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor. Die Anwendung von Amantadin 100 mg ist bei Kindern ab 5 Jahre nur zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen.

Bei Kindern wurde Hypothermie beobachtet. Daher ist bei der Anwendung zur Influenza-Prophylaxe besondere Vorsicht geboten.

Da Amantadin anticholinerge Effekte hat und eine Mydriasis bewirken kann, sollte es Patienten mit unbehandeltem Engwinkelglaukom nicht verabreicht werden.

Abbruch der Behandlung

Ein abruptes Absetzen von Amantadin kann zu einer Verschlimmerung der Symptome der Parkinson’schen Erkrankung oder zu Symptomen, die einem malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) gleichen, fuhren, sowie zu Katatonie oder zu kognitiven Manifestationen (z. B. Konfusionen, Verwirrtheit, Verschlechterung des mentalen Zustands oder Delirien).

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin behandelt wurden, existieren Einzelberichte, die einen moglichen Zusammenhang zwischen der Exazerbation des malignen neuroleptischen Syndroms oder der durch Neuroleptika induzierten Katatonie und dem Absetzen von Amantadin vermuten lassen.

Demzufolge sollte die Behandlung mit Amantadin nicht abrupt abgesetzt werden.

Resistenz

Amantadin und Rimantadin entwickeln bei wiederholtem Kontakt in Influenza-Virenstammen in vitro, wie auch in vivo relativ rasch eine Resistenz. Influenza A-Viren, die resistent gegen Amantadin oder Rimantadin sind, konnen uberhand nehmen, wenn diese Arzneistoffe fur die Behandlung verwendet werden. Es ist offensichtlich moglich, dass eine Transmission von resistenten Viren fur das Versagen von Prophylaxe in Haushalten und Heimen verantwortlich ist. Es gibt jedoch keinen Hinweis dafur, dass eine Infektion mit einem resistenten Virus anders verlaufen wurde, als eine mit einem empfindlichen Virus.

Impulskontrollstorungen

Die Patienten sollten regelmaGig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstorungen uberwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten, einschlieGlich Amantadin, behandelt werden, Verhaltensauffalligkeiten im Sinne von Impulskontrollstorungen auftreten konnen, einschlieGlich pathologischer Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualitat, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang. Wenn sich solche Symptome entwickeln, sollte eine Dosisreduktion bzw. eine ausschleichende Behandlung in Erwagung gezogen werden.

Besondere Vorsichtshinweise fur den Gebrauch

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin behandelt werden, besteht die Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndroms, wenn Amantadin plotzlich abgesetzt wird.

Bei Patienten mit einem hirnorganischen Psychosyndrom sowie zerebralen Anfallsleiden in der Anamnese erfordert die Anwendung von Amantadin besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfalle auftreten konnen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).

Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss, SchweiGausbruche, erhohte Korpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive Verstimmungen beobachtet. Sie sind unter Beachtung der Neben- und Wechselwirkungen von Amantadin zu behandeln.

Sobald Symptome wie Visusverlust oder Verschwommensehen auftreten, sollte der Patient augenarztlich untersucht werden, um ein Hornhautodem als Ursache auszuschlieGen. Falls ein Hornhautodem diagnostiziert wird, sollte Amantadin abgesetzt werden. Ein durch Amantadin verursachtes Hornhautodem ist im Allgemeinen innerhalb 1 Monats reversibel.

Die Patienten sollen aufgefordert werden, beim Auftreten von Beschwerden beim Wasserlassen den behandelnden Arzt aufzusuchen.

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Amantadin HEXAL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin mit anderen Arzneimitteln, fur die eine Verlangerung des QT-Intervalls bekannt ist, ist kontraindiziert. Beispiele sind:

•    bestimmte Antiarrhythmika der Klasse IA (wie z. B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid) und der Klasse III (wie Amiodaron, Sotalol)

•    bestimmte Antipsychotika (wie z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid)

•    bestimmte tri- und tetrazyklische Antidepressiva (wie z. B. Amitriptylin)

•    bestimmte Antihistaminika (wie z. B. Astemizol, Terfenadin)

•    bestimmte Makrolidantibiotika (wie z. B. Erythromycin, Clarithromycin)

•    bestimmte Gyrasehemmer (wie z. B. Sparfloxacin)

•    Azol-Antimykotika sowie weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol, Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil

Diese Aufzahlung kann nicht vollstandig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von Amantadin mit einem anderen Arzneimittel ist dessen Fachinformation dahingehend zu prufen, ob eine Interaktion durch QT-Verlangerung zwischen diesem Mittel und Amantadin moglich ist.

Es ist moglich, Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln zu kombinieren. Zur Vermeidung von Nebenwirkungen (wie z. B. psychotische Reaktionen) kann eine Dosisreduktion der anderen Arzneimittel bzw. der Kombination notwendig werden.

Es liegen keine gezielten Untersuchungen uber das Auftreten von Wechselwirkungen nach Verabreichung von Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. mit Levodopa, Bromocriptin, Trihexyphenidyl etc.) oder Memantin vor (siehe Abschnitt 4.8).

Bei gleichzeitiger Therapie mit Amantadin und den im Folgenden aufgefuhrten Arzneimittelgruppen bzw. Wirkstoffen kann es zu den im Folgenden beschriebenen Wechselwirkungen kommen:

Anticholinergika

Verstarkung von Nebenwirkungen der Anticholinergika (Verwirrtheitszustande und Halluzinationen) bei Kombination mit z. B. Trihexyphenidyl, Benzatropin, Scopolamin, Biperiden, Orphenadrin etc.

Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika Verstarkung der zentralen Wirkung von Amantadin

Alkohol

Verminderung der Alkoholtoleranz

Die gleichzeitige Verabreichung von Amantadin und Arzneimitteln oder Substanzen, die auf das Zentralnervensystem wirken (z. B. Alkohol), kann die ZNS-Toxizitat erhohen. Hier wird eine sorgfaltige Uberwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.9).

Levodopa (Antiparkinsonmittel)

Gegenseitige Verstarkung der therapeutischen Wirkung. Deshalb kann Levodopa mit Amantadin kombiniert werden. Vereinzelt wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Amantadin und Neuroleptika oder Levodopa uber eine psychotische Dekompensation berichtet.

Memantin (Mittel zur Behandlung der Alzheimer-Demenz)

Memantin kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Amantadin verstarken (siehe Abschnitt 4.3).

Andere Arzneimittel

Die gleichzeitige Gabe von Diuretika vom Typ der Kombination Triamteren/Hydrochlorothiazid kann die Plasmaclearance von Amantadin reduzieren und zu toxischen Plasmakonzentrationen fuhren und toxische Effekte verstarken (Verwirrtheit, Halluzinationen, Ataxie, Myoklonus). Eine gleichzeitige Anwendung sollte daher unterbleiben.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Aufgrund von Fallberichten besteht der Verdacht, dass eine Anwendung von Amantadin wahrend der Schwangerschaft beim Menschen angeborene Fehlbildungen (kardiovaskulare Defekte, Reduktion der GliedmaGen) auslosen kann.

Amantadin erwies sich in Tierstudien als embryotoxisch und teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Daher darf Amantadin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit Amantadin aufgrund des klinischen Zustands der Frau zwingend erforderlich ist. Im Falle einer Therapie im 1. Trimenon sollte eine Ultraschallfeindiagnostik durchgefuhrt werden.

Frauen im gebarfahigen Alter mussen wahrend der Behandlung eine zuverlassige Verhutungsmethode anwenden.

Falls Amantadin einer Patientin im reproduktionsfahigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hingewiesen werden, sich unverzuglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wunscht oder eine Schwangerschaft vermutet.

Stillzeit

Amantadin tritt in die Muttermilch uber. Uber unerwunschte Wirkungen bei gestillten Sauglingen wurde berichtet (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen). Stillende Frauen sollten Amantadin nicht einnehmen.

Fertilitat

Bei Tieren reduzierte Amantadin die Fertilitat (siehe Abschnitt 5.3).

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Auswirkungen auf die Vigilanz und Akkommodation sind - auch im Zusammenwirken mit anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinsonsyndrome - nicht auszuschlieGen. Zu Beginn der Behandlung kann es daher - uber die krankheitsbedingten Einschrankungen hinaus - zu einer Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen. Dies gilt in verstarktem MaGe bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.

4.8    Nebenwirkungen

Die unerwunschten Wirkungen von Amantadin treten gewohnlich in den ersten 2-4 Behandlungstagen auf und verschwinden wieder innerhalb von 24-48 h nach Absetzen von Amantadin.

Eine direkte Beziehung zwischen der Dosis und der Inzidenz von unerwunschten Wirkungen wurde nicht nachgewiesen. Jedoch scheint die Tendenz zu bestehen, dass mit zunehmender Dosis unerwunschte Wirkungen haufiger werden, besonders solche, die das ZNS betreffen.

Nebenwirkungen aus klinischen Studien, Spontanmeldungen und Fallberichten aus der Literatur sind nach Organklassen aufgefuhrt. Innerhalb jeder Organklasse sind die Nebenwirkungen entsprechend ihrer Haufigkeiten sortiert, beginnend mit den haufigsten Nebenwirkungen. Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abfallendem Schweregrad angegeben.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 1/10)

Haufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Erkrankungen des Nervensystems

Haufig: Schwindel

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Lethargie, Ataxie, Dysarthrie Selten: Tremor, Dyskinesie, Konvulsionen

Sehr selten: Auslosung epileptischer Anfalle, meist im Zusammenhang mit hoheren als den empfohlenen Dosen; Myoklonien, Symptome einer peripheren Neuropathie, Symptome ahnlich denen eines malignen neuroleptischen Syndroms

Psychiatrische Erkrankungen

Haufig: Schlafstorungen, motorische und psychische Unruhe

Gelegentlich: Depression, Angstzustande, gehobene Stimmung, Agitiertheit, Nervositat, Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Albtraume.

Halluzinationen, Verwirrtheit und Albtraume treten haufiger auf, wenn Amantadin zusammen mit Anticholinergika verabreicht wird oder wenn der Patient an einer psychischen Storung leidet.

Selten: Verwirrtheit, Desorientierung, Psychosen

Berichtet wurde uber Delirium, Hypomanie und Manie. Ihre Inzidenz ist aber nicht ohne Weiteres aus der Literatur ersichtlich.

Besonders bei pradisponierten alteren Patienten konnen paranoid gefarbte, mit optischen Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen ausgelost werden. Diese unerwunschten Wirkungen konnen besonders bei Kombination von Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. Levodopa,

Bromocriptin) oder Memantin haufiger auftreten.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Haufig: Harnretention bei Prostatahypertrophie Selten: Harninkontinenz

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Haufig: Ausbildung einer Livedo reticularis (Bild einer „marmorierten Haut“), zuweilen verbunden mit

Odemen im Unterschenkel- und Knochelbereich

Gelegentlich: Diaphorese

Selten: Exanthem

Sehr selten: Photosensibilitat

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Haufig: Ubelkeit, Mundtrockenheit Gelegentlich: Erbrechen, Verstopfung, Anorexie Selten: Diarrho

Erkrankungen des Herzens

Gelegentlich: Palpitationen

Sehr selten: kardiale Arrhythmien wie ventrikulare Tachykardie, Kammerflimmern, Torsade de pointes und QT-Verlangerungen. In den meisten dieser Falle lagen Uberdosierungen, bestimmte Ko-Medikationen oder Risikofaktoren fur kardiale Arrhythmien vor (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4). Herzrhythmusstorungen mit Tachykardie, Herzversagen

Gefafterkrankungen

Haufig: orthostatische Dysregulation

Augenerkrankungen

Selten: Verschwommensehen*, Hornhautlasionen, z. B. punktformige subepitheliale Trubung, eventuell verbunden mit oberflachlicher Keratitis punctata

Sehr selten: vorubergehender Visusverlust*, gesteigerte Lichtempfindlichkeit Nicht bekannt: Hornhautodem, nach Absetzen reversibel

* Sobald Visusverlust oder Verschwommensehen auftreten, sollte der Patient zum Ausschluss eines Hornhautodems augenarztlich untersucht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Blut- und des Lymphsystems

Sehr selten: hamatologische Nebenwirkungen wie Leukopenie und Thrombozytopenie

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich: periphere Odeme

Nicht bekannt: Bei Kindern wurde nach Markteinfuhrung uber Hypothermie berichtet (siehe Abschnitt 4.4) Untersuchungen

Sehr selten: reversible Erhohung von Leberenzymen Impulskontrollstorungen

Pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualitat, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang konnen bei Patienten auftreten, die mit Dopaminagonisten, einschlieGlich Amantadin, behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Sehr selten wurde uber Suizidversuche bei mit Amantadin behandelten Patienten auch bei nur kurzfristiger Prophylaxe oder Behandlung der Virusgrippe A berichtet.

Bei Anwendung von Amantadin zur Grippeprophylaxe treten haufig Schwindel, Nervositat, Gedachtnis-, Konzentrations- und Schlafstorungen sowie gelegentlich Stimmungsveranderungen, Albtraume und Wahnwahrnehmungen leichteren Grades auf. Ein Abbruch der Behandlung ist nicht erforderlich.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groGer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Neuromuskulare Storungen und Symptome einer akuten Psychose sind hervorstechende Kennzeichen einer akuten Vergiftung mit Amantadin.

Eine Uberdosierung (entweder akute Uberdosierung bei Einnahme mehrerer maximaler Empfehlungs-dosen oder bei Einnahme hoher Dosen bei alteren Patienten und/oder bei Patienten mit Nieren-insuffizienz) kann lebensgefahrlich sein.

Grundsatzlich sollte immer an die Moglichkeit einer Mehrfachintoxikation, beispielsweise bei Einnahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Symptome einer Uberdosierung

Zentrales Nervensystem: Hyperreflexie, motorische Unruhe, Konvulsionen, extrapyramidale Symptome wie Torsionsspasmen und dystonische Haltung, erweiterte Pupillen, Dysphagie, Verwirrtheit, Desorien-tierung, Delirium, visuelle Halluzinationen, Myoklonus, Aggression/Feindseligkeit, Bewusstseinsstorungen und Koma.

Atemsystem: Hyperventilation, Lungenodem, Atembeschwerden einschlieGlich akute respiratorische Insuffizienz.

Herz-Kreislauf-System: Herzstillstand und plotzlicher Herztod wurden beobachtet, Sinustachykardie, Arrhythmien, Kammerflimmern, Torsades de pointes, ventrikulare Extrasystolen, Bluthochdruck

Gastrointestinaltrakt: Nausea, Erbrechen, Mundtrockenheit

Nierenfunktion: Harnretention, Nierenfunktionsstorung einschlieGlich Erhohung des Harnstoff-Stickstoffs und Abnahme der Kreatinin-Clearance

Uberdosierung bei kombinierter Behandlung: Die peripheren und zentralen unerwunschten Wirkungen der Anticholinergika werden durch gleichzeitige Verabreichung von Amantadin verstarkt. Bei Verwendung hochdosierter Anticholinergika kann es zu akuten psychotischen Reaktionen kommen, die denen bei einer Atropinvergiftung entsprechen konnen.

Durch gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder zentralnervosen Stimulantien konnen die Symptome einer akuten Amantadin-Vergiftung verstarkt oder verandert werden.

TherapiemaGnahmen bei Uberdosierung

Eine spezifische medikamentose Therapie oder ein Antidot ist nicht bekannt. Bei Intoxikation durch die Einnahme von Filmtabletten ist Erbrechen auszulosen, eine Magenspulung oder Verabreichung von Aktivkohle oder salinischen Abfuhrmitteln, falls geeignet vorzunehmen.

Durch Hamodialyse wird keine Ausscheidung signifikanter Mengen von Amantadin erreicht; bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden nach einer oralen Einzeldosis von 300 mg bei vierstundiger Hamodialyse 7-15 mg ausgeschieden.

Uberwachung des Blutdrucks, der Herzfrequenz, des EKGs, der Atmung und der Korpertemperatur sowie MaGnahmen bei Auftreten von Hypotonie oder Herzrhythmusstorungen. Die Anwendung adrenerger

Substanzen bei einer Uberdosis darf nur mit Vorsicht geschehen, da die dopaminerge Wirkung von Amantadin maligne Arrhythmien auslosen kann.

Bei Konvulsionen oder exzessiver, motorischer Unruhe: Gabe von Antikonvulsiva, z. B. Diazepam i.v. oder Phenobarbital i.m.

Bei vital bedrohlichen Intoxikationen sind daruber hinaus IntensivuberwachungsmaGnahmen erforderlich. Therapeutisch kommen ferner Flussigkeitszufuhr, Ansauerung des Urins zur schnelleren Ausscheidung der Substanz, gegebenenfalls Sedierung, antikonvulsive MaGnahmen und Antiarrhythmika (Lidocain i.v.) in Frage.

Zur Behandlung neurotoxischer Symptome (wie oben beschrieben) kann bei Erwachsenen die intravenose Gabe von 1-2 mg Physostigmin alle 2 Stunden, bei Kindern 0,5 mg 2-mal in Abstanden von 5-10 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 2 mg versucht werden.

Da Amantadin zu einem groGen Teil unverandert mit dem Harn ausgeschieden wird, ist die Aufrechterhaltung der renalen Ausscheidungsfunktion, eine ausgiebige und gegebenenfalls forcierte Diurese zur Entfernung der Substanz aus der Blutbahn geeignet. Eine Erhohung der Aziditat des Harns begunstigt die Ausscheidung von Amantadin mit dem Urin.

Es wird empfohlen, die Patienten hinsichtlich einer moglichen QT-Verlangerung und Faktoren, die das Auftreten von Torsade de pointes begunstigen, z. B. Elektrolytstorungen (insbesondere Hypokaliamie und Hypomagnesiamie) oder Bradykardie, besonders zu beobachten.

Bei akuten psychotischen Symptomen, Delirium, dystonischer Haltung und myoklonischen Manifestationen: langsame i.v. Infusion von Physostigmin (in Dosen von 1 mg bei Erwachsenen, 0,5 mg bei Kindern), wiederholte Verabreichung je nach dem anfanglichen Erfolg und den weiteren Erfordernissen, wurde berichtet.

Bei Harnretention Katheterisierung: Verweilkatheter solange notwendig.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: dopaminerge Mittel, Amantadin-Derivate ATC-Code: N04BB01

Amantadin weist vielfaltige pharmakologische Effekte auf. Amantadin wirkt indirekt agonistisch am striatalen Dopaminrezeptor. Tierstudien haben gezeigt, dass Amantadin die extrazellulare Dopaminkonzentration durch gesteigerte Dopaminfreisetzung als auch durch Hemmung der Wiederaufnahme in die prasynaptischen Neurone erhoht. Amantadin hemmt in therapeutischen Konzentrationen die NMDA-Rezeptor-vermittelte Freisetzung von Acetylcholin und kann so anticholinerge Wirkungen hervorrufen. Mit L-Dopa zeigt es synergistische Wirkungen.

Zusatzlich fur Amantadin HEXAL 100 mg

Amantadin hemmt die Protonenpumpenaktivitat des Influenza-A Matrixproteins 2 (M2). Dadurch wird die Freisetzung der Nukleinsauren bereits eingedrungener Viren und damit die Aufnahme des viralen Ribonuklein-Komplexes in den Zellkern der Zielzelle gehemmt, sowie die Freisetzung infektioser Partikel aus infizierten Zellen blockiert.

Die Schutzrate vor einer Infektion schwankt zwischen 50 und 95 %. Bei rechtzeitigem Beginn der Therapie kann Amantadin die Dauer und den Schweregrad der Erkrankung um 50 % reduzieren.

Unter Therapie mit Amantadin werden stabile Mutationen, die zu resistenten Phaenotypen fuhren, selektiert. Nach 5-7 Tagen sind 50 % aller Isolate resistent. Resistente Stamme konnen von Person zu Person ubertragen werden.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften Resorption

Amantadinhydrochlorid wird nach oraler Gabe schnell und vollstandig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Plasmaspiegel, Elimination

Maximale Plasmakonzentrationen werden nach etwa 2 und 8 Stunden (tmax) nach Gabe einer Einzeldosis erreicht. Das leicht losliche Amantadinhydrochlorid gibt eine hohere Amantadin-Plasmaspitzenkonzentration als das schwerer losliche Amantadinhemisulfat, dessen maximale Plasmaspitzenkonzentration (Cmax) spater auftritt als die des Hydrochlorids. Nach einer peroralen Einzeldosis von 250 mg Amantadinhydrochlorid wird Cmax von 0,5 pg/ml erreicht.

Bei einer Dosierung von 200 mg/Tag tritt ein Steady State nach 4-7 Tagen ein, wobei Plasmaspiegel zwischen 400-900 ng/ml erreicht wurden. Nach Einnahme von 100 mg Amantadinhemisulfat betragt die Cmax 0,15 pg/ml.

Die Gesamtmenge an resorbiertem Wirkstoff (AUC-Wert) unterscheidet sich fur beide Salze des Amantadins nicht. Die Plasmaclearance war mit der renalen Clearance identisch, sie betrug bei gesunden alteren Probanden 17,7 ± 10 l/h.

Das scheinbare Verteilungsvolumen (4,2 ± 1,9 l/kg) ist altersabhangig; es betragt bei Alteren 6,0 l/kg.

Die Eliminationshalbwertszeit (HWZ) betragt zwischen 10-30 Stunden, im Mittel etwa 15 Stunden. Sie wird entscheidend vom Alter der Patienten beeinflusst. Altere mannliche Patienten (62-72 Jahre) zeigen eine HWZ um 30 Stunden. Bei niereninsuffizienten Patienten kommt es zu einer erheblichen Verlangerung der terminalen HWZ auf 68 ± 10 Stunden.

Amantadin wird zu etwa 67 % (in vitro) an Plasmaproteine gebunden, ca. 33 % befinden sich als freie Fraktion im Plasma. Die Blut-Hirn-Schranke wird mit Hilfe eines sattigbaren Transportsystems uberwunden.

Amantadin wird nahezu vollstandig unverandert mit dem Urin ausgeschieden (90 % der Einmaldosis), geringe Mengen mit den Faeces.

Die Dialysierbarkeit von Amantadinhydrochlorid ist gering und liegt bei 5 % fur eine Einzeldialyse. Metabolismus

Beim Menschen wird Amantadin nicht metabolisiert.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Amantadin hat Wirkungen auf die Elektrophysiologie des Herzens, es verlangert u. a. die Aktionspotentialdauer uber eine Hemmung repolarisierender Kaliumstrome. Diese Effekte konnen in seltenen Fallen auch beim Menschen zu bestimmten Fallen von Herzrhythmusstorungen (Spitzenumkehrtachykardien oder Torsade-de-pointes-Arrhythmien) fuhren.

In Studien zur chronischen Toxizitat wurden in erster Linie ZNS-stimulierende Effekte gesehen. An Hunden und Affen wurden vereinzelt Extrasystolen, am Hund auch leichte Fettinfiltrationen am Herzmuskel beobachtet.

In einer Mutagenitatsprufung mit etablierten in-vitro- und in-vivo-Tests ergaben sich fur Amantadin keine Hinweise auf ein genotoxisches Potential.

Langzeituntersuchungen zur Kanzerogenitat von Amantadin liegen nicht vor.

Embryotoxizitatsstudien an Ratten, Mausen und Kaninchen haben nur bei Ratten embryoletale Wirkungen und Fehlbildungen in hoher Dosierung gezeigt. Es traten vermehrt Odeme, Fehlstellungen der Hinterbeine und Skelettanomalien auf. Auswirkungen auf die Fertilitat sind unzureichend untersucht, es liegen Hinweise auf eine Fertilitatsbeeintrachtigung bei Ratten vor.

Untersuchungen uber den Peri-/Postnatalzeitraum wurden nicht durchgefuhrt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

mikrokristalline Cellulose Croscarmellose-Natrium Hypromellose Lactose-Monohydrat Macrogol 4000 Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Maisstarke Povidon K25 Talkum

Farbstoff Titandioxid (E 171)

Hinweis fur Diabetiker Amantadin HEXAL 100 mg 1 Filmtablette enthalt 0,01 BE.

Amantadin HEXAL 200 mg 1 Filmtablette enthalt 0,02 BE.

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaGnahmen fur die Aufbewahrung

Fur diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Die Filmtabletten sind in PP/Aluminium-Blistern verpackt und in einen Umkarton eingelegt.

Amantadin HEXAL 100 mg

Packungen mit 30, 50, 60 und 100 Filmtabletten

Amantadin HEXAL 200 mg Packungen mit 30 und 100 Filmtabletten

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroGen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaGnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

Hexal AG IndustriestraGe 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0 Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: medwiss@hexal.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Amantadin HEXAL 100 mg 41224.00.00

Amantadin HEXAL 200 mg

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÁNGERUNG DER ZULASSUNGEN

Amantadin HEXAL 100 mg 17.12.1997/03.12.2002

Amantadin HEXAL 200 mg 16.02.2001/27.02.2003

10.    STAND DER INFORMATION

November 2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Amantadin Hexal 100 mg Filmtabletten