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Amaryl 4mg tabletten



Gebrauchsinformation Amaryl 4mg tabletten

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

AMARYL® 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg Tabletten

Glimepirid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.


Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Amaryl, und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Amaryl beachten?

3.    Wie ist Amaryl einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Amaryl aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Amaryl, und wofur wird es angewendet?

Amaryl ist ein blutzuckersenkendes Arzneimittel zum Einnehmen. Es gehort zu einer Gruppe blutzuckersenkender Arzneimittel, den sogenannten Sulfonylharnstoffen.

Die Wirkung von Amaryl beruht darauf, dass es die Bauchspeicheldruse zur verstarkten Ausschuttung von Insulin anregt. Das Insulin senkt dann Ihren Blutzuckerspiegel.

Wofur wird Amaryl angewendet?

• Amaryl wird zur Behandlung einer bestimmten Form der Zuckerkrankheit (Typ-2-Diabetes mellitus) angewendet, wenn Diat, korperliche Betatigung und Gewichtsabnahme allein nicht ausgereicht haben, um Ihren Blutzuckerspiegel zu senken.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Amaryl beachten?

Amaryl darf nicht eingenommen und Ihr Arzt muss informiert werden,

•    wenn Sie allergisch sind gegen: Glimepirid oder andere Sulfonylharnstoffe (Arzneimittel zur Senkung Ihres Blutzuckers, wie Glibenclamid) oder Sulfonamide (Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen, wie Sulfamethoxazol) oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels,

•    wenn Sie unter insulinpflichtiger Zuckerkrankheit (Typ-1-Diabetes mellitus) leiden,

•    wenn eine diabetische Ketoazidose auftritt (eine schwere Stoffwechselentgleisung bei der Zuckerkrankheit mit Anhaufung von Saure im Blut und moglicherweise einigen der folgenden Anzeichen: Mudigkeit/Erschopfung, Ubelkeit, haufiges Wasserlassen und Muskelsteifigkeit),

•    wenn Sie als Folge eines stark erhohten Blutzuckers bewusstlos werden (diabetisches Koma),

•    wenn Sie unter einer schweren Nierenerkrankung leiden,

•    wenn Sie unter einer schweren Lebererkrankung leiden.

In diesen Fallen durfen Sie das Arzneimittel nicht einnehmen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob diese Angaben bei Ihnen zutreffen, wenden Sie sich bitte vor Einnahme von Amaryl an Ihren Arzt oder Apotheker.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Amaryl einnehmen,

•    wenn Sie vor Kurzem einer Verletzung, Operation, Infektion mit Fieber oder anderen Formen von Belastungen ausgesetzt waren oder sind. Informieren Sie bitte Ihren Arzt, da eine vorubergehende Anpassung der Behandlung erforderlich sein kann.

•    wenn Sie eine schwere Leber- oder Nierenfunktionsstorung haben.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob diese Angaben bei Ihnen zutreffen, wenden Sie sich bitte vor Einnahme von Amaryl an Ihren Arzt oder Apotheker.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Ihnen eine besondere Erkrankung der roten Blutkorperchen, ein sogenannter Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel, vorliegt, da die Therapie mit Glimepirid bei Ihnen eine Schadigung der roten Blutkorperchen und eine Verminderung des Hamoglobinspiegels (hamolytische Anamie) auslosen kann.

Es liegen nur begrenzt Informationen uber die Anwendung von Amaryl bei unter 18-Jahrigen vor. Deshalb ist die Anwendung hier nicht empfohlen.

Wichtige Informationen zur Unterzuckerung (Hypoglykamie)

Bei der Einnahme von Amaryl kann es zu einer Unterzuckerung (Hypoglykamie) kommen. Bitte lesen Sie die nachfolgenden zusatzlichen Informationen zur Unterzuckerung, zu ihren Anzeichen und ihrer Behandlung.

Die folgenden Faktoren konnen das Risiko einer Unterzuckerung erhohen:

•    wenn Sie unterernahrt sind, Mahlzeiten unregelmaBig, verspatet zu sich nehmen oder ganz auslassen oder langere Zeit fasten,

•    wenn Sie Ihre Ernahrungsweise/Diat andern,

•    wenn Sie eine zu groBe Menge an Amaryl einnehmen,

•    wenn Sie eine eingeschrankte Nierenfunktion haben,

•    wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben,

•    wenn Sie unter bestimmten hormonell bedingten Storungen leiden (Funktionsstorungen der Schilddruse, der Hirnanhangsdruse oder der Nebennierenrinde),

•    wenn Sie Alkohol konsumieren (insbesondere, wenn Sie eine Mahlzeit auslassen),

•    wenn Sie gleichzeitig bestimmte andere Arzneimittel einnehmen (siehe unten, „Einnahme von Amaryl zusammen mit anderen Arzneimitteln“),

•    wenn Ihre korperliche Belastung steigt und Sie nicht genug essen oder die Mahlzeiten weniger Kohlenhydrate enthalten als sonst.

Mogliche Anzeichen einer Unterzuckerung sind:

•    HeiBhunger, Kopfschmerzen, Ubelkeit, Erbrechen, Erschopfung, Schlafrigkeit, Schlafstorungen, Unruhe, Aggressivitat, Konzentrationsstorungen, beeintrachtigte Aufmerksamkeit und vermindertes Reaktionsvermogen, Depressionen, Verwirrtheit, Sprach- und Sehstorungen, Wortfindungsstorungen, Zittern, Muskellahmungen, Wahrnehmungs- und Empfindungsstorungen, Benommenheit oder Schwindel, Hilflosigkeit.

•    Folgende Anzeichen konnen ebenfalls auftreten: Schwitzen, feuchtkalte Haut, Angst- und Unruhezustande, beschleunigter Puls, erhohter Blutdruck, Herzklopfen sowie plotzlich auftretende starke, eventuell in die Umgebung ausstrahlende Schmerzen im Brustkorb (Angina Pectoris und Herzrhythmusstorungen).

Bei fortschreitender Unterzuckerung konnen Sie unter erheblicher Verwirrung (Delirium) leiden, Krampfanfalle entwickeln, die Selbstkontrolle verlieren, eine flache Atmung und verlangsamten Herzschlag zeigen und bewusstlos werden. Die Anzeichen einer schweren Unterzuckerung konnen denen eines Schlaganfalls ahneln.

Behandlung einer Unterzuckerung:

In den meisten Fallen lassen sich die Anzeichen einer Unterzuckerung sehr schnell beheben, wenn Sie Zucker, z. B. in Form von Wurfelzucker, subem Fruchtsaft oder gezuckertem Tee, zu sich nehmen.

Aus diesem Grund sollten Sie stets etwas Zucker (z. B. Traubenzucker, Wurfelzucker) bei sich tragen. Bitte beachten Sie, dass kunstliche Substoffe bei einer Unterzuckerung nicht helfen. Wenn die Zufuhr von Zucker keine Wirkung zeigt oder wenn die Anzeichen zuruckkehren, suchen Sie umgehend Ihren Arzt oder das nachstgelegene Krankenhaus auf.

Laboruntersuchungen

Der Blut- und Harnzuckerspiegel muss regelmabig uberpruft werden. Ihr Arzt wird auch Blutuntersuchungen durchfuhren, um die Zahl Ihrer Blutzellen und Ihre Leberfunktion zu uberwachen.

Kinder und Jugendliche

Die Einnahme von Amaryl bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Einnahme von Amaryl zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Ihr Arzt mochte moglicherweise die Dosierung von Amaryl anpassen, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die die Wirkung von Amaryl auf Ihren Blutzuckerspiegel abschwachen oder verstarken konnen.

Die folgenden Arzneimittel konnen die blutzuckersenkende Wirkung von Amaryl verstarken. Dadurch kann sich das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykamie) vergrobern:

•    andere Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit (wie Insulin oder Metformin)

•    Arzneimittel gegen Schmerzen und Entzundungen (Phenylbutazon, Azapropazon, Oxyphenbutazon sowie Arzneimittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsaure und ahnliche Arzneimittel)

•    Arzneimittel zur Behandlung von Harnwegsinfektionen (wie lang wirksame Sulfonamide)

•    Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen oder Pilzinfektionen (Tetracycline, Chloramphenicol, Fluconazol, Miconazol, Chinolone, Clarithromycin)

•    blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Kumarinderivate wie Warfarin)

•    muskelaufbauende Arzneimittel (Anabolika)

•    Arzneimittel als Ersatz fur mannliche Sexualhormone

•    Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (Fluoxetin, MAO-Hemmer)

•    Arzneimittel zur Senkung erhohter Cholesterinwerte im Blut (Fibrate)

•    Arzneimittel zur Senkung eines erhohten Blutdrucks (ACE-Hemmer)

•    Arzneimittel, sogenannte Antiarrhythmika, zur Behandlung eines unregelmabigen Herzschlags (Disopyramid)

•    Arzneimittel zur Behandlung der Gicht (Allopurinol, Probenecid, Sulfinpyrazon)

•    Arzneimittel zur Behandlung von Krebs (Cyclophosphamid, Ifosfamid, Trofosfamid)

•    Arzneimittel zur Gewichtsreduzierung (Fenfluramin)

•    Arzneimittel zur Forderung der Durchblutung, wenn es in hohen Dosen intravenos verabreicht wird (Pentoxifyllin)

•    Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Allergien wie Heuschnupfen (Tritoqualin)

•    Arzneimittel, sogenannte Sympatholytika, zur Behandlung von hohem Blutdruck, Herzinsuffizienz oder Prostatabeschwerden

Die folgenden Arzneimittel konnen die blutzuckersenkende Wirkung von Amaryl abschwachen. Dadurch kann sich das Risiko einer Uberzuckerung (Hyperglykamie) vergrobern:

•    Arzneimittel, die weibliche Sexualhormone (Ostrogene und Gestagene) enthalten

•    Arzneimittel zur Unterstutzung der Harnausscheidung (Thiaziddiuretika)

•    Arzneimittel, die die Schilddrusenfunktion anregen (wie Levothyroxin)

•    Arzneimittel zur Behandlung von Allergien und Entzundungen (Kortikoide)

•    Arzneimittel zur Behandlung psychischer Storungen (Chlorpromazin und andere Phenothiazinderivate)

•    Arzneimittel zur Erhohung der Herzschlagfolge, zur Behandlung von Asthma oder Nasenschleimhautschwellung, Husten und Erkaltungen, zur Gewichtsreduzierung oder in lebensbedrohlichen Notfallen (Adrenalin und Sympathomimetika)

•    Arzneimittel zur Behandlung erhohter Cholesterinwerte im Blut (Nicotinsaure)

•    Abfuhrmittel (Laxanzien), wenn sie uber langere Zeit angewendet werden

•    Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfallen (Phenytoin)

•    Arzneimittel zur Anwendung bei Nervositat und Schlafproblemen (Barbiturate)

•    Arzneimittel zur Senkung eines erhohten Augendrucks (Acetazolamid)

•    Arzneimittel zur Behandlung eines erhohten Blutdrucks oder eines erniedrigten Blutzuckerspiegels (Diazoxid)

•    Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Infektionen wie Tuberkulose (Rifampicin)

•    Arzneimittel zur Behandlung schwerer Unterzuckerung (Glukagon)

Die folgenden Arzneimittel konnen die blutzuckersenkende Wirkung von Amaryl verstarken oder abschwachen:

•    Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwuren (sogenannte H2-Rezeptor-Antagonisten),

•    Arzneimittel zur Behandlung eines erhohten Blutdrucks oder einer Herzinsuffizienz, wie Betarezeptorenblocker, Clonidin, Guanethidin und Reserpin. Diese Arzneimittel konnen auch die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern. Daher ist besondere Vorsicht angezeigt, wenn Sie diese Medikamente einnehmen.

Amaryl kann die Wirkung der folgenden Arzneimittel verstarken oder abschwachen:

•    blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Kumarinderivate wie Warfarin)

Colesevelam (in bestimmten Arzneimitteln zur Verminderung einer erhohten Cholesterinkonzentration im Blut enthalten) kann moglicherweise die Aufnahme von Amaryl aus dem Darm verringern. Daher sollte Amaryl mindestens 4 Stunden vor Colesevelam eingenommen werden.

Einnahme von Amaryl zusammen mit Nahrungsmitteln, Getranken und Alkohol

Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Amaryl in unvorhersehbarer Weise verstarken oder abschwachen.

Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Amaryl darf wahrend der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder dies annehmen oder wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Stillzeit

Amaryl geht moglicherweise in die Muttermilch uber. Amaryl darf wahrend der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihre Konzentrations- oder Reaktionsfahigkeit kann eingeschrankt sein, wenn Sie einen niedrigen (Hypoglykamie) oder hohen (Hyperglykamie) Blutzuckerspiegel haben oder dadurch verursachte Sehstorungen auftreten. Denken Sie daran, dass Sie sich und andere Personen gefahrden konnten (z. B. beim Fahren eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen).

Sie sollten mit Ihrem Arzt daruber sprechen, ob es fur Sie ratsam ist, ein Kraftfahrzeug zu fuhren, wenn bei Ihnen:

•    haufig eine Unterzuckerung auftritt,

•    wenige oder gar keine Warnzeichen einer Unterzuckerung auftreten.

Amaryl enthalt Lactose

Bitte nehmen Sie Amaryl daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Amaryl einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art der Einnahme

•    Nehmen Sie dieses Arzneimittel unmittelbar vor oder wahrend der ersten Hauptmahlzeit des Tages (gewohnlich das Fruhstuck) uber den Mund ein. Wenn Sie nicht fruhstucken, mussen Sie es zu dem vom Arzt verordneten Zeitpunkt einnehmen. Es ist wichtig, wahrend der Behandlung mit Amaryl keine Mahlzeiten auszulassen.

•    Nehmen Sie die Tabletten mit mindestens einem halben Glas Wasser ein. Die Tabletten nicht zerdrucken oder kauen.

Einzunehmende Menge

Die Amaryl-Dosierung richtet sich nach Ihrem Bedarf, Ihrem Gesundheitszustand sowie den Ergebnissen Ihrer Blut- und Harnzuckerbestimmungen und wird von Ihrem Arzt bestimmt. Nehmen Sie nicht mehr Tabletten als von Ihrem Arzt verordnet ein.

•    Die ubliche Anfangsdosis betragt eine Tablette Amaryl 1 mg einmal taglich.

•    Falls erforderlich, kann Ihr Arzt die Dosis nach jeweils 1 bis 2 Behandlungswochen erhohen.

•    Die hochste empfohlene Dosis sind 6 mg Amaryl pro Tag.

•    Falls erforderlich, kann eine Kombinationsbehandlung mit Glimepirid und Metformin oder mit Glimepirid und Insulin begonnen werden. In einem solchen Fall wird Ihr Arzt die fur Sie geeignete Dosierung von Glimepirid, Metformin oder Insulin individuell bestimmen.

•    Bei Gewichtsveranderungen, Anderungen Ihrer Lebensfuhrung oder wenn Sie sich in Stresssituationen befinden, kann eine Anpassung der Amaryl-Dosierung notwendig sein; wenden Sie sich deshalb an Ihren Arzt.

•    Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung dieses Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist, andern Sie die Dosierung nicht selbststandig, sondern sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie eine groBere Menge von Amaryl eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie einmal zu viel oder eine zusatzliche Dosis Amaryl eingenommen haben, sollten Sie wegen der Gefahr einer Unterzuckerung (Anzeichen einer Unterzuckerung siehe Abschnitt 2) sofort ausreichend Zucker zu sich nehmen (z. B. als Traubenzuckertafelchen, Wurfelzucker, suBer Fruchtsaft, gezuckerter Tee) und unverzuglich einen Arzt informieren. Bei versehentlicher Einnahme durch Kinder muss die zur Behandlung der Unterzuckerung verabreichte Zuckermenge sorgfaltig kontrolliert werden, um zu vermeiden, dass sich eine gefahrliche Uberzuckerung entwickelt. Bewusstlosen Patienten durfen keine Nahrung oder Getranke gegeben werden.

Wegen des moglicherweise lang anhaltenden Verlaufs der Unterzuckerung ist eine sorgfaltige Uberwachung des Patienten notwendig, bis keine Gefahr mehr besteht. Die Einweisung in ein Krankenhaus kann notwendig sein, auch als VorsichtsmaBnahme. Zeigen Sie dem Arzt die Packung oder die verbliebenen Tabletten, damit er sofort weiB, was Sie eingenommen haben.

Schwere Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust und schweren neurologischen Ausfallserscheinungen sind medizinische Notfalle, die eine sofortige arztliche Behandlung und eine Krankenhauseinweisung erfordern. Es sollte sichergestellt sein, dass im Notfall die Benachrichtigung eines Arztes durch vorinformierte Personen erfolgt.

Wenn Sie die Einnahme von Amaryl vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Einnahme auszugleichen, sondern setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Amaryl abbrechen

Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, mussen Sie damit rechnen, dass sich die gewunschte blutzuckersenkende Wirkung nicht einstellt bzw. die Zuckerkrankheit sich wieder verschlechtert. Nehmen Sie Amaryl so lange ein, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet hat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem aufreten mussen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn bei Ihnen folgende Anzeichen auftreten:

•    Uberempfindlichkeitsreaktionen (einschlieBlich einer allergischen GefaBentzundung, oft mit Hautausschlag), aus denen sich eine lebensbedrohliche Situation mit Atemnot, Blutdruckabfall bis hin zum Schock entwickeln kann.

•    Leberfunktionsstorungen, einschlieBlich gelber Verfarbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Behinderung des Galleabflusses (Cholestase), Leberentzundung (Hepatitis) oder Leberversagen.

•    Uberempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) der Haut, wie Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht und starkere Sonnenlichtempfindlichkeit. Aus einigen leichten Uberempfindlichkeitsreaktionen konnen sich lebensbedrohliche Situationen entwickeln.

•    Schwere Unterzuckerung (Hypoglykamie) mit Bewusstseinsverlust, Krampfen oder Koma.

Bei einigen Patienten kam es zu folgenden Nebenwirkungen wahrend der Einnahme von Amaryl:

Seltene Nebenwirkungen (kann 1 bis 10 von 10.000 Patienten betreffen)

•    Starker Abfall des Blutzuckers (Hypoglykamie, siehe Abschnitt 2)

•    Verminderung der Anzahl der Blutzellen:

•    Verminderung der Blutplattchen (erhoht das Risiko fur Blutungen oder Blutergusse)

•    Verminderung der weiBen Blutkorperchen (erhoht das Infektionsrisiko)

•    Verminderung der roten Blutkorperchen (mogliche Folgen sind blasse Hautfarbe, Schwachegefuhl und Atemnot)

Diese Nebenwirkungen bilden sich im Allgemeinen zuruck, wenn die Behandlung abgebrochen wird.

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann weniger als 1 von 10.000 Patienten betreffen)

•    Uberempfindlichkeitsreaktionen (einschlieBlich einer allergischen GefaBentzundung, oft mit Hautausschlag), aus denen sich eine lebensbedrohliche Situation mit Atemnot, Blutdruckabfall bis hin zum Schock entwickeln kann. Wenn bei Ihnen eines dieser Anzeichen aufritt, informieren Sie sofort Ihren Arzt.

•    Leberfunktionsstorungen, einschlieBlich gelber Verfarbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Behinderung des Galleabflusses (Cholestase), Leberentzundung (Hepatitis) oder Leberversagen. Wenn bei Ihnen eines dieser Anzeichen auftritt, informieren Sie sofort Ihren Arzt.

•    Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, Vollegefuhl und Bauchschmerzen

•    Ruckgang der Natriumkonzentration im Blut (durch Blutuntersuchungen nachgewiesen)

Andere mogliche Nebenwirkungen sind:

•    Es konnen Uberempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) der Haut auftreten, wie Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht und starkere Sonnenlichtempfindlichkeit. Aus einigen leichten Uberempfindlichkeitsreaktionen konnen sich lebensbedrohliche Situationen mit Schluck- oder Atembeschwerden, Schwellung der Lippen, Kehle oder Zunge entwickeln. Informieren Sie deshalb beim Auftreten einer dieser Nebenwirkungen sofort Ihren Arzt.

•    Es konnen Uberempfindlichkeitsreaktionen bei Einnahme von anderen Sulfonylharnstoffen, Sulfonamiden oder verwandten Arzneimitteln auftreten.

•    Besonders bei Beginn der Behandlung mit Amaryl konnen Sehstorungen auftreten. Diese werden durch Veranderungen des Blutzuckerspiegels verursacht und sollten bald zuruckgehen.

•    Erhohung der Leberenzymwerte

•    Verminderung der Blutplattchen (mogliche Folgen sind schwere ungewohnliche Blutungen und Blutergusse unter der Haut).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Amaryl aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Amaryl 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg Tabletten: Nicht uber 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

Sie durfen Amaryl bei sichtbaren Anzeichen von Zersetzung nicht verwenden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Amaryl enthalt:

•    Der Wirkstoff ist Glimepirid.

Eine Tablette enthalt 1 mg, 2 mg, 3 mg oder 4 mg Glimepirid entsprechend der auf der Blisterpackung und dem Umkarton angegebenen Starke.

•    Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstarke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], mikrokristalline Cellulose, Povidon (25.000).

•    AuBerdem enthalten die Tabletten Farbstoffe:

•    1 mg Tabletten enthalten Eisen(III)-oxid (E 172).

•    2 mg Tabletten enthalten Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172) und Indigocarmin (E 132).

•    3 mg Tabletten enthalten Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172).

•    4 mg Tabletten enthalten Indigocarmin (E 132).

Wie Amaryl aussieht und Inhalt der Packung:

Amaryl-Tabletten haben in jeder Starke eine langliche Form und sind beidseitig eingekerbt. Die Tabletten konnen in gleiche Dosen geteilt werden. Die Starken unterscheiden sich in der Farbe:

•    1 mg Tabletten sind rosa.

•    2 mg Tabletten sind gran.

•    3 mg Tabletten sind blassgelb.

•    4 mg Tabletten sind hellblau.

Amaryl ist in Blisterpackungen mit 30 und 120 Tabletten erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller Pharmazeutischer Unternehmer

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH 65926 Frankfurt am Main Postanschrift:

Postfach 80 08 60 65908 Frankfurt am Main Telefon: (01 80) 2 22 20 10 1

Telefax: (01 80) 2 22 20 111

Hersteller

•    Sanofi-Aventis S.p.A., Strada Statale 17, Km 22, 67019 Scoppito (L’Aquila), Italien

•    Sanofi Winthrop Industrie, 30-36 avenue Gustave Eiffel, 37100 Tours, Frankreich

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter folgenden Bezeichnungen zugelassen:

•    Amaryl: Osterreich, Bulgarien, Zypern, Tschechische Republik, Danemark, Estland, Finnland, Deutschland, Island, Irland, Italien, Malta, Niederlande, Norwegen, Slowakische Republik, Spanien, Schweden, Vereinigtes Konigreich

•    Amaryl Comprimate: Rumanien

•    Amaryl Tablete: Slowenien

•    Amaryl Tabletes: Lettland

•    Amaryl Tabletes: Litauen

•    Amarylle: Belgien, Luxemburg

•    Amarel: Frankreich

•    Solosa: Griechenland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Oktober 2013.

Verschreibungspflichtig.

8

1

0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min. (Mobilfunk).

Amaryl 4mg Tabletten

Fachinformation Amaryl 4mg tabletten

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Amaryl® 1 mg Tabletten Amaryl® 2 mg Tabletten Amaryl® 3 mg Tabletten Amaryl® 4 mg Tabletten Amaryl® 6 mg Tabletten

Wirkstoff: Glimepirid

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Amaryl 1 mg Tabletten:

1 Tablette enthalt 1 mg Glimepirid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: enthalt auch 69,0 mg Lactose-Monohydrat pro Tablette.

Amaryl 2 mg Tabletten:

1 Tablette enthalt 2 mg Glimepirid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: enthalt auch 137,2 mg Lactose-Monohydrat pro Tablette.

Amaryl 3 mg Tabletten:

1 Tablette enthalt 3 mg Glimepirid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: enthalt auch 137,0 mg Lactose-Monohydrat pro Tablette.

Amaryl 4 mg Tabletten:

1 Tablette enthalt 4 mg Glimepirid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: enthalt auch 135,9 mg Lactose-Monohydrat pro Tablette.

Amaryl 6 mg Tabletten:

1 Tablette enthalt 6 mg Glimepirid.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

enthalt auch 133,6 mg Lactose-Monohydrat und 0,4 mg Gelborange S (E 110) pro Tablette. Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette.

Amaryl 1 mg Tabletten:

Die Tabletten sind rosa, oblong und beidseitig eingekerbt.

Amaryl 2 mg Tabletten:

Die Tabletten sind gran, oblong und beidseitig eingekerbt.

Amaryl 3 mg Tabletten:

Die Tabletten sind blassgelb, oblong und beidseitig eingekerbt.

Amaryl 4 mg Tabletten:

Die Tabletten sind hellblau, oblong und beidseitig eingekerbt.

Amaryl 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg Tabletten:

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Amaryl 6 mg Tabletten:

Die Tabletten sind orange, oblong und beidseitig eingekerbt.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Amaryl ist angezeigt zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2, wenn eine Diat, korperliche Aktivitat und Gewichtsreduktion allein nicht ausreichen.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Basis einer erfolgreichen Diabetesbehandlung sind eine adaquate Diat, regelmabige korperliche Bewegung sowie regelmabige Kontrollen der Blut- und Harnwerte. Ein Nichteinhalten der Diatempfehlungen kann nicht mit Tabletten oder Insulin kompensiert werden.

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach den Ergebnissen der Blut- und Harnzuckerbestimmungen.

Die Anfangsdosis betragt 1 mg Glimepirid pro Tag. Bei ausreichender Stoffwechseleinstellung sollte diese Dosierung in der Therapie beibehalten werden.

Fur unterschiedliche Dosierungen gibt es Tabletten mit geeigneten Starken.

Bei nicht zufriedenstellender Stoffwechseleinstellung sollte die Dosis entsprechend der glykamischen Situation schrittweise, in Intervallen von etwa 1-2 Wochen, auf 2, 3 oder 4 mg Glimepirid pro Tag erhoht werden.

Dosen von mehr als 4 mg Glimepirid pro Tag verbessern nur in Einzelfallen die Wirkung. Die empfohlene Maximaldosis betragt 6 mg Glimepirid pro Tag.

Bei Patienten, bei denen mit der maximalen Tagesdosis von Metformin alleine keine ausreichende Stoffwechseleinstellung erzielt wird, kann eine Kombinationstherapie mit Glimepirid eingeleitet werden.

Wahrend die Metformin-Dosierung beibehalten wird, beginnt die Behandlung mit Glimepirid mit einer niedrigen Dosis, die dann in Abhangigkeit von der angestrebten Stoffwechseleinstellung schrittweise bis zur maximalen Tagesdosis erhoht wird. Die Kombinationstherapie muss unter sorgfaltiger arztlicher Uberwachung begonnen werden.

Bei Patienten, bei denen keine ausreichende Stoffwechseleinstellung mit der maximalen Tagesdosis von Amaryl erzielt wird, kann erforderlichenfalls zusatzlich Insulin gegeben werden. Dabei wird unter Beibehaltung der Glimepirid-Dosierung die Insulinbehandlung mit niedriger Dosis begonnen, die in Abhangigkeit von der angestrebten Stoffwechseleinstellung schrittweise erhoht wird. Die Kombinationstherapie muss unter sorgfaltiger arztlicher Uberwachung begonnen werden.

Normalerweise ist eine tagliche Einmalgabe von Glimepirid ausreichend. Es wird eine Einnahme unmittelbar vor oder wahrend eines ausreichenden Fruhstucks empfohlen bzw. - wenn nicht gefruhstuckt wird - unmittelbar vor oder wahrend der ersten Hauptmahlzeit.

Wurde die Einnahme einer Tablette vergessen, darf dies nicht durch eine Erhohung der nachsten Dosis korrigiert werden.

Tritt bei einem Patienten, der 1 mg Glimepirid pro Tag erhalt, eine Hypoglykamie auf, kann er vermutlich mit Diat alleine ausreichend eingestellt werden.

Wahrend der Behandlung kann der Glimepirid-Bedarf sinken, da eine Verbesserung der Stoffwechseleinstellung mit einer erhohten Insulinempfindlichkeit einhergeht. Um eine Hypoglykamie zu vermeiden, muss daher rechtzeitig eine Dosisreduktion oder Beendigung der Therapie erwogen werden. Eine Dosisanpassung kann auch notwendig sein, wenn sich das Gewicht des Patienten oder sein Lebensstil andert oder wenn sich Faktoren andern, die das Risiko einer Hypo- oder Hyperglykamie erhohen.

•    Wechsel von anderen oralen Antidiabetika auf Amaryl

Ein Wechsel von anderen oralen Antidiabetika auf eine Therapie mit Amaryl ist grundsatzlich moglich. Bei einem Wechsel auf Amaryl mussen die Starke und die Halbwertszeit der bisherigen Medikation beachtet werden. In einigen Fallen, insbesondere bei Antidiabetika mit einer langen Halbwertszeit (z. B. Chlorpropamid), ist eine Auswaschphase von wenigen Tagen ratsam, um das Risiko hypoglykamischer Reaktionen aufgrund des additiven Effekts zu vermindern.

Die empfohlene Anfangsdosis betragt 1 mg Glimepirid pro Tag. Je nach Ansprechen des Patienten kann die Glimepirid-Dosis schrittweise erhoht werden, wie weiter oben beschrieben.

•    Wechsel von Insulin auf Amaryl

In Ausnahmefallen, in denen Typ-2-Diabetiker mit Insulin behandelt werden, kann ein Wechsel auf Amaryl angezeigt sein. Der Wechsel muss unter enger arztlicher Uberwachung vorgenommen werden.

•    Besondere Patientengruppen

Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstorungen:

Siehe Abschnitt 4.3.

•    Kinder und Jugendliche

Es gibt keine verfugbaren Daten fur die Anwendung von Glimepirid bei Patienten unter 8 Jahren. Fur Kinder von 8 bis 17 Jahren gibt es bedingt Daten uber Glimepirid als Monotherapie (siehe Abschnitt 5.1 und 5.2). Die verfugbaren Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung in der Padiatrie sind unzureichend und die Anwendung wird deshalb hier nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Flussigkeit eingenommen.

4.3    Gegenanzeigen

Glimepirid darf in folgenden Situationen nicht verwendet werden:

-    Uberempfindlichkeit gegen Glimepirid, andere Sulfonylharnstoffe oder Sulfonamide, den Farbstoff Gelborange S (E 110) (nur fur Amaryl 6 mg Tabletten) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

-    insulinpflichtiger Diabetes,

-    diabetisches Koma,

-    Ketoazidose,

-    schwere Nieren- oder Leberfunktionsstorungen. Bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstorungen ist ein Wechsel auf Insulin erforderlich.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Amaryl muss unmittelbar vor oder wahrend einer Mahlzeit eingenommen werden.

Werden Mahlzeiten in unregelmaBigen Abstanden eingenommen oder vollig ausgelassen, kann es wahrend der Behandlung mit Amaryl zu einer Hypoglykamie kommen. Mogliche Symptome einer Hypoglykamie sind z. B.: Kopfschmerzen, HeiBhunger, Ubelkeit, Erbrechen, Mattigkeit, Schlafrigkeit, Schlafstorungen, Unruhe, Aggressivitat, Konzentrationsstorungen, beeintrachtigte Aufmerksamkeit und vermindertes Reaktionsvermogen, Depressionen, Verwirrtheit, Sprach- und Sehstorungen, Aphasie, Tremor, Paresen, Wahrnehmungs-/Empfindungsstorungen, Schwindel, Hilflosigkeit, Verlust der Selbstkontrolle, Delirium, zerebrale Krampfanfalle, Benommenheit und Bewusstseinsverlust bis einschlieBlich Koma, flache Atmung und Bradykardie. Zusatzlich konnen Zeichen einer adrenergen Gegenregulation vorhanden sein wie z. B. Schwitzen, KaltschweiBigkeit, Angst- und Unruhezustande, Tachykardie, Hypertonie, Palpitationen, Angina Pectoris und Herzrhythmusstorungen.

Das klinische Bild einer schweren Hypoglykamie kann dem eines Schlaganfalls gleichen.

Die Symptome konnen durch sofortige Kohlenhydrat-(Zucker-)Aufnahme fast immer rasch beseitigt werden. Kunstliche SuBstoffe zeigen keine Wirkung.

Von anderen Sulfonylharnstoffen ist bekannt, dass es trotz zunachst erfolgreicher GegenmaBnahmen erneut zu Hypoglykamien kommen kann.

Eine schwere oder uber einen langeren Zeitraum andauernde Hypoglykamie, die mit den ublichen Zuckergaben nur vorubergehend behoben werden kann, erfordert eine sofortige medizinische Behandlung, gegebenenfalls ist eine Krankenhauseinweisung erforderlich.

Folgende Faktoren konnen eine Hypoglykamie begunstigen:

-    mangelnde Bereitschaft oder (haufiger bei alteren Patienten) Unfahigkeit des Patienten zur Mitarbeit,

-    Unterernahrung, unregelmaBige oder ausgelassene Mahlzeiten bzw. Fastenperioden,

-    Ánderungen der Diat,

-    Ungleichgewicht zwischen korperlicher Betatigung und Kohlenhydrataufnahme,

-    Alkoholkonsum, insbesondere in Verbindung mit ausgelassenen Mahlzeiten,

-    eingeschrankte Nierenfunktion,

-    schwere Leberfunktionsstorung,

-    Uberdosierung von Amaryl,

-    bestimmte nicht kompensierte Storungen des endokrinen Systems, die den Kohlenhydratstoffwechsel oder den Gegenregulationsmechanismus einer Hypoglykamie beeinflussen (wie z. B. bei bestimmten Storungen der Schilddrusenfunktion und bei Hypophysenvorderlappen- oder Nebennierenrindeninsuffizienz),

-    gleichzeitige Anwendung bestimmter anderer Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).

Die Behandlung mit Amaryl erfordert eine regelmaBige Kontrolle der Blut- und Harnzuckerwerte. Zusatzlich wird die Bestimmung des Anteils von glycosyliertem Hamoglobin empfohlen.

Wahrend der Behandlung mit Amaryl ist eine regelmaBige Kontrolle der Leberfunktion und des Blutbildes (insbesondere der Leukozyten- und Thrombozytenzahl) erforderlich.

In Belastungssituationen (z. B. nach Unfallen, akuten chirurgischen Eingriffen, fieberhaften Infekten usw.) kann eine vorubergehende Umstellung auf Insulin indiziert sein.

Zur Anwendung von Amaryl bei Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschrankung oder bei dialysepflichtigen Patienten liegen keine Erfahrungen vor. Bei Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstorungen ist ein Umstieg auf Insulin angezeigt.

Die Behandlung von Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel mit Sulfonylharn-stoffverbindungen kann zu einer hamolytischen Anamie fuhren. Aufgrund der Zugehorigkeit zu der Klasse der Sulfonylharnstoffe sollte Glimepirid nur mit Vorsicht bei Patienten mit einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel angewendet werden. Ferner sollte eine Behandlung mit einem nicht sulfonylharnstoffhaltigen Ersatzpraparat in Betracht gezogen werden.

Amaryl enthalt Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditaren Galactoseintoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Amaryl nicht einnehmen.

Amaryl 6 mg Tabletten enthalten zusatzlich den Farbstoff Gelborange S (E 110), der allergische Reak-tionen hervorrufen kann.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wird Glimepirid gleichzeitig mit bestimmten anderen Arzneimitteln angewendet, kann es zu einer unerwunschten Verstarkung oder auch Abschwachung der blutzuckersenkenden Wirkung von Glimepirid kommen. Aus diesem Grund durfen andere Arzneimittel nur mit Wissen (bzw. auf Verordnung) des Arztes angewendet werden.

Glimepirid wird durch Cytochrom P450 2C9 (CYP2C9) metabolisiert. Es ist bekannt, dass der Metabolismus von Glimepirid durch die gleichzeitige Anwendung von CYP2C9-Induktoren (z. B. Rifampicin) oder -Inhibitoren (z. B. Fluconazol) beeinflusst wird.

Die Ergebnisse einer publizierten In-vivo-Studie zu Arzneimittelwechselwirkungen zeigen, dass die AUC fur Glimepirid durch Fluconazol, einen der starksten CYP2C9-Inhibitoren, ungefahr 2-fach erhoht wird.

Ausgehend von den Erfahrungen mit Glimepirid und anderen Sulfonylharnstoffen sind die folgenden Wechselwirkungen zu nennen.

Eine Verstarkung der blutzuckersenkenden Wirkung, und damit in einigen Fallen eine Hypoglykamie, kann auftreten, wenn z. B. eines der folgenden Arzneimittel genommen wird:

-    Phenylbutazon, Azapropazon und Oxyphenbutazon,

-    Insulin und orale Antidiabetika, wie z. B. Metformin,

-    Salicylate und p-Aminosalicylsaure,

-    Anabolika und mannliche Sexualhormone,

-    Chloramphenicol, bestimmte lang wirkende Sulfonamide, Tetracycline, Chinolon-Antibiotika und Clarithromycin,

-    Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ,

-    Fenfluramin,

-    Disopyramid,

-    Fibrate,

-    ACE-Hemmer,

-    Fluoxetin, MAO-Hemmer,

-    Allopurinol, Probenecid, Sulfinpyrazon,

-    Sympatholytika,

-    Cyclophosphamid, Trofosfamid und Ifosfamid,

-    Miconazol, Fluconazol,

-    Pentoxifyllin (hoch dosiert parenteral),

-    Tritoqualin.

Zu einer Abschwachung der blutzuckersenkenden Wirkung und damit zu erhohten Blutzuckerspiegeln kann es kommen, wenn z. B. eines der folgenden Arzneimittel genommen wird:

-    Ostrogene und Progestagene,

-    Saluretika, Thiaziddiuretika,

-    schilddrusenstimulierende Wirkstoffe, Glucocorticoide,

-    Phenothiazinderivate, Chlorpromazin,

-    Adrenalin und Sympathomimetika,

-    Nikotinsaure (hoch dosiert) und Nikotinsaurederivate,

-    Laxanzien (bei Langzeitanwendung),

-    Phenytoin, Diazoxid,

-    Glucagon, Barbiturate und Rifampicin,

-    Acetazolamid.

H2-Antagonisten, Betablocker, Clonidin und Reserpin konnen entweder zu einer Verstarkung oder zu einer Abschwachung der blutzuckersenkenden Wirkung fuhren.

Unter dem Einfluss von Sympatholytika wie Betablockern, Clonidin, Guanethidin und Reserpin konnen die Zeichen einer adrenergen Hypoglykamie-Gegenregulation abgeschwacht sein oder ganz fehlen.

Alkoholkonsum kann die blutzuckersenkende Wirkung von Glimepirid in unvorhersehbarer Weise verstarken oder abschwachen.

Glimepirid kann die Wirkungen von Cumarinderivaten entweder verstarken oder vermindern.

Colesevelam bindet Glimepirid und reduziert so die Resorption von Glimepirid aus dem Gastrointesti-naltrakt. Glimepirid sollte mindestens 4 Stunden vor Colesevelam eingenommen werden, da dann keine Interaktion beobachtet wurde.

4.6    Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft Diabetes-bedingte Risiken:

Abnormale Blutzuckerspiegel wahrend der Schwangerschaft gehen mit einer erhohten Inzidenz angeborener Missbildungen und perinataler Sterblichkeit einher. Deshalb muss der Blutzuckerspiegel wahrend der Schwangerschaft zur Vermeidung teratogener Risiken eng uberwacht werden. Unter diesen Umstanden ist eine Umstellung auf Insulin erforderlich. Patientinnen, die eine Schwangerschaft planen, mussen ihren Arzt informieren.

Glimepirid-bedingte Risiken:

Es liegen keine hinreichenden Daten fur die Anwendung von Glimepirid bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten eine Reproduktionstoxizitat, die jedoch vermutlich im Zusammenhang mit der pharmakologischen Wirkung (Hypoglykamie) von Glimepirid stand (siehe Abschnitt 5.3).

Daher darf Glimepirid wahrend der gesamten Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Wenn eine Patientin, die mit Glimepirid behandelt wird, eine Schwangerschaft plant oder wenn bei ihr eine Schwangerschaft festgestellt wird, muss die Behandlung so bald wie moglich auf eine Insulintherapie umgestellt werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Glimepirid in die Muttermilch ubergeht. Glimepirid geht in die Milch von Ratten uber. Da andere Sulfonylharnstoffe in die Muttermilch ubergehen und da das Risiko einer Hypoglykamie bei gestillten Kindern besteht, wird wahrend der Behandlung mit Glimepirid vom Stillen abgeraten.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt.

Die Konzentrationsfahigkeit und das Reaktionsvermogen des Patienten konnen infolge einer Hypo-oder Hyperglykamie oder z. B. aufgrund von Sehstorungen beeintrachtigt sein. Dies kann in Situationen, in denen diese Fahigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Fahren eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen), ein Risiko darstellen.

Den Patienten muss geraten werden, VorsichtsmaBnahmen zur Vermeidung von Hypoglykamien beim Fuhren von Kraftfahrzeugen zu treffen. Dies ist bei Patienten mit haufigen Hypoglykamie-Episoden oder verringerter oder fehlender Wahrnehmung von Hypoglykamie-Warnsymptomen besonders wichtig. In diesen Fallen sollte uberlegt werden, ob das Fuhren eines Kraftfahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen ratsam ist.

4.8    Nebenwirkungen

Nachfolgend sind die aus klinischen Studien im Zusammenhang mit der Anwendung von Amaryl und anderen Sulfonylharnstoffen bekannt gewordenen unerwunschten Arzneimittelwirkungen aufgelistet, gruppiert nach Systemorganklassen und geordnet nach abnehmender Haufigkeit ihres Auftretens (sehr haufig: > 1/10; haufig: > 1/100, < 1/10; gelegentlich: > 1/1.000, < 1/100; selten: > 1/10.000, < 1/1.000;

sehr selten: < 1/10.000); nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar).

•    Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, Granulozytopenie, Agranulozytose, Erythropenie, hamolytische Anamie und Panzytopenie, die in der Regel nach Absetzen des Arzneimittels reversibel sind.

Nicht bekannt: schwere Thrombozytopenie mit einer Thrombozytenanzahl von weniger als 10.000/pl und thrombozytopenische Purpura.

•    Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: leukozytoklastische Vaskulitis, leichte Uberempfindlichkeitsreaktionen, die sich zu lebensbedrohlichen Zustanden mit Atemnot, Blutdruckabfall und manchmal Schock entwickeln konnen.

Nicht bekannt: Eine Entwicklung von Kreuzallergien gegen Sulfonylharnstoffe, Sulfonamide oder verwandte Substanzen ist moglich.

•    Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen Selten: Hypoglykamie.

Diese hypoglykamischen Reaktionen treten meistens sofort auf, konnen schwerwiegend verlaufen und sind nicht immer leicht zu beheben. Das Auftreten solcher Reaktionen hangt, genau wie bei anderen blutzuckersenkenden Therapien, von individuellen Faktoren wie Diatgewohnheiten und Dosierung ab (Weiteres siehe unter Abschnitt 4.4).

•    Augenerkrankungen

Nicht bekannt: Vorubergehende Sehstorungen konnen, insbesondere zu Behandlungsbeginn, aufgrund des veranderten Blutzuckerniveaus auftreten.

•    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr selten: Ubelkeit, Erbrechen, Diarrho, Druckgefuhl, Vollegefuhl und Bauchschmerzen, die selten zu einem Abbruch der Behandlung fuhren.

•    Leber- und Gallenerkrankungen Nicht bekannt: erhohte Leberenzymwerte.

Sehr selten: Leberfunktionsstorungen (z. B. mit Cholestase und Ikterus), Hepatitis und Leberversagen.

•    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: Es konnen Uberempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria und Photosensibilitat auftreten.

•    Untersuchungen

Sehr selten: Verringerung der Natriumkonzentration im Blut.

Amaryl 6 mg Tabletten:

Der Farbstoff Gelborange S (E 110) kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Symptome einer Uberdosierung

Nach einer Uberdosierung kann es zu einer Hypoglykamie kommen, die 12 bis 72 Stunden anhalten und nach anfanglicher Besserung erneut auftreten kann. Die Symptome konnen sich moglicherweise auch erst nach 24 Stunden bemerkbar machen. Im Allgemeinen wird eine stationare Beobachtung empfohlen. Ubelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch konnen auftreten. Die Hypoglykamie kann generell mit neurologischen Symptomen wie Unruhe, Tremor, Sehstorungen, Koordinationsstorungen, Schlafrigkeit, Koma und Krampfen einhergehen.

TherapiemaBnahmen bei Uberdosierung

Die Behandlung besteht in erster Linie aus der Vermeidung der Resorption durch Induzieren von Erbrechen und anschlieBendem Trinken von Wasser oder Limonade mit Aktivkohle (Adsorbens) und Natriumsulfat (Laxans). Wenn groBe Mengen eingenommen wurden, ist eine Magenspulung mit anschlieBender Gabe von Aktivkohle und Natriumsulfat angezeigt. Im Falle einer (schweren) Uberdosierung ist eine intensivmedizinische Behandlung in einem Krankenhaus angezeigt. Mit der Gabe von Glucose sollte so bald wie moglich begonnen werden, notigenfalls mit einer intravenosen Bolus-Injektion von 50 ml einer 50%igen Losung, gefolgt von einer Infusion einer 10%igen Losung unter standiger Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Die weitere Behandlung sollte entsprechend den Symptomen erfolgen.

Besonders bei der Behandlung einer Hypoglykamie aufgrund einer versehentlichen Einnahme von Amaryl bei Kleinkindern und Kindern muss die Dosis der Glucosegabe sorgfaltig uberwacht werden, um das Auftreten einer gefahrlichen Hyperglykamie zu vermeiden. Der Blutzuckerspiegel ist engmaschig zu uberwachen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, exkl. Insuline: Sulfonylharnstoff-Derivate, ATC-Code: A10BB12.

Glimepirid ist ein oral wirksamer, blutzuckersenkender Wirkstoff, der zur Gruppe der Sulfonylharnstoffe gehort. Es wird bei nicht insulinpflichtigem Diabetes mellitus eingesetzt.

Glimepirid wirkt hauptsachlich uber die Stimulation der Insulinfreisetzung aus den Betazellen des Pankreas.

Wie bei anderen Sulfonylharnstoffen basiert dieser Effekt auf einem gesteigerten Ansprechen der Betazellen des Pankreas auf den physiologischen Glucosestimulus. Zusatzlich scheint Glimepirid ausgepragte extrapankreatische Wirkungen zu haben, die auch fur andere Sulfonylharnstoffe postuliert werden.

•    Insulinfreisetzung

Sulfonylhamstoffe regulieren die Insulinsekretion durch SchlieBen der ATP-abhangigen Kaliumkanale in der Betazellmembran. Das SchlieBen der Kaliumkanale fuhrt zu einer Depolarisation der Betazelle und damit - durch Offnen der Kalziumkanale - zu einem vermehrten Einstrom von Kalzium in die Zelle.

Dies fuhrt zu einer Insulinfreisetzung durch Exozytose.

Glimepirid bindet mit einer hohen Austauschrate an ein Betazellmembranprotein, das mit dem ATP-empfindlichen Kaliumkanal in Verbindung steht, sich jedoch von der ublichen Sulfonylharnstoff-Bindungsstelle unterscheidet.

•    Extrapankreatische Aktivitat

Extrapankreatische Wirkungen sind z. B. eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit des peripheren Gewebes und eine Verringerung der hepatischen Insulinaufnahme.

Die Aufnahme von Glucose aus dem Blut in peripheres Muskel- und Fettgewebe erfolgt uber spezielle Transportproteine in der Zellmembran. Der Transport von Glucose in diese Gewebe ist der limitierende Faktor im Glucoseverbrauch. Glimepirid erhoht sehr rasch die Zahl der aktiven Glucosetransportmolekule in den Plasmamembranen der Muskel- und Fettzellen, wodurch es zu einer Stimulierung der Glucoseaufnahme kommt.

Glimepirid erhoht die Aktivitat der Glycosyl-Phosphatidylinositol-spezifischen Phospholipase C, die mit der substanzinduzierten Lipo- und Glycogenese in isolierten Fett- und Muskelzellen in Zusammenhang stehen durfte.

Glimepirid hemmt die hepatische Glucoseproduktion durch eine Erhohung der intrazellularen Konzentration von Fructose-2,6-Biphosphat, welches wiederum die Gluconeogenese hemmt.

•    Allgemeines

Bei gesunden Probanden liegt die kleinste wirksame orale Dosis bei etwa 0,6 mg. Die Wirkung von Glimepirid ist dosisabhangig und reproduzierbar. Die physiologische Reaktion auf akute korperliche Betatigung, eine Verminderung der Insulinsekretion, bleibt unter Glimepirid erhalten.

Es wurde hinsichtlich der Wirkung kein signifikanter Unterschied festgestellt, gleichgultig ob das Arzneimittel 30 Minuten oder unmittelbar vor einer Mahlzeit eingenommen wurde. Bei diabetischen Patienten kann eine gute Stoffwechseleinstellung uber 24 Stunden mit einer taglichen Einmalgabe erreicht werden.

Obwohl der Hydroxymetabolit von Glimepirid bei gesunden Probanden eine geringe, aber signifikante Senkung des Blutzuckerspiegels bewirkte, tragt dies nur in geringem MaB zur Gesamtwirkung des Arzneimittels bei.

•    Kombinationstherapie mit Metformin

Bei Patienten, bei denen keine ausreichende Stoffwechseleinstellung mit der Maximaldosierung von Metformin allein erzielt wird, wurde in einer Studie eine verbesserte Stoffwechseleinstellung bei der Kombinationstherapie mit Glimepirid im Vergleich zu Metformin allein erzielt.

•    Kombinationstherapie mit Insulin

Daten zur Kombinationstherapie mit Insulin liegen nur begrenzt vor. Bei Patienten, bei denen keine ausreichende Stoffwechseleinstellung mit der Maximaldosierung von Glimepirid erzielt wird, kann mit einer gleichzeitigen Insulinbehandlung begonnen werden. In zwei Studien erzielte die Kombination die gleiche Verbesserung der Stoffwechseleinstellung wie Insulin allein; jedoch war in der Kombinationstherapie eine geringere durchschnittliche Insulindosis erforderlich.

•    Besondere Patientengruppen Kinder und Jugendliche

Eine aktiv kontrollierte klinische Studie (bis zu 8 mg Glimepirid taglich oder bis zu 2.000 mg Metformin taglich) wurde uber 24 Wochen an 285 Kindern (8-17 Jahre alt) mit Typ-2-Diabetes durchgefuhrt.

Sowohl Glimepirid als auch Metformin bewirkten eine signifikante Abnahme des HbA1c-Wertes vom Behandlungsbeginn (Glimepirid -0,95 (se 0,41); Metformin -1,39 (se 0,40)). Glimepirid erfullte jedoch nicht die Kriterien fur Nichtunterlegenheit gegenuber Metformin bezuglich der mittleren Ánderung des HbA1c-Wertes. Der Unterschied betrug 0,44 % zugunsten des Metformins. Die obere Grenze (1,05) des 95 %-Konfidenzintervalls fur die Differenz lag nicht unter der 0,3 %-Grenze fur Nichtunterlegenheit.

Nach Behandlung mit Glimepirid traten bei Kindern keine neuen Sicherheitsbedenken im Vergleich zu Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mellitus auf. Es sind keine Langzeitdaten zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei padiatrischen Patienten verfugbar.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

•    Resorption

Die Bioverfugbarkeit    von Glimepirid nach    oraler Gabe ist vollstandig. Die Aufnahme von Nahrung

hat keinen relevanten Einfluss auf die Resorption, lediglich die Resorptionsrate ist leicht verringert. Maximale Serumkonzentrationen (Cmax) werden ca. 2,5 Stunden nach oraler Gabe erreicht (im Mittel 0,3 pg/ml bei wiederholter Gabe von 4 mg taglich) und es besteht eine lineare Beziehung zwischen Dosis und Cmax sowie AUC (Flache unter der Konzentrations-Zeit-Kurve).

•    Verteilung

Glimepirid hat ein sehr geringes Verteilungsvolumen (ca. 8,8 Liter), das in etwa jenem von Albumin entspricht, eine hohe Proteinbindung (>99 %) und eine geringe Clearance (ca. 48 ml/min).

Bei Tieren geht Glimepirid in die Muttermilch uber. Glimepirid ist plazentagangig. In geringem MaBe passiert es die Blut-Hirn-Schranke.

•    Biotransformation und Eliminierung

Die mittlere Serumhalbwertszeit, die fur die Serumkonzentration nach wiederholter Gabe von Bedeutung ist, betragt etwa 5 bis 8 Stunden. Nach der Einnahme von hohen Dosen wurden geringfugig langere Halbwertszeiten festgestellt.

Nach einer Einmalgabe von radioaktiv markiertem Glimepirid fanden sich 58 % der Radioaktivitat im Harn und 35 % in den Faeces wieder. Im Harn wurde kein unveranderter Wirkstoff nachgewiesen. Zwei Metaboliten - die wahrscheinlich aus der Verstoffwechselung in der Leber (vorwiegend CYP2C9) hervorgehen - wurden sowohl im Harn als auch in den Faeces nachgewiesen: das Hydroxyderivat und das Carboxyderivat. Nach oraler Gabe von Glimepirid betrugen die terminalen Halbwertszeiten dieser Metaboliten 3 bis 6 bzw. 5 bis 6 Stunden.

Der Vergleich einer einzelnen mit wiederholten taglichen Einmalgaben ergab keine signifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetik, und die intraindividuelle Schwankungsbreite war sehr gering.

Es kam zu keiner relevanten Akkumulation.

•    Besondere Patientengruppen

Die Pharmakokinetik war bei Mannern und Frauen ahnlich, ebenso bei jungeren und alteren (oberhalb 65 Jahre) Patienten. Bei Patienten mit geringer Kreatinin-Clearance war ein Trend zu einer gesteigerten Glimepirid-Clearance und zu verringerten durchschnittlichen Serumkonzentrationen zu beobachten, wahrscheinlich wegen einer rascheren Elimination aufgrund einer geringeren Proteinbindung. Die renale Elimination der beiden Metaboliten war vermindert. Insgesamt muss bei diesen Patienten kein erhohtes Akkumulationsrisiko angenommen werden.

Die Pharmakokinetik bei funf nicht diabetischen Patienten nach einer Gallenwegsoperation war ahnlich der bei gesunden Probanden.

• Kinder und Jugendliche

Eine ernahrungskontrollierte Studie, bei der die Pharmakokinetik, Sicherheit und Vertraglichkeit einer 1-mg-Einzeldosis Glimepirid bei 30 padiatrischen Patienten (4 Kinder im Alter von 10-12 Jahren und 26 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren) mit Typ-2-Diabetes untersucht wurde, zeigte mittlere AUC(0-last)-, Cmax- und t./2-Werte, die ahnlich den zuvor bei Erwachsenen beobachteten waren.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Die beobachteten praklinischen Effekte traten bei Expositionen auf, die ausreichend weit uber der maximalen Exposition von Menschen liegen und eine geringe klinische Bedeutung haben, oder waren Ausdruck der pharmakodynamischen Wirkung (Hypoglykamie) des Wirkstoffs. Dieses Ergebnis beruht auf ublichen pharmakologischen Untersuchungen zur Sicherheit, Toxizitat nach wiederholter Verabreichung, Genotoxizitat, Karzinogenitat und Reproduktionstoxizitat. Die bei den zuletzt genannten Untersuchungen (die Studien zur Embryotoxizitat, Teratogenitat und Entwicklungstoxizitat umfassen) beobachteten Nebenwirkungen wurden als Folge der hypoglykamischen Effekte des Wirkstoffs bei Schwangeren und Nachkommen eingestuft.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose -Monohydrat,

Carboxymethylstarke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], mikrokristalline Cellulose,

Povidon (25000).

Amaryl 1 mg Tabletten:

Eisen(III)-oxid (E 172).

Amaryl 2 mg Tabletten:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172), Indigocarmin (E 132). Amaryl 3 mg Tabletten:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172).

Amaryl 4 mg Tabletten:

Indigocarmin (E 132).

Amaryl 6 mg Tabletten:

Gelborange S (E 110).

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

Amaryl 1 mg, 2 mg, 3 mg, 4 mg und 6 mg Tabletten: 3 Jahre.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Amaryl 1 mg, 2 mg, 3 mg und 4 mg Tabletten: Nicht uber 30 °C lagem.

Amaryl 6 mg Tabletten: Nicht uber 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

PVC/Aluminium-Blister.

Amaryl 1 mg, 2 mg und 3 mg Tabletten:

30, 120 und 300 (Klinikpackung) Tabletten.

Amaryl 4 mg und 6 mg Tabletten:

30 und 120 Tabletten.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH 65926 Frankfurt am Main

Postanschrift:

Postfach 80 08 60 65908 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 22 20 101

Telefax: (01 80) 2 22 20 111

E-Mail: medinfo.de@sanofi.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Amaryl 1 mg Tabletten: 32638.00.00 Amaryl 2 mg Tabletten: 32638.01.00 Amaryl 3 mg Tabletten: 32638.02.00 Amaryl 4 mg Tabletten: 32638.03.00 Amaryl 6 mg Tabletten: 32638.04.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Oktober 1996

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 17. Dezember 2009

10. STAND DER INFORMATION

Oktober 2013

11. VERKAUFSABGRENZUNG

V erschreibungspflichtig.

14

1

0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

Amaryl 4mg Tabletten