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Amikacin fresenius



Gebrauchsinformation Amikacin fresenius

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Amikacin Fresenius5 mg/ml Infusionslosung

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

1.    Was ist Amikacin Fresenius und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Amikacin Fresenius beachten?

3.    Wie ist Amikacin Fresenius anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Amikacin Fresenius aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Amikacin Fresenius und wofur wird es angewendet?

Amikacin Fresenius ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum (Arzneimittel gegen Bakterien).

Amikacin Fresenius ist angezeigt zur Behandlung schwerwiegender Infektionen mit Amikacin-empfindlichen Gram-negativen Erregern (einschlieBlich Pseudomonaden, E.coli, indol-negativer und indol-positiver Proteus spp., Klebsiellen, Enterobacter, Serratia, Salmonellen und Shigellen).

Amikacin Fresenius wird angewendet zur Behandlung von:

-    Infektionen der Atemwege,

-    Infektionen des Bauchraums einschlieBlich    Bauchfellentzundung (Peritonitis),

-    schweren septischen Infektionen der Nieren, ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane

-    vorubergehendem Vorhandensein von Bakterien im Blut (Bakteriamie), Blutvergiftung (Septikamie), Hirnhautentzundung (Meningitis), Herzinnenhautentzundung (Endokarditis) (nur in Kombination mit einem Betalaktam-Antibiotikum),

-    infizierten Verbrennungswunden

Die allgemein anerkannten Richtlinien fur den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Amikacin Fresenius zu berucksichtigen.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Amikacin Fresenius beachten?

Amikacin Fresenius darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Amikacinsulfat, andere Aminoglykoside oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Amikacin Fresenius anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Amikacin Fresenius ist erforderlich,

-    bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion,

-    bei Patienten mit Gehor- oder Vestibularisschaden (Innenohrschaden)

-    nach unmittelbarer vorausgegangener Behandlung mit einem Aminoglykosid und bei Myasthenia gravis.

-    bei Patienten mit Morbus Parkinson und anderen neuromuskularen Syndromen.

-    bei Fruh- und Neugeborenen wegen der noch unreifen Nierenfunktion und der daraus resultierenden Verlangerung der Serumhalbwertszeit.

Wie alle Aminoglykoside wird Amikacin in der Nierenrinde und im Innenohr gespeichert.

Folgende Risikofaktoren erhohen die Gefahr fur Schadigung des Gehors oder der Nieren:

-    Fruhgeburt, hohes Alter;

-    Niereninsuffizienz;

-    Bestehender Horschaden bzw. Vorerkrankungen    im Horbereich;

-    Vorbehandlung mit anderen Aminoglykosid-Antibiotika bzw. Vorbehandlung mit anderen die Nieren belastenden Substanzen;

-    Gleichzeitige Gabe anderer ototoxischer oder nephrotoxischer    Substanzen;

-    Notwendigkeit einer hochdosierten (hohe Serumspitzen- und Talspiegel) und langdauernden Amikacin-Behandlung;

-    Schock, Dehydratation;

-    Sepsis;

-    Schwere Begleit- und Grundkrankheiten (z. B. Anamie, Diabetes, kardiovaskulare Dekompensation, Malignome).

In solchen Fallen sollte Amikacin Fresenius nur nach strenger Nutzen-Risikoabwagung angewendet werden, und es muss eine besondere engmaschige tagliche Uberwachung der Nieren-, Gehor- und Vestibularfunktion erfolgen. Daruber hinaus sind die Wirkstoffkonzentrationen von Amikacin im Blut zu bestimmen.

Unter der Anwendung von Amikacin sind Kontrollen der Serumkonzentration von Amikacin erforderlich. Ggf. ist die Dosis entsprechend anzupassen.

Ferner sind folgende MaBnahmen zur Reduzierung des Risikos von Nebenwirkungen erforderlich:

-    Vor, wahrend und nach der Therapie sind die Nierenfunktion (u. a. Serum-Kreatinin, Kreatinin-Clearance), das Blutbild, die Leberfunktion sowie die Hor- und Gleichgewichtsfunktion zu kontrollieren.

-    Es ist eine ausreichende Hydratation und Harnproduktion zu gewahrleisten (ggf. Urinuntersuchung).

Siehe auch Abschnitt 3. „Wie ist Amikacin Fresenius anzuwenden“.

Altere Menschen

Bei alteren Patienten ist eine mogliche Einschrankung der Nierenfunktion zu berucksichtigen.

Anwendung von Amikacin Fresenius zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden kurzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Harntreibende Arzneimittel (Diuretika):

Die Nephro- und Ototoxizitat von Amikacin wird erhoht durch schnell wirkende Diuretika (z. B. Furosemid, Etacrynsaure und Mannit).

Bei gesteigerter Harnausscheidung (forcierte Diurese) wird uber eine verstarkte Amikacin-Ausscheidung ein Absinken der Blutspiegel herbeigefuhrt.

Andere Antibiotika:

Cephalosporine erhohen ebenfalls die Nephrotoxizitat. Bei gleichzeitiger Gabe muss daher Nierenfunktion und Horvermogen engmaschig kontrolliert werden.

Amikacin hat mit Azlocillin und Piperacillin eine synergistische Wirkung bei der Behandlung von Pseudomonas aeruginosa und anderen Enterobakterien.

Ein verstarkender Effekt hinsichtlich der antibakteriellen Wirkung kann sich bei der Kombination mit Betalaktam-Antibiotika ergeben.

In-vitro-Experimente zeigen, dass eine Mischung von Aminoglykosiden mit Betalaktam-Antibiotika zu signifikanter gegenseitiger Inaktivierung fuhren kann. Die Serum-Aktivitat von Amikacin kann auch reduziert werden, wenn in vivo ein anderes Aminoglykosid oder ein Penicillin-Antibiotikum gleichzeitig separat appliziert wird. Klinisch signifikant ist die Aminoglykosid-Inaktivierung nur bei Patienten mit stark eingeschrankter Nierenfunktion.

Muskelerschlaffende Arzneimittel (Muskelrelaxantien):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien (z. B. d-Tubocurarin) muss damit gerechnet werden, dass Amikacin die neuromuskular blockierende Wirkung steigert.

Inhalationsnarkotika:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Inhalationsnarkotika (z. B. Halothan) muss damit gerechnet werden, dass Amikacin die neuromuskular blockierende Wirkung steigert.

Sonstige Arzneimittel:

Die gleichzeitige oder aufeinander folgende Gabe von Amikacin und anderen neuro-, nephro- oder ototoxischen Substanzen (v. a. Bacitracin, Cisplatin, Amphotericin B, Cefaloridin, Paromomycin, Viomycin, Polymyxin B, Colistin, Vancomycin, andere Aminoglykoside) sollte vermieden werden, da hierdurch die Gefahr von entsprechenden Nebenwirkungen erhoht wird.

Indometacin kann die Plasmakonzentration von Amikacin bei Neugeborenen erhohen.

Laborwerte:

Die Serumkreatinin-Bestimmung kann bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen falschlicherweise erhohte Werte liefern.

Die Inaktivierung kann sich in Proben (Serum, Liquor u. a.), die fur die Laboruntersuchung abgenommen werden, fortsetzen und dann die Bestimmung des Aminoglykosid-Spiegels verfalschen. Die Proben sind deshalb nach der Abnahme adaquat zu behandeln (sofortige Bestimmung, Aufbewahrung im Kuhlschrank oder Zugabe von Betalaktamase).

Bei der Bestimmung von Aminosauren im Urin mittels der Ninhydrin-Reaktion kommt es unter der Aminoglykosid-Therapie zu uberhohten Werten (Aminoglykoside reagieren mit Ninhydrin).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Es ist bekannt, dass Aminoglykoside die Plazentaschranke passieren, und es gibt eine begrenzte Anzahl Daten, dass dies zu bleibenden Schaden des ungeborenen Kindes fuhren kann.

Obwohl es keine Berichte uber negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind oder Neugeborene, deren Mutter mit Amikacin behandelt wurden, gibt, muss von einer potenziell schadlichen Wirkung ausgegangen werden.

Es ist nicht bekannt, ob Amikacin in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Es muss eine Entscheidung daruber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Amikacin verzichtet werden soll.

Amikacin darf Schwangeren und Neugeborenen nur bei eindeutiger Indikation und unter arztlicher Aufsicht verabreicht werden.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen:

Nach bisherigen Erfahrungen hat Amikacin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Konzentrations-und Reaktionsfahigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermogen verandert und die Fahigkeit zum Fuhren von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt werden. Dies gilt in verstarktem MaBe im Zusammenwirken mit Alkohol (s. a. Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind moglich?“).

Wichtige Informationen uber bestimmte sonstige Bestandteile von Amikacin Fresenius

Amikacin Fresenius enthalt Natrium.

Eine Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslosung enthalt etwa 10 mmol (230 mg) Natrium, eine Durchstechflasche mit 100 ml Infusionslosung enthalt etwa 20 mmol (460 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Diat einhalten mussen, sollten Sie dies berucksichtigen.

3. Wie ist Amikacin Fresenius anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Hohe der Dosis von Amikacin ist abhangig vom Alter, Gewicht und Nierenfunktion des Patienten, vom Schweregrad und Ort der Infektion sowie von den vermuteten und nachgewiesenen Erregern.

Die empfohlene Dosis betragt:

Erwachsene und Kinder uber 12 Jahre

Die empfohlene intramuskulare oder intravenose Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin Clearance > 50 ml/min) betragt 15 mg/kg/Tag, die als Einmaldosis oder in zwei gleich groBen Einzeldosen, entsprechend 7,5 mg/kg alle 12 Stunden, verabreicht wird. Die Tageshochstdosis sollte 1,5 g nicht uberschreiten. Bei Patienten mit Endokarditis oder febriler Neutropenie sollte die Dosierung zweimal taglich erfolgen, da eine einmal tagliche Dosierung durch eine unzureichende Datenlage nicht unterstutzt wird.

Kinder von 4 Wochen bis 12 Jahre

Die empfohlene intramuskulare oder intravenose (langsame intravenose Infusion) Dosis bei Kindern mit normaler Nierenfunktion betragt 15-20 mg/kg/Tag, die als Einmaldosis, entsprechend 15-20 mg/kg/Tag, oder als 7,5-mg/kg-Dosis alle 12 Stunden, verabreicht wird.

Neugeborene

Die Initialdosis betragt 10 mg/kg, gefolgt von einer Dosis von 7,5 mg/kg alle 12 Stunden. Fruhgeborene

Die empfohlene Dosis bei Fruhgeborenen betragt 7,5 mg/kg alle 12 Stunden.

Besondere Empfehlung fur die intravenose Verabreichung:In padiatrischen Patienten ist die benotigte Menge an Losungsmitteln abhangig von der Menge des Amikacins, die vom Patienten vertragen werden kann. Die Losung sollte normalerweise in einer Zeit zwischen 30 und 60 Minuten infundiert werden. Sauglingen sollte eine ein- bis zweistundige Infusion verabreicht werden.

Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion

Bei eingeschrankter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich. Ihr Arzt wird dies entscheiden. Weiterhin ist wahrend der Behandlung eine Kontrolle der Amikacin-Serumspiegel erforderlich, die wahrend 30 und 90 Minuten nach der Infusion nicht uber 30 - 35 ^g/ml liegen sollten.

Art und Dauer der Anwendung

Amikacin Fresenius ist zur intravenosen Kurzinfusion vorgesehen.

Die Behandlungsdauer liegt, je nach Schwere der Infektion, zwischen 3 und 10 Tagen.

Wenn Sie eine groBere Menge von Amikacin Fresenius angewendet haben, als Sie sollten

Vordergrundige Gefahr bei Amikacin-Uberdosierung ist, wie bei allen Aminoglykosiden, eine potenziell nephro-, oto- und neurotoxische (neuromuskulare Blockade) Wirkung. Im Falle einer Uberdosierung oder von toxischen Wirkungen wird Amikacin abgesetzt und ggf. die Elimination durch forcierte Diurese beschleunigt (siehe auch Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Anwendung von Amikacin Fresenius beachten?“ unter „Bei Anwendung von Amikacin Fresenius zusammen mit anderen Arzneimitteln“). Weiterhin wird die Hamodialyse (oder auch Peritonealdialyse) zur Entfernung von Amikacin aus dem Blut empfohlen. Dabei ist die Hamodialyse der Peritonealdialyse in der Effektivitat uberlegen. Beim Neugeborenen sollte auch an die Moglichkeit einer Austauschtransfusion gedacht werden.

Zur Soforttherapie bei neuromuskularer Blockade mit Atemlahmung ist die kunstliche Beatmung erforderlich. AuBerdem wird als Antagonist Calcium in ionisierter Form (z. B. als Gluconat oder Lactobionat in 10 - 20%iger Losung) empfohlen.

Wenn Sie die Anwendung von Amikacin Fresenius abbrechen

Bei einer Unterbrechung der Behandlung gefahrden Sie den Behandlungserfolg.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann Amikacin Fresenius Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten mussen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig: Haufig:


Gelegentlich:

Selten:


Sehr selten: Nicht bekannt:


mehr als 1 Behandelter von 10 1 bis 10 Behandelte von 100 1 bis 10 Behandelte von 1.000 1 bis 10 Behandelte von 10.000 weniger als 1 von 10.000 Behandelten

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar


Untersuchungen:

Gelegentlich: leichte, vorubergehende Erhohung der Leberwerte (SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase (AP)), verminderter Magnesiumspiegel.

Herzerkrankungen:

Gelegentlich: Niedriger Blutdruck.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich: reversible Auswirkungen toxischer und allergischer Art wie Verminderung der weiben Blutkorperchen (Granulozytopenie, Leukopenie), Blutplattchenmangel (Thrombopenie), Blutarmut (Anamie) oder Eosinophilie.

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich: Atemdepression bei einer zu schnellen intravenosen Infusion sowie bei intrapleuraler oder intraperitonealer Applikation hoher Dosen, Kopfschmerzen, Empfindungsstorungen, Zittern.

Sehr selten: Atemstillstand; dieses Risiko besteht auch bei gleichzeitiger Gabe von Anasthetika und Muskelrelaxantien, Muskelzuckungen, Krampfe.

Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths:

Haufig: Gleichgewichtsstorungen, Schwindelgefuhle, unwillkurliche Augenbewegungen (Nystagmus), Ohrensausen (Tinnitus), Druck auf oder in den Ohren, Innenohrschwerhorigkeit.

Sehr selten: Ertaubung.

Diese Nebenwirkungen treten vor allem auf beim Uberschreiten der empfohlenen Dosierung, bei einer Behandlungsdauer von mehr als 10 Tagen und wenn die Dosis nicht einer verminderten Nierenfunktion angepasst wird.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Haufig: Ubelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Haufig: Schadigung der Nierentubuli mit einer mehr oder weniger reversiblen Einschrankung der Nierenfunktion. Diese Nebenwirkung birgt die Gefahr in sich, uber Anreicherung von Amikacin eine schadigende Wirkung auf das Innenohr auszulosen oder zu verstarken.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Uberempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag (Exanthem), Juckreiz, Nesselsucht.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Gelegentlich: Gelenkschmerzen.

Infektionen undparasitare Erkrankungen:

Gelegentlich: zusatzliche Infektion oder Kolonisation mit resistenten Keimen oder Sprosspilzen nach langfristiger oder wiederholter Anwendung von Amikacin Fresenius.

Erkrankungen des Immunsystems:

Gelegentlich: Arzneimittelfieber.

Sehr selten: lebensbedrohlicher Schock aufgrund einer Uberempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktischer Schock).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Amikacin Fresenius aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und Etikett nach „Verwendbar bis:" angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht uber 25 °C lagern.

Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

Kein Mehrdosenbehaltnis. Nach Anwendung verbleibender Rest der Infusionslosung muss verworfen und ordnungsgemaB entsorgt werden.

Nur verwenden, wenn Losung klar und Behaltnis unbeschadigt.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Amikacin Fresenius enthalt

Eine Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslosung enthalt 333,5 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 250 mg Amikacin.

Eine Durchstechflasche mit 100 ml Infusionslosung enthalt 667,0 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 500 mg Amikacin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Salzsaure, Natriumhydroxid, Wasser fur Injektionszwecke.

Theoretische Osmolaritat: 334 mosm/l

Wie Amikacin Fresenius aussieht und Inhalt der Packung

Amikacin Fresenius ist eine klare Infusionslosung.

Amikacin Fresenius ist erhaltlich in Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu 50 ml und in Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu 100 ml.

Pharmazeutischer Unternehmer

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49 6172 686 8200

Fax: +49 6172 686 8239

E-Mail: Kundenberatung@fresenius-kabi.de

Hersteller

Fresenius Kabi Austria GmbH HafnerstraBe 36 A-9055 Graz

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Mai 2014.

Die folgenden Informationen sind fur medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Der gebrauchsfertigen Infusionslosung Amikacin Fresenius sollten keine anderen Medikamente zugesetzt werden.

Es besteht mit einer Reihe von Medikamenten eine chemische Inkompatibilitat (Amphotericin, Ampicillin, Cefapirin, Cephalotin, Chlorthiazide, Erythromycin, Heparin, Nitrofurantoin, Novobiocin, Phenytoin, Sulphadiazin, Thiopenton, (Chlor)tetracyclin und Vitamin B mit Vitamin C). Amikacin Fresenius darf daher mit diesen Substanzen nicht gemischt werden.

Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion:

Bei eingeschrankter Nierenfunktion mit einer glomerularen Filtrationsrate unter 70 ml/min ist eine Verminderung der Dosis oder die Verlangerung des Dosierungsintervalls zu empfehlen, da mit einer allmahlichen Anhaufung von Amikacin im Organismus gerechnet werden muss. Bei einer gleichbleibenden Initialdosis von 7,5 mg Amikacin/kg KG errechnet sich das richtige Dosierungsintervall durch Multiplikation des Serumkreatininwertes des Patienten mit dem Faktor 9.

Bei chronischer Niereninsuffizienz und bekannter Kreatinin-Clearance berechnet man die Erhaltungsdosis, die alle 12 Stunden zu geben ist, nach der Formel:

Clkrea des Patienten (ml/min)/Clkrea Normalwert (ml/min) x 7,5 mg Amikacin/kg KG.

Die Initialdosis sollte 7,5 mg Amikacin/kg KG betragen.

Bei starkerer Niereninsuffizienz ist wahrend der Therapie die Kontrolle der Serumspiegel erforderlich. Dabei sollten die Talspiegel unter 10 pg/ml liegen. Die angestrebten Spitzenkonzentrationen sollten etwa 25 pg/ml betragen.

Bei Patienten unter Hamo- bzw. Peritonealdialyse gibt man jeweils am Ende eines Hamo- bzw. Dialysevorganges einmalig die Halfte der normalen Dosis.

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz:

Kreatinin-

Clearance

Serum-

Kreatinin

Dosis Amikacin pro 12 h

Dosis Amikacin Fresenius pro 12 h

Tagesdosis

Amikacin

ml/min

mg/100 ml

mg bez. auf 70 kg KG

ml bez. auf 70 kg KG

mg/kg KG und Tag

70 - 80

< 1,2

266 - 280

53 - 56

7,6 - 8,0

40 - 69

1,3 - 2,2

147 - 266

29 - 53

4,2 - 7,6

30 - 39

2,3 - 3,0

112 - 147

22 - 29

3,2 - 4,2

20 - 29

3,1 - 4,2

77 - 112

15 - 22

2,2 - 3,2

15 - 19

4,3 - 6,0

56 - 77

11 - 15

1,6 - 2,2

Lit.: H. Knothe: Aminoglykoside; Verlag U & M, Frankfurt/M

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Amikacin Fresenius

Fachinformation Amikacin fresenius

FACHINFORMATION

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Amikacin Fresenius 5 mg/ml Infusionslosung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

50 ml Infusionslosung enthalten: 333,5 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 250 mg Amikacin

100 ml Infusionslosung enthalten 667 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 500 mg Amikacin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Natrium Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslosung

Theoretische Osmolaritat: 334 mosm/l

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Amikacin Fresenius ist angezeigt zur Behandlung schwerwiegender Infektionen mit Amikacin empfindlichen Gram-negativen Erregern (einschlieBlich Pseudomonaden, E.coli, indol-negativer und indol-positiver Proteus spp., Klebsiellen, Enterobacter, Serratia, Salmonellen und Shigellen).

Amikacin Fresenius eignet sich zur Behandlung von:

-    Infektionen der Atemwege,

-    Infektionen des Bauchraums einschlieBlich Peritonitis,

-    schweren septischen Infektionen im Urogenitalbereich,

-    Bakteriamie, Septikamie, Meningitis, Endokarditis (nur in Kombination mit einem Betalaktam-Antibiotikum),

-    infizierten Verbrennungswunden

Die allgemein anerkannten Richtlinien fur den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Amikacin Fresenius zu berucksichtigen.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Hohe der Dosis von Amikacin ist abhangig vom Alter, Gewicht und Nierenfunktion des Patienten, vom Schweregrad und Ort der Infektion sowie von den vermuteten und nachgewiesenen Erregern.

Die empfohlene intramuskulare oder intravenose Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin Clearance > 50 ml/min) betragt 15 mg/kg/Tag, die als Einmaldosis oder in zwei gleich groben Einzeldosen, entsprechend

7,5 mg/kg alle 12 Stunden, verabreicht wird. Die Tageshochstdosis sollte 1,5 g nicht uberschreiten. Bei Patienten mit Endokarditis oder febriler Neutropenie sollte die Dosierung zweimal taglich erfolgen, da eine einmal tagliche Dosierung durch eine unzureichende Datenlage nicht unterstutzt wird.

Kinder von 4 Wochen bis 12 Jahre

Die empfohlene intramuskulare oder intravenose (langsame intravenose Infusion) Dosis bei Kindern mit normaler Nierenfunktion betragt 15-20 mg/kg/Tag, die als Einmaldosis, entsprechend 15-20 mg/kg/Tag, oder als 7,5-mg/kg-Dosis alle 12 Stunden, verabreicht wird.

Neugeborene

Die Initialdosis betragt 10 mg/kg, gefolgt von einer Dosis von 7,5 mg/kg alle 12 Stunden (siehe 4.4 und 5.2).

Fruhgeborene

Die empfohlene Dosis bei Fruhgeborenen betragt 7,5 mg/kg alle 12 Stunden (siehe 4.4 und 5.2). Besondere Empfehlung fur die intravenose Verabreichung:

In padiatrischen Patienten ist die benotigte Menge an Losungsmitteln abhangig von der Menge des Amikacins, die vom Patienten vertragen werden kann. Die Losung sollte normalerweise in einer Zeit zwischen 30 und 60 Minuten infundiert werden. Sauglingen sollte eine ein- bis zweistundige Infusion verabreicht werden.

Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion:

Bei Niereninsuffizienz ist wahrend der Behandlung die Kontrolle der Amikacin-Serumspiegel erforderlich, die wahrend 30 und 90 Minuten nach der Infusion nicht uber 30 - 35 gg/ml liegen sollten.

Bei eingeschrankter Nierenfunktion mit einer glomerularen Filtrationsrate unter 70 ml/min ist eine Dosisreduktion oder die Verlangerung des Dosierungsintervalls zu empfehlen, da mit einer Kumulation von Amikacin im Organismus gerechnet werden muss. Bei einer gleichbleibenden Initialdosis von 7,5 mg Amikacin/kg KG errechnet sich das richtige Dosierungsintervall durch Multiplikation des Serumkreatininwertes des Patienten mit dem Faktor 9.

Bei chronischer Niereninsuffizienz und bekannter Kreatinin-Clearance berechnet man die Erhaltungsdosis, die alle 12 Stunden zu geben ist, nach der Formel:

Clkrea des Patienten (ml/min)/Clkrea Normalwert (ml/min) x 7,5 mg Amikacin/kg KG.

Die Initialdosis sollte 7,5 mg Amikacin/kg KG betragen.

Bei starkerer Niereninsuffizienz ist wahrend der Therapie die Kontrolle der Serumspiegel erforderlich. Dabei sollten die Talspiegel unter 10 gg/ml liegen. Die angestrebten Spitzenkonzentrationen sollten etwa 25 gg/ml betragen.

Bei Patienten unter Hamo- bzw. Peritonealdialyse gibt man jeweils am Ende eines Hamo- bzw. Dialysevorganges einmalig die Halfte der normalen Dosis.

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz:

Kreatinin-

Clearance

Serum-

Kreatinin

Dosis Amikacin pro 12 h

Dosis Amikacin Fresenius pro 12 h

Tagesdosis

Amikacin

ml/min

mg/100 ml

mg bez. auf 70 kg KG

ml bez. auf 70 kg KG

mg/kg KG und Tag

70 - 80

< 1,2

266 - 280

53 - 56

7,6 - 8

40 - 69

1,3 - 2,2

147 - 266

29 - 53

4,2 - 7,6

30 - 39

2,3 - 3,0

112 - 147

22 - 29

3,2 - 4,2

20 - 29

3,1 - 4,2

77 - 112

15 - 22

2,2 - 3,2

15 - 19

4,3 - 6,0

56 - 77

11 - 15

1,6 - 2,2

Lit.: H. Knothe: Aminoglykoside; Verlag U & M, Frankfurt/M Art der Anwendung und Dauer der Anwendung

Losung zur i.v. Kurzinfusion.

Die Behandlungsdauer liegt, je nach Schwere der Infektion, zwischen 3 und 10 Tagen.

4.3    Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Aminoglykoside oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, bei Patienten mit Gehor- oder Vestibularisschaden (Innenohrschaden) sowie nach unmittelbarer vorausgegangener Behandlung mit einem Aminoglykosid und bei Myasthenia gravis.

Wie alle Aminoglykoside wird Amikacin in der Nierenrinde und im Innenohr gespeichert.

Folgende Risikofaktoren erhohen die Gefahr oto- und nephrotoxischer Reaktionen:

-    Fruhgeburt, hohes Alter;

-    Niereninsuffizienz;

-    bestehender Horschaden bzw.    Vorerkrankungen im Horbereich;

-    Vorbehandlung mit anderen Aminoglykosid-Antibiotika bzw. Vorbehandlung mit anderen die Nieren belastenden Substanzen;

-    gleichzeitige Gabe anderer ototoxischer oder nephrotoxischer    Substanzen;

-    Notwendigkeit einer hochdosierten (hohe Serumspitzen- und Talspiegel) und langdauernden Amikacin-Behandlung;

-    Schock, Dehydratation;

-    Sepsis;

-    schwere Begleit- und Grundkrankheiten (z. B. Anamie, Diabetes, kardiovaskulare Dekompensation, Malignome).

In solchen Fallen sollte Amikacin nur nach strenger Nutzen-Risikoabwagung angewendet werden und es muss eine besondere engmaschige tagliche Uberwachung der Nieren-, Gehor- und Vestibularfunktion erfolgen. Daruber hinaus sind die Wirkstoffkonzentrationen von Amikacin im Blut zu bestimmen.

Ebenso sollte Amikacin nicht bei Myasthenia gravis angewendet werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Morbus Parkinson und anderen neuromuskularen Syndromen.

Aminoglykoside sollten mit Vorsicht bei Fruh- und Neugeborenen wegen der noch unreifen Nierenfunktion und der daraus resultierenden Verlangerung der Serumhalbwertszeit dieser Arzneimittel angewendet werden.

Bei alteren Patienten ist eine mogliche Einschrankung der Nierenfunktion zu berucksichtigen.

Unter der Anwendung von Amikacin sind Kontrollen der Serumkonzentration von Amikacin erforderlich. Ggf. ist die Dosis entsprechend anzupassen.

Ferner sind folgende MaBnahmen zur Reduzierung des Risikos von Nebenwirkungen erforderlich:

-    Vor, wahrend und nach der Therapie sind die Nierenfunktion (u. a. Serum-Kreatinin, Kreatinin-Clearance), das Blutbild, die Leberfunktion sowie die Hor- und Gleichgewichtsfunktion zu kontrollieren.

-    Es ist eine ausreichende Hydratation und Harnproduktion zu gewahrleisten (ggf. Urinuntersuchung).

Amikacin Fresenius enthalt Natrium, je 100 ml Infusionslosung etwa 20 mmol (entsprechend 460 mg) Natrium. Dies ist zu berucksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diat.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Diuretika:

Die Nephro- und Ototoxizitat von Amikacin wird erhoht durch schnell wirkende Diuretika (z. B. Furosemid, Etacrynsaure und Mannit).

Bei forcierter Diurese wird uber eine verstarkte Amikacin-Ausscheidung ein Absinken der Blutspiegel herbeigefuhrt.

Andere Antibiotika:

Cephalosporine erhohen ebenfalls die Nephrotoxizitat. Bei gleichzeitiger Gabe muss daher Nierenfunktion und Horvermogen engmaschig kontrolliert werden.

Amikacin hat mit Azlocillin und Piperacillin eine synergistische Wirkung bei der Behandlung von Pseudomonas aeruginosa und anderen Enterobakterien.

Ein synergistischer Effekt hinsichtlich der antibakteriellen Wirkung kann sich bei der Kombination mit Betalaktam-Antibiotika ergeben.

In-vitro-Experimente zeigen, dass eine Mischung von Aminoglykosiden mit Betalaktam-Antibiotika zu signifikanter gegenseitiger Inaktivierung fuhren kann. Die Serum-Aktivitat von Amikacin kann auch reduziert werden, wenn in vivo ein anderes Aminoglykosid oder ein Penicillin-Antibiotikum gleichzeitig separat appliziert wird. Klinisch signifikant ist die Aminoglykosid-Inaktivierung nur bei Patienten mit stark eingeschrankter Nierenfunktion.

Muskelrelaxantien:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien (z. B. d-Tubocurarin) muss damit gerechnet werden, dass Amikacin die neuromuskular-blockierende Wirkung steigert.

Inhalationsnarkotika:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Inhalationsnarkotika (z. B. Halothan) muss damit gerechnet werden, dass Amikacin die neuromuskular-blockierende Wirkung steigert.

Sonstige Arzneimittel:

Die gleichzeitige oder aufeinander folgende Gabe von Amikacin und anderen neuro-, nephro- oder

ototoxischen Substanzen (v. a. Bacitracin, Cisplatin, Amphotericin B, Cefaloridin, Paromomycin, Viomycin, Polymyxin B, Colistin, Vancomycin, andere Aminoglykoside) sollte vermieden werden, da hierdurch die Gefahr von entsprechenden Nebenwirkungen erhoht wird.

Indometacin kann die Plasmakonzentration von Amikacin bei Neugeborenen erhohen.

Laborwerte:

Die Serumkreatinin-Bestimmung kann bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen falschlicherweise erhohte Werte liefern.

Die Inaktivierung kann sich in Proben (Serum, Liquor u. a.), die fur die Laboruntersuchung abgenommen werden, fortsetzen und dann die Bestimmung des Aminoglykosid-Spiegels verfalschen. Die Proben sind deshalb nach der Abnahme adaquat zu behandeln (sofortige Bestimmung, Aufbewahrung im Kuhlschrank oder Zugabe von Betalaktamase).

Bei der Bestimmung von Aminosauren im Urin mittels der Ninhydrin-Reaktion kommt es unter der Aminoglykosid-Therapie zu uberhohten Werten (Aminoglykoside reagieren mit Ninhydrin).

4.6    Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Daten uber eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren weisen darauf hin, dass Aminoglykoside dem Fotus schaden konnen.

Aminoglykoside passieren die Plazentaschranke und es gibt Berichte uber irreversible beidseitig angeborene Taubheit bei Kindern, deren Mutter wahrend der Schwangerschaft mit Streptomycin behandelt wurden. Obwohl es keine Berichte uber negative Auswirkungen auf den Fotus oder das Neugeborene, deren Mutter mit anderen Aminoglykosiden behandelt wurden, gibt, muss von einer potentiell schadlichen Wirkung ausgegangen werden.

Tierexperimentelle Studien an Ratten und Mausen zeigten keine Auswirkungen auf die Fertilitat oder die embryonale/fotale Entwicklung.

Falls eine schwangere Patientin mit Amikacin behandelt werden muss, oder die Patientin wahrend der Therapie mit Amikacin schwanger wird, sollte sie uber die potentielle Gefahr fur den Fotus unterrichtet werden.

Amikacin darf Schwangeren und Neugeborenen nur bei eindeutiger Indikation und unter arztlicher Aufsicht verabreicht werden (siehe auch Abschnitt 4.4“Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung“).

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob Amikacin in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Es muss eine Entscheidung daruber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Amikacin Fresenius verzichtet werden soll.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Amikacin hat keinen oder einen zu vernachlassigenden Einfluss auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermogen verandert und die Fahigkeit zum Fuhren von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt werden. Dies gilt in verstarktem MaBe im Zusammenwirken mit Alkohol (siehe auch Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen“).

4.8    Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 1/10)

Haufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Untersuchunsen:

Gelegentlich: leichte, vorubergehende Erhohung der SGOT, SGPT und AP

Herzerkrankunsen:.

Gelegentlich: Hypotonie

Erkrankunsen des Blutes und des Lvmvhsvstems:

Gelegentlich: reversible Auswirkungen auf das Blutbild toxischer und allergischer Art (Granulozytopenie, Thrombopenie, Anamie, Leukopenie oder Eosinophilie), Hypomagnesiamie

Erkrankunsen des Nervensvstems:

Gelegentlich: Atemdepression, sehr selten (< 0,01 %) Atemstillstand bei zu schneller i.v.-Infusion sowie intrapleuraler oder intraperitonealer Applikation hoher Dosen

Dieses Risiko besteht auch bei gleichzeitiger Gabe mit Anasthetika und Muskelrelaxantien. Kopfschmerzen, Parasthesien, Tremor Sehr selten: Muskelzuckungen, Krampfe

Erkrankunsen des Ohrs und des Labyrinths:

Haufig: Gleichgewichtsstorungen, Schwindelgefuhle, Nystagmus, Ohrensausen (Tinnitus), Druck auf oder in den Ohren, Innenohrschwerhorigkeit Sehr selten: Ertaubung

Diese Nebenwirkungen treten vor allem auf beim Uberschreiten der empfohlenen Dosierung, bei einer Behandlungsdauer von mehr als 10 Tagen und wenn die Dosis nicht einer reduzierten Nierenfunktion angepasst wird.

Erkrankunsen des Gastrointestinaltrakts:

Haufig: Ubelkeit, Erbrechen

Erkrankunsen der Nieren und Harnwege:

Haufig: Schadigung der Nierentubuli mit einer mehr oder weniger reversiblen Einschrankung der Nierenfunktion

Diese Nebenwirkung birgt die Gefahr in sich, uber einen Kumulationsprozess die ototoxischen Wirkungen von Amikacin auszulosen bzw. zu verstarken.

Erkrankunsen der Haut und des Unterhautzellsewebes:

Gelegentlich: Uberempfindlichkeitsreaktionen wie Exanthem, Juckreiz, Nesselsucht

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Gelegentlich: Arthralgie

Infektionen und_parasitare Erkrankunsen:

Gelegentlich: Superinfektion oder Kolonisation mit resistenten Keimen oder Sprosspilzen nach langfristiger oder wiederholter Anwendung von Amikacin

Erkrankunsen des Immunsvstems:

Gelegentlich: Arzneimittelfieber Sehr selten: anaphylaktischer Schock

Wichtige Hinweise fur die Behandlung

Nierenfunktionsstorungen, neurologisch bedingte Horschaden sowie Unvertraglichkeitsreaktionen konnen weitgehend durch folgende VorsichtsmaBnahmen vermieden werden:

Kontrolle der Nierenfunktion, des Blutbildes, der Leberfunktion sowie der Hor- und Gleichgewichtsfunktion vor, wahrend und nach der Therapie; Gewahrleistung ausreichender Hydratation und Harnproduktion; ggf. Serumkonzentrationsbestimmungen bei besonders gefahrdeten Patienten und entsprechende Dosisanpassung.

Siehe auch Abschnitt 4.2, hier „Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion“.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53173 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Vordergrundige Gefahr bei Amikacin-Uberdosierung ist, wie bei allen Aminoglykosiden, eine potenziell nephro-, oto- und neurotoxische (neuromuskulare Blockade) Wirkung. Im Falle einer Uberdosierung oder von toxischen Wirkungen wird Amikacin abgesetzt und ggf. die Elimination durch forcierte Diurese beschleunigt (siehe auch Abschnitt 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“). Weiterhin wird die Hamodialyse (oder auch Peritonealdialyse) zur Entfernung von Amikacin aus dem Blut empfohlen. Dabei ist die Hamodialyse der Peritonealdialyse in der Effektivitat uberlegen. Beim Neugeborenen sollte auch an die Moglichkeit einer Austauschtransfusion gedacht werden.

Zur Soforttherapie bei neuromuskularer Blockade mit Atemlahmung ist die kunstliche Beatmung erforderlich. Auberdem wird als Antagonist Calcium in ionisierter Form (z. B. als Gluconat oder Lactobionat in 10 - 20%iger Losung) empfohlen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:Amikacin ist ein parenterales Antibiotikum aus der Gruppe der

Aminoglykoside,ATC-Code:j0lGB06

Wirkungsmechanismus

Der Wirkungsmechanismus von Amikacin beruht auf einer Storung der Proteinbiosynthese am

bakteriellen Ribosom durch Interaktion mit der rRNS und nachfolgender Hemmung der Translation.

Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hangt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzentration

(Cmax) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenuber Amikacin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

•    Enzymatische Inaktivierung: Die enzymatischen Modifikationen der Aminoglykosidmolekule ist der haufigste Resistenzmechanismus. Hierfur sind Acetyltransferasen, Phosphotransferasen oder Nukleotidyltransferasen verantwortlich, die zumeist plasmidkodiert sind. Amikacin verfugt uber eine weitgehende Stabilitat gegenuber Aminoglykosid-inaktivierenden Enzymen. Es kann daher Bakterien hemmen, die gegen Gentamicin und andere Aminoglykoside resistent sind.

•    Verminderte Penetration und aktiver Efflux: Diese Resistenzmechanismen finden sich vor allem bei Pseudomonas aeruginosa.

   Veranderung der Zielstruktur: Modifikationen innerhalb der Ribosomen kommen als Ursache einer Resistenz vor.

Es besteht eine partielle Kreuzresistenz von Amikacin mit anderen Aminoglykosidantibiotika.

Grenzwerte


Die Testung von Amikacin erfolgt unter Benutzung der ublichen Verdunnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen fur sensible und resistente Keime wurden festgelegt:


EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacteriaceae

< 8 mg/l

> 16 mg/l

Pseudomonas spp.

< 8 mg/l

> 16 mg/l

Acinetobacter spp.

< 8 mg/l

> 16 mg/l

Staphylococcus spp.

< 8 mg/l

> 16 mg/l

Nicht speziesspezifische Grenzwerte1'1*

< 8 mg/l

> 16 mg/l

1} Grenzwerte beziehen sich auf eine intravenose Amikacin-Dosis von 15 mg/kg/Tag. * Basieren hauptsachlich auf der Serumpharmakokinetik


Pravalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Pravalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann ortlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere fur die adaquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen uber die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Amikacin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenuber Amikacin anzustreben.

Pravalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzen 5 Jahre aus nationalen Resistenzuberwachungsprojekten und-studien (Stand: Dezember 2013):


Ublicherweise empfindliche Spezies_

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen_

Staphylococcus aureus_

Staphylococcus haemolyticus_

Staphylococcus hominis °_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen_

Citrobacter ^ freundii_

Enterobacter aerogenes_

Enterobacter cloacae_

Escherichia coli_

Klebsiella oxytoca_

Klebsiella pneumoniae_

Morganella morganii_

Proteus mirabilis_

Proteus vulgaris °_

Pseudomonas aeruginosa1_

Salmonella enterica (Enteritis-Salmonellen)_

Serratia liquefaciens °_

Serratia marcescens_

Shigella spp._

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

konnen_

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen_

Staphylococcus epidermidis_

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen_

Acinetobacter baumannii_

Von Natur aus resistente Spezies_

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen_

Enterococcus spp._

Streptococcus spp._


Aerobe Gram-negative Mikroorganismen_

Burkholderia cepacia_

Stenotrophomonas maltophilia_

Anaerobe Mikroorganismen_

Bacteroides spp._

Prevotella spp._

Andere Mikroorganismen_

Chlamydia spp._

Chlamydophila spp._

Mycoplasma spp._

Ureaplasma urealyticum_

° Bei Veroffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primarliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

1 Bei Isolaten von besonderen Patientengruppen wie z.B. Patienten mit cystischer Fibrose betragt die Resistenzrate > 10%.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Amikacin wird nach oraler Gabe praktisch nicht resorbiert und ist daher nur parenteral anwendbar. Maximale Serumspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die Serumhalbwertszeit betragt 2,2 bis 2,4 Stunden. Mit einer Verlangerung der Halbwertszeit ist bei niereninsuffizienten Patienten sowie bei Fruh- und Neugeborenen zu rechnen. Die Plasmaproteinbindung betragt 4 bis 10 %.

Die Diffusion in den Liquor ist bei entzundeten Meningen ausreichend. In der Nierenrinde und der Innenohrflussigkeit akkumuliert die Substanz. Aus diesen tiefen Kompartimenten erfolgt eine Elimination nur langsam.

Amikacin wird im Organismus nicht metabolisiert. Die Elimination erfolgt uberwiegend renal (60 bis 82 % werden in unveranderter Form innerhalb der ersten 6 Stunden ausgeschieden), aber auch uber die Galle.

Amikacin ist hamodialysierbar und in geringem MaBe auch peritoneal dialysierbar.

Studien zur mehrmals taglichen Dosierung zeigen, dass spinale Flussigkeitsspiegel bei Neugeborenen etwa 10 bis 20 % der Serumkonzentration betragen und bei einer Meningitis 50 % der Serumkonzentration erreichen konnen.

Bei Neugeborenen und insbesondere Fruhgeborenen ist die renale Ausscheidung des Amikacins herabgesetzt.

In einer Einzelstudie wurde bei Neugeborenen (1-6 Tage postnatal), gruppiert nach Geburtsgewicht (< 2000, 2000 - 3000 und > 3000 g), intramuskular und/oder intravenos eine Dosis von 7,5 mg/kg Amikacin verabreicht. Die Ausscheidung bei Neugeborenen uber 3000 g betrug 0,84 ml/min/kg. Die terminale Halbwertszeit betrug etwa 7 Stunden. In dieser Gruppe betrugen das anfangliche Verteilungsvolumen und das Verteilungsvolumen im Steady-State-Zustand 0,3 ml/kg bzw. 0,5 ml/kg. In den Gruppen mit niedrigerem Geburtsgewicht war die Ausscheidung/kg geringer und die Halbwertszeit langer. Wiederholte Gaben alle 12 Stunden in allen o. g. Gruppen zeigten keine Akkumulation nach 5 Tagen.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherheit

Bei tierexperimentellen Untersuchungen fanden sich nach parenteraler Gabe akute oto- und nephrotoxische Wirkungen. In Langzeitstudien lieBen sich histopathologische Veranderungen in den Nieren nachweisen.

Bisherige in-vitro Untersuchungen verliefen negativ und ergaben fur Amikacin keine relevanten Hinweise hinsichtlich eines genotoxischen Potentials.

Langzeituntersuchungen hinsichtlich eines tumorerzeugenden Potentials liegen nicht vor.

In unzureichend dokumentierten reproduktionstoxikologischen Untersuchungen traten unter Amikacin-Medikation dosisabhangig embryotoxische und teratogene Effekte auf. Bei Mausen und Ratten war die Anzahl unreifer Feten erhoht und es wurden vermehrt Skelettanomalien beobachtet. Bei Meerschweinchen wurden Schadigungen am Innenohr beschrieben. Die Fertilitat wurde bei Ratten nicht beeintrachtigt. Ebenfalls unzureichend dokumentierte Postnatalbeobachtungen bei Ratten und Mausen zeigten keine zusatzlichen Entwicklungsstorungen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Salzsaure, Natriumhydroxid, Wasser fur Injektionszwecke

6.2    Inkompatibilitaten

Amikacin Fresenius sollten keine anderen Arzneimittel zugesetzt werden.

Es bestehen chemische Inkompatibilitaten mit Amphotericin, Ampicillin, Cefapirin, Cephalotin, Chlorthiazide, Erythromycin, Heparin, Nitrofurantoin, Novobiocin, Phenytoin, Sulphadiazin, Thiopenton, (Chlor)tetracyclin und Vitamin B mit Vitamin C. Amikacin Fresenius darf daher mit diesen Substanzen nicht gemischt werden.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

Ungeoffnet:

3 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn es nicht sofort benutzt wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und die Bedingungen vor Gebrauch in der Verantwortung des Anwenders.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25 °C lagern.

Die Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

Kein Mehrdosenbehaltnis. Nach Anwendung verbleibende Reste der Infusionslosung mussen verworfen und ordnungsgemaB entsorgt werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdunnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Durchstechflaschen (50 ml bzw. 100 ml) aus farblosem Glas gemaB Ph.Eur.

Die Glasdurchstechflaschen sind mit einem Verschluss aus Halobutyl-Gummi und Aluminiumkappen versehen.

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 50 ml Infusionslosung

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 100 ml Infusionslosung

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nur verwenden, wenn die Losung klar und das Behaltnis unbeschadigt sind.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49 6172 686-8200

Fax: +49 6172 686 8239

E-Mail: Kundenberatung@fresenius-kabi.de

8.    ZULASSUNGSNUMMER

6614021.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung/Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 04. Juni 2004

10.    STAND DER INFORMATION

Mai 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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Amikacin Fresenius