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Amoxiwieb 1000mg

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels / SPC)



FC 1. Bezeichnung des Arzneimittels


AMOXIWIEB 1000 mg


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 Brausetablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 1163 mg Amoxicillin-Trihydrat, entsprechend 1000 mg Amoxicillin


3. Darreichungsform


Brausetablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen


4. Klinische Angaben


Anwendungsgebiete


Zur Behandlung von akuten und chronischen Infektionen unterschiedlicher Lokalisation und Intensität, die durch Betalaktamase-negative, Amoxicillin-empfindliche (bzw. Ampicillin-empfindliche), Gram-positive und Gram-negative Krankheitserreger verursacht werden und einer oralen Therapie zugänglich sind.


Infektionen

des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs

der oberen und unteren Atemwege (einschließlich Pertussis)

der Niere und der ableitenden Harnwege

der Geschlechtsorgane (einschließlich Gonorrhoe)

der Gallenwege

des Magen-Darm-Trakts (einschließlich der gesicherten Helicobacter pylori-Infektion in Form einer Tripel-Therapie)

der Haut und der Weichteile


National und international anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von AMOXIWIEB 1000 mg

zu berücksichtigen.


Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Die Höhe der Dosis von Amoxicillin ist abhängig von Alter, Gewicht und Nieren­funktion des Patienten, vom Schweregrad und Ort der Infektion sowie von den vermuteten oder nachgewiesenen Erregern.


Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 40 kg Körpergewicht (ab ca. 12 Jahren)

Bei oraler Anwendung erhalten Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 40 kg Körpergewicht 1500 mg – 3000 mg Amoxicillin/Tag in 3 bis 4 Einzeldosen. Eine Aufteilung der gesamten Tagesdosis in zwei Einzelgaben (Dosierungsintervall alle 12 Stunden) ist ebenfalls möglich. Hierbei sollte jedoch die Tagesdosis im höheren Bereich liegen, um einen ausreichenden Wirkstoffspiegel von Amoxicillin kontinuierlich zu gewährleisten. Bei schweren Infektionen ist eine Steigerung auf 4000 mg – 6000 mg Amoxicillin/Tag möglich.


Kinder bis 40 kg Körpergewicht (bis ca. 12 Jahren)

Kinder bis 40 kg Körpergewicht erhalten 50-100 mg (Tageshöchstdosis 2000 mg) Amoxicillin/kg Körpergewicht pro Tag in 3-4 Einzelgaben. Feste Arzneizubereitungen, die unzerkaut geschluckt werden müssen, wie z.B. Tabletten, sind für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet.

Hierfür sind andere geeignetere Darreichungsformen anzuwenden.

Für die Dosierung ist grundsätzlich das Körpergewicht des Patienten maßgebend, auch wenn dieses im Einzelfall nicht mit dem angegebenen Lebensalter übereinstimmt.


Besondere Dosierungen


Dosierung zur Therapie von gesicherten Helicobacter pylori-Infektionen:


Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 40 kg Körpergewicht (ab ca. 12 Jahren)

erhalten 2 x 1000 mg Amoxicillin pro Tag für 7 Tage in Form einer Tripel-Therapie in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum (in der Regel Clarithromycin oder Metronidazol) und einem Protonenpumpenhemmer (wie beispielsweise Omeprazol).


Kinder bis 40 kg Körpergewicht (bis ca. 12 Jahren)

erhalten 50 mg Amoxicillin/kg Körpergewicht pro Tag (Tageshöchstdosis 2000 mg Amoxicillin) aufgeteilt in

2 Einzelgaben (alle 12 Stunden) für einen Zeitraum von 7 Tagen. Die Behandlung ist in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum (in der Regel Clarithromycin, oder Metronidazol) und einem Protonenpumpenhemmer (wie beispielsweise Omeprazol) als Tripel—Therapie durchzuführen.


Die erfolgreiche Eradikation von Helicobacter pyloriist 4-6 Wochen nach Beendigung der Therapie durch geeignete Untersuchungen zu sichern.


Bei erfolgloser Eradikation ist vor einem weiteren Behandlungszyklus die Gewinnung einer Magenschleimhautbiopsie zur Bestimmung der Resistenzlage erforderlich.


Dosierung bei unkomplizierter Harnwegsinfektion der Frau:

Bei unkomplizierter Harnwegsinfektion der Frau ist die einmalige Einnahme von 3000 mg Amoxicillin möglich.


Bei unkomplizierter Gonorrhoe hat sich die einmalige Verabreichung von 3000 mg Amoxicillin ggf. zusammen mit Probenecid bewährt.


Endokarditisprophylaxe


Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 40 kg Körpergewicht (ab ca. 12 Jahren)

sollten zur Endokarditisprophylaxe in Abhängigkeit vom Körpergewicht und vom Endokarditisrisiko 1 Stunde vor dem Eingriff 2000 - 3000 mg Amoxicillin einnehmen.


Bei besonders hohem Endokarditisrisiko sollten
6 Stunden nach dem Eingriff zusätzlich 3000 mg Amoxicillin oral verabreicht werden.


Kinder unter 40 kg Körpergewicht (bis ca. 12 Jahren)

erhalten zur Endokarditisprophylaxe 1 Stunde vor dem Eingriff oral 50 mg/kg Körpergewicht (maximal 2000 mg) Amoxicillin.


Bei besonders hohem Endokarditisrisiko sollten zusätzlich 6 Stunden nach dem Eingriff oral 15 mg/kg (maximal 1000 mg) Amoxicillin verabreicht werden.


Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 30 ml/min ist eine Reduzierung der Folgedosen zu empfehlen, da mit einer Kumulation von Amoxicillin gerechnet werden muss. Bei einer Kreatinin-Clearance von 20 bis 30 ml/min sollte die Normdosis auf 2/3 , bei einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min auf 1/3 reduziert werden. Ggf. ist auch eine Verlängerung des Dosierungsintervalls unter Kontrolle der Wirkspiegel im Blut möglich.


Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:

Bei eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich, sofern die Nierenfunktion nicht beeinträchtigt ist.


Art der Anwendung

Die Einzelgaben sind möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen; d. h. bei 3 mal täglicher Einnahme alle 8 Stunden; bei 2 mal täglicher Einnahme, alle

12 Stunden.


Bei Kindern bis 40 kg Körpergewicht (bis ca. 12 Jahren) wird normalerweise die Aufteilung der gesamten Tagesdosis auf 3 Einzelgaben (jeweils alle 8 Stunden

1 Gabe) empfohlen.


Amoxiwieb 1000mg Brausetablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Die Brausetablette ist vor der Einnahme unter Umrühren in einem Glas Wasser zu suspendieren. Die Einnahme während der Mahlzeiten beeinträchtigt die Wirksamkeit von Amoxicillin nicht.


Hinweis:

Amoxicillin besitzt einen wirkstoffspezifischen Eigengeruch, der unterschiedlich stark in Erscheinung treten kann und keinen Einfluss auf die Wirksamkeit hat.


Amoxicillinpräparate können einen produktspezifischen Eigengeschmack besitzen, der unterschiedlich in Erscheinung treten kann und keinen Einfluss auf die Wirksamkeit hat.


Dauer der Anwendung


Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.


Amoxicillin soll in der Regel 7 (–10) Tage lang eingenommen werden, mindestens bis 2 – 3 Tage nach Abklingen der Krankheitserscheinungen (siehe auch Abschnitt 4.2 ”Besondere Dosierungen”).


Bei der Behandlung von Infektionen mit Streptococcus pyogenes(-hämolysierende Streptokokken) ist die Einnahme von Amoxicillin für mindestens 10 Tage erforderlich, um Spätkomplikationen vorzubeugen (z.B. rheumatisches Fieber, Glomerulonephritis).


Gegenanzeigen


Bei Überempfindlichkeit gegen Amoxicillin, Penicillin oder einen der sonstigen Bestandteile darf das Arzneimittel wegen der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks nicht angewendet werden.


4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Allergische Diathese

Eine Kreuzallergie mit anderen Betalaktam-Antibiotika (u.a. Cephalosporine) kann bestehen.

Zwischen Pilzen und Penicillin kann Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei vorbestehender Mykose auch nach erstmaliger Penicillingabe allergische Reaktionen auftreten können.


Eingeschränkte Nierenfunktion:

Eine Dosisanpassung ist erforderlich (s. 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung).


Infektiöse Mononukleose, chronische lymphatische Leukämie

Bei viralen Infektionen, insbesondere mit Mononucleosis infectiosa, sowie bei lymphatischer Leukämie sollten gleichzeitige bakterielle Infektionen nur mit Vorsicht mit Amoxicillin behandelt werden, da das Risiko erythematöser Hautreaktionen erhöht ist.


Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie):

Hier muss die Behandlung mit Amoxiwieb 1000mg sofort abgebrochen und die erforderlichen Notfallmaßnahmen eingeleitet werden.


Pseudomembranöse Kolitis

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Amoxiwieb 1000mg in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten.

Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht eingenommen oder verabreicht werden.


Zahnverfärbung

Zahnverfärbungen bei Kindern kann durch intensive Mundhygiene während der Behandlung vorgebeugt werden.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und sonstige Wechselwirkungen


Bakteriostatische Antibiotika bzw. Chemotherapeutika

Amoxicillinsollte nicht mit bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika/Antibiotika (wie z.B. Tetracycline, Makrolide, Sulfonamide oder Chloramphenicol) kombiniert werden, da in vitroein antagonistischer Effekt beobachtet wurde.


Probenecid

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid hemmt die tubuläre Sekretion von Amoxicillin und führt zu höheren und länger anhaltenden Amoxicillinspiegeln.


Allopurinol

Die gleichzeitige Einnahme von Allopurinol während der Therapie mit Amoxicillinkann das Auftreten von allergischen Hautreaktionen begünstigen.


Diuretika

Diuretika beschleunigen die Ausscheidung von Amoxicillin. Dies führt zu einem Absin­ken der Wirkstoffkonzentration im Blut.


Digoxin

Während einer Amoxicillintherapie ist eine Resorptionserhöhung von gleichzeitig verab­reichtem Digoxin möglich.


Antikoagulantien

Bei gleichzeitiger Gabe von Antikoagulantien vom Cumarin-Typ kann die Blutungsneigung verstärkt werden.


Hormonale Kontrazeptiva

Unter der Therapie mit Amoxicillin kann in seltenen Fällen die Wirksamkeit von hormonalen Kontrazeptiva beeinträchtigt sein. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich nichthormonale empfängnisverhütende Maßnahmen anzuwenden.


Einfluss auf labordiagnostische Untersuchungen

Nichtenzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein falsch-positives Resultat ergeben.


Ebenso kann der Urobilinogen-Nachweis gestört sein.


Bei Schwangeren, die mit Ampicillintherapiert wurden, wurden vorübergehend erniedrigte Plasmakonzentrationen von Estradiol und seinen Konjungaten diagnostiziert. Dieser Effekt ist ggf. auch bei Amoxicillin möglich.


4.6 Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit


Schwangerschaft

Vorsichtshalber sollte die Anwendung von Amoxicillin in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt erfolgen.


Amoxicillin erreicht den Embryo bzw. Fetus über die Plazenta. Nach Anwendung an schwangeren Frauen sind bisher keine nachteiligen Wirkungen von Amoxicillin auf den Embryo/Fetus oder das Neugeborene beobachtet worden.

Lediglich in einer Einzelstudie an Frauen mit vorzeitigem Blasensprung wurde berichtet, dass die prophylaktische Behandlung mit Amoxicillin und Clavulansäuremit einem höheren Risiko einer nekrotisierenden Enterokolitis bei Neugeborenen in Zusammenhang gebracht werden kann.

In tierexperimentellen Studien zeigte Amoxicillin keine teratogenen Effekte (siehe Abschnitt 5.3).


Stillzeit

Amoxicillin geht in die Muttermilch über. Beim gestillten Säugling können deshalb Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute auftreten, so dass unter Umständen abgestillt werden muss. An die Möglichkeit einer Sensibilisierung sollte gedacht werden.


Amoxicillin darf jedoch nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung während der Stillzeit angewendet werden.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Nach bisherigen Erfahrungen hat Amoxicillin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol (s. a. Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).


4.8 Nebenwirkungen


Infektionen

Langfristige und/oder wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen und Kolonisation mit resistenten Bakterien oder Pilzen führen.


Hämatologie

Leukopenie, Thrombozytopenie, Verlängerung der Blutungs- und Prothrombinzeit, thrombozytopenische Purpura, (hämolytische) Anämie, Panzytopenie, Agranulozytose, Eosinophilie


Nervensystem

Übererregbarkeit oder Benommenheit, Angst, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle.


Magen-Darm-Trakt

Sehr häufig ( 10 %) und dosisabhängig treten gastrointestinale Störungen auf: Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, weiche Stühle, Diarrhöe. Es können Geschmacksstörungen, Stomatitis, Zahnverfärbungen (bei Kindern) und pseudomembranöse Kolitis (s. 4.4 Warnhinweise) auftreten.


Leber und Gallenwege

Anstieg von Transaminasen, Leberfunktionsstörungen und Cholestase mit und ohne Ikterus, Hepatitis.


Haut und Überempfindlichkeitsreaktionen

Häufig (≥ 1% - < 10%) sind allergische Hautreaktionen wie Exantheme, Juckreiz, Urtikaria. Außerdem können auftreten: anaphylaktische Reaktionen (z.B. Quincke-Ödem), anaphylaktischer Schock, Serumkrankheit, hämolytische Anämie, allergische Vaskulitis oder Nephritis, exfoliative Dermatitis, Lyell-Syndrom.


Nieren und ableitende Harnwege

Akute interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen mit Kristallurie.


Überdosierung


a) Symptome einer Überdosierung

Die Symptome bei Überdosierung entsprechen im Wesentlichen dem Neben­wirkungsprofil (s. 4.8 Nebenwirkungen). Insbesondere gastrointestinale und zentralnervöse Symptome sowie oligurisches Nierenversagen können auftreten.


b) Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Bei Überdosierung gibt es kein spezifisches Antidot. Die Behandlung besteht aus symptomatischen Maßnahmen. Amoxicillin kann durch Hämodialyse eliminiert werden.


5. Pharmakologische Eigenschaften


Pharmakodynamische Eigenschaften


ATC-Code JO1CA04


Antibiotikum (Penicillin mit breitem Wirkungsspektrum)


Amoxicillin ist ein halbsynthetisch gewonnenes Benzylpenicillin (p-Hydroxyampicillin). Analog zu den anderen Penicillinen sowie den Cephalosporinen wirkt Amoxicillin durch Hemmung des Aufbaus der Bakterienzellwand in der Wachstumsphase der Bakterien bakterizid. Das Wirkspektrum von Amoxicillin umfasst Gram-positive und Gram-negative Bakterien.


Dazu gehören Streptokokken, Penicillinase-negative Staphylokokken, Pneumokokken, Enterokokken, Listerien, Bacillus anthracisund Gram-negative Bakterien wie Meningokokken, Gonokokken, Haemophilus influenzaesowie H. parainfluenzae, Escherichia coli, Proteus mirabilis, Salmonellen und Shigellen.

Vorwiegend bei den Gram-negativen Bakterien (z.B. Escherichia coli, Proteus mirabilis, Helicobacter pylori, Haemophilus influenzae, Salmonellen und Shigellen) gibt es regional unterschiedliche Resistenzquoten mit steigender Tendenz.


Regional zunehmende Resistenzen bei Isolaten von Helicobacter pylorisind bei der Tripel-Therapie auch bezüglich des begleitenden Antibiotikums (in der Regel Clarithromycin oder Metronidazol) zu beachten, da diese ebenfalls die erfolgreiche Eradikation beeinflussen.


Nicht in das therapeutische Wirkungsspektrum von Amoxicillin fallen nahezu alle Indol-positiven Proteusarten, Klebsiellaspp., Enterobacterspp.,Serratiaspp., Pseudomonasspp., Stenotrophomonas maltophilia, Citrobacter spp.sowie Penicillinase-bildende Bakterien.


Amoxicillin ist nicht Penicillinase-fest.


Mit Ampicillin besteht eine komplette Kreuzresistenz.


Sensitivität


Es werden die nachfolgend aufgefährten vorläufigen minimalen Hemm-Konzentrationen (MHK) vorgeschlagen

[Grenzwerte (Breakpoints) nach DIN 58940]:


für sensitive Keime ≤ 2 mg/l,

für Keime mit mittlerer Empfindlichkeit 4 bis 8 mg / l und für resistente Keime ≥16 mg/l


Hinweis: Gilt für alle Bakterien einschließlich Anaerobier außer Haemophilus influenzae und Staphylokokken. Bei Staphylokokken ist das Testergebnis von Penicillin G zu übernehmen.

Für Haemophilus influenzae werden die nachfolgend aufgeführten vorläufigen minimalen hemm-Konzentration (MHK) vorgeschlagen [Grenzwerte (Breakpoints) nach DIN 58940]:


für sensitive Keime ≤ 1 mg/l,

für Keime mit mittlerer Empfindlichkeit 2 mg / l und für resistente Keime ≥4 mg/l.


Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeitvariieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich.

Die Tabelle macht nur eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit, ob Mikroorganismen gegenüber Amoxicillin empfindlich sind oder nicht.


Tabelle: Wirkspektrum von Amoxicillin

(Studiendurchfühung 1989-1999)



Kategorie I: Üblicherweise empfindliche Spezies

(Resistenzrate in Deutschland durchweg < 10 %)

Gram-positive Aerobier

Enterococcus faecalis*
Listeria monocytogenes*
Streptococcus pyogenes*
Streptococcus anginosus*

Gram-negative Aerobier

Haemophilus influenzae*
Haemophilus parainfluenzae*
Neisseria gonorrhoea*
Salmonella enteritidis*
Salmonella hirschfeldii*
Salmonella Paratyphi*
Salmonella Typhi*
Moraxella catarrhalis*

Kategorie II: Spezies, bei denen die erworbene Resistenz ein Problem darstellen kann (Resistenzrate in Deutschland insgesamt oder regional > 10 %)

Gram-positive Aerobier


Staphylococcus aureus*
enterococcus faecium

75 – 90%
57%

Gram-negative Aerobier


Haemophilus influenzae*
Proteus mirabilis*
Escherischia coli*

ca. 30%
ca. 25%
30-50%

Kategorie III: Natürlicherweise resistente Spezies

Gram-negative Aerobier

Citrobacter spp. (syn. Enterobacter freundii)
Enterobacteriae (z.B. Enterobacter cloacae, Enterobacter aerogenes)
Klebsiella spp. (klebsiella pneumoniae, Klebsiells oxytaca)
Proteus vulgaris, Proteus morganii, Proteus rettgeri
Pseudomonas spp. (z.B. Pseudomonas aeruginosa)
Serratia spp. (z.b. Serratia marcescens)

Andere

Allle penicillinasebildenden Stämme



* Wirksamkeit von Amoxicillin ist klinisch hinreichend belegt.

Literatur:

Mutschler E. et al. (2001), Arzneimittelwirkungen, wiss. Verlagsges. Stuttgart, 8. Auflage




Kresken M. et al. (1999), Zeitliche Entwicklung der Antibiotikaresistensz bei klinisch wichtigen Bakterienspezies in Mitteleuropa, Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 1-99, S. 17-25

Witt W. et al. (1999) Antibiotikaresistenz bei bakteriellen Infektionserregern, Bundes-gesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 42, S. 8-16


Jones R. N. (1996), Impact of Changing Pathogens and Antimicrobial Susceptibility Patterns in the Treatment of Serious Infections in Hospitalized Patients, Am J Med, Vol 100, Supp. 6A pg. SS-12S


Kresken (M) (1989), Veränderungen der Resistenzlage wichtiger Bakteriengruppen gegenüber Chemotherapeutika, Krankenhauspharmazie 10, Nr. 5, 147-158


Grünenthal gmbH (2000): Fachinformation Amoxypen®


Pharmakokinetische Eigenschaften


Amoxicillin ist ein Breitspektrumpenicillin für die orale, intramuskuläre und intravenöse Anwendung.


Amoxicillin ist säurestabil und wird nach oraler Gabe deutlich besser resorbiert als Ampicillin. Nach oraler Gabe liegt die Bioverfügbarkeit bei 72 –94 %.


Gleichzeitige Nahrungsaufnahme beeinflusst nicht die Resorptionsquote.

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von 500 mg bzw. von 3000 mg werden nach 1 Stunde Serumspitzenkonzentrationen von ca. 9 –14 mg/l bzw. von 27 mg/l erreicht. Nach intramuskulärer Injektion einer 500-mg-Einzeldosis wurden nach 1 Stunde Serumkonzentrationen von 14 mg/l gemessen. Nach i.v. Bolusinjektion von 500 mg bzw. 1000 mg wurden Serumspitzenkonzentrationen von 62,5 mg/l bzw. von 142,7 mg/l gemessen.


Verteilung

Amoxicillin ist gut gewebegängig, passiert die Plazentaschranke und wird zu einem geringen Prozentsatz in die Muttermilch ausgeschieden. Bei entzündeten Meningen penetriert Amoxicillin in den Liquorraum. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa

0,3 –0,4 l/kg und die Bindung an Serumproteine ca. 17–20 %.


Elimination

Amoxicillin wird überwiegend renal ausgeschieden
(52±15 % einer Dosis in unveränderter Form innerhalb von 7 Stunden) zu einem kleineren Anteil biliär. Etwa 10 –30 % einer oralen Dosis werden in Form von Umwandlungsprodukten (Penicilloate) ausgeschieden. Die totale Clearance beträgt etwa 250 bis 370 ml/min. Die Serumhalbwertszeit beträgt bei Nierengesunden etwa

1 Stunde (0,9 –1,2 h), bei einer Kreatinin-Clearance von 10 bis 30 ml/min ca. 6 Stunden und bei Anurie 10 –15 Stunden.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


In Untersuchungen zur akuten und chronischen Toxizität war Amoxicillin relativ gut verträglich.


In vitro und in vivo Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung.


Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.


In Untersuchungen an Ratten und Mäusen wurden keine Einflüsse auf die Trächtigkeit, embryotoxische Effekte oder Fehlbildungen festgestellt. In einer Prä-/Postnatalstudie an der Ratte lag das Geburtsgewicht exponierter Ratten deutlich niedriger als in der Kontrollgruppe. Missbildungen und Anomalien wurden jedoch nicht beobachtet.


6. Pharmazeutische Angaben


Hilfsstoffe


Aspartam, Natriumhydrogencarbonat, Natriumdihydrogencitrat, wasserfreies Natriumsulfat, Povidon K25, Simeticon, Polysorbat 20, Macrogol 6000, Natriumcyclamat, Talkum, Pfirsich-Aroma, 57695/AP0551 (Firmenich)


6.2 Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


30 Monate


6.4 Besondere Lagerungshinweise


Im Originalbehältnis nicht über 25°C lagern. Das Originalbehältnis fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.


6.5 Art und Inhalt der Behältnisse


Polypropylen-Röhre mit 14 (N1) und 20 (N2) Brausetabletten. Die Röhre hat einen Trockenstopfen aus Lupolen, das Trockenmittel besteht aus 90% Silikagel und 10% aus Blaugel (Silikagel mit Indikator).


6.6 Hinweise für die Handhabung (und Entsorgung)


Restbestände und überlagerte Bestände sind als Sondermüll zu entsorgen.


Pharmazeutischer Unternehmer


WIEB Pharm Vertriebs GmbH & Co. KG

Diekstraat 15

25870 Norderfriedrichskoog

Telefon: 04864 / 100 693

Telefax: 04864 / 100 695


8. Zulassungsnummer


40352.00.00


9. Datum der Zulassungen / verlängerungen


7. August 1997/ 05.November 2003


10. Stand der Information


April 2006


Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht


Verschreibungspflichtig