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Antidotum Thallii-Heyl

Document: 22.12.2004   Gebrauchsinformation (deutsch) change


Liebe Patientin, lieber Patient!


Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informa­tionen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimit­tels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apo­theker.


Gebrauchsinformation

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Antidotum Thallii-Heyl®

Wirkstoff: Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)

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Zusammensetzung

Arzneilich wirksame Bestandteile:

1 Hartkapsel enthält 0,5 g Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)

(68 % Fe4[Fe(CN)6]3) (unlösliches Berliner Blau)

Sonstige Bestandteile:

mikrokristaline Cellulose, Gelatine, Indigocarmin (E132), Natriumdodecylsulfat, Wasser für Injektionszwecke



Darreichungsform und Inhalt

Originalpackung mit 30 Hartkapseln



Stoff- oder Indikationsgruppe

Antidotum Thallii-Heyl ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Thalliumvergiftungen (Antidot).



Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller


Pharmazeutischer Unternehmer:





Heyl

Chem.-pharm. Fabrik

GmbH & Co. KG

Goerzallee 253

D-14167 Berlin




Tel.: (0)30/816 96-0

Fax: (0)30/817 40 49

Email info@heyl-berlin.de

Hersteller:

Haupt Pharma Berlin GmbH

Gradestraße 13

D-12347 Berlin

Anwendungsgebiete

Thalliumvergiftungen.



Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Antidotum Thallii-Heyl nicht anwenden ?

Bisher sind keine Gegenanzeigen bekannt, bei denen das Präparat nicht angewen­det werden darf.



Was müssen Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit beachten ?

Gegen die Anwendung während der Schwangerschaft und der Stillzeit bestehen keine Bedenken.



Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden ?

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung zu beachten.



Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten ?

Es sind keine besonderen Auswirkungen auf Kraftfahrer und die Bedienung von Maschinen bekannt.



Worauf müssen Sie noch achten ?

Beachten Sie bitte, daß der Hartkapselinhalt stark färbt (unlösliches Berliner Blau).



Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Antidotum Thallii-Heyl ?

Antidotum Thallii-Heyl kann die Resorption von Tetracyclinen hemmen.



Beachten Sie bitte, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimit­tel gelten können.



Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Antidotum Thallii-Heyl nicht an­ders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Anti­dotum Thallii-Heyl sonst nicht richtig wirken kann !

Wieviel von Antidotum Thallii-Heyl und wie oft sollten Sie Antidotum Thallii-Heyl einnehmen ?

Die Dosierung erfolgt in Abhängigkeit von der Schwere der Thalliumvergiftung.

Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene und Kinder

bei schon eingetretener Resorption von Thallium und bei chronischer Thallium­vergiftung 6 bis 40 Hartkapseln Antidotum Thallii-Heyl [3 bis 20 g Eisen(III)-he­xacyanoferrat(II)] oral täglich,

bei Vorliegen einer akuten Vergiftung, bei der sich noch Thallium im Magen oder in den oberen Darmabschnitten befindet, eine Initialdosis von mindestens 6 Hartkapseln [3 g Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)] auf einmal.



Wie und wann sollten Sie Antidotum Thallii-Heyl einnehmen ?

Die Tagesdosis sollte gleichmäßig über den 24-Stunden-Zeitraum verteilt werden, um den enterohepatischen Kreislauf des Thalliums optimal zu unterbrechen.

Hartkapseln mit Flüssigkeit einnehmen oder in warmem Wasser auflösen und die Auf­schwemmung trinken. Ist eine orale Einnahme nicht möglich, kann der Hartkapselinhalt in Wasser oder Mannitollösung aufgeschwemmt und per Magen- oder Duodenal­sonde verabreicht werden.



Wie lange sollten Sie Antidotum Thallii-Heyl einnehmen ?

Die Dauer der Therapie richtet sich nach der Thalliumausscheidung im Stuhl.



Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Antidotum Thallii-Heyl in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung) ?

Überdosierungen von Antidotum Thallii-Heyl sind nicht bekannt.



Was müssen Sie beachten, wenn Sie zuwenig Antidotum Thallii-Heyl angewendet oder eine Anwendung vergessen haben ?

Wenn Sie einmal eine Hartkapsel zuwenig eingenommen oder eine Einnahme von Anti­dotum Thallii-Heyl völlig vergessen haben, so nehmen Sie bei den nächsten Malen die gleiche Anzahl an Hartkapseln wie verordnet ein.



Nebenwirkungen

Welche Ne­benwirkungen können bei der Anwendung von Antidotum Thallii-Heyl auftreten ?

Nebenwirkungen von Antidotum Thallii-Heyl sind nicht bekannt.



Anmerkung: Eine Dunkelfärbung des Stuhls ist harmlos. Sie beruht auf der Farbe des Wirkstoffs Berliner Blau.



Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbei­lage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.





Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Bei einer akuten Thalliumvergiftung können zusätzliche Maßnahmen wie forciertes Erbrechen, Magenspülung oder Hämodialyse erforderlich sein.

Das Verfalldatum dieses Arzneimittels ist auf dem Behältnis und der äußeren Umhüllung aufgedruckt. Verwenden Sie das Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum !

Wie ist Antidotum Thallii-Heyl aufzubewahren ?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Nicht über 25 °C lagern!



Stand der Information

November 2004

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Eigenschaften

Bei einer Thalliumvergiftung wird das Thallium aus dem Magen-Darm-Kanal rasch in die Blutbahn aufgenommen. Die Verweildauer im Blut ist nur gering, das Thallium wird schnell in verschiedenen Körpergeweben und Organen abgelagert und von dort allmählich wieder freigesetzt.

Die Ausscheidung von Thallium erfolgt während der ersten Tage hauptsächlich über die Nieren (Thalliumnachweis im Urin), später über die Leber und den Darm (Thalliumnachweis im Stuhl). Ein wesentlicher Teil des Thalliums unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf. Hierbei gelangt das Thallium über Leber und Galle in den Darm. Dort kommt es zur teilweisen Rückresorption durch die Darmschleimhaut und dadurch zu einer erneuten Vergiftung.

Das in Antidotum Thallii-Heyl enthaltene Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) (unlösliches Berliner Blau) wird nach oraler Zufuhr praktisch nicht resorbiert. Es bindet das im Darm befindliche Thallium und verhindert dessen Resorption bzw. Rückresorption. Das Thallium wird zusammen mit dem Berliner Blau mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Verweildauer des Thalliums im Organismus wird dadurch vermindert und die Toxizität herabgesetzt.



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