Arilin 250 Mg
Dr. August Wolff |
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Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels / SPC) |
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Arilin® 250 mg |
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Arilin250 mg
250 mg Metronidazol pro Filmtablette.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Wirkstoff: Metronidazol.
1 Filmtablette enthält als Wirkstoff 250 mg Metronidazol.
Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat
Zur vollständigen Auflistung der sonstigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette zum Einnehmen.
Runde, weiße Filmtabletten ohne Bruchkerbe.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Arilin 250 mg wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahre.
Bei folgenden Indikationen ist Metronidazol, der Wirkstoff von Arilin 250 mg, angezeigt:
-
Trichomoniasis
-
Bakterieller Vaginose (Aminkolpitis, unspezifischer Kolpitis)
-
Infektionen mit Beteiligung von Anaerobiern, besonders Infektionen, die vom weiblichen Genitale, Magen-Darm-Trakt, Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen.
Die offizielen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Metronidazol zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung
Kinder von 6 bis 12 Jahren:
Kinder von 6 bis12 Jahren erhalten zur Therapie von Infektionen, die durch anaerobe Bakterien verursacht sind, 20 mg bis 30 mg/kg Körpergewicht einmal pro Tag. Abhängig vom Schweregrad kann die Dosis auf 40 mg/kg pro Tag erhöht werden. Die Dauer der Behandlung beträgt üblicherweise 7 Tage.
Für Kinder unter 6 Jahren sind Darreichungsformen wie Filmtabletten, die unzerkaut einzunehmen sind, nicht geeignet.
Erwachsene und Kinder über 12 Jahre:
Die Dosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre
beträgt 0,25 bis maximal 2 g pro Tag, mittlere Dosis 0,75 g bis 1
g. Sie wird gewöhnlich auf 2 bis 3 Einzeldosen
verteilt.
Bei unkomplizierten Infektionen ist bei niedrigerer Dosierung (0,5 g pro Tag oder weniger) eine mehrtägige Behandlung (5 bis 7 Tage) erforderlich, bei höherer Dosierung (1 bis 2 g pro Tag) kann eine kurze Therapiedauer (1 bis 3 Tage) ausreichend sein.
Aminkolpitis und Trichomoniasis können auch durch eine Einmalgabe von 2 g behandelt werden.
Bei
-
Endometritis und Adnexitis,
-
Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich,
-
Peritonitis und Abszessen im Bauchraum
muss die Therapie systemisch (oral oder intravenös) erfolgen. Die Initialdosis sollte 1,5 bis 2 g sein mit einer täglichen Erhaltungsdosis von 1 g für 5 bis 7 Tage. Nur in Ausnahmefällen sollte die Dosis auf 1,5 g pro Tag gesteigert werden.
Art der Anwendung:
Zum Einnehmen.
Die Filmtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während der Mahlzeiten oder danach geschluckt.
Dauer der Anwendung:
Die Dauer der Anwendung ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung.
Warnhinweis:
Die Behandlung mit Arilin 250 mg oder einem anderen Nitroimidazol-haltigen Medikament darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Siehe dazu auch Kapitel 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“.
4.3 Gegenanzeigen
Arilin 250 mg darf nicht angewendet werden
bei Überempfindlichkeit gegen Metronidazol, andere 5-Nitroimidazole, Lactose-Monohydrat oder einen der sonstigen Bestandteile von Arilin 250 mg. Eine Ausnahme besteht, wenn eine lebensbedrohliche Infektion vorliegt und andere Arzneimittel wirkungslos sind.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei Patienten mit schweren Leberschäden, Störungen der Blutbildung sowie Erkrankungen des Zentral- oder peripheren Nervensystems ist vor der Therapie mit Arilin 250 mg eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.
Wie bei anderen Nitroimidazol-haltigen Arzneimitteln darf die
Behandlung mit Arilin 250 mg in der Regel 10 Tage nicht
überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders
strenger Indikationsstellung überschritten werden. Dabei ist eine
angemessene Überwachung des Patienten (klinische Überwachung und
Laborkontrollen) erforderlich. Die Behandlung sollte nur in
begründeten Einzelfällen
wiederholt werden.
Bei Trichomoniasis ist eine gleichzeitige orale Behandlung des Sexualpartners angezeigt.
Für Kinder unter 6 Jahren sind Darreichungsformen wie Filmtabletten, Kapseln und Dragees, die unzerkaut geschluckt werden müssen, nicht geeignet. Die besonderen Dosierungsempfehlungen für Kinder sind zu beachten (siehe Kapitel 4.2 „Dosierung, Art und Dauer der Anwendung“).
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Arilin 250 mg nicht einnehmen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die Gabe von Disulfiramkann zu Psychosen und Verwirrtheitszuständen führen.
Patienten, die mit Antikoagulantienvom Warfarin-Typ behandelt werden, müssen gegebenenfalls neu eingestellt werden, weil durch Metronidazol die Hemmung der Blutgerinnung verstärkt wird.
Bei Gabe von Lithiumist Vorsicht geboten, weil ein Anstieg der Lithiumkonzentration im Serum beobachtet wurde.
Eine Wirkungsverminderung von Metronidazol tritt bei Gabe von Barbituratenund Phenytoinein.
Cimetidinkann in Einzelfällen die Elimination von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.
Metronidazol kann bei einigen Analysemethoden zur Bestimmung der GOTim Serum zu verringerten Werten führen.
Der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeitserscheinungen auftreten können, wie z. B. Hautrötungen im Bereich des Kopfes und Nackens sowie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel (Disulfiram-ähnliche Wirkung).
4.6 Schwangerschaft und Stillzeit
Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. In tierexperimentellen Studien zeigte Metronidazol keine teratogenen Eigenschaften (siehe 5.3).
Arilin 250 mg darf daher während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, nur bei zwingender Indikation und wenn andere Therapiemöglichkeiten keinen Erfolg bringen, eingesetzt werden.
Metronidazol geht in die Muttermilch über und kann dort nach oraler Gabe Konzentrationen in Höhe der Plasmaspiegel erreichen. Während der Stillzeit sollte deshalb entweder das Stillen unterbrochen oder das Medikament abgesetzt werden. Bei Einmaltherapie während der Stillzeit sollte mit dem Stillen für 24 Stunden ausgesetzt und die in dieser Zeit gebildete Milch abgepumpt werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Arilin 250 mg kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.
4.8 Nebenwirkungen
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100)
Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1000)
Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Sehr häufige Nebenwirkungen
Übelkeit, Leibschmerzen z. B. Magendrücken, metallischer Geschmack
HäufigeNebenwirkungen:
-
bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Glossitis, Stomatitis, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall.
-
Dunkelfärbung des Urins (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt des Metronidazols, ohne Krankheitswert).
GelegentlicheNebenwirkungen:
-
Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, Depression, Ataxie.
-
Periphere Neuropathien und Krampfanfälle. Erstere äußern sich durch Taubheitsgefühl, Pelzigsein oder Kribbeln an den Extremitäten.
-
Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, urtikarielles Exanthem), Arzneimittelfieber.
-
Leukopenie und Granulozytopenie. Daher sind bei längerer Anwendung regelmäßige Blutbildkontrollen angezeigt (s. auch "Sehr seltene Nebenwirkungen“).
-
Anaphylaktische Reaktionen.
-
Dysurie, Cystitis, Harninkontinenz.
-
Leberfunktionsstörungen (z. B. Erhöhung von Transaminasen und Bilirubin im Serum).
-
Sprosspilzinfektionen (z.B. Candida) im Genitalbereich.
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Schwächegefühl (muskulär), Sehstörungen.
Sehr selteneNebenwirkungen:
-
Anaphylaktischer Schock. Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) muss die Behandlung mit Arilin 250 mg sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) müssen eingeleitet werden.
-
Agranulozytose und Thrombozytopenie.
-
Pankreatitis.
-
unter der Therapie mit Arilin 250 mg kann sich eine pseudomembranöse Enterokolitis entwickeln. Hier ist eine Beendigung der Therapie in Abhängigkeit von der Indikation zu erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einzuleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert.
Nicht bekannt:
-
Enzephalopathie, Kleinhirnsyndrom (mit z. B. Sprech- und Gangstörung, Nystagmus und Tremor)
-
Schwere Hautreaktionen (z. B. Erythema multiforme)
-
Hepatitis, manchmal mit Ikterus
Art und Schweregrad von Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen gleich.
Überdosierung
Nach Einmaldosen von bis zu 15 g Metronidazol in suizidaler Absicht wurden Übelkeit, Erbrechen, Hyperreflexie, Ataxie, Tachykardie, Atemnot und Desorientierung beobachtet. Todesfälle sind nicht beschrieben.
Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Bei symptomatischer Therapie ist mit vollständiger Rückbildung der Beschwerden nach wenigen Tagen zu rechnen.
5 PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe
Metronidazol ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole.
ATC-Code
P01AB01
Wirkungsweise
Metronidazol selbst ist antimikrobiell unwirksam. Es stellt die stabile und penetrationsfähige Ausgangsverbindung dar, aus der unter anaeroben Bedingungen durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase unter Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin Nitroso-Radikale gebildet werden, die an der DNS angreifen. Nitroso-Radikale bilden Addukte mit Basenpaaren in der DNS, wodurch es zu DNS-Strangbrüchen und nachfolgend zum Zelltod kommt.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzentration (Cmax ) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.
Resistenzmechanismen
Die Resistenzmechanismen gegen Metronidazol bei anaeroben Bakterien sind erst teilweise aufgeklärt:
Metronidazol-resistente Bacteroides-Stämme besitzen Resistenz-determinanten, die Nitroimidazol-Reduktasen kodieren, die Nitroimidazole in Aminoimidazole umwandeln, wodurch die Bildung der für die antibakterielle Wirkung verantwortlichen Nitroso-Radikale verhindert wird.
Die Metronidazol-Resistenz bei Helicobacter pyloriberuht auf Mutationen in einem Gen, das für die NADPH-Nitroreduktase kodiert. Diese Mutationen bewirken einen Austausch von Aminosäuren und damit einen Funktionsverlust des Enzyms. Somit unterbleibt der Aktivierungsschritt vom Metronidazol zum reaktiven Nitroso-Radikal.
Es besteht zwischen Metronidazol und den anderen Nitroimidazolderivaten (Tinidazol, Ornidazol, Nimorazol) vollständige Kreuzresistenz.
Grenzwerte
Die Testung von Metronidazol erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:
EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte
Erreger |
Sensibel |
Resistent |
Gram-positive Anaerobier |
≤ 4 mg/l |
4 mg/l |
Gram-negative Anaerobier |
≤ 4 mg/l |
4 mg/l |
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Metronidazol in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Metronidazol anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Dezember 2010):
Üblicherweise empfindliche Spezies |
Anaerobe Mikroorganismen |
Bacteroides fragilis |
Clostridium difficile |
Clostridium perfringens° |
Fusobacterium spp.° |
Peptoniphilus spp.° |
Peptostreptococcus spp.° |
Porphyromonas spp.° |
Prevotella spp.° |
Veillonella spp.° |
Andere Mikroorganismen |
Entamoeba histolytica° |
Gardnerella vaginalis° |
Giardia lamblia° |
Trichomonas vaginalis° |
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können |
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen |
Helicobacter pylori |
Von Natur aus resistente Spezies |
Alle obligat aeroben Bakterien |
Gram-positive Mikroorganismen |
Enterococcus spp. |
Staphylococcus spp. |
Streptococcus spp. |
Gram-negative Mikroorganismen |
Enterobacteriaceae |
Haemophilus spp. |
° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.
Nur bei Penicillin-Allergie
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach oraler Applikation wird Metronidazol rasch und nahezu
vollständig resorbiert mit maximalen Serumspiegeln nach 1 - 2
Stunden. Bei rektaler Applikation stehen ca. 80 % der Substanz
systemisch zur Verfügung, wobei das Maximum im Serum nach ca. 4
Stunden erreicht wird. Nach vaginaler Applikation können nur ca. 20
% im Serum gefunden werden, wobei das Maximum hier noch später,
nach 8 bis 24 Stunden, erreicht wird. Die Serumhalbwertszeit
beträgt ca. 8 (6 - 10) Stunden. Im menschlichen Organismus werden
verschiedene Metabolite gebildet. Hauptmetabolite sind der
Hydroxymetabolit
(1-(2-Hydroxyethyl)-2-hydroxymethyl-5-nitroimidazol) und der
„saure“ Metabolit
(2-Methyl-5-nitroimidazol-1-yl-essigsäure).
Ca. 80 % der Substanz werden über die Niere
ausgeschieden, wobei der nicht metabolisierte Anteil weniger als 10
% ausmacht. Geringe Mengen (ca. 6 %) werden auch über die Leber
ausgeschieden. Niereninsuffizienz verlängert die Ausscheidung nur
unwesentlich. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist mit einer
verzögerten Elimination zu rechnen. Die Halbwertszeit kann bei
Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion bis auf 30
Stunden verlängert werden. Die Proteinbindung liegt unter 20 %. Das
scheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 36 l.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Nach wiederholter Gabe von Metronidazol über einen Zeitraum von 26 bis 80 Wochen traten bei Ratten erst bei hohen Dosen Testisdystrophien und Prostataatrophien auf. Toxische Effekte bei Hunden nach wiederholter Gabe äußerten sich in Form von Ataxien und Tremor. Bei Untersuchungen an Affen zeigte sich nach einjähriger Gabe eine dosisabhängige Zunahme von Leberzelldegenerationen.
Metronidazol wirkt in Bakterien nach Nitroreduktion mutagen. Methodisch valide Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung in Säugerzellen in vitro und in vivo. Untersuchungen an Lymphozyten von Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, erbrachten keine relevanten Hinweise auf DNA-schädigende Wirkungen.
Zu Metronidazol liegen Hinweise auf tumorigene Wirkungen an Ratten und Mäusen vor. Erwähnenswert ist insbesondere die erhöhte Rate an Lungentumoren nach oraler Gabe an Mäuse. Ein Zusammenhang mit einem genotoxischen Wirkmechanismus scheint nicht gegeben, da nach hohen Metronidazoldosen in transgenen Mäusen in verschiedenen Organen inklusive der Lunge keine erhöhten Mutationsraten festgestellt wurden. Tierversuche haben bei Ratten und Kaninchen keine teratogenen Effekte oder andere embryotoxische Wirkungen ergeben.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Kartoffelstärke, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E 572), Macrogol 6000, basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph. Eur.) (MW: ca.150000), Povidon (K 90) (E 1201), hochdisperses Siliciumdioxid (E 551), vorverkleisterte Stärke (aus Mais), Stearinsäure (Ph.Eur.) (E570), Talkum (E 553b), Titandioxid (E171).
6.2 Inkompatibilitäten
Bisher nicht bekannt.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.
Dieses Arzneimittel soll nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton angegebenem Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden.
Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackungen aus PVC-/Aluminiumfolie im Umkarton.
Packungen mit 12 und 24 Filmtabletten zum Einnehmen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
INHABER DER ZULASSUNG
Dr. August Wolff GmbH &Co.KG
Arzneimittel
Sudbrackstraße 56, 33611 Bielefeld
Telefon: (0521) 8808-05
Telefax: (0521) 8808-334
E-Mail:
info@wolff-arzneimittel.de
8. ZULASSUNGSNUMMER
2722.01.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
15.03.1991/13.02.2007
STAND DER INFORMATION
06/2011
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig