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Cabergolin-ratiopharm 1 mg tabletten



Gebrauchsinformation Cabergolin-ratiopharm 1 mg tabletten

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Tabletten

Wirkstoff: Cabergolin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Cabergolin-ratiopharm® 1 mg und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg beachten?

3.    Wie ist Cabergolin-ratiopharm® 1 mg einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Cabergolin-ratiopharm® 1 mg aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.    Was ist Cabergolin-ratiopharm® 1 mg und wofur wird es angewendet?

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg gehort zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Dopaminagonisten bekannt sind. Cabergolin-ratiopharm® 1 mg wirkt ahnlich wie eine im Nervensystem vorkommende Substanz, die Dopamin genannt wird. Bei Patienten mit der Parkinson-Erkrankung ist diese wichtige Substanz nicht ausreichend vorhanden.

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg wird zur Behandlung der Parkinson-Krankheit angewendet. Es kann entweder allein oder in Kombination mit Levodopa/Decarboxylasehemmern als Mittel der zweiten Wahl nach Arzneimitteln, die nicht von Mutterkornalkaloiden abgeleitet sind, angewendet werden.

Es ist erforderlich, dass die Behandlung ein Facharzt durchfuhrt.

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg beachten? Cabergolin-ratiopharm® 1 mg darf nicht eingenommen werden,

-    wenn Sie allergisch gegen Cabergolin, andere Mutterkornalkaloide (z. B. Bromocriptin) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

-    wenn bei Ihnen fibrotische (bindegewebsartige) Organveranderungen in der Vorgeschichte bekannt sind, die die Lunge, den hinteren Bauchbereich, die Nieren oder das Herz betreffen

-    wenn Sie uber langere Zeit hinweg mit Cabergolin-ratiopharm® 1 mg behandelt werden und fibrotische Reaktionen (Narbengewebe) vorhanden waren oder sind, die Ihr Herz betrafen bzw. betreffen.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Wenn Sie irgendeine der folgenden Erkrankungen haben, mussen Sie vor der Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Ihren Arzt daruber informieren, da dieses Arzneimittel fur Sie dann moglicherweise nicht geeignet ist.

-    Herz-Kreislauf-Erkrankungen

-    Magengeschwur oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt (es kann zu schwarzem Stuhlgang oder blutigem Erbrechen kommen)

-    schwere psychische Erkrankung in der Vergangenheit, insbesondere psychotische Erkrankungen

-    eingeschrankte Leber- oder Nierenfunktion

-    wenn Sie eine Psychose haben oder in der Vergangenheit gehabt haben oder wenn bei Ihnen das Risiko besteht, nach der Entbindung eine Psychose zu bekommen

-    Raynaud-Krankheit (bei Kalte werden die Finger und Zehen blaulich-weiB, haben keinen Puls, sind kalt, gefuhllos und ungelenk)

-    niedriger Blutdruck

-    schwerwiegende Beschwerden in der Brust (z. B. Brustschmerzen beim Atmen, Flussigkeit in der Lunge, Entzundung oder Infektion der Lunge)

-    wenn bei Ihnen fibrotische Reaktionen (Narbengewebe) vorhanden waren oder sind, die Ihr Herz, Ihre Lunge oder Ihren Bauchraum betrafen bzw. betreffen. Falls Sie Cabergolin-ratiopharm® 1 mg uber langere Zeit erhalten, pruft Ihr Arzt vor Beginn der Behandlung, ob Ihr Herz, Ihre Lunge und Ihre Nieren in gutem Zustand sind. Er/sie erstellt auBerdem vor Beginn der Behandlung und in regelmaBigen Abstanden wahrend der Behandlung ein Echokardiogramm (Durchfuhrung einer Ultraschalluntersuchung des Herzens). Sollten fibrotische Reaktionen (Narbengewebe) auftreten, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuer bemerken, dass Sie einen Drang oder ein Verlangen entwickeln, sich in einer fur Sie ungewohnlichen Weise zu verhalten, und Sie dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen konnen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden konnen. Dies nennt man Impulskontrollstorungen und dazu gehoren Verhaltensweisen wie zum Beispiel Spielsucht, ubermaBiges Essen oder Geldausgeben, ein abnorm starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken oder Gefuhle.

Ihr Arzt muss moglicherweise Ihre Dosis anpassen oder das Arzneimittel absetzen.

Bei Frauen, die Cabergolin-ratiopharm® 1 mg einnehmen, kann eine Unfruchtbarkeit aufgehoben werden und es kann zu einer Schwangerschaft kommen, bevor sich der Menstruationszyklus normalisiert hat. Deshalb sollten, falls erforderlich, wahrend der Behandlung geeignete Methoden zur Empfangnisverhutung angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist nicht erwiesen.

Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Bestimmte Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks und bestimmte Arzneimittel (z. B.

Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene) zur Behandlung psychischer Erkrankungen (Schizophrenie oder Psychosen) konnen bei gleichzeitiger Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg die Wirkung von Cabergolin beeintrachtigen. Der behandelnde Arzt sollte daher von der gleichzeitigen Einnahme solcher Arzneimittel wissen.

Es gibt andere Arzneimittel, wie z. B. andere Mutterkornalkaloide (z. B. Pergolid, Bromocriptin, Lisurid, Ergotamin, Dihydroergotamin, Ergometrin oder Methysergid), Arzneimittel gegen Erbrechen (Metoclopramid) und Makrolid-Antibiotika (wie z. B. Erythromycin), die die Wirksamkeit und Vertraglichkeit von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg beeinflussen konnen.

Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg sollte vorzugsweise mit den Mahlzeiten eingenommen werden, um die Nebenwirkungen zu reduzieren.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Zur Anwendung von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg wahrend der Schwangerschaft liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.

Wenn Sie wahrend der Behandlung mit Cabergolin-ratiopharm® 1 mg schwanger werden, mussen Sie sobald wie moglich Ihren Arzt aufsuchen. Empfangnisverhutende MaBnahmen mussen nach Absetzen von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg fur mindestens 4 Wochen fortgesetzt werden.

Da Cabergolin-ratiopharm® 1 mg die Milchproduktion unterbindet, sollten Sie es nicht einnehmen, wenn Sie beabsichtigen zu stillen. Wenn Sie Cabergolin-ratiopharm® 1 mg einnehmen mussen, sollten Sie Ihr Kind auf andere Weise ernahren.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg kann bei einigen Menschen die Reaktionsfahigkeit beeintrachtigen.

Dies sollte in Fallen, bei denen ein hohes MaB an Aufmerksamkeit erforderlich ist, z. B. beim Autofahren und bei Prazisionsarbeit, beachtet werden. Zu Beginn der Behandlung sollten Sie bei Tatigkeiten, die schnelle und genaue Reaktionen erfordern, vorsichtig sein.

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg kann Schlafrigkeit (ubermaBige Benommenheit) und Episoden plotzlichen Einschlafens verursachen. Betroffene Personen durfen deshalb so lange kein Fahrzeug fuhren oder Tatigkeiten ausuben, bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit ein Risiko von schweren Verletzungen (z. B. das Bedienen von Maschinen) bedeuten konnte, bis die Episoden und die Schlafrigkeit nicht mehr auftreten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie davon betroffen sind.

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg enthalt Lactose

Bitte nehmen Sie Cabergolin-ratiopharm® 1 mg daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Cabergolin-ratiopharm® 1 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Tabletten sollten zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen werden, um bestimmte Nebenwirkungen wie Ubelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen zu verringern.

Erwachsene und altere Patienten

Die Dosis wird von Ihrem Arzt bestimmt und individuell fur Sie angepasst. Die empfohlene Anfangsdosis betragt taglich 0,5-1 mg Cabergolin. Die Dosis wird dann schrittweise nach Anweisung des Arztes bis zu einer geeigneten Erhaltungsdosis erhoht. Diese betragt ublicherweise taglich 2-3 mg Cabergolin pro Tag.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Wenn Sie eine groBere Menge von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Es ist wichtig nicht zu viele Tabletten einzunehmen. Wenden Sie sich an die Notaufnahme Ihres nachsten Krankenhauses oder an einen Arzt, wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben oder wenn Sie vermuten, dass ein Kind eine oder mehrere Tabletten verschluckt hat. Die Krankheitszeichen einer Uberdosierung konnen Ubelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck, Magenschmerzen, Veranderungen im Verhalten, Verwirrtheit oder Halluzinationen (Dinge sehen) umfassen. Nehmen Sie diese Packungsbeilage und alle Tabletten, die Sie noch haben mit, um sie dem Arzt zu zeigen.

Wenn Sie die Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg vergessen haben

Wenn Sie vergessen eine Dosis zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen, konnen Sie diese einnehmen, sobald Sie es bemerken. Wenn es fast Zeit fur die nachste Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nachste Dosis wie gewohnt ein.

Wenn Sie die Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg abbrechen

Wenn Sie die Einnahme von Cabergolin-ratiopharm® 1 mg abbrechen, konnen sich die Krankheitszeichen Ihrer Erkrankung verschlimmern. Deshalb sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie die Behandlung beenden. Es benotigt viele Tage bis Cabergolin aus dem Blut ausgeschieden ist und die Wirkungen konnen innerhalb von 2 Wochen nachlassen, was zur Verschlechterung der Krankheitszeichen der Parkinson-Erkrankung fuhrt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Es konnte sein, dass Sie folgende Nebenwirkungen bemerken:

Die Unfahigkeit, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden konnen; dazu gehoren:

-    Spielsucht ohne Rucksicht auf ernste personliche oder familiare Konsequenzen,

-    Verandertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere stark beunruhigt, z. B. ein verstarkter Sexualtrieb,

-    Unkontrolliertes mabloses Einkaufen oder Geldausgeben,

-    Essattacken (Verzehr grober Nahrungsmittelmengen innerhalb kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (Verzehr groberer Nahrungsmengen als normal und uber das Sattigungsgefuhl hinaus).

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt; er wird mit Ihnen MaBnahmen zur Verhinderung oder Behebung der Symptome besprechen.

Sehr haufige Nebenwirkungen (konnen mehr als 1 von 10 Anwendern betreffen):

•    Herzklappenveranderungen und andere kardiale Erkrankungen, z. B. Herzbeutelentzundung (Perikarditis) oder Erguss von Flussigkeit im Herzbeutel (Perikarderguss).

Folgende Beschwerden konnen fruhe Anzeichen dafur sein: Atembeschwerden, Kurzatmigkeit, Brust- oder Ruckenschmerzen und geschwollene Beine. Dies konnen die ersten Anzeichen eines Leidens sein, das sich Fibrose nennt und die Lunge, Herz/Herzklappen oder Rucken betreffen kann. Wenn eine dieser Beschwerden bei Ihnen auftritt, mussen Sie dies sofort Ihrem Arzt mitteilen.

•    Ubelkeit, Schwellungen in den Armen und Beinen als Folge von Flussigkeitsansammlungen

Haufige Nebenwirkungen (konnen bis zu 1 von 10 Anwendern betreffen):

•    Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Magenschleimhautentzundung (Gastritis)

•    Brustschmerzen (Angina pectoris) (bei gleichzeitiger Anwendung einer Levodopa-Therapie)

•    Halluzinationen, Verwirrtheit, Schlafstorungen, gesteigertes sexuelles Verlangen

•    Kopfschmerzen, Schlafrigkeit (ubermabige Benommenheit), Schwindel/Drehschwindel, unwillkurliche Bewegungen

•    Korperliche Schwache

•    Niedriger Blutdruck (der zu Schwindel fuhren kann, insbesondere beim Aufstehen)

•    Kurzatmigkeit

•    Storungen im Blutsystem einschlieBlich verminderter Anzahl von Blutzellen (auBert sich als Mudigkeit), anormaler Leberfunktionstest

Gelegentliche Nebenwirkungen (konnen bis zu 1 von 100 Anwendern betreffen):

•    Rotung, Schwellungen und Schmerzen an den Enden von Armen und Beinen (Erythromelalgie)

•    Flussigkeitsansammlung in der Lunge und Brusthohle

•    Fibrotische (bindegewebsartige) Organveranderungen, die die Lunge betreffen

•    Hautausschlag

•    Schwellungen als Folge von Flussigkeitsansammlungen, Mudigkeit

•    Allergische Reaktionen (Uberempfindlichkeit)

•    Wahnvorstellungen, psychotische Storungen

•    Anormale Leberfunktion

Sehr seltene Nebenwirkungen (konnen bis zu 1 von 10.000 Anwendern betreffen):

•    Fibrotische (bindegewebsartige) Organveranderungen (einschlieBlich fibrotische Veranderungen des Rippenfells)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar):

•    Aggressives Verhalten, verstarkter Sexualtrieb, krankhafte Spielsucht

•    Plotzliche Schlafattacken, Ohnmacht, Zittern

•    Sehstorungen

•    Krampfartige Verengung von BlutgefaBen in den Fingern und Zehen

•    Atemwegserkrankungen, Lungenversagen, Rippenfellentzundung, Brustschmerzen

•    Haarausfall

•    Beinkrampfe

•    Erhohte Blutwerte eines bestimmten Enzyms, die sogenannte Kreatininphosphokinase Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5.    Wie ist Cabergolin-ratiopharm® 1 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht uber 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

Der Trocknungsbeutel mit Silica-Gel darf nicht aus der Flasche entfernt werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cabergolin-ratiopharm® 1 mg enthalt

Der Wirkstoff ist Cabergolin.

Jede Tablette enthalt 1 mg Cabergolin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose, Leucin, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Cabergolin-ratiopharm® 1 mg aussieht und Inhalt der Packung

WeiBe, ovale, beidseitig gewolbte Tabletten und einer Bruchkerbe auf beiden Seiten der Tablette. Eine Seite der Bruchkerbe ist mit „CBG“ und die andere mit „1“ markiert.

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg ist in Packungen mit 40, 60 und 100 Tabletten erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH Ludwig-Merckle-Str. 3 89143 Blaubeuren

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland

Italien

Schweden


Cabergolin-ratiopharm 1 mg Tabletten Cabergolina ratiopharm 1 mg compresse Cabergoline ratiopharm, 1 mg tablett

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im

Marz 2014

Versionscode: Z14

6

Cabergolin-ratiopharm 1 mg Tabletten

Fachinformation Cabergolin-ratiopharm 1 mg tabletten

F achinformation

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Tabletten Cabergolin-ratiopharm® 2 mg Tabletten

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Tabletten Jede Tablette enthalt 1 mg Cabergolin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 75,3 mg.

Cabergolin-ratiopharm® 2 mg Tabletten Jede Tablette enthalt 2 mg Cabergolin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose 150,6 mg. Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Tabletten

WeiBe, ovale, bikonvexe Tabletten. Jede Tablette hat Bruchkerben auf beiden Seiten sowie die Pragung „CBG“ auf der einen und „1“ auf der anderen Seite der Bruchkerbe.

Cabergolin-ratiopharm® 2 mg Tabletten

WeiBe, kapselformige, bikonvexe Tabletten mit Bruchkerben auf beiden Seiten. Eine Seite hat die Pragung „CBG“ und „2“ auf beiden Seiten der Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der Parkinson-Krankheit

Falls die Behandlung mit einem Dopaminagonisten in Betracht gezogen wird, ist Cabergolin als Therapie der zweiten Wahl angezeigt zur Behandlung des Morbus Parkinson

-    als Monotherapie

-    als Zusatztherapie zu Levodopa zusammen mit einem Decarboxylasehemmer

wenn eine Therapie mit einem Nicht-Ergotamin-Dopaminagonisten nicht oder nicht ausreichend wirksam ist oder nicht vertragen wird.

Die Therapie muss durch einen Spezialisten initiiert werden. Der Nutzen einer Langzeitbehandlung muss regelmaBig uberpruft und dabei das Risiko fibrotischer Reaktionen und Herzklappenveranderungen berucksichtigt werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.8).

4.2    Dosierung und Art der Anwendung Dosierung

Erwachsene und altere Patienten

Wie bei Dopamin-Agonisten erwartet, scheint das Ansprechen auf die Dosis sowohl fur die Wirksamkeit als auch fur die unerwunschten Wirkungen von der individuellen Empfindlichkeit abzuhangen. Die Einstellung auf die optimale Dosis sollte durch initiale langsame Dosistitration beginnend mit 0,5 mg Cabergolin (De-novo-Patienten) und 1 mg Cabergolin (Patienten unter L-Dopa) taglich erfolgen. Die Dosis von gleichzeitig verabreichtem Levodopa kann schrittweise verringert werden, wahrend die Dosis von Cabergolin erhoht wird, bis ein optimales Gleichgewicht erreicht ist. Wegen der langen Halbwertszeit des Wirkstoffs sollten Steigerungen der taglichen Dosis von 0,5-1 mg Cabergolin in wochentlichen (wahrend der ersten Wochen) oder zweiwochentlichen Abstanden bis zum Erreichen der optimalen Dosis erfolgen.

Die empfohlene therapeutische Dosis betragt 2-3 mg Cabergolin pro Tag als adjuvante Therapie zu Levodopa/Carbidopa. Die maximale Tagesdosis betragt 3 mg Cabergolin. Cabergolin sollte als tagliche Einzeldosis eingenommen werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cabergolin wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht, da diese Altersgruppe nicht von der Parkinson-Krankheit betroffen ist.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstorungen

Fur Patienten mit schweren Leberfunktionsstorungen oder terminalem Nierenversagen siehe Abschnitt 4.4.

Art der Anwendung

Cabergolin ist zum Einnehmen bestimmt. Um das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen zu reduzieren, wird empfohlen, Cabergolin bei allen therapeutischen Indikationen zusammen mit den Mahlzeiten einzunehmen.

4.3    Gegenanzeigen

•    Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Ergotalkaloide oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

•    Fibrotische Veranderungen in der Vorgeschichte an Lunge, Herzbeutel oder im Retroperitonealraum

•    Bei Langzeitbehandlung: Echokardiographischer Nachweis einer Herzklappenerkrankung vor der Behandlung (siehe Abschnitt 4.4)

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Allgemein

Wie bei anderen Ergotderivaten sollte Cabergolin bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauferkrankungen, Raynaud-Syndrom, peptischen Ulzera oder gastrointestinalen Blutungen oder schweren psychischen, insbesondere psychotischen, Erkrankungen in der Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet werden. Die Auswirkungen von Alkohol auf die Gesamtvertraglichkeit von Cabergolin sind bisher nicht bekannt.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstorungen sollten niedrigere Dosierungen von Cabergolin erwogen werden. Im Vergleich zu normalen Probanden und Patienten mit leichten bis mittelschweren Funktionsstorungen war bei Patienten mit schwersten Funktionsstorungen (Child-Pugh-Klasse C), die eine einmalige 1 mg Dosis erhielten, ein Anstieg der AUC zu beobachten.

Orthostatische Hypotonie

Nach der Anwendung von Cabergolin kann es zu einer orthostatischen Hypotonie kommen, insbesondere an den ersten Tagen nach Therapiebeginn. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Cabergolin gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie den Blutdruck senken, angewendet wird.

Fibrose und Herzklappenveranderung sowie mogliche klinische Begleiterscheinungen Fibrotische und serose entzundliche Erkrankungen wie Pleuritis, Pleuraerguss, Pleurafibrose, Lungenfibrose, Perikarditis, Perikarderguss, Herzklappenveranderungen an einer oder mehreren Herzklappen (Aorten-, Mitral-, Trikuspidalklappe) bzw. eine retroperitoneale Fibrose sind nach langerer Anwendung von Ergotamin-Derivaten mit agonistischer Wirkung am Serotonin 5HT2B-Rezeptor, wie Cabergolin, aufgetreten. In einigen dieser Falle besserten sich die Symptome oder der Auspragungsgrad der Herzklappenveranderung nach Beendigung der Cabergolin-Behandlung.

Die Blutkorperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) war in Verbindung mit einem Pleuraerguss/einer Fibrose pathologisch erhoht. Eine Rontgenaufnahme des Thorax empfiehlt sich bei Patienten mit einem ungeklarten Anstieg der BSG auf pathologische Werte.

Serum-Kreatinin Messungen konnen ebenfalls zur Diagnose einer fibrotischen Veranderung herangezogen werden. Nach Diagnose eines Pleuraergusses/Pleurafibrose oder von Herzklappenveranderungen fuhrte das Absetzen von Cabergolin zu einer Verbesserung der Anzeichen und Symptome (siehe Abschnitt 4.3).

Herzklappenveranderungen traten im Zusammenhang mit kumulierten Dosen auf, daher sollten Patienten mit der niedrigsten wirksamen Dosis behandelt werden. Bei jeder Kontrolle sollte das Nutzen-/Schaden-Verhaltnis der Cabergolin-Behandlung fur den Patienten neu bewertet werden, um uber eine Fortsetzung der Behandlung mit Cabergolin zu entscheiden.

Vor Einleitung einer Langzeitbehandlung

Vor Beginn der Behandlung muss bei allen Patienten eine kardiovaskulare Untersuchung, einschlieblich Echokardiogramm, vorgenommen werden, um das mogliche Vorliegen einer asymptomatischen Herzklappenerkrankung abzuklaren. Vor Behandlungsbeginn ist auch eine Bestimmung der BSG oder anderer Entzundungsmarker, eine Rontgenaufnahme des Thorax bzw. eine Prufung der Lungenfunktion sowie der Nierenfunktion angebracht.

Es ist nicht bekannt, ob eine Cabergolin-Behandlung bei Patienten mit

Herzklappenregurgitation die zugrunde liegende Erkrankung verschlechtern kann. Wenn eine fibrotische Herzklappenveranderung festgestellt wird, darf der Patient nicht mit Cabergolin behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Wahrend der Langzeitbehandlung

Da fibrotische Erkrankungen schleichend beginnen konnen, mussen in regelmabigen Abstanden Kontrolluntersuchungen auf Zeichen einer fortschreitenden Fibrose durchgefuhrt werden.

Wahrend der Behandlung ist insbesondere auf folgende Zeichen und Symptome zu achten:

-    Pleuropulmonale Erkrankungen wie Dyspnoe, Kurzatmigkeit, persistierender Husten und Brustschmerz.

-    Niereninsuffizienz oder urethrale/abdominelle GefaBverengung, eventuell mit Schmerzen in der Lendengegend und Odemen der unteren Extremitaten, sowie jede Art abdomineller Raumforderung oder Druckempfindlichkeit als Hinweis auf eine retroperitoneale Fibrose.

-    Herzinsuffizienz; eine Herzklappenfibrose und Perikardfibrose manifestieren sich oft als Herzinsuffizienz. Eine Herzklappenfibrose (und konstriktive Perikarditis) muss deshalb beim Auftreten entsprechender Symptome ausgeschlossen werden.

Ein klinisch diagnostisches Monitoring hinsichtlich der Entwicklung einer fibrotischen Erkrankung ist dementsprechend unbedingt notwendig. Die erste Echokardiographie nach Behandlungsbeginn muss innerhalb von 3 bis 6 Monaten durchgefuhrt werden. Danach muss die Haufigkeit weiterer Echokardiographien unter Berucksichtigung geeigneter individueller klinischer Befunde, vor allem der oben genannten Zeichen und Symptome, festgelegt werden, mindestens jedoch alle 6 bis 12 Monate.

Wenn durch eine Echokardiographie eine neu diagnostizierte oder zunehmende Regurgitation, Einschrankung der Klappenbeweglichkeit, Klappensegelverdickung oder fibrotische Herzklappenveranderung festgestellt wird, muss die Behandlung mit Cabergolin abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Die Notwendigkeit weiterer klinischer Untersuchungen (z. B. korperliche Untersuchung, einschlieBlich sorgfaltiger Herzauskultation, Rontgenaufnahme, Computertomographie) sollte von Fall zu Fall entschieden werden.

Weitere Untersuchungen, wie Bestimmung der BSG und der Serumkreatinin-Werte, sollten vorgenommen werden, wenn sie zur Bestatigung der Diagnose einer fibrotischen Erkrankung erforderlich sind.

Somnolenz/Schlafattacken

Cabergolin wurde bei Parkinson-Patienten mit Somnolenz und Episoden plotzlichen Einschlafens in Verbindung gebracht. Es wurde uber plotzliches Einschlafen wahrend alltaglicher Aktivitaten, in einigen Fallen ohne vorheriges Erkennen oder Warnzeichen, berichtet. Patienten mussen davon unterrichtet und darauf hingewiesen werden, wahrend der Behandlung mit Cabergolin beim Fuhren von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen Vorsicht walten zu lassen. Patienten, bei denen bereits Somnolenz und/oder Episoden plotzlichen Einschlafens aufgetreten sind, durfen keine Fahrzeuge fuhren oder Maschinen bedienen. Eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Therapie ist in Erwagung zu ziehen (siehe Abschnitt 4.7).

Niereninsuffizienz

Bei mittelschweren bis schweren Nierenerkrankungen wurden keine allgemeinen Abweichungen bei der Pharmakokinetik von Cabergolin beobachtet. Bei Patienten mit terminalem Nierenversagen sowie bei Hamodialysepatienten wurde die Pharmakokinetik von Cabergolin nicht untersucht; bei diesen Patienten sollte die Behandlung mit Vorsicht erfolgen.

Impulskontrollstorungen

Die Patienten sollten regelmaBig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstorungen uberwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten, einschlieBlich Cabergolin, behandelt werden, Verhaltensauffalligkeiten im Sinne von Impulskontrollstorungen auftreten konnen, einschlieBlich pathologischer Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualitat, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang. Wenn sich solche Symptome entwickeln, sollte eine Dosisreduktion bzw. eine ausschleichende Behandlung in Erwagung gezogen werden.

Sonstige

Dieses Arzneimittel enthalt Lactose. Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Dopaminagonisten (z. B. Selegilin, Amantadin, Biperiden oder Trihexyphenidyl) war in klinischen Studien mit Cabergolin erlaubt. In den Studien, in denen pharmakokinetische Wechselwirkungen zwischen Cabergolin und L-Dopa oder Selegilin untersucht wurden, wurden keine Interaktionen beobachtet.

Zu moglichen Wechselwirkungen zwischen Cabergolin und anderen Ergotalkaloiden liegen keine Informationen vor. Von einer Langzeitbehandlung mit Cabergolin in Kombination mit diesen Arzneimitteln wird daher abgeraten.

Da Cabergolin uber eine direkte Stimulation der Dopaminrezeptoren wirkt, sollte es nicht mit Arzneimitteln mit einer dopaminantagonistischen Wirkung kombiniert werden (wie z. B. mit Phenothiazinen, Butyrophenonen, Thioxanthenen, Metoclopramid), da diese die Wirkung von Cabergolin abschwachen konnten.

Wie bei anderen Ergotderivaten sollte Cabergolin nicht gemeinsam mit Makrolidantibiotika (wie z. B. Erythromycin) eingenommen werden, da dies zu erhohten Cabergolin-Plasmaspiegeln fuhren kann.

Wechselwirkungen mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln sollten in Betracht gezogen werden.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine hinreichenden und gut kontrollierten Studien uber die Anwendung von Cabergolin bei schwangeren Frauen. Tierstudien haben keinen teratogenen Effekt gezeigt, aber es wurden verminderte Fertilitat und Embryotoxizitat in Zusammenhang mit der pharmakodynamischen Aktivitat beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Aus einer Beobachtungsstudie uber 12 Jahre zum Ausgang von Schwangerschaften nach einer Cabergolin-Therapie liegen Informationen uber 256 Schwangerschaften vor. Bei 17 dieser Schwangerschaften (6,6 %) kam es zu schweren angeborenen Missbildungen oder einer Fehlgeburt. Uber 23 von insgesamt 258 Kindern, welche 27 schwere oder leichte neonatale Anomalien aufwiesen, liegen Daten vor. Muskuloskelettale Fehlbildungen waren die haufigsten neonatalen Anomalien (10) gefolgt von kardiopulmonalen Fehlbildungen (5). Zu perinatalen Storungen oder der Langzeitentwicklung von Kindern nach einer Cabergolin-Exposition in utero liegen keine Daten vor. Auf der Grundlage aktueller Literatur liegt die Pravalenz von schweren angeborenen Missbildungen in der Allgemeinbevolkerung bei 6,9 % oder hoher und sie schwankt zwischen unterschiedlichen Populationen. Da es keine Kontrollgruppe gab, ist es nicht moglich genau zu sagen, ob ein erhohtes Risiko besteht.

Es wird empfohlen wahrend der Behandlung mit Cabergolin Kontrazeption anzuwenden.

Cabergolin darf wahrend der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es eindeutig angezeigt ist und eine genaue Nutzen/Risiko-Abschatzung durchgefuhrt wurde.

Aufgrund der langen Halbwertzeit des Wirkstoffs und der begrenzten Daten uber die in utero Exposition, sollten Frauen, die eine Schwangerschaft planen, Cabergolin einen Monat vor dem erwunschten Beginn der Schwangerschaft absetzen.

Sollte es wahrend der Behandlung zu einer Schwangerschaft kommen, ist Cabergolin sofort abzusetzen, sobald die Schwangerschaft bestatigt ist, um den Einfluss des Arzneimittels auf den Foeten so gering wie moglich zu halten.

Als VorsichtsmaBnahme sollten Frauen, die schwanger geworden sind, untersucht werden, um Anzeichen einer HypophysenvergroBerung feststellen zu konnen, da wahrend der Schwangerschaft eine Ausdehnung eines bestehenden Hypophysentumors auftreten kann.

Bei Frauen mit hyperprolaktinamischem Hypogonadismus stellt Cabergolin die Ovulation und Fruchtbarkeit wieder her: Da eine Schwangerschaft vor Wiedereinsetzen der Menstruation eintreten kann, wird ein Schwangerschaftstest wahrend der amenorrhoischen Zeit als geeignet empfohlen sowie nach Wiederkehr der Menstruation, jedes Mal dann, wenn sich die Menstruation um mehr als drei Tage verzogert. Frauen, die nicht schwanger werden wollen, sollte angeraten werden, wahrend der Behandlung und nach Absetzen von Cabergolin eine wirksame nicht-hormonelle Kontrazeption anzuwenden.

Die Kontrazeption ist nach Absetzen von Cabergolin mindestens 4 Wochen lang fortzusetzen. Stillzeit

Bei Ratten gehen Cabergolin und/oder seine Metaboliten in die Milch uber. Uber die Ausscheidung von Cabergolin in die menschliche Muttermilch liegen keine Erkenntnisse vor. Da Cabergolin aufgrund der dopaminagonistischen Eigenschaften die Milchbildung verhindert, sollten Frauen dazu angehalten werden, wahrend der Therapie mit Cabergolin nicht zu stillen.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cabergolin senkt den Blutdruck; was moglicherweise die Reaktionen bestimmter Patienten beeintrachtigen kann. Dies sollte in Situationen, in denen eine hohe Aufmerksamkeit erforderlich ist, wie z. B. beim Fuhren eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen, berucksichtigt werden.

Zu Beginn der Behandlung sollten Patienten bei Tatigkeiten, die schnelle und genaue Reaktionen erfordern, vorsichtig sein.

Patienten, die mit Cabergolin behandelt werden und uber Somnolenz und/oder Episoden plotzlichen Einschlafens berichten, mussen angewiesen werden, so lange kein Fahrzeug zu fuhren oder Tatigkeiten auszuuben, bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit sie selbst oder andere dem Risiko schwerwiegender oder todlicher Verletzungen aussetzt (z. B. Bedienen von Maschinen), bis derartige wiederkehrende Ereignisse und die Somnolenz nicht mehr auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

4.8    Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr haufig

> 1/10

haufig

> 1/100, < 1/10

gelegentlich

> 1/1.000, < 1/100

selten

> 1/10.000, < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nichtbekannt

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

MedDRA

Organklassensystem

Haufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Psychiatrische

Erkrankungen

Haufig

Halluzinationen, Schlafstorungen, Libidosteigerung, Verwirrtheit

Gelegentlich

Wahnvorstellungen, psychotische Storungen

Nicht bekannt

Aggressives Verhalten, Hypersexualitat, pathologische Spielsucht

Erkrankungen des Nervensystems

Haufig

Kopfschmerzen, Somnolenz, Schwindel/Vertigo, Dyskinesien

Gelegentlich

Hyperkinesien

Nicht bekannt

Plotzliches Einschlafen, Synkope, Tremor

Augenerkrankungen

Nicht bekannt

Sehstorungen

Herzerkrankungen

Sehr haufig

Herzklappenveranderungen (einschlieblich Regurgitationen) und damit verbundene Erkrankungen (Perikarditis, Perikarderguss)

Haufig*

Angina pectoris

Gefafierkrankungen

Haufig

Cabergolin wirkt bei Langzeitbehandlung im Allgemeinen blutdrucksenkend; orthostatische Hypotonie

Gelegentlich

Erythromelalgie

Nicht bekannt

Vasospasmen in Fingern und Zehen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Haufig

Dyspnoe

Gelegentlich

Pleuraerguss, Lungenfibrose

Sehr selten

Fibrose (einschlieMch Pleurafibrose)

Nicht bekannt

Atemwegserkrankungen, respiratorische Insuffizienz, Pleuritis, Brustschmerzen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr haufig

Ubelkeit

Haufig

Verstopfung, Dyspepsie, Gastritis, Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich

Anormale Leberfunktion

Erkrankungen der Haut und des U nterhautzellgewebes

Gelegentlich

Hautausschlag

Nicht bekannt

Haarausfall

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt

Beinkrampfe

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr haufig

Periphere Odeme

Haufig

Asthenie

Gelegentlich

Odeme, Mudigkeit

Untersuchungen

Haufig

Anormaler Leberfunktionstest, Verringerung des Hamoglobinwerts, des Hamatokrits und/oder des roten Blutbilds auf mehr als 15 % gegenuber dem Ausgangswert

Nicht bekannt

erhohte CPK-Werte

* Bei gleichzeitiger Anwendung einer Levodopa-Therapie

Impulskontrollstórungen

Pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualitat, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang konnen bei Patienten auftreten, die mit Dopaminagonisten, einschlieblich Cabergolin, behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Symptome bei Uberdosierung

Eine Uberdosierung mit Cabergolin kann zu Symptomen fuhren, die einer Uberstimulierung der Dopaminrezeptoren entsprechen, wie z. B. Ubelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, orthostatische Hypotonie, Verwirrtheit/Psychosen oder Halluzinationen.

Gegenmabnahmen bei Uberdosierung

Bei Uberdosierung sollten allgemein unterstutzende Mabnahmen getroffen werden.

Insbesondere sollten nicht resorbierte Anteile entfernt und sofern erforderlich der Blutdruck stabilisiert werden. Zusatzlich kann die Gabe von Dopaminantagonisten ratsam sein.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Dopamin-Agonist ATC-Code: N04BC06

Cabergolin ist ein synthetisches Ergotalkaloid und ein Ergolinderivat mit lang anhaltenden dopaminagonistischen und prolaktinhemmenden Eigenschaften. Eine zentrale dopaminerge Wirkung uber eine Stimulation der D2-Rezeptoren wird durch hohere Dosen erreicht als durch jene, die die Prolaktin-Serumspiegel senken.

Kontrollierte klinische Studien haben gezeigt, dass Cabergolin bei einer durchschnittlichen Dosis von 4 mg pro Tag nach vorausgegangener Dosistitration (auf bis zu 5-6 mg Cabergolin pro Tag in den verschiedenen Studien) wirksam ist. Cabergolin vermindert bei Parkinson-Patienten, die mit Levodopa/Carbidopa behandelt werden, die taglichen Fluktuationen der motorischen Funktionen. Bei neu diagnostizierten Patienten wurde gezeigt, dass Cabergolin als Monotherapie im Vergleich zu Levodopa/Carbidopa etwas seltener zu einer klinischen Besserung fuhrt.

Hinsichtlich der endokrinen Wirkungen von Cabergolin, die nicht mit der antiprolaktinamischen Wirkung in Zusammenhang stehen, bestatigen die verfugbaren Daten von Menschen die tierexperimentellen Befunde, die zeigen, dass die Prufsubstanz eine sehr selektive Wirkung ohne Auswirkungen auf die Basalsekretion von anderen Hypophysenhormonen oder von Kortisol besitzt.

Die pharmakodynamischen Wirkungen von Cabergolin, die nicht mit der therapeutischen Wirkung korrelieren, betreffen nur die Blutdrucksenkung. Die maximale blutdrucksenkende

Wirkung einer Einzeldosis von Cabergolin tritt gewohnlich innerhalb der ersten 6 Stunden nach Einnahme des Wirkstoffs auf und ist sowohl hinsichtlich des maximalen Blutdruckabfalls als auch der Haufigkeit dosisabhangig.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Gabe wird Cabergolin rasch aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert und die maximale Plasmakonzentration wird nach 0,5-4 Stunden erreicht.

Nahrung scheint keinen Einfluss auf die Resorption und Verfugbarkeit von Cabergolin zu haben.

Verteilung

In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Cabergolin in Konzentrationen von 0,1-10 ng/ml zu 41 -42 % an Plasmaproteine gebunden ist.

Biotransformation

Im Urin wurde als Hauptmetabolit 6-Allyl-8p-carboxy-ergolin identifiziert, das 4-6 % der verabreichten Dosis ausmacht. Auf drei weitere im Urin identifizierte Metaboliten entfallen insgesamt weniger als 3 % der verabreichten Dosis. Die Metaboliten erwiesen sich hinsichtlich der Hemmung der Prolaktinsekretion in vitro als weitaus schwacher wirksam als Cabergolin.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Cabergolin ist lang (63-68 Stunden bei gesunden Probanden und 79-115 Stunden bei Patienten mit Hyperprolaktinamie).

Aufgrund der Eliminationshalbwertszeit sollte ein Steady state nach 4 Wochen erreicht werden, was durch die mittleren maximalen Cabergolin-Plasmaspiegel nach einer Einzeldosis (37 ± 8 pg/ml) und nach 4-wochiger Mehrfachgabe (101 ± 43 pg/ml) von 0,5 mg Cabergolin bestatigt wird.

Zehn Tage nach der Verabreichung werden ca. 18 % bzw. 72 % der Dosis im Urin bzw. in den Faeces nachgewiesen. 2-3 % der verabreichten Dosis werden als unverandertes Cabergolin mit dem Urin ausgeschieden.

Linearitat/Nichtlinearitat

Das pharmakokinetische Profil verlauft bis zu 7 mg pro Tag linear.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherheit

Bei Mausen, die Cabergolin in einer Dosis von bis zu 8 mg/kg/Tag wahrend des Zeitraums der Organentwicklung erhielten, traten maternal-toxische, aber keine teratogenen Effekte auf. Diese Dosis ist ca. 55-fach hoher als die empfohlene maximale Humandosis von Cabergolin.

Bei Ratten bewirkte eine Dosis von 0,012 mg/kg/Tag (ungefahr 1/7 der empfohlenen maximalen Humandosis) wahrend der Organogenese einen Anstieg der embryo-fetalen Verluste nach der Implantation. Diese Verluste konnten auf die Prolaktin-inhibitorischen Eigenschaften von Cabergolin bei Ratten zuruckgefuhrt werden. Bei Kaninchen verursachten tagliche Gaben von 0,5 mg/kg/Tag (etwa 19-fach hoher als die empfohlene maximale Humandosis von Cabergolin) wahrend des Zeitraums der Organentwicklung maternale Toxizitat, die durch eine Gewichtsabnahme und verminderte Futteraufnahme gekennzeichnet war. Dosen von 4 mg/kg/ Tag (etwa 150-fach hoher als die empfohlene maximale Humandosis von Cabergolin) wahrend der Organogenese fuhrten im Kaninchen zu einem vermehrten Auftreten verschiedener Fehlbildungen. Allerdings wurden in einer anderen Studie an Kaninchen keine Fehlbildungen oder embryo-fetotoxischen Effekte in Bezug auf die Behandlung mit Dosen von bis zu 8 mg/kg/Tag beobachtet, eine Dosierung, die etwa 300-fach hoher als die empfohlene maximale Humandosis von Cabergolin ist.

Nahezu alle Befunde, die wahrend der Serien praklinischer Studien zur Sicherheit erhoben wurden, sind Folge der zentralen dopaminergen Wirkungen von Cabergolin oder der lang anhaltenden Hemmung von Prolaktin bei Spezies (Nager) mit einer spezifischen, anders als beim Menschen gearteten Hormonphysiologie.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose

Leucin

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2    Inkompatibilitaten Nicht zutreffend

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

Der Trocknungsbeutel mit Silica-Gel darf nicht aus der Flasche entfernt werden.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Braunglasflaschen (Typ III), die einen Trocknungsbeutel mit Silica-Gel enthalten. Die Braunglasflasche hat eine luftdicht versiegelte, kindergesicherte Aluminiumfolie und einen kindergesicherten PP-Verschluss. ÁuBere Faltschachtel.

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Tabletten Packungen mit 40, 60 und 100 Tabletten

Cabergolin-ratiopharm® 2 mg Tabletten Packungen mit 20, 60 und 100 Tabletten

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Cabergolin-ratiopharm® 1 mg Tabletten

66340.00. 00

Cabergolin-ratiopharm® 2 mg Tabletten

66341.00. 00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. Dezember 2006

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 14. November 2009

10.    STAND DER INFORMATION

Marz 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG Verschreibungspflichtig

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Cabergolin-ratiopharm 1 mg Tabletten