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Calcitrat



Gebrauchsinformation Calcitrat

Gebrauchsinformation: Information fur den Anwender

Calcitrat® 950 mg, Filmtabletten Wi rkstoff: Calciu m-Citrat-T etrahyd rat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, denn sie enthalt wichtige Informationen fur Sie.

Dieses Arzneimittel ist ohne Verschreibung erhaltlich. Um einen bestmoglichen Behandlungserfolg zu erzielen, muss Calcitrat® jedoch vorschriftsgemaft angewendet werden.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benotigen.

-    Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern oder keine Besserung eintritt, mussen Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.    Was ist Calcitrat® und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von Calcitrat® beachten?

3.    Wie ist Calcitrat® einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Calcitrat® aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. WAS IST CALCITRAT® UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

®

Calcitrat ist ein Mineralstoffpraparat.

®

Calcitrat wird angewendet

-    Zur Vorbeugung eines Calciummangels bei erhohtem Bedarf (z.B. Wachstumsalter, Schwangerschaft, Stillzeit).

-    Zur unterstutzenden Behandlung der Osteoporose.

2. WAS MUSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON CALCITRAT® BEACHTEN?

Calcitrat® darf nicht eingenommen werden

-    Calcitrat darf nicht eingenommen werden bei Uberempfindlichkeit gegenuber dem arzneilich wirksamen Bestandteil oder einem der sonstigen Bestandteile von Calcitrat .

Bei zu hohen Calciumkonzentrationen im Blut durfen Sie Calcitrat® nicht einnehmen. Eine Erhohung der Calciumkonzentration tritt auf bei:

-    einer Uberfunktion der Nebenschilddruse (Hyperparathyreodismus)

-    einer Vitamin D-Uberdosierung

-    bestimmten Tumoren wie Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Brustkrebs (Mammakarzinom), Nierenkrebs (Hypernephrom), bestimmten Formen von Blutkrebs (Plasmazytom) und bei Knochenmetastasen

-    bestimmten Lungenerkrankungen (Sarkoidose)

-    Ruhigstellung von Gliedmaften (Immobilisationsosteoporose)

®

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Calcitrat ist erforderlich

-    bei eingeschrankter Nierenfunktion

-    bei vermehrter Calciumausscheidung im Urin (Hypercalciurie)

-    bei Nierensteinen und Nierenverkalkung (Nephrocalcinose)

-    bei erniedrigter Phosphatkonzentration im Blut (Hypophosphatamie)

In diesen Fallen sollten regelmaftig Blut- und Urincalciumwerte bestimmt werden.

Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen fruher einmal zutrafen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn in Ihrer Familie calciumhaltige Nierensteine und eine Hypercalcamie (erhohter Blutcalciumspiegel) aufgrund erhohter Calciumabsorption vorgekommen sind.

Aufgrund der erhohten Calciumausscheidung wird in den ersten Monaten nach Einnahmebeginn auch die Neigung zur Ausfallung von Calciumsalzen und unter Umstanden zur Bildung von Steinen in Niere und Harnblase gesteigert. Dies kann durch eine reichliche Zufuhr von Flussigkeit vermieden werden.

Bei Einnahme von Calcitrat mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

®

-    Vitamin D steigert die Wirkung von Calcitrat durch eine Resorptionssteigerung.

-    Bestimmte harntreibende Mittel (Diuretika vom Thiazid-Typ) vermindern die Calciumausscheidung. Bei gleichzeitiger Einnahme von Calcitrat® und solchen Arzneimitteln sollte deshalb der Calcium-Blutspiegel uberwacht werden.

Wenn durch die Einnahme von Calcitrat der Calciumspiegel steigt, wird die Empfindlichkeit gegenuber bestimmten Arzneimitteln, die die Herzkraft steigern (herzwirksame Glykoside) erhoht und das Risiko von Herzrhythmusstorungen gesteigert.

®

Die Resorption und damit auch die Wirksamkeit folgender Arzneimittel werden durch Calcitrat vermindert:

Bestimmte Antibiotika (z.B. Tetracyclin, Cefpodoxim-Proxetil, Cefuroxim-Axetil, Chinolone wie Ciprofloxacin und Norfloxacin), das Pilzmittel Ketokonazol, Fluorid und Estramustin.

Zwischen der Einnahme von Calcitrat® und der Einnahme dieser Praparate sollte deshalb ein Abstand von mindestens 2 Stunden eingehalten werden.

®

Bei Einnahme von Calcitrat zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Bitte beachten Sie, dass Milchprodukte einen hohen Calciumgehalt haben und damit die Wirkung von Calcitrat® verstarkt wird. Ein Liter Milch enthalt 1200 mg Calcium.

Schwangerschaft und Stillzeit

®

Es bestehen keine Bedenken gegen die Einnahme von Calcitrat .

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeintrachtigung der Verkehrstuchtigkeit und der Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

3. WIE 1ST CALCITRAT® EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Calcitrat® immer genau nach der Anweisung in dieser Packungsbeilage ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Calcitrat® sonst nicht richtig wirken kann.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis

3 mal taglich 1 Filmtablette Calcitrat® (= 600 mg Calcium) oder 2 mal taglich 2 Filmtabletten Calcitrat® (= 800 mg Calcium).

Art der Anwendung

Bitte nehmen Sie Calcitrat® unzerkaut mit reichlich Flussigkeit auf nuchternen Magen ein.

Dauer der Anwendung

Die Einnahme von Calcitrat® sollte langfristig erfolgen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie lange Sie Calcitrat einnehmen sollen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Calcitrat® zu stark oder zu schwach ist.

®

Wenn Sie eine groBere Menge von Calcitrat eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Uberdosierung ist in der Regel folgenlos. Wenn Beschwerden auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Calcitrat® vergessen haben

Falls Sie zu wenig von Calcitrat eingenommen haben oder die Einnahme vergessen haben, nehmen Sie beim nachsten Mal nicht die doppelte Menge ein, sondern fahren Sie mit der Einnahme, wie von Ihrem Arzt verordnet oder in der Dosierungsanleitung beschrieben, fort.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Calcitrat Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Mogliche Nebenwirkungen:

In den ersten Monaten der Gabe von Calcium kommt es zu einer vermehrten Calciumausscheidung im Urin, die eine Steinbildung begunstigen kann.

Calciumsalze vermindern die Aufnahme von Phosphat durch Bildung von schwer loslichen Salzen.

Bei Niereninsuffizienz und langfristiger Einnahme kann es zu einer Erhohung der Calciumkonzentration im Blut (Hypercalcamie) und zu einer vermehrten Calciumausscheidung im Urin (Hypercalciurie) kommen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit des Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5.    WIE IST CALCITRAT® AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren.

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf dem Behaltnis und der Faltschachtel aufgedruckt.

Sie durfen das Arzneimittel nach dem auf dem Behaltnis angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht uber 30° C lagern.

6.    WEITERE INFORMATIONEN

Was Calcitrat® enthalt

Der Wirkstoff ist: Calcium-Citrat-Tetrahydrat.

1 Filmtablette enthalt 950 mg Calciumcitrat-Tetrahydrat (entsprechend 200 mg Calcium)

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kern: Macrogol 8000, Hochdisperses Siliciumdioxid, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat.

Film: Hypromellose, Macrogol 8000, Titandioxid, Talkum.

Wie Calcitrat aussieht und Inhalt der Packung

Mehrdosenbehaltnis mit weiften Filmtabletten

Calcitrat ist in den Originalpackungen zu 50 (N2) und 100 Filmtabletten (N3) erhaltlich. Es werden moglicherweise nicht alle Packungsgrossen in den Verkehr gebracht.

Besondere Hinweise

Zum Offnen der Dose Schieber in Pfeilrichtung bis zum Anschlag nach auften ziehen. Schieber mit dem Daumen nach oben drucken - Stopfen hebt sich heraus.

Vor dem Verschlieften Schieber bis zum Anschlag hineinschieben. Anschlieftend Stopfen bis zum Einrasten in die Dose drucken, damit die Kindersicherung erneut gewahrleistet ist.


Pharmazeutischer Unternehmer

Recordati Pharma GmbH Eberhard-Finckh-Str. 55 89075 Ulm

Tel.-Nr. 0731/7047-0 Fax-Nr. 0731/7047-297

Hersteller

Merckle GmbH Ludwig-Merckle-Str. 3 89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im

Marz 2014

Versionscode: Z06

Liebe Patientin, lieber Patient!

Wenn Ihnen Ihr Arzt Calcitrat® verordnet hat, weil bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde, beachten Sie bitte folgendes:

Calcitrat® ist ein Mineralstoffpraparat, das die Knochenstruktur verbessern kann und hilft, die Knochenmasse aufzubauen, so dass der Knochen wieder "fester" wird.

Nehmen Sie dieses Medikament bitte regelmaSig ein, wie von Ihrem Arzt verordnet.

Nur so kann die erwunschte Wirkung eintreten.

Eine ausgewogene Ernahrung, die moglichst viele kalziumreiche Lebensmittel (Milch, auch fettarme Milch oder H-Milch; Milchprodukte, allerdings nicht Quark, weil kalziumarm; kalziumreiches Mineralwasser u.v.m.) einschlieftt und ausreichende und regelmaftige Bewegung, wie Spaziergange oder Gymnastik, tragen ganz wesentlich zu einer vorteilhaften Entwicklung der Knochensubstanz bei.

Ubermaftigen Alkohol- und Kaffeekonsum und Nikotin sollten Sie nach Moglichkeit meiden, da diese Stoffe auch den Knochen langfristig schaden konnen.

Falls Sie weitere Fragen zur Osteoporose haben, empfehlen wir Ihnen, sich an Ihren Arzt, Ihren Apotheker oder an das Kuratorium Knochengesundheit e.V. zu wenden (Adresse: Leipzigerstr. 6, 74889 Sinsheim, Telefon 07261-92170). Dort finden Sie Experten, die Ihnen weiterhelfen konnen. Naturlich konnen Sie sich zur Beantwortung Ihrer Fragen auch an uns wenden (Telefon: 0731-7047-0, Fax: 0731-7047-297).

Vielleicht gibt es an Ihrem Wohnort auch eine Osteoporose-Selbsthilfegruppe, in der Sie Gleichgesinnte treffen konnen.

Wir wunschen Ihnen eine gute Besserung!

Ihre Recordati Pharma GmbH

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Calcitrat

Fachinformation Calcitrat

Calcitrat®

1

Fachinformation

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS Calcitrat®

950 mg, Filmtabletten

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wi rkstoff: Calcium citrat-T etra hydrat

1 Filmtablette enthalt 950 mg Calciumcitrat-Tetrahydrat (entsprechend 200 mg Calcium)

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSFORM

weifte Filmtabletten

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Zur Vorbeugung eines Calciummangels bei erhohtem Bedarf (z.B. Wachstumsalter, Schwangerschaft, Stillzeit).

Zur unterstutzenden Behandlung der Osteoporose.

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

3 mal taglich 1 Filmtablette Calcitrat® (=600 mg Calcium) oder 2 mal taglich 2 Filmtabletten Calcitrat® (=800 mg Calcium) einnehmen.

Calcitrat® unzerkaut mit reichlich Flussigkeit auf nuchternen Magen einnehmen.

Fur Calcitrat® gibt es keine Indikation fur die Anwendung bei Kindern.

4.3    Gegenanzeigen

®

-    Calcitrat darf nicht eingenommen werden bei Uberempfindlichkeit gegenuber dem

®

arzneilich wirksamen Bestandteil oder einem der sonstigen Bestandteile von Calcitrat .

-    Calcitrat® darf nicht angewendet werden bei Hypercalcamie, z.B. infolge Hyperparathyreodismus, Vitamin D-Uberdosierung, paraneoplastischen Syndromen (bei Bronchialkarzinom, Mammakarzinom, Hypernephrom, Plasmazytom), Knochenmetastasen, Sarkoidose, Immobilisationsosteoporose

4.4    Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen fur die Anwendung

-    Calcitrat® sollte nur unter laufender Uberwachung der Calcium- und Phosphatkonzentrationen im Blut und Urin angewandt werden bei Niereninsuffizienz, absorptiver oder renaler Hypercalcurie, Nephrocalcinose, Calciumnierensteinen und Hypophosphatamie.

-    Bei Patienten mit calciumhaltigen Nierensteinen in der Familie sollte eine absorptive Hypercalcurie ausgeschlossen werden.

-    Bei digitalisierten Patienten konnen hohe Calciumdosen das Arrhythmierisiko vergroftern.

-    Die Anwendung des Arzneimittels fur Kinder ist nicht vorgesehen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimittein und sonstige Wechselwirkungen

Die Resorption von Calcium wird durch Vitamin D gesteigert. Diuretika vom Thiazid-Typ vermindern die Calciumausscheidung. Bei gleichzeitiger Einnahme von Calcitrat® und solchen Arzneimitteln sollte deshalb der Calcium-Blutspiegel uberwacht werden.

Die Resorption und dadurch auch die Wirksamkeit von Tetracyclin, Cefpodoxim-Proxetil, Cefuroxim-Axetil, Ketokonazol, Chinolone wie Ciprofloxacin und Norfloxacin, Fluorid- und Estramustin-Praparaten wird durch die gleichzeitige Einnahme von Calcitrat® vermindert. Zwischen der Einnahme von Calcitrat® und der Einnahme solcher Praparate sollte deshalb ein Abstand von mindestens 2 Stunden eingehalten werden.

Die Empfindlichkeit gegenuber herzwirksamen Glykosiden und damit auch das Risiko von Herzrhythmusstorungen werden durch eine Erhohung der Calciumkonzentration im Blut gesteigert.

4.6    Schwangerschaft und Stillzeit

Berichte uber schadliche Wirkungen von Calcium wahrend der Schwangerschaft und in der Stillperiode beim Menschen sind nicht bekannt geworden.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeintrachtigung der Verkehrstuchtigkeit und der Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

4.8    Nebenwirkungen

In den ersten Monaten der Gabe von Calcium kommt es zu einer vermehrten Calciumausscheidung im Urin, die eine Steinbildung begunstigen kann.

Bei Niereninsuffizienz und langfristiger Einnahme kann es zu Hypercalcamie und Hypercalcurie kommen.

Die Einnahme von Calciumsalzen fuhrt durch Bildung von schwer loslichem Calciumphosphat zu einer Verminderung der Phosphatresorption.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grofter Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Intoxikationen durch die alleinige orale Anwendung von Calcium-Praparaten sind bisher nicht bekannt.

Eine Hypercalcamie kann sich klinisch durch Muskelschwache und gastrointestinale Beschwerden (Obstipation, Ubelkeit und Erbrechen), bei langerdauernder und schwerer Hypercalcamie mit Bewusstseinsstorungen (z.B. Lethargie, in extremen Fallen auch Koma) auftern.

Eine Hypercalcamie ist ggf. durch Rehydratation, Infusion von isotoner Kochsalzlosung und forcierte Diurese zu behandeln.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Mineralstoffe, Calcium: Calciumcitrat

ATC-Code: A12AA34

Calcium ist als essentieller Bestandteil des Organismus fur verschiedene Lebensprozesse wie Zellkontraktilitats- und Sekretionsvorgange, Membranstabilitat und -permeabilitat sowie Enzymaktivitat unabdingbar.

Es ist notwendig zur Regulation des zellularen Immun- und Infektabwehrsystems, fur das normale Gerinnungsverhalten des Blutes, die Blutkreislauffunktionen einschlieftlich der Herzkontraktilitat, neuronaler und muskularer Erregungsleitung, sowie Zahn- und Knochenaufbau.

Calciumionen haben folgende Bedeutung bei der Aktivierung biologischer Systeme. Die Reizschwelle erregbarer Membranen hangt von der extrazellularen Ca++-Konzentration ab. Calciumionen sind aufterdem beteiligt an der Regulation der Permeabilitat von Zellmembranen. Ein Mangel an Ca++-Ionen im Plasma erhoht, ein Uberschuss dagegen vermindert die neuromuskulare Erregbarkeit.

Im menschlichen Organismus ist Calcium vor allem im Knochengewebe als Hydroxylapatit gespeichert.

Der Calciumbestand wird durch das Zusammenwirken von Parathormon, Vitamin D und Kalzitonin normalerweise in engen Grenzen konstant gehalten.

Eine orale Zufuhr von Calcium bei Mangelzustanden fordert die Remineralisation des Skeletts und gleicht Storungen des Calciumstoffwechsels aus.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Resorption von Calcium unterliegt einer hormonalen Regelung. Die Resorptionsquote nimmt mit zunehmender Dosis und zunehmenden Alter ab und bei hypocalcamischen Zustanden zu. Die Gabe hoherer Dosen fuhrt nur zu einer geringen Steigerung der resorbierten Menge. Calcium aus

Calciumcitrat (Calcitrat®) wird bei Einnahme auf nuchternen Magen besser resorbiert als Calcium aus Calciumcarbonat. Die normale tagliche Calciumzufuhr mit der Nahrung betragt ca. 1000 mg. Calcium wird nach Adsorption an das Calcium-Bindungsprotein aktiv aufgenommen. Etwa 50% des Gesamtplasmacalciums liegen als funktionell bedeutsames, frei verfugbares, ionisiertes Calcium vor, ca. 40% sind unspezifisch an Plasmaproteine, ca. 5% an organische Sauren gebunden.

Die Ausscheidung erfolgt zu ca. 25% der taglich aufgenommenen Menge renal, zu ca. 75% mit den Fazes, geringfugig auch mit dem Schweift. Bei Nierengesunden werden 98% des filtrierten Calciums tubular ruckresorbiert.

Sofern keine organischen Grundleiden (wie Hyperparathyreoidismus, exzessive Vitamin-D-Zufuhr, Neoplasmen, Niereninsuffizienz, Z. n. Nierentransplantation) vorliegen, ist mit hypercalcamischen Zustanden praktisch nicht zu rechnen (Ausnahme: idiopathische Hypercalcamie bei Kindern).

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Kern: Macrogol 8000, Hochdisperses Siliciumdioxid, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat. Film: Hypromellose, Macrogol 8000, Titandioxid, Talkum.

6.2    Inkompatibilitaten

Keine bekannt.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

36 Monate.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 30° C lagern.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

OP mit 50 (N2) / 100 Filmtabletten (N3).

Es werden moglicherweise nicht alle Packungsgrossen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNGEN

Recordati Pharma GmbH Eberhard-Finckh-Str. 55 89075 Ulm

Tel.-Nr. 0731/7047-0 (Zentrale)

Fax-Nr. 0731/7047-297

24 Stunden-Telefondienst fur Notfalle:

0731/44011

8.    ZULASSUNGSNUMMER(N)

38003.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLANGERUNG DER ZULASSUNGEN

23.01.1998

10.    STAND DER INFORMATION

Marz 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

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Calcitrat