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Calcitriol-gry 0,25 mikrogramm kapseln



Gebrauchsinformation Calcitriol-gry 0,25 mikrogramm kapseln

Gebrauchsinformation: Information fur Patienten Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm Kapseln

Calcitriol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm beachten?

3.    Wie ist Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm und wofur wird es angewendet?

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm enthalt einen Wirkstoff namens Calcitriol, der zur Arzneimittelgruppe der Vitamin-D-Stoffwechselprodukte gehort.

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm wird angewendet bei:

•    Knochenerkrankungen bei Patienten mit Nierenproblemen (renale Osteodystrophie)

•    Zur Behandlung von Knochenschwund bei Frauen in den Wechseljahren; dies wird auch als postmenopausale Osteoporose bezeichnet.

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm bewirkt, dass Ihr Korper mehr Calcium aus der Nahrung aufnehmen kann, was zur Bildung gesunder Knochen und zur Reduzierung von Knochenschadigungen beitragt.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm beachten?

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm darf nicht eingenommen werden:

•    wenn Sie allergisch gegen Calcitriol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

•    wenn Sie allergisch gegen andere Arzneimittel mit Vitamin-D-Stoffwechselprodukten sind, die zur Behandlung von Knochenerkrankungen eingesetzt werden. Hierzu zahlen Alfacalcidol und Colecalciferol.

•    wenn bei Ihnen eine erhohte Calciumkonzentration im Blut vorliegt (Hypercalcamie).

•    wenn in Ihrem Korper Calciumablagerungen vorhanden sind (metastatische Verkalkung).

•    wenn es Ihnen aufgrund einer hohen Vitamin-D-Konzentration in Ihrem Korper nicht gut geht.

Nehmen Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm nicht ein, wenn einer der oben genannten Zustande auf Sie zutrifft. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen,

•    wenn Sie sich wenig bewegen (beispielsweise, weil Sie vor Kurzem operiert wurden).

•    wenn Sie Nierenprobleme haben (der Arzt wird dann die Phosphatkonzentration in Ihrem Blut und Ihrer Nahrung uberwachen).

Einnahme von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen. Der Grund hierfur ist, dass Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einen Einfluss auf die Wirkung einiger Arzneimittel haben kann. Es ist auch moglich, dass andere Arzneimittel die Wirkung von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker insbesondere, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

•    Andere Arzneimittel, die Vitamin D enthalten.

•    Entwasserungstabletten (Diuretika zur Behandlung von Bluthochdruck). Hierzu gehoren Bendroflumethiazid, Chlortalidon und Indapamid.

•    Arzneimittel wie Digoxin oder Digitoxin (zur Behandlung von Herzerkrankungen).

•    Arzneimittel, die Magnesium enthalten wie Antazida (zur Behandlung von Verdauungsstorungen).

•    Phenytoin oder Phenobarbitol (zur Behandlung von Epilepsie).

•    Steroide wie Hydrocortison, Prednisolon und Dexamethason.

•    Colestyramin und Sevelamer oder andere „Ionenaustauscherharze“ (zur Behandlung erhohter Cholesterinwerte im Blut).

•    Phosphate (Ihr Arzt wird die Phosphat-Konzentration in Ihrem Blut uberwachen).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker auch, wenn Sie in den letzten Monaten ein Arzneimittel eingenommen haben, das Vitamin D mit Langzeitwirkung enthalt. Hierzu gehoren Ergocalciferol und Colecalciferol.

Einnahme von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

•    Nehmen Sie keine Vitamine oder Nahrungserganzungen zu sich, die Vitamin D enthalten, wahrend Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen.

•    Nehmen Sie keine Nahrungsmittel zu sich, die mit Vitamin D angereichert sind, wahrend Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen.

•    Es ist sehr wichtig, dass Sie jegliche Diat, die Ihnen Ihr Arzt vorgeschrieben hat, auch einhalten.

•    Wenn Sie die Menge an Calcium oder Vitamin D andern, die Sie mit der Nahrung aufnehmen, kann dies das Risiko von Nebenwirkungen erhohen (wenn Sie beispielsweise mehr Milchprodukte essen oder Vitaminpraparate einnehmen, ohne dies Ihrem Arzt mitzuteilen).

•    Trinken Sie viel Flussigkeit (z. B. Wasser); es ist wichtig, dass Sie nicht austrocknen. Dies gilt nicht, wenn Sie Nierenprobleme haben.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, sprechen Sie Ihrem Arzt, bevor Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen. Ihr Arzt entscheidet, ob Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen konnen.

Stillzeit

Sie konnen Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen, wenn Sie stillen. Allerdings wird Ihr Arzt bei Ihnen und Ihrem Kind Blutproben entnehmen, um zu prufen, ob unerwunschte Wirkungen auftreten.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm hat hochstwahrscheinlich keinen Einfluss auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm enthalt Sorbitol

Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm enthalt Sorbitol (eine Zuckerart). Wenn Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, dass Sie bestimmte Zuckerarten nicht vertragen oder verdauen konnen (Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern), sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

3. Wie ist Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Schlucken Sie die Kapseln als Ganzes mit etwas Wasser herunter.

Wahrend Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm einnehmen, wird Ihr Arzt Ihr Blut regelmabig untersuchen lassen, um sicherzustellen, dass die Calciumkonzentration in Ihrem Blut nicht zu hoch wird.

Knochenerkrankungen bei Patienten mit Nierenproblemen (renale Osteodystrophie)

•    Die empfohlene Anfangsdosis fur Erwachsene und altere Menschen ist einmal taglich eine 0,25-Mikrogramm-Kapsel.

•    Nach 2 bis 4 Wochen kann Ihr Arzt die Dosis langsam in Schritten von 0,25 Mikrogramm erhohen.

•    Abhangig von den Ergebnissen der Blutuntersuchungen wird Ihr Arzt die Dosis weiter anpassen. Eventuell werden Sie angewiesen, Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm nur zwei oder drei Mal pro Woche einzunehmen anstatt jeden Tag. Die Hochstdosis betragt

12 Mikrogramm pro Woche.

Knochenschwund in den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose)

•    Die empfohlene Anfangsdosis fur erwachsene und altere Frauen ist zweimal taglich eine 0,25-Mikrogramm-Kapsel.

Wenn Sie eine groBere Menge von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm eingenommen haben, als Sie sollten

•    Wenn Sie mehr Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm eingenommen haben, als Sie sollten, teilen Sie das unverzuglich einem Arzt mit oder begeben Sie sich in ein Krankenhaus. Nehmen Sie die Packung des Arzneimittels mit.

•    Wenn Sie zu viele Kapseln eingenommen haben, kann sich zu viel Calcium in Ihrem Blut ansammeln (Hypercalcamie). Zu den Zeichen einer Uberdosierung gehoren Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Ubelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen und das Gefuhl von Tragheit, Benommenheit oder Schwache.

Wenn


Sie die Einnahme von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, lassen Sie die Dosis einfach aus. Nehmen Sie zum nachsten vorgesehenen Zeitpunkt die ubliche Dosis ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein (zwei Dosen auf einmal), wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm abbrechen

Setzen Sie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm nicht ohne Rucksprache mit Ihrem Arzt ab. Die Behandlung von Knochenschwund ist eine Langzeittherapie.

Wenn eine andere Person versehentlich Ihre Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm Kapseln eingenommen hat, sollte diese Person unverzuglich einen Arzt aufsuchen oder sich in ein Krankenhaus begeben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten mussen.

Folgende Nebenwirkungen konnen in seltenen Fallen auftreten (1 bis 10 Behandelte von 10.000):

Erhohte Calciumkonzentration in Ihrem Blut

•    Zu den Zeichen gehoren Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Ubelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und das Gefuhl von Tragheit, Benommenheit oder Schwache.

•    Eine stark erhohte Calciumkonzentration in Ihrem Blut kann zu Fieber, starkem Durstgefuhl, Austrocknung, haufigem Wasserlassen, Bettnassen, Verstopfung, Magenschmerzen, Darmverschluss und unregelmaBigem Herzschlag fuhren. Es konnen Harnwegsinfekte und Wachstumsverzogerungen auftreten.

•    In einigen Fallen kann es zu geistiger Verwirrung kommen. Calcium kann sich auBer in den Knochen auch in anderen Teilen des Korpers anlagern (beispielsweise in den Nieren als Nierensteine). Wenn dies passiert, wird Ihr Arzt die Dosis Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm anpassen.

Leber

Veranderung Ihrer Leberfunktion (was sich in Blutuntersuchungen zeigt).

Allergische Reaktionen

•    Zu den Zeichen gehoren Hautjucken, Hautausschlag und Rotung der Haut (konnen sehr stark sein).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Diese Kapseln sollten im Originalbehaltnis aufbewahrt werden. Nicht uber 30 °C lagern. Nicht in einen anderen Behalter umfullen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm enthalt

Der Wirkstoff ist: Calcitriol.

1 Weichkapsel enthalt 0,25 Mikrogramm Calcitriol.

Die sonstigen Bestandteile sind: raffiniertes Kokosfett, Butylhydroxyanisol (E320), Butylhydroxytoluol (E321), Gelatine, Glycerol, Sorbitol und die Farbstoffe Titandioxid (E171) und Chinolingelb (E104). Die Drucktinte enthalt Schellack (E904) und Eisen(II,III)-oxid (E172).

Wie Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm aussieht und Inhalt der Packung

Die Weichkapseln sind langlich, undurchsichtig, gelb und mit dem Aufdruck „0,25“ versehen.

Packungen mit 20, 30, 50 oder 100 Weichkapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

Hersteller

TEVA UK Ltd.

Brampton Road, Hampden Park Eastbourne, East Sussex BN 22 9AG Vereinigtes Konigreich

Pharmachemie B.V. Swensweg 5 2031GA Haarlem Niederlande


Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland    Calcitriol-GRY® 0,25 Mikrogramm Kapseln

Vereinigtes Konigreich Calcitriol Wyvern Capsules 0.25 micrograms

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Dezember 2014.

Versionscode: Z04

Calcitriol-GRY 0,25 Mikrogramm Kapseln

Fachinformation Calcitriol-gry 0,25 mikrogramm kapseln

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1 BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Osteotriol® 0,25 Mikrogramm Kapseln Osteotriol® 0,5 Mikrogramm Kapseln

2 QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Osteotriol® 0,25 Mikrogramm Kapseln 1 Kapsel enthalt 0,25 Mikrogramm Calcitriol.

Osteotriol® 0,5 Mikrogramm Kapseln 1 Kapsel enthalt 0,5 Mikrogramm Calcitriol.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3 DARREICHUNGSFORM

Weichkapsel.

Osteotriol® 0,25 Mikrogramm Kapseln

Undurchsichtige, gelbe, langliche Weichkapseln mit dem Aufdruck „0,25“. Osteotriol® 0,5 Mikrogramm Kapseln

Undurchsichtige, grune, langliche Weichkapseln mit dem Aufdruck „0,5“.

4 KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Osteotriol® Kapseln werden zur Behandlung von Patienten mit renaler Osteodystrophie zur Korrektur eines gestorten Calcium- und Phosphatstoffwechsels angewendet.

Osteotriol® 0,25 Mikrogramm Kapseln

AuBerdem sind sie zur Behandlung einer bestehenden postmenopausalen Osteoporose indiziert.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung Dosierung

Zur Vermeidung einer Hypercalcamie sollte die Calcitriol-Dosis dem biologischen Ansprechen des Patienten individuell angepasst werden.

Die wirksame Behandlung ist auch von einer angemessenen taglichen Calciumaufnahme abhangig, die bei Bedarf durch Ánderungen der Ernahrungsweise oder Nahrungserganzungen erhoht werden sollte.

Die Weichkapseln sind mit etwas Wasser einzunehmen.

Erwachsene

Renale Osteodystrophie

Zu Behandlungsbeginn betragt die Dosis 0,25 pg Calcitriol taglich. Bei Patienten mit normálem bis geringfugig erniedrigtem Calciumspiegel kann eine Dosis von 0,25 pg jeden zweiten Tag ausreichen. Wenn nach 2 bis 4 Wochen kein zufriedenstellendes biochemisches Ansprechen und keine Verbesserung der klinischen Krankheitsmanifestationen erreicht wurde, kann die tagliche Dosis in Intervallen von 2 bis 4 Wochen um 0,25 pg Calcitriol erhoht werden. Wahrend dieser Zeit sollte der Serumcalcium-Spiegel mindestens zweimal wochentlich kontrolliert werden. Wenn der Serumcalcium-Spiegel um 1 mg/100 ml (250 pmol/l) uber die Norm von 9 bis 11 mg/100 ml (2.250 bis 2.750 pmol/l) steigt oder der Serumkreatinin-Spiegel uber 120 pmol/l liegt, sollte die Behandlung mit Calcitriol sofort abgebrochen werden, bis wieder eine Normocalcamie eintritt. Die meisten Patienten sprechen auf eine tagliche Dosis von 0,5 pg bis 1,0 pg an. Siehe Abschnitt 4.5.

Bei Patienten mit Osteodystrophie, die nicht auf eine kontinuierliche Behandlung ansprechen, hat sich eine Calcitriol-StoBtherapie als wirksam erwiesen. Hierbei wird eine Anfangsdosis von 0,1 pg/kg/Woche in zwei bis drei gleiche Dosierungen aufgeteilt und jeweils am Ende der Dialyse eingenommen. Die kumulierte Hochstdosis von 12 pg pro Woche darf nicht uberschritten werden.

Osteotriol® 0,25 Mikrogramm Kapseln Postmenopausale Osteoporose

Die empfohlene Calcitriol-Dosis betragt 0,25 pg zweimal taglich.

Die Serumcalcium- und Serumkreatinin-Spiegel sollten nach 1 Monat, nach 3 und 6 Monaten und danach alle 6 Monate kontrolliert werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Osteotriol® Kapseln bei Kindern ist nicht ausreichend erforscht, um eine Dosisempfehlung abgeben zu konnen. Fur den Einsatz von Osteotriol® Kapseln bei Kindern und Jugendlichen liegen nur begrenzte Daten vor.

Altere Patienten

Klinische Erfahrungen mit Calcitriol bei alteren Patienten deuten darauf hin, dass die empfohlene Dosierung zur Anwendung bei jungeren Erwachsenen ohne ersichtliche schadigende Folgen verabreicht werden kann.

Art der Anwendung

Osteotriol® Kapseln sind nur zum Einnehmen gedacht.

4.3    Gegenanzeigen

Calcitriol darf nicht angewendet werden:

•    bei Patienten mit bekannter Uberempfindlichkeit gegen Calcitriol (oder Arzneimittel aus derselben Substanzklasse) oder gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

•    bei allen Krankheiten, die mit Hypercalcamie in Verbindung gebracht werden, und bei Patienten mit Hinweisen auf metastatische Verkalkungen.

•    wenn Zeichen einer Vitamin-D-Intoxikation vorliegen.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Es wurde ein enger Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Calcitriol und der Entwicklung einer Hypercalcamie beobachtet.

Wahrend der Behandlung mit Calcitriol sollte die Einnahme anderer Vitamin-D-Verbindungen und ihrer Derivate, einschlieblich proprietarer Zusammensetzungen und mit Vitamin D angereicherte Nahrungsmittel, ausgesetzt werden.

Soll der Patient von einem Vitamin-D-Praparat mit Langzeitwirkung wie Ergocalciferol (Vitamin D2) oder Colecalciferol auf eine Calcitriol-Behandlung umgestellt werden, kann es einige Monate dauern, bis der Ergocalciferol-Spiegel im Blut wieder auf seinen Ausgangswert zuruckkehrt. Dies erhoht das Risiko fur eine Hypercalcamie (siehe Abschnitt 4.9).

Sobald das Serumcalcium 1 mg/100 ml (250 ^mol/l) uber dem Normbereich (9 bis 11 mg/100 ml, entsprechend 2.250 bis 2.750 ^mol/l) liegt oder das Serumkreatinin auf uber 120 gmol/l ansteigt, ist die Behandlung mit Calcitriol sofort zu unterbrechen, bis sich wieder eine Normocalcamie eingestellt hat (siehe Abschnitt 4.2).

Eine abrupte Zunahme der Calciumzufuhr, entweder aufgrund einer Ánderung der Ernahrungsgewohnheiten (z. B. erhohter Konsum von Milchprodukten) oder unkontrollierter Einnahme von Calciumpraparaten, kann eine Hypercalcamie auslosen. Patienten und ihre Familienangehorigen sollten darauf hingewiesen werden, dass eine strikte Befolgung der Diatvorschriften notwendig ist. Auberdem sollten sie daruber informiert werden, an welchen Symptomen eine Hypercalcamie zu erkennen ist.

Calcitriol erhoht den Serumspiegel von anorganischem Phosphat. Wahrend dies bei Patienten mit Hypophosphatamie erwunscht ist, ist bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz wegen der Gefahr ektopischer Calcifikation Vorsicht geboten. In diesen Fallen sollte der Plasmaphosphatspiegel durch die Einnahme von Phosphatbindern und einer phosphatarmen Diat im Normbereich gehalten werden (2 bis 5 mg/100 ml oder 0,65 bis 1,62 mmol/l).

Das Produkt aus Serumcalcium- und -phosphat (Ca x P) soll 70 mg2/dl2 nicht uberschreiten.

Patienten mit Vitamin-D-resistenter Rachitis (familiare hypophosphatamische Rachitis), die mit Calcitriol behandelt werden, mussen ihre orale Phosphattherapie fortsetzen.

Dabei ist jedoch eine mogliche Stimulation der Phosphatresorption im Darm durch Calcitriol zu berucksichtigen, weil dadurch der Bedarf an zusatzlichen Phosphatgaben verandert werden kann.

Da Calcitriol der wirksamste verfugbare Vitamin-D-Metabolit ist, durfen wahrend der Behandlung mit Calcitriol keine anderen Vitamin-D-Praparate verschrieben werden. So ist sichergestellt, dass die Entwicklung einer D-Hypervitaminose vermieden wird.

Fur immobilisierte Patienten, z. B. nach einer Operation, besteht ein hoheres Hypercalcamie-Risiko.

Patienten mit normaler Nierenfunktion, die Calcitriol einnehmen, sollten eine Dehydratation vermeiden. Auf ausreichende Flussigkeitszufuhr ist zu achten.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion kann eine chronische Hypercalcamie mit einem erhohten Serumkreatinin-Spiegel einhergehen.

Osteotriol® Kapseln enthalten Sorbitol. Patienten mit der seltenen hereditaren Fructose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da Calcitriol der wirksamste verfugbare Vitamin-D-Metabolit ist, durfen wahrend der Behandlung mit Calcitriol keine anderen Vitamin-D-Praparate verschrieben werden. So ist sichergestellt, dass die Entwicklung einer D-Hypervitaminose vermieden wird. Soll der Patient von einer Ergocalciferol-Behandlung (Vitamin D2) auf eine Calcitriol-Behandlung umgestellt werden, kann es einige Monate dauern, bis der Ergocalciferol-Spiegel im Blut wieder auf seinen Ausgangswert zuruckkehrt.

Wahrend der Behandlung mit Calcitriol sollten pharmakologisch wirksame Dosen von Vitamin D und seinen Derivaten vermieden werden, um einer moglichen additiven Wirkung und einer Hypercalcamie vorzubeugen.

Die Diatvorschriften, vor allem zu Calcium-Erganzungsmitteln, sind strikt zu befolgen. Die unkontrollierte zusatzliche Einnahme von calciumhaltigen Praparaten muss vermieden werden.

Eine gleichzeitige Behandlung mit Thiazid-Diuretika erhoht das Risiko einer Hypercalcamie. Bei Patienten, die mit Digitalispraparaten behandelt werden, muss die Calcitriol-Dosierung mit Vorsicht festgelegt werden, da eine Hypercalcamie bei diesen Patienten Arrhythmien hervorrufen kann (siehe Abschnitt 4.4).

Magnesiumhaltige Arzneimittel (z. B. Antazida) durfen wahrend der Calcitriol-Therapie bei dialysepflichtigen Patienten nicht verabreicht werden, da es sonst zu Hypermagnesiamie kommen kann.

Da Calcitriol auch den Phosphattransport in Darm, Nieren und Knochen beeinflusst, mussen sich die Gaben von Phosphatbindern nach der Serumphosphat-Konzentration richten (Normalwerte: 2 bis 5 mg/100 ml bzw. 0,65 bis 1,62 mmol/l).

Patienten mit Vitamin-D-resistenter Rachitis (familiare hypophosphatamische Rachitis) mussen ihre orale Phosphattherapie fortsetzen. Dabei ist jedoch eine mogliche Stimulierung der Phosphatresorption im Darm durch Calcitriol zu berucksichtigen, weil dadurch der Bedarf an zusatzlichen Phosphatgaben verandert werden kann.

Die Verabreichung von Enzyminduktoren wie Phenytoin oder Phenobarbital kann den Stoffwechsel beschleunigen und damit zu einer reduzierten Serum-Konzentration von Calcitriol fuhren. Bei gleichzeitiger Verabreichung konnen daher hohere Dosen von Calcitriol erforderlich werden.

Es besteht ein funktioneller Antagonismus zwischen Vitamin-D-Analoga, die die Calciumabsorption fordern, und Glucocorticoiden, die diese hemmen.

Gallensaurebindende Mittel wie Colestyramin und Sevelamer konnen die Resorption fettloslicher Vitamine im Darm einschranken und daher auch die Resorption von Calcitriol im Darm storen.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Calcitriol wahrend der Schwangerschaft ist nicht erwiesen.

Im Tierversuch mit Kaninchen wurde durch subletale orale Vitamin-D-Dosen eine supravalvulare Aortenstenose bei den Foten ausgelost. Es gibt keinen Hinweis dafur, dass Vitamin D beim Menschen, auch in sehr hohen Dosen, eine teratogene Wirkung hat. Calcitriol sollte wahrend der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das eventuelle Risiko fur den Fotus uberwiegt.

Stillzeit

Es ist davon auszugehen, dass exogen zugefuhrtes Calcitriol in die Muttermilch ubergeht. Angesichts des Potenzials fur eine Hypercalcamie bei der Mutter und fur unerwunschte Wirkungen auf den Saugling sollten Mutter unter Calcitriol nur stillen, wenn die Serumcalcium-Spiegel von Mutter und Kind kontrolliert werden.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Auf Grundlage des pharmakodynamischen Profils der gemeldeten unerwunschten Ereignisse kann dieses Produkt als sicher angesehen werden bzw. ist es unwahrscheinlich, dass es diese Fahigkeiten beeintrachtigt.

4.8    Nebenwirkungen

Die nachfolgenden Angaben zu den Nebenwirkungen basieren auf Daten aus klinischen Studien mit Calcitriol und auf Erfahrungen nach der Markteinfuhrung.

Die am haufigsten gemeldete Nebenwirkung war Hypercalcamie.

Die in der Tabelle aufgefuhrten Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen sortiert und nach folgenden Haufigkeiten kategorisiert: sehr haufig (> 1/10), haufig (> 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100), selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar). Innerhalb einer Haufigkeitsgruppe sind die unerwunschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad sortiert.

Zusammenfassung der Nebenwirkungen bei Patienten, die Calcitriol erhielten:

Systemorganklasse

Haufigkeit

Sehr haufig

Haufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen des Immunsystems

Uberempfindlichkeit,

Urtikaria

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Hypercalcamie

Appetitlosigkeit

Polydipsie,

Dehydration,

Gewichtsabnahme

Psychiatrische

Erkrankungen

Apathie, psychische Storungen

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Muskelschwache, sensorische Storungen, Somnolenz

Herzerkrankungen

Herzrhythmusstorunge

n

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Bauchschmerzen,

Ubelkeit

Erbrechen

Verstopfung,

Magenschmerzen,

Systemorganklasse

Haufigkeit

Sehr haufig

Haufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

paralytischer Ileus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautausschlag

Erythem, Pruritus

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Wachstums-

verzogerungen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harnwegsinfektion

Polyurie, Nykturie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Calcinose, Pyrexie, Durst

Untersuchungen

Erhohter Blut-kreatininwert

Da Calcitriol eine Vitamin-D-Wirkung ausubt, konnen Nebenwirkungen auftreten, die jenen einer Vitamin-D-Uberdosierung, d. h., einem Hypercalcamiesyndrom oder einer Calciumintoxikation (je nach Intensitat und Dauer der Hypercalcamie) entsprechen (siehe Abschnitt 4.2 sowie Abschnitt 4.4).

Gelegentlich treten akute Symptome wie Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Ubelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Magenschmerzen und Verstopfung auf.

Wegen der kurzen biologischen Halbwertszeit von Calcitriol zeigte sich bei pharmakokinetischen Untersuchungen, dass die Normalisierung eines uberhohten Serumcalciums innerhalb weniger Tage nach Absetzen eintritt, also viel rascher, als bei der Behandlung mit Vitamin-D3-Praparaten.

Chronisch konnen Muskelschwache, Gewichtsverlust, sensorische Storungen, Fieber, Durst, Polydipsie, Polyurie, Dehydratation, Apathie, Wachstumsverzogerung und Harnwegsinfekte auftreten.

Das gleichzeitige Auftreten von Hypercalcamie und Hyperphosphatamie von > 6 mg/100 ml bzw.

> 1,9 mmol/l kann zu einer Calcinose fuhren, die radiologisch nachweisbar ist.

Bei empfindlichen Patienten konnen allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Erythem, Pruritus und Urtikaria auftreten.

Untersuchungen

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion kann eine chronische Hypercalcamie mit einem Anstieg des Serumkreatinins einhergehen.

Erfahrungen nach der Markteinfuhrung

Die Anzahl der Nebenwirkungen, die bei klinischer Anwendung von Calcitriol in allen Indikationen und uber einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg gemeldet wurde, ist pro einzelne Nebenwirkung sehr gering, einschlieblich Hypercalcamie, die mit einer Rate von 0,001 % oder weniger auftritt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels.

Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Behandlung einer asymptomatischen Hypercalcamie (siehe Abschnitt 4.2):

Da Calcitriol ein Vitamin-D-Derivat ist, sind die Symptome einer Uberdosierung die gleichen wie bei einer Vitamin-D-Uberdosis. Die Einnahme hoher Dosen von Calcium und Phosphat zusammen mit Calcitriol konnen ahnliche Symptome hervorrufen. Das Produkt aus Serumcalcium- und -phosphat (Ca x P) soll 70 mg2/dl2 nicht uberschreiten. Ein hoher Calciumspiegel im Dialysat kann zur Entwicklung einer Hypercalcamie beitragen.

Symptome einer akuten Vitamin-D-Intoxikation: Anorexie, Kopfschmerz, Erbrechen, Verstopfung.

Chronische Symptome: Dystrophie (Schwache, Gewichtsverlust), sensorische Storungen, eventuell Fieber mit Durst, Polyurie, Dehydratation, Apathie, Wachstumsstillstand und Harnwegsinfekte. Infolge der Hypercalcamie kommt es zu metastatischer GefaBverkalkung in Nierenrinde, Myokard, Lunge und Pankreas.

Folgende MaBnahmen kommen zur Behandlung einer unbeabsichtigten Uberdosierung infrage: sofortige Magenspulung oder Auslosen von Erbrechen zur Verhinderung einer weiteren Resorption.

Verabreichung von Paraffinol zur Forderung der fakalen Ausscheidung. Wiederholte Serumcalcium-Bestimmungen sind angezeigt. Sollten erhohte Serumcalcium-Spiegel persistieren, konnen Phosphate und Corticosteroide verabreicht sowie MaBnahmen zur Erreichung einer angemessenen forcierten Diurese eingeleitet werden.

Hypercalcamie mit hoheren Spiegeln (> 3,2 mmol/l) konnen zu einer Niereninsuffizienz fuhren, besonders, wenn der Blutphosphat-Spiegel normal oder aufgrund einer Nierenfunktionsstorung erhoht ist.

Wenn eine Hypercalcamie nach einer Langzeitbehandlung auftritt, sollte die Einnahme von Calcitriol unterbrochen werden, bis der Plasmacalcium-Spiegel sich wieder normalisiert hat. Eine calciumarme Diat beschleunigt diese Normalisierung. Danach kann die Calcitriol-Einnahme in niedrigerer Dosierung oder in gleicher Dosierung und geringerer Haufigkeit wieder aufgenommen werden.

Bei Patienten unter zeitweiliger Hamodialyse kann auch ein niedriger Calciumspiegel im Dialysat verwendet werden. Ein hoher Calciumspiegel im Dialysat kann zur Entwicklung einer Hypercalcamie beitragen.

5 PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Vitamin D und Analoga ATC-Code: A11CC04

Calcitriol hat von den bekannten Vitamin-D-Metaboliten die groBte biologische Aktivitat und wird in der Regel aus seinem unmittelbaren Vorlaufer 25-Hydroxycolecalciferol in den Nieren gebildet. In physiologischen Mengen erhoht es die Resorption von Calcium und Phosphat im Darm und spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung der Knochenmineralisation. Bei chronischer Niereninsuffizienz tragt die mangelhafte Calcitriol-Produktion zu den Abweichungen des MineralstoffWechsels bei, die bei dieser Funktionsstorung vorkommen.

Calcitriol ist ein synthetisches Calcitriol-Praparat. Die orale Anwendung von Calcitriol bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz gleicht eine beeintrachtigte endogene Produktion von Calcitriol aus, die bei einer glomerularen Filtrationsrate unter 30 ml/min verringert ist. Infolgedessen wird die Malabsorption von Calcium und Phosphat im Darm sowie die resultierende Hypocalcamie korrigiert und dadurch den Zeichen und Symptomen von Knochenerkrankungen entgegengewirkt.

Bei Patientinnen mit bestehender postmenopausaler Osteoporose erhoht Calcitriol sowohl die Calciumaufnahme als auch die Calcitriol-Spiegel und senkt dadurch die Wirbelfrakturrate.

Einsetzen und Abklingen der Wirkung von Calcitriol erfolgt schneller als die anderer Vitamin-D-Metaboliten. Das hat den Vorteil, dass die Dosis fruher und genauer angepasst werden kann. Im Falle einer unbeabsichtigten Uberdosierung konnen die Folgen auch leichter behoben werden.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Calcitriol wird im Darm rasch resorbiert. Nach einer oralen Einzeldosis von 0,25 bis 0,75 pg Calcitriol werden die Spitzenkonzentrationen im Serum nach 2 bis 4 Stunden erreicht.

Nach oraler Einmalgabe von 0,5 pg Calcitriol bei gesunden Probanden stiegen die durchschnittlichen Serumkonzentrationen von Calcitriol von einem Basiswert von 40,0 ± 4,4 pg/ml nach 2 Stunden auf

60.0    ± 4,4 pg/ml und fielen dann nach 4 Stunden auf 53,0 ± 6,9 pg/ml, nach 8 Stunden auf

50.0    ± 7,0 pg/ml, nach 12 Stunden auf 44 ± 4,6 pg/ml und nach 24 Stunden auf 41,5 ± 5,1 pg/ml.

Verteilung

In physiologischen Konzentrationen ist Calcitriol wahrend des Transports im Blut meistens an spezifische Vitamin-D-Bindungs-Proteine (DBP), aber in geringerem Umfang auch an Lipoproteine und Albumin gebunden. Bei hoherem Calcitriol-Spiegel im But scheinen die DBP gesattigt zu sein und es ist eine zunehmende Bindung an Lipoproteine und Albumin zu beobachten.

Biotransformation

Calcitriol wird sowohl in den Nieren als auch im Darm durch Bildung einer Reihe von Zwischenprodukten deaktiviert.

Elimination

Die gemeldete Eliminationshalbwertszeit von Calcitriol im Serum betragt bei gesunden Probanden zwischen 5 und 17 Stunden; bei Patienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz konnen es 18 bis 44 Stunden sein. Die Dauer der pharmakologischen Wirkung einer Einzeldosis Calcitriol betragt mindestens 4 Tage. Calcitriol wird uber die Galle ausgeschieden und unterliegt dem enterohepatischen Kreislauf.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherheit

Untersuchungen zur subchronischen Toxizitat bei Ratten und Hunden zeigten, dass Calcitriol in einer oralen Dosierung von 20 ng/kg/Tag (das Doppelte der Dosis fur Menschen) fur bis zu 6 Monate keine oder minimale Nebenwirkungen hervorrief. Eine Dosis von 80 ng/kg/Tag (das Achtfache der Dosis fur

Menschen) fur bis zu 6 Monate verursachte mittelschwere Nebenwirkungen. Die Auswirkungen schienen vor allem die Folge einer anhaltenden Hypercalcamie zu sein.

Untersuchungen an Ratten zur Reproduktionstoxizitat ergaben, dass orale Dosierungen bis zu 300 ng/kg/Tag (das DreiBigfache der Dosis fur Menschen) keine nachteilige Wirkung auf die Reproduktion hatten. In einer Untersuchung an Kaninchen wurden mehrere Fetus-Anomalien beobachtet in zwei Wurfen bei einer oralen maternal-toxischen Dosierung von 300 ng/kg/Tag und in einem Wurf bei 80 ng/kg/Tag, aber nicht bei 20 ng/kg/Tag (das Doppelte der Dosis fur Menschen). Zwar gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den behandelten Gruppen und den Kontrollen bezuglich der Anzahl von Wurfen oder Feten mit Anomalien, aber die Moglichkeit, dass diese Anomalien auf die Calcitriol-Gabe zuruckzufuhren waren, konnte nicht ausgeschlossen werden.

6 PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Butylhydroxyanisol (E320)

Butylhydroxytoluol (E321)

Raffiniertes Kokosfett

Kapselhulle:

Gelatine Glycerol (E422)

Sorbitol (E420)

Titandioxid (E171)

Chinolingelb (E104)

Osteotriof® 0,5 Mikrogramm Kapseln Patentblau (E131)

Drucktinte:

Schellack

Eisen (II,III)-oxid (E172)

6.2    Inkompatibilitaten Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 30 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Alu/Alu-Blisterpackungen mit 10 Weichkapseln in Packungen mit 20, 30, 50, 100 Weichkapseln.

PP-Flasche mit LDPE-Verschluss in Packungen mit 20, 30, 50, 100, 5 x 100 (500) (nur Klinikpackung), Weichkapseln.

6.6 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7    INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

8    ZULASSUNGSNUMMER(N)

Osteotriol® 0,25 Mikrogramm Kapseln: 51315.00.00 Osteotriol® 0,5 Mikrogramm Kapseln: 51315.01.00

9    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

05.04.2002/17.04.2008

10    STAND DER INFORMATION

April 2014

11    VERKAUF SABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Calcitriol-GRY 0,25 Mikrogramm Kapseln