iMedikament.de

Clotrimazol Al Spray 1%


Fachinformation Clotrimazol AL 1%/- Spray 1%

1. Bezeichnung der Arzneimittel

Clotrimazol AL 1%

(Clotrimazol 0,01 g/g Creme)

Clotrimazol AL Spray 1%

(Clotrimazol 0,01 g/ml Lösung zur Anwendung auf der Haut)

Wirkstoff: Clotrimazol


2. Qualitative und quantitative Zu­sammensetzung

Clotrimazol AL 1%

1 g Creme enthält: 0,01 g Clotrimazol

Sonstige Bestandteile: u.a. Cetylstearylalkohol

Clotrimazol AL Spray 1%

1 ml Lösung zur Anwendung auf der Haut enthält: 0,01 g Clotrimazol

Sonstige Bestandteile: u.a. Propylenglycol

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3. Darreichungsform

Clotrimazol AL 1%

Creme

Weiße Creme.

Clotrimazol AL Spray 1%

Spray zur Anwendung auf der Haut, Lösung.

Farblose, klare Lösung


4. Klinische Angaben

4.1. Anwendungsgebiete

Pilzinfektionen der Haut durch Derma­tophyten, Hefen (z.B. Candida-Arten), Schimmelpilze und andere, wie Malassezia furfur sowie Infektionen durch Co­rynebacterium minutissimum.

Diese können sich äußern als Mykosen der Füße, Mykosen der Haut und Hautfalten, Pityriasis versicolor, Erythrasma, oberflächliche Candidosen.

4.2. Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Clotrimazol AL 1%

Die Creme wird 2- bis 3‑mal täglich auf die erkrankten Stellen dünn aufgetra­gen und eingerieben. Es genügt meist eine kleine Menge Creme (ca. ½ cm Stranglänge) für eine etwa handteller­große Fläche.

Clotrimazol AL Spray 1%

Die Lösung wird 2- bis 3‑mal täglich auf die infizierten Hautstellen dünn aufge­sprüht. Bei jeder Anwendung drücken Sie bitte 1- bis 2-mal auf den Sprühkopf; dies ist auch bei großflächigen Pilzer­krankungen ausreichend.

Art der Anwendung

Clotrimazol AL 1%

Die Creme wird mit den Fingern dünn auf die erkrankten Hautpartien aufge­tragen und dann in die Haut eingerie­ben.

Clotrimazol AL Spray 1%

Vor der ersten Anwendung wird 1- bis 2-mal auf den Sprühkopf gedrückt; danach ist das Präparat gebrauchsfer­tig. Der Sprühabstand sollte 10-30 cm betragen.

Dauer der Anwendung

Wichtig für einen Erfolg der Behandlung ist die regelmäßige und ausrei­chend lange Anwendung von Clotrimazol. Die Behandlungsdauer ist unter­schiedlich; sie hängt unter anderem ab vom Ausmaß und der Lokalisierung der Erkrankung. Um eine komplette Ausheilung zu erreichen, sollte die Be­handlung mit Clotrimazol nicht nach dem Abklingen der akuten entzündli­chen Symptome oder subjektiven Beschwerden abgebrochen werden, son­dern bis zu einer Behandlungsdauer von mindestens 4 Wochen fortgeführt werden.

Pityriasis versicolor heilt im allgemeinen in 1-3 Wochen und Erythrasma in 2-4 Wochen ab.

Bei Fußpilz sollte - um Rückfällen vorzubeugen - auch trotz rascher subjekti­ver Besserung ca. 2 Wochen über das Verschwinden aller Krankheitszeichen hinaus weiter behandelt werden.

4.3. Gegenanzeigen

Diese Präparate dürfen nicht angewendet werden bei bekannter Überemp­findlichkeit gegen Clotrimazol oder einen der sonstigen Bestandteile.

4.4. Besondere Warnhinweise und Vor­sichtsmaßnahmen für die Anwendung

Clotrimazol AL 1%

Cetylstearylalkohol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.

Clotrimazol AL Spray 1%

Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen.

4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arznei­mitteln und sonstige Wechselwirkungen

Clotrimazol vermindert die Wirksamkeit von Amphotericin und anderen Polyen­antibiotika (Nystatin, Natamycin).

4.6. Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Clotrimazol sollte aus Vorsicht nicht in der Schwangerschaft, insbesondere nicht im ersten Drittel angewendet werden.

Stillzeit

Um zu verhindern, dass geringe Wirkstoffmengen in die Muttermilch überge­hen, darf Clotrimazol während der Stillzeit nicht im Brustbereich angewandt werden.

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtig­keit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

4.8. Nebenwirkungen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich kann es zu Hautreaktionen (z.B. vorübergehende Rötung, Brennen, Stechen) kommen.

4.9. Überdosierung

Berichte über Vergiftungsfälle mit Clotrimazol liegen nicht vor. Es existiert kein spezielles Antidot.


5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Klassifizierung

Imidazol-Derivat; Breitspektrum-Antimykotikum

ATC-Code: D01AC01

Der Wirkungstyp von Clotrimazol ist primär fungistatisch, in hohen Konzent­rationen auch fungizid. Clotrimazol wirkt nur auf proliferierende Pilze. Der antimykotische Effekt von Clotrimazol ist nach der derzeitigen Kenntnis auf eine Hemmung der Ergosterin-Biosynthese zurückzuführen. Da Ergosterin ein essentieller Bestandteil der Zell­membran von Pilzen ist, kommt es un­ter Einfluss von Clotrimazol mit einer Verzögerung, die auf den Verbrauch des zytoplasmatischen Ergosterins der Pilzzelle zurückzuführen ist, zu starken Veränderungen der Membranzusam­mensetzung und -eigenschaften. Die damit verbundene Störung der Memb­ranpermeabilität führt schließlich zur Zell-Lyse.

Ferner interferiert Clotrimazol in fungistatischen Konzentrationen mit mito­chondrialen und peroxisomalen Enzymen. Als Folge kommt es zu einer toxi­schen Erhöhung der Hydrogenperoxidkonzentrationen, was wahrscheinlich zum Zelltod beiträgt („Hydrogenperoxid-Autodigestion“).

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

Bei topischer Applikation ist auch unter (un)günstigen Bedingungen (Hautläsio­nen, Okklusivverband) mit einer nen­nenswerten systemischen Verfügbar­keit nicht zu rechnen.

In der Haut nimmt die Konzentration von Clotrimazol nach Applikation von speziellen Salbengrundlagen von der Epidermis (besondere Hornschicht, hier wurden Gewebekonzentrationen von etwa 1 µg/ml gemessen) über das Ko­rium (Dermis, mit Gewebekonzentratio­nen von etwa 2-30 µg/ml zur Subkutis (Gewebekonzentrationen kleiner als 0,1 µg/ml) stark ab. Dabei werden auch 6 Stunden nach der Applikation dieser speziellen Zubereitung in der Epidermis mikrobiologisch ausreichende Konzentrationen erreicht oder überschritten.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität, ausgedrückt als LD50, beträgt bei Mäusen und Ratten 700-900 mg/kg KG (oral), bei Ka­ninchen 1000-2000 mg/kg KG (oral), bei Katzen und Hunden 1000 bzw. 2000 mg/kg KG (oral); hier konnte die LD50 wegen der starken Emesis nur näherungsweise bestimmt werden.

Chronische Toxizität

Die längerfristige Verabreichung hoher oraler Dosen an Ratten, Hunde und Affen verursachte Veränderungen an Leber und Nebennieren. Es kam zu ei­ner dosisabhängigen Leberhypertro­phie (Zellhypertrophie und Zunahme des Gesamtgewichts) aufgrund einer mikrosomalen Enzyminduktion in den Hepatozyten. (Anzeichen einer intrahe­patischen Cholestase oder pathologi­sche Veränderungen wurden bei Hunden und Affen nicht beobachtet; lediglich bei Ratten traten unter 200 mg/kg KG pro Tag aufgrund der besonderen Sensibilität gegenüber Clotrimazol de­generative Veränderungen in den He­patozyten auf). Die funktionelle Hypertrophie ist nach Therapieende rasch re­versibel.

Die Verdickungen der Nebennieren­rinde waren bedingt durch verstärkte Fetteinlagerungen in die Zona reticula­ris und fasciculata; eine Schädigung des Parenchyms wurde nicht beo­bachtet. Auch diese Veränderungen sind nach Absetzen der Therapie re­versibel, halten jedoch länger an als die Leberveränderungen.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Die vorliegende Mutagenitätsprüfung ist negativ, reicht für eine abschließende Bewertung aber nicht aus. Untersu­chungen auf eine kanzerogene Wir­kung von Clotrimazol wurden nicht durchgeführt.

Reproduktionstoxikologie

Teratogenitätsstudien wurden an Mäu­sen, Ratten und Kaninchen mit oralen Gaben bis zu 200 mg/kg KG und Rat­ten mit vaginaler Applikation von 100 mg/kg KG durchgeführt. Clotrima­zol hatte hierbei keinen Einfluss auf die Fertilität; die Substanz ist weder emb­ryotoxisch noch teratogen. Bisherige Erfahrungen mit topischer Anwendung bei Schwangeren haben keine Hin­weise auf embryotoxische bzw. fetoto­xische Wirkungen ergeben.

Topische Verträglichkeit

Die Verträglichkeitsuntersuchung von Clotrimazol wurde mit Creme (1 % Clotrimazol in handelsüblicher Grundlage, O/W-Emulsion) und mit Lösung (1 % Clotrimazol in Polyethylenglykol 400) am Albinokaninchen durchgeführt.

Beobachtet wurden die primäre Reizwirkung sowie die Verträglichkeit bei länger dauernder Anwendung. Die intakte Kaninchenhaut zeigte keinerlei Reizwirkung. Ödembildung wurde auch bei der sakrifizierten Haut nicht festge­stellt.


6. Pharmazeutische Angaben

6.1. Liste der sonstigen Bestandteile

Clotrimazol AL 1%

Benzylalkohol, Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.), Hexadecylpalmitat, Octyldodecanol (Ph. Eur.), Polysorbat 60, Sorbitanstearat, gereinig­tes Wasser

Clotrimazol AL Spray 1%

Macrogol 400, 2-Propanol (Ph. Eur.), Propylenglycol

6.2. Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3. Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Clotrimazol AL 1%

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Clotrimazol AL Spray 1%

Nicht über 25°C lagern!

6.5. Art und Inhalt der Behältnisse

Clotrimazol AL 1%

Aluminiumtube mit weißem Deckel (HDPE)

OP mit 20 g Creme (N1)

OP mit 50 g Creme (N2)

Clotrimazol AL Spray 1%

Braunglasflasche mit weißer Sprühpumpe

OP mit 30 ml Lösung zur Anwendung auf der Haut (N1)

6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.


7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA GmbH

Gottlieb-Daimler-Str. 19

89150 Laichingen

Telefon: 07333 9651-0

Telefax: 07333 21499

Internet: www.aliud.de

E-Mail: info@aliud.de


8. Zulassungsnummern

Clotrimazol AL 1%

10730.00.00

Clotrimazol AL Spray 1%

10557.00.03


9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Clotrimazol AL 1%

02. Oktober 1989/08. Februar 2000

Clotrimazol AL Spray 1%

08. November 1989/16. September 1999


10. Stand der Information

April 2008


11. Verkaufsabgrenzung

Apothekenpflichtig

7


0408-00