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Cordes Beta Salbe

Document: 02.07.2013   Fachinformation (deutsch) change


Fachinformation von Cordes® Beta Salbe



1. Bezeichnung des Arzneimittels


Cordes®Beta Salbe 1,22 mg/g Salbe



2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 g Salbe enthält:

Wirkstoff:

1,22 mg Betamethasonvalerat (Ph. Eur.), entsprechend 1 mg Beta­methason


Chemische Bezeichnung

9-Fluor-16-methylprednisolon-17-valerat


Summenformel

C27H37FO6


Molekulargewicht

476,6


Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.



3. Darreichungsform

Salbe

Cordes Beta Salbe ist eine fast weiße bis leicht bräunlich gelbe Salbe.


4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von entzündlichen, allergischen oder juckenden Hautkrankheiten, bei denen die symptomatische Anwendung von Betamethason angezeigt ist.


4.2 Dosierungund Art der Anwendung


Im Allgemeinen wird Cordes® Beta Salbe ein- bis zweimal täglich dünn, später einmal täglich dünn auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen.

Wegen der möglichen systemischen Nebenwirkungen sollen an die Dauertherapie strenge Maßstäbe angelegt werden. Die Anwendungsdauer sollte nicht länger als 3 - 4 Wochen betragen.




Kinder (ab 1 Jahr)

Bei Kleinkindern wird Cordes®Beta Salbe nur einmal täglich dünn auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen.

Wegen der möglichen systemischen Nebenwirkungen sollen an die Dauertherapie strenge Maßstäbe angelegt werden. Die Anwendungsdauer sollte bei Kindern nicht länger als 2 Wochen betragen.



4.3 Gegenanzeigen

Nachgewiesene Überempfindlichkeit gegen Betamethasonvalerat, spezifische Haut­prozesse (z.B. Tbc, Lues), Viruserkrankungen (z.B. Windpocken-, Herpes­infektion), Impfreaktionen, Mykosen der Haut, bakterielle Hautinfektionen (nur bei zu­sätzlicher anti­bakterieller Behandlung), periorale Dermatitis und Rosazea.

Keine Anwendung bei Kindern unter einem Jahr.

Keine Anwendung während des ersten Drittels der Schwangerschaft.

Weiterhin vgl. Punkt 4.6.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Keine.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der gleichzeitige zusätzliche Gebrauch von kortikoidhaltigen Arzneimitteln oder haut­durch­blutungsfördernden Mitteln kann die Wirkung von Cordes®Beta Salbe ver­stärken.


Hinweis

Bei der Behandlung mit Cordes® Beta Salbe im Genital- oder Analbereich kann es wegen der als Hilfsstoffe enthaltenen Fette und Emulgatoren bei gleichzeitiger Anwendung von Kondomen aus Latex zu einer Verminderung der Reißfestigkeit und damit zur Beein­trächtigung der Sicherheit von Kondomen kommen.


4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit


Fertilität

Es liegen keine Daten vor.


Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Cordes® Beta Salbe bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien mit Glukokortikoiden haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe 5.3). Cordes® Beta Salbe darf im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht angewendet werden (siehe 4.3). In späteren Stadien der Schwangerschaft darf Cordes® Beta Salbe nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden, insbesondere eine großflächige oder langfristige Anwendung ist zu vermeiden.


Stillzeit

Es liegen keine Daten zum Übertritt des in Cordes® Beta Salbe enthaltenen Wirkstoffs in die Muttermilch vor. Andere Glukokortikoide gehen in die Muttermilch über. Bei einer großflächigen oder langfristigen Anwendung soll Cordes® Beta Salbe deshalb nicht während der Stillzeit angewendet werden. Ein Kontakt des Säuglings mit den behandelten Hautpartien ist zu vermeiden.



4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cordes®Beta Salbe hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.


Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig ( 1/10)

Häufig ( 1/100 bis 1/10)

Gelegentlich ( 1/1.000 bis 1/100)

Selten ( 1/10.000 bis 1/1.000)

Sehr selten ( 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)


Erkrankungen des Immunsystems

In Einzel­fällen (< 0,01%) kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen.


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

In Einzelfällen (< 0,01%) kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen der Haut kommen.


Bei länger dauernder An­wendung in hoher Dosierung kann es zu lokalen Hautveränderungen im behandelten Haut­gebiet kommen, wie Hautatrophie, Teleangiektasien, Striae, akne­förmigen Er­scheinungen, perioraler Dermatitis, Hypertrichosis. Bei länger dauernder An­wendung in hoher Dosierung oder auf großen Flächen mögliche systemische Neben­wirkungen beachten.


Meldung des Verdachts von Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts von Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufge­fordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über http://www.bfarm.debeim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonnanzuzeigen.


4.9 Überdosierung

Das Auftreten akuter Überdosierungserscheinungen ist unwahrscheinlich. Nach chronischer Überdosierung oder Missbrauch kann sich das klinische Bild des Hyper­kortisolismus entwickeln. In diesem Fall sollte die Anwendung abgebrochen werden.



5. Pharmakologische Eigenschaften

Bei lokaler Anwendung zeigen sich Phlogostase-, Epidermostase- und Koriostase-, sowie Antiallergie- und Kontakthypästhesie-Effekte.

Im Vasokonstriktionstest nach McKenzie und Stoughton, dessen Ergebnisse mit der therapeutischen Wirksamkeit lokaler Kortikosteroide korrelieren, wurden 23 Ester des Beta­methason untersucht. Dabei ergab sich für Betamethasonvalerat - bezogen auf Fluocinolonacetonid = 100 - eine vasokonstriktorische Aktivität von 360.



Fluocinolonacetonid 100

Hydrocortison < 1

Triamcinolonacetonid 75

Betamethason < 1

Betamethasonvalerat 360


Vasokonstriktionswerte von 5 topischen Kortikoiden im klinischen Vergleich.


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: stark wirksame Corticosteroide, Dermatika (Betamethason)

ATC-Code: D07AC01


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

An 4 gesunden männlichen Probanden wurde auf experimentell vorgeschädigter Haut die perkutane Resorption von Betamethason-17-valerat aus einer W/O-Emulsion unter­sucht.

Auf der Haut waren nach 24 Stunden noch 68,1 6,9% einer 3H-markierten 200 mg Dosis nachweisbar. Im Urin bzw. im Faeces wurden innerhalb von 72 Stunden 7,34 2,74% bzw. 4,80 0,76% der verabreichten Dosis wiedergefunden.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität (LD50)

Die LD50nach oraler Verabreichung beträgt bei der Maus bzw. Ratte mehr als 4 g bzw.

3 g/kg/KG.


Chronische Toxizität

Prüfung am Meerschweinchen: Nach topischer Applikation von 6 x wöchentlich 0,5, 1,0, und 2,0 g/kg KG/d über 50 Tage ließen sich keine Anzeichen lokaler oder systemischer Schädigung beobachten.

Es zeigten sich lediglich geringfügig erhöhte Blutzuckerwerte sowie eine leichte Zu­nahme des Glycogens in der Leber. Effekte auf die Nebennieren oder lymphoretikuläre Organe waren kaum feststellbar.


Reproduktionstoxizität

An Versuchstieren können Glukokortikoide teratogen bzw. embryoletal wirken. Für den Menschen sind solche Effekte jedoch nicht nachgewiesen. Glukokortikoide zeigten in Tierversuchen teratogene Wirkungen (z.B. Gaumenspalten, Skelettanomalien sowie intrauterine Wachstumsstörungen und Embryoletalität). Untersuchungen zur peri- und postnatalen Toxizität und Fertilität wurden nicht durchgeführt.


Mutagenität und Kanzerogenität

Untersuchungen zur Mutagenität und Langzeitstudien zum tumorerzeugenden Potential von Cordes® Beta Salbe liegen nicht vor.



6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Dickflüssiges Paraffin,

Sorbitanstearat,

weißes Vaselin



6.2 Inkompatibilitäten

Nicht bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 4 Jahre. Nach Anbruch kann Cordes®Beta Salbe bis zum Verfalldatum verwendet werden.


6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25° C lagern.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminiumtuben mit 15 g , 25 g (N1), 30 g (N21), 50 g (N2) und 100 g (N3) Salbe


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine speziellen Hinweise.



7. Inhaber der Zulassung

ICHTHYOL-GESELLSCHAFT

Cordes, Hermanni & Co. (GmbH & Co.) KG

Sportallee 85

22335 Hamburg


Tel: 040/50714-0

Fax: 040/50714-110

E-Mail: info@ichthyol.de



8. Zulassungsnummer

6853286.00.00



9. Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 11.02.1999

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 08.07.2010



Stand der Information

Juni 2013



Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig




Juni 2013 Seite 11