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Dexa-Allvoran 4 Mg

_ ______________________Fachinformation______________________________


_______________________________________Dexa-Allvoran 4 mg

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Dexa-Allvoran 4 mg Injektionslösung


2. Qualitative und quantitative Zusam­mensetzung

1 Ampulle enthält 4,37 mg Dexamethason­dihydrogenphosphat-Dinatrium (entspre­chend 4 mg Dexamethasondihydrogenphosphat).


Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1


3. Darreichungsform

Injektionslösung


4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Neurologie

Hirnödem (nur bei computertomographisch nach­gewiesener Hirndrucksymptomatik), ausgelöst durch Hirntumor, neurochirurgi­sche Eingriffe, Hirnabszess, bakterielle Meningitis.


Notfallbehandlung

Posttraumatischer Schock/Prophylaxe der post­traumatischen Schocklunge.


Anaphylaktischer Schock (nach primärer Epinephrin-Injektion).


Erkrankungen der Lunge und der Atem­wege

Schwerer akuter Asthmaanfall.


Interstitielle Aspirationspneumonie.


Dermatologie

Parenterale Anfangsbehandlung ausgedehn­ter akuter schwerer Hautkrankheiten wie Erythrodermie, Pemphigus vulgaris, akute Ekzeme.


Autoimmunerkrankungen/Rheumatologie

Parenterale Anfangsbehandlung von Auto­immunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes, insbesondere viszerale For­men.


Aktive Phasen von Systemvaskulitiden wie Panarteriitis nodosa (bei gleichzeitig bestehender pos. Hepatitis B Serologie sollte die Behandlungsdauer auf zwei Wochen begrenzt werden).


Aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progredienter Verlaufsform z.B. schnell destruierend verlaufende Formen und/oder extraartikulären Manifestationen.


Juvenile idiopathische Arthritis mit schwerer systemischer Verlaufsform (Still Syndrom) oder mit lokal nicht beeinflussbarer Iridozyklitis.


Rheumatisches Fieber mit Karditis.


Infektiologie

Schwere Infektionskrankheiten mit toxischen Zuständen (z. B. Tuberkulose, Typhus; nur neben entsprechender antiinfektiöser Thera­pie).


Onkologie

Palliativtherapie maligner Tumoren.

Prophylaxe und Therapie von postoperati­vem und/oder Zytostatika-induziertem Erbre­chen im Rahmen antiemetischer Schemata.


Ophthalmologie

Subkonjunktivale Anwendung bei nicht­infektiöser Keratokonjunktivitis, Skleritis (mit Ausnahme der nekrotisierenden Skleritis), Uveitis anterior und intermedia.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwen­dung

Dexa-Allvoran steht in Ampullen zu 4 mg zur Verfügung. Bei höheren Dosierungen sollten höher konzentrierte Zubereitungen verwendet werden.


Die Höhe der Dosierung ist abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung und vom individuellen An­sprechen des Patienten auf die Therapie. Im Allgemeinen werden relativ hohe Initialdosen angewendet, die bei akuten schweren Verlaufsformen deutlich höher sein müssen als bei chronischen Erkrankungen.


Soweit nicht anders verordnet, gelten fol­gende Dosierungsempfehlungen:


Neurologie

Bei Hirnödem in Abhängigkeit von Ursache und Schweregrad initial 8-10 mg (bis 80 mg) i.v., anschließend 16-24 mg( bis 48 mg)/Tag verteilt auf 3-4 (6) Einzeldosen i.v. oder oral über 4-8 Tage.

Eine längerfristige, niedriger dosierte Gabe von Dexamethason kann während der Bestrahlung sowie bei der konservativen Therapie inoperabler Hirntumoren erforder­lich sein.

Hirnödem infolge bakterieller Hirnhautent­zündung:

0,15 mg /kg alle 6 Stunden über 4 Tage.

Kinder: 0,4 mg /kg alle 12 Stunden über 2 Tage.


Notfallbehandlung

Posttraumatischer Schock/Prophylaxe der post­traumatischen Schocklunge: Initial 40 - 100 mg (Kinder 40 mg) i.v., Wiederholung der Dosis nach 12 Stunden oder 6-stündlich 16-40 mg über 2-3 Tage.


Anaphylaktischer Schock: 40 - 100 mg i.v., bei Bedarf wiederholte Injektion.


Erkrankungen der Lunge und der Atem­wege

Schwerer akuter Asthmaanfall,

Erwachsene:

8-20 mg i.v. oder oral, weiterhin 8 mg alle 4 Stunden.


Kinder:

0,15 - 0,3 mg /kg i.v. oder oral bzw. 1,2 mg/kg als Bolus, dann 0,3 mg /kg alle 4-6 Stunden.


Interstitielle Aspirationspneumonie: Initial 40 - 100 mg (Kinder 40 mg) i.v., Wiederho­lung der Dosis nach 12 Stunden oder 6-stündlich 16-40 mg über 2-3 Tage.


Dermatologie

Akute Hautkrankheiten: je nach Art und Ausmaß der Erkrankung Tagesdosen von 8 - 40 mg i.v. Anschließend orale Weiterbe­handlung in absteigender Dosierung.


Autoimmunerkrankungen/Rheumatologie

Aktive Phasen von rheumatischen Systemer­krankungen:

Systemischer Lupus erythematodes 6-15 mg/Tag.

Aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progredienter Verlaufsform z.B. schnell destruierend verlaufende Formen 12-15 mg und/oder extraartikulären Manifestationen 6-12 mg.


Juvenile idiopathische Arthritis mit schwerer systemischer Verlaufsform (Still Syndrom) oder mit lokal nicht beeinflussbarer Iridozyklitis 12-15 mg.


Rheumatisches Fieber mit Karditis 12-15 mg.


Infektiologie

Schwere Infektionskrankheiten, toxische Zustände (z. B. Tuberkulose, Typhus; nur neben entsprechender antiinfektiöser Thera­pie) 4-20 mg/Tag i.v. oder oral.


Onkologie

Palliativtherapie maligner Tumoren: Initial 8-16 mg/Tag, bei länger dauernder Therapie 4-12 mg/Tag.


Prophylaxe und Therapie von Zytostatika-induziertem Erbrechen im Rahmen antieme­tischer Schemata.


Ophthalmologie

Die Dosierung ist individuell festzulegen, sie richtet sich nach der Schwere der Sympto­matik. Bei der subkonjunktivalen Anwen­dung genügen 2 mg Dexamethason­dihydro­genphosphat.


Art und Dauer der Anwendung

Die Tagesdosis sollte möglichst als Einzel­dosis morgens (zwischen 6.00 und 8.00 Uhr) verabreicht werden (zirkadiane Therapie). Bei Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung eine Hochdosistherapie benötigen, ist jedoch häufig eine mehrmalige tägliche Gabe erfor­derlich um einen maximalen Effekt zu erzie­len.

Die Möglichkeit zur alternierenden Behand­lung in Abhängigkeit vom Krankheitsbild und Ansprechen auf die Therapie ist zu prüfen.


Je nach Grunderkrankung, klinischer Symptomatik und Ansprechen auf die Therapie kann die Dosis unterschiedlich schnell reduziert und beendet oder auf eine möglichst niedrige Erhaltungsdosis eingestellt werden, ggf. unter Kontrolle des adrenalen Regelkreises. Grundsätzlich sollten Dosis und Behandlungsdauer so hoch und lang wie nötig aber so gering und kurz wie möglich gehalten werden. Der Dosisabbau sollte grundsätzlich stufenweise erfolgen.


Bei einer im Anschluss an die Initialtherapie für erforderlich gehaltene Langzeittherapie sollte auf Prednison/Prednisolon umgestellt werden, da es hierbei zu einer geringeren Nebennierenrindensuppression kommt.


Bei Hypothyreose oder bei Leberzirrhose können vergleichsweise niedrige Dosierun­gen ausreichen bzw. kann eine Dosis­reduktion erforderlich sein.


Hinweise zur Verwendbarkeit der Lösung

Es dürfen nur klare Lösungen verwendet werden.

Der Inhalt der Injektionslösung ist nur zur einmaligen Entnahme bestimmt.

Reste der Injektionslösung sind zu vernich­ten.


4.3 Gegenanzeigen

- Dexa-Allvoran 4 mg ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen Dexamethason oder einen der sonstigen Bestandteile.


- Die subkonjunktivale Anwendung von Dexa-Allvoran 4 mg ist kontraindiziert bei virus-, bakterien- und mykosebedingten Augenerkrankungen sowie Verletzungen und ulzerösen Prozessen der Hornhaut.


4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnah­men für die Anwendung

Eine Nebennierenrinden(NNR)-Insuffizienz, die durch eine Glucocorticoidtherapie bedingt ist kann, abhängig von der Dosis und Therapiedauer, noch mehrere Monate und in Einzelfällen länger als ein Jahr nach Abset­zen der Therapie anhalten. Kommt es wäh­rend der Behandlung mit Dexa-Allvoran 4 mg zu besonderen körperlichen Stresssitua­tionen (Unfall, Operation, Geburt u.a.), kann eine vorübergehende Dosiserhöhung erfor­derlich werden. Wegen der möglichen Gefährdung in Stresssituationen sollte daher für den Patienten bei länger dauernder The­rapie ein Corticoid-Ausweis ausgestellt werden.

Auch bei anhaltender NNR-Insuffizienz nach Therapieende kann die Gabe von Glucocorticoiden in körperlichen Stress­situationen erforderlich sein.

Eine Therapie induzierte akute NNR-Insuffi­zienz kann durch langsame Dosisreduktion bei vorgesehenem Absetzen minimiert wer­den.


Eine Therapie mit Dexa-Allvoran 4 mg sollte nur unter strengster Indikationsstellung und ggf. zusätzlicher gezielter antiinfektiöser Therapie durchgeführt werden bei folgenden Erkrankungen:

- akute Virusinfektionen (Herpes zoster, Herpes simplex, Varizellen, Keratitis herpetica)

- HBsAG-positive chronisch-aktive Hepati­tis

- ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen

- systemische Mykosen und Parasitosen (z.B. Nematoden)

- Poliomyelitis

- Lymphadenitis nach BCG-Impfung

- akute und chronische bakterielle Infektio­nen

- bei Tuberkulose in der Anamnese (cave Reaktivierung!) Anwendung nur unter Tuber­kulostatika-Schutz


Zusätzlich sollte eine Therapie mit Dexa-Allvoran 4 mg nur unter strenger Indika­tionsstellung und ggf. zusätzlicher spezifi­scher Therapie durchgeführt werden bei:

- Magen-Darm-Ulzera

- schwerer Osteoporose

- schwer einstellbarer Hypertonie

- schwer einstellbarem Diabetes mellitus

- psychiatrischen Erkrankungen (auch anamnestisch)

- Eng- und Weitwinkelglaukom

- Hornhautulcerationen und Hornhautverlet­zungen


Wegen der Gefahr einer Darmperforation darf Dexa-Allvoran 4 mg nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Über­wachung angewendet werden bei:

- schwerer Colitis ulcerosa mit drohender Perforation

- Divertikulitis

- Enteroanastomosen (unmittelbar post­operativ)


Die Zeichen einer peritonealen Reizung nach gastrointestinalen Perforation können bei Patienten, die hohe Dosen von Glucocorticoiden erhalten, fehlen.


Während der Anwendung von Dexa-Allvoran 4 mg ist bei Diabetikern ein even­tuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.


Während der Behandlung mit Dexa-Allvoran 4 mg ist, insbesondere bei Anwendung hoher Dosen und bei Patienten mit schwer einstell­barer Hypertonie eine regelmäßige Blut­druckkontrolle erforderlich.


Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sind sorg­fältig zu überwachen, da die Gefahr einer Ver­schlechterung besteht.


Frühgeborene:

Verfügbare Daten nach einer frühen Behandlung (<96 Stunden) von Frühgeborenen mit bronchopulmonarer Dysplasie mit Initialdosen von zweimal täglich 0,25 mg/kg deuten auf unerwünschte Langzeitfolgen bei der neurologischen Entwicklung hin.


Bei Kindern sollte die Indikation aufgrund der wachstumshemmenden Wirkung von Glucocorticoiden streng gestellt und das Längenwachstum bei Glucocorticoid Lang­zeittherapie regelmäßig kontrolliert werden.


Die Behandlung mit Dexa-Allvoran 4 mg kann die Symptomatik einer bestehenden oder sich entwickelnden Infektion verschlei­ern und somit die Diagnostik erschweren.


Eine langdauernde Anwendung auch gerin­ger Mengen von Dexamethason führt zu einem erhöhten Infektionsrisiko auch durch solche Mikroorganismen, die ansonsten selten Infektionen verursachen (sog. oppor­tunistische Infektionen).


Impfungen mit Totimpfstoffen sind grund­sätzlich möglich. Es ist jedoch zu beachten, dass die Immunreaktion und damit der Impf­erfolg bei höheren Dosierungen der Corti­coide beeinträchtigt werden kann.


Bei einer langdauernden Therapie mit Glucocorticoiden sind regelmäßige ärztliche Kontrollen (einschließlich augenärztlicher Kontrollen in dreimonatigen Abständen) angezeigt.


Bei hohen Dosen ist auf eine ausreichende Kaliumzufuhr und auf Natrium-Restriktion zu achten und der Serum-Kalium-Spiegel zu überwachen.


Abhängig von Dauer und Dosierung der Behandlung muss mit einem negativen Ein­fluss auf den Calciumstoffwechsel gerechnet werden, so dass eine Osteoporose-Prophy­laxe zu empfehlen ist. Dies gilt vor allem bei gleichzeitig bestehenden Risikofaktoren wie familiärer Veranlagung, höherem Lebens­alter, nach der Menopause, ungenügender Eiweiß- und Calciumzufuhr, starkem Rau­chen, übermäßigem Alkoholgenuss, sowie Mangel an körperlicher Aktivität. Die Vor­beugung besteht in ausreichender Calcium- und Vitamin D Zufuhr und körperlicher Aktivität. Bei bereits bestehender Osteo­porose sollte zusätzlich eine medikamentöse Therapie erwogen werden.


Bei Beendigung oder gegebenenfalls Abbruch der Langzeitgabe von Glucocorticoiden ist an folgende Risiken zu denken: Exacerbation bzw. Rezidiv der Grundkrankheit, akute NNR-Insuffizienz, Cortison-Entzugssyndrom.


Spezielle Viruserkrankungen (Windpocken, Masern) können bei Patienten, die mit Glucocorticoiden behandelt werden, beson­ders schwer verlaufen.


Insbesondere gefährdet sind immun­suppri­mierte Kinder und Personen ohne bisherige Windpocken- oder Maserninfektion. Wenn diese Personen während einer Behandlung mit Dexa-Allvoran 4 mg Kontakt zu masern- oder windpockenerkrankten Personen haben, sollte gegebenenfalls eine vorbeugende Behandlung ein­geleitet werden.


Die Anwendung von Dexa-Allvoran 4 mg kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die Anwendung von Dexa-Allvoran 4 mg als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.


Dexa-Allvoran 4 mg enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 g) Natrium pro ml.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz­neimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Östrogene (z.B. Ovulationshemmer): Die Corticoidwirkung kann verstärkt werden.


Antacida: Bei gleichzeitiger Gabe von Alu­minium- oder Magnesiumhydroxid kann es bei Patienten mit chronischen Lebererkran­kungen zu einer Reduktion der Bioverfüg­barkeit von Dexamethason kommen.


Arzneimittel, die CYP3A4 induzieren wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Bar­biturate und Primidon: Die Corticoidwirkung kann vermindert werden.


Arzneimittel, die CYP3A4 inhibieren wie Ketoconazol und Itraconazol: Die Corti­coidwirkung kann verstärkt werden.


Ephedrin: der Metabolismus von Glucocorticoiden kann beschleunigt und hierdurch deren Wirksamkeit vermindert werden.


ACE-Hemmstoffe: Erhöhtes Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen.


Herzglykoside: Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.


Saluretika/Laxantien: Die Kaliumausschei­dung kann verstärkt werden.


Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wir­kung kann

Vermindert werden.


Cumarin-Derivate: Die Antikoagulanzien­wirkung kann abgeschwächt werden.


Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika, Salicylate und Indometacin: Die Gefahr von Magen-Darm-Blutungen wird erhöht.


Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien: Die Muskelrelaxation kann länger anhalten (s.a. Abschnitt 4.8)


Atropin, andere Anticholinergika: Zusätzli­che Augen-Innendrucksteigerungen bei gleichzeitiger Anwendung mit Dexa-Allvoran 4 mg sind möglich.


Praziquantel: Durch Corticosteroide ist ein Abfall der Praziquantel-Konzentration im Blut möglich.


Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: Es besteht ein erhöhtes Risiko des Auftretens von Myopathien, Kardiomyopathien.


Somatropin: Die Wirkung von Somatropin kann vermindert werden.


Protirelin: Der TSH-Anstieg bei Gabe von Protirelin

kann reduziert sein.


Ciclosporin: Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht: Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle.

Einfluss auf Untersuchungsmethoden:

Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.


4.6 Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, soll die Anwen­dung nur nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung erfolgen.

Bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden während der Schwanger­schaft sind Wachstumsstörungen des Feten nicht auszuschließen. Die Gabe von Glucocorticoiden kann bei schwangeren Tieren Fehlbildungen bei der fetalen Entwicklung verursachen, einschließlich Gaumenspalte, intrauteriner Wachstumsretar-dierung und Auswirkungen auf Hirnwachstum und -entwicklung. Es gibt keinen Hinweis, dass Glucocorticoide zu einer erhöhten Inzidenz an congenitalen Fehlbildungen beim Menschen, wie Lippen-/Gaumenspalte, führen. (Siehe Abschnitt 5.3)

Werden Glucocorticoide am Ende der Schwanger­schaft gegeben, besteht für den Fetus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde, die eine ausschleichende Substitutionsbe­handlung des Neugeborenen erforderlich machen kann.


Glucocorticoide gehen in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden. Trotzdem sollte die Indikation in der Stillzeit streng gestellt werden. Sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollte abgestillt werden.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüch­tigkeit und das Bedienen von Maschinen

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass Dexa-Allvoran 4 mg die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zur Bedienung von Maschinen beeinträchtigt, gleiches gilt auch für Arbeiten ohne sicheren Halt.


4.8 Nebenwirkungen

In Abhängigkeit von Therapiedauer und Dosis können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Endokrine Störungen:

Adrenale Suppression und Induktion eines Cushing Syndroms (typische Symptome Vollmondgesicht, Stammfettsucht und Plethora), verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus, Wachstumshemmung bei Kindern, Störungen der Sexualhormon­sekretion (unregelmäßige Menstruation, Impotenz).


Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Gewichtszunahme, Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie, Natriumretention mit Ödembildung, vermehrte Kaliumaus­scheidung (cave: Rhythmusstörungen).


Erkrankungen der Haut und des Unterhaut­zellgewebes:

Striae rubrae, Atrophie, Teleangiektasien, erhöhte Kapillarfragilität, Petechien, Ekchymosen, Hypertrichose, Steroidakne, verzögerte Wundheilung, rosazea-artige (periorale) Dermatitis, Änderungen der Hautpigmentierung, Überempfindlichkeits­reaktionen, z. B. Arzneimittelexanthem.


Skelettmuskulatur und Bindegewebserkran­kungen:

Muskelatrophie und -schwäche, Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzer Anwen­dung möglich) aseptische Knochennekrosen (Kopf des Oberarm- und Oberschenkelkno­chens), Sehnenruptur.


Psychiatrische Erkrankungen:

Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebs- und Appetitsteigerung, Psychosen, Schlafstörungen.


Erkrankungen des Nervensystems:

Pseudotumor cerebri (insb. Bei Kindern), Manifestation einer latenten Epilepsie, Erhö­hung der Anfallsbereitschaft bei manifester Epilepsie.


Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes:

Magen-Darm-Ulcera, gastrointestinale Blu­tungen, Pankreatitis.


Gefäßerkrankungen:

Blutdruckerhöhung, Erhöhung des Arterio­sklerose- und Thromboserisikos, Vaskulitis (auch als Entzugssyndrom nach Langzeitthe­rapie).

Erkrankungen des Blutes und Lymphsys­tems:

Mäßige Leukozytose, Lymphopenie, Eosinopenie, Polyglobulie.


Erkrankungen des Immunsystems:

Schwächung der Immunabwehr, Maskierung von Infektionen, Exazerbation latenter Infektionen, allergische Reaktionen.


Augenerkrankungen:

Katarakt, insbesondere mit hinterer sub­capsulärer Trübung, Glaukom, Verschlechte­rung der Symptome bei Hornhautulcus, Begünstigung viraler, fungaler und bakte­rieller Entzündungen am Auge.


Hinweis:

Bei zu rascher Dosisreduktion nach langdau­ernder Behandlung kann es zu Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen kommen.


4.9 Überdosierung

Akute Intoxikationen mit Dexamethason sind nicht bekannt. Bei chronischer Überdosie­rungen ist mit verstärkten Nebenwirkungen (s. Abschnitt 4.8) insbesondere auf Endokrinium, Stoffwechsel und Elektrolyt­haushalt zu rechnen.


5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Glucocorticoid, ATC-Code: H02AB02


Dexamethason ist ein monofluoriertes Glucocorticoid mit ausgeprägten antiallergi­schen, antiphlogistischen und membran­stabilisierenden Eigenschaften sowie Wir­kungen auf den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fett-Stoffwechsel.


Dexamethason besitzt eine etwa 7,5mal stärkere gluco­corticoide Wirkung als Predni­solon und Prednison, im Vergleich zu Hydrocortison ist es 30mal stärker wirk­sam, mineralcorticoide Wirkungen fehlen.


Glucocorticoide wie Dexamethason entfalten ihre biologische Wirkung durch Aktivierung der Transkription von Corticoid sensitiven Genen. Die entzündungshemmenden, immunsuppressiven und antiproliferativen Effekte werden u.a. durch verringerte Bil­dung, Freisetzung und Aktivität von Entzün­dungsmediatoren und durch Inhibierung der spezifischen Funktionen und der Migration von Entzündungszellen hervorgerufen. Zusätzlich wird die Wirkung sensibilisierter T-Lymphozyten und Makrophagen auf Targetzellen durch Corticosteroide mögli­cherweise verhindert.


Bei einer notwendigen Corticoid-Langzeit­medikation muss die mögliche Induktion einer transienten NNR-Insuffizienz berück­sichtigt werden. Die Supprimierbarkeit der Hypothalamus-Hypophysen-NNR-Achse hängt u.a. auch von individuellen Faktoren ab.


Die Cushing-Schwellendosis wird mit 1,5 mg/Tag an­gegeben.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Dexamethason wird dosisabhängig an Plasma-Albumine gebunden. Bei sehr hohen Dosen zirkuliert der größte Anteil frei im Blut. Bei Hypoalbuminämien steigt der Anteil des un­gebundenen (wirksamen) Corticoids. Nach intravenöser Applikation von radioaktiv markiertem Dexamethason wurden beim Menschen nach vier Stunden maximale Dexamethason-Liquorspiegel gemessen, die etwa 1/6 der gleichzeitigen Plasmakonzentration betrugen.


Mit der biologischen Halbwertszeit von über 36 Stunden gehört Dexamethason zu den sehr lang wirksamen Glucocorticoiden. Aufgrund der langen Wirkungsdauer kann Dexamethason damit bei einer täglichen kontinuierlichen Gabe zu Kumulation und Überdosierung führen.


Die (Serum)-Eliminationshalbwertzeit von Dexamethason beträgt beim Erwachsenen im Mittel ca. 250 Min. (+ 80 Min.). Die Aus­scheidung erfolgt zum größten Teil renal in Form des freien Dexamethason-Alkohols. Zum Teil erfolgt Metabolisierung, die Meta­boliten werden als Glukuronate bzw. Sulfate ebenfalls hauptsächlich durch die Nieren ausgeschieden. Störungen der Nierenfunk­tion beeinflussen die Elimination von Dexa­methason nicht wesentlich. Dagegen ist die Eliminationshalbwertzeit bei schweren Lebererkrankungen verlängert.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die LD50 für Dexamethason beträgt nach einmaliger oraler Applikation innerhalb der ersten 7 Tage bei der Maus 16 g/kg Körper­gewicht und bei der Ratte über 3 g/kg Kör­pergewicht. Nach einmaliger sub­kutaner Applikation beträgt die LD50 bei der Maus mehr als 700 mg/kg Körpergewicht und bei der Ratte etwa 120 mg/kg Körpergewicht innerhalb der ersten 7 Tage.

Über einen Zeitraum von 21 Tagen beob­achtet, ver­schieben sich diese Werte in niedrigere Bereiche, was als Folge schwerer Infektionskrankheiten, ver­ursacht durch die hormonbedingte Immunsuppression, gedeu­tet wird.


Chronische Toxizität

Zur chronischen Toxizität bei Mensch und Tier liegen keine Erkenntnisse vor. Corticoid bedingte Vergiftungserscheinungen sind nicht bekannt. Bei einer längerfristigen The­rapie mit Dosen im Bereich bzw. oberhalb der Cushing-Schwelle (1,5 mg/Tag) muss mit ausgeprägten Nebenwirkungen gerechnet werden (s. Abschnitt 4.8).


Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Vorliegende Untersuchungsbefunde für Glucocorticoide ergeben keine Hinweise auf klinisch relevante genotoxische Eigenschaf­ten.


Reproduktionstoxizität

Gaumenspalten wurden in Tierstudien bei Ratten, Mäusen, Hamstern, Kaninchen, Hunden und Primaten – nicht bei Pferden und Schafen - beobachtet. In einigen Fällen waren diese Abweichungen mit Defekten des zentralen Nervensystems oder des Herzens kombiniert. Bei Primaten wurden nach Gabe Effekte im Gehirn festgestellt. Zudem kann das intrauterine Wachstum verzögert sein. Alle diese Effekte wurden bei hohen Dosen beobachtet.


6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Sonstige Bestandteile

Glycerol, Natriumedetat (Ph. Eur.), Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph. Eur.), Wasser für Injektionszwecke


6.2 Inkompatibilitäten

Bisher sind keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit

Nach Anbruch sofort verwenden


Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalls­datums nicht mehr angewendet werden.


6.4 Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25°C lagern.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Braunglasampullen mit 1, 3, 5 und 10 Ampullen.

AP mit 25, 30 und 150 Ampullen.


7. Pharmazeutischer Unternehmer

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

27472 Cuxhaven

Tel.: (04721) 606-0

Fax: (04721) 606-333

E-Mail: info@tad.de

Internet: www.tad.de


8. Zulassungsnummer

49346.00.00


9. Datum der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Zulassung: 02.04.2001

Datum der Verlängerung: 04.08.2009


10. Stand der Information

April 2013


11. Verschreibungspflicht / Apotheken-pflicht

Verschreibungspflichtig



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