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Diclo-Denk 50 Mg Magensaftresistente Tabletten

Document: 08.05.2007   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

Diclo-saar®

Wirkstoff: Diclofenac-Natrium


1. Bezeichnung des Arzneimittels

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten

Diclo-saar® 100 mg Retardtablet­ten

Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien

Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung


2. Qualitative und quantitative Zu­sammensetzung

Wirkstoff: Diclofenac-Natrium

Phenylessigsäurederivat

nicht-steroidales Antiphlogisti­kum-Analgetikum


1 magensaftresistente Tablette enthält 50 mg Diclofenac-Nat­rium.

1 Retardtablette enthält 100 mg Diclofenac-Natrium.

1 Zäpfchen enthält 100 mg Diclo­fenac-Natrium.

1 Ampulle mit 3 ml Injektionslö­sung enthält 75 mg Diclofenac-Natrium.


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3. Darreichungsform

Magensaftresistente Tablette

Retardtablette

Zäpfchen

Injektionslösung i.m.


4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Symptomatische Behandlung von Schmerz und Entzündung bei

  • akuten Arthritiden (einschließlich Gichtanfall)

  • chronischen Arthritiden, insbe­sondere bei rheumatoider Arthri­tis (chronische Polyarthritis)

  • Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und anderen ent­zündlich-rheumatischen Wirbel­säulenerkrankungen

  • Reizzuständen bei Arthrosen und Spondylarthrosen

  • entzündlichen weichteilrheumati­schen Erkrankungen

  • schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach Verlet­zungen.


Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten

Wegen einer möglicherweise ver­zögerten Wirkstofffreisetzung aus der in Diclo-saar® 50 mg magen­saftresistente Tabletten vorlie­genden magensaftresistenten Formulierung kann es zu einem späteren Wirkungseintritt kom­men. Deshalb sollten Diclo-saar® 50 mg ma­gensaftresistente Tab­letten nicht zur Einleitung der Behandlung von Erkrankungen verwendet werden, bei denen ein rascher Wirkungseintritt benötigt wird.


Diclo-saar® 100 mg Retardtablet­ten

Wegen der verzögerten Wirkstoff­freisetzung aus Diclo-saar® 100 mg Retardtabletten ist dieses Präpa­rat nicht zur Einleitung der Be­handlung von Erkrankungen ge­eignet, bei denen ein rascher Wirkungs­eintritt benötigt wird.


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung

Akute starke Schmerzen bei den genannten Indikationen.


Hinweis:

Die Injektionslösung ist nur ange­zeigt, wenn ein besonders ra­scher Wirkungseintritt benötigt wird oder eine Einnahme oraler Darreichungsformen bzw. die Gabe als Zäpfchen nicht möglich ist. Die Behandlung sollte hierbei in der Regel auch nur als einma­lige Injektion zur Therapie­einlei­tung erfolgen.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Diclofenac wird in Abhängigkeit der Schwere der Er­krankung do­siert. Der empfohlene Dosis­be­reich für Erwachsene liegt zwi­schen 50 und 150 mg Diclofenac-Natrium pro Tag.


Dosierschema für Diclo-saar® 50 mg magensaftresistente Tab­letten, Diclo-saar® 100 mg Re­tardtabletten, Diclo-saar® 100 mg Suppositorien:


Arzneimittel

Einzeldosis

Tagesge­samtdosis

Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene

Diclo-saar® 50 mg magen­saftresistente Tabletten

1 Tablette

(entsprechend 50 mg Diclo­fenac-Natrium)

1 – 3 Tabletten

(entsprechend 50 – 150 mg Diclofenac-Natrium)

Erwachsene

Diclo-saar® 100 mg Retar­dtabletten

1 Tablette

(entsprechend 100 mg Diclo­fenac-Natrium)

1 Tablette

(entsprechend 100 mg Diclo­fenac-Natrium)

Diclo-saar® 100 mg Suppositorien

1 Zäpfchen

(entsprechend 100 mg Diclo­fenac-Natrium)

1 Zäpfchen

(entsprechend 100 mg Diclo­fenac-Natrium)


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung

Erwachsene:

Die Behandlung mit Diclo-saar® 75 mg SF Injektionslösung sollte als einmalige Injektionsbe­hand­lung erfolgen. Wenn eine weitere Therapie notwendig erscheint, sollte diese mit oralen oder rek­talen Darreichungsformen durch­geführt werden. Dabei darf auch am Tage der Injektion die Ge­samtdosis von 150 mg Diclofe­nac-Natrium nicht überschritten werden.


Art und Dauer der Anwendung:

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten

Die magensaftresistenten Tablet­ten werden unzerkaut mit reich­lich Flüssigkeit (einem Glas Was­ser) ein bis zwei Stunden vor der Mahlzeit auf nüchternen Magen eingenommen.


Diclo-saar® 100 mg Retardtablet­ten

Die Retardtabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Bei empfindli­chem Magen empfiehlt es sich, Diclo-saar® 100 mg Retard­tabletten während der Mahlzeiten einzu­nehmen.


Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien

Das Zäpfchen sollte möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt werden.


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung

Die Injektionslösung wird tief intraglutäal injiziert. Wegen des möglichen Auftretens von anaphylaktischen Reaktionen bis hin zum Schock sollte unter Be­reithaltung eines funktions­tüchti­gen Notfallbestecks, eine Beo­bachtungszeit von mindestens 1 Stunde nach Injektion von Diclo-saar® 75 mg SF Injektionslösung eingehalten werden. Der Patient ist über den Sinn dieser Maß­nahme aufzuklären.


Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.


Bei rheumatischen Erkrankungen kann die Einnahme/Anwendung von Diclofenac über einen länge­ren Zeitraum erforderlich sein.


Nebenwirkungen können redu­ziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kür­zesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum ange­wendet wird (s. Abschnitt 4.4).


Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten:

Es ist keine spezielle Dosis­anpassung erforderlich. Wegen des möglichen Nebenwir­kungs­profils sollten ältere Men­schen besonders sorgfältig über­wacht werden.


Eingeschränkte Nierenfunktion:

Bei Patienten mit leichter bis mä­ßiger Einschränkung der Nieren­funktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (Patienten mit schwe­rer Niereninsuffizienz s. Abschnitt 4.3).


Eingeschränkte Leberfunktion (siehe Abschnitt 5.2):

Bei Patienten mit leichter bis mä­ßiger Einschränkung der Leber­funktion ist keine Dosisreduktion erforderlich. (Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung s. Abschnitt 4.3).


Kinder und Jugendliche (jünger als 15 Jahre):

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten, Diclo-saar® 100 mg Retardtabletten, Diclo-saar® 100 mg Suppositorien:

Eine Anwendung von Diclofenac, dem Wirkstoff von Diclo-saar®, bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren wird nicht emp­fohlen, da hierfür keine ausrei­chenden Erfahrungen vorliegen.


4.3 Gegenanzeigen

Diclo-saar® darf nicht angewen­det werden bei:

  • bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Diclofenac oder einen der sonstigen Be­standteile des Arzneimittels;

  • bekannten Reaktionen von Bron­chospasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder ande­ren nicht-steroidalen Entzün­dungshemmern in der Vergan­genheit;

  • ungeklärten Blutbildungsstörun­gen;

  • bestehenden oder in der Vergan­genheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämor­raghien (mindestens 2 unter­schiedliche Episoden nachgewie­sener Ulzeration oder Blutung);

  • gastrointestinalen Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorhe­rigen Therapie mit nicht-steroi­dalen Antirheumatika/Antiphlo­gistika (NSAR);

  • zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen;

  • schweren Leber- oder Nieren­funktionsstörungen;

  • schwerer Herzinsuffizienz;

  • Schwangerschaft, im letzten Drit­tel (s. Abschnitt 4.6)


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung

Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung ist für Kinder und Jugend­liche unter 18 Jahren nicht geeig­net.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwen­dung

Gastrointestinale Sicherheit

Die Anwendung von Diclo-saar® in Kombination mit NSAR, ein­schließlich selektiver Cyclooxige­nase-2 Hemmer, sollte vermieden werden.


Nebenwirkungen können redu­ziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kür­zesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum ange­wendet wird (s. Abschnitt 4.2 und gastrointestinale und kardio­vaskuläre Risiken weiter unten).


Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten kommt es unter NSAR-Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkungen, vor allem zu gastrointestinalen Blu­tungen und Perforationen, auch mit letalem Ausgang (s. Abschnitt 4.2).


Gastrointestinale Blutungen, Ul­zera und Perforationen:

Gastrointestinale Blutungen, Ul­zera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warn­symptome bzw. schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.


Das Risiko gastrointestinaler Blu­tung, Ulzeration oder Perforation ist höher mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Perforation (s. Abschnitt 4.3), und bei älteren Patienten. Diese Pati­enten sollten die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen.

Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen (siehe Ab­schnitt 4.5), sollte eine Kombina­tionstherapie mit protektiven Arz­neimitteln (z. B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Be­tracht gezogen werden (s. unten und Abschnitt 4.5).


Patienten mit einer Anamnese gastrointestinaler Toxizität, insbe­sondere in höherem Alter, sollten jegliche ungewöhnliche Sym­ptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen) ins­besondere am Anfang der Thera­pie melden.

Vorsicht ist angeraten, wenn die Patienten gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z. B. orale Kortikosteroide, Antikoagulanzien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederauf­nahmehemmer oder Thrombo­zytenaggregationshemmer wie ASS (s. Abschnitt 4.5).


Wenn es bei Patienten unter Diclo-saar® zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulzera kommt, ist die Behandlung abzusetzen.


NSAR sollten bei Patienten mit ei­ner gastrointestinalen Erkrankung in der Anamnese (Colitis ulce­rosa, Morbus Crohn) nur mit Vor­sicht angewendet werden, da sich ihr Zustand verschlechtern kann (s. Abschnitt 4.8).


Kardiovaskuläre und zerebro­vaskuläre Wirkungen

Eine angemessene Überwachung und Beratung von Patienten mit Hypertonie und/oder leichter bis mittelschwerer dekompensierter Herzinsuffizienz in der Anamnese sind erforderlich, da Flüssigkeits­einlagerungen und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Therapie berichtet wurden.


Klinische Studien und epidemio­logische Daten legen nahe, dass die Anwendung von Diclofenac, insbesondere bei einer hohen Dosis (150 mg täglich) und im Rahmen der Langzeitbehandlung, möglicherweise mit einem ge­ringfügig erhöhten Risiko von ar­teriellen thrombotischen Ereignis­sen (zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall) verbunden ist.


Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, bestehender ischämischer Herzerkrankung, peripherer arte­rieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Er­krankung sollten mit Diclofenac nur nach sorgfältiger Abwägung behandelt werden. Vergleichbare Abwägungen sollten auch vor Ini­tierung einer längerdauernden Behandlung von Patienten mit Ri­sikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z.B. Hochdruck, Hy­perlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) gemacht werden.


Hautreaktionen

Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen, einige mit leta­lem Ausgang, einschließlich exfo­liative Dermatitis, Stevens-John­son-Syndrom und toxische epi­dermale Nekrolyse (Lyell-Syn­drom) berichtet (s. Abschnitt 4.8). Das höchste Risiko für derartige Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmo­nat auftraten. Beim ersten Anzei­chen von Hautausschlägen, Schleimhautläsionen oder sonsti­gen Anzeichen einer Überemp­findlichkeitsreaktion sollte Diclo-saar® abgesetzt werden.


Sonstige Hinweise

Diclo-saar® sollte nur unter stren­ger Abwägung des Nutzen-Ri­siko-Verhältnisses angewendet werden:

- bei angeborener Störung des Porphyrinstoffwechsels (z.B. akute intermittierende Porphyrie);

- bei systemischem Lupus erythe­matodes (SLE) sowie Mischkolla­genose (mixed connective tissue disease) (s. Abschnitt 4.8).


Eine besonders sorgfältige ärztli­che Überwachung ist erforderlich:

- bei Magen-Darm-Störungen oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulce­rosa, Morbus Crohn) in der Vor­geschichte;

- bei Bluthochdruck oder Herzinsuf­fizienz;

- bei eingeschränkter Nierenfunk­tion;

- bei Leberfunktionsstörungen;

- direkt nach größeren chirurgi­schen Eingriffen;

- bei Patienten, die an Heuschnup­fen, Nasenpolypen oder chro­nisch obstruktiven Atemwegser­krankungen leiden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sog. Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria;

- bei Patienten, die auf andere Stoffe allergisch reagieren, da für sie bei der Anwendung von Diclo-saar® ebenfalls ein erhöhtes Ri­siko für das Auftreten von Über­empfindlichkeitsreaktionen be­steht.


Schwere akute Überempfindlich­keitsreaktionen (zum Beispiel anaphylaktischer Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ers­ten Anzeichen einer Überemp­findlichkeitsreaktion nach Ein­nahme/Verabreichung von Diclo-saar® muss die Therapie ab­gebrochen werden. Der Sympto­matik entsprechende, medizi­nisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Per­sonen eingeleitet werden.


Diclofenac kann vorübergehend die Thrombozytenaggregation hemmen. Patienten mit Gerin­nungsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.


Bei länger dauernder Gabe von Diclo-saar® ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nie­renfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.


Bei längerem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopf­schmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arz­neimittels behandelt werden dür­fen.


Ganz allgemein kann die ge­wohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nieren­versagens (Analgetika-Nephro­pathie) führen.


Bei Anwendung von NSAR kön­nen durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol, Wirkstoff-bedingte Nebenwirkungen, insbesondere solche, die den Gastrointesti­naltrakt oder das zentrale Ner­vensystem betreffen, verstärkt werden.


Bezüglich weiblicher Fertilität siehe Abschnitt 4.6.


Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sisente Tabletten:

Wegen des Gehalts an Lactose sollten Patienten mit hereditärer Galactose-Intoleranz, Lapp-Lac­tase-Defizienz oder Glucose-Ga­lactose-Malabsorption Diclo-saar® 50 mg magensaftresistente Tabletten nicht einnehmen.


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung:

Benzylalkohol kann bei Säuglin­gen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und anaphylakti­sche Reaktionen hervorrufen.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Andere NSAR einschließlich Sali­cylate:

Die gleichzeitige Gabe mehrerer NSAR kann das Risiko gastroin­testinaler Ulcera und Blutungen auf Grund eines synergistischen Effekts erhöhen. Daher wird die gleichzeitige Anwendung von Diclofenac mit anderen NSAR nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).


Digoxin, Phenytoin, Lithium:

Die gleichzeitige Anwendung von Diclo-saar® und Digoxin (Mittel zur Stärkung der Herzkraft), Phe­nytoin (Mittel zur Behandlung von Krampfanfällen) oder Lithium (Mittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen) kann die Konzentration dieser Arznei­mittel im Blut erhöhen. Eine Kon­trolle der Serum-Lithium-Spiegel ist nötig. Eine Kontrolle der Se­rum-Digoxin– und der Serum-Phenytoin-Spiegel wird empfoh­len.


Diuretika, ACE-Hemmer und Angi­otensin-II Antagonisten:

Nicht-steroidale Antirheumatika können die Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva abschwä­chen. Bei Patienten mit einge­schränkter Nierenfunktion (z.B. exsikkierte Patienten oder ältere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion) kann die gleich­zeitige Einnahme eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-II-Antagonisten mit einem Arznei­mittel, dass die Cyclooxigenase hemmt, zu einer weiteren Ver­schlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, führen, was gewöhnlich reversibel ist. Daher sollte eine solche Kombi­nation nur mit Vorsicht angewen­det werden, vor allem bei älteren Patienten. Die Patienten müssen zu einer adäquaten Flüssigkeits­einnahme aufgefordert werden und eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte nach Be­ginn einer Kombinationstherapie in Erwägung gezogen werden.

Die gleichzeitige Gabe von Diclo-saar® und kaliumsparenden Diu­retika kann zu einer Hyperkaliä­mie führen.


Glucocorticoide:

erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen (s. Ab­schnitt 4.4).


Thrombozytenaggregationshem­mer wie Acetylsalicylsäure und selektive Serotonin Wiederauf­nahmehemmer (SSRI):

erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (s. Abschnitt 4.4.)


Methotrexat:

Die Gabe von Diclo-saar® inner­halb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Methotrexat kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat im Blut und einer Zu­nahme seiner toxischen Wir­kung führen.


Ciclosporin:

Nichtsteroidale Antirheumatika (wie Diclofenac-Natrium) können die Nierentoxizität von Ciclosporin erhöhen.


Antikoagulanzien:

Nicht-steroidale Antirheumatika können die Wirkung von Antikoa­gulanzien wie Warfarin verstär­ken (s.Abschnitt 4.4.)


Sulfonylharnstoffe:

Vereinzelt wurde über eine Beein­flussung des Blutzuckerspiegels nach Gabe von Diclofenac be­richtet, die eine Dosisanpassung der antidiabetischen Medikation erforderte. Daher wird bei gleich­zeitiger Therapie vorsichtshalber eine Kontrolle der Blutzucker­werte empfohlen.


Probenecid und Sulfinpyrazon:

Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfinpyrazon enthalten, können die Ausscheidung von Diclofenac verzögern.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Hemmung der Prostaglandin­synthese kann die Schwanger­schaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwen­dung eines Prostaglandinsynthe­sehemmers in der Frühschwan­gerschaft hin. Es wird angenom­men, dass das Risiko mit der Do­sis und der Dauer der Therapie steigt.


Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglan­dinsynthese-hemmers zu erhöh­tem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden er­höhte lnzidenzen verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese ei­nen Prostaglandinsynthesehem­mer erhielten.


Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Diclofenac nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Diclofenac von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu wer­den oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwanger­schaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten wer­den.


Während es dritten Schwanger­schaftstrimesters können alle Prostaglandinsynthesehemmer:

- den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

  • kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);

  • Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oli­gohydramniose fortschrei­ten kann;


- die Mutter und das Kind, am Ende der Schwangerschaft, fol­genden Risiken aussetzen:

  • mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombo­zyten-aggregationshem­mender Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;

  • Hemmung von Uteruskon­traktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburtsvor­ganges.


Daher ist Diclofenac während des dritten Schwangerschaftstrimes­ters kontraindiziert.


Stillzeit

Der Wirkstoff Diclofenac und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Mutter­milch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht be­kannt geworden sind, wird bei kurzfristiger Anwendung eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein. Wird eine längere Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen zur Therapie rheumatischer Er­krankungen verordnet, sollte je­doch ein frühzeitiges Abstillen erwogen werden.


Fertilität

Die Anwendung von Diclo-saar® kann, wie die Anwendung ande­rer Arzneimittel, die bekannter­maßen die Cyclooxyge­nase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger wer­den möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Diclo-saar® in Betracht gezogen wer­den.



4.7 Auswirkungen auf die Ver­kehrstüchtigkeit und die Fähig­keit zum Be­dienen von Ma­schinen

Da bei der Anwendung von Diclo-saar® in höherer Dosierung zent­ralnervöse Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftre­ten können, kann im Einzelfall die Reaktionsfähigkeit verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teil­nahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusam­menwirken mit Alkohol


4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwir­kungen werden folgende Häufig­keiten zugrunde gelegt:


Sehr häufig:
≥ 10 % der Behandel­ten

Häufig:
< 10 %, aber ≥ 1 % der Behandelten

Gelegentlich:
< 1 %, aber ≥ 0,1 % der Behandelten

Selten:
< 0,1 %, aber ≥ 0,01 % der Behandelten

Sehr selten:
< 0,01 % der Behandelten oder Häufigkeit unbe­kannt


Bei den folgenden unerwünsch­ten Arzneimittelwirkungen muss berücksichtigt werden, dass sie überwiegend dosisabhängig und interindividuell unterschiedlich sind.


Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen den Verdauungstrakt. Peptische Ul­cera, Perforationen oder Blutun­gen, manchmal tödlich, können auftreten, insbesondere bei älte­ren Patienten (s. Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Verstopfung, Verdau­ungsbeschwerden, abdominale Schmerzen, Teerstuhl, Hämate­mesis, ulcerative Stomatitis, Ver­schlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung be­richtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet.

Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blu­tungen ist abhängig vom Dosis­bereich und der Anwendungs­dauer.


Ödeme, Bluthochdruck und Herz­insuffizienz wurden im Zusam­menhang mit NSAR-Behandlung berichtet.


Klinische Studien und epidemio­logische Daten legen nahe, dass die Anwendung von Diclofenac, insbesondere bei einer hohen Dosis (150 mg täglich) und im Rahmen der Langzeitbehandlung, möglicherweise mit einem ge­ringfügig erhöhten Risiko von ar­teriellen thrombotischen Ereignis­sen (zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall) verbunden ist.


Herzerkrankungen

Sehr selten: Palpitationen, Ödeme, Herzinsuffizienz, Herz­infarkt.


Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Störungen der Blut­bildung (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytope­nie, Agranulozytose), hämolyti­schen Anämie.
Erste Anzeichen können sein: Fieber, Halsschmerzen, ober­flächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen.


Bei Langzeittherapie sollte das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden.


Erkrankungen des Nervensys­tems

Häufig: Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Erregung, Reiz­barkeit oder Müdigkeit.

Sehr selten: Sensibilitätsstörun­gen, Störungen der Ge­schmacksempfindung, Gedächt­nisstörungen, Desorientierung, Krämpfe.


Augenerkrankungen

Sehr selten: Sehstörungen (Ver­schwommen- und Doppeltsehen).


Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten: Tinnitus, vorüberge­hende Hörstörungen.


Erkrankungen des Gastrointesti­naltrakts

Sehr häufig: Magen-Darm-Be­schwerden wie Übelkeit, Erbre­chen und Durchfall, ebenso wie geringfügige Magen-Darm-Blut­verluste, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen kön­nen.

Häufig: Dyspepsie, Flatulenz, Bauchkrämpfe, Inappetenz sowie gastrointestinale Ulcera (unter Umständen mit Blutung und Durchbruch).

Gelegentlich: Hämatemesis, Me­laena oder blutiger Durchfall.

Sehr selten: Stomatitis, Glossitis, Ösophagusläsionen, Verstärkung einer Colitis oder eines Morbus Crohn, Obstipation, Pankreatitis.


Der Patient ist anzuweisen, bei Auftreten von stärkeren Schmer­zen im Oberbauch oder bei Me­läna oder Hämatemesis das Arz­neimittel abzusetzen und sofort einen Arzt aufzusuchen.


Diclo-saar® 50 mg magensaftre­si­stente Tabletten, Diclo-saar® 100 mg Retardtabletten:

Sehr selten: diaphragmaartige in­testinale Strikturen.


Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien:

Bei Zäpfchen können häufig lo­kale Reizerscheinungen, blutige Schleimabsonderungen oder schmerzhafte Defäkation auftre­ten.


Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Ausbildung von Ödemen, insbesondere bei Pati­enten mit arterieller Hypertonie oder Niereninsuffizienz;

Sehr selten: Nierengewebsschä­digungen (interstitielle Nephritis, Papillennekrose), die mit akuter Niereninsuffizienz, Proteinurie und/oder Hämaturie einhergehen können. Nephrotisches Syndrom.


Die Nierenfunktion sollte daher regelmäßig kontrolliert werden.


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Alopezie.

Sehr selten: Exantheme, Ek­zeme, Erytheme, Photosensibili­sierung, Purpura (auch allergi­sche Purpura) und bullöse Haut­reaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epider­male Nekrolyse (Lyell-Syndrom).


Infektionen und parasitäre Er­krankungen

Sehr selten ist im zeitlichen Zu­sammenhang mit der systemi­schen Anwendung von nicht-ste­roidalen Antiphlogistika eine Ver­schlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasciitis) beschrieben worden. Dies steht möglicherweise im Zusammen­hang mit dem Wirkmechanismus der nicht-steroidalen Antirheuma­tika.


Wenn während der Anwendung von Diclo-saar® Zeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, wird dem Patien­ten daher empfohlen, unverzüg­lich den Arzt aufzusuchen. Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine antiinfektiöse/antibiotische Therapie vorliegt.


Sehr selten wurde unter der An­wendung von Diclofenac die Symptomatik einer aseptischen Meningitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbre­chen, Fieber oder Bewusstseins­trübung beobachtet. Prädispo­niert scheinen Patienten mit Au­toimmunerkrankungen (SLE, mi­xed connective tissue disease) zu sein.


Gefäßerkrankungen

Sehr selten: Hypertonie.


Allgemeine Erkrankungen und Be­schwerden am Verabreichung­sort


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung:

Bei intramuskulärer Anwendung kann es an der Injektionsstelle häufig zu lokalen Nebenwirkun­gen (brennendes Gefühl) oder Gewebeschäden wie sterile Abs­zessbildung, Fettgewebs- und Hautnekrosen (Embolia cutis me­dicamentosa) kommen.


Erkrankungen des Immunsys­tems

Häufig: Überempfindlichkeitsreak­tionen wie Hautausschlag und Hautjucken.

Gelegentlich: Urtikaria.


Der Patient ist anzuweisen, in diesem Fall umgehend den Arzt zu informieren und Diclo-saar® nicht mehr einzunehmen.


Sehr selten: Schwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen. Sie können sich äußern als: Ge­sichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Luftnot, Herzjagen, Blutdruckabfall bis hin zum bedrohlichen Schock.


Beim Auftreten einer dieser Er­scheinungen, die schon bei Erst­anwendung vorkommen können, ist Diclo-saar® nicht mehr einzu­nehmen und sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.


Sehr selten: allergisch bedingte Vaskulitis und Pneumonitis.


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung:

Selten können Überempfindlich­keitsreaktionen durch Benzylal­kohol auftreten.


Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Erhöhung der Serumtran­saminasen.

Gelegentlich: Leberschäden, ins­besondere bei Langzeittherapie, akute Hepatitis mit oder ohne Ik­terus (sehr selten fulminant ver­laufend, auch ohne Prodromal­symptome).


Die Leberwerte sollen daher re­gelmäßig kontrolliert werden.


Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten: Psychotische Reakti­onen, Depression, Angstgefühle, Alpträume.


4.9 Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Als Symptome einer Überdosie­rung können zentralnervöse Stö­rungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Bewusstlosigkeit (bei Kindern auch myoklonische Krämpfe) so­wie Abdominalschmerzen, Übel­keit und Erbrechen auftreten. Des Weiteren sind gastrointestinale Blutungen sowie Funktionsstö­rungen von Leber und der Nieren möglich. Ferner kann es zu Hy­potension, Atemdepression und Zyanose kommen.


b) Therapiemaßnahmen bei Überdo­sierung

Ein spezifisches Antidot existiert nicht.


5. Pharmakologische Eigenschaf­ten


5.1 Pharmakodynamische Eigen­schaften

ATC-Code: M01AB05


Diclofenac ist ein nicht-steroida­les Antiphlogistikum- Analgeti­kum, das sich über die Prosta­glandinsynthesehemmung in den üblichen tierexperimentellen Ent­zündungsmodellen als wirksam erwies. Beim Menschen reduziert Diclofenac entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Ferner hemmt Diclofenac die ADP- und die kollagenindu­zierte Plättchenaggregation.


5.2 Pharmakokinetische Eigen­schaften

Nach oraler Applikation der übli­chen magensaftresistenten Dar­reichungsformen wird Diclofe­nac distal vom Magen vollständig re­sorbiert.

Maximale Plasmaspie­gel werden in Abhängigkeit von der Dauer der Magenpassage nach 1 - 16 Stunden, im Mittel nach 2 - 3 Stunden erreicht. Nach i.m. Gabe werden maximale Plasmaspiegel nach 10 - 20 Mi­nuten, nach rek­taler Gabe ca. nach 30 Minuten erreicht.


Das oral zugeführte Diclofenac unter­liegt einem deutlichen First-pass-Effekt; nur 35 - 70 % des resor­bierten Wirkstoffs erreichen un­verändert die posthepatische Zir­kulation. Etwa 30 % des Wirk­stoffs werden metabolisiert mit den Faeces ausgeschieden.


Etwa 70 % werden nach hepati­scher Metabolisierung (Hydroxy­lierung und Konjugation) als pharmakologisch unwirksame Metaboliten renal eliminiert. Weitgehend unabhängig von der Leber- und Nierenfunktion beträgt die Eliminationshalbwertzeit ca. 2 Stunden.


Die Plasmaproteinbindung be­trägt etwa 99 %.


Bioverfügbarkeit

a) Diclo-saar® 50 mg magensaftresistente Tablette

Eine im Jahr 1988 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung an 12 Probanden ergab im Vergleich zum Referenzprä­parat:



Testpräparat

Referenzpräpa­rat

Maximale Plasmakonzentrationen (Cmax)

0,99 µg/ml

0,92 µg/ml

Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration (tmax)

2,21 h

2,15 h

Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve

1,055 h x µg/ml

0,995 h x µg/ml


Die Bioverfügbarkeitsuntersuchung zur 25 mg magensaftresistenten Tablette kann als repräsentativ für die 50 mg-Tab­lette angesehen werden, da die 50 mg-Tablette in beiden Formu­lierungen mit nur geringfügigen Abweichungen die doppelte Menge der gleichen Wirk- und Hilfsstoffe enthält.


Mittlere Plasmaspiegelverläufe im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:


= Diclo-saar® 50 mg magensaftres. Tabl.

Referenz



b) Diclo-saar® 100 mg Retardtablette

Eine im Jahr 1992/1993 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung (randomisierte, cross-over 3-Wege-Studie) an 21 nüchternen männlichen Probanden ergab im Vergleich zum Referenzpräparat:



Testpräparat

Referenzpräpa­rat

Maximale Plas­makonzentrationen (Cmax): [ng/ml]

869 499

908 533

Zeitpunkt der maximalen Plasmakon­zentration (tmax): [h]

4,5

4,5

Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC0-): [ng h/ml]

3891 1954

4044 1688


Mittlere Plasmaspiegelverläufe im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:







= Diclo-saar® 100 mg Retardtabletten

Referenz



= Diclo-saar® magensaftres. Tabl.

Referenz


















c) Diclo-saar® 100 mg Suppositorien

Eine im Jahr 1982 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung an 12 Probanden ergab im Vergleich zum Referenz­präparat:



Testpräparat

Referenzpräparat

Maximale Plasmakonzentrationen (Cmax)

1,79 µg/ml

1,85 µg/ml

Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration (tmax)

1,5 h

1,5 h

Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve

3,18 h x µg/ml

3,23 h x µg/ml


Mittlere Plasmaspiegelverläufe im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:


= Diclo-saar® 100 mg Suppositorien

Referenz

5.3 Präklinische Daten zur Sicher­heit

Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharma­kologie, zur Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential, las­sen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen, die über die bereits in anderen Kapiteln der Fachinformation beschriebenen Gefahren hinausgehen. Die chro­nische Toxizität von Diclofenac zeigte sich in Tierversuchen vor allem in Form von Läsionen und Ulzera im Magen-Darm-Trakt. In einer 2-Jahres-Toxizitätsstudie wurde bei mit Diclofenac behan­delten Ratten eine dosisabhän­gige Zunahme von thromboti­schen Gefäßverschlüssen am Herzen beobachtet.


In tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität führte Dic­lofenac zu einer Hemmung der Ovulation beim Kaninchen sowie zu Störungen der Implantation und frühen Embryonalentwicklung bei der Ratte. Tragzeit und Dauer des Geburtsvorgangs wurden durch Diclofenac verlängert. Das embryotoxische Potential von Diclofenac wurde an drei Tierar­ten (Ratte, Maus, Kaninchen) untersucht. Fruchttod und Wachstumsretardierung traten bei Dosen im maternal-toxischen Be­reich auf. Auf Basis der verfügba­ren Daten wird Diclofenac als nicht-teratogen betrachtet. Dosen unterhalb der maternal-toxischen Grenze hatten keinen Einfluss auf die postnatale Entwicklung der Nachkommen.


6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Liste der sonstigen Bestand­teile

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten:

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, hochdisperses Siliciumdioxid, mikrokristalline Cellulose, Povi­don (K 25), Talkum, Magnesi­umstearat, Macrogol 6000, Poly­sorbat 80, Titandioxid (E 171), Eisen III-oxid (E 172), Eisenoxid­hydrat (E 172), Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1).


Diclo-saar® 100 mg Retardtablet­ten:

Sucrose (Saccharose), Cetylstea­r­ylalkohol, hochdisperses Silici­umdioxid, Magnesiumstearat, Po­vidon, Hypromellose, Talkum, Macrogol, Copovidon, arabisches Gummi, Car­naubawachs, Titandi­oxid (E 171), Eisen (III)-oxid (E 172).


Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien:

Hartfett


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung:

105 mg Benzylalkohol, Mannitol (E 421), Propylenglycol, Acetyl­cystein, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke


6.2 Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit für Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien beträgt 3 Jahre.


Die Dauer der Haltbarkeit der an­deren Diclo-saar®-Präparate be­trägt 3 Jahre.


Diese Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.


6.4 Besondere Vorsichtsmaßnah­men für die Aufbewahrung

Die Präparate der Diclo-saar®-Reihe sollten nicht bei Tempera­turen über 25 °C aufbewahrt wer­den.


Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung: Nicht unter 5 °C oder über 25°C aufbewahren. Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten und Diclo-saar® 100 mg Retardtabletten:

Packungen (Blisterstreifen aus PVC/Aluminium) mit

20 Tabletten (N1)

50 Tabletten (N2)

100 Tabletten (N3)


Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien:

Packungen (Blisterstreifen aus PVC/PVDC/PE) zu

10 Suppositorien (N1)

50 Suppositorien (N3)

Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung:

Klinikpackung:

150 Ampullen (Braunglas)


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnah­men für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderun­gen.


7. Inhaber der Zulassung

Chephasaar

Chem.-pharm. Fabrik GmbH

Mühlstraße 50

66386 St. Ingbert

Telefon: (0 68 94) 971 - 0

Telefax: (0 68 94) 971 - 199


Vertrieb:

MIP Pharma GmbH

Kirkeler Str. 41

66440 Blieskastel


Mitvertrieb:

Rosen Pharma GmbH

Kirkeler Str. 41

66440 Blieskastel


8. Zulassungsnummer

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten: 5999.00.01

Diclo-saar® 100 mg Retardtablet­ten: 5999.00.02

Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien: 5999.00.00

Diclo-saar® 75 mg SF Injektions­lösung: 12877.00.00


9. Datum der Zulassung/ Verlän­gerung der Zulassung

Diclo-saar® 50 mg magensaftre­sistente Tabletten:

22.03.1985 / 20.11.2000

Diclo-saar® 100 mg Retardtablet­ten:

22.03.1985 / 30.01.2001

Diclo-saar® 100 mg Supposito­rien:

22.03.1985 / 30.01.2001

Diclo-saar® 75 mg SF Injek­tions­lösung:

03.10.1988 / 22.10.2003


10. Stand der Information

Mai 2007


11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig