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Effekton 25 Mg Magensaftresistente Tabletten

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212121- -



Stand: 17.02.2003

Nr.: diclofenac-na_div_spcde_2003-02-17_008a



Fachinformation



1. Bezeichnung des Arzneimittels


Effekton 25 mg magensaftresistente Tabletten

Effekton 50 mg magensaftresistente Tabletten

Effekton 100 mg Retardtabletten

Effekton 100 mg Zäpfchen


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


Wirkstoff: Diclofenac-Natrium


Phenylessigsäurederivat

nicht-steroidales Antiphlogistikum-Analgetikum


Arzneilich wirksame Bestandteile


1 magensaftresistente Tablette enthält 25/50 mg Diclofenac-Natrium.


1 Retardtablette enthält 100 mg Diclofenac-Natrium.


1 Zäpfchen enthält 100 mg Diclofenac-Natrium.


3. Darreichungsform

Magensaftresistente Tabletten

Retardtabletten

Zäpfchen


4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete


Symptomatische Behandlung von Schmerz und Entzündung bei

- akuten Arthritiden (einschließlich Gichtanfall)

- chronischen Arthritiden, insbesondere bei rheumatoider Arthritis (chronische Polyarthritis)

- Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und an­deren entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen

- Reizzuständen bei Arthrosen und Spondylarthrosen

- entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen

- schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach Verletzungen.


Wegen einer möglicherweise verzögerten Wirkstoff­freisetzung aus der in Effekton® 25 mg und Effekton® 50 mg vorliegenden magen­saftresistenten Formulierung kann es zu einem späte­ren Wirkungseintritt kommen. Deshalb sollten Effekton® 25 mg und Effekton® 50 mg nicht zur Einleitung der Behandlung von Erkrankungen verwendet werden, bei denen ein rascher Wirkungsein­tritt benötigt wird.


Wegen der verzögerten Wirkstofffreisetzung aus Effekton 100 mg Retardtabletten ist dieses Präparat nicht zur Einleitung der Behand­lung von Erkrankungen geeignet, bei denen ein ra­scher Wirkungseintritt benötigt wird.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Orale Darreichungsform25 mg:


Diclofenac wird in Abhängigkeit der Schwere der Er­krankung dosiert. Der empfohlene Dosisbereich für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren liegt zwi­schen 50 und 150 mg Diclofenac-Natrium pro Tag, ver­teilt auf 2 - 3 Einzelgaben.

Zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen bei Kin­dern liegt zur Dosierung kein ausreichendes Erkennt­nismaterial vor.


Alter:

Einzeldosis:

25 mg

Tagesgesamtdosis

50 mg /150 mg/


Jugendliche

ab 15 Jahre

und

Erwachsene


1 - 2

(entsprechend

25 - 50 mg Diclofenac-Natrium)



2 - 6

(entsprechend

50 - 150 mg Diclofenac-Natrium)



Orale Darreichungsform 50 mg:


Diclofenac wird in Abhängigkeit der Schwere der Er­krankung dosiert. Der empfohlene Dosisbereich für Erwachsene liegt zwischen 50 und 150 mg Diclofenac-Natrium pro Tag, verteilt auf 1 - 3 Einzelgaben.


Alter:

Einzeldosis:

50 mg

Tagesgesamtdosis

50 mg /150 mg


Jugendliche

ab 15 Jahre

und Erwachsene


1

(entsprechend

50 mg Diclofenac-Natrium)


1 - 3

(entsprechend

50 - 150 mg Diclofenac-Natrium)


Retardtabletten/Zäpfchen 100 mg:


Diclofenac wird in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung dosiert. Der empfohlene Dosisbereich für Erwachsene liegt zwischen 50 und 150 mg Diclofenac-Natrium pro Tag.


Alter:

Einzeldosis:

100 mg

Tagesgesamtdosis

100 mg


Erwachsene


1

(entsprechend

100 mg Diclofenac-Natrium)


1

(entsprechend

100 mg Diclofenac-Natrium)


Hinweis: Sollte eine Tagesgesamtdosis von bis zu 150 mg Diclofenac-Natrium erforderlich sein, ist, nach Rück­sprache mit dem Arzt, die zusätzliche Gabe von Zu­bereitungen mit 25 mg oder 50 mg Diclofenac möglich.


Art und Dauer der Anwendung:


Effekton® 100 mg Retardtabletten wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Bei empfind­lichem Magen empfiehlt es sich, die Tabletten während der Mahlzeiten einzunehmen.


Effekton® 25 mg und Effekton® 50 mg magensaftresistente Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (einem Glas Wasser) ein bis zwei Stunden vor der Mahlzeit auf nüchternen Magen eingenommen.


Effekton® 100 mg Zäpchensollte möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt werden.


Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behan­delnde Arzt.


Bei rheumatischen Erkrankungen kann die Einnahme/ Anwendung von Effekton® über einen längeren Zeitraum er­forderlich sein.


4.3 Gegenanzeigen


Effekton 25 mg / 50 mg magensaftresistente Tabletten

Effekton 100 mg Retardtabletten

Effekton 100 mg Zäpfchen



darf nicht angewendet werden bei:



Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen Effekton 25 mg magensaftresistente Tabletten nicht einnehmen, da keine ausreichenden Er­fahrungen vorliegen.

Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen Effekton 50 mg magensaftresistente Tabletten nicht einnehmen/anwenden, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist.


Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen Effekton 100 mg Retardtabletten und Effekton 100 mg Zäpfchen nicht einnehmen/anwenden, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist.



4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für dieAnwendung


Warnhinweise


Keine


Vorsichtsmaßnahmen


Effekton sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden:


- im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft (s. a. Ziffer 14);

- während der Stillzeit (s. a. Ziffer 14);

- bei induzierbaren Porphyrien;

- bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) sowie Mischkollagenosen (mixed connective tissue disease).


Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:


- bei Magen-Darm-Beschwerden oder bei Hinweisen auf Magen- oder Darmgeschwüre oder Darmentzündungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) in der Vorge­schichte;

- bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz;

- bei vorgeschädigter Niere;

- bei schweren Leberfunktionsstörungen;

- direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen;

- bei älteren Patienten.


Patienten, die an Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen leiden, sowie Patienten mit Überempfindlichkeit gegen andere Schmerz- und Rheumamittel aus der Gruppe der nicht­steroidalen Antiphlogistika/Analgetika, dürfen Effekton nur unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen (Notfall­bereitschaft) und direkter ärztlicher Kon­trolle anwenden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sogenannte Analgetika-Intoleranz/Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria.

Besondere Vorsicht ist auch geboten bei Patienten, die auf andere Stoffe allergisch reagieren, da für sie bei der Anwendung von Effekton ebenfalls ein erhöh­tes Risiko für das Auftreten von Überempfindlich­keitsreaktionen besteht.


Diclofenac kann vorübergehend die Thrombozytenaggre­gation hemmen. Patienten mit Gerinnungsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.


Sonstige Hinweise


Bei länger dauernder Gabe von Effekton ist eine regel­mäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.


Bei längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arznei­mittels behandelt werden dürfen.


Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauer­haften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.


Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Die gleichzeitige Anwendung von Effekton und Digoxin-, Phenytoin- oder Lithiumpräparaten kann den Serum­spiegel dieser Arzneimittel erhöhen.


Effekton kann die Wirkung von Diuretika und Antihyper­tonika abschwächen.


Effekton kann die Wirkung von ACE-Hemmern abschwächen. Bei gleichzeitiger Anwendung kann weiterhin das Ri­siko für das Auftreten einer Nierenfunktionsstörung erhöht sein.


Die gleichzeitige Gabe von Effekton und kaliumsparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen, daher ist eine Kontrolle der Kaliumwerte erforderlich.


Die gleichzeitige Verabreichung von Effekton mit ande­ren nicht-steroidalen Antiphlogistika oder mit Glu­kokortikoiden erhöht das Risiko von Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt.


Die Gabe von Effekton innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Methotrexat kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat im Blut und einer Zu­nahme seiner toxischen Wirkung führen.


Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfinpyrazon ent­halten, können die Ausscheidung von Diclofenac ver­zögern.


Bisher zeigten klinische Untersuchungen keine Wech­selwirkungen zwischen Diclofenac und blutgerinnungs­hemmenden Mitteln. Trotzdem wird bei gleichzeitiger Therapie vorsichtshalber eine entsprechende Kon­trolle des Gerinnungsstatus empfohlen.


Nichtsteroidale Antirheumatika (wie Diclofenac-Na­trium) können die Nierentoxizität von Ciclosporin erhöhen.


Vereinzelt wurde über eine Beeinflussung des Blut­zuckerspiegels nach Gabe von Diclofenac berichtet, die eine Dosisanpassung der antidiabetischen Medika­tion erforderte. Daher wird bei gleichzeitiger The­rapie vorsichtshalber eine Kontrolle der Blutzucker­werte empfohlen.



4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Effekton darf im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Effekton sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risikoverhältnisses im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft und während der Stillzeit ange­wendet werden.


Über die Sicherheit einer Anwendung in der Schwan­gerschaft liegen für den Menschen keine ausreichen­den Erfahrungen vor. Da der Einfluss einer Pro­staglandinsynthesehemmung auf die Schwangerschaft ungeklärt ist, sollte Diclofenac in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden.


Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist Effekton kontra­indiziert. Aufgrund des Wirkungsmechanismus könnte es zu einer Hemmung der Wehentätigkeit, vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus Botalli, verstärkter Blutungsneigung bei Mutter und Kind und verstärkter Ödembildung bei der Mutter kommen.


Der Wirkstoff Diclofenac und seine Abbauprodukte ge­hen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht be­kannt geworden sind, wird bei kurzfristiger Anwen­dung einer Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein. Wird eine längere Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen zur Therapie rheumati­scher Erkrankungen verordnet, sollte jedoch ein frühzeitiges Abstillen erwogen werden.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Da bei der Anwendung von Effekton zentralnervöse Neben­wirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall die Fähigkeit zum Fahren eines Kraftfahrzeuges und/oder zum Bedienen von Ma­schinen eingeschränkt sein. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.


4.8 Nebenwirkungen


Bei den folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkun­gen muss berücksichtigt werden, dass sie überwiegend dosisabhängig und interindividuell unterschiedlich sind. Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen (Gastritiden, Erosionen, Ulcera) ist abhängig vom Dosisbereich und der Anwen­dungsdauer.


Gastrointestinaltrakt

Mit dem Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, ebenso wie geringfügigen Magen-Darm-Blutverlusten, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können, ist sehr häufig (≥ 10 %) zu rechnen.

Häufig (≥ 1% - < 10%) kann es zu Dyspepsie, Flatulenz, Bauch­krämpfen, Inappetenz sowie zu gastrointestinalen Ulcera (unter Umständen mit Blutung und Durchbruch), gelegentlich

(≥ 0,1% - < 1%) zu Hämatemesis, Melaena oder blu­tigem Durchfall kommen.

Der Patient ist anzuweisen, bei Auftreten dieser Symptome das Arzneimittel abzusetzen und sofort einen Arzt aufzusuchen.

Sehr selten (<0,01%) wurde berichtet über:
Stomatitis, Glossitis, Ösophagusläsionen, Beschwer­den im Unterbauch (z. B. blutende Colititiden oder Verstärkung eines Morbus Crohn/einer Colitis ulcero­sa), Obstipation.


Sehr selten (<0,01%) wurde über diaphragmaartige inte­stinale Strikturen berichtet.


Bei Zäpfchen können häufig (≥ 1% - < 10%) lokale Reiz­er­scheinungen, blutige Schleimabsonderungen oder schmerzhafte Defäkation auftreten.


Zentralnervensystem und Sinnesorgane

Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Erre­gung, Reizbarkeit, Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel sind häufig (≥ 1% - < 10%) zu erwarten. Sehr selten (<0,01%) wurden Sensibilitätsstörungen, Störungen der Geschmacksempfindung, Sehstörungen (Verschwommen- oder Doppeltsehen), Ohrensausen und vorübergehende Hörstörungen, Gedächtnisstörungen, Desorientierung, Krämpfe, Angstgefühle, Alpträume, Zittern und De­pressionen und andere psychotische Reaktionen mitge­teilt.

Sehr selten (<0,01%) wurde unter der Anwendung von Diclofenac die Symptomatik einer aseptischen Menin­gitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übel­keit, Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinstrübung beobachtet. Prädisponiert scheinen Patienten mit Autoimmunerkrankungen (systemischem Lupus erythe­matodes, Mischkollagenosen) zu sein.


Haut

Häufig (≥ 1% - < 10%) sind Überempfindlichkeits-reaktionen wie Hautausschlag und Hautjucken beobachtet worden, gelegentlich (≥ 0,1% - < 1%) Urtikaria oder Alopezie.

Bullöse Exantheme, Ekzeme, Erytheme, Photosensibili­sierung, Purpura (auch allergische Purpura) und schwere Verlaufsformen von Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom) kommen sehr selten (<0,01%) vor.


Niere

Sehr selten (<0,01%) treten Nierengewebs-schädigungen (inter­stitielle Nephritis, Papillen-nekrose) auf, die mit akuter Niereninsuffizienz, Proteinurie und/oder Hämaturie einhergehen können.

Sehr selten (<0,01%) kann es zu einem nephrotischen Syn­drom kommen.

Die Nierenfunktion sollte daher regelmäßig kontrol­liert werden.


Leber

Häufig (≥ 1% - < 10%) tritt eine Erhöhung der Serumtrans­aminasen auf.

Gelegentlich (≥ 0,1% - < 1%) ist mit Leberschäden zu rechnen (Hepatitis mit oder ohne Ikterus, sehr selten [<0,01%] fulminant verlaufend, auch ohne Prodromalsymptome).

Die Leberwerte sollen daher regelmäßig kontrolliert werden.


Bauchspeicheldrüse

Sehr selten (<0,01%) wurde über eine Pankreatitis berich­tet.


Blut

Gelegentlich (≥ 0,1% - < 1%) kann es zu Störungen der Blutbil­dung kommen (Anämie, Leukopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie). Erste Symptome können sein: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagen­heit, Nasenbluten und Hautblutungen.

Bei der Langzeittherapie sollte das Blutbild regel­mäßig kontrolliert werden.

Sehr selten (<0,01%) kann es zu einer hämolytischen Anämie kommen.


Kardiovaskuläres System

Sehr selten (<0,01%) wurde berichtet über: Palpitationen, Schmerzen in der Brust und Bluthochdruck.

Sehr selten (<0,01%) kann es zu Herzinsuffizienz kommen.


Systemische Reaktionen und andere Organsysteme

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Sie können sich äußern als: Schwellungen von Ge­sicht, Zunge und innerem Kehlkopf mit Einengung der Luftwege, Luftnot bis zum Asthmaanfall, Tachykardie, Blutdruckabfall bis zum bedrohlichen Schock.

Bei Auftreten einer dieser Erscheinungen, die schon bei Erstanwendung vorkommen können, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Sehr selten (<0,01%) wurden allergisch bedingte Vaskulitis und Pneumonitis beobachtet.

Gelegentlich (≥ 0,1% - < 1%) kann es, besonders bei Patienten mit hohem Blutdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion, zum Auftreten von Ödemen (z. B. periphere Ödeme) kommen.

Sehr selten (<0,01%) ist im zeitlichen Zusammenhang mit der systemischen Anwendung von nicht-steroidalen An­tiphlogistika eine Verschlechterung infektionsbe­dingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekro­tisierenden Fasciitis) beschrieben worden. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Wirkme­chanismus der nicht-steroidalen Antiphlogistika.

Wenn während der Anwendung von Effekton Zeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, wird dem Patienten daher empfohlen, unverzüglich den Arzt aufzusuchen.

Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine anti­infektiöse/antibiotische Therapie vorliegt.


4.9 Überdosierung


a)Symptome einer Überdosierung

----------------------------
Als Symptome einer Überdosierung können zentral­nervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Bewusstlosigkeit, bei Kindern auch myoklonische Krämpfe auftreten. Des Weiteren kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Ferner sind das Auftreten von gastro­in­testinalen Blutungen sowie Funktionsstörungen der Leber und der Nieren möglich.


b) Therapiemaßnahmen bei Überdosierung
-----------------------------------
Ein spezifisches Antidot existiert nicht.


5. Pharmakologische Eigenschaften


Pharmakodynamische Eigenschaften


ATC-Code: M01AB05


Diclofenac ist ein nicht-steroidales Antiphlo­gi­stikum- Analgetikum, das sich über die Prosta­glandinsynthesehemmung in den üblichen tierexperi­mentellen Entzündungsmodellen als wirksam erwies. Beim Menschen reduziert Diclofenac entzündlich be­dingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Ferner hemmt Diclofenac die ADP- und die kollageninduzierte Plättchenaggregation.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Nach oraler Applikation der üblichen magensaft­resistenten Darreichungsformen wird Diclofenac di­stal vom Magen vollständig resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden in Abhängigkeit von der Dauer der Magenpassage nach 1 - 16 Stunden, im Mittel nach 2 - 3 Stunden erreicht. Nach i.m. Gabe werden maxi­male Plasmaspiegel nach 10 - 20 Minuten, nach rekta­ler Gabe ca. nach 30 Minuten erreicht. Das oral zu­geführte Diclofenac unterliegt einem deutlichen First-pass-Effekt; nur 35 - 70 % des resorbierten Wirkstoffs erreichen unverändert die posthepatische Zirkulation. Etwa 30 % des Wirkstoffs werden metabo­lisiert mit den Faeces ausgeschieden.

Etwa 70 % werden nach hepatischer Metabolisierung (Hydroxylierung und Konjugation) als pharmakologisch unwirksame Metaboliten renal eliminiert. Weitgehend unabhängig von der Leber- und Nierenfunktion beträgt die Eliminationshalbwertzeit ca. 2 Stunden. Die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 99 %.



Bioverfügbarkeit


Eine im Jahr 1998 durchgeführte Bioverfügbarkeits­untersuchung an 24 Probanden ergab im Vergleich zum Referenzpräparat:



Effekton 50 mg magensaft-resistente Tabletten

(50 mg Diclofenac)

Referenzpräparat

(50 mg Diclofenac)

Maximale Plasma­konzen­tration

Cmax (ng/ml)


1393,25 ± 541,14


1203,79 ± 362,83

Zeitpunkt der Maximalen Konzen­tra­tion tmax (h)

2,42 ± 0,69

2,24 ± 0,70

Fläche unter der Kur­ve

AUC 0- (h x ng/ml)


1338,81 ± 425,22


1288,73 ± 328,79

Pharmakokinetische Parameter (Angabe der arithmetischen Mittelwerte* mit Standardabweichung).


Die für die Parameter Fläche unter der Kurve (AUC) und maximale Plasmakon­zentration (Cmax)zu berücksichtigenden Konfidenzintervalle (nach ANOVA und/oder ANOVAlogund/oder Wilcoxon)erfüllen ebenso wie andere Vorgaben die Bedingungen an eine positive Bioäquiva­lenzbeur­teilung.


A bb.1Mittlere Plasmaspiegelverläufe* im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm



Effekton 100 mg Retardtabletten:


Bei einer im Jahre 1993 durchgeführten Bioverfügbarkeitsstudie an 20Probanden wurden nach Ein­malgabe einer Effekton 100 mg Retardtablette bzw. einer Retard­zubereitung des Refe­renzpräparates zu 100 mg Diclofe­nac-Natrium folgende Para­me­ter ermittelt:



Effekton 100 mg Retardtabletten

(100 mg Diclofenac)

Referenzpräparat

(100 mg Diclofenac)

Maximale

Plasma­konzen­tration

Cmax (ng/ml)


869 ± 499


908 ± 533

Zeitpunkt der

Maximalen Konzen­tra­tion tmax (h)

4,5

4,5

Fläche unter der Kur­ve

AUC 0-24 (h x ng/ml)


3891 ± 1954


4044 ± 1688

Pharmakokinetische Parameter (Angabe der arithmetischen Mittelwerte* mit Standardabweichung).


Die für die Parameter Fläche unter der Kurve (AUC) und maximale Plasmakon­zentration (Cmax)zu berücksichtigenden Konfidenzintervalle (nach ANOVA und/oder ANOVAlogund/oder Wilcoxon)erfüllen ebenso wie andere Vorgaben die Bedingungen an eine positive Bioäquiva­lenzbeur­teilung.


Abb.2 Mittlere Plasmaspiegelverläufe* im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm



Effekton 100 mg Zäpfchen:


Bei einer im Jahre 1996 durchgeführten Bioverfügbarkeitsstudie an 24 Probanden wurden nach Ein­malapplikation eines Zäpfchens Effekton 100 mg bzw. eines Zäpfchens des Refe­renzpräparates zu jeweils 100 mg Diclofe­nac-Natrium folgende Para­me­ter ermittelt:




Effekton 100 mg Zäpfchen

(100 mg Diclofenac)

Referenzpräparat

(100 mg Diclofenac)

Maximale

Plasma­konzen­tration

Cmax (ng/ml)


1920,04 ± 739,81


1900,96 ± 693,03

Zeitpunkt der

Maximalen Konzen­tra­tion tmax (h)


0,60 ± 0,15


0,60 ± 0,25

Fläche unter der Kur­ve

AUC 0- (h x ng/ml)


2855,55 ± 689,10


2718,19 ± 879,04

Pharmakokinetische Parameter (Angabe der arithmetischen Mittelwerte* mit Standardabweichung).


Die für die Parameter Fläche unter der Kurve (AUC) und maximale Plasmakon­zentration (Cmax)zu berücksichtigenden Konfidenzintervalle (nach ANOVA und/oder ANOVAlogund/oder Wilcoxon)erfüllen ebenso wie andere Vorgaben die Bedingungen an eine positive Bioäquiva­lenzbeur­teilung.


A bb.3Mittlere Plasmaspiegelverläufe* im Vergleich zu einem Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm


[* Da die Cmax-Werte bei den Probanden zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten können, sind Differenzen zwischen dem arithmetischen Mittelwert für Cmaxder jeweiligen Tabelle und der entsprechenden graphischen Mittelwertskurve möglich.

In der graphischen Darstellung (Konzentration-Zeit-Diagramme) sind die Mittelwertskurven, die sich aus den gemessenen Einzelprofilen ergeben, abgebildet.]



5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität

Die Prüfung der akuten Toxizität im Tierversuch hat keine besondere Empfindlichkeit ergeben.

Vergiftungssymptome siehe Ziffer 4.9.


Chronische Toxizität


Die chronische Toxizität wurde an Ratten, Hunden und Affen untersucht. Unterschiedlich nach Spezies traten im toxischen Bereich Ulcerationen

im Magen-Darm-Trakt und Veränderungen im Blutbild ab Dosen über 0,5 bzw. 2,0 mg/kg auf.


Mutagenes und tumorerzeugendes Potential


In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen zur Mutage­nität ergaben keine Hinweise auf mutagene Wirkun­gen des Diclofenac. In Studien zum tumorerzeu­genden Potential von Diclofenac an Ratten und Mäusen wurden keine Hinweise auf tumorerzeugende Effekte des Diclofenac gefunden.


Reproduktionstoxikologie

Das embryotoxische Potential von Diclofenac wurde an 3 Tierarten (Ratte, Maus, Kaninchen) unter­sucht. Fruchttod und Wachstumsretardierung traten bei Dosen im maternal-toxischen Bereich auf. Miss­bildungen wurden nicht beobachtet.


Tragzeit und Dauer des Geburtsvorgangs wurden durch Diclofenac verlängert. Eine nachteilige Wirkung auf die Fertilität wurde nicht

fest­ge­stellt. Dosen unterhalb der maternaltoxischen Grenze hatten keinen Einfluss auf die postnatale Entwicklung der Nachkommen.


PHARMAZEUTISCHE ANGABEN


6.1 Hilfsstoffe

Effekton enthält die nachfolgend genannten Hilfsstoffe:

Effekton 25 mg magensaftresistente Tabletten

Effekton 50 mg magensaftresistente Tabletten

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum, Povidon, Magnesiumstearat, Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (Euragit L 30 D-55), Macrogol 6000, Polysorbat 60, Farbstoff E 171.

Effekton 100 mg Retardtabletten


Hochdisperses Siliciumdioxid, Cetylstearylalkohol, Magnesiumstearat, Povidon, Sucrose, Talkum, Hypromellose, Macrogol, arabi­sches Gummi, Carnaubawachs, Copovidon, Farbstoffe E 171, E 172.


Effekton 100 mg Zäpfchen


Hartfett.


6.2 Inkompatibilitäten


Bisher keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.


Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.


Besondere Lagerungshinweise


Keine.


Art und Inhalt des Behältnisses


Effekton 25 mg magensaftresistente Tabletten
20 magensaftresistente Tabletten [N1]
50 magensaftresistente Tabletten [N2]
100 magensaftresistente Tabletten [N3]

Effekton 50 mg magensaftresistente Tabletten
20 magensaftresistente Tabletten [N1]
50 magensaftresistente Tabletten [N2]
100 magensaftresistente Tabletten [N3]

Effekton 100 mg Retardtabletten
20 Retardtabletten [N1]
50 Retardtabletten [N2]
100 Retardtabletten [N3]

Effekton 100 mg Zäpfchen
10 Zäpfchen[N1]
AP 100 Zäpfchen (10 x 10)


Hinweise für die Handhabung und Entsorgung


Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.


PHARMAZEUTISCHER UNTERNEHMER

Teofarma Srl – Via F.Ili Cervi, 8 – I 27010 Valle Salimbene, Pavia, Italien


ZULASSUNGSNUMMER


Effekton® 25/50 mg magensaftr. Tabl.: 7099.00.01/4459.00.00

Effekton® 100 mg Retardtabl.: 4459.00.01

Effekton® 100 mg Zäpfchen: 4459.01.02


DATUM DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG


Effekton® 25 mg magensaftr.: 21.11.88 /25.11.98

Effekton® 50 mg magensaftr., Effekton® 100 mg Retardtabl.,

Effekton® 100 mg Zäpfchen: 21.03.84/23.03.99


STAND DER INFORMATION

Juli 2003


VERSCHREIBUNGSPFLICHTSTATUS/APOTHEKENPFLICHT


Verschreibungspflichtig.