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Eudorlin Schmerztabletten

Document: 22.07.2002   Gebrauchsinformation (deutsch) change



Liebe Patientin, lieber Patient!


Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.



Gebrauchsinformation



Eudorlin Schmerztabletten


Wirkstoffe: Acetylsalicylsäure

Coffein


Zusammensetzung


Arzneilich wirksame Bestandteile

1 Tablette enthält: 400 mg Acetylsalicylsäure und

50 mg Coffein.


Sonstige Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke


Darreichungsform und Inhalt


Eudorlin Schmerztabletten sind in Packungen zu 20 Tabletten (N2) erhältlich,


Acetylsalicylsäure ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Analgetika/Antipyretika (Schmerzhemmer/Fiebersenker).


Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller


BERLIN-CHEMIE AG

Glienicker Weg 125

D-12489 Berlin


Anwendungsgebiete


Leichte bis mäßig starke Schmerzen.


Hinweis:

Eudorlin Schmerztabletten sollen jedoch bei Kindern und Jugendlichen mit fieber-haften Erkrankungen wegen des möglichen Auftretens eines Reye-Syndroms (einer sehr seltenen, aber lebensbedrohlichen Krankheit) nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken.


Schmerzmittel sollen längere Zeit oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes eingenommen werden.


Gegenanzeigen


Wann dürfen Sie Eudorlin Schmerztabletten nicht einnehmen?

Eudorlin Schmerztabletten dürfen nicht eingenommen werden bei Magen- und

Darm-Geschwüren, krankhaft erhöhter Blutungsneigung sowie bei Salicylsäure-

überempfindlichkeit.

Eudorlin Schmerztabletten dürfen nach der 36. Schwangerschaftswoche nicht mehr eingenommen werden.

Eudorlin Schmerztabletten sind für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet.


Wann dürfen Sie Eudorlin Schmerztabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?

Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Eudorlin Schmerztabletten nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Sie sollten Eudorlin Schmerztabletten nur mit besonderer Vorsicht (d. h. in größeren Einnahmeabständen oder in verminderter Dosis) und unter ärztlicher Kontrolle einnehmen bei gleichzeitiger Therapie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln

(z. B. Cumarinderivate, Heparin), bei Asthma bronchiale und bei einer Überempfind-lichkeit gegen andere Entzündungshemmer/Antirheumatika oder andere allergene Stoffe.

Bei chronischen und wiederkehrenden Magen- und Darm-Beschwerden, bei Nieren-funktionsstörungen oder vorgeschädigter Niere, bei schweren Leberfunktionsstörun-gen (z. B. durch chronischen Alkoholmißbrauch oder Leberentzündungen) dürfen Eudorlin Schmerztabletten gleichfalls nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.


Coffein soll nur in niedriger Dosierung (ca. 100 mg entspricht zwei Tabletten Eudorlin Schmerztabletten) bzw. unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden:


Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eudorlin Schmerztabletten sollen während der Schwangerschaft nicht eingenom-men werden, da die Sicherheit der Einnahme nicht belegt ist. In den letzten 3 Mona-ten der Schwangerschaft dürfen Eudorlin Schmerztabletten wegen des Gehaltes an Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden, da ein erhöhtes Risiko von Komplika-tionen bei der Geburt für Mutter und Kind besteht.


Hinweis:

Wird während einer längeren Einnahme des Präparates eine Schwangerschaft festgestellt, so ist der Arzt zu informieren.

Die Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über. Bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis wird eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforder-lich sein. Das Befinden und Verhalten des Säuglings kann durch mit der Muttermilch aufgenommenes Coffein beeinträchtigt werden. Bei längerer Einnahme höherer Dosen sollte abgestillt werden.


Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Über die Einnahme bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Darüber hinaus sollen Eudorlin Schmerztabletten wegen des Anteils an Acetylsalicylsäure bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche Anweisung und nur dann eingenommen werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Sollte es bei diesen Erkrankungen zu langanhaltendem Erbrechen kommen, so kann dies ein Zeichen des Reye-Syndroms sein, einer sehr seltenen, aber u. U. lebensbedrohlichen Krankheit, die unbedingt sofortiger ärztlicher Behandlung bedarf.


Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise


Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Patienten, die an Asthma, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellungen (Nasen-polypen) oder chronischen Atemwegsinfektionen (besonders gekoppelt mit heu-schnupfenartigen Erscheinungen) leiden und Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Schmerz- und Rheumamittel aller Art sind bei Einnahme von Eudorlin Schmerztabletten durch Asthmaanfälle gefährdet (sog. Analgetika-Intoleranz/-Anal-getika-Asthma). Solche Patienten sollten vor Einnahme den Arzt befragen. Das gleiche gilt für Patienten, die auch gegen andere Stoffe überempfindlich (allergisch) reagieren, wie z. B. mit Hautreaktionen, Juckreiz oder Nesselfieber.

Bei Einnahme vor operativen Eingriffen ist der Arzt/Zahnarzt zu befragen bzw. zu informieren.

Bei Patienten, die in der Vergangenheit bereits unter Magen- und Darm-Geschwüren gelitten haben, und bei Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden sowie bei Patien-ten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion oder Herzinsuffizienz ist eine besonders sorgfältige Überwachung der Behandlung erforderlich. Bei Auftreten von schwarzem Stuhl (Teerstuhl) ist sofort der Arzt zu benachrichtigen.

Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung. Bei vorbelasteten Patienten kann dies unter Umständen einen Gichtanfall auslösen. Durch die fiebersenkende Wirkung kann eine Besserung der Erkrankung vorge-täuscht werden. Gegebenenfalls ist ärztlicher Rat einzuholen.


Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.


Worauf müssen Sie noch achten?

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Bei längerem hochdosierten, nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von Schmerz-mitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen. In solchen Fällen darf ohne eine ärztliche Beratung keine weitere Einnahme des Schmerzmittels erfolgen.

Bei abruptem Absetzen nach längerem hochdosierten, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskel-schmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten. Diese Absetzsympto-matik klingt innerhalb weniger Tage ab. Bis dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.


Wechselwirkungen mit anderen Mitteln


Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Eudorlin Schmerztab-

letten, und was müssen Sie beachten, wenn Sie zusätzlich andere Arzneimittel

einnehmen?

Bitte beachten Sie, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arznei-mittel gelten können.

Durch den Acetylsalicylsäureanteil können verstärkt werden die Wirkungen gerin-nungshemmender Arzneimittel, z. B. Cumarinderivate und Heparin, das Risiko einer Magen-Darm-Blutung bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikoiden oder bei gleich-zeitigem Alkoholkonsum, die Wirkungen aller nichtsteroidalen Rheumamittel, die Wirkung von blutzuckersenkenden Arzneimitteln (Sulfonylharnstoffe), die uner-wünschten und erwünschten Wirkungen von Methotrexat, die Wirkung von chemo-therapeutisch wirksamen Sulfonamiden inklusive Cotrimoxazol, die Wirkung von Trijodthyronin, die Wirkung von Valproinsäure und die Plasmakonzentration von Digoxin oder Barbituraten sowie von Lithium.

Vermindert werden die Wirkungen von speziellen harntreibenden Mitteln (Aldoste-ronantagonisten, wie Spironolacton und Canrenoat, Schleifendiuretika, wie Furose-mid), harnsäureausscheidenden Gichtmitteln und Bluthochdruckmitteln (Antihyper-tonika). Eudorlin Schmerztabletten sollen daher nicht zusammen mit einem der hier angegebenen Stoffe eingenommen werden, ohne daß der Arzt ausdrücklich die Anweisung gegeben hat.

Coffein vermindert die dämpfenden Wirkungen zahlreicher Substanzen, wie z. B. Barbiturate, Antihistaminika etc. Coffein erhöht die herzschlagbeschleunigenden Wirkungen von z. B. Sympathomimetika, Thyroxin etc. Bei Substanzen mit breitem Wirkungsspektrum können die Wechselwirkungen im einzelnen unterschiedlich und nicht voraussehbar sein (z. B. Benzodiazepine). Orale Kontrazeptiva (Pille), Cimeti-din und Disulfiram vermindern den Coffeinabbau in der Leber, Barbiturate und Rauchen beschleunigen ihn. Die Ausscheidung von Theophyllin wird durch Coffein herabgesetzt. Coffein erhöht das Abhängigkeitspotential von Substanzen vom Typ des Ephedrins.

Die gleichzeitige Verabreichung von Gyrasehemmstoffen des Chinoloncarbonsäure-typs kann die Ausscheidung von Coffein und seinem Abbauprodukt Paraxanthin verzögern.


Welche Genußmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Während der Einnahme von Eudorlin Schmerztabletten sollte Alkoholgenuß möglichst vermieden werden.


Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung


Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Eudorlin Schmerztabletten nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Einnahmevorschriften, da Eudorlin Schmerztabletten sonst nicht richtig wirken können!


Wieviel und wie oft sollten Sie Eudorlin Schmerztabletten einnehmen?

Bei kurzfristiger Einnahme von Eudorlin Schmerztabletten ohne ärztliche oder zahn-ärztliche Überwachung nehmen Erwachsene und Jugendliche 1 Tablette (entspre-chend 400 mg Acetylsalicylsäure plus 50 mg Coffein) bis zu viermal am Tag. Als Tageshöchst-dosis sollten 4 Tabletten nicht überschritten werden.

Bei ärztlicher oder zahnärztlicher Verordnung kann die Einzeldosis auf bis zu 2 Tablet-ten und die Tagesgesamtdosis auf bis zu 8 Tabletten erhöht werden.



Wie und wann sollten Sie Eudorlin Schmerztabletten einnehmen?

Nehmen Sie die Tabletten entweder in etwas Flüssigkeit gelöst oder unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein. Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann zu einem verzögerten Wirkungseintritt führen.


Wie lange sollten Sie Eudorlin Schmerztabletten einnehmen?

Nehmen Sie Eudorlin Schmerztabletten ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3-4 Tage ein.


Überdosierung und andere Anwendungsfehler


Was ist zu tun, wenn Eudorlin Schmerztabletten in zu großen Mengen eingenom-men wurden (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?

Als mögliche Symptome einer akuten Vergiftung können Blutzuckerabfall (Hypo-glykämie), Hautausschläge sowie Magen-Darm-Blutungen, Hyperventilation, Beein-trächtigung von Hören und Sehen, Kopfschmerzen und Verwirrtheitszustände in Erscheinung treten. Bei schweren Vergiftungen können Delirien, Zittern, Atemnot, Schweißausbrüche, Flüssigkeitsverlust, Erhöhung der Körpertemperatur und Koma auftreten.

Vergiftungssymptome durch Coffein (zentralnervöse Symptome, Herz-Kreislauf-Reaktionen bis hin zu Myokardschäden) können zusätzlich auftreten bei Einnahme großer Mengen in kurzer Zeit.

Bei Verdacht einer Überdosierung verständigen Sie umgehend einen Arzt und unterlassen Sie jede weitere Medikamenteneinnahme.


Nebenwirkungen


Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Eudorlin Schmerztabletten auftreten?

Sollten während der Einnahme von Eudorlin Schmerztabletten andere, zusätzliche Nebenwirkungen auftreten, die im folgenden nicht erwähnt sind, so teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Als unerwünschte Begleiterscheinungen können Magenbeschwerden und Mikroblu-tungen auftreten. Gelegentlich kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen. Selten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen (Anfälle und Atemnot, Hautreaktionen), Magenblutungen und die Bildung von Magengeschwüren beobachtet. Bei vorbelasteten Personen ist in Einzelfällen ein Bronchialkrampf ausgelöst worden (Analgetika-Asthma).

In Einzelfällen ist im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter entzündungshemmender Arzneimittel (nichtsteroidale Antiphlogistika; zu diesen gehört auch Acetylsalicylsäure) eine Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasciitis) beschrieben worden.

Wenn während der Einnahme von Eudorlin Schmerztabletten Zeichen einer Infektion (z. B. Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz, Fieber) neu auftreten oder sich verschlimmern, sollte daher unverzüglich der Arzt zu Rate gezogen werden.

Der Coffeinanteil kann zu Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Herzrasen oder Magenbe-schwerden führen.

Eine Überdosierung oder eine langandauernde, chronische Einnahme kann zu zentralnervösen Störungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Ohrenklingen, Sehstörungen oder Benommenheit sowie zu Blutarmut durch Eisen-mangel, Störungen des Säure-Basen-Haushaltes und zur Nierenschädigung führen (s. a. “Überdosierung”).

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sind Eudorlin Schmerztabletten abzusetzen und sofort Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen.


Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels


Das Verfallsdatum des Arzneimittels ist auf der Faltschachtel und der Durchdrück-folie aufgedruckt. Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!


Wie sindEudorlin Schmerztabletten aufzubewahren?

Nicht über 25° C lagern.


Stand der Information


Juli 2002



Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren!



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