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Furobeta 500

Document: 10.06.2008   Gebrauchsinformation (deutsch) change

Gebrauchsinformation

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.


Furobeta 500

Tabletten

Furosemid 500 mg


Zusammensetzung

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

1 Tablette enthält 500 mg Furosemid.


Sonstige Bestandteile:

mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Lac­­­to­­­se-Mo­no­hydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Mag­ne­si­um­ste­a­rat (Ph.Eur.), Hy­pro­lose.


Darreichungsform und Inhalt

Furobeta500 ist in Originalpackungen mit 20 (N1), 50 (N2) und 100 (N3) Tab­let­ten erhältlich.


Stoff- oder Indikationsgruppe

Harntreibendes Mittel


Pharmazeutischer Unternehmer

betapharmArzneimittel GmbH

Kobelweg 95, 86156 Augsburg

Tel.: 08 21/74 88 10, Fax: 08 21/74 88 14 20


Herstellung im Auftrag der betapharm:

AMAREG GmbH

Donaustaufer Str. 378, 93055 Regensburg


Anwendungsgebiete

Die Anwendung der hochdosierten Zube­reitung Furobeta500 ist aus­schließ­­­­lich bei Pa­tienten mit stark verminderter Glo­me­ru­lum­filtration (Glo­­me­ru­lum­filtrat­werte kleiner als 20 ml/min) angezeigt:

- verminderte Harnproduktion (Oligurie) bei fortgeschrittener Nie­ren­in­suffi­zi­enz und Niereninsuffizienz im Endstadium (prädialytisches und dialyse­be­dürftiges Stadium), wenn Öde­me und/oder Bluthochdruck vorliegen, bzw. zur Auf­rechterhaltung einer Rest­diurese (der die Harnausscheidung steigernde Ef­fekt sollte durch ge­le­gentliche Auslass­ver­suche überprüft wer­den).


Gegenanzeigen

Wann darf Furobeta500 nicht angewendet werden?

Furobeta500 darf nicht angewendet werden bei:

- Nierenversagen mit fehlender Harnproduktion (Anurie)

- Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen (Coma und Praecoma he­­pa­ti­cum)

- schweren Kaliummangelzuständen (schwerer Hypokaliämie)

- schweren Natriummangelzuständen (schwerer Hyponatriämie)

- verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie) oder Mangel an Kör­­perwasser (Dehydratation)

- Überempfindlichkeit gegen Furosemid, Sulfonamide oder einen der sons­­ti­gen Bestandteile

- stillenden Frauen

- normaler Nierenleistung sowie eingeschränkter Nierenfunktion mit Glo­­­me­­ru­­­lum­filtratwerten größer als 20 ml/min, da in diesen Fällen die Ge­fahr ei­nes zu star­ken Flüssigkeits- und Elek­tro­lyt­ver­lus­tes be­steht.


Wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie eine Unverträglichkeit ge­gen­­über einigen Zuckern haben, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.


Wann dürfen Sie Furobeta500 erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt an­wenden?

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Furobeta500 nur unter be­stimm­­ten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen dür­fen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese An­gaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.


Nur mit besonderer Vorsicht dürfen Sie Furobeta500 anwenden bei:

- stark erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie)

- bereits bestehender oder bisher nicht in Erscheinung getretener Zuckerkrankheit (manifestem oder latentem Diabetes mellitus); re­gelmäßige Kon­trolle des Blutzuckers ist erforderlich

- Gicht (regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum)

- Harnabflussbehinderung (z. B. bei Prostatahypertrophie, Hydroneph­ro­se, Ureterstenose)

- einem verminderten Eiweißgehalt im Blut (Hypoproteinämie), z. B. bei neph­rotischem Syndrom (vorsichtige Einstellung der Dosierung)

- Leberzirrhose und gleichzeitiger Nierenfunktionseinschränkung

- Patienten, die durch einen unerwünscht starken Blutdruckabfall be­sonders gefährdet wären, z. B. Patienten mit Durchblutungsstö­run­gen der Hirnge­fäße (zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen) oder der Herzkranzge­fäße (koronarer Herzkrankheit)

- Frühgeborenen (Gefahr der Entwicklung von Nierenverkalkungen/Nierensteinen [Nephrocalcinose/Nephrolithiasis]); Überwachungsmaßnahmen: Nierenfunktionskontrolle, Nierensonographie.


Hinweis:

Bei Frühgeborenen mit Zuständen, die mit Atemnot einhergehen (Atem­not­syn­drom), kann eine harntreibende (diuretische) Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen das Risiko eines persis­tie­renden Ductus ar­teri­o­sus Botalli (sich nicht schließender Verbindungsgang zwischen Körper- und Lun­genkreislauf) erhöhen.


Was muss in Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?

Furobeta500 ist in der Schwangerschaft nur anzuwenden, wenn es zwin­gend er­forderlich ist, denn der Wirkstoff Furosemid passiert die Pla­zenta.


Furosemid wird in die Muttermilch ausgeschieden und hemmt die Produktion der Mut­termilch. Frauen dürfen daher nicht stillen, wenn sie mit Furobeta 500 be­han­delt werden. Gegebenenfalls ist abzustillen.


Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendungund Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Während einer Langzeittherapie mit Furobeta500 sollten die Elektroly­te im Blut (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium), Bicarbonat, Kreatinin, Harn­­stoff und Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden. Eine be­sonders enge Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit ei­­nem hohen Ri­siko Elektrolytstörungen zu entwickeln oder im Falle eines stär­­keren Flüssigkeitsverlustes (z. B. durch Erbrechen, Durchfall oder intensives Schwitzen). Hypovolämie oder Dehydratation sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure-Basen-Haushalt müssen korrigiert wer­­den. Dies kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Furobeta500 erfordern.

Der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsver­lust soll­te unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht über­schreiten.


Bei Patienten mit Blasenentleerungsstörungen (Miktionsstörungen, z. B. bei Pa­­­tienten mit Prostatahyperplasie) muss für freien Harnabfluss gesorgt wer­den, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre mit Überdeh­nung der Blase führen kann.

Beim nephrotischen Syndrom muss wegen der Gefahr vermehrt auf­tre­ten­der Nebenwirkungen vorsichtig dosiert werden.


Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Ma­schi­nen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?

Dieses Arzneimittel kann auch bei be­stim­mungs­ge­mäßem Ge­brauch das Re­ak­tions­ver­mögen soweit ver­­ändern, dass die Fähigkeit zur ak­ti­ven Teilnahme am Stra­ßen­verkehr, zum Bedienen von Ma­schi­nen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt be­ein­trächtigt wird. Dies gilt in ver­stärktem Ma­ße bei Be­handlungsbeginn, Do­sis­er­höhung und Präparatewechsel sowie im Zu­­sam­­­men­wir­ken mit Alkohol.


Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Furobeta 500 und was müssen Sie beachten, wenn Sie zusätzlich an­dere Arz­­nei­mit­tel einnehmen?

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden ist zu beachten, dass bei ei­­nem sich unter Therapie mit Furobeta500 entwickelnden Ka­­li­um­man­­gel­zu­stand (Hypokaliämie) und/oder Magnesiummangelzustand (Hy­po­mag­ne­si­ämie) die Empfindlichkeit des Herzmuskels (My­okards) ge­gen­über Herzglykosiden erhöht ist.


Es besteht ein erhöhtes Risiko für Kammerarrhythmien (inklusive Torsades de pointes) bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ein Syndrom des verlängerten QT-Intervalles verursachen können (z. B. Ter­fe­na­din, einige Antiarrhythmika der Klassen I und III) und dem Vorlie­gen von Elek­trolytstörun­gen.


Die gleichzeitige Anwendung von Furobeta500 und Glukocorticoiden, Car­­be­noxolon oder Abführmitteln (Laxantien) kann zu verstärkten Ka­li­­um­ver­lus­ten führen. Lakritze wirkt in dieser Hinsicht wie Carbenoxolon.


Mittel mit entzündungshemmender Wirkung (nichtsteroidale Antiphlo­gis­tika, z. B. Indometacin und Acetylsalicylsäure) können die Wirkung von Furobeta500 abschwächen. Bei Patienten, bei denen sich unter Furobeta 500 die zir­kulierende Blutmenge vermindert (Hypovolämie) oder bei Mangel an Körperwasser (Dehydratation), kann die gleichzei­ti­ge Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika ein akutes Nierenversa­gen auslösen. Die Toxizität hochdosier­ter Salicylate kann bei gleichzeitiger Anwendung von Furobeta 500 verstärkt wer­den.


Probenecid, Methotrexat und andere Arzneimittel, die wie Furosemid in der Nie­re beträchtlich tubulär sezerniert werden, können die Wirkung von Furobeta500 abschwächen. Umgekehrt kann Furobeta500 die re­nale Eli­mi­nation die­ser Arzneimittel verringern. Bei hochdosierter Be­hand­lung (ins­besondere so­wohl mit Furobeta500 als auch dem anderen Arzneimit­tel) kann dies zu er­höhten Serumspiegeln und einem größe­ren Nebenwir­kungs­­risiko durch Furobeta 500 oder die Begleitmedi­ka­tion führen.


Furobeta500 kann die toxischen Effekte nierenschädigender (neph­ro­to­xi­­scher) Antibiotika (z. B. Aminoglykoside, Cephalosporine, Polymy­xi­ne) ver­stär­ken.


Die gehörschädigende Wirkung (Ototoxizität) von Aminoglykosiden (z. B. Ka­na­mycin, Gentamicin, Tobramycin) und anderen ototoxischen Arz­neimit­teln kann bei gleichzeitiger Gabe von Furobeta500 verstärkt wer­­den. Auf­tretende Hör­störungen können irreversibel sein. Die gleich­zei­ti­ge Anwendung der vorgenannten Arzneimittel sollte daher ver­mieden wer­den.


Bei gleichzeitiger Anwendung von Cisplatin und Furobeta500 ist mit der Mög­­­lich­keit eines Hörschadens zu rechnen. Wird bei einer Cis­pla­tin­be­hand­­lung eine verstärkte Harnausscheidung (forcierte Diurese) mit Furose­mid angestrebt, so darf Furosemid nur in niedriger Dosis (z. B. 40 mg bei nor­maler Nierenfunktion) und bei positiver Flüssigkeitsbilanz ein­gesetzt wer­den. An­dernfalls kann es zu einer Verstärkung der Neph­rotoxizität von Cisplatin kommen.


Bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin wurde eine Wirkungsabschwächung von Furobeta500 beschrieben.


Die Wirkung anderer blutdrucksenkender Arzneimittel kann durch Furobeta 500 verstärkt werden. Massive Blutdruckabfälle bis hin zum Schock und ei­ne Ver­schlechterung der Nierenfunktion (in Einzelfällen aku­tes Nierenversa­gen) wurden in Kombination mit ACE-Hemmern be­obachtet, wenn der ACE-Hemmer zum ersten Mal oder erstmals in höherer Dosierung ge­geben wurde (Erstdosis-Hypotonie). Wenn möglich sollte die Furobeta500-Therapie daher vorübergehend eingestellt oder wenigstens die Do­­sis für drei Tage reduziert werden, be­vor die Therapie mit einem ACE-Hem­mer begonnen oder seine Dosis er­höht wird.


Die Wirkung von blutzuckersenkenden Arzneimitteln (Antidiabetika) oder pres­sorischen Aminen (z. B. Epinephrin, Norepinephrin) kann bei gleich­zei­ti­ger Anwendung von Furobeta500 abgeschwächt sein.



Die Wirkung von Theophyllin oder curareartigen Muskelrelaxantien kann durch Furobeta500 verstärkt werden.



Die gleichzeitige Gabe von Furobeta500 und Lithium führt über ei­ne ver­­min­­derte Lithiumausscheidung zu einer Verstärkung der herz- und ner­­ven­­schädigenden (kardio- und neurotoxischen) Wirkung des Lithiums. Da­her wird empfohlen, bei Patienten, die diese Kombination erhalten, den Lithi­um­plas­maspiegel sorgfältig zu überwachen.



In einzelnen Fällen kann es nach intravenöser Gabe von Furosemid in­nerhalb von 24 Stunden nach Einnahme von Chloralhydrat zu Hitze­ge­fühl, Schweiß­ausbruch, Unruhe, Übelkeit, Blutdruckanstieg und Ta­chykardie kommen. Die gleichzeitige Anwendung von Furobeta500 und Chloralhydrat ist daher zu vermeiden.



Die zeitgleiche Einnahme von Furobeta500 und Sucralfat ist zu vermei­den, da Sucralfat die Aufnahme von Furobeta500 vermindert und so­mit des­sen Wir­kung abschwächt.



Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arz­neimittel gelten können.


Dosierungsanleitung,Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Furobeta500 nicht an­­­ders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Furobeta 500 sonst nicht richtig wirken kann!


Wieviel von Furobeta500 und wie oft sollte Furobeta500 an­ge­­wen­det wer­den?

Die Dosierung soll individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - fest­­­gelegt und ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden. Soweit nicht anders verordnet, gelten für Erwachsene folgende Do­sie­rungsrichtlinien:


Verminderte Harnproduktion (Oligurie) bei fortgeschrittener Nie­ren­in­suf­fi­zi­­enz und Niereninsuffizienz im Endstadium (prädialytisches unddi­alyse­be­­dürftiges Stadium):

Zur Steigerung der Harnausscheidung (Diurese) können unter Kon­trolle des Hydratationszustandes und der Serumelektrolyte Tagesdosen bis zu 2 Tab­letten Furobeta500 (entsprechend bis zu 1000 mg Furosemid) gegeben werden. Durch gelegentliche Auslassversuche sollte überprüft werden, ob Furosemid weiterhin zu einer Steigerung der Harnausscheidung führt.


Bei Patienten mit chronischer Nie­ren­in­suf­fizienz muss die Dosis sorg­fältig eingestellt werden, so dass die Aus­schwem­mung von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe allmählich er­folgt.


Es ist stets die niedrigste Dosis anzuwenden, mit der der gewünschte Effekt erzielt wird.


Erst bei ungenügendem Ansprechen auf ei­ne orale Dosis von 120 mg Furosemid pro Tag kann auf Furobeta500 übergegangen werden. Da­bei kann die Dosis von 250 mg Furosemid (z. B. Furobeta 250 mg) auf bis zu 2 Tab­let­­ten Furobeta500 (entsprechend 1000 mg Fu­ro­semid) ge­­stei­gert wer­­den.


Wie und wann sollte Furobeta500 angewendet werden?

Die Tabletten sind nüchtern und unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. ½ bis 1 Glas) einzunehmen.


Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie rich­­tet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.


Überdosierungund andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Furobeta500 in zu großen Mengen ein­ge­nom­­men wur­de (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit größeren Mengen von Furobeta 500 ist sofort ein Arzt zu benachrichtigen. Dieser kann entsprechend der Schwe­re der Überdosierung über die gegebenenfalls er­forderlichen Maß­nah­men entscheiden.


a) Anzeichen einer Überdosierung:

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des Wasser- und Elektrolytverlustes abhängig.


Überdosierung kann zu vermindertem Blutdruck (Hypotonie) und Kreis­lauf­stö­rungen beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulati­ons­­störungen), Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hy­ponatriämie, Hypochlorämie) oder Alkalose führen.


Bei stärkeren Flüssigkeitsverlusten kann es zu "Entwässerung" und als Fol­­ge einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolämie) zum Kreis­­­laufkollaps und zur Bluteindickung (Hämokonzentration) mit Throm­bo­se­­neigung kommen.


Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten können delirante Zu­stands­­bil­­der auftreten. Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symp­tome: Schweiß­ausbrüche, Übelkeit, Zyanose, starker Blutdruck­abfall, Be­wusst­seins­stö­run­gen bis hin zum Koma u. a.) auf.


b) Therapie von Vergiftungen:

Bei Überdosierung oder Anzeichen einer Hypovolämie (Hypotonie, or­thostatische Regulationsstörungen) muss die Behandlung mit Furobeta 500 so­­fort abgesetzt werden.


Bei nur kurze Zeit zurückliegender oraler Aufnahme empfehlen sich Maß­nahmen der primären Giftelimination (induziertes Erbrechen, Ma­gen­spülung) und resorptionsmindernde Maßnahmen (medizinische Koh­le).


In schweren Fällen müssen die vitalen Parameter überwacht sowie wie­der­holt Kontrollen des Wasser- und Elektrolyt-Haushaltes, des Säu­re-Basen-Haus­­haltes, des Blutzuckers und der harnpflichtigen Sub­stanzen durchgeführt und Abweichungen gegebenenfalls korrigiert werden.


Bei Patienten mit Blasenentleerungsstörungen (z. B. bei Patienten mit Pros­­ta­ta­hy­­perplasie) muss für freien Harnabfluss gesorgt werden, da ei­ne plötzlich einset­zen­­de Harnflut zu einer Harnsperre mit Überdeh­nung der Bla­se führen kann.


Therapie bei Hypovolämie (verminderte zirkulierende Blutmenge): Vo­lu­­men­sub­sti­tu­tion (Ausgleich des Blut- und Flüssigkeitsverlustes)

Therapie bei Hypokaliämie (Kaliummangelzustand):Kaliumsubstitution (Ausgleich des Kaliummangels)

Therapie bei Kreislaufkollaps:Schocklagerung, falls nötig Schockthera­pie


Was müssen Sie beachten, wenn Sie zu wenig Furobeta500 ein­ge­­nom­men oder die Einnahme vergessen haben?

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht etwa die doppelte Menge ein, son­dern füh­ren Sie die Einnahme in der verordneten Dosierung fort.


Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Furobeta500 auf­treten?

Häufig werden während einer Therapie mit Furobeta500 als Folge der ver­­mehr­ten Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung Störungen im Elek­tro­lyt- und Flüssigkeitshaushalt beobachtet. Daher sind regelmäßi­ge Kontrollen der Se­­rumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium und Calcium) an­ge­­zeigt.


Die mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrundeliegende Erkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Be­gleit­­me­di­ka­ti­­on (s. Abschnitt "Wechselwirkungen") und Ernährung be­ein­flusst.


Bei übermäßiger Harnausscheidung (Diurese) können Kreislaufbeschwerden, insbesondere bei älteren Patienten und Kindern, auftreten, die sich vor al­­lem als Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Mundtro­cken­heit und Durst, verminderter Blutdruck (Hypotonie) und Kreislaufstörungen mit vermin­der­­­tem Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Ste­hen (orthostatische Re­gu­­lationsstörungen) äußern. Bei sehr starker (exzessiver) Diurese kann es zu "Entwässerung" (Dehyd­ra­­tation) und als Folge einer verminderten zirkulie­ren­den Blutmenge (Hypovolämie) zum Kreislaufkollaps und zur Bluteindi­ckung (Hämokonzentration) kom­­men. Als Folge der Hämokonzentration kann - ins­besondere bei älteren Patienten - eine erhöhte Neigung zu Thrombosen auf­treten.


Infolge erhöhter Natriumverluste über die Nieren kann es - insbesonde­re bei eingeschränkter Zufuhr von Salz (Natriumchlorid) - zu Natrium­man­­gel­zu­­stän­­den (Hyponatriämie) mit entsprechender Symptomatik kom­men. Häu­fig beobachtete Symptome eines Natriummangelzustandes sind Teil­nahms­­lo­­sigkeit (Apathie), Wadenkrämpfe, Appetitlo­sig­keit, Schwächege­fühl, Schläf­­rigkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszustände.

Insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder er­höh­ten extrarenalen Kaliumverlusten (z. B. bei Erbrechen oder chroni­schem Durch­fall) kann als Folge erhöhter Kaliumausscheidung über die Niere ein Ka­liummangelzustand (Hypokaliämie) auftreten, der sich in Symp­tomen wie Muskelschwäche, Missempfindungen in den Gliedma­ßen (Parästhesien), Lähmungen (Paresen), Erbrechen, Verstopfung, über­mäßiger Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt (Meteorismus), über­mäßiger Harnausscheidung (Polyurie), krankhaft gesteigertem Durst­gefühl mit übermäßiger Flüs­sigkeitsaufnahme (Polydipsie) und Puls­unregelmäßigkeiten (z. B. Reizbildungs- und Reizleitungsstörun­gen des Herzens) äußern kann. Schwere Ka­liumverluste können zu ei­ner Darm­lähmung (paralytischer Ileus) oder zu Be­wusstseinsstörungen bis zum Koma führen.


Erhöhte Calciumausscheidung über die Niere kann zu einem Cal­ci­um­­man­­gel­zustand (Hypocalcämie) führen. Dieser kann in seltenen Fäl­len einen Zu­stand neuromuskulärer Übererregbarkeit (Tetanie) aus­lösen.


Bei Frühgeborenen, die mit Furosemid behandelt werden, können sich Nierensteine (Nephrolithiasis) und/oder Kalkablagerungen im Nieren­ge­webe (Neph­rocalcinose) entwickeln.


Bei Frühgeborenen mit Atemnotsyndrom kann eine harntreibende (di­uretische) Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen das Risiko ei­nes persistierenden Ductus arteriosus Botalli erhöhen.


Bei erhöhten Magnesiumverlusten über die Niere kann als Folge ein Mag­nesiummangelzustand (Hypomagnesiämie) auftreten, in seltenen Fäl­len wurde eine Tetanie oder das Auftreten von Herzrhythmusstörun­gen beobach­tet.


Als Folge der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste unter Behandlung mit Furobeta 500 kann sich eine metabolische Alkalose (Anstieg des pH-Wer­tes im Blut) entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Al­kalose verschlechtern.


Häufig kommt es unter Therapie mit Furobeta500 zu erhöhten Harn­säu­respiegeln im Blut (Hyperurikämie). Dies kann bei entsprechend veranlagten Pa­tienten zu Gichtanfällen führen.


Zustände mit erhöhtem Blutzucker (hyperglykämische Zustände) kommen häu­fig unter Furobeta500 vor. Dies kann bei Patienten mit bereits bestehen­der Zuckerkrankheit (manifester Diabetes mellitus) zu einer Verschlech­te­rung der Stoffwechsellage führen. Eine bisher nicht in Erscheinung getretene Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) kann in Erscheinung treten.


Unter Furobeta500 kann ein Anstieg der Blutfette (Cholesterin, Triglyce­ri­de) im Serum auftreten und ein vorübergehender Anstieg der harnpflichti­gen Sub­stanzen (Kreatinin, Harnstoff) im Serum beobachtet werden.


Symptome einer Harnabflussbehinderung (z. B. bei Prostatahypertrophie, Hyd­ronephrose, Ureterstenose) können durch Furobeta500 auftreten bzw. ver­schlechtert werden.


Unter der Behandlung mit Furobeta500 können gelegentlich allergi­sche Re­ak­tionen auftreten. Diese können als fieberhafte Zustände, Juck­reiz, Haut- und Schleimhautreaktionen (z. B. bullöse Exantheme, Urtikaria, Purpu­ra, Erythema multiforme, Dermatitis exfoliativa, Photo­sen­sibilität), Entzündun­gen der Blut­gefäße (Vaskulitis) oder Nieren­ent­zün­dungen (interstitielle Nephritis) in Er­scheinung treten.


Blutbildveränderungen können auftreten: Verringerung oder sonstige Verän­de­rungen der Blutzellenzahl (Thrombozytopenie, Leukopenie, Eo­sinophilie) oder Blutarmut durch vermehrten Zerfall roter Blutkörper­chen (hämolyti­sche Anämie), selten Anämie durch Blutbildungsstörung im Knochenmark (aplas­tische Anämie) oder hochgradi­ge Verminderung bestimmter weißer Blut­körperchen mit Infektneigung und schweren Allgemeinsymptomen (Agra­nulozytose).


Ein Schock infolge von Überempfindlichkeit (anaphylaktischer Schock) ist sel­ten.


Es kann zu Kribbeln oder taubem Gefühl in den Gliedmaßen (Par­äs­the­sien) kommen.


In seltenen Fällen kommt es - bedingt durch die gehörschädigende Wir­kung (Oto­toxizität) von Furobeta500 - zu meist wieder heilbaren (re­versiblen) Hör­störungen und/oder Ohrgeräuschen (Tinnitus aurium). Mit dieser Möglichkeit ist vor allem bei zu schnellem Spritzen in die Ve­ne (i. v.-Injektion) - ins­­­­besondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer Nierenfunktionsstörung oder bei vermindertem Eiweißgehalt im Blut (Hy­po­proteinämie, z. B. bei neph­rotischem Syndrom) - zu rechnen.


Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö) kom­men selten vor.


Einzelne Fälle von akut auftretender Bauchspeicheldrüsenentzündung (akuter Pankreatitis), intrahepatischer Cholestase und Erhöhung der Lebertransaminasen wurden beobachtet.


Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, auch solche, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.


Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und ge­ge­benenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.


Falls eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, in­formieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelne­ben­wirkungen (z. B. hämolytische Anämie, anaphylaktischer Schock) un­ter Umständen lebensbedrohlich werden können. Der Arzt entscheidet, welche Maßnahmen zu ergreifen sind und ob die Therapie wei­tergeführt werden kann.


Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Furobeta 500 nicht nochmals angewendet werden.


Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum dieses Arzneimittels ist auf der Faltschachtel und der Durch­drückpackung aufgedruckt. Verwenden Sie das Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!


Wie ist Furobeta500 aufzubewahren?

Bitte bewahren Sie Furobeta500 vor Licht geschützt und für Kinder un­­zu­gäng­lich auf!


Stand der Information

Juni 2008