iMedikament.de

Gluscan 500


3838

FA Anlage


zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 72415.00.00


___________________________________________________________


FB Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben



Fachinformation


FC 1. Bezeichnung des Arzneimittels


GLUSCAN 500, 500 MBq/ml, Injektionslösung

Fludeoxyglucose (18F)


FD 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 ml Injektionslösung enthält 500 MBq Fludeoxyglucose (18F) zum Datum und Zeitpunkt der Kalibrierung.


Die Radioaktivitätsmenge pro Durchstechflasche liegt im Bereich von 250 MBq bis 5000 MBq zum Datum und Zeitpunkt der Kalibrierung.


Fluor-18 zerfällt mit einer Halbwertszeit von 109,8 Minuten in stabilen Sauerstoff-18 unter Positronenemission mit einer maximalen Energie von 634 keV, gefolgt von einer Positron/Elektron-Paarvernichtung von 511 keV.


Dieses Arzneimittel enthält eine geringe Menge Ethanol (maximal 2,5 g/l)


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


FE 3. Darreichungsform


Injektionslösung.


Klare, farblose oder schwach gelbe Lösung.


FG 4. Klinische Angaben


FH 4.1 Anwendungsgebiete


Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.


Fludeoxyglucose (18F) ist indiziert für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET).


Onkologie

GLUSCAN 500 ist indiziert für die bildgebende Untersuchung am Patienten zur Beschreibung von Funktion und Erkrankungen im Rahmen onkologisch-diagnostischer Verfahren, mit dem diagnostischen Ziel der Darstellung einer verstärkten Glucoseaufnahme spezifischer Organe oder Gewebe.


Diagnose:


Bestimmung des Tumorstadiums


Kontrolle des Therapieansprechens


Rezidivnachweis bei begründetem Verdacht


Kardiologie

Bei der kardiologischen Indikation ist das diagnostische Ziel die Darstellung vitalen Myokardgewebes, das Glucose aufnimmt, aber minderdurchblutet ist, was im Vorfeld mit geeigneten bildgebenden Verfahren zur Darstellung des Blutflusses zu klären ist.

Vitalitätsprüfung des Myokards bei Patienten mit stark eingeschränkter Funktion des linken Ventrikels, die Kandidaten für eine Revaskularisation sind, wenn herkömmliche bildgebende Verfahren keinen Aufschluss geben.


Neurologie

Bei der neurologischen Indikation ist das diagnostische Ziel die Darstellung des interiktalen Glucose-Hypometabolismus.

Lokalisierung von Epilepsieherden in der prächirurgischen Beurteilung der partiellen temporalen Epilepsie


Infektiöse oder entzündliche Erkrankungen

Bei infektiösen oder entzündlichen Erkrankungen ist das diagnostische Ziel die Erfassung von Gewebe oder Strukturen mit vermehrten aktivierten weißen Blutzellen.

Bei infektiösen oder entzündlichen Erkrankungen sind folgende Indikationen ausreichend dokumentiert:


Lokalisation von Entzündungsherden zum Nachweis der Ursache einesFieber unbekannten Ursprungs.


Diagnose von Infektionen bei:

Bestimmung der Ausbreitung einer Entzündung bei:


Therapiekontrolle:

Lokalisation des aktiven Parasiten bei nicht resezierbarer Alveolarechinokokkose während einer medikamentösen Therapie sowie nach Beendigung der Therapie


FN 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Erwachsene und ältere Personen


Die empfohlene Aktivitätsmengefür Erwachsene liegt bei 100 bis 400 MBq (abhängig vom Körpergewicht des Patienten und Art der verwendeten Kamera) und wird durch direkte intravenöse Injektion appliziert.


Personen unter 18 Jahren


Für Patienten unter 18 Jahren liegen nur wenige klinische Daten zur Sicherheit und diagnostischen Wirksamkeit des Arzneimittels vor. Deshalb sollte vor einer Anwendung in der onkologischen Pädiatrie eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.


Die an Kinder und Jungendliche zu verabreichende Aktivität ist eine Teilmenge der empfohlenen Aktivität für Erwachsene und muss abgeleitet von der empfohlenen Aktivität für Erwachsene auf Basis der Körpermasse durch Multiplikation der für Erwachsene empfohlenenAktivitätsdosierung mit den nachfolgend in der Tabelle angegebenen Faktoren festgelegt werden (Angaben lt.Pädiatrischer Task Gruppe der EANM ):


3kg = 0.10

12kg = 0.32

22kg = 0.50

32kg = 0.65

42kg = 0.78

52 - 54kg = 0.90

4kg = 0.14

14kg = 0.36

24kg = 0.53

34kg = 0.68

44kg = 0.80

56 - 58kg = 0.92

6kg = 0.19

16kg = 0.40

26kg = 0.56

36kg = 0.71

46kg = 0.82

60 - 62kg = 0.96

8kg = 0.23

18kg = 0.44

28kg = 0.58

38kg = 0.73

48kg = 0.85

64 - 66kg = 0.98

10kg = 0.27

20kg = 0.46

30kg = 0.62

40kg = 0.76

50kg = 0.88

68kg = 0.99


Art der Anwendung


Vorbereitung des Patienten

Für die spezifische Patientenvorbereitung siehe Abschnitt 4.4


Anwendung von GLUSCAN 500 und PET Untersuchung

Die Aktivität von Fludeoxyglucose (18F) muss mit einem Aktivitätsmessgerätunmittelbar vor der Injektion gemessen werden. Die Injektion muss streng intravenös erfolgen, um eine durch lokale Extravasation bedingte Bestrahlung wie auch Abbildungsartefakte zu vermeiden.


Die Emissionsaufnahmen werden üblicherweise 45-60 Minuten nach Injektion von GLUSCAN 500 begonnen.Eine für die Bildstatistik ausreichende Restaktivität vorausgesetzt, kann die Fludeoxyglucose (18F)-PET auch bis zu zwei oder drei Stunden nach der Injektion durchgeführt werden, was zu einer geringeren Hintergrundaktivität führt.


Falls erforderlich können können Fludeoxyglucose (18F) PET-Wiederholungsuntersuchungen kurzfristig durchgeführt werden.


FI 4.3 Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.


FK 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Indikation der PET Untersuchung

Bei allen Patienten muss die Strahlenexposition durch den zu erwartenden diagnostischen Nutzen gerechtfertigt sein und die Strahlungsdosis so niedrig wie möglich gehalten werden.


Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine äußerst sorgfältige Indikationsstellung erforderlich, da es bei diesen Patienten zu einer erhöhten Strahlenexposition kommen kann.


Es ist zu berücksichtigen, dass die effektive Dosis pro MBq bei Kindern höher ist als bei Erwachsenen. (Siehe Abschnitt 11).


Infektiöse oder entzündliche Erkrankungen

Bei der Bewertung der Untersuchungsergebnisse bei entzündlichen Darmerkrankungen ist zu berücksichtigen, dass die diagnostische Wirksamkeit von Fludeoxyglucose (18F) noch nicht mit der von markierten Leukozyten verglichen wurde. Die Untersuchung mit von markierten Leukozyten kann ggf. vor oder nach einer FDG PET-Untersuchung indiziert sein, falls die FDG PET-Untersuchung keine eindeutigen Ergebnisse liefert.


Patienten Vorbereitung

Bei der Verabreichung von GLUSCAN 500 soll der Patient hinreichend hydriert sein und seit mindestens vier Stunden nichts gegessen haben, um eine maximale Aktivität im Untersuchungsgebiet zu erreichen, da die Aufnahmekapazität der Zellen für Glucose begrenzt ist(„Sättigungskinetik“). Die Flüssigkeitszufuhr ist nicht zu begrenzen (glucosehaltige Getränke müssen vermieden werden).


Um die bestmögliche Bildqualität zu erzielen und die Strahlenexposition der Harnblase zu vermindern, ist der Patient dazu anzuhalten, vor und nach der Bildakquisition ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und die Blasezu entleeren.


- Onkologie, Neurologie und infektiöse oder entzündliche Erkrankungen

Um eine Hyperfixation des Tracers im Muskel zu vermeiden, sollte den Patienten empfohlen werden, vor der Untersuchung schwere körperliche Anstrengung zu vermeiden und zwischen der Injektion und der Untersuchung und während der Bildakquisition zu ruhen (die Patienten sollen bequem liegen und weder lesen noch sprechen).


Der zerebrale Glucosestoffwechsel ist von der Gehirnaktivität abhängig. Deshalb sind neurologische Untersuchungen nach einer Ruhephase in einem abgedunkelten Raum mit geringem Geräuschpegeldurchzuführen.


Der Blutzuckerspiegel sollte vor der Verabreichung des Tracers kontrolliert werden, da eine Hyperglykämie zu einer verminderten Sensitivität von GLUSCAN 500 PET führen kann, insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel über 8 mmol/l liegt. Ferner ist eine PET-Untersuchung mit Fludeoxyglucose (18F) bei Personen mit nicht eingestelltemDiabetes mellitus zu vermeiden.


- Kardiologie

Da die Glucosenaufnahme im Myokard ein insulinabhängiger Vorgangist, wird für eine Herz-PET eine Glucosebelastung mit 50 g etwa eine Stunde vor der Verabreichung von GLUSCAN 500 empfohlen. Alternativ kann, insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus, der Blutzuckerspiegel durch eine kombinierte Infusion von Insulin und Glucose eingestellt werden (Insulin/Glucose–Clamp-Technik).


Auswertung der Ergebnisseder Fludeoxyglucose (18F)-PET

Infektiöse und/oder entzündliche Krankheiten sowie regenerative Prozesse nach Operationenkönnen zu einer signifikant erhöhten Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) und somit zu falsch positiven Ergebnissen führen wenn die FDG-PET Szintigraphie nicht zur Erfassung von entzündlichen oder infektiösen Läsionen durchgeführt wurde.


Wenn die Fludeoxyglucose (18F)-Anreicherung sowohl durch ein Karzinom, als auch durch eine Infektion/Entzündung bedingt sein kann, können zur Ergänzung der mittels Fludeoxyglucose (18F) erhaltenen Informationen ggf. zusätzliche diagnostische Verfahren zur Bestimmung der Erkrankungsursache erforderlich sein.


Falls sowohl nach neoplastischen malignen Foci als auch nach infektiösen Herden gesucht wird, wie z.B. beim Staging von Myelompatienten, ist eine Unterscheidung mit ausreichender Genauigkeit auf Grund von topographischen Kriterien möglich, z.B. wäre eine FDG-Anreicherung an extramedullärem Stellen und/oder Knochen/ Gelenksnähe untypisch für eine Läsion beim multiplen Myelom und würde somit eine zusätzlich vorhandene Infektion identifizieren. Derzeit gibt es keine Kriterien um eine Infektion von einer Entzündung mittels Fludeoxyglucose (18F) zu unterscheiden.


Innerhalb der ersten 2-4 Monaten nach einer Strahlentherapie können falsch positive oder falsch negative Fludeoxyglucose (18F)-PET Ergebnisse nicht ausgeschlossen werden. Wenn die klinische Indikation es erfordert, vor Ablauf dieses Zeitraums eine diagnostische Fludeoxyglucose (18F)-PET durchzuführen, ist der Grund für die vorgezogene Fludeoxyglucose (18F)-Untersuchung angemessen zu dokumentieren.


Nach einer Chemotherapie ist eine Wartezeit von 4–6 Wochen nach der letzten Behandlung optimal, besonders um falsch negative Resultate zu vermeiden. Wenn die klinische Indikation es erfordert, vor Ablauf dieses Zeitraums eine diagnostische FDG-PET durchzuführen, ist der Grund für die vorgezogene PET-Untersuchung angemessen zu dokumentieren. Wenn bei einer Chemotherapie der Abstand zwischen den Zyklen kürzer ist als vier Wochen, ist die Fludeoxyglucose (18F)-PET vor Wiederbeginn eines neuen Zyklus durchzuführen.


Bei niedriggradigem Lymphom, Krebs der unteren Speiseröhre und Verdacht auf rezidivierenden Ovarialkrebs sind nur die Werte von positiver prognostischer Aussagekraft zu berücksichtigen, da die Sensitivität der Fludeoxyglucose (18F)-PET hier begrenzt ist.


Fludeoxyglucose (18F) ist nicht für den Nachweis von Gehirnmetastasengeeignet.


Bei der Verwendung eines Koinzidenz PET-Gamma-Kamerasystems (CDET), ist die Sensitivität im Vergleich zu dedizierten PET-Scannern reduziert, was zu einer geringeren Nachweiswahrscheinlichkeit von Läsionen kleiner als 1cm führt. In keiner Indikation ist die Verwendung eines CDET zu empfehlen und CDET sollte nur eingesetzt werden falls ein dedizierter PET-Scanner nicht zur Verfügung steht.


Es empfiehlt sich die Fludeoxyglucose (18F)-PET Bilder nur in Verbindung mit tomographischen anatomischen Abbildungsmodalitäten (z.B.: CT, Ultraschall, Kernspintomographie) zu interpretieren.


Die Fusion der funktionellen Fludeoxyglucose (18F)-PET Information mit morphologischen Bildern (z.B. CT; PET-CT) kann zu einer erhöhten Sensitivität und Spezifität führen und ist insbesondere bei onkologisch orientierten Untersuchungen bei Pankreaskarzinom, Kopf- und Halstumoren, Lymphomen, Melanomen, Lungenkrebs und rezidivierenden Dickdarm- oder Ovarialkarzinomen zu empfehlen.


Wenn ein Hybrid-Untersuchungsgerät wie ein PET-CT Scanner eingesetzt wird, kann die Verwendung von Röntgenkontrastmitteln Artefakte im PET-Bild verursachen.


Allgemeine Warnhinweise

Es wird empfohlen, dass der Patient während der ersten 12 Stunden nach der Injektion den direkten Kontakt zu kleinen Kindern vermeidet.

Wird die Untersuchung während der Stillzeit durchgeführt, sollte das Stillen für die Dauer von mindestens 12 Stunden nach Anwendung von GLUSCAN 500 eingestellt und die Muttermilch verworfen werden.


Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmten klinischen Bereichenin Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Empfang, Lagerung, Handhabung, Transportund Entsorgung dieser Produkte unterliegen den Bestimmungen und/oder entsprechenden Genehmigungen der zuständigen Aufsichtsbehörde.


Radioaktive Arzneimittel dürfen nur unter Vorkehrungen zum Schutz vor ionisierenden Strahlen und unter Beachtung pharmazeutischer Qualitätsanforderungen zubereitet werden.


Dieses Arzneimittel enthält eine geringe Menge Ethanol (weniger als 100 mg pro Dosis).


GLUSCAN 500 ist unter angemessenerAbschirmungen zu lagern und zu handhaben,um die Patienten und das Krankenhauspersonal soweit wie möglich zu schützen.


Insbesondere wird empfohlen, sich beim Aufziehen der Spritze und der Durchführung der Injektion selbst vor der Beta+-Strahlung und den Annihilationsphotonen angemessen abzuschirmen.


FM 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Alle Arzneimittel die den Blutglucose- Spiegel verändern, können die Sensitivität der Untersuchung beeinträchtigen (z.B. Kortikosteroide, Valproat, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Katecholamine).


Für die Interpretation von PET-Untersuchungen muss berücksichtigt werden, dass unter der Verabreichung von koloniestimulierenden Faktoren (CSFs) die Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in das Knochenmark und die Leber für mehrere Tage erhöht ist. Wenn die CSF-Gabe und die PET-Untersuchung mindestens 5 Tage auseinanderliegen, kann diese Beeinflussung verringert werden.


Die Verabreichung von Glucose und Insulin beeinflusst die Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in die Zellen. Ein hoher Blutzucker- bzw. niedriger Plasmainsulinspiegel vermindert die Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in Organe und Tumore.


Kortikosteroide – unabhängig von deren Einfluss auf die Blutglucosekonzentration - vermindern die FDG Aufnahme in Leukozyten und beeinflussen dadurch die Sensitivität der Untersuchung in der Fragestellung Infektions- / Entzündungs- Nachweis. Wenn eine FDG-PET Untersuchung bei einem Patienten unter Kortikosteroidtherapie geplant ist, sollte ein vorübergehendes Aussetzens dieser Behandlung erwogen werden.



FL 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Fludeoxyglucose (18F) bei Schwangeren vor.


Falls es erforderlich ist, bei einer Frau im gebärfähigen Alter ein radioaktives Arzneimittel anzuwenden, ist festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt.Bei Ausbleiben der Monatsblutung ist eine Frau bis zum Beweis des Gegenteils als schwanger einzustufen.Im Zweifelsfall muss die Strahlenexposition strikt auf das Minimum beschränkt werden, welches benötigt wird, um die erforderliche klinische Information zu erhalten. Alternative Methoden, bei denen keine ionisierenden Strahlen angewandt werden, sollten in Betracht gezogen werden.


Untersuchungen mit Radionukliden an schwangeren Frauen, führen zu einer Strahlenbelastung des Fötus. Die Anwendung von GLUSCAN 500 in einer Aktivität von 400 MBq bedingt im Uterus eine absorbierte Dosis von 8.4 mGy. In diesem Dosisbereich sind tödliche Effekt oder Fehlbildungen, Wachstumsverzögerungen oder Funktionsstörungen nicht zu erwarten, jedoch könnte das Risiko für die Entstehung von Krebs oder erbgutschäden erhöht sein.


GLUSCAN 500 sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, außer wenn es unbedingt erforderlich ist, oder wenn die Vorteile für die Mutter die Risiken für den Fötus übersteigen.


Stillzeit

Fludeoxyglucose (18F) wird in die Muttermilch ausgeschieden. Bevor Fludeoxyglucose (18F) an eine stillende Mutter verabreicht wird, sollte überlegt werden, ob die Untersuchung auf eine Zeit nach Beendigung des Stillens verschoben werden kann. Wenn die Verabreichung während der Stillzeit unvermeidlich ist, muss das Stillen für mindestens 12 Stunden unterbrochen und die produzierte Milch verworfen werden. Je nach Situation kann vor der Verabreichung von GLUSCAN 500 die Milch abgepumpt und für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich aus Strahlenschutzgründen, einen nahen Kontakt zwischen der Mutter und dem Kind während der ersten 12 Stunden nach der Injektion zu vermeiden.


Fertilität

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Fertilität durchgeführt.



FQ 4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.


FJ 4.8 Nebenwirkungen


Nebenwirkungen nach der Verabreichung von Fludeoxyglucose (18F) sind bis heute nicht beobachtet worden.


Da die verabreichte Substanzmange sehr gering ist, liegen die Risken der Anwendung im Wesentlichen bei der Strahlenexposition. Ionisierende Strahlen können Krebs und Erbgutveränderungen verursachen. Da die meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen mit niedrigen effektiven Strahlendosen von weniger als 20 mSv durchgeführt werden, sind diese Effekte mit geringer Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Die effektive Strahlendosis liegt bei Gabe der maximalen empfohlenen Aktivität dieses Fludeoxyglucose (18F)-haltigen Arzneimittels bei rund 7.6 mSv.


FO 4.9 Überdosierung


Eine Überdosierung im pharmakologischen Sinn ist mit den für Diagnosenzwecken vorgesehenen Dosismengen unwahrscheinlich.


Falls eine Überdosis von Fludeoxyglucose (18F) verabreicht wurde, muss die vom Patienten absorbierte Strahlendosis durch Erhöhung der Ausscheidung des Radionuklids mittels forcierter Diurese und häufiger Blasenentleerung soweit wie möglich reduziert werden.


FF 5. Pharmakologische Eigenschaften


F1 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Radiodiagnostika.

ATC-Code : V09IX04


Bei den für diagnostische Untersuchungen zur Anwendung kommenden chemischen Konzentrationen scheint Fludeoxyglucose (18F) keine pharmakodynamischen Wirkungen der zu haben.


F2 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Fludeoxyglucose (18F) ist ein Glucoseanalogon, das in allen Zellen akkumuliert wird, die Glucose als primäre Energiequelle benutzen. Fludeoxyglucose (18F) wird in Tumoren gespeichert, die einen hohen Glucose-Umsatz haben. In gleicher Weise wie maligne Zellen, zeigen aktivierte inflammatorische Zellen eine erhöhte glykolytische Aktivität, dies wird auf eine hohe Zahl an Glucosetransportern dieser Zellen zurückgeführt.


Nach intravenöser Injektion ist das pharmakokinetische Profil von Fludeoxyglucose (18F) im Gefäßkompartiment biexponentiell; es hat eine Verteilungszeit von 1 Minute und eine Eliminationszeit von ca. 12 Minuten.


Die zelluläre Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) erfolgt über gewebsspezifische Transportersysteme die teilweise insulinabhängig sind und daher durch Nahrungsaufnahme, Ernährungszustand sowie bestehenden Diabetes mellitus beeinflusst werden. Bei Patienten mit Diabetes mellitus ist die Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in die Zellen aufgrund der Veränderungen in Gewebsverteilung und Glucosestoffwechsel gestört.


Fludeoxyglucose (18F) wird ähnlich wie Glucose über die Zellmembran transportiert, durchläuft aber nur den ersten Schritt der Glykolyse, der zur Bildung von Fludeoxyglucose (18F)-6-phosphat führt, das in den Tumorzellen eingeschlossen bleibt und nicht weiter metabolisiert wird. Da die nachfolgende Dephosphorylierung durch intrazelluläre Phosphatasen sehr langsam abläuft und auch die Phosphataseaktivität in Tumorzellen vermindert sein kann, verbleibt das Fludeoxyglucose(18F)-6-Phosphat über mehrere Stunden im Gewebe (Trapping-Mechanismus).


Bei Gesunden verteilt sich Fludeoxyglucose (18F)weitläufig im gesamten Körper, insbesondere im Gehirn und im Herz, sowie in geringerem Ausmaß in den Lungen und der Leber.


Die Elimination von Fludeoxyglucose (18F) erfolgt vorwiegend renal, wobei 20% der Aktivität innerhalb der ersten 2 Stunden nach Injektion im Harn ausgeschieden werden.


Die Bindung an das Nierenparenchym ist schwach. Aber auf Grund der renalen Elimination von Fludeoxyglucose (18F) weisen die gesamten Harnwege, insbesondere die Harnblase eine erhöhte Aktivität auf.


Fludeoxyglucose (18F) passiert die Blut – Hirn – Schranke. Rund 7% der injizierten Dosis werden im Hirn innerhalb von 80 - 100 Minuten nach Injektion akkumuliert. Epilepsieherde zeigen im anfallsfreien Intervall einen reduzierten Glucosestoffwechsel.


Rund 3% der injizierten Aktivität werden vom Myokard innerhalb von 40 Minuten nach Injektion aufgenommen. Die Verteilung von Fludeoxyglucose (18F) im gesunden Herz ist meist homogen, jedoch werden regionale Unterschiede von bis zu 15 % für die Kammerscheidewand beschrieben. Während und nach einer reversiblen Myokardischämie steigt die Glucoseaufnahme in den Herzmuskelzellen.


0.3% und 0.9-2.4% der injizierten Aktivitätsmenge werden jeweils im Pankreas und Lunge akkumuliert.


In geringerem Ausmaß wird Fludeoxyglucose (18F) außerdem an Augenmuskeln, Pharynx und Darm gebunden. Bei vorausgehender körperlicher Anstrengungund bei muskulärer Betätigung während der Untersuchung kann es zu einer erhöhten Aufnahme in die Muskulatur kommen.



F3 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


In präklinischen Studien zur akuten Toxizität ergaben Anwendungen einer im Vergleich zur Humandosis etwa 50-fach erhöhten Dosis beim Hund und einer 1000-fach erhöhten Dosis bei der Maus keinen Hinweis auf Toxizität.


Studien zur chronischen Toxizität, zum mutagenen Potenzial sowie Studien zur Reproduktionstoxizität und zum kanzerogenen Potenzial wurden nicht durchgeführt, da die klinische Anwendung des Wirkstoffs im Regelfall als intravenöse Einmalgabe im Nanogramm - oder Mikrogrammbereich vorgesehen ist.


FR 6. Pharmazeutische Angaben


F7 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

Natriumcitrat (zur pH-Wert Einstellung)

Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung)

Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung)

Ethanol


FS 6.2 Inkompatibilitäten


Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 12 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.


FT 6.3 Dauer der Haltbarkeit


10 Stunden ab dem Zeitpunkt der Herstellung (innerhalb eines Arbeitstages zu verwenden).


FX 6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Nicht über 25ºC lagern.


Aus Strahlenschutzgründen in der Originalverpackung aufbewahren


Dieses Arzneimittel muss in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften für radioaktive Arzneimittel gelagert werden.



FY 6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Durchstechflasche zu 10 ml, farbloses Typ I Glas, verschlossen mit einem Gummistopfen und versiegelt mit einer Aluminiumkappe.


Die Durchstechflasche befindet sich in einem Behältnis mit Bleiabschirmung (Typ A Verpackung ensprechend der ADR Vereinbarung)


Eine Durchstechflasche enthält 0,5 bis 10,0 ml Lösung.


F4 6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung


Die Anwendung von radioaktiven Arzneimitteln stellt ein Risiko für andere Personen aufgrund der vom Patienten ausgehenden Strahlung oder aufgrund von Ausscheidungen der Patienten oder Kontamination durch Verschütten von Urin, Erbrochenem usw. dar. Daher müssen Vorsichtsmaßnahmen zum Strahlenschutz entsprechend den nationalen Bestimmungen getroffen werden.


Radioaktive Abfälle sind entsprechend den nationalen und internationalen Bestimmungen zu entsorgen.


Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.


FZ 7. Inhaber der Zulassung


Advanced Accelerator Applications

20 Rue Diesel

01630 Saint Genis Pouilly

Frankreich

Tel.–Nr: +33/4 50 99 30 70

Fax Nr: +33/4 50 99 30 71

email: info@adacap.com


F5 8. Zulassungsnummer


72415.00.00


F6 9. Datum der Erteilung der Zulassung


[siehe Unterschrift]


F10 10. Stand der Information


...



11. Dosimetrie


Die unten angegebene Tabelle zeigt die Dosimetrie, berechnet gemäß der ICRP 80 Publikation:


Absorbierte Dosis pro verabreichter Aktivitätseinheit (mGy/MBq)

Organ

Erwachsene

15 jährige

10 jährige

5 jährige

1 jährige

Nebennieren

0.012

0.015

0.024

0.038

0.072

Blasenwand

0.160

0.210

0.280

0.320

0.590

Knochenoberfläche

0.011

0.014

0.022

0.035

0.066

Gehirn

0.028

0.028

0.030

0.034

0.048

Bruste

0.0086

0.011

0.018

0.029

0.056

Gallengang

0.012

0.015

0.023

0.035

0.066

Darmwand

0.011

0.014

0.022

0.036

0.068

Dünndarm

0.013

0.017

0.027

0.041

0.077

Dickdarm

0.013

0.017

0.027

0.040

0.074

Oberer Dickdarm

0.012

0.016

0.025

0.039

0.072

Unterer Dickdarm

0.015

0.019

0.029

0.042

0.076

Herz

0.062

0.081

0.120

0.200

0.350

Nieren

0.021

0.025

0.036

0.054

0.096

Leber

0.011

0.014

0.022

0.037

0.070

Lungen

0.010

0.014

0.021

0.034

0.065

Muskel

0.011

0.014

0.021

0.034

0.065

Speiseröhre

0.011

0.015

0.022

0.035

0.068

Eierstock

0.015

0.020

0.030

0.044

0.082

Pankreas

0.012

0.016

0.025

0.040

0.076

Knochenmark

0.011

0.014

0.022

0.032

0.061

Haut

0.008

0.010

0.016

0.027

0.052

Milz

0.011

0.014

0.022

0.036

0.069

Hoden

0.012

0.016

0.026

0.038

0.073

Thymus

0.011

0.015

0.022

0.035

0.068

Schilddrüse

0.010

0.013

0.021

0.035

0.068

Gebärmutter

0.021

0.026

0.039

0.055

0.100

Andere Organe

0.011

0.014

0.022

0.034

0.063

Effektive Dosis (mSv/MBq)

0.019

0.025

0.036

0.050

0.095


Für GLUSCAN 500 beträgt die effektive Dosis aus der Verabreichung einer Aktivität von 400 MBq etwa 7.6 mSv (für eine Person mit einem Gewicht von 70 kg).

Bei dieser Aktivität von 400 MBq werden folgende Strahlendosen an die kritischen Organe abgegeben: Blase: 64 mGy; Herz: 25 mGy; Gehirn: 11 mGy.



12. Anweisungen zur Zubereitung von radioaktiven Arzneimitteln


GLUSCAN 500 wird in einer Durchstechflasche zur Mehrfachentnahme geliefert.


Vor dem Gebrauch ist die Verpackung zu überprüfen und die Aktivität in einem Aktivitätsmessgerät zu kontrollieren.


Das Arzneimittel kann mit 0,9%iger Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9%)verdünnt werden.


Die Entnahmen sind unter aseptischen Bedingungen durchzuführen. Die Durchstechflasche darf nicht geöffnet werden.

Nach Desinfektion des Stopfens muss die Lösung mit einer Einmalspritze mit einer geeigneten Schutzabschirmung und einer sterilen Einmalnadel über den Stopfen entnommen werden.


Die Lösung muss vor der Verwendung visuell geprüft werden. Nur klare Lösungen frei von sichtbaren Partikeln dürfen verwendet werden.


Radioaktive Abfälle sind entsprechend den nationalen und internationalen Bestimmungen zu entsorgen.


Kontrolle der radiochemischen Reinheit durch die Dünnschichtchromatgraphie (DC)

Diese Kontrolle wird im Europäischen Arzneibuch (aktuelle Auflage) Monographie 1325 beschrieben.


Prüfung durch Dünnschichtchromatographie (Eu. Ph.: 2.2.27) mit einer Kieselgelplatte R (Eu. Ph. Referenzcode : 1116700).


Testlösung: die zu untersuchende Zubereitung


Bringen Sie 2 µl der Testlösung auf die Platte auf. Entwicklung über eine Laufstrecke von 8 cm (ungefähr 10 Minuten) unter Verwendung einer Mischung aus 5 Teilen Wasser R und aus 95 Teilen Acetonitril R .

Lufttrocknung der Platte über 15 Minuten.

Ermitteln sie die Verteilung der Radioaktivität mit einem entsprechenden Detektor.


Nicht weniger als 95% der gesamten Radioaktivität befindet sich an der zu Fludeoxyglucose (18F) korrespondierenden Stelle (Rf0,45).


Mögliche Verunreinigungen sind Fluorid (18F) und acetylierte Fludeoxyglucose (18F) Derivate (Rf in den Bereichen von 0,8 bis 0,95).


F11 13. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig


3838382- 2 -