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Hydrocortison 100-Rotexmedica

hydrocortison 100/250-Rotexmedica





Fachinformation

1. Bezeichnung der Arzneimittel

HYDROCORTISON 100-ROTEXMEDICA

HYDROCORTISON 250-ROTEXMEDICA

Lyophilisat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Wirkstoff: Hydrocortison-21-hydrogensuccinat, Natriumsalz

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Durchstechflasche enthält:

133,7 mg/334,2 mg Hydrocortison-21-hydrogensuccinat, Natriumsalz entsprechend
100 mg/250 mg Hydrocortison

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

Darreichungsform

Lyophilisat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA ist angezeigt zur

- Substitutionstherapie

Primäre Nebennierenrinden-Insuffizienz (z.B. Morbus Addison, Zustand nach Adrenalektomie), sekundäre Nebennieren-Insuffizienz (z.B. Sheehan-Syndrom, Zustand
nach Hypophysektomie)

- Hemmtherapie

Adrenogenitales Syndrom (AGS)

- Bei schweren akuten Schockzuständen

als Folge akuter Nebennierenrindeninsuffizienz

bei denen die konventionelle Therapie nicht ausreichend anspricht und eine Neben-nierenrindeninsuffizienz vermutet wird.

- Bei akuter Nebennierenrindeninsuffizienz in schweren Stresssituationen als Hormon-­
ergänzung, wenn eine unzureichende Nebennierenrinden­funktion bekannt ist, oder
angenommen werden muss, wie bei Operationen, schweren Verletzungen oder
Infektionen.

HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICAist indiziert, wenn ein möglichst rasches Einsetzen der Hydrocortison-Wirkung erwünscht oder die Anwendung von Hydrocortison-Tabletten nicht möglich ist.



4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Wegen der möglichen Gefährdung in Stresssituationen ist für den Patienten ein Notfall-Ausweis auszustellen.



Dosierung

Dosierung in akuten Notfallsituationen:

In Notfällen wird die intravenöse Injektion empfohlen. Die erforderliche Dosis wird dabei über einen Zeitraum von 30 Sek. (100 mg) bis 10 Min. (500 mg und darüber) langsam intravenös injiziert.
Alternativ wird die verdünnte Infusionslösung mit 100 bis 500 mg Hydrocortison je nach klinischer Situation in 2-10 Stunden zugeführt: Bei lebensbedrohlichen Zuständen werden bis zu 50 mg Hydrocortison pro Stunde, in weniger schweren Fällen 10 mg Hydrocortison pro Stunde infundiert. Die Infusion kann bei Bedarf mehrfach wiederholt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen richtet sich die Höhe der Dosierung mehr nach der Schwere des Zustandes als nach Körpergewicht und Alter der Patienten. Sie sollte nach Möglichkeit nicht unter 25 mg Hydrocortison täglich liegen.

Bei Salzverlustsyndrom, Morbus Addison und nach Adrenalektomie ist die zusätzliche Gabe eines Mineralkortikoids erforderlich.

Dosierung bei Substitutionstherapie:

Tagesdosis für Erwachsene: 10 - 20 mg Hydrocortison, maximal 30 mg pro Tag.

Tagesdosis für Kinder: 10 - 15 mg Hydrocortison/m² Körperoberfläche pro Tag.

Wenn noch eine Restaktivität der Nebennierenrinde erhalten ist, können geringere Dosen ausreichen.

Die Dosierung ist in jedem Fall individuell zu handhaben, wobei die physiologische Tagesrhythmik der Nebennierenrindenfunktion nachgeahmt wird. Die Tagesdosis wird dementsprechend auf zwei Einzeldosen aufgeteilt (z.B. 15 mg um 06:00 - 08:00 Uhr und
5 mg um 14:00 Uhr). Eine Aufteilung in drei Einzeldosen (z.B. 10 mg morgens, 5 mg nachmittags und 5 mg abends) ist bei Patienten, die nachts besonders aktiv sind (Sport, Spät- oder Nachtschicht), zu empfehlen.

Bei besonderen körperlichen Belastungen (z.B. Trauma, Operation), interkurrenten Infekten usw. ist eine Dosiserhöhung um das 2-3fache, bei extremen Belastungen (z.B. Geburt) bis zum 10fachen notwendig. Bei Salzverlustsyndrom, Morbus Addison und nach Adrenalektomie ist die zusätzliche Gabe eines Mineralkortikoids erforderlich.

Dosierung in der Schwangerschaft:

1. Trimenon: Normale Dosis

2. Trimenon: Erhöhung der täglichen Substitutionsdosis um 5 mg

3. Trimenon: Erhöhung der täglichen Substitutionsdosis um weitere 5 mg

Nach der Schwangerschaft wird die Dosis auf die normale Substitutionsdosis reduziert.



Dosierung bei Hemmtherapie:

Initial beträgt die Tagesdosis bei adrenogenitalem Syndrom im allgemeinen 15 - 20 mg/m² Körperoberfläche/Tag. Die Tagesgesamtdosis sollte in der Regel in 3 Einzelgaben aufgeteilt werden:

Früher Morgen: z.B. 1/2 der Tagesgesamtdosis

Früher Nachmittag: z.B. 1/4 der Tagesgesamtdosis

Bettgehzeit: z.B. 1/4 der Tagesgesamtdosis (zur Unterdrückung des frühmorgendlichen ACTH-Anstiegs).

Bei entsprechender Eigenproduktion der Nebennierenrinde kann eine geringere Tagesdosis ausreichen.

Die Hydrocortisondosis zur Suppression muss so gewählt werden, dass sie für die Androgensuppression ausreicht, jedoch kein Cushing-Syndrom bzw. bei Kindern keine Hemmung des Längenwachstums auftritt.

Hinweis:

Bei besonderen körperlichen Belastungen (Stresssituationen wie Unfall, akute Erkrankung, starke physikalische Reize, Operation) muss die Dosis auf das Doppelte bis Dreifache gesteigert werden. Bei akuten schweren Belastungen (z.B. Geburt) werden bis zu 100 mg Hydrocortison als Infusion gegeben.

Art und Dauer der Anwendung

HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA eignet sich sowohl zur intravenösen Injektion als auch zur intravenösen Infusion.
Die intramuskuläre Applikation ist besonderen Ausnahmefällen vorzubehalten, in denen eine intravenöse Injektion oder Infusion nicht möglich ist.

Hinweise zur Herstellung einer Injektionslösung

HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA sollte erst unmittelbar vor der Anwendung aufgelöst werden.

Hinweise zur Herstellung einer Infusionslösung

Man bereitet eine Hydrocortison-Injektionslösung und verteilt sie anschließend in der entsprechenden Menge Infusionsmedium.

Geeignete Infusionsmedien:

Glucoselösung 5 %, Isotone Kochsalz­lösung oder Kochsalzlösung 0,45 % mit Glucose
5 %.

Kochsalzlösungen dürfen nur verwendet werden, wenn keine kochsalzarme Diät vorgeschrieben ist.

Für HYDROCORTISON 100-ROTEXMEDICA:

100 - 1000 ml Infusionsmedium

Für HYDROCORTISON 250-ROTEXMEDICA:

250 - 1000 ml Infusionsmedium

Falls ein geringeres Flüssigkeitsvolumen erwünscht ist, können 100 - 1000 mg Hydro­cortison in nur jeweils 50 ml der genannten Infusionsmedien gelöst werden.

Die Dauer der Anwendung ist beschränkt auf die akuten Situationen von Ausfall der Neben­nierenrindenfunktion, wenn ein möglichst rasches Einsetzen der Hydrocortison-Wirkung erwünscht ist oder die Anwendung von Hydrocortison Tabletten nicht möglich ist.

Die Substitutionstherapie bei Nebennierenrinden-Insuffizienz und die Behandlung des AGS erfolgen in der Regel lebenslang.



4.3 Gegenanzeigen

HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und/oder einen der sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei der Therapie mit HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA ist es erforderlich, den Patienten sorgfältig individuell auf das Präparat einzustellen, einschließlich entsprechender Kontrolluntersuchungen z.B. von Gewicht, Blutdruck, Elektrolyten (bei AGS auch Hormon­parameter), bei Kindern zusätzlich Längenwachstum.

Eine Dosisanpassung ist bei besonderen körperlichen Belastungen notwendig (siehe auch 4.2 "Dosierung, Art und Dauer der Anwendung“).

Eine besondere ärztliche Überwachung ist bei Magen-Darm-Ulzera, schwerer Osteo­porose, corticoid-induzierter Psychose sowie schwerer Hypertonie und Herzinsuffizienz erforderlich.

Insbesondere in der Einstellungsphase der Behandlung mit HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA sollten bei Eng- und Weitwinkelglaukomen regelmäßige augenärztliche Kontrollen erfolgen.

Bei Diabetikern ist ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.

Die Anwendung von HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA im Wachstumsalter erfordert eine strenge ärztliche Überwachung.

Die Anwendung von HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstechflasche..

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Herzglykoside: Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.

Saluretika: Die Kaliumausscheidung wird vermehrt.

Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung wird vermindert.

Cumarin-Derivate: Die Antikoagulanzienwirkung wird abgeschwächt. Bei gleichzeitiger Anwendung wird eine Dosisanpassung der Antikoagulanzien erforderlich.

Rifampicin, Phenytoin, Barbiturate und Primidon: Die Corticoidwirkung wird vermindert.

Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika, Salicylate und Indometacin: Die Gefahr von Magen-Darm-Blutungen wird erhöht.

Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien: Die Muskelrelaxation kann länger anhalten (s.a. 4.8. "Nebenwirkungen")

Östrogene (z.B. Ovulationshemmer): Die Corticoidwirkung kann verstärkt werden.

Atropin, andere Anticholinergika: Zusätzliche Augen-Innendruck-Steigerungen bei gleichzeitiger Anwendung mit HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA sind möglich.

Praziquantel: Durch Corticosteroide ist ein Abfall der Praziquantel-Konzentration im Blut möglich.

Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: Es besteht ein erhöhtes Risiko des Auftretens von Myopathien, Kardiomyopathien.

Somatropin: Die Wirkung von Somatropin kann bei Überdosierung von Hydrocortison vermindert werden.

Protirelin: Der TSH-Anstieg bei Gabe von Protirelin kann reduziert sein.

Ciclosporin: Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht: Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Zur Dosierung von HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA für die Substitutions­therapie bei Nebennierenrinden-Insuffizienz in der Schwangerschaft siehe 4.2, "Dosierung bei Substitutionstherapie".

Der Tierversuch erbrachte Hinweise auf Fehlbildungen und andere embryotoxische Wirkungen von Glucocorticoiden (siehe 5.3). Für die Anwendung von Hydrocortison beim Menschen im Rahmen der Substitutionstherapie haben diese Befunde jedoch keine Bedeutung.

Glucocorticoide gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Für Hydrocortison selbst liegen keine Untersuchungen vor. Bei einer Substitutionsbehandlung sind jedoch keine negativen Auswirkungen auf den gestillten Säugling zu erwarten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICAdie Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt, gleiches gilt auch für Arbeiten ohne sicheren Halt.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 10 %)

Häufig (≥ 1 % bis < 10 %)

Gelegentlich (≥ 0,1 % bis < 1 %)

Selten (≥ 0,01 % bis < 0,1 %)

Sehr selten (< 0,01 % oder unbekannt)

Außer der Möglichkeit einer Überempfindlichkeit gegen HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA (s. 4.3. "Gegenanzeigen") sind bei der Substitutionstherapie keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Eine Überdosierung über längere Zeit kann zu den für Glucocorticoide typischen unerwünschten Wirkungen (Symptome eines Cushing-Syndroms) führen, die in unterschiedlicher Ausprägung zu erwarten sind, wie:

- Fettverteilungsstörungen wie Vollmondgesicht, Stammfettsucht, sehr selten auch
reversible epidurale mediastinale oder epikardiale Lipomatosen

- Gewichtszunahme

- Natriumretention mit Ödembildung

- Vermehrte Kaliumausscheidung

- Hypertonie

- Störungen der Sexualhormonsekretion (Amenorrhoe, Impotenz)

- Inaktivität bzw. Atrophie der Nebennierenrinde

- Wachstumshemmung bei Kindern

- Verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus

- Osteoporose, aseptische Knochennekrosen (Femur- und Humeruskopf)

- Muskelschwäche (bei Patienten mit Myasthenia gravis kann eine reversible
Verschlechterung der Muskelschwäche auftreten, die zu einer myasthenischen Krise
fortschreiten kann)

- Auslösung einer akuten Myopathie bei zusätzlicher Anwendung von nicht-
depolarisierenden Muskelrelaxantien (siehe auch 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“)

- Magen-Darm-Ulzera, Pankreatitis, Oberbauchbeschwerden

- Vaskulitis

- verzögerte Wundheilung

- Striae rubrae, Petechien, Ekchymosen, Steroidakne

- Schwächung der Immunabwehr mit Erhöhung des Infektionsrisikos bestimmte
virusbedingte Erkrankungen (z.B. Varizellen, Herpes simplex oder - während der
virämischen Phase - Herpes zoster) können einen schweren, manchmal auch
lebensbedrohlichen Verlauf nehmen

- Psychische Störungen

- Erhöhung des Thromboserisikos

- Katarakt, Glaukom

Sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Schock (insbesondere bei Patienten mit Asthma bronchiale und nach Nierentransplantation).

4.9 Überdosierung

Nur bei Überdosierung über längere Zeit ist mit verstärkten Nebenwirkungen (s. 4.8. "Nebenwirkungen"), insbesondere auf Endokrinium, Stoffwechsel und Elektrolythaushalt zu rechnen





5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Glucocorticoide

ATC-Code: H02AB09

Die Cushing-Schwellendosis für Erwachsene wird mit 30 - 40 mg pro Tag angegeben. Mit der biologischen Halbwertzeit von über 8 - 12 Stunden gehört Hydrocortison zu den kurz wirksamen Glucocorticoiden, aufgrund der kurzen Wirkungsdauer führt Hydrocortison damit bei einer täglichen kontinuierlichen Gabe nicht zur Kumulation.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach Nüchterneinnahme von Hydrocortison werden maximale Serumkonzentrationen innerhalb von 1 Stunde erreicht, die Serumhalbwertszeit beträgt ca. 1 1/2 Stunden. Durch Einnahme während einer Mahlzeit wird die Resorption verzögert, aber nicht vermindert. Die Eiweißbindung ist dosisabhängig; im niedrigen Bereich ist Hydrocortison zu über 90% gebunden, hauptsächlich an Transkortin, schwächer an Albumin. Hydrocortison wird vor allem in der Leber metabolisiert, die Metaboliten (Tetrahydro-, 6-Hydroxy-, 11-Keto- und 20-Hydroxyverbindungen) sind hormonell inaktiv und werden als Glukuronate renal ausgeschieden (ca. 90 % der applizierten Dosis innerhalb von 48 Stunden). Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Inaktivierung von Hydrocortison nicht beeinträchtigt; eine Dosisanpassung ist daher nicht erforderlich. Die Wirkdauer ist länger als die Verweilzeit im Serum, sie beträgt im mittleren Dosisbereich 8 - 12 Stunden.



5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Hydrocortison-21-hydrogensuccinat und Hydrocortison besitzen eine sehr geringe akute Toxizität. Präklinische Effekte wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der humantherapeutischen Exposition lagen.

Chronische Toxizität

Zur chronischen Toxizität bei Mensch und Tier liegen keine Erkenntnisse vor. Corticoidbedingte Vergiftungserscheinungen sind nicht bekannt. Bei einer längerfristigen Therapie mit Dosen im Bereich bzw. oberhalb der Cushing-Schwelle (30-40 mg Hydrocortison/Tag entsprechend ca. 40-54 mg Hydrocortison-21-hydrogensuccinat) muss mit ausgeprägten Nebenwirkungen gerechnet werden (s. 4.8. "Nebenwirkungen").

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Vorliegende Untersuchungsbefunde für Glucocorticoide ergeben keine Hinweise auf klinisch relevante genotoxische Eigenschaften.



Reproduktionstoxizität

Im Tierversuch zeigten Hydrocortison-21-hydrogensuccinat und Hydrocortison die für Glucocorticoide typischen teratogenen Effekte (Gaumenspalten) und andere embryotoxische Wirkungen. Nach hochdosierter Glucocorticoid-Gabe wurden intrauterine Wachstumsstörungen beobachtet.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriummonohydrogenphosphat sowie 1 Ampulle mit 2 ml Wasser für Injektionszwecke.


6.2 Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von HYDROCORTISON 100/250-ROTEXMEDICA beträgt 3 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Dauer der Haltbarkeit nach Auflösung/Verdünnung

Die Lösung sollte erst unmittelbar vor der Anwendung hergestellt werden.

Die chemische und physikalische Stabilität der Zubereitung (nach Auflösung in dem beigelegten Wasser für Injektionszwecke) sowie nach Zumischen zu Infusionslösungen (Glucoselösung 5 %, isotone Kochsalz­lösung oder Kochsalz 0,45 % mit Glucose 5 %) wurde für 24 Stunden bei Raumtemperatur nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden, es sei denn, die Methode des Verdünnens schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingung der Aufbewahrung verantwortlich. Es darf nur eine klare und farblose Lösung verwendet werden.
Nicht verwendete Lösung verwerfen!

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Lyophilisat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

HYDROCORTISON 100-ROTEXMEDICA

OP mit 1 Durchstechflasche (Lyophilisat) und 1 Ampulle mit 2 ml Wasser für Injektions­zwecke (N1)
OP mit 10 Durchstechflaschen (Lyophilisat) und 10 Ampullen mit 2 ml Wasser für Injektionszwecke (N3)
Klinikpackung mit 100 Durchstechflaschen (Lyophilisat) + 100 Ampullen 2 ml Wasser für Injektionszwecke

HYDROCORTISON 250-ROTEXMEDICA
OP mit 1 Durchstechflasche (Lyophilisat) + 1 Ampulle 2 ml Wasser für Injektions-
zwecke (N1)
OP mit 10 Durchstechflaschen (Lyophilisat) + 10 Ampullen 2 ml Wasser für Injektionszwecke (N3)


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. Name / Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

ROTEXMEDICA GMBH ARZNEIMITTELWERK

Bunsenstrasse 4 22946 Trittau

Tel.: 04154 / 862 - 0

Fax: 04154 /862 - 155

8. Zulassungsnummer

Hydrocortison 100-Rotexmedica: 6625007.00.00
Hydrocortison 250-Rotexmedica: 6625007.01.00



9. Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

23.07.2003



Stand der Information

Juli 2009



Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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