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Ketanest S 25 Mg/Ml (2 Ml)

Document: 22.02.2007   Gebrauchsinformation (deutsch) change

PFIZER ((Logo))


Gebrauchsinformation und Fachinformation


Ketanest®S 25 mg / ml (2 ml)

Wirkstoff: Esketaminhydrochlorid



Zusammensetzung


Arzneilich wirksamer Bestandteil:

1 ml Injektionslösung enthält 28,83 mg Esketaminhydrochlorid, entsprechend 25 mg Esketamin.

1 Ampulle mit 2 ml Injektionslösung entspricht 50 mg Esketamin.


Sonstige Bestandteile:

Natriumchlorid, Salzsäure 0,36 %, Wasser für Injektionszwecke.



Darreichungsform und Packungsgrößen


10 Ampullen mit je 2 ml Injektionslösung.

Klinikpackung mit 100 (10 x 10) Ampullen mit je 2 ml Injektionslösung.



Mittel zur Narkosedurchführung

Anästhetikum mit analgetischer Wirkung



Pharmazeutische Unternehmer


PARKE-DAVIS GmbH

ein Unternehmen der PFIZER-Gruppe

Pfizerstr. 1

76139 Karlsruhe

Tel.: (07 21) 61 01-90 00

Fax: (07 21) 62 03-90 00


und

PFIZER PHARMA GmbH

Pfizerstr. 1

76139 Karlsruhe

Tel.: (07 21) 61 01-90 00

Fax: (07 21) 62 03-90 00



Hersteller


hameln pharmaceuticals GmbH

Langes Feld 13

31789 Hameln



Anwendungsgebiete


Zur Einleitung und Durchführung einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) ggf. in Kombination mit Schlafmitteln (Hypnotika)

Zur Ergänzung bei Regionalanästhesien (örtliche Betäubung)

Zur Anästhesie und Schmerzbekämpfung (Analgesie) in der Notfallmedizin

Zur Intubation im Status asthmaticus in Kombination mit einem Muskelrelaxans, wenn andere spezifische Maßnahmen nicht erfolgreich waren

Zur Schmerzbekämpfung bei künstlicher Beatmung (Intubation)


Hinweis

In der Kinderchirurgie sowie in der Notfallmedizin wird Ketanest S25 mg / ml (2 ml) meist nur allein verwendet; bei den anderen Indikationen wird die Kombination mit Schlafmitteln empfohlen.



Gegenanzeigen


Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) darf nicht angewendet werden


bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder die sonstigen Bestandteile,

bei Patienten, für die ein erhöhter Blutdruck oder ein gesteigerter Hirndruck ein ernsthaftes Risiko darstellt,

bei schlecht eingestelltem oder nicht behandeltem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie – systolischer / diastolischer Blutdruck über 180 / 100 mmHg in Ruhe),

bei durch die Schwangerschaft verursachtem Bluthochdruck mit Eiweißausscheidung über den Urin (Präeklampsie) und Krämpfen (Eklampsie),

bei nicht oder ungenügend behandelter Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose),

in Situationen, die eine muskelentspannte Gebärmutter (Uterus) erfordern, z. B. drohender Gebärmutterriss (Uterusruptur), Nabelschnurvorfall.


Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden


bei Herzschmerzen aufgrund unzureichender Durchblutung der Herzkranzgefäße (instabile Angina pectoris) oder bei Herzmuskelinfarkt (Myokardinfarkt) in den letzten sechs Monaten,

bei gesteigertem Hirndruck, außer unter angemessener Beatmung,

bei Verletzungen oder Erkrankungen des ZNS,

bei Patienten mit schweren psychischen Störungen, auch in der Anamnese,

bei erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom) und perforierenden Augenverletzungen sowie in Verbindung mit Augenuntersuchungen oder augenchirurgischen Eingriffen, bei denen der Augeninnendruck nicht steigen darf,

bei Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege,

bei Patienten unter chronischem oder akutem Alkoholeinfluss.


Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit

Es legen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Esketaminhydrochlorid bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) passiert die Plazenta. Bei Dosen von mehr als 1 mg Esketamin / kg KG i.v. muss mit einer Atemdepression des Neugeborenen gerechnet werden. Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.


Es ist nicht bekannt, ob Esketaminhydrochlorid in die Muttermilch übergeht. Daher ist das Stillen bis zu 24 Stunden nach Absetzen von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) zu unterbrechen.



Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


1 ml Injektionslösung enthält 0,051 mmol (1,18 mg) Natrium. Dies ist zu

berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer) Diät.


Bei ambulanten Operationen muss bis zur Entlassung eine angemessene kontinuierliche Überwachung des Patienten gewährleistet sein.


Eine kontinuierliche Überwachung der Herzfunktion während des Eingriffs ist bei Patienten mit Hypertonie oder kardialer Dekompensation erforderlich.


Bei Eingriffen mit viszeralen Schmerzen ist Relaxation und zusätzliche Analgesie (Lachgas / Sauerstoff) angezeigt.


Bei Alkoholintoxikation ist für die Anwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) Vorsicht geboten.


Bei Patienten mit bekannten schweren Angina-pectoris-Anfällen in der Anamnese ist für die Anwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) Vorsicht geboten.


Beim Einsatz von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) beim Schockpatienten sind selbstverständlich die Grundprinzipien der Schocktherapie (Volumenauffüllung, O2-Zufuhr) zu beachten. In schwersten Schockzuständen mit kaum oder überhaupt nicht messbarem Blutdruck ist bei Verwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) besondere Vorsicht geboten.


Bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege ist insbesondere bei Kindernmit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen. Bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein.


Verkehrshinweis

Die Behandlung mit Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) kann das Reaktionsvermögen vermindern. Nach einer Narkose mit Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) darf der Patient mindestens 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, eine Maschine bedienen oder ohne sicheren Halt arbeiten.

Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und in den nächsten 24 Stunden keinen Alkohol zu sich nehmen.



Wechselwirkungen mit anderen Mitteln


In Kombination mit Schlafmitteln, speziell Benzodiazepinen oder Neuroleptika, kommt es unter Anwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) zu einer Abschwächung der Nebenwirkungen, aber auch zu einer Verlängerung der Wirkungsdauer.


Barbiturate und Opiate können in Kombination mit Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) die Aufwachphase verlängern.


Die Einnahme von Schilddrüsenhormonen, direkt oder indirekt wirkenden Sympathomimetika und Vasopressin kann im Zusammenhang mit der Gabe von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) zum Auftreten einer Blutdrucksteigerung (arterielle Hypertonie) und einer Herzfrequenzbeschleunigung (Tachykardie) führen.


Die anästhetische Wirkung von halogenierten Kohlenwasserstoffen (z. B. Halothan, Isofluran, Desfluran, Sevofluran) wird durch Gabe von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) verstärkt, sodass niedrigere Dosierungen ausreichend sein können.


Bei gleichzeitiger Anwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) und Halothan kann sich das Risiko erhöhen, durch die zusätzliche Gabe von Epinephrin Herzrhythmusstörungen auszulösen.


Die Wirkung bestimmter Skelettmuskeltonushemmer (depolarisierende oder nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien, z. B. Suxamethonium, Pancuronium) kann verlängert sein.


In Kombination mit Aminophyllin oder Theophyllin tritt möglicherweise eine Absenkung der Krampfschwelle ein.


Von Diazepam ist bekannt, dass es die Halbwertszeit von razemischem Ketamin erhöht und dessen pharmakodynamische Wirkung verlängert. Daher kann auch bei Esketamin eine Dosisanpassung notwendig werden.


Nach der Gabe von Adrenalin kann sich das Risiko von kardialen Arrhythmien durch die Komedikation mit Esketamin und halogenierten Kohlenwasserstoffen erhöhen.


Bei gleichzeitiger Gabe von Esketamin und Vasopressin wurde ein erhöhter Blutdruck beobachtet.


Inkompatibilitäten

Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) darf nicht mit Barbituraten, Diazepam, 4-Hydroxybuttersäure (Natriumsalz), Theophyllin, Furosemid-Natrium oder Natriumhydrogencarbonat gemischt werden, da sie chemisch unverträglich sind und es zur Ausfällung kommen kann.



Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung


Zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie werden 0,5 bis 1 mg Esketamin / kg KG i.v. bzw. 2 bis 4 mg / kg KG i.m. verabreicht, zur Aufrechterhaltung wird die halbe Initialdosis bei Bedarf nachinjiziert, im Allgemeinen alle 10 bis 15 Minuten.


Alternativ zur Injektion kann der Wirkstoff als Dauerinfusion in einer Dosierung von 0,5 bis 3 mg Esketamin / kg KG x Stunde verabreicht werden. Bei Mehrfachverletzung (Polytrauma) und bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand ist eine Dosisreduktion erforderlich.


Zur Ergänzung (Supplementierung) einer Regionalanästhesie werden nach Bedarf 0,125 bis 0,25 mg Esketamin / kg KG x Stunde als intravenöse Infusion gegeben.


Für die Analgesie bei künstlicher Beatmung (intubierte Intensivpatienten) werden im Allgemeinen 0,25 mg Esketamin / kg KG als Bolus mit einer anschließenden Dauerinfusion von 0,2 bis 0,5 (bis 1,5) mg Esketamin / kg KG und Stunde bei gleichzeitiger Benzodiazepin-Gabe verabfolgt.


Zur Analgesie in der Notfallmedizin werden 0,25 bis 0,5 mg Esketamin / kg KG intramuskulär bzw. 0,125 bis 0,25 mg / kg KG langsam intravenös appliziert.


Zur Intubation im Status asthmaticus werden 0,5 bis 1 mg Esketamin / kg KG intravenös, bei Bedarf bis 2,5 mg / kg KG injiziert.


Bei Anwendung als Dauerinfusion zur Analgesie bei künstlicher Beatmung sollte die Dauer der Anwendung 4 bis 6 Wochen nicht überschreiten.


Für die Dauerinfusion steht das Arzneimittel in Behältnissen mit größeren Füllmengen zur Verfügung.


Art der Anwendung

Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) wird langsam intravenös oder intramuskulär injiziert. Nach Bedarf kann Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) nachinjiziert oder als Infusion verabreicht werden.


Zur Infusion kann entweder die unverdünnte Injektionslösung verwendet werden oder diese kann zuvor verdünnt werden. Als Trägerinfusionslösungen eignen sich isotonische Kochsalzlösung oder Glukose 5 %-Infusionslösung. Zur Analgosedierung werden z. B. 20 ml Ketanest S 25 mg / ml (500 mg Esketamin) mit 30 ml physiologischer Kochsalzlösung oder mit 30 ml Glukose 5 %-Infusionslösung verdünnt, so dass der Perfusor vollständig gefüllt ist. Alternativ kann der Perfusor auch mit 50 ml der unverdünnten Ketanest S 25 mg / ml Injektionslösung (1250 mg Esketamin) gefüllt werden. Die zu applizierende Esketamin-Menge wird über die Perfusor-Druckgeschwindigkeit gesteuert.


Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) sollte als Narkotikum nur durch einen in der Anästhesie oder Notfallmedizin erfahrenen Arzt eingesetzt werden.


Die Anwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) als Anästhetikum sollte nach 4- bis 6-stündigem Fasten erfolgen.


Trotz weitgehend erhaltener Schutzreflexe kann ein Eindringen von flüssigen oder festen Stoffen in die Atemwege (Aspiration) nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden; deshalb und wegen einer möglichen Atemdepression bei hohen Dosen oder bei rascher i.v.-Injektion muss die Möglichkeit zur Intubation und Beatmung des Patienten gegeben sein.


Die gesteigerte Speichelsekretion unter Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) sollte vorbeugend mit Atropin behandelt werden.


Hinweise auf Absetzphänomene bei Dauerinfusionsbehandlung liegen nicht vor.



Überdosierung und andere Anwendungsfehler


Oberhalb der 25fachen üblichen anästhetischen Dosis ist mit vital bedrohlichen Symptomen zu rechnen.


Als klinische Symptome einer Überdosierung sind zu erwarten: Krämpfe, Herzrhythmusstörungen und Atemstillstand.


Ein Atemstillstand ist durch assistierte Beatmung bis zum Wiedereinsetzen einer suffizienten Spontanatmung zu überbrücken.


Krämpfe sind durch die intravenöse Gabe von Diazepam zu behandeln. Wenn eine Behandlung mit Diazepam nicht zum Therapieerfolg führt, wird die Gabe von Phenytoin oder Phenobarbital empfohlen.


Ein spezifisches Antidot ist bislang nicht bekannt.



Nebenwirkungen


Wird Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) allein als Narkotikum angewandt, so kommt es aufgrund der zentralen sympathomimetischen Wirkungen in den meisten Fällen zu Blutdruckanstieg und Herzfrequenzsteigerung.


Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen:

Sehr häufig(≥ 10 %), häufig(1 bis < 10 %), gelegentlich(0,1 bis < 1 %), selten(0,01 bis < 0,1 %) und sehr selten(< 0,01 % einschl. Einzelfälle).


Allergische Erkrankungen


Sehr selten

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen). Bei Patienten im Schockzustand kann es auch zu einer weiteren Blutdrucksenkung kommen.

Psychiatrische Erkrankungen Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Erkrankungen des Nervensystems


Sehr häufig

Bei Verwendung von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) als Monoanästhetikum werden Aufwachreaktionen bei bis zu 30 % der Patienten in Abhängigkeit von der injizierten Dosis beobachtet: z. B. Träume, auch unangenehmer Art, Übelkeit und Erbrechen, erhöhter Speichelfluss (Hypersalivation), Sehstörungen, Schwindel und motorische Unruhe. Die Inzidenz dieser Erscheinungen wird durch Zugabe eines Benzodiazepins im Sinne einer Ataraktanalgesie deutlich reduziert.

Gelegentlich

Tonische und klonische Kontraktionen, die Krämpfen gleichen können (durch erhöhten Muskeltonus), Nystagmus

Augenerkrankungen


Gelegentlich

Doppeltsehen, Zunahme des intraokularen Drucks

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen


Häufig

Bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen im Bereich der oberen Atemwege ist insbesondere bei Kindern mit Reflexsteigerung (Hyperreflexie) und Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) zu rechnen. Bei Eingriffen an Pharynx, Larynx und Bronchialbaum kann daher eine Muskelrelaxation mit entsprechender Beatmung erforderlich sein.

Unter nicht adäquater Beatmung kommt es häufig zur Zunahme des Hirndrucks und zur Zunahme des intraokularen Drucks und zu erhöhtem Muskeltonus.

Herzerkrankungen

Gefäßerkrankungen


Sehr häufig

Blutdruckanstieg und Herzfrequenzsteigerung (bei Monotherapie mit Ketanest S)

Häufig

Temporäre Tachykardie

Selten

Arrhythmie, Bradykardie

Erkrankungen der Atem-

wege, des Brustraums und Mediastinums


Häufig

Besonders bei Patienten mit eingeschränkter Koronarreserve kommt es zu einer Erhöhung des Gefäßwiderstandes im Lungenkreislauf und zu einer erhöhten Mucussekretion; bei hohen Dosierungen oder schneller i.v.-Injektion kann es zur Atemdepression kommen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-

gewebes


Gelegentlich

Morbilliforme Hautrötung, Exanthem

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort


Gelegentlich

Schmerzen und Erythem an der Injektionsstelle


Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.


Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen

Bei Gabe von hohen Dosen und schneller i.v.-Injektion ist mit einem Atemstillstand zu rechnen, der durch assistierte Beatmung bis zum Wiedereinsetzen einer suffizienten Spontanatmung überbrückt werden muss.


Die Gabe von Hypnotika, speziell Benzodiazepinen oder Neuroleptika, schwächt die Nebenwirkungen von Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) ab.



Hinweise


Der Inhalt ist für eine einmalige Anwendung bestimmt. Nicht verbrauchte Restmengen sind zu verwerfen.

Verwendet werden darf nur eine klare und farblose Lösung.

Wegen Bruchgefahr des Behältnisses ist eine Lagerung unterhalb 0 °C zu vermeiden.

Das Verfallsdatum der Packung ist auch auf den Ampullen aufgedruckt.


Bei Verdünnung der Injektionslösung vor Anwendung als i.v.-Infusion:

Die chemische und physikalische Anbruchsstabilität von mittels isotonischer Kochsalzlösung oder Glukose 5%-Infusionslösung hergestellten, gebrauchsfertigen Infusionslösungenwurde über 24 Stunden unter Lagerung bei 25 °C bewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Bei nicht unmittelbarem Gebrauch liegen Lagerzeit und Lagerbedingung in der Verantwortung des Benutzers und sollten, sofern die Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgte, einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten.



Dauer der Haltbarkeit


3 Jahre (allgemeine Angabe).


Das konkrete Verfallsdatum der Packung ist auf der Faltschachtel und den Ampullen aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!



Stand der Information


November 2006



Zusätzliche Informationen für Fachkreise



Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht


Verschreibungspflichtig.



Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich sind


Pharmakologische Eigenschaften

Esketaminhydrochlorid ist ein chirales Cyclohexanonderivat mit starker analgetischer Wirkung. Gleichzeitig bewirkt es eine so genannte dissoziative Anästhesie. Die analgetische Wirkung tritt bereits bei subdissoziativen Dosen auf und überdauert die Anästhesie. Diese erwünschten pharmakologischen Effekte werden in erster Linie auf die Blockade der NMDA-Rezeptoren durch Esketaminhydrochlorid zurückgeführt.


Seit Ende der 70er Jahre ist bekannt, dass sich die beiden Ketamin-Racemat-Komponenten Esketaminhydrochlorid und (R)-Ketaminhydrochlorid in einer ganzen Reihe von pharmakologischen Modellen voneinander unterscheiden und dass Esketaminhydrochlorid hauptsächlich für die erwünschte anästhetisch-analgetische Wirkung verantwortlich ist. Am Rückenmark und an peripheren Nerven wirkt Esketamin deutlich lokalanästhetisch.


Im EEG lassen sich unter Esketamin-Anästhesie die Zeichen einer Dämpfung der bioelektrischen Großhirnrindenaktivität beobachten, vor allem in den frontalen Arealen, und eine Aktivierung subkortikaler Strukturen nachweisen. Der Muskeltonus ist erhalten oder gesteigert, sodass die Schutzreflexe im Allgemeinen nicht beeinträchtigt werden. Die Krampfschwelle wird nicht gesenkt. Unter Spontanatmung tritt eine Erhöhung des intrakraniellen Drucks ein, die bei adäquater Beatmung ausbleibt.


Aufgrund einer sympathikotonen Wirkung führt Esketaminhydrochlorid zu einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz, wodurch auch der myokardiale Sauerstoffverbrauch bei gleichzeitig gesteigerter Koronardurchblutung zunimmt. Am Herzen selbst zeigt Esketaminhydrochlorid eine negativ inotrope und antiarrhythmische Wirkung. Der periphere Widerstand ändert sich aufgrund gegensätzlicher Einflüsse kaum.


Nach Gabe von Esketaminhydrochlorid wird eine mäßige Hyperventilation beobachtet ohne wesentliche Beeinträchtigung der Blutgase. An der Bronchialmuskulatur übt Esketaminhydrochlorid einen relaxierenden Effekt aus.


Stoffwechsel, Endokrinium, Leber-, Nieren- und Darmfunktion sowie das Gerinnungssystem werden durch Esketaminhydrochlorid nicht beeinflusst.


Toxikologische Eigenschaften

a) Akute und chronische Toxizität

Symptome der Toxizität waren in Studien mit einmaliger und wiederholter intravenöser Verabreichung durch die übersteigerten pharmakodynamischen Wirkungen von Esketaminhydrochlorid bedingt.


b) Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Aus In-vitro- und In-vivo-Studien zur Genotoxizität ergaben sich keine Hinweise auf ein genotoxisches Potenzial. Langzeitstudien zur Kanzerogenität wurden nicht durchgeführt.


c) Reproduktionstoxizität

In den Studien zur Reproduktionstoxizität zeigte sich in einer Peri- / Postnatalstudie an Ratten in allen Dosisgruppen eine erhöhte postnatale Mortalität bis Tag 4 p.p., die wahrscheinlich auf eine mangelnde Brutpflege durch die Muttertiere zurückzuführen ist.

Sonstige Reproduktionsparameter waren in keiner Dosisgruppe beeinflusst. Ebenso zeigte sich kein Einfluss auf die Elterntiere der F1-Generation und deren Reproduktionsverhalten. Hinweise auf teratogene Eigenschaften ergaben sich nicht.


Pharmakokinetik

Im Gegensatz zu den pharmakodynamischen Differenzen sind die pharmakokinetischen Eigenschaften der Enantiomere des Ketaminhydrochlorids sehr ähnlich, d. h., es bestehen auch keine oder nur unwesentliche Unterschiede in der Pharmakokinetik von Esketaminhydrochlorid und racemischem (±)-Ketaminhydrochlorid. Somit kann man auf die pharmakokinetischen Erfahrungen mit dem (±)-Ketaminhydrochlorid (im Folgenden "Ketaminhydrochlorid" genannt) zurückgreifen.


Ketaminhydrochlorid flutet nach intravenöser Bolusgabe im Gehirn rasch an; die Spitzenkonzentrationen werden innerhalb 1 Minute erreicht. Dabei finden sich ca. 6,5fach höhere Konzentrationen im Hirngewebe als im Plasma. Ketaminhydrochlorid passiert die Plazentaschranke. Es wird nach intramuskulärer Gabe in den M. deltoideus rasch (Resorptionshalbwertszeit 2 bis 17 Minuten) resorbiert. Nach Gabe von 0,5 mg Ketaminhydrochlorid / kg wurden nach einer Lag-time von weniger als 4 Minuten maximale Plasmakonzentrationen von 243 ng / ml (100 bis 425 ng / ml) nach 22 Minuten (5 bis 30 Minuten) gemessen (6 Probanden).

Ketaminhydrochlorid ist nach i.m.-Applikation zu 93 % bioverfügbar. Es wird zu etwa 47 % an Plasmaprotein gebunden.

Die Metabolisierung erfolgt rasch und weitgehend quantitativ. Die metabolische Clearance ist demzufolge hoch und beträgt 1200 bis 1500 ml / min. Dabei entstehen u. a. durch N-Demethylierung (±)-Norketamin und ein durch Dehydratisierung entstehendes (±)-Cyclohexenon-Derivat, die etwa 1/3 bis 1/10 bzw. 1/10 bis 1/100 der anästhetischen Wirkung von Ketaminhydrochlorid haben.


Die terminale Eliminationshalbwertszeit für Ketaminhydrochlorid liegt zwischen 79 Minuten (nach kontinuierlicher Infusion) und 186 Minuten (nach niedrig dosierter i.v.-Gabe), für (±)-Norketamin wurden 240 Minuten gemessen. Nach vorliegenden vereinzelten Befunden dürfte sich die Pharmakokinetik bei Dauerinfusionsbehandlung nicht wesentlich ändern.


Ketaminhydrochlorid und seine Metaboliten werden vorwiegend renal eliminiert. Nach Gabe von 3H-Ketaminhydrochlorid fand man im 120-h-Harn 91 bis 97 % der Gesamtradioaktivität im Urin und nur 3 % in den Faeces wieder. Im 72-h-Urin werden nur 2,3 % bzw. 1,6 % der Dosis als freies Ketaminhydrochlorid bzw. als freies (±)-Norketamin und 16 % der Dosis als Dehydronorketamin ausgeschieden.


Im Rahmen einer klinisch-therapeutischen Studie (7 bis 8 Patienten pro Gruppe) wurden die Plasmaspiegelverläufe der unveränderten Substanz sowie der Metaboliten I (Norketamin) und II (Cyclohexenon-Derivat) nach i.v.-Gabe von 2 mg / kg Ketamin-Racemat, 1 mg / kg Esketamin bzw. 3 mg / kg (R)-Ketamin verfolgt. In allen Fällen verliefen die Plasmaspiegelkurven der unveränderten Substanz sowie der Metaboliten I und II weitgehend parallel, d. h. ohne erkennbare pharmakokinetische Unterschiede. Ebenso waren die Ausscheidungsprofile in allen drei Gruppen vergleichbar.


In 2 weiteren neueren Studien konnte die Ähnlichkeit des pharmakokinetischen Profils von Esketamin mit dem von Ketamin-Racemat und (R)-Ketamin bestätigt werden.

Esketamin wies lediglich die Tendenz zu einer schnelleren Elimination mit einer größeren totalen Clearance als (R)-Ketamin und Ketamin-Racemat auf, was eine verbesserte Steuerbarkeit in der klinischen Anwendung verspricht.

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Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!



Hinweis

Ketanest S 25 mg / ml (2 ml) ist latexfrei.




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spcpal-7v12kes-il-25-2 22.02.2007