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Metoprolol Succinat Beta 95 Mg Retardtabletten

Document: 13.11.2014   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

1. Bezeichnung der Arzneimittel

Metoprolol Succinat beta 23,75 mg Retardtabletten Metoprolol Succinat beta 47,5 mg Retardtabletten Metoprolol Succinat beta 95 mg Retardtabletten Metoprolol Succinat beta 190 mg Retardtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Metoprolol Succinat beta 23,75 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 23,75 mg Metoprololsuccinat entsprechend 25 mg

Metoprololtartrat.

Metoprolol Succinat beta 47,5 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 47,5 mg Metoprololsuccinat entsprechend 50 mg

Metoprololtartrat.

Metoprolol Succinat beta 95 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 95 mg Metoprololsuccinat entsprechend 100 mg

Metoprololtartrat.

Metoprolol Succinat beta 190 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 190 mg Metoprololsuccinat entsprechend 200 mg

Metoprololtartrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Metoprolol Succinat beta 23,75 mg Retardtabletten Retardtablette

Metoprolol Succinat beta 23,75 mg Retardtablette ist eine weiße, ovale, bikonvexe Retardtablette, ca. 9 x 5 mm mit beidseitiger Bruchkerbe.

Metoprolol Succinat beta 47,5 mg Retardtabletten Retardtablette

Metoprolol Succinat beta 47,5 mg Retardtablette ist eine weiße, ovale, bikonvexe Retardtablette, ca. 11 x 6 mm mit beidseitiger Bruchkerbe.

Metoprolol Succinat beta 95 mg Retardtabletten Retardtablette

Metoprolol Succinat beta 95 mg Retardtablette ist eine weiße, ovale, bikonvexe Retardtablette, ca. 16 x 8 mm mit beidseitiger Bruchkerbe.

Metoprolol Succinat beta 190 mg Retardtabletten Retardtablette

Metoprolol Succinat beta 190 mg Retardtablette ist eine weiße, ovale, bikonvexe Retardtablette, ca. 19 x 10 mm mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Erwachsene

•    Hypertonie

•    Angina pectoris

•    Herzrhythmusstörungen, insbesondere supraventrikuläre Tachykardie

•    Prophylaktische Behandlung zur Vorbeugung von kardial bedingten Todesfällen und Re-Infarkten nach der akuten Phase eines Myokardinfarkts

•    Palpitationen aufgrund von funktionellen Herzerkrankungen

•    Migräneprophylaxe

•    Stabile symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA II-IV, linksventrikuläre Ejektionsfraktion < 40%) in Kombination mit anderen Therapien zur Behandlung der Herzinsuffizienz (siehe Abschnitt 5.1).

Kinder und Jugendliche zwischen 6-18 Jahren

•    Hypertonie

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Metoprolol Succinat beta soll 1-mal täglich morgens eingenommen werden.

Die Retardtabletten sind im Ganzen oder geteilt einzunehmen. Sie dürfen nicht zerkaut oder zerstoßen werden. Die Tabletten sollen mit Wasser (mindestens % Glas) eingenommen werden.

Die Dosis kann gemäß den folgenden Angaben angepasst werden: Erwachsene

Hypertonie

1-mal täglich 47,5 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 50 mg Metoprololtartrat) bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Hypertonie.

Falls erforderlich kann die Dosis auf 95-190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 100-200 mg Metoprololtartrat) pro Tag angehoben oder ein weiteres Antihypertensivum kann dem Behandlungsschema hinzugefügt werden.

Angina pectoris

1-mal täglich 95-190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 100-200 mg Metoprololtartrat).

Falls erforderlich können dem Behandlungsschema weitere Arzneimittel zur Behandlung der Arteriosklerose hinzugefügt werden.

Herzrhythmusstörungen

1-mal täglich 95-190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 100-200 mg Metoprololtartrat).

Prophylaktische Behandlung nach akutem Myokardinfarkt 1-mal täglich 190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 200 mg Metoprololtartrat).

Palpitationen bei funktionellen Herzerkrankungen

1-mal täglich 95 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 100 mg

Metoprololtartrat).

Falls erforderlich kann die Dosis auf 190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 200 mg Metoprololtartrat) erhöht werden.

Migräneprophylaxe

1-mal täglich 95-190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 100-200 Metoprololtartrat).

Stabile symptomatische Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit stabiler, symptomatischer Herzinsuffizienz, die durch andere Therapien zur Behandlung der Herzinsuffizienz eingestellt sind, wird die Dosis von Metoprololsuccinat individuell bestimmt.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt bei NYHA III-IV-Patienten 1-mal täglich 11,88 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 12,5 mg Metoprololtartrat) in der ersten Woche. Die Dosis kann für die zweite Woche auf 23,75 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 25 mg Metoprololtartrat) pro Tag angehoben werden.

Die empfohlene Anfangsdosis für NYHA II-Patienten beträgt 1-mal täglich 23,75 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 25 mg Metoprololtartrat) über die ersten beiden Wochen. Es wird empfohlen, die Dosis nach den ersten beiden Wochen zu verdoppeln. Die Dosis sollte jede zweite Woche erhöht werden, bis 190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 200 mg Metoprololtartrat) pro Tag oder die maximal verträgliche Dosis erreicht sind. Bei einer Langzeittherapie sollte die Zieldosis auf 190 mg Metoprololsuccinat (entsprechend 200 mg Metoprololtartrat) pro Tag oder das Erreichen der maximal verträglichen Dosis festgelegt werden.

Der behandelnde Arzt sollte mit der Behandlung einer stabilen symptomatischen Herzinsuffizienz vertraut sein. Nach jeder Dosiserhöhung muss der Zustand des Patienten sorgfältig überwacht werden. Ein Blutdruckabfall kann eventuell eine Dosisreduktion anderer Begleitmedikationen erforderlich machen. Ein Blutdruckabfall ist nicht notwendigerweise ein Hinderungsgrund für die Langzeitanwendung von Metoprolol, allerdings sollte die Dosis reduziert werden, bis der Zustand des Patienten stabil ist.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz, wie z.B. bei der Behandlung von Patienten mit portokavalem Shunt, sollte eine Dosisreduktion in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung bei Patienten über 80 Jahren vor. Seien Sie bei einer Dosiserhöhung besonders vorsichtig.

Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre)

Die empfohlene Anfangsdosis bei Bluthochdruckpatienten ab 6 Jahren ist einmal täglich 0,48 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht. Die endgültige Milligramm-Dosis sollte möglichst nah an der berechneten Dosis in mg/kg liegen.

Bei Patienten, die auf eine Dosierung von 0,48 mg nicht ansprechen, kann die Dosis auf 0,95 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht erhöht werden, wobei 47,5 mg Metoprololsuccinat nicht überschritten werden dürfen. Bei Patienten, die auf eine Dosierung von 0,95 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht nicht ansprechen, kann die Dosis bis auf eine maximale Tagesdosis von 1,90 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht erhöht werden. Dosen über 190 mg Metoprololsuccinat einmal täglich wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren wurden nicht untersucht. Eine Anwendung bei dieser Altersgruppe wird daher nicht empfohlen.

4.3 Gegenanzeigen

•    Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere ß-Blocker oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

•    AV-Block II. oder III. Grades

•    Unbehandelte Herzinsuffizienz (Lungenödem, reduzierter Blutfluss oder Hypotonie) und kontinuierliche oder periodische Behandlung, die die Kontraktilität des Herzens erhöht (Betarezeptor-Agonismus)

•    Manifeste und klinisch relevante Sinusbradykardie (Herzfrequenz < 50 Schläge/min)

•    Sick-Sinus-Syndrom

•    Kardiogener Schock

•    Schwere periphere arterielle Durchblutungsstörungen

•    Hypotonie (systolisch < 90 mmHg)

•    Metabolische Azidose

•    Schweres Asthma bronchiale oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung

•    Unbehandeltes Phäochromozytom (siehe Abschnitt 4.4)

•    Begleitende Anwendung von MAO-Hemmern (mit Ausnahme von MAO-B-Hemmern; siehe Abschnitt 4.5).

Metoprolol darf nicht an Patienten mit Verdacht auf akuten Myokardinfarkt und einer Herzfrequenz von < 45 Schlägen/min, einem PQ-Intervall von > 0,24 Sekunden oder einem systolischen Blutdruck von < 100 mmHg verabreicht werden.

Darüber hinaus ist Metoprolol bei Patienten mit Herzinsuffizienz kontraindiziert, deren systolischer Blutdruck wiederholt auf unter 100 mmHg abfällt (Untersuchung vor Behandlungsbeginn erforderlich).

Die begleitende intravenöse Verabreichung von Calcium-Antagonisten des Verapamil- oder Diltiazem-Typs oder anderer Antiarrhythmika (wie

Disopyramid) ist kontraindiziert (Ausnahme: Intensivstation; siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Absetzen des Arzneimittels

Metoprololsuccinat darf nicht plötzlich abgesetzt werden. Sofern ein Absetzen der Behandlung erforderlich ist, sollte dies ausschleichend über einen Zeitraum von 10 - 14 Tagen erfolgen. Dabei ist die Dosis schrittweise bis auf 25 mg täglich zu reduzieren, wobei diese niedrigste Dosis in den letzten 6 Tagen eingenommen werden sollte.

Ein abruptes Absetzen kann zu einer akuten Verschlimmerung des Zustandes des Patienten führen, insbesondere bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit. Bluthochdruck und Arrhythmien können auftreten. Daher müssen diese Patienten in diesem Zeitraum sehr eng überwacht werden.

Das Risiko ischämischer Episoden einschließlich plötzlichen Tods, kann sich während der schrittweisen Verringerung des ß-Blockers erhöhen.

Anästhesie

Vor einem operativen Eingriff muss der Anästhesist darüber informiert werden, dass der Patient mit Metoprolosuccinat behandelt wird. Es wird nicht grundsätzlich empfohlen, die ß-Blocker-Therapie während eines operativen Eingriffs zu unterbrechen.

Falls das Absetzen von Metoprololsuccinat erforderlich ist, sollte der Prozess nach Möglichkeit mindestens 48 Stunden vor der Narkose abgeschlossen sein.

Jedoch kann es bei einigen Patienten ratsam sein, einen ß-Blocker als Prämedikation zu verabreichen.

Patienten, die sich einer Operation unterziehen, die nicht am Herzen vorgenommen wird, sollten keine akute Erstbehandlung mit hohen MetoprololDosen erhalten, da dies mit Bradykardie, Hypotonie und Schlaganfall (auch mit tödlichem Ausgang) bei Patienten mit kardiovaskularen Risikofaktoren in Verbindung gebracht wurde.

Durch die Abschirmung des Herzens gegen die Auswirkungen von Stress kann der ß-Blocker durch übermäßige sympathische Stimulation provozierte Herzrhythmusstörungen oder akute Herzinsuffizienz verhindern.

Wenn ein ß-Blocker für diesen Zweck verabreicht wird, sollte ein Anästhetikum mit geringer negativ inotroper Aktivität angewendet werden.

Herz und Kreislauf

Bei Patienten, die mit ß-Blockern behandelt werden, soll auf die intravenöse Anwendung von Calciumantagonisten des Verapamil- und Diltiazem-Typ verzichtet werden (Ausnahme: Behandlung auf der Intensivstation, siehe Abschnitt 4.5).

Eine schwere, manchmal lebensbedrohliche Verschlechterung der Herzfunktion kann, insbesondere bei Patienten, deren Herzfunktion abhängig von sympathischer Stimulation ist, auftreten.

Dies ist nicht auf die starke ß-blockierende Wirkung zurückzuführen, sondern darauf, dass Patienten mit stark eingeschränkter Herzfunktion kaum Änderungen im Grad der sympathischen Stimulation tolerieren.

Dies bewirkt eine Abnahme der inotropen Wirkung, eine Abnahme der Herzfrequenz und eine verzögerte AV-Leitung.

Lungenödem, AV-Block und Schock können auftreten. In wenigen Einzelfällen kann eine Verschlimmerung der bestehenden AV-Überleitungsstörungen auftreten, die zu einem AV-Block führen kann.

Wenn Patienten zunehmend eine Bradykardie entwickeln, sollte Metoprolol in geringerer Dosis gegeben oder ausschleichend abgesetzt werden.

Metoprolol kann aufgrund seiner antihypertensiven Wirkung die Symptome von peripheren Durchblutungsstörungen wie das Raynaud-Syndrom oder Claudicatio intermittens verstärken. Wenn sich die Symptome verschlimmern, sollten ß-Blocker nur mit äußerster Vorsicht gegeben werden.

Wenn Metoprolol zusammen mit Digitalis verabreicht wird, muss berücksichtigt werden, dass beide Medikamente die AV-Überleitungszeit verlängern. Kardiovaskuläre Komplikationen wie Schwindel, Bradykardie oder eine Tendenz zu kollabieren können sich ebenso entwickeln. Bei erhöhter Bradykardie sollte Metoprolol in geringerer Dosis gegeben oder ausschleichend abgesetzt werden.

Bei Patienten mit Prinzmetal-Angina sollten ß1-selektive Substanzen mit Vorsicht angewendet werden.

Asthma

ß-Blocker müssen bei Patienten mit Asthma bronchiale mit Vorsicht angewendet werden. Obwohl Metoprolol in üblicher Dosierung weniger negative Auswirkungen auf die Bronchialmuskulatur haben kann als nichtselektive ß- Blocker, ist ständige Vorsicht geboten. Wenn ein Patient, der an Asthma leidet, mit Metoprolol behandelt werden muss, sollte eine gleichzeitige Therapie mit einem ß2-Agonisten (mit Tabletten oder als Inhalation) erfolgen. Wenn die Behandlung mit Metoprolol beginnt, muss die Dosis des ß2-Agonisten kontrolliert und falls erforderlich erhöht werden. Metoprolol Retardtabletten beeinflussen ß2-Rezeptoren in geringerem Maße als eine nichtretardierte Darreichungsform von ß1-selektiven ß-Blockern.

Diabetes

Metoprolol kann die Wirkung einer Diabetes-Therapie verringern und die Symptome einer Hypoglykämie maskieren. Das Risiko für Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels oder einer Maskierung der Symptome einer Hypoglykämie ist unter Metoprolol-Retardtabletten geringer als bei Anwendung einer nicht-retardierten Darreichungsform ß1-selektiver ß-Blocker und signifikant geringer als bei Anwendung nicht-selektiver ß-Blocker.

Besondere medizinische Überwachung ist nach einer langfristigen strengen Diät oder nach starker körperlicher Belastung (wegen der Gefahr schwerer Hypoglykämien) erforderlich.

Phäochromozytom

Wenn Metoprolol bei Patienten mit einem Phäochromozytom verordnet wird, muss vor Beginn und während der Behandlung mit Metoprolol ein a-Blocker eingesetzt werden.

Thyreotoxikose

Die Behandlung mit Metoprolol kann die Symptome einer Thyreotoxikose maskieren.

Sonstige

Wie andere ß-Blocker kann Metoprolol die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und den Schweregrad anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Deshalb dürfen ß-Blocker nur verwendet werden, wenn dies bei Patienten mit einer Vorgeschichte bezüglich schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen oder bei Patienten, die sich einer Hyposensibilisierung unterzogen haben, eindeutig angezeigt ist. Patienten, die ß-Blocker einnehmen, zeigen eine schwere Verlaufsform beim anaphylaktischen Schock.

Eine Adrenalin-Therapie hat bei mit ß-Blockern behandelten Patienten nicht immer den gewünschten therapeutischen Effekt (siehe Abschnitt 4.5).

ß-Blocker können eine Psoriasis auslösen oder verschlimmern. Bei Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollte die Verordnung von ß-Blockern nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden.

Bei Patienten mit einer schweren Lebererkrankung kann die Reduzierung der Metoprolol-Dosis notwendig sein (siehe Abschnitt 4.2).

Da Patienten, die an einer schweren Niereninsuffizienz leiden, in seltenen Fällen während der Behandlung mit ß-Blockern eine Verschlechterung der Nierenfunktion erfuhren, sollte begleitend zur Behandlung mit Metoprolol die Nierenfunktion überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Stoma-Patienten

Wie bei anderen Retardarzneimitteln muss eine individuelle Bewertung der Eignung des Arzneimittels vor der Behandlung von Stoma-Patienten stattfinden. Die Erst-Behandlung muss genau beobachtet werden.

Bislang liegen nicht ausreichend Daten zur Anwendung von Metoprolol bei Patienten mit Herzinsuffizienz und den folgenden Begleitfaktoren vor:

•    Instabile Herzinsuffizienz (NYHA IV)

•    Akuter Myokardinfarkt oder instabile Angina pectoris in den vorangegangenen 28 Tagen.

•    Eingeschränkte Nierenfunktion

•    Eingeschränkte Leberfunktion

•    Patienten über 80 Jahren

•    Patienten unter 40 Jahren

•    Hämodynamisch relevante Herzklappenerkrankung

•    Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie

•    Während einer Herzoperation oder wenn innerhalb von vier Monaten vor der Behandlung mit Metoprololsuccinat eine Herzoperation stattgefunden hat.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen Herz und Kreislauf

Calcium-Antagonisten:

Wie andere ß-Blocker darf Metoprolol nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden, wenn gleichzeitig Calcium-Antagonisten verabreicht werden, da Hypotension, Bradykardie oder andere Herzrhythmusstörungen auftreten können. Dies gilt insbesondere für Verapamil und in geringerem Maße für Diltiazem, die eine negative Wirkung auf die Herzkontraktilität und die AV-Leitung haben.

Mit ß-Blockern behandelte Patienten dürfen Calcium-Antagonisten des Verapamil- oder Diltiazem-Typs nicht intravenös erhalten Zwischen der Anwendung der ß-Blocker und der intravenösen Verabreichung dieser Calcium-Antagonisten sollten mindestens 48 Stunden liegen (siehe Abschnitt 4.4). Bei gleichzeitiger Anwendung mit Nifedipin kann es zu einem stärkeren Blutdruckabfall kommen. Die Kombination kann verwendet werden, wenn die Metoprololdosis angepasst wird. Bei Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion sind diese Kombinationen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Antiarrhythmika:

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Anwendung mit einigen Antiarrhythmika. Die kardiodepressiven Wirkungen von Metoprolol und Antiarrhythmika können sich addieren. Zum Beispiel reduzieren Chinidin oder Propafenon den Stoffwechsel von Metoprolol in der Leber, was zu einer Metoprololtoxizität führt (z.B. Bradykardie). Amiodaron hat eine steigernde Wirkung auf die AV-Überleitungszeit und eine negativ inotrope Wirkung, die eine verringerte Sinusfrequenz und eine Verschlechterung des AV-Blocks bei prädisponierten Patienten hervorrufen kann.

Wenn Metoprolol zusammen mit Lidocain eingenommen wird, erhöht sich die Plasmakonzentration von Lidocain um 30% - 40% und die Lidocain-Clearance vermindert sich entsprechend, was zu einer Lidocaintoxizität führt (Hypotension, Krämpfe, AV-Block).

Bei Patienten, die mit Metoprolol behandelt werden, sollten Antiarrhythmika nicht intravenös verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).

Antihypertensiva:

Metoprolol kann die Wirkung gleichzeitig verabreichter blutdrucksenkender Arzneimittel potenzieren. Eine a-Stimulation tritt auf, wenn die Einnahme von Clonidin bei gleichzeitiger Behandlung mit nichtselektiven ß-Blockern und möglicherweise auch mit selektiven ß-Blockern abgebrochen wird, was eine schwere Hypertension hervorrufen kann (Absetzeffekt). Falls die gleichzeitige Behandlung mit Clonidin abgebrochen werden muss, sollte Metoprolol einige Tage vor Clonidin abgesetzt werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Metoprolol und Reserpin, Alpha-Methyldopa, Clonidin, Guanfacin und Herzglykosiden können die Herzfrequenz und die Überleitung im Herzen deutlich abnehmen.

Die gleichzeitige Anwendung von Metoprolol und Glyceroltrinitrate, Diuretika, Vasodilatatoren oder anderen Antihypertensiva kann einen erhöhten Blutdruckabfall zur Folge haben.

Enzym-Induktoren und Enzym-Inhibitoren

Enzym-induzierende oder Enzym-hemmende Arzneimittel können die Plasmakonzentration von Metoprolol beeinflussen. Rifampicin kann den Metabolismus von Metoprolol verstärken und dadurch die

Plasmakonzentration verringern, während Cimetidin, Alkohol und Hydralazin die Metoprolol-Plasmakonzentration möglicherweise erhöhen können. Metoprolol wird vorwiegend, aber nicht ausschließlich, durch das Enzym Cytochrom CYP2D6 in der Leber verstoffwechselt (siehe Abschnitt 5.2). Substanzen mit hemmender Wirkung auf CYP2D6, wie z.B. selektive Serotoninwiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Paroxetin, Fluoxetin und Sertralin, Diphenhydramin, Hydroxychloroquin,

Celecoxib, Terbinafin, Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin, Triflupromazin, Chlorprothixen) und möglicherweise auch Propafenon können die Plasmakonzentration von Metoprolol erhöhen.

Prostaglandin-Synthetase-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Metoprolol und Indometacin oder anderen Inhibitoren der Prostaglandin-Synthetase kann die blutdrucksenkende Wirkung von Metablockern verringern.

Insulin und orale Antidiabetika

Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika kann durch ß-Blocker, insbesondere durch nichtselektive ß-Blocker, verstärkt werden und die Symptome von Hypoglykämie (besonders Tachykardie und Tremor) können gemildert sein. Deshalb ist der Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren und die antidiabetische Behandlung (Insulin und orale Antidiabetika) ist entsprechend anzupassen.

Inhalationsnarkotika

Inhalationsnarkotika können die kardiodepressiven Wirkungen des ß-Blockers verstärken.

Die gleichzeitige Anwendung ist nicht kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.4), da ß-Blocker starken Blutdruckschwankungen während der Intubation vorbeugen können, und schnelle Gegenmaßnahmen mit ß-Sympathomimetika erfolgen können.

Sympathikus-hemmende Substanzen, MAO-Hemmer und andere ß-Blocker Patienten, die gleichzeitig Sympathikus-hemmende Medikamente, andere ß-Rezeptorenblocker (auch in Form von Augentropfen) oder MAO-Hemmer erhalten, sind zu überwachen. (siehe Abschnitt 4.3).

Wenn mit ß-Blockern behandelte Patienten unter bestimmten Umständen Adrenalin erhalten, beeinflussen kardioselektive ß-Blocker die Blutdruckregulation in signifikant geringerem Maße als nichtselektive ß-Blocker.

Bei der Behandlung anaphylaktischer Reaktionen kann die Wirkung von Adrenalin bei mit ß-Blockern behandelten Patienten abgeschwächt sein (siehe Abschnitt 4.4).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Noradrenalin, Adrenalin oder anderen sympathomimetisch wirkenden Substanzen ist ein beträchtlicher Blutdruckanstieg möglich.

Patienten, die gleichzeitig weitere Betaadrenerge-Antagonisten (z.B. Timolol in Form von Augentropfen) erhalten, müssen engmaschig ärztlich überwacht werden.

Sonstige

Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und trizyklischen Antidepressiva, Schlafmitteln und Phenothiazinen ist ein verstärkter Blutdruckabfall möglich.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Narkotika ist eine verstärkte Blutdrucksenkung möglich. Die negativ inotrope Wirkung dieser Arzneimittel kann sich addieren. Eine durch periphere Muskelrelaxantien (z.B. Succinylcholin, Halid, Tubocurarin) verursachte neuromuskuläre Blockade kann durch die hemmende Wirkung von Metoprolol auf die ß-Rezeptoren verstärkt werden.

Falls eine Behandlung mit Metoprolol nicht vor einer Anästhesie oder vor der Verwendung von Muskelrelaxantien abgebrochen werden kann, muss der Anästhesist von der Behandlung mit Metoprolol informiert werden.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Da es keine geeigneten kontrollierten Studien zur Anwendung von Metoprolol bei schwangeren Frauen gibt, darf Metoprolol nur dann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für den Embryo/Feten überwiegt.

ß-Blocker vermindern die Plazentadurchblutung und können zum Absterben des Feten und zu Frühgeburten führen. Nach einer Langzeit-Behandlung schwangerer Frauen mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie wurde eine intrauterine Wachstumsverzögerung beobachtet. Es wurde eine Verzögerung des Geburtsvorgangs sowie beim Feten und Neugeborenen eine Bradykardie unter ß-Blocker-Therapie berichtet. Ebenso liegen Berichte über Hypoglykämie, Hypotension, erhöhte Bilirubinämie und eine gehemmte Reaktion des Neugeborenen auf eine Anoxie vor.

Die Behandlung mit Metoprolol sollte 48-72 Stunden vor dem berechneten Geburtstermin abgesetzt werden. Wenn dies nicht möglich ist, muss das Neugeborene über 48-72 Stunden nach der Geburt bezüglich der Symptome einer Betablockade (z.B. kardiale und pulmonale Komplikationen) überwacht werden.

ß-Blocker zeigten bei Tieren keine potentielle teratogene Wirkung, allerdings wurden eine verminderte Durchblutung der Nabelschnur, Wachstumsverzögerungen, verringerte Ossifikation und eine Zunahme von fetalen und postnatalen Todesfällen beschrieben.

Stillzeit

Die Metoprolol-Konzentration ist in der Muttermilch etwa 3-mal höher als im mütterlichen Plasma. Auch wenn das Risiko für Nebenwirkungen bei gestillten Kindern nach Verabreichung therapeutischer Dosen des Arzneimittels gering erscheinen würde (außer bei eingeschränkter metabolischer Kapazität), müssen gestillte Kinder bezüglich der Zeichen einer Betablockade beobachtet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Metoprololsuccinat hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Da es unter einer Behandlung mit Metoprolol zu Fatigue und Schwindel kommen kann, muss der Patient darauf achten, welche Wirkung Metoprolol auf ihn hat, bevor er sich an das Steuer eines Fahrzeuges setzt oder Maschinen bedient. Diese Wirkungen können bei gleichzeitigem Alkoholkonsum oder Präparatewechsel verstärkt auftreten.

4.8 Nebenwirkungen

Die unten aufgeführten Nebenwirkungen traten in klinischen Studien oder während der klinischen Anwendung auf, und zwar insbesondere bei Anwendung von Metoprololtartrat in Tablettenform. In vielen Fällen konnte der Kausalzusammenhang mit Metoprolol nicht bestätigt werden.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird gemäß MedDRA-Konvention angegeben.

Sehr häufig (> 1/10)

Häufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Thrombozyto

penie,

Leukopenie.

Endokrine

Erkrankungen

Verschlechter ung eines latenten Diabetes mellitus.

Stoffwechsel-

und

Ernährungsstör

ungen

Gewichtszunah

me.

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression,

Konzentrations

störungen,

Benommenheit

oder

Schlaflosigkeit,

Albträume.

Nervosität,

Angst.

Vergesslichke it oder

Gedächtnisst

örungen,

Verwirrtheit,

Halluzinatione

n,

Persönlichkeit sveränderung en (z.B. Stimmungssc hwankungen).

Erkrankungen

des

Nervensystems

Schwindel,

Kopfschmerze

n.

Parästhesien.

Augenerkranku

ngen

Sehstörungen , trockene oder gereizte Augen, Konjunktivitis.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Tinnitus,

Hörstörungen

Herzerkrankun

gen

Bradykardie,

Gleichgewichts

störungen

(sehr selten mit

Synkopen

verbunden),

Palpitationen.

Vorübergehend e Verstärkung der Symptome einer

Herzinsuffizien z, AV-Block I. Grades, präkordiale Schmerzen.

Funktionelle

Herzsymptom

e,

Herzrhythmus

störungen,

Überleitungss

törungen.

Gefäßerkranku

ngen

Ausgeprägter

Blutdruckabfall

und

orthostatische Hypotonie, sehr selten mit Synkopen.

Kalte Hände und Füße.

Nekrosen bei

Patienten mit

vor der

Behandlung

bestehender

schwerer

peripherer

arterieller

Verschlusskra

nkheit,

Exazerbation

einer

Claudicatio intermittens oder eines RaynaudSyndroms.

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums

und

Mediastinums

Funktionelle

Dyspnoe.

Bronchospasm

en.

Rhinitis.

Erkrankungen

des

Gastrointestina

ltrakts

Übelkeit,

abdominelle

Schmerzen,

Diarrhö,

Obstipation.

Erbrechen.

Mundtrockenh

eit.

Geschmackss

törungen.

Leber- und

Gallenerkranku

ngen

Abweichunge n der

Leberwerte.

Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellg

ewebes

Hautausschlag

(psoriasiforme

Urtikaria und

dystrophe

Hautveränderu

ngen),

vermehrtes

Schwitzen.

Haarausfall.

Photosensitivi

tät,

Exazerbation

einer

Psoriasis,

Erstmanifesta

tion einer

Psoriasis,

psoriasiforme

dermatologisc

he

Veränderunge

n.

Skelettmuskula

tur,

Bindegewebs-

und

Knochenerkran

kungen

Muskelkrämpfe

Arthralgie,

Muskelschwä

che.

Erkrankungen

der

Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Impotenz und

andere

sexuelle

Funktionsstör

ungen,

Induratio

penis plastica

(Peyronie

Syndrom).

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am

Verabreichung

sort

Fatigue.

Ödeme.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, 53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de, anzuzeigen

4.9 Überdosierung

Symptome

Eine Überdosierung mit Metoprolol kann zu schwerer Hypotension, Sinusbradykardie, AV-Block, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, Herzstillstand, Bronchospasmus, Bewusstseinsverlust (auch Koma), Übelkeit, Erbrechen oder Zyanose führen.

Die Symptome können sich durch die gleichzeitige Zufuhr von Alkohol, Antihypertensiva, Chinidin oder Barbituraten verschlimmern.

Die ersten Symptome einer Überdosierung treten 20 Minuten bis 2 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels auf.

Therapie

Enge Überwachung. Behandlung in einer Intensivstation.

Um die Absorption des im Magen-Darm-Trakt befindlichen Arzneimittels zu verhindern, sollten eine Magenspülung sowie die Verabreichung von Aktivkohle und Abführmittel erfolgen. Hypotension und Schock sollten mit Volumen-/Volumenersatzmitteln behandelt werden.

Bei schwerer Bradykardie können 1 - 2 mg Atropin intravenös verabreicht und/oder ein Herzschrittmacher eingesetzt werden.Falls notwendig, kann diese Behandlung durch eine Bolusdosis von 10mg Glucagon intravenös ergänzt werden.

Falls erforderlich, kann - je nach Ansprechen - die intravenöse Infusion von Glucagon mit 1-10 mg/ Stunde wiederholt oder ergänzt werden.

Wenn Glucagon keine Wirkung zeigt oder Glukagon nicht verfügbar ist, kann ein ß-Adrenozeptor-Stimulanz wie Dobutamin 2,5 - 10 pm/kg/min durch intravenöse Infusion gegeben werden.

Dobutamin kann, aufgrund seines positiven inotropen Effekts, ebenfalls für die Behandlung der Hypotonie und der akuten Herzinsuffizienz verwendet werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Dosen nicht ausreichen würden, um die kardiale Wirkung der ß-Blockade nach einer Überdosierung aufzuheben.

Die Dosis von Dobutamin sollte daher bei Bedarf erhöht werden, um die gewünschte Reaktion, dem klinischen Zustand des Patienten entsprechend, zu erzielen.

Die Verabreichung von Calciumionen ist ebenfalls möglich. Ein Bronchospasmus kann üblicherweise durch Bronchodilatatoren umgekehrt werden.

Anmerkung! Die zur Behandlung einer Überdosierung benötigten Dosen liegen deutlich über den üblicherweise verwendeten therapeutischen Dosen, da der ß-Blocker die ß-Rezeptoren blockiert hat.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Beta-Adrenozeptor-Antagonisten, selektiv ATC-Code: C07AB02

Metoprolol ist ein beta1-selektiver ß-Blocker, d.h. er blockiert die Beta1-Rezeptoren im Herzen in deutlich niedrigeren Dosen als sie für die Blockade der Beta2-Rezeptoren erforderlich sind.

Metoprolol hat nur eine unbedeutende membranstabilisierende Wirkung und keine agonistische Wirkung.

Metoprolol verringert oder blockiert die stimulierende Wirkung der Katecholamine (die insbesondere bei körperlichem oder geistigem Stress freigesetzt werden) auf das Herz. Metoprolol verringert eine Tachykardie, reduziert das Herzminutenvolumen und die Kontraktilität und senkt den Blutdruck.

Die Plasmakonzentrationen und die Wirkung (Beta1-Blockade) verlaufen im Zusammenhang mit Metoprololsuccinat-Retardtabletten über einen gegebenen Zeitraum eines Tages gleichmäßiger als bei beta1-selektiven ß-Blockern in nicht-retardierter Tablettenform.

Da die Plasmakonzentrationen stabil sind, wird eine höhere klinische Betal-Selektivität als mit beta1-selektiven ß-Blockern in herkömmlicher nicht-retardierter Darreichungsform erreicht. Das Risiko für Nebenwirkungen (z.B. Bradykardie oder Extremitätenschwäche) im Zusammenhang mit maximalen Konzentrationen ist ebenfalls minimal.

Metoprolol kann Patienten mit Symptomen einer obstruktiven Lungenerkrankung falls erforderlich gleichzeitig mit einem Beta2-Agonisten verabreicht werden.

Wirkung bei der Herzinsuffizienz

Die Studie MERIT-HF (3.991 Patienten der NYHA-Klassen II-IV mit einer Ejektionsfraktion < 40%), in der Metoprolol mit einer Standardtherapie der Herzinsuffizienz, d.h. Diuretika, ACE-Hemmer oder Hydralazin (wenn der Patient ACE-Hemmer nicht vertrug), langwirksame Nitrate oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und, falls erforderlich, Herzglykoside verabreicht wurde, zeigte z.B. eine Reduktion der Gesamtmortalität um 34% [p=0,0062 (adjustiert); p = 0,00009 (Nominal)]. Die Mortalität betrug in der MetoprololGruppe (unabhängig von der Ursache) 145 (7,2% pro Patientenjahr bei der Nachbeobachtung) gegenüber 217 (11,0%) in der Plazebogruppe, wobei das relative Risiko 0,66 (95% KI: 0,53-0,81) betrug.

Kinder und Jugendliche

In einer 4-wöchigen Studie konnte bei 144 pädiatrischen Patienten (im Alter von 6 bis 16 Jahren) mit hauptsächlich essentieller Hypertonie gezeigt werden, dass Metoprololsuccinat den systolischen Blutdruck bei einer Dosierung von 0,2 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht um 5,2 mmHg (p=0,145), bei einer Dosierung von 1,0 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht um 7,7 mmHg (p=0,027) bzw. bei einer Dosierung von 2,0 mg Metoprololsuccinat pro kg Körpergewicht, mit einer täglichen Maximaldosis von 200 mg, um 6,3 mmHg (p=0,049) - im Vergleich zu einer Reduktion bei Placebo um 1,9 mmHg - reduziert. Der diastolische Blutdruck wurde bei den entsprechenden Dosierungen um 3,1 mmHg (p=0,655), 4,9 mmHg (p=0,280), 7,5 mmHg (p=0,017) bzw. um 2,1 mmHg bei Placebo reduziert. Es wurden keine offensichtlichen Unterschiede bei der Blutdrucksenkung auf der Grundlage von Alter, dem Tannerstadium oder der ethnischen Zugehörigkeit beobachtet.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften Resorption und Verteilung

Metoprolol wird nach oraler Gabe vollständig resorbiert. Aufgrund des ausgeprägten First-Pass-Metabolismus von Metoprolol beträgt die Bioverfügbarkeit einer oralen Einzeldosis etwa 50%. Die Bioverfügbarkeit der Retardtabletten ist etwa 20-30% niedriger als die der nicht-retardierten Tabletten. Dies hat jedoch keinen relevanten klinischen Effekt, da die Werte für die AUC (Puls) denen der nicht-retardierten Tabletten entsprechen. Nur ein kleiner Anteil von Metoprolol (etwa 5-10%) bindet an Plasmaproteine.

Die Metoprololsuccinat-Retardtabletten enthalten zahlreiche Pellets die Metoprololsuccinat enthalten, das kontrolliert freigesetzt wird. Jedes Pellet ist mit einem Polymer beschichtet, das die Geschwindigkeit der MetoprololFreisetzung kontrolliert.

Die Retardtabletten zerfallen leicht und das Granulat mit der kontrollierten Freisetzung verteilt sich im Gastrointestinaltrakt. Dort wird Metoprolol kontinuierlich über einen Zeitraum von 20 Stunden freigesetzt. Die Eliminationshalbwertzeit von Metoprolol beträgt durchschnittlich 3,5 Stunden (siehe Angaben zur Biotransformation und Elimination). Nach 1-mal täglicher Verabreichung erreichen die maximalen Plasmakonzentrationen von Metoprolol etwa das Doppelte der Talspiegel.

Biotransformation und Elimination

Metoprolol wird durch Oxidation in der Leber metabolisiert. Es wurde gezeigt, dass die drei bekannten Hauptmetabolite keine klinisch relevante betablockierende Wirkung haben.

Metoprolol wird vorwiegend, aber nicht ausschließlich, durch das Leberenzym Cytochrom (CYP) 2D6 verstoffwechselt. Aufgrund des Polymorphismus des CYP2D6-Gens sind die Umsatzraten individuell unterschiedlich. Personen mit eingeschränkter metabolischer Kapazität (etwa 7-8%) weisen höhere Plasmakonzentrationen und eine langsamere Elimination auf als Personen mit guter metabolischer Kapazität. Allerdings sind die Plasmakonzentrationen individuell stabil und reproduzierbar.

Mehr als 95% einer oralen Dosis werden im Urin eliminiert. Etwa 5% der Dosis, in Einzelfällen bis zu insgesamt 30%, werden in unveränderter Form ausgeschieden. Die Plasmaeliminationshalbwertszeit von Metoprolol beträgt durchschnittlich 3,5 Stunden (Spanne 1-9 Stunden). Die Gesamtclearance beträgt etwa 1 l/min.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Metoprololsuccinat bei pädiatrischen Bluthochdruckpatienten im Alter von 6-17 Jahren ist mit dem für Erwachsene beschriebenen Profil vergleichbar. Die scheinbare orale Clearance von Metoprololsuccinat (CL/F) erhöhte sich linear mit dem Körpergewicht.

Ältere Menschen

Die Pharmakokinetik von Metoprolol bei Älteren unterscheidet sich nicht signifikant von der bei jüngeren Populationen. Die systemische Bioverfügbarkeit und Elimination von Metoprolol ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz normal. Die Elimination der Metabolite verläuft allerdings langsamer als normal. Bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate von weniger als 5 ml/min wurde eine signifikante Kumulation der Metabolite beobachtet. Die Kumulation der Metabolite hat keine Verstärkung der betablockierenden Wirkung von Metoprolol zur Folge.

Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leberzirrhose kann die Bioverfügbarkeit von Metoprolol erhöht und die Gesamtclearance verringert sein. Allerdings hat die höhere Exposition nur bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion oder portokavalem Shunt klinische Relevanz. Bei Patienten mit portokavalem Shunt beträgt die Gesamtclearance etwa 0,3 l/min und die Werte für die AUC liegen etwa sechsmal höher als bei gesunden Personen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen keine relevanten präklinischen Daten vor, die nicht bereits in anderen Punkten dieser Fachinformation genannt wurden.

6. Pharmazeutische Angaben 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose

Methylcellulose

Maisstärke

Glycerol

Ethylcellulose

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Filmüberzug:

Mikrokristalline Cellulose Hypromellose Stearinsäure (Ph.Eur.) Titandioxid (E 171).

6.2 Inkompatibilitäten Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit 3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen (PVC-PE-PVDC/Al):

Packungen mit 30, 50 und 100 Retardtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. Inhaber der Zulassung

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95;

86156 Augsburg

Telefon 08 21/74 88 10 Telefax 08 21/74 88 14 20 e-mail info@betapharm.de

Unsere Servicenummern für Sie Telefon 08 00/74 88 100 Telefax 08 00/74 88 120

8. Zulassungsnummer

Metoprolol Succinat beta 23,75 mg Retardtabletten:

70145.00. 00

Metoprolol Succinat beta 47,5 mg Retardtabletten:

70146.00. 00

Metoprolol Succinat beta 95 mg Retardtabletten:

70147.00. 00

Metoprolol Succinat beta 190 mg Retardtabletten:

70148.00. 00

9. Datum der Erteilung der Zulassungen/Verlängerung der Zulassungen

Datum der Erteilung der Zulassungen: 15.05.2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassungen: 08.09.2014

10. Stand der Information September 2014

11. Verkaufsabgrenzung Verschreibungspflichtig