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Nicotinell 17,5 Mg/24-Stunden-Pflaster

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Novartis Consumer Health GmbH, 81366 München

National Variation dated 15.02.2013 / Revision PVAR 17.05.2013

1.3.1 Fachinformation

Nicotinell 17,5 mg / 24-Stunden-Pflaster Zul.-Nr. 15772.00.00 / ENR: 2115772

Nicotinell 35 mg / 24-Stunden-Pflaster Zul.-Nr. 15772.01.00 / ENR: 2115773

Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster Zul.-Nr. 15772.02.00 / ENR: 2115774



Fachinformation



Novartis
Consumer Health

Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Nicotinell 17,5 mg / 24-Stunden-Pflaster

Nicotinell 35 mg / 24-Stunden-Pflaster

Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster


Transdermales Pflaster

Zur Anwendung bei Erwachsenen

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Nicotinell 17,5 mg / 24-Stunden-Pflaster (Fläche 10 cm2):

1 transdermales Pflasterenthält 17,5 mg Nicotin

Durchschnittliche Wirkstoff-Freigabe auf der Haut 7 mg/24 Stunden.


Nicotinell 35 mg / 24-Stunden-Pflaster (Fläche 20 cm2):

1 transdermales Pflasterenthält 35 mg Nicotin

Durchschnittliche Wirkstoff-Freigabe auf der Haut 14 mg/24 Stunden.


Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster (Fläche 30 cm2):

1 transdermales Pflasterenthält 52,5 mg Nicotin

Durchschnittliche Wirkstoff-Freigabe auf der Haut 21 mg/24 Stunden.


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Transdermales Pflaster

Rundes, flaches, hautfarbenes, mehrschichtiges transdermales Pflaster.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Linderung von Nicotinentzugssymptomen, zur Unterstützung der Raucherentwöhnung bei Nicotinabhängigkeit.


Eine Beratung und Betreuung des Patienten erhöhen in der Regel die Erfolgsraten.



4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Als Monotherapie oder als Kombinationstherapie mit Nicotinell Kaugummi 2 mg).

Bei Beginn der Behandlung mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster muss das Rau­chen ganz eingestellt werden.

Die nicotinhaltigen Pflaster stehen in drei Dosisstärken zur Verfügung:

52,5 mg, 35 mg und 17,5 mg.


MONOTHERAPIE:

Die Startdosis ist abhängig von den bisherigen Rauchgewohnheiten. Für eine optimale Behandlung ist folgendes Dosierungs­schema einzuhalten:


beginnen

3-4 Wochen

fortsetzen

3-4 Wochen

ausklingen

3-4 Wochen

Mehr

als 20 Zigaretten pro Tag:


stark


mittel


leicht

Weniger

als 20 Zigaretten pro Tag:


mittel


mittel


leicht

So wird über 9-12 Wochen stufenweise immer weniger Nicotin zugeführt. Da­mit wird der Körper vom Nicotin entwöhnt und gleichzeitig werden körperliche Ent­zugserscheinungen deutlich gemindert.

Hat sich das Rauchverlangen schon vorzeitig deutlich reduziert, kann auch be­reits nach einer Woche auf eine niedrigere Pflasterstärke gewechselt wer­den. Für eine Verringerung des Nicotinersatzes gegen Ende der Behandlung ist Ni­cotinell 17,5 mg / 24-Stunden-Pflaster geeignet.


Dosierung für Erwachsene

Soweit nicht anders verordnet, soll täglich nach dem Aufstehen ein transder­males Pflaster Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster aufgeklebt werden und 24 Stun­den auf der Haut belassen werden. Durch das Aufkleben direkt nach dem Auf­stehen werden eventuell auftretende Schlafstörungen in der Nacht vermie­den und das typische morgendliche Verlangen nach einer Zigarette verhindert.

Durch die Wahl des transdermalen Pflasters kann die Dosierung je nach indivi­dueller Reaktion angepaßt werden; sie kann beibehalten oder - falls Ent­zugs­symptome auftreten - erhöht werden.


KOMBINATIONSTHERAPIE:

Kombination von Nicotinell 24-Stunden-Pflaster mit Nicotinell Kaugummi 2 mg zur Raucherentwöhnung mit sofortigemRauchstopp


Personen, die mit der Monotherapie keinen Erfolg hatten oder bei denen unter Monotherapie akutes oder unkontrollierbares Rauchverlangen auftritt, können zusätzlich zu Nicotinell 24-Stunden-Pflaster auch Nicotinell Kaugummi 2 mg anwenden.

Auch bei der Kombinationstherapie ist die Dosierung individuell und orientiert sich an der Nicotinabhängigkeit des Patienten. Für die detaillierte Anwendung des Kaugummis wird auf die Fach- und Gebrauchsinformation von Nicotinell Kaugummi verwiesen.


Eine maximale Tagesdosis von insgesamt 64 mg (Pflaster + Kaugummi) darf nicht überschritten werden.


Dosierung für Erwachsene
Soweit nicht anders verordnet, wird folgende Dosierung empfohlen:

Dosierungsschema:




beginnen

3-4 Wochen

fortsetzen

3-4 Wochen

ausklingen

3-4 Wochen

ausklingen

bis zu 6 Monate nach Therapiebeginn

Mehr

als 30 Zigaretten pro Tag:

Pflaster


stark


mittel


leicht

Kein Pflaster

2 mg Kaugummi

nach Bedarf,

8-12 bis maximal 20 Kaugummis täglich


schrittweise Reduktion

der Kaugummi-Anzahl

Zwischen

20 und 30 Zigaretten pro Tag:

Pflaster


mittel


mittel


leicht

Kein Pflaster

2 mg Kaugummi

nach Bedarf,

8-12 bis maximal 20 Kaugummis täglich


schrittweise Reduktion

der Kaugummi-Anzahl


Es ist darauf zu achten, dass eine maximale Tagesdosis von insge­samt 64 mg (Pflaster + Kaugummi) nicht überschritten wird.

Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster kann in Verbindung mit verschiedenen Rau­cherentwöhnungsprogrammen, Selbstmotivation oder Verhaltenstherapie ein­gesetzt werden. In diesen Fällen sollte die Dosierung und Anwendung auch an das jeweilige Programm angepasst werden.

Eine Dosierungsanpassung kann nicht durch Zerschneiden eines transderma­len Pflasters oder durch Aufkleben mehrerer Pflaster der Stärken 35 mg bzw. 52,5 mg erreicht werden. Es kann beim Zerschneiden zu einer Abnahme der Wirksamkeit kommen, die über die Reduzierung der Klebefläche hinausgeht.


Hinweise für Raucher von “Light-Zigaretten“, Zigarillos, Zigarren oder Pfeife:

Bei vorgenannten Rauchern können sich Änderungen bei der Dosierung erge­ben. Dies gilt auch für Raucher, die Zigaretten nicht tief inhalieren.

In diesen Fällen sollte die Entwöhnung mit einem transdermalen Pflaster der niedrigsten Stärke begonnen werden. Im Falle einer Unterdosierung mit auf­tretenden Entzugssymptomen kann auf das höher dosierte Pflaster zurückge­griffen werden. Im Anschluss daran kann die Behandlung mit einem schwa­chen transdermalen Pflaster beendet werden.


Art der Anwendung

Zur transdermalen Anwendung


Jedes transdermale Pflaster von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster ist einzeln in einen kindergesicherten luftdichten Beutel eingeschlossen. Der Beutel soll mit einer Schere entlang der gestrichelten Linie aufgeschnitten und dann das transdermale Pflaster herausgenommen werden. Nachdem der angeschnit­tene Rand der aluminiumfarbigen Schutzfolie entfernt wurde, wird das trans­dermale Pflaster am Rand festgehalten und die aluminiumfarbige Schutzfolie von der Schnittstelle aus langsam abgezogen. Das transdermale Pflaster wird dann auf eine gesunde, unbehaarte, trockene und saubere (keine Lotion, Al­kohol oder Salbenreste usw.) Hautstelle aufgeklebt, bevorzugt am Oberarm (Innen- oder Außenseite). Andere Körperstellen zum Anbringen sind der Schulterbereich oder die obere Hüfte. Das transdermale Pflaster soll 10-20 Sekunden lang mit der Handfläche angedrückt werden.

Keinesfalls sollte die gleiche Hautstelle an aufeinander folgenden Tagen für das Aufkleben des transdermalen Pflasters benutzt werden, d.h. ein täglicher Wechsel der Hautstelle ist unbedingteinzuhalten.


Was ist beim Duschen, Baden, Sauna- oder Solariumbesuch zu beachten?

Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster ist nicht wasserfest, kann aber bei vorsichti­gem Duschen auf der Haut belassen werden. Auch im Solarium ist es, aus medizini­scher Sicht, nicht notwendig das transdermale Pflaster zu entfernen.

Um das transdermale Pflaster vor Feuchtigkeit zu schützen, kann es mit einem gewöhnlichen wirkstofffreiem Pflaster überklebt werden. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit ein transdermales Pflaster maximal 1-2mal abzuneh­men, ohne damit seine Klebeeigenschaften zu beeinträchtigen. Es sollte nach dem Abzie­hen von der Haut mit dem äußersten Kleberand vorsichtig auf eine glatte Ober­fläche, z.B. einen Spiegel, aufgeklebt werden, um die Haftfähigkeit zu be­wah­ren.

Keinesfalls sollte das Pflaster während eine Saunabesuchs oder eines Tauch­ganges auf der Haut belassen werden. In diesen Fällen kann eine unkontrol­lierte Nicotinfreisetzung nicht ausgeschlossen werden.


Was ist zu tun, wenn das transdermale Pflaster nicht mehr klebt?

Ist die Klebewirkung des transdermalen Pflasters trotz Vorsichtsmaßnahmen beeinträchtigt worden, kann es mit einem wirkstofffreien herkömmlichen Wund­pflaster fixiert werden.


Dauer der Anwendung

Die Entwöhnung erfolgt schrittweise (siehe Dosierschema).

Die Dauer der Anwendung kann insgesamt bis zu 3 Monate betragen.


Über Behandlungszeiten von insgesamt mehr als 3 Monaten und über Dosie­rungen von mehr als 1 transdermalen Pflaster Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster pro Tag liegen keine Untersuchungen vor.

4.3 Gegenanzeigen

Über­empfindlichkeit gegen den Wirkstoff Nicotin oder einen der sonstigen Bestandteile.

Systemische Hauterkrankungen, instabile oder sich verschlech­ternde Angina pectoris, Status unmittelbar nach Myokardinfarkt, schwere Ar­rhythmien, vor kurzem aufgetretener Schlaganfall, Vasospasmen, Phäochromozytom.


Kinder dürfen mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster nicht behandelt werden, ebenso dürfen Nichtraucher und Gelegenheitsraucher Nicotinell / 24-Stun­den-Pflaster nicht anwenden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Im Hinblick auf die pharmakologischen Wirkungen des Nicotins sorgfältige Nut­zen-Risiko-Abwägung bei folgenden Erkrankungen:

Stabile Angina pectoris, älterer Myokardinfarkt, zerebrovaskuläre Erkran­kung, periphere arterielle Verschlusskrankheiten, Hypertonie, Myokardinsuffi­zienz, Nieren- und Leberinsuffizienz, Hyperthyreoidismus, Epilepsie, Myasthenia gravis, pseudomyasthenisches Syndrom, Diabetes mellitus sowie Gastri­tis und akute Magen- und Darm-Ulzera. Der Einsatz des trans­dermalen Pflasters sollte in diesen Fällen nur dann erwogen werden, wenn eine Rau­cherentwöhnung ohne pharma­kologische Unterstützung nicht mög­lich ist. In diesem Falle sind die Risiken des Weiterrauchens gegen das Ri­siko der Nico­tinsubstitution abzuwägen.


Bei Patienten mit anamnestisch bekannten Krampfanfällen (d. h. Epilepsie) könnte unter der Behandlung mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Krampfanfällen bestehen.


Patienten mit anamnestisch bekannter Muskelschwäche (Myasthenia gravis, pseudomyasthenisches Syndrom) könnten unter der Behandlung mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster eine Verschlechterung ihrer durch die Muskelschwäche bedingten Symptome entwickeln.


Über die Anwendung von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster bei Patienten unter 18 Jahren liegen keine Erfahrungen vor.

Über die Anwendung von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster bei Rauchern über 65 Jahren liegen nur beschränkte Erfahrungen vor, jedoch scheint die Wirk­sam­keit und Verträglichkeit in dieser Altersgruppe unproblematisch zu sein.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wech­selwirkungen

Es liegen keine Informationen über Wechselwirkungen zwischen Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster und anderen Medikamenten vor.


Dies ist beim Rauchen anders, wo es aufgrund einer Vielzahl anderer im Rauch enthaltener Stoffe zu Wechselwirkungen mit anderen Mitteln kommen kann.


Vermutlich wegen der im Rauch enthaltenen polyzyklischen aromatischen Koh­lenwasserstoffe kann der Metabolismus verschiedener Arzneimittel durch En­zyminduktion (erhöhte CYP1A2-Aktivität in der Leber) beschleunigt werden: Coffein, Theophyllin, Paracetamol, Phenacetin, Phena­zon, Phenylbutazon, Pentazocin, Lidocain, Benzodiazepine (z. B. Nordazepam, Oxazepam), trizykli­sche Anti­depressiva (z. B. Imipramin), Warfarin, Östrogene und Vitamin B12.


Beim Aufgeben des Rauchens ist damit zu rechnen, daß der bis dahin be­schleunigte Metabolismus dieser Arzneimittel verlangsamt, d.h. normalisiert wird. Bei unveränderter Dosierung der Präparate resultiert eine Zunahme der Blutkonzentration.


Bei der Verordnung von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster sollte bei Patienten, die mit den vorstehend genannten Medikamenten behandelt werden, eine evtl. An­passung deren Dosierung erwogen werden.


Weitere Effekte des Rauchens sind die Reduktion der analgetischen Wirk­sam­keit von Propoxyphen, die Verringerung der diuretischen Wirkung von Furose­mid, eine Veränderung des pharmakologischen Effekts von Propra­nolol und veränderte Ansprechquoten in der Ulkusbehandlung mit H2-Anta­gonisten. Durch Rauchen und durch Nicotin können die Blutspiegel des Cor­tisols und der Katecholamine erhöht werden. Möglicherweise ist eine Dosie­rungsanpassung von Nifedipin, adrenergen Agonisten oder adrenergen An­tagonisten erforder­lich.


Dosisreduktion kann nach Beendigung des Rauchens aufgrund einer fehlen­den Induktion der Leberenzyme notwendig sein für:

Tacrin, Clomipramin.


Dosisreduktion kann nach Beendigung des Rauchens aufgrund einer Steige­rung der subkutanen Insulinresorption notwendig sein für:

Insulin.


Dosisreduktion kann nach Beendigung des Rauchens aufgrund einer Verrin­ge­rung der zirkulierenden Katecholamine notwendig sein für:

Alpha- und Beta-Blocker wie Prazosin, Propranolol.


Dosissteigerung kann bei Raucherentwöhnung aufgrund einer Verringerung der zirkulierenden Katecholamine notwendig sein für:

Sympathomimetika wie Isoprenalin, Salbutamol.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedie­nen von Maschinen

Es liegen keine Hinweise für Risiken im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen vor, solange die empfohlene Dosierung eingehalten wird. Es ist jedoch zu beachten, dass beim Aufgeben des Rauchens Verhaltens­veränderungen hervorgerufen werden können.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (>1/10)

Häufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).


Grundsätzlich können unter Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster ähnliche Nicotin-Nebenwirkungen (Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit, Zunahme der Herz­schlagfolge, vorübergehende leichte Hypertonie) auftreten, wie sie beim Rau­chen zu beobachten sind. Die nachfolgend unter “zentrales Nervensystem“ und “Verdauungstrakt“ be­schriebenen Symptome können auch den Entzugserscheinungen im Zusam­menhang mit der Raucherentwöhnung zugeschrieben werden.Allerdings kann man davon ausgehen, dass diese Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster durch die niedrigeren maximalen Nicotin-Plasmakonzentrationen weniger stark ausgeprägt sind als beim Rauchen. Beim Rauchen treten neben den Nicotin-Effekten zusätzliche Risiken durch die bekannten schädigenden Ein­flüsse von Kohlenmonoxid und Teer auf.


Immunsystem:

Sehr selten: generalisierte allergische Reaktionen wie generalisierte Urtikaria, angioneurotisches Ödem, anaphylaktische Reaktionen.

Allergische Reaktionen: Bei einigen Patienten trat bei der Verwendung von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster eine Kontaktsensibilisierung auf. Bei diesen Patienten kann es bei weiterer Verwendung von nicotinhaltigen Pro­dukten oder beim Weiter­rauchen zu allergischen Reaktionen kommen.


Zentrales Nervensystem:

Häufig: Schlaflosigkeit*, abnorme Träume, Schwindel*, Agitation, Angstgefühle, Nervosität, Konzentra­tionsstörungen, Müdigkeit.

Gelegentlich: Schläfrigkeit, emotionale Labilität, Reizbarkeit, depressive Ver­stimmung, Verwirrung, Gedächtnisstörungen.

Selten: Tremor.


Sinnesorgane:

Gelegentlich:Parästhesie, Geschmacksanomalien, Seh­störungen.


Herz-Kreislauf-System:

Häufig: Blutdruckveränderungen.

Gelegentlich: Palpitationen, Hitzewallungen.

Selten: Schmerzen im Thorax, Dyspnoe, Herzrhythmusstörungen.


Atemwege:

Häufig: Husten.

Gelegentlich: Infektionen der oberen Atemwege.


Verdauungstrakt:

Häufig: Übelkeit*, Bauchschmerzen, Dyspepsie.

Gelegentlich: Erbrechen, Verstopfung, Diarrhö, Flatulenz, abnormer Stuhl, Mundtrockenheit, Gingivitis, Magengeschwür.


Haut:

Sehr häufig: Reaktionen an der Applikationsstelle wie brennendes Gefühl, Ödeme, Erytheme, Pruritus, Exantheme, Urtikaria, Blasenbil­dung, Zwicken. Die meisten dieser Re­aktionen waren leichter Natur und bilde­ten sich innerhalb von 48 Stunden wieder zurück. In schweren Fällen hielten Erytheme und Infiltrationen 1-3 Wochen an. Wesentliche Hautreaktionen tra­ten 3-8 Wochen nach Beginn der Behandlung auf. In Einzelfällen erstreckten sich die Hautreaktionen auch über die Applikationsstelle hinaus.

Gelegentlich: Verstärktes Schwitzen, Akne.

Selten: Reaktionen an der Applikationstelle wie Hautverfärbungen, Hyper­pigmentierung, Vaskulitis.

Bei Patienten mit bekannter allergischer Anamnese auf Heftpflaster sollte wäh­rend der ersten Tage der Behandlung sorgfältig auf das Auftreten von Hautre­aktionen geachtet werden. Kommt es zu schweren oder anhaltenden Hautreak­tionen, ist die Behandlung abzubrechen.


Bewegungsapparat:

Häufig: Muskelschmerz*, motorische Störungen.

Gelegentlich: Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe (z. B. Wadenkrämpfe), Rückenschmerzen.


Andere Organsysteme:

Gelegentlich: Dysphagie, Schilddrüsenstörung, schmerzhafte Lymph­knoten, Zystitis.


Allgemein:

Sehr häufig: Kopfschmerzen*, Erkältungs- und grippeartige Symptome*.

Gelegentlich: Kraftlosigkeit, Schmerzen, Unwohlsein, Migräne, Gewichtszu­nahme, Appetitsteigerung.


*) Systemische Nebenwirkungen,die in kontrollierten klinischen Studien mit einer Häufigkeit von mehr als 4% auftraten, sind in der folgende Tabelle dar­gestellt. Diejenigen unerwünschten Wirkungen, die gleich häufig wie unter Placebo auftraten (Unterschied bis ca. 1%), sind weniger wahrscheinlich durch das Nicotinarzneimittel bedingt. Dazu gehören Kopfschmerzen, Schlaf­losigkeit und Schwindel. Symptome, die häufiger als unter Placebo auftraten, können entweder mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster oder mit der Raucher­entwöhnung zusammenhängen.


Häufigste systemische Arzneimittelnebenwirkungen in kontrollierten Studien:



Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster (N=401)

Placebo
(N=391)

Kopfschmerzen

29,7%

29,2%

Erkältungs- und grippeartige Symptome

12,0 %

8,4 %

Schlaflosigkeit

6,5 %

5,4 %

Übelkeit

6,2 %

4,6 %

Muskelschmerz

6,0 %

4,1 %

Schwindel

6,0 %

5,9 %

4.9 Überdosierung

a) Symptome einer Intoxikation:

Die Symptome einer Überdosierung entsprechen denen einer akuten Nicotin­ver­giftung. Bei Nichtrauchern zählen dazu Blässe, Schweißausbruch, Übel­keit, Spei­chelfluss, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwin­del, Hör- und Sehstörungen, Tremor, Verwirrtheit, Muskelschwäche, Konvulsio­nen, Kraftlosigkeit, neurologische Ausfälle und respiratorische In­suffizienz. Tödliche Dosen können Konvulsionen hervorrufen, der Tod tritt infolge einer peripheren oder zentralen Atemlähmung oder - weniger häufig - infolge Herz­versagens ein.


Nicotin ist hoch toxisch. Die minimale akute letale Dosis für den Erwachse­nen beträgt 40-60 mg oral. Raucher haben durch die zum Teil jahrelange Gewöh­nung an Nicotin eine Tachyphylaxie entwickelt, die sie gegen die toxi­sche Wir­kung des Nicotins weniger empfindlich reagieren lässt. Bei Intoxika­tion durch gleichzeitige Applikation einer größeren Anzahl von Nicotin-Pflas­tern oder bei Anwendung durch Kinder, können weitere Symptome wie Blut­druck- und Tem­peraturabfall, Atemnot, Hör- und Sehstörungen, schwacher und unregelmäßi­ger Puls sowie Krämpfe auftreten und im Extremfall zum Tode führen.

b) Therapie einer Intoxikation:

Bei Anzeichen einer Überdosierung muss Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster so­fort entfernt werden. Die Aufklebestelle kann mit Wasser abgewaschen und anschließend getrocknet werden (Es sollte keineSeife verwendet werden). Die Haut wird möglicherweise aufgrund eines vorhandenen Wirkstoffdepots in der Haut für mehrere Stunden weiterhin Nikotin an den Blutkreislaufabgeben. Die Symptome verschwinden mit den fallenden Nicotin-Plas­makonzentrationen inner­halb von einer bis zu mehreren Stunden.

Bei schweren Intoxikationen werden die folgenden Maßnahmen, wie bei der aku­ten Nicotinvergiftung, empfohlen:

Erwärmung des Körpers auf Normaltemperatur, künstliche Beatmung im Falle von respiratorischer Insuffizienz und die Behandlung von Hypotonie und kardio­vaskulärem Kollaps.


5. Pharmakologische Eigenschaften

Die Wirksubstanz hat folgende Strukturformel:


Chemische Bezeichnung des Wirkstoffs:

S(-)-3-(1-Methyl-2-pyrrolidinyl)pyridin = S(-)-Nicotin.

S(-)-Nicotin ist die pharmakologisch wirksamste Form des Nicotins, dem Hauptalkaloid des Tabaks.


Beschreibung des transdermalen Pflasters (Transdermales Therapeutisches System):

Runde, flache, hautfarbene, mehrschichtige transdermale Pflaster, die nach Applikation auf die Haut kontinuierlich Nicotin in geeigneter Dosierung über 24 Stunden freisetzen. Nicotin penetriert die Haut und gelangt direkt in den Blut­strom.

Um das für die Diffusion erforderliche Konzentrationsgefälle beizubehalten, ent­hält Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster mehr S(-)-Nicotin als tatsächlich im Verlauf von 24 Stunden abgegeben wird. Die Menge S(-)-Nicotin, die aus Nico­tinell / 24-Stunden-Pflaster freigesetzt wird, beträgt ungefähr 0,7 mg/cm² pro 24 Stun­den. Daher wird die im Durchschnitt verabreichte Tagesdosis weitgehend da­von bestimmt, wie groß die Kontaktfläche des Systems ist.

Das transdermale Pflaster hat folgenden schematischen Aufbau:

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:Arzneimittel zur Behandlung der Nicotinabhängigkeit

ATC-Code: N07B A01


Nicotin wirkt in erster Linie auf cholinerge Rezeptoren vom Typ des Nicotinre­zeptors im peripheren und zentralen Nervensystem. Viele seiner Effekte sind da­durch gekennzeichnet, daß niedrige Dosen von Nicotin stimulierend und ho­he Dosen hemmend wirken.

Intermittierende Verabreichung von Nicotin beeinflußt neurohormonale Über­tra­gungswege und führt zur Freisetzung von Acetylcholin, Noradrenalin, Do­pamin, Serotonin, Vasopressin, Beta-Endorphin, Wachstumshormon, Cortisol und ACTH. Diese Neuroregulatoren können an den beobachteten Auswir­kungen auf das Ver­halten und den subjektiven Effekten des Rauchens betei­ligt sein. Bei Rau­chern, die über Nacht abstinent geblieben waren, wurden nach der Verab­reichung von Nicotin einige Leistungsparameter, z.B. die Ge­schwindig­keit des Tastenanschlags mit dem Finger, verbessert.

Die Wirkungen, die Nicotin auf den Menschen hat, sind komplexer Natur und abhängig von der Dosierung, der Zufuhrgeschwindigkeit, dem vorherrschen­den vegetativen Tonus, individuellen Unterschieden und der früheren Expo­sition (Toleranz).

Die kardiovaskulären Effekte von Nicotin beruhen auf der Stimulation des zen­t­ralen und peripheren sympathischen Nervensystems. In Konzentratio­nen, wie sie beim Rauchen erzielt werden, erhöht Nicotin beispielsweise die Herzfre­quenz sowie den systolischen und den diastolischen Blutdruck und führt zu Va­sokonstriktion in Hautgefäßen.

Es kommt rasch zu einer teilweisen oder vollständigen Gewöhnung an einige Wirkungen des Nicotins. Trotz höherer Nicotinkonzentrationen im venösen Blut verursacht eine zweite, im Abstand von 60 oder 120 Minuten verab­reichte Infu­sion eine geringere Herzfrequenzbeschleunigung und geringere subjektive Ef­fekte als die Erstinfusion. Wird die zweite Infusion im Abstand von 210 Minuten gegeben, führt sie zur gleichen Reaktion wie die Erstinfu­sion.

Wurde Nicotinell 35 mg / 24-Stunden-Pflaster Rauchern appliziert, die über Nacht abstinent geblieben waren, kam es zu einer geringen Erhöhung der mittleren Herzfrequenz (um bis zu 6 Schläge pro Minute) und des systoli­schen Blutdrucks sowie zu einer Abnahme des Schlagvolumens. Die Verän­derungen der Herzfrequenz und des Schlagvolumens waren auch noch nach 10 Tagen mit wiederholter Applikation vorhanden, was darauf hindeutet, daß es nicht zu einer vollständigen Gewöhnung an die Effekte von Nicotin kam. Die Effekte wa­ren weniger stark als die, die durch Zigarettenrauchen hervor­gerufen wurden, während im Vergleich mit Plazebo keine Veränderungen der Hauttemperatur oder der Durchblutung beobachtet wurden.

Tabakabstinenz führte zu Entzugssymptomen wie Verlangen nach einer Ziga­rette, Reizbarkeit, Frustration, Ärger, Unruhe, nervöse Spannung, Angst, Hun­ger, Gewichtszunahme, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstö­rungen. In Doppelblindstudien mit Plazebokontrolle erhöhte die Nicotinsub­stitution durch Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster mit oder ohne Unterstützung in der Gruppe in den ersten Wochen oder Monaten nach Aufgabe des Rau­chens die Chancen, erfolgreich abstinent zu bleiben, und es wurde ein deut­licher Trend zu weniger Entzugssymptomen beobachtet.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nicotin wird leicht resorbiert und gelangt so durch die Haut in den systemi­schen Kreislauf. An gesunden abstinenten Rauchern, die sich mit dem trans­dermalen Pflaster einer Raucherentwöhnungstherapie unterzogen, führte die Einzelapplikation von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster nach einer anfängli­chen Verzögerung von 1-2 Stunden zu einem zunehmenden Anstieg der Plasma­konzentration, die etwa 8-10 Stunden nach Applikation ein Plateau erreichte.


Nach der Entfernung des Systems nimmt die Plasmakonzentration des Me­dika­ments ab, und zwar langsamer als aufgrund der Eliminationshalbwerts­zeit von 2 Stunden nach intravenöser Infusion der Substanz erwartet. Etwa 10 % der Gesamtmenge von Nicotin, die in den Kreislauf gelangt, wird aus der Haut ab­gegeben, nachdem Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster (30 cm²) entfernt wurde. Die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) über 24 Stunden vari­iert je nach der von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster abgege­benen Nicotin­menge, die ihrerseits von der Pflastergröße abhängt. Insge­samt werden aus den transdermalen Pflastern rund 43 % des Nicotingehal­tes über 24 Stunden freigesetzt. Für ein Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster entspricht dies einer Freisetzung von durchschnittlich 21 mg Nicotin über 24 Stunden, hiervon ge­langen 16 mg in die systemische Zirkulation.


Der Vergleich mit einer intravenösen Nicotininfusion ergibt eine absolute Bio­verfügbarkeit von ca. 33 %.


Bei wiederholter Applikation der transdermalen Pflaster lagen im Fließgleich­gewicht die mittle­ren Plasmakonzentrationen zwischen minimal 7,1 ng/ml und maximal 12,0 ng/ml bei Verwendung von Nicotinell 35 mg / 24-Stunden-Pflaster (20 cm²) und zwischen 10,3 ng/ml und 7,7 ng/ml bei Verwendung von Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster (30 cm²). Diese Plasmakon­zentrationen liegen im Bereich, der durch mäßiges Zigarettenrauchen er­reicht wird.


Aus dem Wirkstoffgehalt, der nach 24stündigem Gebrauch in den Systemen noch vorhanden ist, ergibt sich, daß sich die insgesamt in den Kreislauf abge­gebene Wirkstoffmenge zwischen einzelnen Personen um den Faktor 2 unter­scheidet. Die intraindividuelle Variabilität der zugeführten Nicotinmenge ist je­doch gering, woraus hervorgeht, daß das System bei einmal täglicher Applika­tion von Nicoti­nell / 24-Stunden-Pflaster sehr gleichmäßig funktioniert.


S(-)-Nicotin wird im Körper weit verteilt; das Verteilungsvolumen beträgt etwa 180 l. Die Substanz überwindet die Blut-Hirn-Schranke sowie die Plazen­ta­schranke, und sie tritt auch in die Muttermilch über. Nicotin wird nur unwe­sent­lich (zu weniger als 5 %) an Plasmaproteine gebunden. Die Plasma-Clearance von Nicotin liegt zwischen 0,92 und 2,43 l/min. Die Ausscheidung erfolgt haupt­sächlich über die Leber; die primären Metaboliten sind Cotinin und Nico­tin-1'-N-oxid.


Cotinin wird in großem Umfang weiter metabolisiert. Einige der Metaboliten von Nicotin sind jedoch noch nicht identifiziert. Nicotin wird nur in geringen Mengen in unveränderter Form über die Nieren ausgeschieden.


Es besteht eine erhebliche individuelle Variabilität bei der Verteilung, dem Me­tabolismus und der Bioverfügbarkeit von Nicotin aus Zigaretten, Kapseln und Nicotin-Kaugummi.

Keiner der Hauptmetaboliten wird als pharmakologisch aktiv erachtet. Die re­nale Ausscheidung von unverändertem Nicotin ist pH-abhängig; unter alkali­schen Bedingungen ist sie unbedeutend.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die toxikologischen Eigenschaften des reinen Nicotins, wie es in Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster vorliegt, sind nicht mit denjenigen des Rauchens direkt gleich­zusetzen, weil im Tabakrauch zusätzliche toxische Bestandteile (z.B. Kohlen­monoxid und Teer) enthalten sind.


Akute toxische Wirkung des Nicotins:

Die für den Erwachsenen akut tödliche Nicotindosis beträgt 40-60 mg Nicotin oral. Dies entspricht der in 3-6 Zigaretten oder einer Zigarre enthaltenen Nico­tinmenge.

Bei Kindern wurden nach oraler Aufnahme von Tabakprodukten Erbrechen, Er­regtheit, Nausea, Diarrhö, Blässe, Schwäche, Reaktionslosigkeit und Glieder­zucken beschrieben. Bei schweren Nicotinvergiftungen werden Ver­wirrung, Mus­kelschwäche, Kreislaufkollaps und Untertemperatur beobachtet. Bei tödli­chen Dosen treten rasch Krämpfe auf und der Tod erfolgt durch Herzversagen oder (häufiger) durch periphere oder zentrale Atemlähmung.


Chronische toxische Wirkungen des Nicotins:

Bei chronischen Rauchern kommt es zur Entwicklung einer Tachyphylaxie, so dass akut hochtoxische Nicotindosen von chronischen Rauchern toleriert wer­den können. Bei chronischer Überdosierung der transdermalen Pflaster (zur Erzielung einer pharma­kologischen Wirkung) kann es zu Symptomen kom­men, die denjenigen der aku­ten Nicotinintoxikation ähnlich sind.


Teratogenität des Nicotins:

Untersuchungen zum teratogenen Risiko an sechs Tierarten haben bei einer Tier­art (Maus) bei parenteraler Anwendung Hinweise auf embryoletale Wir­kun­gen sowie auf Fehlbildungen der Extremitäten und Finger ergeben.


Mutagene Wirkungen des Nicotins:

Es liegen keine relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung von Nicotin vor.


Kanzerogene Wirkungen des Nicotins:

Nicotin hat im Tierexperiment und beim Menschen keine tumorauslösenden Ei­genschaften. Über eine tumorfördernde Wirkung des Nicotins ist noch kein ab­schließendes Urteil möglich.


Lokale Verträglichkeit von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster:

Bei der transdermalen Applikation von Arzneistoffen ist zwischen der Haut­ver­träglichkeit des Wirkstoffes (hier Nicotin) und derjenigen des Trägersys­tems per se zu unterscheiden:


Nicotin:

Bei tierexperimentiellen Untersuchungen an der Haut von Meerschweinchen traten keine kontaktallergischen Reaktionen auf. Nicotin als freie Base, wie sie in Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster zur Anwendung kommt, hat eine leicht schleimhautreizende Wirkung. Bei der Anwendung beim Menschen werden ab der dritten Applikationswoche zunehmend reversible Erytheme beobach­tet, die bis zum Ende der Behandlungsphase von insgesamt drei Monaten in bis zu 8 % aller Fälle auftraten.


Transdermales Therapeutisches System:

Das transdermale Pflaster verbleibt einen Tag auf der Haut und erzeugt da­durch einen Okklu­sionseffekt. Infolge dieses Effektes kann eine Hautirritation in Form einer Der­matitis auftreten. Wie bei der Anwendung von gewöhnli­chem Wundpflaster kann es auch zu Unverträglichkeitsreaktionen mit dem Klebstoff kommen.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Arzneimittellösung:

Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.) [Eudragit E 100]


Äußere Schicht:

Aluminiumbeschichtete Polyesterfolie


Matrixschichten:

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat-co-(2-hydroxyethyl)acrylat-co-
(2,3-epoxypropyl)methacrylat] (67:28:5:0,15) [Durotak 387-2516]

Glyceroltrialkanoat(C6-C12) [Miglyol812]

Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.) [Eudragit E 100]


Trägerschicht:

Papier 26 g/m2


Klebeschicht:

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat-co-(2-hydroxyethyl)acrylat-co-
(2,3-epoxypropyl)methacrylat] (67:28:5:0,15) [Durotak 387-2516]

Glyceroltrialkanoat(C6-C12) [Miglyol812]


Abziehbare Schutzfolie:

Polyesterfolie mit Silikon- und Aluminiumbeschichtung


Drucktinte:

Braune Drucktinte

6.2 Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C aufbewahren!

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Transdermales Pflaster, einzeln in einem kindersicheren verschweißten Beutel aus Papier/Aluminium/Polyamid/Polyacrylnitril.


Kindersicherheitshinweis:

Jedes transdermale Pflaster Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster ist aus folgen­den Gründen in einem kindersicheren Beutel eingesiegelt:

Nicotin ist eine hochtoxische Substanz. Auch in einer Dosierung, die für Er­wachsene während der Behandlung mit Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster durch­aus verträglich ist, kann Nicotin bei kleinen Kindern zu schweren Vergiftungs­erscheinungen führen, d.h. das spielerische Aufkleben oder die orale Auf­nahme von Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster kann, wenn es nicht rechtzeitig be­merkt wird, für Kinder tödlich sein. Deshalb muss Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster jederzeit für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.


Folgende Packungsgrößen stehen zur Verfügung:

OP mit 7 transdermalen Pflastern

OP mit 14 transdermalen Pflastern

OP mit 21 transdermalen Pflastern

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Hinweise für die Entsorgung gebrauchter Nicotinell / 24-Stunden-Pflaster:

Nach Entfernen des transdermalen Pflasters von der Haut soll es in der Mitte mit der Klebeschicht nach innen so zusammengehalten werden, dass die beiden Hälften miteinander verkleben.


7. Pharmazeutischer Unternehmer

Novartis Consumer Health GmbH

81366 München

Zielstattstraße 40, 81379 München

Telefon (089) 78 77-0

Telefax (089) 78 77-444

Email: medical.contactcenter@novartis.com

8. Zulassungsnummer(n)

Nicotinell 17,5 mg / 24-Stunden-Pflaster: 15772.00.00

Nicotinell 35 mg / 24-Stunden-Pflaster: 15772.01.00

Nicotinell 52,5 mg / 24-Stunden-Pflaster: 15772.02.00

9. Datum der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

Zulassungsdatum: 28.09.1990

Verlängerungsdatum: 24.06.2005

10. Stand der Information

Mai 2013

11. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Apothekenpflichtig


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