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Nifedipin Atid 20mg Retard

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Nifedipin Atid 10 mg retard Retardtabletten

Nifedipin Atid 20 mg retard Retardtabletten


1. Bezeichnung der Arzneimittel


Nifedipin Atid 10 mg retard

Nifedipin Atid 20 mg retard


2. Qualitative und quantitative Zusam­mensetzung

Wirkstoff: Nifedipin


Nifedipin Atid 10 mg retard

1 Retardtablette enthält 10 mg Nifedipin.


Nifedipin Atid 20 mg retard

1 Retardtablette enthält 20 mg Nifedipin.


Sonstiger Bestandteil:

Lactose-Monohydrat


Nifedipin Atid 10 mg retard:

1 Retardtablette enthält 32,80 mg Lactose-Monohydrat.


Nifedipin Atid 20 mg retard:

1 Retardtablette enthält 65,60 mg Lactose-Monohydrat.


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3. Darreichungsform

Retardtabletten


Nifedipin Atid 10 mg retard Retard­tabletten sind runde, bikonvexe, braun-rosa­farbene Filmtabletten mit einseitiger Bruch­kerbe.


Nifedipin Atid 20 mg retard Retard­tabletten sind runde, bikonvexe, braun-rosa­farbene Filmtabletten mit glatter Oberfläche.


4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete

  • chronisch stabile Angina pectoris

  • vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant Angina)

  • essentielle Hypertonie


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwen­dung

Die Behandlung soll möglichst individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ansprechen des Patienten durchgeführt werden.

In Abhängigkeit vom jeweiligen Krankheits­bild sollte die Richtdosis einschleichend erreicht werden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden, ggf. kann eine Dosisreduktion notwendig sein.


Nifedipin Atid 10 mg retard:

Nifedipin 10 mg retardiert ist vor allem für Hochdruckpatienten mit schwerer cerebro­vaskulärer Erkrankung und für Patienten geeignet, die aufgrund ihres geringen Kör­pergewichtes oder einer Mehrfachbehand­lung mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln eine übermäßige Reaktion auf die Nifedipin­gabe erwarten lassen. Auch Patienten, de­ren Nebenwirkungen auf die Nifedipinbe­handlung eine feinere Dosisabstufung wün­schenswert erscheinen lassen, sollten indivi­duell mit Nifedipin 10 mg retardiert einge­stellt werden.


________________________________________

Die für Nifedipin Atid retard gemachten Angaben gelten für Nifedipin Atid 10 mg retard + 20 mg retard Retardtabletten.

Nifedipin Atid 20 mg retard

Patienten mit schwerer cerebrovaskulärer Erkrankung sollten mit einer niedrigen Dosis behandelt werden.


Nifedipin Atid 10 mg retard:

Chronisch stabile Angina pectoris

2-mal täglich 1 Retardtablette Nifedipin 10 mg.

Falls höhere Dosierungen notwendig sind, ist eine stufenweise Erhöhung der Tagesdo­sis auf 2-mal 20 mg bis 2-mal 40 mg Nife­dipin möglich.


Vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)

2-mal täglich 1 Retardtablette Nifedipin 10 mg.

Falls höhere Dosierungen notwendig sind, ist eine stufenweise Erhöhung der Tagesdo­sis auf 2-mal 20 mg bis 2-mal 40 mg Nife­dipin möglich.


Essentielle Hypertonie

2-mal täglich 1 Retardtablette Nifedipin 10 mg.

Falls höhere Dosierungen notwendig sind, ist eine stufenweise Erhöhung der Tagesdo­sis auf 2-mal 20 mg bis 2-mal 40 mg Nife­dipin möglich.


Nifedipin Atid 20 mg retard:

Chronisch stabile Angina pectoris

2-mal täglich 1 Retardtablette Nifedipin 20 mg.

Bei Bedarf kann die Dosis auf 2-mal täglich 40 mg Nifedipin erhöht werden.


Vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)

2-mal täglich 1 Retardtablette Nifedipin 20 mg.

Bei Bedarf kann die Dosis auf 2-mal täglich 40 mg Nifedipin erhöht werden.


Essentielle Hypertonie

2-mal täglich 1 Retardtablette Nifedipin 20 mg.

Bei Bedarf kann die Dosis auf 2-mal täglich 40 mg Nifedipin erhöht werden.


Nifedipin Atid:

Nifedipin wird nach den Mahlzeiten unzer­kaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser, kein Grapefruitsaft!), am besten morgens und abends, möglichst immer zur selben Uhrzeit, eingenommen.


Gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann zu einer verzögerten, jedoch nicht verminderten Resorption führen.


Das Absetzen von Nifedipin – insbesondere bei hoher Dosierung – sollte schrittweise erfolgen.


Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirk­stoffes Nifedipin sollen die Retardtabletten nicht geteilt werden, da sonst der durch die Lackierung erreichte Lichtschutz nicht mehr gewährleistet ist.


4.3 Gegenanzeigen

Nifedipin darf nicht eingenommen wer­den bei

  • Überempfindlichkeit gegenüber Nifedi­pin oder einem der sonstigen Bestand­teile

  • Herz-Kreislauf-Schock

  • höhergradiger Aortenstenose

  • instabiler Angina pectoris

  • akutem Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)

  • gleichzeitiger Anwendung mit Rifampi­cin (siehe Abschnitt 4.5)

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).


Besondere Warnhinweise und Vorsichts­maßnahmen für die Anwendung


Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

  • schwerer Hypotension mit weniger als 90 mmHg systolisch

  • dekompensierter Herzinsuffizienz

  • Dialysepatienten mit maligner Hyperto­nie und Hypovolämie (ein deutlicher Blutdruckabfall durch Vasodilatation kann entstehen).


Die spektrophotometrische Bestimmung von Vanillinmandelsäure im Urin kann unter Nifedipin zu falsch erhöhten Werten führen; die Bestimmung mittels HPLC bleibt unbe­einflusst.

In Einzelfällen von In-vitro-Fertilisation wur­den Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen biochemischen Veränderungen in der Kopfregion von Spermatozoen in Ver­bindung gebracht, die zu einer Beeinträch­tigung der Spermienfunktion führen können. In Fällen, bei denen wiederholte In-vitro-Fertilisationen erfolglos blieben, ohne dass eine andere Erklärung dafür gefunden wer­den kann, sollten Calciumantagonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.


Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Nifedipin Atid nicht einnehmen.


Wechselwirkungen mit anderen Arznei­mitteln und sonstige Wechselwirkungen


Folgende Wechselwirkungen dieses Arz­neimittels müssen beachtet werden:

Antihypertensiva, trizyklische Antidepres­siva, Vasodilatatoren

Verstärkung des antihypertensiven Effekts.


Betarezeptorenblocker

Verstärkte Blutdrucksenkung, gelegentlich Auftreten einer Herzinsuffizienz.


Diltiazem

Diltiazem vermindert den Abbau von Nife­dipin, evtl. Dosisreduktion von Nifedipin.


Chinidin

Abfall des Chinidin-Plasmaspiegels bzw. nach Absetzen von Nifedipin deutlicher Anstieg des Chinidin-Plasmaspiegels.


Digoxin, Theophyllin

Erhöhung des Digoxin- und Theophyllin-Plasmaspiegels (auf Symptome einer Digo­xin-Überdosierung achten, evtl. nach Be­stimmung des Digoxin Plasmaspiegels Re­duktion der Glykosiddosis).


Quinupristin, Dalfopristin, Cimetidin

Erhöhung des Nifedipin Plasmaspiegels.


Rifampicin

Aufgrund seiner enzyminduzierten Wirkung beschleunigt Rifampicin die Metabolisierung von Nifedipin. Es werden keine wirksamen Blutspiegel von Nifedipin erreicht.


Vincristin

Verminderung der Ausscheidung von Vin­cristin, Dosisreduktion.


Cephalosporine

Erhöhung der Cephalosporin-Plasmaspie­gel.


Phenytoin

Wirkungsabschwächung von Nifedipin, evtl. Dosiserhöhung.


Tacrolimus

Erhöhung des Tacrolimus-Plasmaspiegels.


Wechselwirkungen aufgrund von Cyto­chrom P450 Isoenzym 3A4

Nifedipin wird über das Cytochrom P450 3A4-System metabolisiert. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die dieses System induzieren oder hemmen, grundsätzlich zu Wechselwirkungen dieser Arzneimittel mit Nifedipin führen.


Inhibitoren des Cytochrom P450 3A4 Systems wie Makrolide (z. B. Erythromycin), Fluoxetin, Nefazodon, Protease-Inhibitoren (z. B. Amprenavir, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir oder Saqinavir); Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol oder Fluconazol)

Erhöhung des Nifedipin-Plasmaspiegels.


Nach Erfahrungen mit dem Calciumanta­gonisten Nimodipin können folgende Wech­selwirkungen mit Nifedipin nicht ausge­schlossen werden:


Carbamazepin, Phenobarbital

Abnahme des Nifedipin Plasmaspiegels.


Valproinsäure

Erhöhung des Nifedipin Plasmaspiegels.


Grapefruitsaft hemmt den oxidativen Abbau von Nifedipin, so dass erhöhte Nifedipin-Plasmaspiegel auftreten können.


Schwangerschaft und Stillzeit


Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Nifedipin, insbesondere im ersten Trimester der Schwangerschaft, vor. Da tierexperimentelle Studien Hinweise auf teratogene Effekte ergeben haben (siehe Abschnitt 5.3), darf Nifedipin in der Schwan­gerschaft nur bei vitaler Indikation und wenn keine Alternativtherapie zur Verfügung steht, angewendet werden. Dabei sind Mutter und Kind sorgfältig zu überwachen. Sollte es zu einer Exposition während des ersten Trimesters gekommen sein, sollte der Schwangeren eine Ultraschallfeindiagnostik angeboten werden.


Während der Stillzeit darf Nifedipin nicht angewendet werden, da der Wirkstoff aus Nifedipin in die Muttermilch übergeht und nur unzureichende Erfahrungen mit einer Anwendung in der Stillperiode vorliegen. Ist eine Behandlung mit Nifedipin während der Stillzeit zwingend erforderlich, muss abge­stillt werden.


Auswirkungen auf die Verkehrstüchtig­keit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kon­trolle. Durch individuell auftretende unter­schiedliche Reaktionen kann das Reaktions­vermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Stra­ßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhö­hung und Präparatewechsel sowie im Zu­sammenwirken mit Alkohol.


4.8 Nebenwirkungen


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: (≥ 1/10)≥ 10 %

Häufig: (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich: (≥1/1.000 bis < 1/100)

Selten: ( ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten: (< 1/10.000)

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)


Herzerkrankungen

Häufig: Palpitationen.

Gelegentlich: Tachykardie, Synkopen, hypo­tone Kreislaufreaktion.

Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es zum Auftreten von Angina-pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häu­figkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen.

Sehr selten: Myokardinfarkt.


Blut- und Lymphsystem

Selten: Blutbildveränderungen wie Anämie, Leukopenie, Thrombopenie, thrombozytope­nische Purpura.

Sehr selten: Agranulozytose.


Nervensystem:

Sehr häufig: Kopfschmerzen insbesondere zu Beginn der Behandlung.

Häufig: Schwindel, Benommenheit, Schwä­chegefühl.

Gelegentlich: Nervosität, Schlafstörungen oder Schläfrigkeit, Parästhesien, Hypästhe­sien, Tremor.


Augen

Gelegentlich: Geringfügige, vorübergehende Änderung der optischen Wahrnehmung.

Selten: Schwachsichtigkeit.


Lunge

Gelegentlich: Dyspnoe.


Gastrointestinaltrakt

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Magen-Darm-Störungen wie Dyspepsie, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Ob­stipation, Blähungen, Erbrechen, Mund­trockenheit.

Selten: Völlegefühl, Aufstoßen und Ano­rexie.


Nieren und ableitende Harnwege

Gelegentlich: Bei Niereninsuffizienz vorüber­gehende Verschlechterung der Nierenfunk­tion. Vermehrter Harndrang sowie eine ver­mehrte tägliche Urinausscheidung.


Haut

Häufig: Flush, Erythem, Erythromelalgie ins­besondere zu Beginn der Behandlung.

Gelegentlich: Hautüberempfindlichkeitsreak­tionen wie Pruritus, Exanthem, eine Schwel­lung von Haut und Schleimhaut (Angio­ödem, Gesichtsödem), Schwitzen.

Selten: Urtikaria, Photodermatitis, Purpura. Unter längerer Behandlung mit Nifedipin kann es zu Zahnfleischveränderungen (z. B. Gingiva-Hyperplasie) kommen, die sich nach Absetzen der Therapie völlig zurück­bilden.

Sehr selten: Exfoliative Dermatitis.


Bewegungsapparat

Gelegentlich: Myalgien, Arthralgien, Muskel­krämpfe


Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Hyperglykämie.


Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Periphere Ödeme (aufgrund der Vasodilatation) insbesondere zu Beginn der Behandlung.


Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Müdigkeit, Unwohlsein.

Selten: Allergische Allgemeinreaktionen wie z. B. Fieber, Schwellung des Kehlkopfes (Kehlkopfödem), Krampfzustand der Bron­chialmuskulatur bis hin zu lebensbedroh­licher Atemnot, die nach Absetzen der The­rapie reversibel sind.


Leber und Galle

Gelegentlich: Leberfunktionsstörungen (in­trahepatische Cholestase, Transaminasen­anstiege).

Selten: Ikterus.


Geschlechtsorgane und Brust

Selten: Gynäkomastie, die nach Absetzen von Nifedipin reversibel ist.


4.9 Überdosierung


Symptome der Intoxikation

Folgende Symptome werden bei einer schweren Vergiftung mit Nifedipin beob­achtet:

Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Blut­druckabfall, tachykarde/bradykarde Herz­hythmusstörungen, Hyperglykämie, metabo­lische Azidose, Hypoxie, kardiogener Schock mit Lungenödem.


Therapie von Intoxikationen

Therapeutisch stehen die Giftelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreis­lauf-Verhältnisse im Vordergrund.


Nach oraler Ingestion ist eine ausgiebige Magenspülung - evtl. in Kombination mit einer Darmspülung - indiziert.


Insbesondere bei einer Vergiftung mit Retard-Präparaten ist eine möglichst voll­ständige Elimination, auch aus dem Dünn­darm, anzustreben, um die sonst unver­meidliche Nachresorption der Wirksubstanz zu verhindern.


Bei der Gabe von Laxanzien ist allerdings die Hemmung der Darmmuskulatur bis zur Darmatonie unter Calciumantagonisten zu beachten. Nifedipin ist nicht dialysierbar; eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweiß­bindung, relativ kleines Verteilungsvolumen) wird jedoch empfohlen.

Bradykarde Herzrhythmüsstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-Sympathikomimetika behandelt, bei bedroh­lichen bradykarden Herzrhythmusstörungen ist eine temporäre Schrittmachertherapie er­forderlich.


Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation wird mit Calcium (1 - 2 g Calciumgluconat intra­venös), Dopamin (bis 25 g je kg Körper­gewicht je Minute), Dobutamin (bis 15 g je kg Körpergewicht je Minute), Epinephrin bzw. Norepinephrin behandelt. Die Dosie­rung dieser Arzneimittel orientiert sich allein an der erzielten Wirkung. Der Serum-Calciumspiegel sollte hochnormal bis leicht erhöht sein.


Die zusätzliche Flüssigkeits- und Volumen­zufuhr sollte zurückhaltend und wegen der drohenden kardialen Überlastung unter hämodynamischer Kontrolle erfolgen.


5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Stoff- und Indikationsgruppe:

1,4-Dihydropyridin-Derivat Calciumantagonist

ATC-Code: C08CA05


Nifedipin ist ein Calciumantagonist vom 1,4-Dihydropyridintyp. Calciumantagonisten hemmen den Calciumionen-Einstrom durch den langsamen Calciumkanal in der Zelle. Nifedipin wirkt vor allem an den glatten Muskelzellen der Koronararterien und an den peripheren Widerstandsgefäßen. Dieser Effekt hat eine Vasodilatation zur Folge. In therapeutischen Dosen hat Nifedipin prak­tisch keine direkte Wirkung auf das Myo­kard.


Am Herzen erweitert Nifedipin vor allem die großen Koronararterien durch Erniedrigung des Muskeltonus, wodurch die Durchblutung verbessert werden kann. Der periphere Widerstand wird gesenkt.


Zu Beginn der Behandlung mit dem Cal­ciumantagonisten kann es reflektorisch zu einer Zunahme der Herzfrequenz und des Herzminutenvolumens kommen. Diese Zu­nahme ist jedoch nicht ausgeprägt genug, um die Vasodilatation zu kompensieren.


Bei Langzeitbehandlung mit Nifedipin kehrt das anfangs erhöhte Herzminutenvolumen wieder auf den Ausgangswert zurück. Beim Hypertoniker ist eine besonders deutliche Blutdruckabnahme nach Nifedipin zu beob­achten.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Der Wirkstoff Nifedipin wird nach peroraler Nüchterneinnahme rasch und nahezu voll­ständig resorbiert. Nifedipin unterliegt einem "First-pass-Effekt" in der Leber, so dass die systemische Verfügbarkeit oral verabreich­ten Nifedipins bei 50 - 70 % liegt. Maximale Plasma- bzw. Serumkonzentrationen wer­den bei Gabe einer Nifedipin-haltigen Lö­sung nach ca. 15 Minuten, bei Gabe anderer Zubereitungen mit nicht retardierter Frei­setzung nach 30 bis 85 Minuten erreicht.


Nifedipin wird zu 95 - 98 % an Plasmaeiweiß (Albumin) gebunden. Für Nifedipin wurde ein mittleres Verteilungsvolumen Vss von 0,77 – 1,12 l/kg gefunden.


Nifedipin wird in der Leber nahezu voll­ständig (hoher „first-pass-Effekt“) vor allem über oxidative Prozesse metabolisiert. Diese Metabolite zeigen keine pharmakodynami­schen Aktivitäten. Weder die unveränderte Substanz noch der Metabolit M-1 werden in nennenswertem Maße renal eliminiert (<0,1% der Dosis). Die polaren Metaboliten M-2 und M-3 werden zu etwa 50 % der Dosis im Urin gefunden (zum Teil in kon­jugierter Form), wobei der überwiegende Teil innerhalb von 24 h ausgeschieden wird. Der Rest wird mit den Faeces ausge­schieden.


Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei 1,7 - 3,4 Stunden (nicht retardierte Zubereitung).


Eine Kumulation der Substanz bei Dauerthe­rapie nach üblicher Dosierung wurde nicht beschrieben.


Bei eingeschränkter Leberfunktion kommt es zu einer deutlichen Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit und zu einer Ver­minderung der Gesamt-Clearance. Eine Do­sisreduzierung kann gegebenenfalls erfor­derlich sein.


Präklinische Daten zur Sicherheit


In-vivo- und In-vitro-Untersuchungen zur Mutagenität verliefen negativ, so dass eine mutagene Wirkung im Menschen hinrei­chend sicher ausgeschlossen werden kann.


Eine Langzeituntersuchung (2 Jahre) an der Ratte ergab keine Hinweise auf tumorerzeu­gende Effekte von Nifedipin.


Experimentelle Studien haben bei drei Tier­spezies (Ratte, Kaninchen, Maus) Hinweise auf teratogene Effekte (Gaumenspalten, kar­diovaskuläre und digitale Anomalien) erge­ben. Die Behandlung von Affen führte zu kleinen Plazenten und einer Unterentwick­lung der Chorionzotten. Hypoxien und Azi­dosen wurden bei dieser Tierart ebenfalls beobachtet.


6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Nifedipin Atid 10 mg

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose

Maisquellstärke teilverzuckert

(pregelatinized starch)

Lactose-Monohydrat

Polysorbat 80

hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Tablettenfilm:

Hypromellose

Macrogol 6000

Talkum

Titan(IV)-oxid (E 171)

Eisen(III)-oxid (E 172)

Carnaubawachs


Nifedipin Atid 20 mg

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose

Maisquellstärke teilverzuckert

(pregelatinized starch)

Lactose-Monohydrat

Polysorbat 80

hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Tablettenfilm:

Hypromellose

Macrogol 6000

Talkum

Titan(IV)-oxid (E 171)

Eisen(III)-oxid (E 172)

Carnaubawachs

6.2 Inkompatibilitäten


Bisher keine bekannt.


Dauer der Haltbarkeit


Nifedipin 10 mg

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre


Nifedipin 20 mg

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 4 Jahre


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Nicht über 25°C lagern


Die Blisterpackung im Umkarton aufbewah­ren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.


Art und Inhalt des Behältnisses


Aluminium/PVC-Folie mit PVDC-Beschich­tung


Nifedipin Atid 10 mg

Blisterpackungen mit

20 , 30 , 50 und 100 Retardtabletten


Nifedipin Atid 20 mg

Blisterpackungen mit

30, 50 und 100 Retard tabletten


Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung


Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfall­material ist entsprechend den nationalen An­forderungen zu entsorgen.


7. Inhaber der Zulassung


Dexcel Pharma GmbH

Carl-Zeiss-Straße 2

D - 63755 Alzenau

Telefon: (06023) 9480 - 0

Telafax: (06023) 9480 - 50


8. Zulassungsnummern


Nifedipin Atid 10 mg

7546.00.00


Nifedipin Atid 20 mg

13206.00.01


9. Datum der Erteilung der Zulassung/ Verlängerung der Zulassung


Nifedipin Atid 10 mg

01.12.1986 / 29.04.2005 / 21.08.2006


Nifedipin Atid 20 mg

22.06.1990 / 28.10.1997 / 31.10.2001


10. Stand der Information


September 2011


11. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig

Nifedipin Atid 10 mg + 20 mg retard / September 2011

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