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Oftaquix Sine 5 Mg/Ml Augentropfen Im Einzeldosisbehältnis

Document: 13.07.2007   Fachinformation (deutsch) change

2020- 34 -



FA Anlage


zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 67435.00.00

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FB Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben



Fachinformation



FC 1. Bezeichnung des Arzneimittels


Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis



FD 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 ml Augentropfen enthält 5,12 mg Levofloxacin-Hemihydrat, entsprechend 5 mg Levofloxacin.

Ein Einzeldosisbehältnis (0,5 ml) enthält 2,5 mg Levofloxacin.


Sonstige Bestandteile:

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.



FE 3. Darreichungsform


Augentropfen

im Einzeldosisbehältnis.


Klare, hellgelbe bis leicht grünlich-gelbe Lösung, praktisch frei von sichtbaren Partikeln.



FG 4. Klinische Angaben



FH 4.1 Anwendungsgebiete


Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis werden zur topischen Behandlung bakterieller Infektionen des vorderen Augenabschnitts, die durch Levofloxacin-empfindliche Keime verursacht werden (siehe auch Abschnitt 4.4 und 5.1). Das Arzneimittel ist für Patienten ab einem Lebensalter von ≥1 Jahr bestimmt.


Die Richtlinien zur Anwendung von antibakteriell wirkenden Arzneimitteln sollten berücksichtigt werden.




FN 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Dosierung

Bei allen Patienten an den ersten beiden Behandlungstagen während des Wachseins alle zwei Stunden bis zu 8-mal täglich ein bis zwei Tropfen in das (die) betroffene(n) Auge(n) eintropfen; und danach vom 3. bis einschließlich 5. Tag 4-mal täglich ein bis zwei Tropfen anwenden.


Falls gleichzeitig verschiedene topische Augenarzneimittel angewendet werden, sollte zwischen den einzelnen Anwendungen ein zeitlicher Abstand von mindestens 15 Minuten eingehalten werden.


Die Behandlungsdauer hängt vom Schweregrad der Augenerkrankung sowie vom klinischen und bakteriologischen Verlauf der Infektion ab. Die übliche Dauer der Anwendung beträgt 5 Tage.


Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei der Behandlung von Ulcus corneae und von Ophthalmia neonatorum sind nicht belegt.


Oftaquix sine im Einzeldosisbehältnis wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 1 Jahr aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.


Anwendung bei älteren Menschen

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.


Art der Anwendung

Anwendung am Auge.

Nur zur einmaligen Anwendung.


Der Inhalt eines Einzeldosisbehältnisses reicht für die Behandlung beider Augen. Die Augentropfen müssen direkt nach dem ersten Öffnen des Einzeldosisbehältnisses verwendet werden. Das benutzte Einzeldosisbehältnis muss verworfen werden.



FI 4.3 Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Chinolone oder einen der sonstigen Bestandteile (siehe auch Abschnitt 6.1).



FK 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis dürfen nicht unter die Bindehaut injiziert werden. Die Lösung sollte nicht direkt in die vordere Augenkammer eingebracht werden.


Systemisch angewendete Fluorchinolone wurden mit Überempfindlichkeitsreaktionen in Zusammenhang gebracht, die schon nach einer einzigen Anwendung auftraten. Wenn eine allergische Reaktion nach der Anwendung von Levofloxacin auftritt, ist die Behandlung abzubrechen.


Wie bei anderen Antiinfektiva kann eine längere Anwendung ein erhöhtes Wachstum von nicht-empfindlichen Organismen einschließlich Pilzen zur Folge haben. Wenn eine Verschlechterung der Infektion auftritt oder wenn eine klinische Verbesserung nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums festgestellt wird, ist das Arzneimittel abzusetzen und eine alternative Therapie einzuleiten. Wenn der klinische Befund es erfordert, sollte der Patient mit Hilfe von Vergrößerungstechniken wie der Spaltlampen-Biomikroskopie und, sofern angezeigt, der Fluorescein-Färbung untersucht werden.


Patienten mit bakteriellen Infektionen des vorderen Augenabschnittes dürfen keine Kontaktlinsen tragen.



FM 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Besondere Studien zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wurden mit Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis nicht durchgeführt.

Da die maximalen Plasmakonzentrationen von Levofloxacin nach Anwendung am Auge mindestens 1000 mal niedriger sind als die nach oralen Standarddosierungen, ist es unwahrscheinlich, dass bei systemischer Anwendung bekannt gewordene Wechselwirkungen bei Anwendung von Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis klinische Relevanz erlangen.



FL 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Schwangerschaft:

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Levofloxacin bei Schwangeren vor.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf die Auswirkungen auf Schwangerschaft und embryonale / fetale Entwicklung und Geburt und postnatale Entwicklung vor (siehe 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis dürfen während der Schwangerschaft nur dann verwendet werden, wenn der potentielle Nutzen das mögliche Risiko für den Foetus rechtfertigt.


Stillzeit:

Levofloxacin geht in die Muttermilch über . Bei den therapeutisch verwendeten Dosen von Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis sind jedoch keine Auswirkungen auf den gestillten Säugling zu erwarten. Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis sollten während der Stillzeit nur dann verwendet werden, wenn der potentielle Nutzen das mögliche Risiko für das gestillte Kind rechtfertigt.



FQ 4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis haben geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Bei vorübergehender Beeinträchtigung des Sehvermögens sollte dem Patienten solange von der Teilnahme am Straßenverkehr und der Bedienung von Maschinen abgeraten werden, bis sich das Sehvermögen wieder normalisiert hat.



FJ 4.8 Nebenwirkungen


Bei etwa 10% der Patienten ist mit dem Auftreten von Nebenwirkungen zu rechnen. Diese Nebenwirkungen sind für gewöhnlich als leicht oder mäßig einzustufen, sie treten vorübergehend auf und beschränken sich im Allgemeinen auf das Auge.


Die folgenden als definitiv, wahrscheinlich oder möglicherweise behandlungsbedingt bewerteten Nebenwirkungen wurden während der klinischen Prüfungen und nach der Markteinführung von Oftaquix 5 mg/ml Augentropfen berichtet:


Augenerkrankungen

Häufig (≥1/100, <1/10)

Brennen der Augen, vermindertes Sehvermögen und Schleimfäden.


Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)

Verkleben der Lider, Chemosis, papillenförmige Reaktion der Bindehaut, Lidödem, Missempfindungen am Auge, Augenjucken, Augenschmerzen, gerötete Gefäße in der Bindehaut, Follikelbildung auf der Bindehaut, trockene Augen, Liderythem und Photophobie (Lichtscheu).


Ablagerungen in der Hornhaut wurden in klinischen Studien nicht beobachtet.


Erkrankungen des Immunsystems

Selten (≥1/10.000, <1/1.000):

Extra-okuläre allergische Reaktionen, einschließlich Hautrötung.


Sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Anaphylaxie.


Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100):

Kopfschmerzen


Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums

Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100):

Rhinitis


Sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Larynx-Ödem



FO 4.9 Überdosierung


Die in der zur Verfügung gestellten Menge Einzeldosisbehältnisse enthaltene Levofloxacin-Gesamtmenge ist zu klein, um nach einer versehentlichen oralen Einnahme toxische Wirkungen zu verursachen. Wenn es als notwendig erachtet wird, kann der Patient klinisch beobachtet werden und es können weitere unterstützende Maßnahmen getroffen werden. Nach einer lokalen Überdosierung von Oftaquix sine 5 mg/ml Augentropfen im Einzeldosisbehältnis können die Augen mit sauberem (Leitungs-) Wasser, das Raumtemperatur hat, gespült werden.




FF 5. Pharmakologische Eigenschaften



F1 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika, andere Antiinfektiva,

ATC-Code: S01AX19

Levofloxacin ist das L-Isomer der racemischen Arzneimittelsubstanz Ofloxacin. Die antibakterielle Wirkung von Ofloxacin geht vorrangig vom L-Isomer aus.


Wirkungsmechanismus

Als ein antibakterielles Fluorchinolon hemmt Levofloxacin die bakterielle Typ II Topoisomerase-DNS-Gyrase und die Topoisomerase IV. Levofloxacin greift bei gram-negativen Bakterien vor allem an der DNS Gyrase und bei gram-positiven Bakterien an der Topoisomerase IV an.


Resistenzmechanismus

Bakterielle Resistenz gegenüber Levofloxacin kann sich primär aufgrund von zwei Mechanismen entwickeln, nämlich durch die Abnahme der intrabakteriellen Konzentration des Wirkstoffs oder durch Veränderungen der Zielenzyme des Wirkstoffs. Eine Veränderung der Angriffspunkte entsteht durch Mutationen in den chromosomalen Genen, die die DNS Gyrase (gyrAund gyrB) und die Topoisomerase IV (parCund parE; grlAund grlBbei Staphylococcus aureus) codieren. Eine Resistenz aufgrund einer niedrigen intrabakteriellen Wirkstoffkonzentration entsteht entweder durch eine Veränderung der Porine der äußeren Zellmembran (OmpF), was zu einer verringerten Aufnahme von Fluorchinolonen in gram-negative Bakterien führt, oder durch Efflux-Pumpen. Eine durch Efflux vermittelte Resistenz wurde bei Pneumokokken (PmrA), Staphylokokken (NorA), Anaerobier und gram-negativen Bakterien beschrieben. Schließlich wurde auch über eine Plasmid vermittelte Resistenz gegenüber Chinolonen (bestimmt durch das qnrGen) bei Klebsiella pneumoniaeund E. coliberichtet.


Kreuzresistenz

Eine Kreuzresistenz zwischen Fluorchinolonen kann auftreten. Einzelne Mutationen müssen nicht zu einer klinischen Resistenz führen, mehrfache Mutationen aber führen im Allgemeinen zu einer klinischen Resistenz gegenüber allen Substanzen der Fluorchinolonklasse.

Veränderte Porine der äußeren Zellmembran und Efflux-Systeme können eine breite Substratspezifität aufweisen, die mehrere Klassen antibakterieller Substanzen betreffen und somit zu einer Multiresistenz führen können.


Grenzkonzentrationen (Break points)

Die minimalen Hemmkonzentrations-Grenzwerte (MHK Grenzwerte), die empfindliche von mäßig empfindlichen und mäßig empfindliche von resistenten Organismen unterscheiden, sind entsprechend den Grenzkonzentrationen von EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) wie folgt festgelegt:

Pseudomonasspp., Staphylococcusspp., StreptococcusA,B,C,G:

Empfindlich ≤ 1 mg/l, resistent > 2 mg/l

Streptococcus pneumoniae: empfindlich ≤ 2 mg/l, resistent > 2 mg/l

Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis: empfindlich ≤ 1 mg/l, resistent > 1 mg/l

Alle anderen Erreger: empfindlich ≤ 1 mg/l, resistent > 2 mg/l



Antibakterielles Spektrum

Die Prävalenz einer erworbenen Resistenz kann geographisch und mit der Zeit bei ausgewählten Spezies variieren. Lokale Informationen zu Resistenzen sind wünschenswert, insbesondere wenn schwere Infektionen behandelt werden. Deshalb bieten die hier vorgelegten Informationen nur einen ungefähren Leitfaden hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, ob Mikroorganismen Levofloxacin-empfindlich sind oder nicht.

Bei Bedarf sollte der Rat von Experten eingeholt werden, wenn die örtliche Prävalenz einer Resistenz den Nutzen eines Arzneimittels zumindest bei einigen Arten von Infektionen zweifelhaft erscheinen lässt.

In der folgenden Tabelle werden nur diejenigen Bakterienspezies aufgeführt, die normalerweise für Infektionen des vorderen Augenabschnittes wie Konjunktivitis verantwortlich sind.


Antibakterielles Spektrum – Kategorie der Empfindlichkeit und Resistenzeigenschaften entsprechend EUCAST

Kategorie I: Normalerweise empfindliche Spezies

Gram-positive Aerobier

Staphylococcus aureus (MSSA)*

Streptococcus pneumoniae

Streptococcus pyogenes

Streptokokken der Viridans Gruppe

Gram-negative Aerobier

Escherichia coli

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

Pseudomonas aeruginosa

(Isolate aus ambulanter Therapie)

Andere

Chlamydia trachomatis

(Die Behandlung von Patienten mit einer Chlamydia Konjunktivitis erfordert eine begleitende systemische antibiotische Therapie)

Kategorie II: Spezies, bei denen die erworbene Resistenz ein Problem darstellen kann

Gram-positive Aerobier

Staphylococcus aureus (MRSA)**


Staphylococcus epidermidis


Gram-negative Aerobier

Pseudomonas aeruginosa

(Isolate aus Krankenhausbehandlung)

* MSSA = methicillin-empfindliche Staphylococcus aureus Stämme

** MRSA = methicillin-resistente Staphylococcus aureus Stämme


Die in der Tabelle angegebenen Resistenzdaten basieren auf den Ergebnissen einer multizentrischen Studie zur Bestimmung der Resistenzsituation bei verschiedenen bakteriellen Erregern von Patienten mit Augeninfektionen gegenüber Antibiotika in Deutschland (Ophthalmika Studie), die von Juni bis November 2004 durchgeführt worden ist.



Die Mikroorganismen wurden aufgrund ihrer in vitro Empfindlichkeit und aufgrund der Plasmakonzentrationen, die nach systemischer Therapie erreicht wurden, als Levofloxacin empfindlich klassifiziert. Die topische Therapie erreicht höhere maximale Konzentrationen als jene, die im Plasma gefunden werden. Es ist jedoch nicht bekannt, ob und wie die Kinetik des Wirkstoffs nach topischer Anwendung am Auge die antibakterielle Wirksamkeit von Levofloxacin modifizieren kann.



F2 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Nach Eintropfen in den Bindehautsack bleibt Levofloxacin gut im Tränenfilm erhalten.


In einer an gesunden Freiwilligen durchgeführten Studie betrug die mittlere Tränenfilmkonzentration von Levofloxacin (Oftaquix 5 mg/ml Augentropfen im Mehrdosisbehältnis mit dem Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid), gemessen vier und sechs Stunden nach topischer Dosierung, 17,0 bzw. 6,6 µg/ml. Fünf von sechs der untersuchten Probanden wiesen 4 Stunden nach der Anwendung Konzentrationen von 2 µg/ml oder darüber auf. Vier von sechs Probanden behielten diese Konzentration noch 6 Stunden nach der Dosierung bei.


Nach topischer Anwendung wurde die Penetration von Oftaquix 5 mg/ml Augentropfen im Mehrdosisbehältnis und von Ofloxacin 3 mg/ml Augentropfen in das Kammerwasser bei 35 Patienten mit Kataraktoperation untersucht. Ein Tropfen eines der beiden Arzneimittel wurde viermal (1 Stunde, 45, 30 und 15 Minuten vor der Operation) in das zu operierende Auge eingebracht. Die mittlere Konzentration von Levofloxacin aus Oftaquix war im Kammerwasser statistisch signifikant höher als die von Ofloxacin (p=0,0008). In der Tat war sie ungefähr zweimal so hoch wie die von Ofloxacin (1139,9 ± 717,1 ng/ml vs. 621,7 ± 368,7 ng/ml).


Die Levofloxacinkonzentration im Plasma wurde bei 15 gesunden erwachsenen Freiwilligen über einen 15-tägigen Zeitraum der Behandlung mit Oftaquix 5 mg/ml Augentropfen zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen. Die eine Stunde nach Verabreichung der Dosis gemessenen mittleren Levofloxacinkonzentrationen im Plasma lagen zwischen 0,86 ng/ml am ersten Tag und 2,05 ng/ml am fünfzehnten Tag. Die höchste Levofloxacinkonzentration von 2,25 ng/ml wurde am vierten Tag erreicht, nachdem die Dosis 2 Tage lang alle 2 Stunden verabreicht wurde, was maximal 8 Gaben pro Tag entspricht. Die höchsten Levofloxacinkonzentrationen stiegen von 0,94 ng/ml am ersten Tag auf 2,15 ng/ml am fünfzehnten Tag, was weniger als einem Tausendstel des Wertes entspricht, der nach Anwendung oraler Standarddosen von Levofloxacin gemessen wurde.


Bis jetzt sind die nach Anwendung am infizierten Auge erreichten Levofloxacin-Plasmakonzentrationen unbekannt.




F3 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Präklinische Effekte wurden nur bei Expositionen beobachtet, die erheblich über der maximalen Exposition lagen, die beim Menschen nach Eintropfen von Oftaquix 5 mg/ml Augentropfen erreicht werden, und die daher für die klinische Anwendung kaum relevant sind.

In Tierstudien verursachten Gyrasehemmer Wachstumsstörungen statisch belasteter Gelenke.

Wie andere Fluorchinolone zeigte Levofloxacin bei Ratten und Hunden nach hohen oralen Gaben Auswirkungen auf Knorpelgewebe (Blasenbildung und Aushöhlungen).


Aufgrund des Fehlens spezifischer Untersuchungen kann ein kataraktogenes Potential nicht ausgeschlossen werden.

Funktionsstörungen des Sehvermögens bei Tieren können unter Berücksichtigung vorliegender Daten nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.


Reproduktionstoxizität:

Bei Ratten war Levofloxacin nach oralen Gaben von 810 mg/kg/Tag nicht teratogen. Da bei Levofloxacin nachgewiesen wurde, dass es vollständig resorbiert wird, verläuft die Kinetik linear. Es wurden keine Unterschiede in den pharmakokinetischen Parametern zwischen einer Einzeldosis und mehrfach verabreichten oralen Dosen festgestellt. Die systemische Exposition bei Ratten, denen 810 mg/kg/Tag verabreicht wurden, ist ca. 50 000 mal größer als die, die beim Menschen nach Anwendung von 2 Tropfen Oftaquix 5 mg/ml Augentropfen an beiden Augen erreicht wird. Bei Kaninchen, denen oral bis zu 50 mg/kg/Tag oder intravenös bis zu 25 mg/kg/Tag verabreicht wurden, waren keine teratogenen Wirkungen zu beobachten.


Levofloxacin verursachte keine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit oder Reproduktion bei Ratten nach oraler Gabe von 360 mg/kg/Tag, was ca. 16 000 mal höhere Plasmakonzentrationen zur Folge hatte, als die, die bei okularer Verabreichung von 8 Dosierungen beim Menschen erreicht wurden.


Genotoxizität:

Levofloxacin löste in Bakterien- oder Säugetierzellen keine Genmutationen aus, verursachte aber in vitrobei Anwendung von Dosen von 100 µg/ml oder darüber bei fehlender metabolischer Aktivierung Chromosomenaberrationen in Lungenzellen des chinesischen Hamsters (CHL-Zellen). In vivo-Tests zeigten kein genotoxisches Potential.


Phototoxisches Potential:

An der Maus durchgeführte Untersuchungen zeigten, dass Levofloxacin sowohl nach oraler als auch intravenöser Verabreichung nur bei sehr hohen Dosierungen eine phototoxische Wirkung hat. Es wurde weder ein kutanes photosensibilisierendes Potential noch ein phototoxisches Potential nach Anwendung einer 3%igen ophthalmischen Lösung von Levofloxacin auf der rasierten Haut von Meerschweinchen beobachtet. Levofloxacin zeigte keinerlei genotoxisches Potential in einem Photomutagenitätstest, und in einem Photokarzinogenitätstest wurde festgestellt, dass es die Entwicklung von Tumoren reduziert.



Karzinogenes Potential:

In einer an Ratten durchgeführten Langzeitstudie zur Karzinogenität zeigte Levofloxacin kein karzinogenes oder tumorerzeugendes Potential nach einer oralen Verabreichung von bis zu 100 mg/kg/Tag über einen Zeitraum von 2 Jahren.



FR 6. Pharmazeutische Angaben



F7 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Natriumchlorid

Natriumhydroxid-Lösung 20% oder Salzsäure 18%

Wasser für Injektionszwecke



FS 6.2 Inkompatibilitäten


Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.



FT 6.3 Dauer der Haltbarkeit


2 Jahre.

Nach dem ersten Öffnen des Folienbeutels: 3 Monate

Alle nicht gebrauchten Einzeldosisbehältnisse sind nach dieser Zeit zu verwerfen.

Nach der ersten Anwendung: Das geöffnete Einzeldosisbehältnis mit der verbliebenen Restmenge ist sofort zu verwerfen.



FX 6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Im Originalfolienbeutel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.



FY 6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Einzeldosisbehältnisse aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE).

Ein Streifen mit 10 Einzeldosisbehältnissen ist in einem mit Papier überzogenen Aluminium-Polyethylen Folienbeutel verpackt.


Packungsgrößen: 10 x 0,5 ml und 30 x 0,5 ml.



F4 6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


Keine besonderen Anforderungen.




FZ 7. Inhaber der Zulassung


Santen Oy

Niittyhaankatu 20

33720 Tampere

Finnland


Örtlicher Vertreter:

Santen GmbH

Industriestrasse 1

82110 Germering

Telefon-Nr.: 089 84 80 78 – 0

Telefax-Nr.: 089 84 80 78 – 60

Email mail@santen.de



F5 8. Zulassungsnummer


67435.00.00



F6 9. Datum der Zulassung


[siehe Unterschrift]



F10 10. Stand der Information


...



F11 11. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig


Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen Wirkung in der medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist.




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