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Omeprazol Awd 20 Mg Magensaftresistente Hartkapseln

Document: 20.05.2009   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

AWD.pharma GmbH & Co. KG


Omeprazol AWD 20 mg magensaftresistente Hartkapseln

Stand: Mai 2009


1. Bezeichnung des Arzneimittels


Omeprazol AWD 20 mg magensaftresistente Hartkapseln


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 Hartkapsel enthält 20 mg Omeprazol.

Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.


3. Darreichungsform


magensaftresistente Hartkapsel

opak-gelbe Kapsel


4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete



4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Ulcus duodeni

Die übliche Dosierung beträgt 20 mg einmal täglich. Die Behandlungsdauer beträgt 2-4 Wochen.


Benignes Ulcus ventriculi

Die übliche Dosierung beträgt 20 mg einmal täglich. Die Behandlungsdauer beträgt 4-(6)-8 Wochen.


Refluxösophagitis

Die übliche Dosierung beträgt 20 mg einmal täglich. Die Behandlungsdauer beträgt 4-8 Wochen.


Hinweis:

In Einzelfällen von Duodenalulcera und benignen Magenulcera sowie Refluxösophagitis kann die Dosis auf 40 mg Omeprazol einmal täglich erhöht werden.


Die Monotherapie mit Omeprazol allein sollte bei Patienten/Patientinnen mit gastro-duodenalen Ulcera nur dann angewendet werden, wenn eine Eradikationstherapie nicht indiziert ist.


Kinder über zwei Jahre und Jugendliche mit schwerer Refluxösophagitis

Die klinische Erfahrung bei Kindern ist begrenzt. Omeprazol sollte nur bei Kindern eingesetzt werden, bei denen eine schwere Refluxösophagitis vorliegt, die sich anderen therapeutischen Maßnahmen gegenüber als resistent erwiesen hat.

Die Behandlung sollte durch einen pädiatrischen Facharzt im Krankenhaus initiiert werden.

Zur Therapieoptimierung kann eine fortlaufende pH-Metrie sowie eine Genotypisierung (bezüglich des CYP 2C19 Status) durchgeführt werden, falls dies geeignet erscheint.

Die folgende Dosierung (entsprechend etwa 1 mg/kg/Tag) sollte benutzt werden:

Körpergewicht von 10 bis 20 kg: 10 mg/Tag.

Körpergewicht über 20 kg: 20 mg/Tag.

Die Behandlungsdauer beträgt üblicherweise 4-8 Wochen und sollte 12 Wochen nicht überschreiten, da in dieser Altersgruppe keine Daten zur Langzeitbehandlung vorhanden sind.


Rezidivprophylaxe der Refluxösophagitis

Die übliche Dosierung beträgt 10-20 mg je nach Ansprechen der Therapie.


Zollinger-Ellison-Syndrom

Die Dosierung sollte individuell angepasst werden und die Behandlung unter fachmännischer Kontrolle so lange fortgesetzt werden, wie es klinisch erforderlich ist. Die empfohlene Startdosis beträgt 60 mg einmal täglich. Bei Dosen von mehr als 80 mg täglich sollte die Dosis in zwei Einzelgaben aufgeteilt werden. Bei Patienten mit Zollinger-Ellison-Syndrom ist die Behandlung zeitlich nicht beschränkt.


Behandlung von NSAR-induzierten gastro-duodenalen Ulcera

Die übliche Dosierung beträgt 20 mg täglich. Die Behandlungsdauer beträgt 4-8 Wochen.


Rezidivprophylaxe von NSAR-induzierten gastro-duodenalen Ulcera

Die übliche Dosierung beträgt 20 mg täglich.


Symptomatische Behandlung der gastro-ösophagealen Refluxkrankheit

Die übliche Dosierung beträgt 10 bis 20 mg, je nach Ansprechen der Therapie. Die Behandlungsdauer beträgt 2-4 Wochen.

Falls ein Patient/eine Patientin nach Ablauf von 2 Wochen noch keine Besserung der Symptome verspürt, sollten weitergehende Untersuchungen durchgeführt werden.


Eradikationstherapie

Patienten/-innen mit gastro-duodenalen Ulcera auf Grund einer Infektion mit H. pylori sollten durch eine Eradikationstherapie mit einer geeigneten Antibiotikakombination in angemessener Dosierung behandelt werden.

Die Auswahl dieses Therapieregimes sollte gemäß der Verträglichkeit beim/bei den Patienten/Patientinnen und therapeutischer Richtlinien erfolgen. Die folgenden Kombinationen wurden getestet:


Die Dauer der Behandlung für die Eradikation beträgt 1 Woche. Um die Entwicklung bakterieller Resistenzen zu verhindern, sollte die Behandlungsdauer nicht reduziert werden.

Bei Patienten/Patientinnen mit aktiven Ulcera kann die Fortsetzung der Therapie mit einer Omeprazol-Monotherapie gemäß der oben angegebenen Behandlungsdauer und Dosierung durchgeführt werden.


Die Kombinationstherapie mit Metronidazol sollte wegen des karzinogenen Potentials von Metronidazol nicht als erste Wahl angesehen werden. Die Anwendung von Metronidazol sollte auf eine Behandlungsdauer von unter 10 Tagen beschränkt werden.


Ältere Patienten

Bei älteren Menschen ist keine Dosisanpassung notwendig.


Kinder

Omeprazol sollte nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet werden.


Eingeschränkte Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten/Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht erforderlich.


Eingeschränkte Leberfunktion

Da die Bioverfügbarkeit und die Halbwertszeit bei Patienten/Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion ansteigen können, ist eine Dosisanpassung mit einer maximalen täglichen Dosis von 20 mg erforderlich.


Art der Anwendung

Die Kapseln sollten als Ganzes zusammen mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) vor einer Mahlzeit (z. B. Frühstück oder Abendessen) oder auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die Kapseln sollten nicht gekaut oder gemahlen werden.


4.3 Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen Omeprazol oder einen der sonstigen Bestandteile.

Eine Kombinationstherapie mit Clarithromycin sollte bei Patienten/Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion nicht durchgeführt werden.


4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Bei Patienten/Patientinnen mit peptischen Ulcera sollte der Helicobacter pylori-Status bestimmt werden. Für Helicobacter pylori-positive Patienten/Patientinnen ist, wo immer möglich, eine Eradikation des Keimes anzustreben.


Falls der Verdacht auf ein Magenulcus besteht, sollte die Möglichkeit der Malignität vor Beginn einer Therapie mit Omeprazol ausgeschlossen werden, da die Behandlung die Symptome verschleiern und die Diagnosestellung verzögern kann.


Die Diagnose einer Refluxösophagitis sollte endoskopisch gestellt werden.


Eine reduzierte Azidität im Magen erhöht unabhängig von der Ursache - auch bei Protonenpumpenhemmern - die Anzahl der Bakterien im Gastrointestinaltrakt. Die Behandlung mit säuresuppressiven Arzneimitteln führt zu einem geringgradig erhöhten Risiko gastrointestinaler Infektionen durch z. B. Salmonellen und Campylobakter.


Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollten die Leberenzymwerte während einer Omeprazol-Behandlung regelmäßig überprüft werden.


Dieses Arzneimittel enthält Sucrose. Patienten mit der seltenen hereditärer Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Omeprazol AWD 20 mg magensaftresistente Hartkapseln nicht einnehmen.


Um eine höhere Wirksamkeit bei der Therapie eines NSAR-induzierten Ulcus sicher zu stellen, sollte unbedingt die Möglichkeit geprüft werden, das auslösende Arzneimittel abzusetzen.


Die Prophylaxe von durch nichtsteroidale Antiphlogistika (NSARs) induzierten Ulcera soll sich auf entsprechende Risikogruppen beschränken.


Auf Grund der begrenzten Sicherheitsdaten bei einer Langzeitbehandlung, vor allem wenn diese Behandlung 1 Jahr überschreitet, sollte eine regelmäßige Überprüfung sowie ein wiederholtes und sorgfältiges Abschätzen des Nutzens und des Risikos der Behandlung durch den behandelnden Arzt erfolgen.


Während der Therapie mit Omeprazol, die eine kombinierte Anwendung anderer Arzneimittel notwendig macht (durch NSAR-induzierte Ulcera oder Eradikationstherapie), sollte erhöhte Vorsicht geübt werden, da sich die Arzneimittelinteraktionen addieren oder potenzieren können (siehe Abschnitt 4.5).


Die Kombinationsbehandlung soll bei Patienten/Patientinnen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nur mit Vorsicht durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.2).


Omeprazol sollte nicht zur Behandlung von Kindern unter 2 Jahren angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).


Bei schwer kranken Patienten/Patientinnen sollte die Seh- und Hörfunktion regelmäßig überwacht werden, da Einzelfälle von Blindheit und Taubheit bei der Anwendung von Omeprazol als Injektion bekannt geworden sind.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Da Omeprazol hauptsächlich in der Leber durch Cytochrom-P450-Isoformen (hauptsächlich CYP 2C19; S-Mephenytoin Hydroxylase) metabolisiert wird und die Enzyme der CYP2C-Familie inhibiert (CYP 2C19 und CYP 2C9), kann es die Elimination anderer Arzneimittel, die von diesen Enzymen verstoffwechselt werden, verzögern. Dies wurde bei Diazepam (und auch bei anderen Benzodiazepinen wie Triazolam oder Flurazepam), Phenytoin und Warfarin beobachtet. Es wird empfohlen, eine regelmäßige Kontrolle der Plasmaspiegel bei Patienten/Patientinnen, die Warfarin oder Phenytoin erhalten, durchzuführen. Die Verringerung der Dosis kann hierbei notwendig sein.

Andere Arzneimittel, die hiervon betroffen sein können, sind Hexabarbital, Citalopram, Imipramin, Clomipramin etc.


Omeprazol kann den hepatischen Metabolismus von Disulfiram hemmen. Es sind Fälle von Muskelstarre, die in einem Kausalzusammenhang mit der Einnahme von Omeprazol stehen können, beschrieben worden.


Zur Interaktion von Omeprazol mit Cyclosporin existieren sich widersprechende Daten. Deshalb sollten die Plasmaspiegel von Cyclosporin regelmäßig überwacht werden, da ein Anstieg der Plasmaspiegel von Cyclosporin möglich ist.


Die Plasmaspiegel von Omeprazol und Clarithromycin sind bei gleichzeitiger Anwendung erhöht.


Auf Grund der verringerten Azidität im Magen kann die Resorption von Ketoconazol und Itraconazol genauso wie während der Behandlung mit anderen Säurehemmern erniedrigt sein.


Die gleichzeitige Behandlung mit Omeprazol und Digoxin bei gesunden Personen führt zu einer 10 %igen Erhöhung der Digoxinplasmaspiegel auf Grund des erhöhten Magen-pHs.


Omeprazol kann die Resorption von Vitamin B12vermindern. Dies sollte bei Patienten/Patientinnen, die niedrige Ausgangsspiegel haben und sich einer Langzeitbehandlung unterziehen müssen, bedacht werden.


Eine gleichzeitige Anwendung von Johanniskraut-haltigen Arzneimitteln sollte wegen möglicher klinisch signifikanter Wechselwirkungen nicht erfolgen.


Es gibt keinen Nachweis für eine Wechselwirkung von Omeprazol mit folgenden Arzneimitteln:

Coffein, Propranolol, Theophyllin, Metoprolol, Lidocain, Chinidin, Phenacetin, Estradiol, Amoxycillin, Budesonid, Diclofenac, Metronidazol, Naproxen, Piroxicam oder Antazida. Die Resorption von Omeprazol wird durch Alkohol nicht beeinflusst.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Omeprazol bei Schwangeren vor, die noch keine Aussagen über die Sicherheit hinsichtlich spezifischer Fehlbildungen erlauben. Bisherige Untersuchungen haben keine Hinweise auf nachteilige Wirkungen auf die Schwangerschaft selbst oder für ein generell erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben. Omeprazol und Metaboliten werden bei Ratten in die Milch ausgeschieden. Für den Menschen liegen unzureichende Daten zur Exposition von Säuglingen über die Muttermilch vor. Nach bisherigen Untersuchungen erreicht die Omeprazol-Konzentration in der Milch beim Menschen ca. 6 % der maximalen Plasmakonzentration der Mutter. Eine Behandlung mit Omeprazol während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Durch die Einnahme von Omeprazol werden jedoch, abgesehen von Nebenwirkungen, die das ZNS oder die Sehfähigkeit betreffen (siehe Abschnitt 4.8), keine Effekte auf die Verkehrstüchtigkeit erwartet.


4.8 Nebenwirkungen


Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen werden wie folgt definiert:

sehr häufig (> 1/10)

häufig (> 1/100, < 1/10)

gelegentlich (> 1/1000, < 1/100)

selten (> 1/10 000, < 1/1000)

sehr selten (< 1/10 000, einschließlich gemeldeter Einzelfälle)


Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten:

Hypochrome, mikrozytäre Anämie bei Kindern.

Sehr selten:

Veränderungen im Blutbild, reversibel Thrombopenie, Leukopenie oder Panzytopenie und Agranulozytose.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten:

Urtikaria, Anstieg der Körpertemperatur, Angioödem, Bronchokonstriktion, oder allergischer Schock, allergische Vaskulitis und Fieber.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit), Schwindel, Kopfschmerzen. Diese Beschwerden bessern sich normalerweise unter fortgesetzter Therapie.

Selten:

Parästhesien und Benommenheit. Verwirrtheitszustände und Halluzinationen überwiegend bei schwerkranken oder älteren Patienten.

Sehr selten:

Erregungszustände und Depressionen überwiegend bei schwerkranken oder älteren Patienten.

Augenerkrankungen

Gelegentlich:

Sehstörungen (Verschwommensehen, Schleiersehen oder Einschränkung des Gesichtsfeldes). Diese Symptome sind normalerweise nach Beendigung der Therapie reversibel.

Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths

Gelegentlich:

Hörstörungen (z. B. Tinnitus). Diese Symptome bilden sich normalerweise nach Absetzen der Therapie zurück.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Durchfall, Verstopfung, Blähungen (eventuell mit Bauchschmerzen), Übelkeit und Erbrechen. In der Mehrzahl der Fälle bessern sich die Symptome im Laufe der Therapie.

Gelegentlich:

Geschmacksveränderungen. Im Regelfall, ist dieses Gefühl bei Absetzen der Therapie reversibel.

Selten:

Braun-schwärzliche Verfärbung der Zunge bei gleichzeitiger Einnahme von Clarithromycin und gutartige Drüsenkörperzysten: beide waren nach Beendigung der Behandlung reversibel.

Sehr selten:

Mundtrockenheit, Stomatitis, Candidiasis oder Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

Veränderungen der Leberwerte (gehen zurück nach Beendigung der Therapie).

Sehr selten:

Hepatitis mit oder ohne Gelbsucht, Leberversagen und Enzephalopathie bei Patienten mit vorbestehender schwerer Lebererkrankung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich:

Juckreiz, Hautausschläge, Haarausfall, Erythema multiforme oder Photosensibilität und vermehrtes Schwitzen.

Sehr selten:

Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten:

Muskelschwäche, Myalgie und Gelenkschmerzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten:

Nephritis (Interstitielle Nephritis).

Andere Nebenwirkungen

Gelegentlich:

periphere Ödeme (die sich nach der Behandlung zurückbilden).

Sehr selten:

Hyponatriämie, Gynäkomastie.


4.9 Überdosierung


Informationen zu den Wirkungen einer Überdosierung beim Menschen liegen für Omeprazol nicht vor. Hohe orale Einzeldosen bis 160 mg/Tag und Tagesdosen bis zu 400 mg wurden toleriert, intravenöse Einzeldosen bis zu 80 mg und intravenöse Tagesdosen bis zu 200 mg oder 520 mg in 3 Tagen wurden ohne Nebenwirkungen vertragen.


5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Wirkstoffe zur Behandlung von peptischen Ulcera und gastro-ösophagealen Refluxkrankheiten (GORD), Protonenpumpenhemmer

ATC-Code: A02BC01


Omeprazol, ein substituiertes Benzimidazol, ist ein Protonenpumpenhemmer, das heißt Omeprazol hemmt direkt und dosisabhängig das Enzym H+/K+-ATPase, das in der Belegzelle des Magens für die Sezernierung des Magensaftes verantwortlich ist. Durch diesen selektiven intrazellulären Angriff, unabhängig von membranständigen Rezeptoren wie Histamin (H2)-, Muskarin (M1)- oder auch gastrinergen Rezeptoren, gehört Omeprazol zu einer eigenständigen Gattung von Säurehemmern, die den terminalen Sekretionsprozess blockieren.


Auf Grund seines Wirkmechanismus verringert Omeprazol nicht nur die basale, sondern auch die stimulierbare Säuresekretion, unabhängig von der Art des Stimulus. Omeprazol erhöht den pH-Wert und vermindert das Sekretionsvolumen.

Als schwache Base reichert sich das Prodrug Omeprazol im sauren Bereich der Belegzelle an und wird erst durch die Protonierung und Umlagerung ein effektiver Hemmstoff der H+/K+ATPase.


In der sauren Umgebung bei einem pH kleiner als 4 wird Omeprazol in die eigentliche Wirksubstanz, das Sulfonamid überführt.

Verglichen mit der Plasmahalbwertszeit der Omeprazol-Base verbleibt das Omeprazol-Sulfenamid länger in der Zelle (siehe Abschnitt 5.2). Ein ausreichend tiefer pH-Wert wird ausschließlich in den Parietalzellen des Magens gefunden, was die hohe Spezifität von Omeprazol erklärt. Omeprazol-Sulfenamid bindet an das Enzym und hemmt dessen Aktivität.


Wenn dieses Enzymsystem bereits gehemmt ist und der pH-Wert erhöht, wird sich weniger Omeprazol anreichern bzw. es wird weniger Omeprazol in der Belegzelle des Magens umgewandelt. Die Anreicherung von Omeprazol wird somit über eine Art Feedbackmechanismus geregelt.


In der Langzeitbehandlung verursacht Omeprazol als Resultat der Säuresekretionshemmung einen mäßigen Gastrinanstieg. Eine leichte bis mäßige Vermehrung der ECL-Zellen wurde während der Langzeitbehandlung beobachtet. Karzinoide wie sie in Tierexperimenten gefunden wurden (siehe Abschnitt 5.3) wurden bisher beim Menschen nicht beobachtet.


Der größte Teil der klinischen Erfahrung aus kontrollierten, randomisierten Studien zeigt, dass mit Omeprazol 2-mal 20 mg in der Kombination mit 2 Antibiotika über eine Woche eine 80 %ige Eradikationsrate bei Patienten/Patientinnen mit gastro-duodenalen Ulcera erzielt werden kann. Wie erwartet, werden bei Patienten/Patientinnen, die mit Metronidazol-resistenten Keimen infiziert sind, signifikant niedrigere Eradikationsraten erzielt. Deshalb sollten Informationen über die örtliche Häufigkeit von Resistenzen und örtliche Therapierichtlinien bei der Auswahl des geeigneten Regimes für die Eradikationstherapie berücksichtigt werden. Weiterhin sollte bei Patienten/Patientinnen mit fortdauernder Infektion die Möglichkeit einer sekundären Resistenzentwicklung (bei Keimen mit primärer Empfindlichkeit) gegenüber einem antibakteriell wirkenden Mittel für die Auswahl des Zweitregimes in Betracht gezogen werden.

Weiterhin zeigen klinische Studien, dass nach einer erfolgreichen Eradikation bei Patienten/Patientinnen mit peptischer Ulkuskrankheit, die Rezidivraten, im Vergleich zum natürlichen Verlauf der Krankheit mit fortdauernder Infektion, für Dudoenalulcera und wahrscheinlich auch für Magenulcera außergewöhnlich niedrig sind.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Allgemeine Pharmakokinetik

Omeprazol ist säureempfindlich und wird oral als Hartkapsel mit magensaftresistentem Granulat angewendet. Die Resorption findet im Dünndarm statt.

Maximale Plasmakonzentrationen werden nach 1-3 Stunden erreicht. Die Plasmahalbwertszeit beträgt ca. 40 Minuten und die Plasmaclearance 0,3-0,6 l/min. Bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten/Patientinnen (sog. „langsame Metabolisierer“ in Bezug auf CYP 2C19) wurde eine verlangsamte Elimination beobachtet.

Die terminale Eliminationshalbwertszeit kann sich in diesen Fällen ca. 3fach verlängern und die Fläche unter der Kurve (AUC) bis auf das 10fache erhöhen.


Omeprazol hat im Körper ein relativ kleines Verteilungsvolumen (0,3 l/kg KG), das mit dem Volumen des Extrazellulärwassers korrespondiert. Die Proteinbindung beträgt ca. 95 %.


Omeprazol konzentriert sich als schwache Base im sauren Bereich des intrazellulären Kanalsystems der Parietalzelle. In diesem sauren Milieu wird Omeprazol protoniert und in die eigentliche Wirksubstanz, das Sulfonamid, umgewandelt. Diese Wirksubstanz bindet sich kovalent an die Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) der sekretorischen Membran und hemmt ihre Aktivität. Die Dauer der säurehemmenden Wirkung ist daher erheblich länger als die Gegenwart der Omeprazol-Base im Plasma. Die Stärke der Säurehemmung ist nicht vom Plasmaspiegel zu irgendeiner Zeit abhängig, sondern sie korreliert mit der Fläche unter der Plasmaspiegelzeitkurve.


Omeprazol wird vollständig metabolisiert, hauptsächlich in der Leber durch CYP 2C19. Ein geringer Prozentsatz der Patienten/Patientinnen, besitzt kein funktionsfähiges CYP 2C19 Enzym und hat daher eine reduzierte Eliminationsrate für Omeprazol. Im Plasma vorhandene Metaboliten sind das Sulphon, Sulfid und Hydroxy-Omeprazol. Diese Metaboliten haben keine wesentliche Wirkung auf die Säuresekretion. Ungefähr 20 % der eingenommenen Dosis werden in Form von Metaboliten über die Faeces und 80 % über den Urin ausgeschieden. Die beiden Hauptmetaboliten im Urin sind Hydroxy-Omeprazol und die entsprechende Carbonsäure.


Die Kinetik von Omeprazol bei Patienten/Patientinnen mit Niereninsuffizienz gleicht der von gesunden Probanden. Da jedoch die renale Eliminierung der wichtigste Ausscheidungsweg für Omeprazol-Metaboliten ist, verringert sich ihre Eliminationsrate in Abhängigkeit von der Abnahme der Nierenfunktion. Eine Kumulation bei einmal täglicher Anwendung kann jedoch ausgeschlossen werden.


Bei älteren Patienten/Patientinnen ist die Bioverfügbarkeit von Omeprazol etwas erhöht und die Plasmaelimination etwas verringert. Die individuellen Werte zeigen jedoch eine beträchtliche Übereinstimmung mit den Werten von gesunden Probanden und es gibt keine Hinweise auf eine verringerte Verträglichkeit bei älteren Patienten/Patientinnen, die mit der empfohlenen Dosis behandelt wurden.


Nach intravenöser Anwendung von 40 mg Omeprazol an 5 Tagen wurde eine Zunahme der absoluten Bioverfügbarkeit von 50 % gemessen. Dies kann durch die Abnahme der hepatischen Clearance durch die Sättigung des Enzyms CYP 2C19 erklärt werden.


Bei Patienten/Patientinnen mit chronischen Leberkrankheiten ist die Clearance von Omeprazol reduziert und die Plasmahalbwertszeit kann auf ca. 3 Stunden ansteigen. Die Bioverfügbarkeit beträgt dann mehr als 90 %. Omeprazol wurde bei einer täglichen Behandlung mit 20 mg über 4 Wochen jedoch gut vertragen und es wurde keine Akkumulation von Omeprazol oder seiner Metaboliten beobachtet.


Die Bioverfügbarkeit einer Einzeldosis von Omeprazol beträgt ungefähr 35 %. Bei wiederholter Anwendung steigt die Bioverfügbarkeit auf ca. 60 % an. Bei Patienten/Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion kann sie auf Grund des verringerten first-pass-Effektes auf über 90 % ansteigen.


Eine Einnahme während der Mahlzeiten senkt die Resorptionsrate.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Aus den Untersuchungen zur chronischen Toxizität liegen keine Erkenntnisse vor, die zu dem Verdacht führen, dass beim Menschen bisher unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten. In 2-Jahres-Karzinogenitätsstudien an Ratten - dies entspricht einer lebenslangen Behandlung der Ratten – oder bei Ratten mit einer partiellen Fundektomie wurden ECL-Zell-Hyperplasien und Karzinoide gefunden. Diese Veränderungen werden als Ergebnis einer permanenten Hypergastrinämie als Sekundärantwort auf die Säurehemmung gesehen. Bei den Untersuchungen zum mutagenen Potential (in vitro und in vivo) fanden sich keine für die therapeutische Anwendung relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung.


6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Sonstige Bestandteile


Kapselinhalt

Zucker-Stärke-Pellets (bestehend aus Maisstärke und Sucrose)

Natriumdodecylsulfat

Dinatriumhydrogenphosphat

Mannitol (Ph.Eur.)

Hypromellose

Macrogol 6000

Talkum

Polysorbat 80

Titandioxid (E 171)

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1 : 1)


Die Gelatinekapsel besteht aus

Gelatine

Chinolingelb (E 104)

Titandioxid (E 171)


6.2 Inkompatibilitäten


Nicht zutreffend


6.3 Dauer der Haltbarkeit


3 Jahre


6.4 Besondere Lagerungshinweise


Nicht über 25 °C lagern.

Alu/Alu-Blister: In der Originalverpackung aufbewahren.

HDPE-Flaschen: Das Behältnis fest verschlossen halten.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Aluminium/Aluminium-Blister

Packungsgrößen: 14 Kapseln


HDPE-Flaschen mit Silikongel als Trockenmittel im Deckel

Packungsgrößen: 28, 30 und 60 (2 x 30) Kapseln


6.6 Hinweise für die Handhabung


Keine speziellen Hinweise.


7. pharmazeutischer Unternehmer


ChemoIberica, S.A.

Gran Vía Carlos III, 98, 7º

08028 Barcelona

Spain

Tel. 34 93 330 62 12

Fax. 34 93 330 26 62


8. Zulassungsnummer


61372.00.00


9. Datum der Zulassung


22.03.2005


10. Stand der Information


Mai 2009


11. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht


Verschreibungspflichtig


spcde-omeprazol-20mg-0905.rtf Seite 15 Version v. 20.05.2009