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Pantoprazol Abz 40 Mg Magensaftresistente Tabletten

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Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

TEVA GmbH


Pantoprazol 40 mg magensaftresistente Tabletten

Stand: Januar 2011


Fachinformation


1. Bezeichnung des Arzneimittels


Pantoprazol 40 mg magensaftresistente Tabletten


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


Jede magensaftresistente Tablette enthält 40 mg Pantoprazol (als Pantoprazol-Natrium 1.5 H2O).


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3. Darreichungsform


Magensaftresistente Tablette.


Gelbe, ovale, konkave, glatte Tablette.


4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete


Zur Linderung der Symptome oder zur kurzzeitigen Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen eine Reduzierung der Säuresekretion erforderlich ist:


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Art der Anwendung

Pantoprazol 40 mg Tabletten sollen nicht gekaut oder zerbissen, sondern als Ganzes mit Wasser vor dem Essen geschluckt werden.

Erwachsene und Jugendliche im Alter von 12 Jahren oder mehr

Mäßige bis schwere Refluxösophagitis

Die empfohlene Dosis ist 40 mg Pantoprazol täglich. In manchen Fällen kann diese Dosis verdoppelt werden, insbesondere wenn der Patient auf eine andere Therapie nicht anspricht. Im Allgemeinen ist für die Behandlung von Refluxösophagitis ein Zeitraum von 4 Wochen erforderlich. Wenn dies nicht ausreichend ist, wird die Ausheilung normalerweise innerhalb von weiteren 4 Wochen erreicht.

Erwachsene

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

Die empfohlene Dosis ist 40 mg Pantoprazol täglich. In manchen Fällen kann diese Dosis verdoppelt werden, insbesondere wenn der Patient auf eine andere Therapie nicht anspricht.

Zwölffingerdarmgeschwüre heilen im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen. Wenn ein Behandlungszeitraum von 2 Wochen nicht ausreicht, wird die Ausheilung in nahezu sämtlichen Fällen innerhalb von weiteren 2 Wochen erreicht.

Im Allgemeinen ist für die Behandlung von Magengeschwüren und Refluxösophagitis ein Zeitraum von 4 Wochen erforderlich. Wenn dies nicht ausreichend ist, wird die Ausheilung normalerweise innerhalb von weiteren 4 Wochen erreicht.


Eradikation von Helicobacter pylori (H. pylori)

Die empfohlene Dosis ist 40 mg Pantoprazol zweimal täglich zusammen mit einer der folgenden drei Kombinationen:

a) Amoxicillin 1 g zweimal täglich + Clarithromycin 500 mg zweimal täglich

b) Clarithromycin 500 mg zweimal täglich + Metronidazol 500 mg zweimal täglich

c) Amoxicillin 1 g zweimal täglich + Metronidazol 500 mg zweimal täglich

Die zweite Pantoprazol-Tablette sollte vor dem Abendessen eingenommen werden. Die Kombinationstherapie sollte in den meisten Fällen 7 Tage lang angewendet werden, manchmal aber auch bis zu 14 Tagen.

Die amtlichen lokalen Hinweise (z. B. nationale Empfehlungen) zur Bakterienresistenz sowie der angemessenen Verwendung und Verordnung von antibakteriellen Mitteln sollten beachtet werden.


Zollinger-Ellison-Syndrom und andere hypersekretorische Erkrankungen

Bei der Behandlung des Zollinger-Ellison-Syndroms und anderen hypersekretorische Erkrankungen beträgt die anfängliche Dosis 80 mg am Tag. Danach kann die Dosierung nach Bedarf erhöht oder vermindert werden, wobei Messungen der Magensäuresekretion als Orientierung herangezogen werden. Bei Dosen von mehr als 80 mg am Tag sollte die Dosierung halbiert und zweimal täglich eingenommen werden. Eine temporäre Erhöhung der Dosierung auf über 160 mg Pantoprazol ist möglich, sollte aber nicht länger als zur entsprechenden Säurekontrolle angewendet werden. Die Behandlung des Zollinger-Ellison-Syndroms und anderer pathologischer hypersekretorischer Zustände ist zeitlich nicht begrenzt und sollte an die klinischen Erfordernisse angepasst werden.


Ältere Patienten

Eine tägliche Dosis von 40 mg Pantoprazol sollte nicht überschritten werden. Davon ausgenommen ist eine Behandlung zur Eradikation von H. pylori, bei der ältere Patienten eine Woche lang die Standard-Pantoprazol-Dosis (2 x 40 mg/Tag) erhalten sollten.


Patienten mit Niereninsuffizienz

Die tägliche Dosis von 40 mg Pantoprazol sollte bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion nicht überschritten werden. Aus diesem Grund ist eine Dreifachtherapie gegen H. pylori bei diesen Patienten nicht angezeigt (siehe Abschnitt 4.3).


Patienten mit Leberinsuffizienz

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollten alle zwei Tage 40 mg Pantoprazol erhalten (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4). Bei diesen Patienten sollten die Leberenzymspiegel während der Behandlung überwacht werden. Sollten sich die Leberenzymspiegel erhöhen, sollte die Behandlung mit Pantoprazol eingestellt werden. Aus diesem Grund ist eine Dreifachtherapie gegen H. pylori bei diesen Patienten nicht angezeigt.

Kinder unter 12 Jahre

Über die Anwendung von Pantoprazol bei Kindern liegen keine Informationen vor. Deswegen sollten Pantoprazol-Tabletten bei Kindern nicht angewendet werden.


4.3 Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen Pantoprazol oder einen der sonstigen Bestandteile.


Genau wie andere Protonenpumpeninhibitoren sollte Pantoprazol nicht zusammen mit Atazanavir angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).


Pantoprazol darf bei Patienten mit schwerer Leber- oder Nierendysfunktion nicht in einer Kombinationstherapie zur Eradikation von H. pylori angewendet werden, da zurzeit keine Daten über die Wirksamkeit und Sicherheit von Pantoprazol in der Kombinationstherapie für diese Patienten vorliegen.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Es liegen keine Daten zur Dosisanpassung bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Niereninsuffizienz vor. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollten alle zwei Tage 40 mg Pantoprazol verabreicht werden. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollten die Leberenzyme während der Behandlung mit Pantoprazol regelmäßig überwacht werden, insbesondere bei einer langfristigen Anwendung. Bei einem Anstieg der Leberenzyme sollte die Behandlung eingestellt werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.3).


Bei der Kombinationstherapie sind die Zusammenfassungen der Merkmale aller beteiligten Arzneimittel zu beachten.


Eine verminderte Azidität mit Magen, die auf irgendeinen Grund – u. a. Protonenpumpeninhibitoren – zurückzuführen ist, erhöht die Zahlen der Bakterien, die normalerweise im Magen-Darm-Trakt vorkommen. Die Behandlung mit säurereduzierenden Arzneimitteln kann zu einem leicht erhöhten Risiko von Magen-Darm-Infektionen wie z. B. Infektionen mit Salmonellenund Campylobacter führen.


Bei Patienten, die unter dem Zollinger-Ellison-Syndrom und anderen pathologischen hypersekretorischen Zuständen leiden, bei denen eine Langzeitbehandlung erforderlich ist, kann Pantoprazol genau wie alle magensäureblockierenden Mittel die Absorption von Vitamin B12 (Cyanocobalamin) aufgrund von Hypo- oder Achlorhydrie vermindern. Dies sollte bei Patienten mit reduzierten Körperspeichern oder Risikofaktoren für eine reduzierte Vitamin-B12-Absorption bei der Langzeitbehandlung bzw. Beobachtung der entsprechenden klinischen Symptome berücksichtigt werden.


Pantoprazol ist nicht für die Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden mit begleitender funktionaler Dyspepsie bestimmt.


Bei einer Langzeitbehandlung sollten die Patienten, insbesondere wenn die Behandlungsdauer 1 Jahr überschreitet, regelmäßig überwacht werden.


Vor der Behandlung sollte eine bösartige Erkrankung der Speiseröhre oder des Magens ausgeschlossen werden, da durch die Behandlung mit Pantoprazol die Symptome von bösartigen Erkrankungen unter Umständen gelindert werden, was daher eine entsprechende Diagnose verzögern kann.


Patienten, die nach 4 Wochen nicht auf die Behandlung ansprechen, sollten untersucht werden.


Dieses Arzneimittel enthält 5,85 mg Natrium je Dosis. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Pantoprazol kann die Absorption von Arzneimitteln reduzieren, deren Bioverfügbarkeit vom pH-Wert abhängig ist (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Atazanavir).


In Studien mit anderen Protonenpumpeninhibitoren hat sich eine ausgeprägte Verminderung der Atazanavir-Exposition bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren gezeigt. Die Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren ist während der Atazanavir-Behandlung kontraindiziert.


Pantoprazol wird in der Leber über das Enzymsystem Cytochrom P450 verstoffwechselt. Wechselwirkungen von Pantoprazol zusammen mit anderen Arzneimitteln oder Verbindungen, die mit dem gleichen Enzymsystem verstoffwechselt werden, können nicht ausgeschlossen werden. Allerdings wurden keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen bei einer Reihe von Arzneimitteln oder Verbindungen wie z. B. Carbamazepin, Koffein, Diazepam, Diclofenac, Digoxin, Ethanol, Glibenclamid, Metoprolol, Naproxen, Nifedipine, Phenytoin, Piroxicam, Theophyllin und oralen Kontrazeptiva festgestellt.


Auch wenn in klinischen pharmakokinetischen Studien keine Wechselwirkungen zwischen Pantoprazol und Phenprocoumon oder Warfarin beobachtet wurden, wurde von einigen Post‑Marketing-Fällen berichtet, bei denen Veränderungen der INR-Werte bei einer gleichzeitigen Behandlung mit diesen Substanzen aufgetreten sind. Wenn der Patient kumarinartige Gerinnungshemmer verwendet, werden Messungen der Prothrombinzeit / INR-Werte nach der Aufnahme und der Einstellung von Pantoprazol sowie bei einer unregelmäßigen Anwendung von Pantoprazol empfohlen.


Wechselwirkungen mit gleichzeitig verabreichten Antaziden traten ebenfalls nicht auf.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Fürschwangere Frauenliegen nur begrenzte klinische Erfahrungen vor. Erfahrungen mit Protonenpumpeninhibitoren als Klasse deuten nicht auf ein erhöhtes Risiko von größeren kongenitalen Missbildungen hin. In tierexperimentellen Reproduktionsstudien wurden Anzeichen für eine leichte Fetotoxizität bei Dosen über 5 mg/kg beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Vorsicht ist bei der Verordnung bei Schwangeren geboten.

Stillzeit

Über die Ausscheidung von Pantoprazol in die Muttermilch liegen keine Informationen vor. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Pantoprazol-Tabletten nur dann angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter als höher erachtet wird als das potenzielle Risiko für den Fötus oder das Kind.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Über Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ist nichts bekannt. Unerwünschte Arzneimittelreaktionen wie Schwindel und Sehstörungen können auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Unter diesen Umständen kann die Reaktionsfähigkeit herabgesetzt sein.


4.8 Nebenwirkungen


Häufig ≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich ≥ 1/1000 bis <1/100

Selten ≥ 1/10.000 bis <1/1.000

Sehr selten < 1/10.000 einschließlich gemeldeter Einzelfälle



Häufigkeit

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Organsystem





Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems




Leukopenie, Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems




Anaphylaktische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer Schock

Psychiatrische Erkrankungen



Depression, Halluzination, Desorientierung und Verwirrung bei Patienten mit entsprechender Prädisposition sowie Verschlimmerung dieser Symptome, wenn sie schon vorher bestanden haben


Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Schwindel, Sehstörungen (getrübte Sicht)



Erkrankungen des Gastrointestinal-trakts

Oberbauch-schmerzen, Durchfall, Verstopfung, Flatulenz

Übelkeit, Erbrechen

Trockener Mund


Leber- und Gallenerkrankungen




Schwere Leber-zellenschädigung, die zu Gelbsucht mit oder ohne Leberversagen führt

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes


Allergische Reaktionen wie Pruritus und Hautausschlag


Urtikaria, Angioödem, schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, multiformes Erythem, Lyellsches Syndrom, Fotosensibilität

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochen-erkrankungen



Arthralgie

Myalgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege




Interstitielle Nephritis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort




Peripheres Ödem

Untersuchungen




Erhöhte Leberenzyme (Transaminasen, - Glutamyltransferase),

erhöhte Triglyceride,

erhöhte Körpertemperatur


4.9 Überdosierung


Symptome einer Überdosierung beim Menschen sind nicht bekannt.


Es wurden Dosen bis zu 240 mg intravenös über 2 Minuten verabreicht und gut vertragen. Da Pantoprazol weitgehend proteingebunden ist, ist es nicht ohne weiteres dialysierbar.


Fälle einer Überdosierung oder Vergiftung sollten nach der üblichen Behandlungspraxis für toxische Zustände behandelt werden.


5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer

ATC-Code: A02BC02


Pantoprazol ist ein substituiertes Benzimidazol, das die Sekretion von Salzsäure im Magen durch spezifische Einwirkung auf die Protonenpumpen der Parietalzellen hemmt.


Pantoprazol wird im sauren Kanal der Parietalzellen in seine aktive Form umgesetzt, wo es das H+, K+-ATPase-Enzym hemmt, d. h. die letzte Phase der Salzsäureproduktion im Magen. Die Hemmung ist dosisabhängig und betrifft sowohl die basale als auch die stimulierte Säuresekretion. Bei den meisten Patienten wird in 2 Wochen Symptomfreiheit erreicht. Genau wie bei anderen Protonenpumpeninhibitoren und H2-Rezeptorinhibitoren bewirkt die Behandlung mit Pantoprazol eine reduzierte Azidität im Magen und dadurch eine Gastrinerhöhung im Verhältnis zur Reduzierung der Azidität. Die Gastrinerhöhung ist reversibel. Da Pantoprazol die Bindung zum Enzym distal zur Zellenrezeptorebene eingeht, kann der Stoff die Salzsäuresekretion unabhängig von der Stimulation durch andere Substanzen (Acethycholin, Histamin, Gastrin) beeinflussen. Unabhängig davon, ob das Präparat oral oder intravenös verabreicht wird, ist der Effekt gleich.


Die Gastrinwerte im nüchternen Zustand erhöhen sich bei der Gabe von Pantoprazol. Bei einer kurzzeitigen Anwendung übersteigen sie in den meisten Fällen den oberen normalen Grenzwert nicht. Während der Langzeitbehandlung verdoppeln sich die Gastrinspiegel in den meisten Fällen. Eine übermäßige Erhöhung tritt allerdings nur in isolierten Fällen auf. Infolgedessen ist während der Langzeitbehandlung in einer Minderheit von Fällen ein leichter bis mäßiger Anstieg bei der Anzahl von spezifischen endokrinen Zellen (ECL) zu beobachten (einfach eine adenomatoide Hyperplasie). Den bisher durchgeführten Studien zufolge (siehe Abschnitt 5.3) kann allerdings die Bildung von Karzinoidvorläufern (atypische Hyperplasie) oder gastrischen Karzinoiden für Menschen ausgeschlossen werden.


Ein Einfluss einer Langzeitbehandlung mit Pantoprazol von mehr als einem Jahr auf endokrine Parameter der Schilddrüsen- und Leberenzyme lässt sich nach den Ergebnissen aus Tierstudien nicht völlig ausschließen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Allgemeine Pharmakokinetik

Pantoprazol wird rasch absorbiert und die maximale Plasmakonzentration ist schon nach einer einzigen oralen Dosis erreicht. Im Schnitt betragen die maximalen Serumkonzentrationen etwa 2,0 bis 2,5 Stunden nach der Gabe 1 bis 1,5 µg/ml, und diese Werte bleiben nach mehrfacher Anwendung stabil. Das Verteilungsvolumen beläuft sich auf etwa 0,15 l/kg und die Clearance auf ca. 0,1 l/h/kg.


Die endgültige Halbwertzeit beträgt etwa 1 Stunde. Bei einigen wenigen Patienten ist eine verzögerte Elimination aufgetreten. Wegen der spezifischen Bindung von Pantoprazol an die Protonenpumpen der Parietalzelle korreliert die Eliminationshalbwertzeit nicht mit der deutlich längeren Wirkungsdauer (Hemmung der Säuresekretion).


Die Pharmakokinetik ändert sich nach einer einzelnen oder wiederholten Gabe nicht. Im Dosisbereich von 10 bis 80 mg ist die Plasmakinetik von Pantoprazol sowohl nach der oralen als auch nach der intravenösen Anwendung linear.


Die Serumproteinbindung von Pantoprazol beträgt etwa 98 %. Der Stoff wird beinahe ausschließlich in der Leber verstoffwechselt. Die Ausscheidung über die Nieren stellt die wichtigste Route (etwa 80 %) für die Metaboliten von Pantoprazol dar, der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Der Hauptmetabolit sowohl im Serum als auch im Urin ist Desmethylpantoprazol, das mit Sulfat konjugiert ist. Die Halbwertzeit des Hauptmetaboliten (etwa 1,5 Stunden) ist nicht deutlich länger als von Pantoprazol.


Bioverfügbarkeit

Pantoprazol wird nach der oralen Anwendung komplett absorbiert. Als absolute Bioverfügbarkeit aus der Tablette wurden 77 % festgestellt. Die gleichzeitige Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf den AUC-Wert, auf die maximale Serumkonzentration und somit auf die Bioverfügbarkeit. Nur die Variabilität der Lag-Zeit erhöht sich durch die gleichzeitige Nahrungsaufnahme.


Merkmale bei Patienten/speziellen Personengruppen

Wenn Pantoprazol bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (einschließlich Dialysepatienten) angewendet wird, ist keine Dosisreduzierung erforderlich. Genau wie bei gesunden Personen weist Pantoprazol eine kurze Halbwertzeit auf. Nur sehr geringe Mengen Pantoprazol können dialysiert werden. Auch wenn der Hauptmetabolit eine moderat verzögerte Halbwertzeit hat (2 bis 3 Stunden), verläuft die Ausscheidung immer noch schnell und es tritt somit keine Akkumulation auf. Allerdings sollte die tägliche Dosis von 40 mg Pantoprazol bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion nicht überschritten werden.


Auch wenn sich bei Patienten mit Leberzirrhose (Klassen A und B nach Child) die Halbwertzeit auf 3 bis 6 Stunden und die AUC-Werte um einen Faktor von 3 bis 5 erhöht haben, ist die maximale Serumkonzentration im Vergleich zu gesunden Probanden nur geringfähig um einen Faktor von 1,3 gestiegen.


Eine leichte Erhöhung der AUC- und Cmax-Werte bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probanden ist klinisch ebenfalls nicht relevant.


Kinder

Nach der Gabe von einzelnen oralen Dosen von 20 oder 40 mg Pantoprazol bei Kindern im Alter zwischen 5 und 16 Jahren lagen AUX und Cmax im Bereich der entsprechenden Werte von Erwachsenen. Nach der Gabe von einzelnen intravenösen Dosen von 0,8 bzw. 1,6 mg/kg Pantoprazol bei Kindern im Alter zwischen 2 und 16 Jahren bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Pantoprazol-Clearance und dem Alter oder Gewicht. AUC und Verteilungsvolumen entsprachen den Daten von Erwachsenen


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.


In einer 2-Jahres-Karzinogenitäts studie an Ratten wurden neuroendokrine Neoplasmen gefunden. Außerdem wurden Plattenepithelpapillome im Vormagen von Ratten festgestellt. Der Mechanismus, der einer Entwicklung von Magenkarzinoiden durch substituierte Benzimidazole zugrunde liegt , wurde sorgfältig untersucht und lässt die Schlussfolgerung zu, dass es sich um eine Sekundärreaktion auf die massiv erhöhten Serumgastrinspiegel der Ratte während der chronischen hochdosierten Behandlung handelt.


In 2-Jahres-Studien an Nagetieren wurde eine erhöhte Anzahl von Lebertumoren bei Ratten (in nur einer Rattenstudie) und weiblichen Mäusen beobachtet, die als Folge der hohen Metabolisierungsrate von Pantoprazol in der Leber interpretiert wurde.


In einer 2-Jahres-Studie wurde bei der Gruppe von Ratten, die die höchste Dosis (200 mg/kg) erhielt, ein geringer Anstieg neoplastischer Veränderungen in der Schilddrüse beobachtet. Das Auftreten dieser Neoplasmen hängt mit den durch Pantoprazol induzierten Veränderungen im Abbau von Thyroxin in der Rattenleber zusammen. Da die therapeutische Dosis beim Menschen gering ist, sind keine Nebenwirkungen auf die Schilddrüsen zu erwarten.


Aus Mutagenitätsstudien, Zellentransformationstests und DNA-Bindungsstudien wird geschlossen, dass Pantoprazol kein genotoxisches Potenzial besitzt.


Untersuchungen ergaben keine Hinweise für eine Beeinträchtigtung der Fertilität oder auf eine teratogene Wirkung. Die Plazentagängigkeit wurde an der Ratte untersucht und es wurde festgestellt, dass sie sich mit fortschreitender Gestation erhöht. Infolgedessen ist die Konzentration von Pantoprazol im Fötus kurz vor dem Wurf erhöht.


6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Dinatriumhydrogenphosphat

Mannitol (Ph.Eur.)

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Hypromellose

Triethylcitrat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer-(1:1)-Dispersion 30% (Ph.Eur.)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O


6.2 Inkompatibilitäten


Nicht zutreffend.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


2 Jahre.


6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Nicht über 30°C lagern


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Alu/Alu-Blisterpackungen mit 14, 15, 28, 30, 60 & 100 Tabletten

HDPE-Flasche und kindersichere Polypropylenkappe mit Fach für Trockenmittel – in Packungen mit 14, 15, 28, 30, 60 & 100 Tabletten.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.


7. Inhaber der Zulassung


TEVA GmbH

Wasastraße 50

01445 Radebeul

Telefon: (0351) 834-0

Telefax: (0351) 834-2199


Mitvertreiber

AbZ-Pharma GmbH

Dr.-Georg-Spohn-Str. 7

89143 Blaubeuren


8. Zulassungsnummer


72736.00.00


9. Datum der Erteilung der Zulassung


13.10.2010


10. Stand der Information


Januar 2011


11. VERKAUFSABGRENZUNG


Verschreibungspflichtig

4b318946a851715f01ed343de2938c1f.rtf Seite 12 Version v. 31.01.2011