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Rifax-Aw 200mg Filmtabletten

Document: 10.05.2012   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)


1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS


Rifax-AW 200 mg Filmtabletten



2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG


Eine Filmtablette enthält:

Rifaximin 200 mg


Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1


3. DARREICHUNGSFORM


Filmtablette


4. KLINISCHE ANGABEN


4.1 Anwendungsgebiete


Behandlung der durch nicht-invasive enteropathogene Bakterien verursachten Reisediarrhö bei Erwachsenen (s. Abschnitte 4.4 und 5.1).


Eine Reisediarrhö im Sinne der Indikation ist eine in einem mediterranen, subtropischen oder tropischen Land erworbene Diarrhö bei Reisenden.


Es sind die offiziellen Richtlinien zur sachgerechten Anwendung von Antiinfektiva zu beachten.



Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Die normale Dosierung beträgt 1 Filmtablette (200 mg) alle 8 Stunden. Diese kann bei Bedarf auf 2 Filmtabletten (400 mg) alle 12 Stunden erhöht werden. Die maximale Tagesdosis beträgt somit 800 mg.

Rifax-AW 200 mg Filmtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.



Eine Dosisanpassung bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist nicht erforderlich.

Behandlungsdauer:

Soweit ärztlich nicht anders verordnet, darf die Behandlungsdauer bei Reisediarrhö 3 Tage nicht überschreiten. Dauern die Symptome länger als 3 Tage an, muss ein Arzt hinzugezogen werden.


Kinder:

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rifaximin bei Kindern unter 12 Jahren wurde nicht untersucht.

Derzeitig verfügbare Daten sind im Abschnitt 5.1. beschrieben, jedoch kann keine Empfehlung

hinsichtlich der Dosierung gemacht werden.



4.3 Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen andere Rifamycin-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Rifax-AW 200 mg Filmtabletten sind nicht anzuwenden bei Patienten mit klinischen Zeichen einer invasiven Enteritis wie z. B. bei Fieber oder blutigem Stuhl.


Clostridium difficile assoziierte Diarrhö (CDAD) wurde mit dem Einsatz von fast allen antibakteriellen Substanzen berichtet, einschließlich Rifaximin.

Ein Zusammenhang einer Rifaximin-Behandlung mit CDAD und der pseudomembranösen Colitis (PMC) kann nicht ausgeschlossen werden.


Eine Therapie mit Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit C. difficile führen kann. C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung von CDAD

beitragen. Eine CDAD muss daher bei allen den Patienten in Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotika-Anwendung eine Diarrhoe auftritt.


Trotz der minimalen Resorption (weniger als 1%) kann Rifaximin ebenso wie alle Rifamycin-Derivate zu einer rötlichen Verfärbung des Urins führen. Der Patient muss diesbezüglich gewarnt werden.


Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wurde die Pharmakokinetik von Rifaximin bisher nicht untersucht. Auf Grund der minimalen gastrointestinalen Resorption von Rifaximin wird nur ein sehr geringer Prozentanteil von Rifaximin im Urin ausgeschieden (Wiederfindungsrate im Urin nach oraler Anwendung: < 0,3%).


Zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit von Rifaximin bei Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder anderen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen liegen keine klinischen Daten vor. Rifaximin sollte bei diesen Patienten nicht angewendet werden.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Auf Grund seiner minimalen gastrointestinalen Resorption bei oraler Anwendung (weniger als 1%) besitzt Rifaximin ein geringes Potential für systemische Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Studien zu klinischen Wechselwirkungen zwischen Rifaximin und Arzneimitteln, die über die humanen Cytochrom-P450-Isoenzyme metabolisiert werden, zeigten keinen signifikanten Einfluss von Rifaximin auf die Pharmakokinetik von Midazolam oder auf ein orales Kontrazeptivum, das Ethinylestradiol und Norgestimat enthält. Klinische Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die über diese Isoenzyme metabolisiert werden, sind daher nicht zu erwarten.


Durch die Veränderung der Darmflora unter der Therapie mit Antibiotika kann es zu einer Beeinflussung des enterohepatischen Kreislaufs von Estrogenen kommen. Als Folge davon kann die Plasmakonzentration des Estrogens sinken und ein kontrazeptiver Schutz beeinträchtigt werden. Wechselwirkungen in diesem Sinne sind bisher nicht bekannt geworden. Trotzdem ist es ratsam, zusätzliche alternative kontrazeptive Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, insbesondere wenn der Estrogengehalt wie bei der sogenannten „Mikropille“ unter 50 g liegt.


Wechselwirkungsstudien zur gleichzeitigen Einnahme von Rifax-AW 200 mg Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln, die gegebenenfalls bei Reisediarrhö angewendet werden (z.B. Loperamid oder Aktivkohle) liegen nicht vor. Rifax-AW 200 mg Filmtabletten dürfen frühestens 2 Stunden nach Verabreichung von Aktivkohle eingenommen werden.


Schwangerschaft und Stillzeit


Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption

Auf Grund der Wirkungen von Rifaximin auf die Darmflora könnte es nach Einnahme zu einer Wirkungsabschwächung Estrogen-haltiger oraler Kontrazeptiva kommen. Wechselwirkungen in diesem Sinne sind bisher jedoch nicht bekannt geworden. Trotzdem ist es ratsam, zusätzliche alternative kontrazeptive Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, insbesondere wenn der Estrogengehalt wie bei der sogenannten „Mikropille“ unter 50 g liegt (siehe auch Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen).


Schwangerschaft
Für Rifax-AW 200 mg Filmtabletten liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor.

Obwohl Tierversuche keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen in Bezug auf die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, den Geburtsvorgang oder die postnatale Entwicklung lieferten, sollte die Anwendung von Rifax-AW 200 mg Filmtabletten bei Schwangeren nur mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Für weitere Informationen siehe Abschnitt 5.3.


Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rifaximin in die Muttermilch übergeht. Nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung in Bezug auf die Wichtigkeit der Einnahme des Präparates für die Mutter soll entweder abgestillt oder das Präparat abgesetzt werden.



4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.



Nebenwirkungen


Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in klinischen Studien waren gastrointestinale Symptome, Müdigkeit und Fieber, die alle auch auf die zugrunde liegende Krankheit zurückgeführt werden können. Gastrointestinale Symptome wurden in klinischen Studien unter Behandlung mit Rifax-AW 200 mg Filmtabletten mit derselben Häufigkeit festgestellt wie bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. Alle anderen Nebenwirkungen traten gelegentlich auf.


Unerwünschte Ereignisse, bei denen zumindest ein möglicher Zusammenhang mit Rifax-AW 200 mg Filmtabletten vermutet wird, sind nach Systemorganklassen und Häufigkeit eingeteilt. Die Häufigkeit wird wie folgt angegeben:


Sehr häufig (> 1/10)

Häufig (> 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000, < 1/100)

Selten (> 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (> 1/100.000, < 1/10.000), einschließlich gemeldeter Einzelfälle



Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Gelegentlich: Herpes simplex, Nasopharyngitis, Pharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege, Candidiasis


Herzerkrankungen:

Gelegentlich: Palpitation


Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich: Lymphozytose, Monozytose, Neutropenie


Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Gelegentlich: Anorexie, Dehydration


Psychiatrische Erkrankungen:

Gelegentlich: Abnormale Träume, depressive Verstimmung, Schlaflosigkeit, Nervosität


Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerz

Gelegentlich: Ageusie, Hypästhesie, Migräne, Sinusitis-Kopfschmerz, Somnolenz


Augenerkrankungen:

Gelegentlich: Diplopie


Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Gelegentlich: Ohrenschmerzen, Schwindel


Gefäßerkrankungen:

Gelegentlich: Hitzewallungen


Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Gelegentlich: Husten, trockene Kehle, Dyspnoe, verstopfte Nase, Rachen-/Kehlkopfschmerzen, Rhinorrhö


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Sehr häufig: Blähungen

Häufig: Abdominelles Spannungsgefühl, Bauchschmerzen, Verstopfung, Stuhldrang, Übelkeit, Tenesmus ani, Erbrechen, plötzlicher Stuhldrang

Gelegentlich: Oberbauchschmerzen, Diarrhö, Dyspepsie, Störungen der gastrointestinalen Motilität, trockene Lippen, Hämatochezie, schleimiger Stuhl, harter Stuhl


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Ausschlag, kalter Schweiß, fleckiger Hautausschlag, Hyperhidrose


Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Gelegentlich: Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Myalgie, Nackenschmerzen


Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Gelegentlich: Glykosurie, Pollakisurie, Polyurie, Proteinurie,


Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Gelegentlich: Polymenorrhö


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig: Erschöpfung, Pyrexie

Gelegentlich: Asthenie, Beschwerden im Brustraum, Schmerzen im Brustraum, Missempfindungen, grippeähnliche Erkrankungen, Schmerzen, Frösteln


Verletzung, Vergiftung:

Gelegentlich: Sonnenbrand


Untersuchungen:

Gelegentlich: Erhöhter Blutdruck, erhöhte Aspartat-Aminotransferase-Werte, Blut im Urin



Erfahrungen nach Markteinführung: Seit der Markteinführung des Produktes wurde von folgenden Nebenwirkungen berichtet:


Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Clostridien-Infektionen (C. difficile)



Erkrankungen des Immunsystems

- Anaphylaktiche Reaktionen einschließlich anaphylaktischer Schock, Kehlkopfödem, angioneurotisches Ödem, Gesichtsödem, Hypersensitivität, Allergische Dermatitis, Urtikaria

 

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

- Neutropenie, Thrombozytopenie

 

Gefäßerkrankungen

- Synkope

 

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

- Ösophageales Brennen, Abdominelle Schmerzen, Diarrhö, Übelkeit

 

Erkrankungen des Nervensystems:

- Kopfschmerzen, Präsynkope

 

Psychiatrische Erkrankungen

- Agitiertheit

 

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

- Peripheres Ödem


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

- Purpura, generalisierter Pruritus, genitaler Pruritus, Erythem, Palmarerythem, Exanthem, erythematöser Hautausschlag, morbilliformer Hautausschlag, Hautausschlag, exfoliative Dermatitis


Untersuchungen:

- Abweichungen der INR (International Normalised Ratio)



4.9 Überdosierung


In klinischen Studien an Patienten mit Reisediarrhö wurden Dosierungen von bis zu 1.800 mg/Tag ohne schwerwiegende klinische Anzeichen vertragen. Auch bei Patienten/Probanden mit normaler Bakterienflora führte Rifax-AW 200 mg Filmtabletten in Dosierungen bis zu 2.400 mg/Tag über 7 Tage nicht zu klinischen Symptomen einer Unverträglichkeit.


Im Falle einer Überdosierung werden eine Magenentleerung sowie eine geeignete unterstützende Behandlung empfohlen.


5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN


Pharmakodynamische Eigenschaften

Rifax-AW 200 mg Filmtablettenenthalten Rifaximin (4-Deoxy-4’-methylpyrido[1’,2’-1,2]imidazo-[5,4-c]rifamycin SV) in der polymorphen Form .


ATC-Klassifizierung

ATC-Code: A07AA11

Pharmakotherapeutische Gruppe: Intestinale Antiinfektiva


Wirkungsweise

Rifaximin ist ein halbsynthetisches Derivat von Rifamycin SV; ebenso wie andere Antibiotika der Rifamycin-Gruppe bindet es irreversibel an die Beta-Untereinheit eines bakteriellen Enzyms, der DNA-abhängigen RNA-Polymerase, und hemmt dadurch die RNA-Synthese des Bakteriums.

Rifaximin besitzt ein breites antimikrobielles Wirkungsspektrum gegen die meisten grampositiven und -negativen, aeroben und anaeroben Bakterien, die Darminfektionen wie z.B. bakterielle Diarrhö verursachen. Auf Grund der sehr geringen Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt wirkt Rifaximin lokal im Darmlumen und besitzt keine klinische Wirksamkeit gegen invasive pathogene Bakterien.


Resistenzmechanismus

Bei der Entwicklung von Resistenzen gegen Rifaximin liegt meist eine Einpunktmutation der bakteriellen DNA-abhängigen RNA-Polymerase vor. Die Inzidenz von resistenten Subpopulationen unter den Bakterien, die von Patienten mit Reisediarrhö isoliert wurden, war sehr gering.

In klinischen Studien zu Veränderungen der Empfindlichkeit der Darmflora bei US-amerikanischen Studenten mit Reisediarrhö konnte die Entstehung wirkstoffresistenter grampositiver (z.B. Enterokokken) sowie gramnegativer (E. coli) Organismen im Rahmen einer dreitägigen Behandlung mit Rifaximin nicht nachgewiesen werden.

Die Entwicklung von Resistenzen in der normalen Darmbakterienflora wurde anhand hoher Mehrfachdosierungen von Rifaximin bei gesunden Freiwilligen sowie bei Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung untersucht. Es entwickelten sich gegen Rifaximin resistente Stämme; diese waren jedoch instabil und es kam weder zu einer Besiedlung des Magen-Darm-Trakts noch zu einem Verdrängen der Rifaximin-sensitiven Stämme. Ein Absetzen der Behandlung führte zum raschen Verschwinden der resistenten Stämme.



Empfindlichkeit

Klinische Studien bei Patienten mit Reisediarrhö zeigten die Wirksamkeit von Rifaximin gegen ETEC (Enterotoxische E.coli)und EAEC (Enteroaggregative E. coli). Diese Keime sind überwiegend für die Auslösung der Reisediarrhö bei Personen, die in mediterrane Länder oder tropische und subtropische Regionen reisen, verantwortlich.

Rifaximin wurde in vitroan Erregern untersucht, die von Patienten isoliert wurden, welche in vier verschiedenen geografischen Regionen der Erde an Reisediarrhö erkrankt waren. Diese Erreger sind im Einzelnen: ETEC (Enterotoxische E. coli), EAEC (Enteroaggregative E. coli), Salmonella spp., Shigella spp., Non-Vibrio cholerae, Plesiomonas spp., Aeromonas spp., Campylobacter spp. Die MHK90 der getesteten Bakterienisolate lag bei 32 µg/ml; dieser Wert kann im Darmlumen aufgrund der hohen Konzentration von Rifaximin in den Faeces leicht erreicht werden.

Auf Grund der sehr geringen Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt besitzt Rifaximin – trotz nachgewiesener in-vitro-Empfindlichkeit – keine klinische Wirksamkeit gegen invasive pathogene Bakterien.



Kinder

Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Rifaximin in Kindern jünger als 12 Jahre wurden nicht hinreichend belegt.
Die Literatursuche ergab 9 Studien zur Wirksamkeit in der pädiatrischen Population, welche 371 Kinder umfassten, wovon 233 Kinder Rifaximin erhielten. Die Mehrheit der einbezogenen Kinder war älter als 2 Jahre. Das Charakteristikum aller Studien war Diarrhö bakteriellen Ursprungs (vor, während oder nach der Behandlung untersucht).
Die Daten (der einzelnen Studien und einer Meta-Analyse) zeigen einen positiven Trend hinsichtlich der Wirksamkeit von Rifaximin bei bestimmten Zuständen (akute Diarrhöen (hauptsächlich rezidivierend), ausgelöst durch identifizierte oder vermutete nicht-invasive Rifaximin-sensitive Bakterien wie Escherichia coli).
Die am häufigsten verwendete Dosierung bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren in diesen begrenzten Studien mit wenigen Patienten lag im Bereich von 20-30 mg/kg/Tag in 2 bis 4 Einzelgaben (siehe auch Abschnitt 4.2).



5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Resorption

Studien zur Pharmakokinetik bei Ratten, Hunden und Menschen haben gezeigt, dass bei oraler Anwendung von Rifaximin praktisch keine Resorption stattfindet (weniger als 1%). Nach Verabreichung therapeutischer Dosen von Rifaximin zeigten sich bei gesunden Freiwilligen sowie bei Patienten mit Schädigungen der Darmschleimhaut (entzündliche Darmerkrankung) minimale Plasmaspiegel (weniger als 10 ng/ml). Die geringe systemische Resorption von Rifaximin ist sowohl im nüchternen Zustand zu beobachten als auch bei Verabreichung innerhalb von 30 Minuten nach einem fettreichen Frühstück. Vergleichende pharmakokinetische Studien haben gezeigt, dass manche andere polymorphen Formen von Rifaximin zu einem deutlich höheren Ausmaß resorbiert werden als die polymorphe Form .



Distribution

Oral verabreichtes Rifaximin ist nahezu vollständig im Darm verfügbar und erreicht dort sehr hohe Konzentrationen. Eine unter Verwendung eines radioaktiv markierten Präparates durchgeführte Studie zeigte, dass die Ausscheidung von Rifaximin beinahe ausschließlich und vollständig in den Faeces erfolgt (96,9 % der verabreichten Menge). Durch Analyse von Stuhlproben konnte nachgewiesen werden, dass Rifaximin als intaktes Molekül in den Faeces auffindbar ist. Dies legt nahe, dass Rifaximin während seiner Passage durch den Gastrointestinaltrakt weder abgebaut noch metabolisiert wird. Die durchschnittlichen Rifaximinkonzentrationen in den Faeces, welche jeweils an drei Tagen nach Gabe einer Einzeldosis von 400 mg Rifaximin bestimmt wurden, betrugen ca. 670 µg/ml.


Elimination

Die Wiederfindungsrate von Rifaximin im Urin beträgt höchstens 0,4% der verabreichten Dosis.


Besondere Populationen

Zur Anwendung von Rifaximin bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen liegen keine klinischen Daten vor.

Bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie ergaben sich nach Verabreichung von 800 mg Rifaximin dreimal täglich über 7 Tage mittlere Plasma-Spitzenkonzentrationen von 13,5 ng/ml Rifaximin. Nach 7 Tagen lag die Wiederfindungsrate bei weniger als 0,1% der verabreichten Dosis. Auf Grund der geringen systemischen Resorption von Rifaximin ist bei Patienten mit Leberinsuffizienz keine spezifische Dosisanpassung zu empfehlen.



5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Präklinische Daten ergeben auf Basis konventioneller Untersuchungen zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität nach wiederholter Verabreichung und zur Genotoxizität kein besonderes Risikopotential für die Anwendung am Menschen.


Rifaximin hatte keine Effekte auf die Fertilität, embryonale und die peri/postnatale Entwicklung der Ratte in Expositionsbereichen, die in genügendem Abstand zur humanen Exposition bei maximaler therapeutischer Dosierung lagen (berechnet auf AUC). Eine Embryotoxizitätsstudie am Kaninchen verlief ebenfalls negativ, jedoch lag kein ausreichender Sicherheitsabstand im Vergleich zur maximalen humantherapeutischen Dosierung vor (berechnet auf AUC). Die geprüfte Dosierung stellt jedoch die maximal an Kaninchen verabreichbare Dosis (1000 mg/kgg) dar. Zudem ist die Resorptionvon Rifaximin sehr begrenzt und zwischen der verabreichten Dosis und der systemischen Exposition besteht kein linearer Zusammenhang.


6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz

Glyceroldistearat (Ph. Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Talkum

Mikrokristalline Cellulose

Hypromellose

Titandioxid

Natriumedetat (Ph. Eur.)

Propylenglycol

Eisen(III)-oxid


6.2 Inkompatibilitäten


Nicht zutreffend.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


In Originalverpackung: 3 Jahre


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.


Art und Inhalt des Behältnisses


PVC/PE/PVDC/Aluminium-Blisterpackung für 12 Filmtabletten.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


Keine besonderen Anforderungen.


7. INHABER DER ZULASSUNG


ALFA WASSERMANN S.p.A.

Via Enrico Fermi, 1

65020 – Alanno Scalo (Pescara)
Italien



8. ZULASSUNGSNUMMER(N)


57596.00.00


9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG


15.01.2008




10. STAND DER INFORMATION


05/2012

11. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig gemäß § 48 Abs. 2 Nr. 1 AMG, da dieses Arzneimittel einen Stoff enthält, dessen Wirkung in der medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist.


Stand: Mai 2012 Seite 15 von 15