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Sandimmun Neoral 25mg Kapseln

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beach­ten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.


Gebrauchsinformation


Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln

Wirkstoff: Ciclosporin


Zusammensetzung

1 Kapsel enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

25 mg Ciclosporin


Sonstige Bestandteile:

Ethanol 99,8 %, Gelatine, Glycerol 85 %, Glycerol-(mono-, di-, tri-)-alkenoat (C16 - C20) (Maisölglyceride), Propylenglykol, Macrogol-Glycerol-hydroxystearat, all-rac-alpha-Tocopherol, Farbstoffe E 171, E 172


Darreichungsform und Inhalt

Packungen mit 50 (N2) bzw. 100 (N3) Kapseln


Stoff- oder Indikationsgruppe

Immunsuppressivum (Medikament, das die körpereigene Abwehr dämpft)


Pharmazeutischer Unternehmer; Einfuhr, Umpackung und Vertrieb:

opti-ARZNEI GmbH, 23611 Bad Schwartau


Hersteller

R.P. Scherer GmbH, Eberbach, Deutschland


Anwendungsgebiete

1. Zur Vorbeugung der Transplantat-Abstoßung nach allogenen Transplantationen von Niere, Leber, Herz, Herz-Lunge, Lunge und Bauchspeicheldrüse sowie zur Behandlung der Transplantat-Abstoßung bei Patienten, die zuvor andere Immunsuppressiva (Mittel, die die körpereigene Abwehr dämpfen) erhalten haben.

2. Zur Vorbeugung der Transplantat-Abstoßung nach Knochenmark-Transplantatio­nen; zur Vorbeugung und Behandlung der Graft-versus-Host-Krankheit.

3. Schwere endogene Uveitis

- manifeste, nichtinfektiöse Uveitis intermedia oder posterior (Entzündung der Ader­haut des Auges) mit Erblindungsgefahr, soweit die übliche Therapie nicht anspricht oder unvertretbare Nebenwirkungen auftreten.

- Behcet-Uveitis (Entzündung der Aderhaut des Auges) mit wiederholtem entzünd­lichem Befall der Netzhaut.

4. Schwerste therapieresistente Formen der Psoriasis (Schuppenflechte), insbeson­dere vom PIaque-Typ, die mit einer konventionellen systemischen Therapie nicht ausreichend behandelbar sind.

5. Steroidabhängiges und steroidresistentes nephrotisches Syndrom (Nierenerkrankungen mit ausgeprägtem Eiweißverlust und anderen Symptomen) infolge glomerulärer Krankheiten wie glomerulärer Minimalveränderungen, fokaler segmen­taler Glomerulosklerose oder membranöser Glomerulonephritis bei Erwachsenen und Kindern, bei denen Glukokortikoide oder Alkylantien entweder nicht ausrei­chend wirksam oder aufgrund ihrer Risiken nicht vertretbar sind.

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln können zur Rückbildung der Krankheitszeichen (Remissionen) und zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes verabreicht wer­den. Es kann auch zur Aufrechterhaltung von steroidinduzierten Remissionen ver­wendet werden und dadurch das Absetzen der Kortikosteroide ermöglichen.

6. Schwere aktive rheumatoide Arthritis bei Patienten, bei denen sich eine konven­tionelle Therapie einschließlich mindestens eines stark wirksamen Basistherapeutikums (z. B. Sulfasalazin, parenterale Goldverbindungen, niedrigdosiertes Methotrexat) als ungeeignet erwiesen hat.

7. Schwere therapieresistente Formen einer länger bestehenden atopischen Dermatitis, die mit einer konventionellen Therapie nicht behandelbar sind.


Gegenanzeigen

Wann dürfen Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nicht bzw. nur mit besonderer Vorsicht ein­genommen werten?

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln gar nicht bzw. nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anwen­den dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.


Gegenanzeigen bei allen Anwendungsgebieten

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ciclosporin und/oder gegen einen der Hilfsstoffe dürfen Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nicht angewendet werden. Vor­sicht ist geboten bei Patienten mit erhöhten Harnsäure-Blutspiegeln (Hyperurikämie; siehe speziellen Hinweis im Abschnitt “Schwerste Formen der Psoriasis”),


Gegenanzeigen bei anderen Anwendungsgebieten als Transplantationen

- Nierenfunktionsstörungen (Ausnahmen s. Abschnitt “Nephrotisches Syndrom”).

- Unkontrollierter Bluthochdruck. Wenn sich ein Bluthochdruck, der während der Behandlung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln entstanden ist, nicht ange­messen behandeln lässt, empfiehlt sich eine Dosissenkung oder die Beendigung der Therapie.

- Unkontrollierte Infektionskrankheiten (s. auch Hinweise im Abschnitt “Vorsichts­maßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise” sowie unter “Nebenwirkun­gen”).

- Aus der Vorgeschichte bekannte oder diagnostizierte bösartige Tumoren jeglicher Art (s. auch Hinweise im Abschnitt “Schwerste Formen der Psoriasis” sowie unter “Nebenwirkungen”).


Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien besteht auch unter Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln ein erhöhtes Risiko, lymphoproliferative (mit übermäßiger Teilung von Lymphozyten verbundene) Störungen und bösartige Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln. Zur Früherkennung sollten Patienten, die über lange Zeit mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln behandelt werden, sorgfältig überwacht werden. Sofern irgendwelche präkanzerösen oder kanzerösen (auf Krebs hindeutenden) Ver­änderungen entdeckt werden, ist die Behandlung abzubrechen.


Weitere indikationsbezogene Gegenanzeigen

Schwerste Formen der Psoriasis

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sind nicht anzuwenden bei Psoriasis-Patienten mit schwerwiegenden Lebererkrankungen, erhöhten Harnsäure- oder Kalium-Blutspiegeln sowie bei Psoriasis-Formen, die möglicherweise durch Arzneimittel hervor­gerufen oder verschlimmert werden.

Eine gleichzeitige Anwendung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln mit Psoralen und UV-A-Licht (PUVA), selektiver ultravioletter Phototherapie, Retinoiden oder immunsupprimierender Therapie darf nicht erfolgen.

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollten nicht vor Ablauf von 4 Wochen nach Been­digung einer Etretinat-Therapie Anwendung finden. Bei Patienten, die eine langjähri­ge Psoralen- und UV-A-Licht (PUVA)-Therapie erhielten (erhöhtes Hautkrebsrisiko), dürfen Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nur nach eingehender Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Übermäßige Sonnenbestrahlung


sollte vermieden werden. Bei Psoriasis-Patienten unter 18 Jahren, bei Alkoholkranken, bei erythrodermischer oder pustulöser Psoriasis und bei Psoriasis-Patienten mit vorangegangener langjähri­ger Methotrexat-Therapie sind Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nicht anzuwen­den, da hierbei keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen.


Hinweis:

Bei Hautveränderungen, die nicht absolut typisch für eine Psoriasis sind, bei denen jedoch der Verdacht auf Hautkrebs, Mycosis fungoides oder auf eine kutane Präkanzerose (z. B. Morbus Bowen) besteht, ist eine Gewebsprobe zu untersuchen (Biopsie), bevor mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln behandelt wird. Patienten mit bösartigen Hautveränderungen oder entsprechenden Vor­stadien dürfen erst nach angemessener Behandlung dieser Krankheits­zeichen und sofern keine andere Möglichkeit einer erfolgversprechen­den Therapie besteht mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln behandelt werden.


Nephrotisches Syndrom

Da Patienten mit bereits primär eingeschränkter Nierenfunktion durch Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion erfahren können, müssen diese Patienten sehr sorgfältig überwacht werden. Die Grenze für Kreatinin-Ausgangswerte, bis zu denen eine vorsichtige Behandlung mit Dosen von maximal 2,5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag durchgeführt werden kann, kann mit 200 µmol/l bei Erwachsenen und 140 µmol/l bei Kindern angesetzt werden. Patienten mit nephrotischem Syndrom sollten Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nicht erhalten, wenn ein unkontrollierter Bluthochdruck vorliegt. Ein erhöhtes Risiko in Bezug auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion besteht bei der Behandlung von älteren Patienten.


Schwere therapieresistente Formen einer länger bestehenden atopischen Dermatitis

Sämtliche Formen der atopischen Dermatitis, die mit konventioneller Therapie, ins­besondere mit topischen Kortikosteroiden, behandelbar sind, dürfen nicht mit Sand­immun Neoral 25 mg Kapseln behandelt werden. Auch bei Patienten mit atopischer Dermatitis (vgl. Abschnitt “Schwerste Formen der Psoriasis”) dürfen Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nicht gleichzeitig mit Psoralen und UV-A-Licht (PUVA) oder selektiver ultravioletter Phototherapie angewendet wer­den. Übermäßige Sonnenbestrahlung ist gleichfalls zu vermeiden. Vor Behandlungsbeginn mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollten Infektionen mit Varizellen und andere virale Infekte (z. B. Mollusken, Condylomata, multiple War­zen) abgeheilt sein.

Manifeste Herpes-simplex- und Herpes-zoster-Infekte sollten abgeheilt sein, bevor mit der Behandlung begonnen wird. Sie sind aber nicht notwendigerweise ein Grund für das Absetzen von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln, wenn sie während der Behandlung auftreten, sofern es sich um keine schwere Infektion handelt. Hautinfekte mit Staphylococcus aureus sind keine absolute Gegenanzeige für eine Behandlung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln, sollten aber mit geeigneten Antibiotika behandelt werden. Peroral verabreichtes Erythromycin, von dem bekannt ist, dass es den CicIosporin-Spiegel im Blut erhöhen kann (vgl. “Wechselwirkungen”) sollte vermieden werden. Falls keine Alternative zur Verfügung steht, wird empfoh­len, die CicIosporin-Blutspiegel und die Nierenfunktion sorgfältig zu überwachen und auf Nebenwirkungen von Ciclosporin zu achten. Bei Patienten unter 18 Jahren und bei Alkoholkranken sind Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln nicht anzuwenden, da hierbei keine ausreichenden klinischen Erfah­rungen vorliegen.


Was müssen Sie in Schwangerschaft uns Stillzeit beachten?

Ciclosporin ruft am Versuchstier keine Missbildungen hervor. Obwohl die Erfahrun­gen über die Sicherheit der Anwendung bei schwangeren Frauen begrenzt sind, gibt es keine Hinweise auf Missbildungen bei der Anwendung am Menschen. Erste Erfah­rungen bei Transplantations-Patientinnen weisen jedoch darauf hin, dass Ciclospo­rin wie andere Immunsuppressiva die Wahrscheinlichkeit für schwangerschaftsspe­zifische Komplikationen wie schwangerschaftsinduzierten Bluthochdruck (Prä­eklampsie) und eine verfrühte Geburt bei verringertem Geburtsgewicht erhöht. Sand­immun Neoral 25 mg Kapseln sollten während der Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn der positive Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Schwangere Frauen, die mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln behandelt werden, sollten sorg­fältig beobachtet werden.

Ciclosporin und Alkohol als weiterer Bestandteil der Kapsel (siehe “Zusammenset­zung”) gehen in die Muttermilch über. Daher sollten Mütter während einer Behand­lung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln ihre Kinder nicht stillen.


Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu berücksichtigen?

Aufgrund der höheren CicIosporin-Clearance bei Kindern werden unter Umständen höhere Dosen von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln benötigt, um vergleichbare Blutspiegel wie bei Erwachsenen zu erzielen (s. Abschnitt “Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung”).

Da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, sind Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln in den Indikationen schwerste Formen der Psoriasis (s. o.), schwere aktive rheumatoide Arthritis und schwere therapieresistente Formen einer länger bestehenden atopischen Dermatitis (s. o.) nicht bei Kindern anzuwenden. Auch über die Anwendung bei älteren Menschen liegen nur beschränkte Erfahrun­gen vor. Es sind aber keine besonderen Probleme nach Anwendung von Sandim­mun Neoral 25 mg Kapseln in der empfohlenen Dosierung bekannt geworden.


Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei Transplantations-Patienten, Patienten mit Uveitis und Patienten mit nephrotischem Syndrom sind die CicIosporin-Blutspiegel während der Therapie zu kontrollieren, um die Dosis ggf. anpassen zu können. Die Bestimmung erfolgt mittels spezifischem monoklonalen Antikörper. Näheres entnehmen Sie bitte dem Abschnitt “Dosie­rungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung”. Bei allen Patienten ist eine engmaschige Kontrolle der Nierenfunktion durch Bestim­mung des Serum-Kreatinins erforderlich. Die Dosis muss ggf. entsprechend angepasst werden. Näheres siehe ebenfalls unter “Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung”.

Die Leberfunktion muss ebenfalls sorgfältig überwacht werden. Der Blutdruck sollte unter der Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln regel­mäßig gemessen werden. Sofern ein Bluthochdruck festgestellt wird, sind zur Sen­kung angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Die Bestimmung des Kalium-Blutspiegels wird insbesondere bei Patienten mit aus­geprägten Nierenfunktionsstörungen empfohlen. Erniedrigte Magnesium-Blutspie­gel können gleichfalls Ausdruck (tubulärer) Nierenfunktionsstörungen sein. Die Bestim­mung des Magnesium-Blutspiegels wird insbesondere in der operationsnahen Zeit und beim Vorliegen neurologischer Auffälligkeiten empfohlen. Ggf. sollte eine zusätz­liche Gabe von Magnesium erwogen werden. Es empfiehlt sich, vor Beginn der Behandlung und nach dem 1. Behandlungsmonat die Blutfettwerte zu bestimmen. Bei Auftreten von erhöhten Blutfettwerten sollte eine Verminderung der Dosis von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln und/oder eine Ein­schränkung der Fettzufuhr mit der Nahrung in Erwägung gezogen werden. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin und bestimmten Arzneimitteln zur Sen­kung des Cholesterin-Blutspiegels (so genannten Statinen) muss die Behandlung engmaschig überwacht werden (u. a. durch Bestimmung von Abbauprodukten aus dem muskulären Stoffwechsel), um frühzeitig nachteilige Wirkungen auf die Muskeln erkennen zu können. Ggf. muss die Dosis reduziert oder Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln müssen abgesetzt werden.

Bei Patienten mit nephrotischem Syndrom empfiehlt es sich, eine Nierenbiopsie (Ent­nahme einer Gewebsprobe aus der Niere) durchzuführen, wenn die Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden soll (z. B. länger als 1 Jahr).

Patienten, die über längere Zeit mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln behandelt werden, sollten aufgrund des erhöhten Risikos, lymphoproliferative Störungen und maligne Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln, sorgfältig überwacht wer­den. Insbesondere ist die langfristige Behandlung mit einer Kombination aus ver­schiedenen hochdosierten Immunsuppressiva mit Vorsicht durchzuführen, da es hier zu schwerwiegenden lymphoproliferativen Störungen und soliden Tumoren

kommen kann mit unter Umständen tödlichem Ausgang. Aufgrund des möglicherweise erhöhten Risikos für verschiedene bakterielle, para­sitäre, virale sowie Pilzinfektionen, oft mit opportunistischen Erregern mit unter Umstän­den tödlichem Ausgang, sollten ausreichende Vorsichtsmaßnahmen und therapeu­tische Vorkehrungen getroffen werden. Insbesondere gilt dies für Patienten, die über längere Zeit mit einer Kombination aus verschiedenen hochdosierten Immunsup­pressiva behandelt werden.

Falls Anzeichen für eine Druckerhöhung im Schädelinneren auftreten, sollte eine Untersuchung des Patienten durch den Nervenfacharzt durchgeführt werden. Wir eine Druckerhöhung im Schädelinnern bestätigt, sollen Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln abgesetzt werden, da sie möglicherweise zu einer bleibenden Beeinträchtigung des Sehvermögens führen können (siehe auch Abschnitt “Nebenwirkungen”).


Alkoholwarnhinweis:

Dieses Arzneimittel enthält 12,7 Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsan­leitung - unter Annahme eines Körpergewichtes von 75 kg - werden bei jeder Ein­nahme bis zu 0,6 g Alkohol (24 Kapseln) zugeführt. Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten, Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.


Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln?

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln werden in der Regel mit anderen Immunsuppressiva kombiniert. Sie sollten jedoch nicht zusammen mit anderen CaIcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus gegeben werden.

Es muss bei einer Kombination mit anderen Immunsuppressiva berücksichtigt wer­den, dass übermäßige Immunsuppression die Empfindlichkeit gegenüber Infektio­nen erhöhen und möglicherweise die Bildung von malignen Lymphomen (bösarti­gen Tumoren des Lymphsystems, vorwiegend Non-Hodgkin-Lymphome und Retikulumzellsarkom) verursachen kann. Bei Psoriasis-Patienten. die nach einer kon­ventionellen Therapie mit Ciclosporin behandelt wurden, ist über die Entstehung bös­artiger Tumoren, insbesondere der Haut, berichtet worden.

Bei Kombination mit den Kortikosteroiden Methylprednisolon, Prednison und Prednisolon wurde außer einer gegenseitigen Beeinflussung des Metabolismus (s. nach­folgende Absätze) eine erhöhte Neigung zu zerebralen Krampfanfällen festgestellt. Dies gilt insbesondere für hohe Kortikosteroid-Dosen.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln und ande­ren Verbindungen mit bekannter nierenschädigender Wirkung (z. B. Aminoglykoside wie beispielsweise Gentamycin und Tobramycin, Amphotericin B, Ciprofloxacin, Melphalan, Trimethoprim und Sulfamethoxazol, Vancomycin, nichtsteroidalen Antiphlogistika wie Diclofenac, Naproxen und Sulindac) ist Vorsicht geboten. Die Nie­renfunktion (insbesondere der Serum-Kreatinin-Spiegel) sollte häufig überwacht wer­den. Wenn eine signifikante Einschränkung der Nierenfunktion beobachtet wird, soll­te die Dosis des Begleitmedikamentes verringert oder eine alternative Behandlung erwogen werden.

In Einzelfällen wurde bei organtransplantierten Patienten bei gleichzeitiger Anwen­dung von fibrathaltigen Arzneimitteln (z. B. Bezafibrat, Fenofibrat) über eine erheb­liche, wenn auch reversible Einschränkung der Nierenfunktion (mit entsprechendem Anstieg des Serum-Kreatinins) berichtet. Daher ist bei diesen Patienten die Nieren­funktion sorgfältig zu überwachen. Bei einer signifikanten Einschränkung der Nie­renfunktion ist das Begleitmedikament ggf. abzusetzen.

Gleichzeitige Anwendung von Diclofenac und Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln führt zu einer signifikanten Erhöhung der Bioverfügbarkeit von Diclofenac, mit der möglichen Folge einer reversiblen Niereninsuffizienz. Dieser Anstieg der Bioverfügbarkeit von Diclofenac beruht höchst-wahrscheinlich auf einer Reduzierung sei­nes hohen First-pass-Effektes, d. h. die sonst gleich bei der ersten Leberpassage abgebaute Menge von Diclofenac wird vermindert und entsprechend mehr Wirkstoff verbleibt im Blut und gelangt an den Wirkort. Die Diclofenac-Dosis sollte entspre­chend reduziert werden.

Orlistat hemmt die Fettresorption aus der Nahrung und kann daher die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin verändern. Nach gegenwärtiger Erfahrung sind nur oral ein­zunehmende, Ciclosporin-haltige Produkte betroffen. Bei einer signifikanten Ände­rung der CicIosporin-Talspiegel oder -Bioverfügbarkeit ist Orlistat gegebenenfalls abzusetzen.

Verschiedene Substanzen erhöhen oder senken die Vollblutkonzentration von Ciclo­sporin entweder durch kompetitive Hemmung oder durch Induktion (Aktivierung) der Leberenzyme, die am Abbau und an der Ausscheidung von Ciclosporin beteiligt sind, insbesondere Cytochrom P-450.

Zu den Stoffen, die die Vollblutkonzentration von Ciclosporin erhöhen und damit dessen Wirkung verstärken können, gehören Ketoconazol und - we­niger ausgeprägt - auch Fluconazol und Itraconazol, einige Makrolid-Antibiotika wie z. B. Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin, Posinomycin und Pristinamycin, Doxycyclin, orale Kontrazeptiva, Propafenon, Methylprednisolon (hohe Dosen), Metoclopramid, Danazol, Allopurinol, Amiodaron, Cholsäure und -derivate, Protease-Inhibitoren (wie z. B. Saquinavir) sowie KaIzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Nicardipin, Verapamil. Mibefradil). Da Nifedipin Gingivahyperplasie (Zahnfleischwucherung) verur­sachen kann, sollte seine Anwendung bei Patienten unterbleiben, die unter Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln Zahnfleischwucherungen entwickeln. Zu den Stoffen, die die Vollblutkonzentration von Ciclosporin senken und damit des­sen Wirkung vermindern können, gehören Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Metamizol, Rifampicin, Nafcillin, Octreotid, Probucol, Ticlopidin, Troglitazon und intra­venös (nicht jedoch oral) verabreichtes Sulfadimidin und Trimethoprim sowie Johan­niskraut-haltige Präparate.

Wenn auf eine kombinierte Therapie mit Stoffen, die die Bioverfügbarkeit von Sand­immun Neoral 25 mg Kapseln erhöhen oder erniedrigen, nicht verzichtet werden kann, ist eine sorgfältige Überwachung des CicIosporin-Blutspiegels und entspre­chende Anpassung der Dosierung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln ange­zeigt, besonders zu Beginn und Ende der Begleitmedikation. Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln können die Ausscheidung von Digoxin, Colchicin, Prednisolon und bestimmten Arzneimitteln zur Senkung des Cholesterin-Blutspiegels (HMG-CoA-Reduktasehemmern, auch Statine genannt, z. B. Lovastatin) vermindern. Dadurch können die Toxizität (Giftigkeit) erhöht und die Nebenwirkun­gen verstärkt werden. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin und bestimm­ten Arzneimitteln zur Senkung des Cholesterin-Blutspiegels (HMG-CoA-Reduktasehemmer) wurden Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Muskelentzündung und die Auflösung quergestreifter Muskelfasern beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollte sorgfältig abgewo­gen und engmaschig überwacht werden, um frühzeitig das Auftreten dieser Neben­wirkungen erkennen zu können (siehe “Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise”).

Während der Behandlung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollten kaliumrei­che Ernährung sowie die Gabe kaliumhaltiger Arzneimittel, von ACE-Hemmern und Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten (bestimmte Medikamente zur Behandlung des nicht organbedingten Bluthochdrucks) oder sogenannter kaliumsparender Diuretika (bestimmte Medikamente, die die Harnausscheidung fördern) vermieden werden. Gegebenenfalls sollte der Kalium-Blutspiegel regelmäßig überwacht werden.

Wegen des disulfiramähnlichen Effektes (z. B. Antabus), der nach Verabreichung von N-Methyl-thiotetrazol-Cephalosporinen beobachtet wurde, ist bei gleichzeitiger Gabe von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln (alkoholhaltiges Arzneimittel) Vorsicht geboten.

Durch Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln kann die Wirksamkeit von Impfungen beein­trächtigt werden; Lebendimpfstoffe sollten nicht gegeben werden.


Beachten Sie bitte, dass diese Angaben nicht nur bei gleichzeitiger Anwendung von Bedeutung sind, sondern auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten kön­nen.


Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollen nicht gleichzeitig mit Grapefruitsaft ein­genommen werden, da Grapefruitsaft die Bioverfügbarkeit erhöht. Das Ausmaß der Blutspiegelveränderungen ist jedoch interindividuell sehr variabel und nicht vorher­sehbar. Daher ist Grapefruitsaft in Zusammenhang mit der Einnahme von Sandim­mun Neoral 25 mg Kapseln zu vermeiden. Eine kaliumreiche Ernährung sollte vermieden werden (s. o.).


Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschrif­ten, da Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sonst nicht richtig wirken können.


Die Einstellung von Patienten auf Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollte nur von Ärzten, die mit der immunsuppressiven Therapie bzw. der Behandlung von Transplantations-Patienten vertraut sind, vorgenommen werden. Zur Durchführung einer Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln muss die erforderliche Überwachung der Patienten einschließlich der vollständigen körperlichen Untersuchung, der Blut­druckmessung und der Laborwerte (siehe Abschnitte “Nebenwirkungen” sowie “Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung”) gewährleistet sein. Der für die Nachsor­ge des Patienten verantwortliche Arzt sollte umfassend informiert sein.

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln dienen vorwiegend zur Feineinstellung der Dosis, die aufgrund des Körpergewichtes des Patienten erforderlich, jedoch mit Sandim­mun Neoral 50 mg Kapseln oder Sandimmun Neoral 100 mg Kapseln allein nicht rea­lisierbar ist. Außerdem sind Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zur niedrig dosierten Behandlung Erwachsener und zur Behandlung von Kindern besonders geeignet. Sobald eine höhere Tagesdosis als 2 x 3 Kapseln erforderlich ist. empfiehlt sich der Übergang auf Sandimmun Neoral 100 mg Kapseln oder Sandimmun Neoral Lösung (nur für die Indikationen 1 - 5).


Ergänzende Hinweise für Patienten, die von Sandimmun auf Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln umgestellt werden:

Transplantations-lndikationen

Bei Transplantations-Patienten erfolgt die Umstellung grundsätzlich im Dosisver­hältnis 1:1, woraus in der Regel vergleichbare Minimalblutspiegel resultieren. In eini­gen Fällen kann es jedoch zu einem klinisch relevanten Anstieg der Bioverfügbarkeit von Ciclosporin kommen. Aus diesem Grund müssen die Minimalblutspiegel grundsätzlich innerhalb von 4 - 7 Tagen nach der Umstellung kontrolliert werden; ggf. ist die Dosierung entsprechend anzupassen. Zusätzlich sollten - zumindest während der ersten beiden Monate nach Umstellung - klinische Sicherheitsparame­ter wie Serum-Kreatinin und Blutdruck überwacht werden.


Andere Anwendungsgebiete als Transplantationen

In den Anwendungsgebieten “schwere endogene Uveitis” und “nephrotisches Syndrom” erfolgt die Umstellung unter Blutspiegelkontrolle ebenfalls im Verhältnis 1:1, woraus in der Regel vergleichbare Minimalblutspiegel resultieren. In einigen Fällen kann es jedoch zu einem klinisch relevanten Anstieg der Bioverfügbarkeit von Ciclo­sporin kommen. Die in diesen Indikationen vorgeschriebenen Blutspiegelkontrollen (siehe Dosierungsrichtlinien) müssen innerhalb von 4-7 Tagen nach Umstellung durchgeführt werden; ggf. ist die Dosierung entsprechend anzupassen. Auf eine etwaige Zunahme unerwünschter Wirkungen ist sorgfältig zu achten. Zusätzlich soll­ten ebenfalls zumindest während der ersten beiden Monate nach Umstellung klini­sche Sicherheitsparameter wie Serum-Kreatinin und Blutdruck überwacht werden. Im Anwendungsgebiet “schwere rheumatoide Arthritis” wird ebenfalls eine Umstel­lung im Dosisverhältnis 1:1 empfohlen, um eine mögliche Verschlechterung des Krankheitsbildes nach der Umstellung auszuschließen. Aufgrund der im Durchschnitt erhöhten Bioverfügbarkeit von Ciclosporin aus Sand­immun Neoral 25 mg Kapseln kann es in den ersten Wochen nach Umstellung zu einem vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen kommen. Hierauf ist sorgfäl­tig zu achten und ggf. die Dosierung entsprechend anzupassen. 2, 4 und 8 Wochen nach der Umstellung sind Blutdruck- und Kreatinin-Spiegel-Kontrollen durchzuführen. Alle weiteren Maßnahmen entsprechen den in der Dosierungsanleitung beschriebenen Empfehlungen. In den Anwendungsgebieten “schwerste Formen der Psoriasis” und “schwe­re therapieresistente Formen der atopischen Dermatitis” sollte bei der Umstellung ebenso wie bei einer Neueinstellung verfahren werden, wie sie in den folgenden Abschnitten beschrieben ist: Zunächst wird eine Tagesdosis von 2,5 mg/kg Körpergewicht, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, verabreicht und der Patient dann in der unten beschriebenen Weise auf die niedrigste wirksame Dosis eingestellt. Aufgrund der im Durchschnitt erhöhten Bioverfügbarkeit von Ciclosporin aus Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln kann es in den ersten Wochen nach der Umstellung zu einem vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen kommen. Hier­auf ist sorgfältig zu achten und ggf. die Dosierung entsprechend anzupassen. In den beiden letztgenannten Anwendungsgebieten sind 2, 4 und 8 Wochen nach der Umstellung Blutdruck- und Kreatinin-Spiegel-Kontrollen durchzuführen. Alle wei­teren Maßnahmen entsprechen den in der Dosierungsanleitung beschriebenen Emp­fehlungen. Die Tagesdosis sollte immer auf 2 Einzelgaben verteilt werden.


In welcher Dosierung sollten Sie Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln einnehmen? Wie lange sollten Sie Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln anwenden?

1. Organtransplantationen

Die Anfangsdosierung von 10 -14 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht wird in 2 Einzeldosen innerhalb von 12 Stunden vor der Transplantation gegeben. Die Anfangsdosierung sollte für 1 - 2 Wochen nach der Operation beibehalten werden. Danach wird unter Blutspiegelkontrolle (vgl. Abschnitt “Nebenwirkungen”) die Dosierung schrittweise vermindert, bis eine Erhaltungsdosis von 2 - 6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich erreicht ist.

Der Minimalblutspiegel vor der nächsten Anwendung (“trough blood level”) liegt zwischen 100 und 400 ng Ciclosporin/ml (gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper).

Bei Nierentransplantations-Patienten hat sich gezeigt, dass Dosen am unteren Ende des genannten Bereichs, d. h. unter 3-4 mg/kg Körpergewicht pro Tag, und entsprechend niedrige Blutspiegel unter 100 ng/ml zu einem erhöhten Risiko von Abstoßungsreaktionen führen.

Einige Patienten kommen schon einen Monat nach der Transplantation mit weni­ger als 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht am Tage aus, wenn Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zusammen mit Kortikosteroiden gegeben werden. Die Tagesdosis wird auf 2 Einzelgaben verteilt.


2a. Knochenmark-Transplantationen

Zur Einleitung der Behandlung wird die erste Dosis von 12,5 - 15 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht auf 2 Einzeldosen verteilt am Tage vor der Transplantation verabreicht. Die gleiche Tagesdosis wird nach der Operation etwa 5 Tage lang gegeben. Danach wird die Behand­lung mit 12,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich mindestens 3 - 6 Monate, vorzugsweise 6 Monate lang, fortgesetzt, bevor die Dosis schrittweise gesenkt und schließlich Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln abgesetzt werden können. Dieser Vorgang kann bis zu einem Jahr dauern.

Eine nach dem Absetzen von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln etwa auftreten­de Graft-versus-Host-Krankheit kann erneut mit Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln behandelt werden, eine milde chronische Graft-versus-Host-Krankheit mit niedrigen Dosen.

Die Tagesdosis wird auf 2 Einzelgaben verteilt.


2b. Behandlung einer bestehenden Graft-versus-Host-Krankheit

Falls die Behandlung von Anfang an mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln durch­geführt wird, beträgt die Tagesdosis 12,5 - 15 mg Ciclosporin pro kg Körperge­wicht. Die Anfangsdosierung sollte 50 Tage lang fortgeführt und dann in wöchent­lichen Abständen um je 5 % gesenkt werden, bis eine Tagesdosis von 2 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht erreicht ist. Dann kann das Arzneimittel abgesetzt werden.


Zu 1. und 2.

Wird bei vorübergehenden gastrointestinalen Beschwerden, in deren Verlauf die Auf­nahme von Ciclosporin beeinträchtigt ist, ersatzweise auf die intravenöse Infusion von Sandimmun Infusionslösungskonzentrat zurückgegriffen, ist ein Drittel der zuvor eingenommenen oralen CicIosporin-Tagesdosis in einmaliger Gabe intravenös zu verabreichen.

Bei Kleinkindern liegen bisher wenig Erfahrungen mit Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln vor. Kinder ab einem Jahr haben Ciclosporin in der üblichen Dosierung erhal­ten, ohne dass besondere Probleme aufgetreten wären. In verschiedenen Studien haben Kinder höhere Dosen pro kg Körpergewicht benötigt und vertragen als Erwach­sene. Aufgrund der höheren CicIosporin-Clearance bei Kindern werden unter Umstän­den höhere Dosen von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln benötigt, um vergleich­bare Blutspiegel wie bei Erwachsenen zu erzielen. Einige Krankheitsbilder (z. B. Lebertransplantation mit Roux-Y-Schlinge, zystische Fibrose, Short-bowel-Syndrom) gehen zusätzlich mit einer Malabsorption von Sandimmun einher. Die Umstellung von Sandimmun auf Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln kann bei diesen Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der CicIosporin-Resorption führen. Die Hinweise zur Umstellung (s. o.) müssen in diesen Fällen besonders sorgfältig beachtet wer­den.

Eine bestimmte Begrenzung der Anwendungsdauer ist im Bereich der Transplanta­tionen nicht vorgesehen.


3. Schwere endogene Uveitis

Nur Ärzte mit Erfahrung in immunsuppressiver Therapie sollten Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln unter augenärztlicher Kontrolle und unter ständiger Kontrolle des CicIosporin-Blutspiegels einsetzen. Da Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln die Nie­renfunktion beeinträchtigen können, sollten nur Patienten mit intakter Nierenfunk­tion damit behandelt werden. Die Nierenfunktion ist häufig zu kontrollieren. Der Serum-Kreatinin-Spiegel sollte nach wiederholter Messung nicht mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigen, auch wenn er sich noch im Normbereich befin­det. Anderenfalls muss die Dosis von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln um 25 - 50 % gesenkt werden. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Bis ausreichende Erfahrungen vorliegen, werden zu Beginn 5 - 10 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht verteilt auf 2 Einzeldosen täglich eingenommen, bis eine Rückbildung der manifesten Uveitis und Besserung der Sehkraft eintritt. Zur Einleitung einer raschen Rückbildung oder im akuten Stadium kann zusätzlich eine systemische Kortikosteroid-Behandlung mit 0,2 - 0,6 mg Prednison pro kg Körpergewicht täglich oder gleichwirksame Dosen anderer Kortikosteroide erwo­gen werden, wenn Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln allein nicht ausreichen. Zur Weiterbehandlung sollte die Dosis langsam auf die niedrigste noch wirksame Dosis gesenkt werden.

Bei Kleinkindern liegen keine und bei Kindern über 5 Jahren nur vereinzelte Erfah­rungen vor.

Die erwünschten Vollblutkonzentrationen von Ciclosporin liegen zwischen 100 und 150 ng/ml (gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper). Die Behandlungsdauer liegt zwischen 3 und 16 Monaten.


4. Schwerste Formen der Psoriasis

Da Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln die Nierenfunktion beeinträchtigen können, ist vor Behandlungsbeginn mit mindestens 2 Messungen der Ausgangswert des Serum-Kreatinin-Spiegels zu bestimmen. Anschließend sind die Serum-Kreatinin-Spiegel in den ersten 3 Behandlungsmonaten in zweiwöchentlichen Intervallen zu kontrollieren. Bei stabilen Serum-Kreatinin-Spiegeln und einer Dosierung von 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich sind die Werte danach in zweimo­natlichen Abständen, bei höheren Dosen in monatlichen Abständen zu kontrollie­ren. Die Dosis muss um 25 - 50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Wenn die Dosis­senkung innerhalb eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sand­immun Neoral 25 mg Kapseln zu beenden. Vor Behandlungsbeginn und in den ersten 3 Behandlungsmonaten sind die Hamsäurespiegel zu kontrollieren.

Leberenzym- und Bilirubin-Werte dürfen nur maximal doppelt so hoch wie die Norm sein.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung werden 2,5 mg Ciclosporin pro kg Kör­pergewicht täglich, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, verabreicht. Tritt nach 1 Monat keine Besserung des Hautbefundes ein, kann die Tagesdosis in Schritten zu 1 mg Ciclo­sporin pro kg Körpergewicht bis auf maximal 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich angehoben werden. Zur Weiterbehandlung sollte der Patient auf die niedrig­ste noch wirksame Dosis eingestellt werden.

Die Dosierung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln darf 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich nicht überschreiten. Bei Patienten, bei denen nach 6 Wochen mit 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich keine ausreichende Besserung des Krankheitsbildes erzielt werden kann oder bei denen die wirksa­me Dosis nicht mit den oben genannten Hinweisen vereinbar ist, ist die Behand­lung zu beenden.

Anfangsdosen von 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich aufgeteilt in 2 Einzeldosen sind bei Patienten gerechtfertigt, deren Zustand eine besonders rasche Besserung erfordert.

Die Anwendungsdauer von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln beträgt üblicher­weise 12 Wochen. Ausreichende Erfahrungen aus kontrollierten klinischen Studien mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln liegen über einen Zeitraum von bis zu 24 Wochen vor. Über eine noch längere Anwendung liegen bisher noch keine aus­reichenden Erfahrungen vor. Eine Beendigung der Therapie empfiehlt sich, wenn sich ein Bluthochdruck, der während der Therapie mit San­dimmun Neoral 25 mg Kapseln entstanden ist, nicht angemessen behan­deln lässt.


5. Nephrotisches Syndrom

Die Dosis ist unter Berücksichtigung der Wirksamkeit (Proteinurie) und der Therapiesicherheit (hauptsächlich Serum-Kreatinin-Spiegel) indi­viduell einzustellen. Sie sollte aber 5 mg Ciclosporin pro kg Körperge­wicht täglich bei Erwachsenen und 6 mg Ciclosporin pro kg Körper­gewicht täglich bei Kindern nicht überschreiten. Zur Einleitung einer raschen Rückbildung des nephrotischen Syndroms werden 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich für Erwachsene und 6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich für Kinder, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, verabreicht, sofern die Nierenfunktion normal ist. Bei Patienten mit eingeschränk­ter Nierenfunktion in noch zulässigem Ausmaß (Achtung: Serum-Kreatinin-Spiegel über 200 µmol/l bei Erwachsenen und 140 µmol/l bei Kindern sind Kontraindika­tionen) sollte die anfängliche Dosis 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täg­lich nicht überschreiten. Die Patienten müssen sehr sorgfältig überwacht werden. Zur Weiterbehandlung sollte die Dosis langsam auf die niedrigste noch wirksame Dosis gesenkt werden.

Die erwünschten Vollblutkonzentrationen von Ciclosporin liegen zwischen 60 und 160 ng/ml (gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper). Die Einhaltung dieses Bereiches sollte anfangs möglichst täglich, später alle 2 Wochen, kontrol­liert werden.

Da Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln die Nierenfunktion beeinträchtigen können, sind in den ersten 3 Behandlungsmonaten die Serum-Kreatinin-Spiegel regelmäßig zu kontrollieren (bei normaler Nierenfunktion alle 2 Wochen, bei eingeschränkter Nierenfunktion einmal wöchentlich).

Bei stabilen Kreatinin-Spiegeln sind die Werte danach in zweimonatigen Abstän­den zu überprüfen. Die Dosis muss um 25 - 50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Wenn die Dosissenkung innerhalb eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zu beenden. Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen ist die anfängliche Dosis von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln um 25 - 50 % zu senken. Die Kombination von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln mit niederen Dosen ora­ler Kortikosteroide ist empfehlenswert, wenn die Wirkung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln allein nicht ausreicht, insbesondere bei Patienten mit einem steroidresistenten nephrotischen Syndrom.

Wenn nach dreimonatiger Behandlung eine Wirkung auf die Symptomatik des nephrotischen Syndroms ausbleibt, ist die Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zu beenden.


6. Schwere rheumatoide Arthritis

Da Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln die Nierenfunktion beeinträchtigen können, ist vor Behandlungsbeginn mit mindestens 2 Messungen der Ausgangswert des Serum-Kreatinin-Spiegels zu bestimmen. Anschließend sind die Serum-Kreatinin-Spiegel für einen Monat wöchentlich, danach in zweiwöchentlichen Intervallen für 3 Monate zu kontrollieren. Bei stabilen Serum-Kreatinin-Spiegeln sind die Werte danach in monatlichen Abständen zu kontrollieren. Häufigere Kontrollen sind erfor­derlich, wenn die Dosis von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln erhöht wird oder gleichzeitig mit einem nichtsteroidalen Antiphlogistikum behandelt wird oder wenn dessen Dosis erhöht wird. Die Dosis muss um 25 - 50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert wer­den. Wenn die Dosissenkung innerhalb eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zu beenden.

Bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis sollten zur Sicherheit des Patien­ten weitere Kontrollen in mindestens folgendem Zeitrahmen durchgeführt werden:

- Hämatologisches Profil (rotes Blutbild, Leukozyten- und Thrombozytenzahl): Primär und anschließend alle 4 Wochen

- Leberwerte: Primär und anschließend alle 4 Wochen

- Urinstatus: Primär und anschließend alle 4 Wochen

- Blutdruckmessung: Primär und anschließend alle 2 Wochen für 3 Monate, danach alle 4 Wochen

- Kalium, Lipide: Primär und anschließend alle 4 Wochen


Für die ersten 6 Behandlungswochen beträgt die empfohlene Dosis 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 2 Einzelgaben. Es ist zu beachten, dass eine genaue Einstellung dieser Anfangsdosierung bei Patienten mit weniger als 80 kg Körpergewicht mit Sandimmun Neoral 100 mg Kapseln nicht möglich ist. Für diese Patienten sind Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln oder Sand­immun Neoral 50 mg Kapseln zu verwenden. Sollte es aus Gründen der Verträg­lichkeit erforderlich sein, kann die Dosis auch auf unter 2,5 mg pro kg Körperge­wicht pro Tag gesenkt werden. Anschließend kann die Tagesdosis entsprechend der Verträglichkeit schrittweise angehoben werden, wenn keine befriedigende Wir­kung eingetreten ist. Die Tagesdosis sollte aber 4 mg Ciclosporin pro kg Körper­gewicht pro Tag in der Regel nicht überschreiten. In begründeten Einzelfällen kann die Dosis bis 5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag gesteigert werden. Wenn die Dosis bereits früher gesteigert wird, kann die Wirkung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln noch nicht voll abgeschätzt werden und es besteht die Gefahr einer Überdosierung.

Zur Erhaltungstherapie sollte die Dosierung individuell auf die niedrigste wirksa­me Dosis eingestellt werden.

Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln können in Kombination mit niedrig dosierten Kortikosteroiden und/oder nichtsteroidalen Entzündungshemmern verabreicht wer­den (s. hierzu auch Hinweise unter “Wechselwirkungen”).

Erfahrungen aus klinischen Studien mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln liegen über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten vor. Über eine noch längere Anwen­dung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln liegen bisher noch keine ausrei­chenden Erfahrungen vor. Tritt nach 3 Behandlungsmonaten noch keine erkenn­bare Wirkung ein, sind Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln abzusetzen.


7. Schwere therapieresistente Formen der atopischen Dermatitis

Da Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln die Nierenfunktion beeinträchtigen können, ist vor Behandlungsbeginn mit mindestens 2 Messungen der Ausgangswert des Serum-Kreatinin-Spiegels zu bestimmen. Anschließend sind die Serum-Kreatinin-Spiegel in zweiwöchigen Abständen zu kontrollieren. Die Dosis muss um 25 - 50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um min­destens 50 % reduziert werden. Wenn die Dosissenkung innerhalb eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zu beenden.

Vor Behandlungsbeginn und während der Behandlung sind die Harnsäurespie­gel zu kontrollieren.

Leberenzym- und Bilirubin-Werte dürfen nur maximal doppelt so hoch wie die Norm sein.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung werden 2,5 mg Ciclosporin pro kg Kör­pergewicht täglich, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, verabreicht. Tritt nach 2 Wochen keine zufrieden stellende Besserung ein, kann die Tagesdosis bis auf maximal 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht angehoben werden. Bei Patienten, die Einzelfälle mit außerordentlich schweren akuten Krankheitszuständen darstellen, kann eine Anfangsdosis von 5 mg/kg Körpergewicht/Tag ange­bracht sein, um die Erkrankung schneller unter Kontrolle zu bringen. Wenn eine zufrieden stellende Besserung eingetreten ist, sollte die Dosis schrittweise reduziert und, wenn möglich, Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln abgesetzt werden. Bei Patienten, bei denen nach sechswöchiger Behandlung mit Ciclosporin keine ausreichende Besserung des Krankheitsbildes erzielt werden kann oder bei denen die wirksame Dosis nicht mit den oben genannten Hinweisen vereinbar ist, ist die Behandlung zu beenden.

Im Allgemeinen reicht eine Behandlungsdauer von 6 - 8 Wochen für eine Remis­sion aus. Erste klinische Erfahrungen an relativ wenigen ausgewählten Patienten, die gut auf Ciclosporin ansprachen und keine schwerwiegenden Verträglichkeitsprobleme aufwiesen, zeigen, dass unter exakter Einhaltung der o. g. Richtlinien der Therapieüberwachung (Serum-Kreatinin-Spiegel, Bluthochdruck u. a.) und bei Gabe einer durchschnittlichen CicIosporin-Dosis von 2,2 mg/kg Körpergewicht/Tag die Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln bei einer längeren Anwen­dung bis zu einem Jahr wirksam und hinreichend verträglich sein kann.


Wie sollten Sie Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln anwenden?

Die Kapseln sind mit Flüssigkeit unzerkaut zu schlucken. Sie sollen der Durch­drückpackung erst unmittelbar vor dem Einnehmen entnommen werden.


Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln in zu großen Mengen eingenom­men wurden (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?

Mit Überdosierungen liegen wenig Erfahrungen vor. Nach oral eingenommenen Dosen von bis zu 10 g (ca. 150 mg/kg Körpergewicht) wurden Erbrechen, Somnolenz, Kopf­schmerzen, gesteigerte Herzfrequenz und, bei einigen Patienten, eine mittelschwere reversible Niereninsuffizienz beobachtet. Es wurde jedoch über schwere Vergiftungssymptome nach versehentlicher parenteraler Überdosierung bei Frühgeborenen berich­tet.

Im Falle einer Überdosierung sind eine Behandlung der aufgetretenen Symptome und allgemein unterstützende Maßnahmen angezeigt. Innerhalb der ersten Stunden nach Einnahme sollte beim Patienten Erbrechen ausgelöst werden. Auch eine Magenspülung kann von Nutzen sein. Es ist zu erwarten, dass etwaige Anzeichen von Nierenschädigungen (Nephrotoxizität) nach Absetzen des Arzneimittels abklin­gen. Ciclosporin ist nicht in nennenswertem Ausmaß dialysierbar oder durch Aktivkohle-Haemoperfusion zu eliminieren.


Was müssen Sie beachten, wenn Sie zu wenig Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln einge­nommen oder eine Einnahme vergessen haben?

Die vergessene Dosis wird nicht nachgeholt und die folgende Dosis nicht erhöht. Nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit ein.


Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Bei Absetzen des Arzneimittels besteht ein sehr großes Risiko der Transplantat-Abstoßung. Bei den anderen Anwendungsgebieten (außerhalb der Transplantation) muss mit einer Verschlimmerung bzw. einem Wiedereinsetzen der Beschwerden gerechnet werden. Wenn Sie Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln absetzen möchten, halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt.


Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln auftreten?

Die Nebenwirkungen der Therapie sind im Allgemeinen dosisabhängig und spre­chen auf eine Dosisreduktion an. In den verschiedenen Indikationen ist das Gesamt­bild der Nebenwirkungen im Wesentlichen dasselbe; es gibt jedoch Unterschiede in der Häufigkeit und dem Schweregrad. Da bei Transplantations-Patienten höhere Initialdosen und eine Dauertherapie erforderlich sind, treten Nebenwirkungen dort üblicherweise häufiger und stärker ausgeprägt auf als bei Patienten, die wegen ande­rer Indikationen behandelt werden.


Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme zur Therapieüberwachung bei Transplantations­patienten sowie bei Patienten mit Uveitis und nephrotischem Syndrom stellt die Bestim­mung der CicIosporin-Konzentration im Vollblut dar, gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper (siehe “Dosierungsanleitung Organtransplantationen”).


Niere

Häufig: Nierenfunktionsstörungen (siehe Abschnitt “Gegenanzeigen”).

Als häufigste und möglicherweise schwerwiegendste Komplikation kann es in den ersten Wochen einer Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln zu erhöhten Serumspiegeln von Kreatinin und Harnstoff kommen. Diese Befunde beruhen auf funktionellen Veränderungen der Niere, sind dosisabhängig und reversibel und spre­chen üblicherweise auf eine Dosisreduktion an. Eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion ist wegen der Gefahr einer Niereninsuffizienz erforderlich. Unter Langzeittherapie kann sich bei einigen Patienten eine Nierenschädigung mit Strukturveränderungen (z. B. eine interstitielle Fibrose) ent­wickeln, welche bei Patienten mit einer Nierentransplantation von Verän­derungen infolge chronischer Abstoßung zu unterscheiden ist. Bei einigen Patienten mit nephrotischem Syndrom kann es schwierig sein, eine durch Ciclosporin ausgelöste Nierenfunktionsstörung zu entdecken, wenn sie nämlich durch eine gleichzeitig eintretende Besserung des vor­liegenden Krankheitsbildes maskiert wird. Dies erklärt, weshalb in selte­nen Fällen Ciclosporin-assoziierte Strukturveränderungen in den Nieren ohne Anstieg der Serum-Kreatinin-Spiegel beobachtet wurden. Es emp­fiehlt sich daher, eine Nierenbiopsie (Entnahme einer Gewebsprobe aus der Niere) durchzuführen, wenn zur Behandlung des nephrotischen Syndroms die Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden soll (z. B. länger als 1 Jahr).


Herz-Kreislauf-System

Häufig: Bluthochdruck.

Der Blutdruck sollte deswegen unter der Therapie mit Sandimmun Neoral 25 mg Kap­seln regelmäßig gemessen werden. Zur Senkung des Bluthochdrucks sind ange­messene Maßnahmen einzuleiten.

Selten: Ischämische Herzkrankheit


Nervensystem und Sinnesorgane

Häufig: Zittern (Tremor), Müdigkeit, Kopfschmerzen, Empfindungsstörungen (Parästhesien), insbesondere ein Brennen in Händen und Füßen (im Allgemeinen in der ersten Behandlungswoche).

Gelegentlich: Krampfanfälle (Konvulsionen)

Selten: Störung der die quergestreifte Muskulatur steuernden Nerven (motorische Polyneuropathie), Enzephalopathie, die sich in unterschiedlicher Ausprägung äußern kann: Verwirrtheitszustände, Bewusstseinsstörungen, manchmal bis zum Koma, Seh- und Hörstörungen, Bewegungsstörungen, Rindenblindheit, Taubheit, Lähmungen (Paresen: Hemiplegie, Tetraplegie), Koordinationsstörungen (Ataxie), Agitiertheit, Schlafstörungen.

In Einzelfällen: Schwellung des Sehnervenflecks (Papillenödem) mit möglicher Ver­schlechterung des Sehvermögens auch als Folge einer Druckerhöhung im Schädelinne­ren (siehe auch Abschnitt “Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise”).


Leber und Gastrointestinaltrakt

Häufig: Zahnfleischentzündung und -wucherung (Gingivitis hypertrophicans), Magen-Darm-Beschwerden, z. B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Entzün­dung der Magen- und Darmschleimhaut (Gastritis, Gastroenteritis).

Gelegentlich: Magengeschwüre

Selten: Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

In Einzelfällen: Entzündung des Dickdarms (Kolitis)


Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln können zum Anstieg von Bilirubin und Leberen­zymen im Serum führen; diese Veränderungen scheinen dosisabhängig und rever­sibel zu sein.

Gegebenenfalls ist die Dosierung zu reduzieren. Eine sorgfältige Überwachung der Leberfunktion ist wegen der Gefahr einer Leberinsuffizienz erforderlich.


Stoffwechsel/Veränderungen von Laborwerten (s. a. unter “Niere” und “Leber”)

Häufig: Leichte, umkehrbare Erhöhung der Blutfettwerte, speziell in Kombination mit Kortikosteroiden.

Es empfiehlt sich deshalb, vor Beginn der Behandlung und nach dem 1. Behand­lungsmonat die Blutfettwerte zu bestimmen. Bei Auftreten von erhöhten Blutfettwer­ten sollte eine Verminderung der Dosis von Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln und/oder eine Einschränkung der Fettzufuhr mit der Nahrung in Erwägung gezogen werden.

Gelegentlich: Gewichtszunahme, erhöhte Blutzucker-Spiegel (Hyperglykämie), erhöh­te Harnsäure-Blutspiegel (Hyperurikämie), Gicht, erhöhter Kalium-Blutspiegel (Hyperkaliämie) oder Verschlechterung eines bereits bestehenden erhöhten Kalium-Blut­spiegels, erniedrigter Magnesium-Blutspiegel (Hypomagnesiämie). Die Bestimmung des Kalium-Blutspiegels wird insbesondere bei Patienten mit aus­geprägten Nierenfunktionsstörungen empfohlen. Erniedrigte Magnesium-Blutspie­gel können gleichfalls Ausdruck (tubulärer) Nierenfunktionsstörungen sein. Die Bestim­mung des Magnesium-Blutspiegels wird insbesondere in der operationsnahen Zeit und beim Vorliegen neurologischer Auffälligkeiten empfohlen. Ggf. sollte eine zusätz­liche Gabe von Magnesium erwogen werden.


Haut

Häufig: Verstärkte Körperbehaarung (Hypertrichose).

Gelegentlich: Akne, Hautausschlag oder allergische Hauterscheinungen.

Selten: Hautrötung, Juckreiz.


Muskulatur

Selten: Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Muskelschwäche (Myopathie).


Blutbildendes System

Gelegentlich: Blutarmut (Anämie).

Selten: Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie).

Sehr selten: Schädigung von kleinen Blutgefäßen und Blutkörperchen (mikroangiopathische hämolytische Anämie) mit Nierenversagen, hämolytisch-urämisches Syndrom.


Immunsystem

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien besteht auch unter Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln ein erhöhtes Risiko, lymphoproliferative Störungen und malig­ne Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln. Die Häufigkeit scheint eher von Ausmaß und Dauer der Immunsuppression abzuhängen als von der Anwendung bestimmter immunsuppressiver Substanzen. Daher sollten Patienten, die über län­gere Zeit mit Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln behandelt werden, sorgfältig über­wacht werden.

Insbesondere ist die langfristige Behandlung mit einer Kombination aus verschie­denen hochdosierten Immunsuppressiva mit Vorsicht durchzuführen, da es hier zu schwerwiegenden lymphoproliferativen Störungen und soliden Tumoren kommen kann mit unter Umständen tödlichem Ausgang. Bei einigen mit Ciclosporin behandelten Psoriasis-Patienten traten benigne lympho­proliferative Störungen sowie B- und T-Zell-Lymphome (bösartige Tumoren des Lymphsystems) auf, die bei sofortigem Absetzen des Mittels verschwanden. Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien kann bei der Behandlung mit Sand­immun Neoral 25 mg Kapseln das Risiko für verschiedene bakterielle, parasitäre, virale sowie Pilzinfektionen, oft mit opportunistischen Erregern, erhöht sein. Da sol­che Infektionen unter Umständen einen tödlichen Ausgang haben können, sollten ausreichende Vorsichtsmaßnahmen und therapeutische Vorkehrungen getroffen wer­den. Insbesondere gilt dies für Patienten, die über längere Zeit mit einer Kombinati­on aus verschiedenen hoch dosierten Immunsuppressiva behandelt werden.


Sonstiges

Gelegentlich; Schwellungen (Ödeme), Menstruationsstörungen (z. B. Dysmenorrhö oder Amenorrhö).

Selten: Überwärmung (Hyperthermie), Vergrößerung der männlichen Brust (Gynäkomastie), Hitzewallungen.


Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.


Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf dem Blister und auf der Falt­schachtel aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!


Sandimmun Neoral 25 mg Kapseln sollen nicht über 25 °C aufbewahrt werden.


Stand der Information

September 2003


Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren!


Druckfreigabe: 04.2004 S717-718/012003