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Solutio Kalii Permanganici 1% Sr / Kaliumpermanganat-Lösung 1% Sr

Document: 30.08.2010   Fachinformation (deutsch) change

Kaliumpermanganatlösung 1% SR / Solutio Kalii permanganici 1% SR / PKH GmbH Halle /Zul.-Nr. 3003717.00.00 Änderungsanzeige 2010/08/30



Fachinformation (Zusammenfassung der Produkteigenschaften/SPC)


1. Bezeichnung des Arzneimittels


Solutio Kalii permanganici 1% SR

Kaliumpermangantlösung 1% SR


Wirkstoff: Kaliumpermanganat


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


100 g Lösungskonzentrat enthalten: Kaliumpermanganat 1,0 g.


Sonstige Bestandteile siehe unter Pkt. 6.1.


3. Darreichungsform


Lösungskonzentrat zur Anwendung auf der Haut nach Verdünnen mit Wasser.

Stark violett gefärbte Lösung.


4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete


Zur Keimminderung auf der Haut. Zum Bereiten von Bädern, Spülungen und Umschlägen.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Nach Verdünnen mit Wasser zur Anwendung auf der Haut, zu Spülungen, zum Bereiten von Umschlägen und Bädern.


Als verdünnte (schwach violett gefärbte) Lösung anwenden.


Zum Herstellen einer 0,001-prozentigen Lösung werden verdünnt:


Mit der verdünnten Lösung sollten 2 – 3-mal täglich Spülungen, Umschläge, Bäder für jeweils maximal 30 min gemacht werden.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem klinischen Krankheitsverlauf. Im Rahmen der Selbstmedikation sollte die Kaliumpermanganatlösung nicht länger als 14 Tage angewendet werden.


4.3 Gegenanzeigen


Kaliumpermangant-Lösungen sollen bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Kaliumpermanganat nicht angewendet werden.


Als Methämoglobinbildner kann Kaliumpermanganat bei Personen mit Methämoglobin-Reduktase-Insuffizienz schwere Methämoglobinämie verursachen.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Kaliumpermanganatlösung 1% SR kann unverdünnt reizend und ätzend auf die Haut oder Schleimhaut wirken und sollte daher nur in Verdünnungen (bis zu 0,1 %) wie unter Dosierung angegeben, verwendet werden. Versehentlich aufgebrachtes Lösungskonzentrat durch Spülen mit reichlich Wasser entfernen.


Kaliumpermanganat kann die Haut, Textilien und andere Gegenstände violett färben. Eine schonende Fleckentfernung ist mit Ascorbinsäurelösungen (ca. 10prozentig) möglich.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


In Gegenwart von oxidationsempfindlichen Stoffen, Iodid, Wasserstoffperoxid u. a. kann es zur Inaktivierung der Reaktionspartner und damit zum Wirkungsverlust kommen. Kaliumpermanganat-Lösungen sollten deshalb nicht mit anderen Lösungen gemischt werden.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Kaliumpermanganat-Lösungen sollten in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen über fruchtschädigende Wirkun­gen vorliegen.

Da nicht bekannt ist, ob die Substanz in die Muttermilch übergeht, sollte eine Anwendung auch in der Stillzeit unterbleiben.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Anwendung von Kaliumpermanganat-Lösungen hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.


4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 10 %)

Häufig (≥ 1 % - < 10 %)

Gelegentlich (≥ 0,1 % - < 1 %)

Selten (≥ 0,01 % - < 0,1 %)

Sehr selten (< 0,01 % oder unbekannt)


Bei Anwendung von Lösungen mit einer Kaliumpermanganat-Konzentration ≥ 0,5% an der Haut/Schleimhaut kann es zu Reizungen bis hin zur Verätzung kommen. Dies kann einhergehen mit einer braunen Verfärbung (Braunstein).


4.9 Überdosierung


a) Symptome der Intoxikation

Kaliumpermanganat wirkt als Substanz und in konzentrierter Lösung ätzend auf Schleimhäute und irritativ auf die Haut.

Die Intoxikation von peroral aufgenommenem Kaliumpermanganat äußert sich in Schwindelgefühl. Mundhöhle und Erbrochenes sind braun gefärbt (Braunstein). Bei der Einnahme einer größeren Substanzmenge kommt es lokal zu Ödemen und Verätzungen der Schleimhaut. Durch Kaliumpermanganat (10g) kann es zu Herz- und Nierenversagen kommen.


Die Berichte von Intoxikations- und systemischen Therapiefällen zeigen, dass keine klinisch relevanten Mengen aus dem Magen-Darmtrakt resorbiert werden.


b) Therapie von Intoxikationen

Im akuten Fall ist die Gabe von rohem Ei, Milch und Brecherregung angezeigt.

Bei peroraler Aufnahme einer größeren Menge Kaliumpermanganat-Lösung sind die üblichen Maßnahmen zur Giftentfernung anzuwenden. Die Nierenfunktion ist zu überwachen.


5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Dermatologika, Antiseptikum + Desinfiziens

ATC-Code: D08AX


Die mittlere minimale Hemmkonzentration (MMK) gegenüber Hefen und Pilzen liegt im Suspensionstest (10 min) bei 300 µg/ml (Candida albicans) und bei 10 mg/ml (Penicillium notatum).

Eine 0,015%-ige Kaliumpermanganatlösung reduziert die häufigsten Keime (Staph. aureus 79%, gram-negative Stäbchen 39%, Staph. epidermidis 21%, Proteus 21% und Pseudomonas 14%) bei Ulkus cruris venosum. Die durchschnittliche Bakterien-Anzahl pro Ulkus wurde von 4,4x106auf 0,9x106reduziert.

Es zeigt sich eine Abnahme von Staph. aureus in vivo nach topischer Anwendung einer Kaliumpermanganatlösung 1:20000 bei 10 Kindern mit atopischer Dermatitis.


In-vitro zeigte sich unter Kaliumpermanganat eine Reduktion der Keimzahl um eine log-Stufe.

Ebenfalls in-vitro zeigte Kaliumpermanganat 1:12000 bakterizide Wirkung auf Enterobacteriaceae (Proteus vulgaris, Proteus mirabilis), Micrococcaceae (Staph. epidermidis) und Streptococcaceae (Enterokokken).


Die intensive Wirkung auf verschiedene Viren ist nachgewiesen worden.

Diese günstigen antimikrobiellen Eigenschaften werden durch die rasche Inaktivierung des Kaliumpermanganats durch leicht oxidierbare Stoffe (Wundbestandteile und andere Proteine) in Körperflüssigkeiten aufgewogen. Dem bei der Umsetzung entstehenden Mangandioxid kommt eine adstringierende Wirkung zu.


Wirkmechanismus

Verantwortlich für die antimikrobielle Wirkung ist die oxidative Wirkung des Kaliumpermanganats.


Resistenz

In der Literatur wurden bisher keine Berichte über Resistenzgene aus Bakterien publiziert. Somit kann die Frage nach einem Gen, das für Kaliumpermanganat kodierte, verneint werden.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Kaliumpermanganat wird bei Kontakt mit oxidierbaren Stoffen rasch zu (schwer löslichem) Braunstein umgesetzt.

Während einer topischen Therapie mit Kaliumpermanganat in einer Konzentration von 0,001% ist nicht mit einer systemischen Verfügbarkeit zu rechnen.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind substanzbedingte toxische Effekte nicht zu erwarten. Höher konzentrierte Lösungen (2-3%) wirken ätzend.


In-vitro-Untersuchungen an Bakterien und Säugerzellen ergaben keine Hinweise auf ein klinisch relevantes genotoxisches Potenzial. Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität und zur Kanzerogenität liegen nicht vor.


6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Sonstiger Bestandteil


Gereinigtes Wasser


6.2 Inkompatibilitäten


Siehe Wechselwirkungen


6.3 Dauer der Haltbarkeit


Die Dauer der Haltbarkeit von Solutio Kalii permanganici 1% SR / Kaliumpermanganat-Lösung 1% SR beträgt 3 Jahre.


Nach Anbruch 6 Monate verwendbar.


Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.


6.4 Besondere Lagerungshinweise


Stets im Originalbehältnis aufbewahren.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Flasche mit 100 g Lösungskonzentrat zum Herstellen verdünnter Lösungen


7. Pharmazeutischer Unternehmer


PKH GmbH Halle

Daniel-Vorländer-Str. 2

06120 Halle (Saale)

Tel. 0345 / 2 99 78 0 Fax 0345 / 2 99 78 19

www.apomix.de


Mitvertrieb (Bezeichnung: Kaliumpermanganatlösung 1% SR)

AMH Niemann GmbH

Daniel-Vorländer-Str. 2

06120 Halle (Saale)


8. Zulassungsnummer


Zul.-Nr. 3003717.00.00


9. Datum der Zulassung / Verlängerung der Zulassung


07.07.2006


10. Stand der Information


August 2010


11. Verkaufsabgrenzung


Apothekenpflichtig


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