iMedikament.de

alt informationen

Spondylon

alt informationen

Fachinformation


Spondylon®, 100 mg, Hartkapsel


Bezeichnung des Arzneimittels


Spondylon®, 100 mg, Hartkapsel


Qualitative und quantitative Zusam­men­setzung


Wirkstoff: Ketoprofen


Phenylpropionsäurederivat

nicht-steroidales Antiphlogistikum/

Analgetikum


1 Hartkapsel enthält 100 mg Ketoprofen.


Sonstige Bestandteile:

Enthält Lactose (siehe Abschnitt 4.4).


Die vollständige Auflistung der son­stigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1.


Darreichungsform


Hartkapsel


4. Klinische Angaben


Anwendungsgebiete


- Akute Arthritiden (einschließlich Gichtanfall)

- Chronische Arthritiden, insbeson­dere rheumatoide Arthritis (chroni­sche Poly­arthritis)

- Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und andere entzünd­lich-rheumatische Wirbelsäulenlei­den

- Reizzustände bei degenerativen Ge­lenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrosen und Spondyl­arthrosen)

- entzündliche weichteilrheumatische Erkrankungen

- schmerzhafte Schwellungen oder Ent­zündungen nach Verletzungen


Dosierung, Art und Dauer der An­wen­dung


Dosierung für Erwachsene:

Die maximale Tagesdosis beträgt 200 mg. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte vor Behandlungsbeginn mit einer Tagesdosis von 200 mg sorgfältig abgewogen werden und höhere Dosierungen werden nicht empfohlen (s. auch Abschnitt 4.4).


Der empfohlene Tagesdosisbereich liegt für Erwachsene, je nach Schwere der Erkrankung, zwischen 50 und 200 mg Ketoprofen pro Tag, verteilt auf 1-2 Einzel­gaben.


Die tägliche Dosis beträgt im Allgemeinen 1–2 Kapseln Spondylon® (entsprechend 100-200 mg Ketoprofen) aufgeteilt in 1-2 Einzelgaben.


Art und Dauer der Anwendung


Spondylon® wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit während oder nach einer Mahl­zeit eingenommen.


Über die Dauer der Anwendung entschei­det der behandelnde Arzt.


Nebenwirkungen können reduziert wer­den, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (s. Abschnitt 4.4).


Besondere Patientengruppen


Ältere Patienten:

Wegen des möglichen Nebenwir­kungsprofils (s. Abschnitt 4.4) sollten ältere Menschen besonders sorgfältig überwacht werden.


Kinder und Jugendliche:

Die Anwendung von Spondylon® bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen, da für diese Altersklasse keine ausreichenden Daten zur Sicher­heit und Wirksamkeit vorliegen.


Gegenanzeigen


Spondylon® darf nicht angewendet wer­den bei:


- bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Ketoprofen oder einen der sonstigen Bestandteile des Arz­nei­mittels;

- bekannten Reaktionen von Broncho­spasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtika­ria nach der Einnahme von Acetylsa­licylsäure oder anderen nicht-steroi­dalen Entzündungshemmern in der Vergangenheit;

- bekannten photoallergischen oder phototoxischen Reaktionen unter einer Behandlung mit Ketoprofen oder Fibra­ten;

- ungeklärten Blutbildungsstörungen;

- bestehendem peptischen Ulcus oder einer in der Anamnese aufgetretenen gastrointestinalen Blutung, Ulceration oder Perforation;

- zerebrovaskulärer Blutung oder anderen aktiven Blutungen;

- schwerer Herzinsuffizienz;

- Schwangerschaft, im letzten Drittel (s. Abschnitt 4.6).

Besondere Warnhinweise und Vor­sichts­maß­nah­men für die Anwen­dung


Gastrointestinale Sicherheit


Die Anwendung von Spondylon® in Kom­bination mit NSAR, einschließlich selek­tiver Cyclooxygenase-2-Hemmer, sollte vermieden werden.


Nebenwirkungen können reduziert wer­den, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (s. Abschnitt 4.2 und gastrointestinale und kardiovaskuläre Risiken weiter unten).


Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten kommt es unter NSAR-Therapie häufiger zu uner­wünsch­ten Wirkungen, vor allem zu gastrointesti­nalen Blutungen und Perforationen, auch mit letalem Ausgang (s. Abschnitt 4.2).


Gastrointestinale Blutungen, Ulcera und Perforationen:

Gastrointestinale Blutungen, Ulcera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warn­symptome bzw. schwerwiegende gastro­intestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.


Einige epidemiologische Hinweise legen nahe, dass Ketoprofen, im Vergleich zu anderen NSAR, möglicherweise mit einem hohen Risiko für schwerwiegende gastro­intestinale Toxizität verbunden ist, insbe­sondere bei hohen Dosen (s. auch Ab­schnitt 4.2 und 4.3).


Das Risiko gastrointestinaler Blutung, Ulceration oder Perforation ist höher mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Ulcera in der Anamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Perfo­ration (s. Abschnitt 4.3), und bei älteren Patienten. Ältere Patienten sollten die Behandlung daher mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen. Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen (s. Abschnitt 4.5), sollte eine Kombinations­therapie mit protektiven Arzneimitteln (z.B. Misoprostol oder Protonenpumpen­hemmer) in Betracht gezogen werden (s. unten und Abschnitt 4.5).


Patienten, insbesondere in höherem Alter, sollten jegliche ungewöhnlichen Symptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen) insbesondere am Anfang der Therapie melden.

Vorsicht ist angeraten, wenn die Patienten gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das Risiko für Ulcera oder Blutungen erhöhen können, wie z. B. orale Kortikosteroide, Antikoagulanzien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS (s. Abschnitt 4.5).


Wenn es bei Patienten unter Spondylon® zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulce­ra kommt, ist die Behandlung abzusetzen.


NSAR sollten bei Patienten mit einer ga­strointestinalen Erkrankung in der Anam­nese (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) mit Vorsicht angewendet werden, da sich ihr Zustand verschlechtern kann (s. Abschnitt 4.8).


Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Wirkungen


Eine angemessene Überwachung und Be­ratung von Patienten mit Hypertonie und/

oder leichter bis mittelschwerer dekom­pensierter Herzinsuffizienz in der Anam­nese sind erforderlich, da Flüssigkeits­einlagerungen und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Therapie berichtet wurden.


Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung von manchen NSAR (insbesondere bei einer hohen Dosis und bei Langzeit­behandlung) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall) verbunden ist. Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um ein solches Risiko für Ketoprofen auszuschließen.


Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, beste­hender ischämischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Erkrankung sollten mit Ketoprofen nur nach sorg­fältiger Abwägung behandelt werden. Vergleichbare Abwägungen sollten auch vor Initiierung einer längerdauernden Be­handlung von Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankung (z.B. Hochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) gemacht werden.



Hautreaktionen


Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen, einige mit letalem Ausgang, einschließlich exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Ne­kro­lyse (Lyell-Syndrom) berichtet (s. Abschnitt 4.8). Das höchste Risiko für derartige Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmonat auftraten. Beim ersten Anzeichen von Hautausschlägen, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeits­reaktion sollte Spondylon® abgesetzt wer­den.


Sonstige Hinweise


Spondylon® sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnis­ses angewendet werden:

- bei induzierbaren Porphyrien.


Eine besonders sorgfältige ärztliche Über­wachung ist erforderlich:

- bei vorgeschädigter Niere;

- bei schweren Leberfunktionsstörun­gen;

- direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen;

- bei Patienten, die an Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen leiden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sog. Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria;

- bei Patienten, die auf andere Stoffe allergisch reagieren, da für sie bei der Anwendung von Spondylon® ebenfalls ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen besteht.


Schwere akute Überempfindlichkeitsreak­tionen (zum Beispiel anaphylaktischer Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion nach Ein­nahme von Spondylon® muss die Thera­pie abgebrochen werden. Der Sympto­matik entsprechende, medizi­nisch erfor­derliche Maßnahmen müssen durch fach­kundige Personen eingeleitet werden.


Ketoprofen kann vorübergehend die Thrombozyten­aggregation hemmen. Pa­tienten mit Blutgerinnungsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.


Bei längerdauernder Gabe von Spondylon® ist eine regel­mäßige Kon­trolle der Leber­wer­te, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.


Bei längerem Gebrauch von Schmerz­mitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.


Ganz allgemein kann die gewohn­heits­mäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauer­haften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Ne­phropathie) führen.


Bei Anwendung von NSAR können durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol Wirk­stoff-bedingte Nebenwirkungen, insbeson­dere solche, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nervensystem betreffen, verstärkt werden.


Bezüglich weiblicher Fertilität: siehe Ab­schnitt 4.6.


Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Spondylon® nicht einnehmen.


Wechselwirkungen mit anderen Arz­neimitteln und sonstige Wechsel­wirkungen


Ketoprofen (wie andere NSAR) sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden Arzneistoffen eingenommen werden:


Andere NSAR einschließlich Salicylate:

Die gleichzeitige Gabe mehrerer NSAR kann das Risiko gastrointestinaler Ulcera und Blutungen auf Grund eines syner­gistischen Effekts erhöhen. Daher soll die gleichzeitige Anwendung von Ketoprofen mit anderen NSAR vermieden werden (s. Abschnitt 4.4).


Digoxin, Phenytoin, Lithium:

Die gleichzeitige Anwendung von Spondylon® mit Digoxin-, Phenytoin- oder Lithiumprä­para­ten kann den Serumspiegel dieser Arznei­mittel erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Lithium-Spiegel ist nötig, eine Kontrolle der Serum-Digoxinspiegel und der Serum-Phenytoinspiegel wird empfohlen.



Diuretika, ACE-Hemmer und Angiotensin-II Antagonisten:

NSAR können die Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva abschwächen. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk­tion (z.B. exsikkierte Patienten oder ältere Patienten) kann die gleichzeitige Einnah­me eines ACE-Hemmers oder Angio­tensin-II-Antagonisten mit einem Arznei­mittel, dass die Cyclooxygenase hemmt, zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines mög­lichen akuten Nierenversagens, führen, was gewöhnlich reversibel ist. Daher sollte eine solche Kombination, vor allem bei älteren Patienten, nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Patienten müssen zu einer adäquaten Flüssigkeits­einnahme aufgefordert werden und eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte nach Beginn einer Kombinations­therapie in Erwägung gezogen werden.

Die gleichzeitige Gabe von Spondylon® und kaliumsparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen. Eine Kontrolle der Kaliumkonzentration im Blut ist nötig.


Glucocorticoide:

Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulcera oder Blutungen (s. Abschnitt 4.4)


Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI):

Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutun­gen (s. Abschnitt 4.4).


Methotrexat:

Die Gabe von Spondylon® innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Methotrexat kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung führen.


Antikoagulanzien:

NSAR können die Wirkung von Anti­koagulanzien wie Warfarin verstärken (s. Abschnitt 4.4).


Schleifendiuretika:

Die gleichzeitige Anwendung von Schlei­fen­diuretika kann verstärkt zum Auftreten einer Nierenfunk­tionsstörung führen.


Antacida:

Die Einnahme von Antacida kann zu einer verringerten Resorption von Spondylon® führen.


Orale Antidiabetika:

Bisher zeigten klinische Untersuchun­gen keine Wechselwirkungen zwi­schen

Ketoprofen und oralen Antidiabetika.

Trotzdem wird bei gleichzeitiger Therapie vorsichtshalber eine Kontrol­le der Blutzuckerwerte empfohlen.


Probenecid und Sulfinpyrazon:

Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfin­pyrazon enthalten, können die Ausschei­dung von Ketoprofen verzögern.


Schwanger­schaft und Stillzeit


Schwangerschaft


Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beein­flussen. Daten aus epidemiolo­gi­schen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbil­dungen und Gastroschisis nach der An­wendung eines Prostaglandinsynthese­hemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.


Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehem­mers zu erhöhtem prä- und post-implan­tärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte lnzidenzen verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbil­dungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.


Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Keto­profen nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Ketoprofen von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.


Während des dritten Schwangerschafts­trimesters können alle Prostaglandin­syn­thesehemmer:

- den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

  • kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Duc­tus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);

  • Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohy­dramniose fortschreiten kann;

- die Mutter und das Kind, am Ende der Schwangerschaft, folgenden Risiken aussetzen:

  • mögliche Verlängerung der Blu­tungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Effekt, der selbst bei sehr geringen Do­sen auftreten kann;

  • Hemmung von Uteruskontrak­tio­nen, mit der Folge eines verspä­teten oder verlängerten Geburts­vorganges.


Daher ist Ketoprofen während des dritten Schwangerschaftstrimesters kontraindi­ziert.


Stillzeit


Eine Anwendung von Spondylon® während der Stillzeit wird nicht empfohlen, da keine Erfahrungen zum Übergang in die Muttermilch und zu möglichen Schä­digungen im Säuglingsalter vorliegen.


Fertilität


Die Anwendung von Spondylon® kann, wie die Anwendung anderer Arzneimittel, die bekanntermaßen die Cyclooxyge­nase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchge­führt werden, sollte das Absetzen von Spondylon® in Betracht gezogen werden.


Auswirkungen auf die Ver­kehrs­tüchtig­keit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Da bei der Anwendung von Spondylon® in höherer Dosierung zentralnervöse Neben­wirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall die Reaktionsfähigkeit verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.


Nebenwirkungen


Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:


Sehr häufig ≥ 1/10

Häufig ≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich ≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten < 1/10.000

Nicht bekannt Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar


Bei den folgenden unerwünschten Arznei­mittelwirkungen muss berücksichtigt wer­den, dass sie überwiegend dosisab­hängig und interindividuell unterschiedlich sind.


Die am häufigsten beobachteten Neben­wirkungen betreffen den Verdauungstrakt. Peptische Ulcera, Perforationen oder Blu­tungen, manchmal tödlich, können auf­treten, insbesondere bei älteren Patienten (s. Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Verstopfung, Ver­dauungsbeschwerden, abdominale Schmerzen, Teerstuhl, Hämatemesis, ul­ze­rative Stomatitis, Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (s. Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet. Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosisbereich und der Anwendungsdauer.


Ödeme, Bluthochdruck und Herzin­suffi­zienz wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behandlung berichtet.


Klinische Studien und epidemiologische Da­ten legen nahe, dass die Anwendung von manchen NSAR (insbesondere bei einer hohen Dosis und bei Lang­zeit­behandlung) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall) verbunden ist (s. Abschnitt 4.4).


Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzinsuffizienz, Herzinfarkt.


Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Hämolytische Anämie, Stö­rungen der Blutbildung (aplastische Anä­mie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Pan­zytopenie, Agranulozytose). Erste An­zei­chen können sein: Fieber, Hals­schmer­zen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Be­schwerden, starke Abge­schlagenheit, Nasenbluten und Haut­blu­tungen.


Bei der Langzeittherapie sollte das Blut­bild regelmäßig kontrolliert werden.


Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit.


Augenerkrankungen

Gelegentlich: Sehstörungen.


Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Tinnitus.


Erkrankungen des Gastrointestinal­trakts

Sehr häufig: Gastrointestinale Beschwer­den wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Völlegefühl, Ver­stop­fung oder Diarrhoe und geringfügige Blut­verluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können.

Häufig: Gastrointestinale Ulcera, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch.

Gelegentlich: Hämatemesis, Melaena, Stomatitis.

Sehr selten wurde über diaphragmaartige intestinale Strikturen berichtet.


Erkrankungen der Nieren und Harn­wege

Häufig: Periphere Ödeme, besonders bei Patienten mit Hypertonie.

Gelegentlich: Einschränkung der Nieren­funktion; akutes Nierenversagen, nephro­tisches Syndrom oder interstitielle Ne­phritis.

Sehr selten: Nierenschäden (Papillenne­krosen), ins­besondere bei Langzeitthera­pie, sowie erhöhte Harn­säurekonzen­tra­tion.


Die Nierenfunktion sollte regelmäßig kon­trolliert werden


Erkrankungen der Haut und des Unter­hautzellgewebes

Gelegentlich: Erhöhte Photosensibilität.

Sehr selten: Im Allgemeinen reversible photoallergische oder phototoxische Reaktionen mit Erythem, Pruritus, Bläs­chenbildung oder lichenoiden Veränderun­gen nach monatelanger komplikationslo­ser Anwendung.

Spondylon® ist in solchen Fällen sofort abzusetzen.


Sehr selten: Alopezie (meist reversibel), bullöse Hautreaktionen wie Stevens-John­son-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom).


Infektionen und parasitäre Erkran­kun­gen

Sehr selten ist im zeitlichen Zusammen­hang mit der systemischen Anwendung von NSAR eine Verschlechterung infek­tionsbedingter Entzündungen (z. B. Ent­wicklung einer nekrotisierenden Fasciitis) beschrieben worden. Dies steht mög­licherweise im Zusammenhang mit dem Wirkmechanismus der NSAR.


Wenn während der Anwendung von Spondylon® Zeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, wird daher dem Patienten empfohlen, unver­züglich den Arzt aufzusuchen. Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine anti­infektiöse/antibiotische Therapie vorliegt.


Gefäßerkrankungen

Sehr selten: Hypertonus.


Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlägen und Hautjucken.

Sehr selten: Schwere allgemeine Überem­pfindlichkeitsreaktionen. Sie können sich äußern als: Gesichtsödem, Zungen­schwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Luftnot, Herzjagen, Blutdruckabfall bis hin zum lebensbedrohlichen Schock.

Beim Auftreten einer dieser Erschei­nungen, die schon bei Erstanwendung vorkommen können, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.


Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Leberfunktionsstörungen.

Sehr selten: Leberschäden, insbesondere bei Langzeittherapie.


Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbar­keit.


Überdosierung


a) Symptome einer Überdosierung

Als Symptome einer Überdosierung kön­nen zentral­nervöse Störungen mit Kopf­schmerzen, Schwindel, Benommenheit und Bewusstlosigkeit, sowie Abdominal­schmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf­treten. Ferner kann es zu Hypotension, Atemdepression und Cyanose kommen.


Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot existiert nicht.


5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaf­ten


Ketoprofen ist ein nicht-steroidales Anti­phlogistikum-Analgetikum, das sich über die Prostaglandinsynthese­hemmung in den üblichen tierexperimentellen Entzün­dungsmodellen als wirksam erwies. Beim Menschen reduziert Ketoprofen ent­zünd­lich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Ferner hemmt Ketoprofen die Kollagen-induzierte Plättchenaggregation.


ATC-Code: M01AE03


Pharmakokinetische Eigenschaften


Nach oraler Applikation wird Ketoprofen nach Eintritt in den Dünndarm rasch re­sorbiert. Maximale Plasma­spiegel werden nach oraler und rectaler Gabe nach 1 - 2 Stunden, nach i.m. Injektion nach 20 - 30 Minuten erreicht. Nach oraler Applikation liegt die syste­mische Verfügbarkeit bei über 90 %, nach i.m. und rectaler Gabe beträgt sie über 70 %. Nach hepatischer Metabolisierung (Hydroxylierung, Konjuga­tion) werden die pharmakologisch un­wirk­samen Metabolite haupt­sächlich renal (92‑98 %), der Rest biliär elimi­niert. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt beim Gesunden 1,5 - 2,5 Stunden, kann aber auch bis zu 8 Stunden betragen. Beim niereninsuffizienten Patienten kann die Elimination im Verhältnis zum Grad der Insuffizienz verlängert sein. Die Plasma­proteinbindung beträgt etwa 99 %.


Präklinische Daten zur Sicherheit


Die subchronische und chronische Toxizi­tät von Ketoprofen zeigte sich in Tier­versuchen vor allem in Form von Läsionen und Ulcera im Magen-Darm-Trakt sowie in Nierenschädigungen.

In einer Reihe konventioneller in vitro und in vivo Mutagenitätstests zeigten sich keine mutagenen Effekte. Langzeitunter­suchungen an Ratten und Mäusen erga­ben keine Hinweise auf ein tumor­erzeugendes Potential von Ketoprofen.

Ab einer Dosis von 6 mg/kg/Tag führte Ketoprofen bei weiblichen Ratten zu einer Beeinträchtigung von Implantation, Fertili­tät und Geburtsvorgang. Das embryotoxi­sche Potential von Ketoprofen wurde an mehreren Tierarten untersucht. Es erga­ben sich keine Hinweise auf eine tera­togene Wirkung.


Pharmazeutische Angaben


Liste der sonstige Bestandteile


Lactose-Monohydrat, Gelatine, Magne­siumstearat (Ph.Eur.), Titandioxid (E171), hochdisperses Siliciumdioxid, Eisenoxide und –hydroxide (E172), Natriumdodecyl­sulfat


Inkompatibilitäten


Nicht zutreffend.


Dauer der Haltbarkeit


3 Jahre


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Keine.


Art und Inhalt des Behältnisses


Blisterpackung (bestehend aus Alumi­nium-Folie und PVC/PVDC-Folie)


Originalpackung mit 20 Hartkapseln (N1)

Originalpackung mit 50 Hartkapseln (N2)

Originalpackung mit 100 Hartkapseln (N3)


Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung


Keine besonderen Anforderungen.


Inhaber der Zulassung


RIEMSER Arzneimittel AG

An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems

Fon: +49 (0) 3 83 51/ 7 60

Fax: +49 (0) 3 83 51/ 3 08

E-mail: info@RIEMSER.de

Internet: www.RIEMSERgroup.com


Zulassungsnummer


15457.01.00


Datum der Verlängerung der Zulas­sung


29.11.2007


Stand der Information


Dezember 2007


Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig

e1214b9ba55d26bd06b8daa2abb4db0c.rtf Änderungsanzeige vom 10.01.2008 Seite 19