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Terfenadin Al 60

2012-05-15/SC,SK

2012-07-16/ES


Fachinformation Terfenadin AL


Bezeichnung des Arzneimittels

Terfenadin AL 60

Terfenadin 60 mg pro Tablette

Wirkstoff: Terfenadin

Qualitative und quantitative Zu­sammensetzung

1 Tablette enthält:

60 mg Terfenadin

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile s. Abschnitt 6.1

Darreichungsform

Tablette

Weiße, biplane Tablette mit einseitiger Bruchrille und der Prägung „T60“

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Linderung der Symptome der allergischen Rhinitis und Konjunktivitis und von aller­gischen Hautreaktionen.

Dosierung, Art und Dauer
der Anwendung

Die empfohlene Dosis darf nicht über­schritten werden.

Die Patienten sind anzuweisen, bei unzu­reichender Symptomlinderung

  • die Maximaldosis nicht zu überschrei­ten.

  • keine zusätzlichen anderen Antihistami­nika (auch keine nicht-verschreibungs­pflichtigen Präparate) einzunehmen, sondern ihren Arzt zu konsultieren.

Terfenadin soll nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden.

Erwachsene und Kinder über 12 Jahre

Diese Dosierungsempfehlung für 60 mg-Tabletten gilt für Kinder über 12 Jahre, sofern ihr Körpergewicht 50 kg übersteigt.

Allergische Rhinitis und Konjunktivitis

Die Anfangsdosis beträgt 60 mg täglich (entspr. 1 Tablette Terfenadin AL 60). Sie kann auf 120 mg (entspr. 2 Tabletten Ter­fenadin AL 60) täglich gesteigert werden, falls nötig.

Die Tagesgesamtdosis kann als 1 Einzel­dosis oder verteilt auf 2 Dosen eingenomen werden.

Allergische Hauterscheinungen

60 mg (entspr. 1 Tablette Terfenadin AL 60) 2‑mal täglich.

Alternativ können 120 mg (entspr. 2 Tab­letten Terfenadin AL 60) morgens einge­nommen werden.

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz

Eine normale altersabhängige Einschrän­kung der Nierenfunktion erfordert keine Do­sisanpassung für Terfenadin. Jedoch ist eine Dosisreduktion um 50 % ratsam bei Patienten mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion, insbesondere bei einer Kreatinin-Clearance unter 40 ml/min.

Gegenanzeigen

Terfenadin AL 60 darf nicht bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Terfenadin oder einen der sonstigen Bestandteile angewendet werden.

Eine deutliche Einschränkung der Leber­funktion oder eine gleichzeitige Behand­lung mit Inhibitoren des hepatischen Cyto­chrom-P 450 3A4-Isoenzymes (CYP3A4) können eine Verlangsamung des Terfe­nadin-Metabolismus bewirken.

Akkumulation von nicht metabolisiertem Terfenadin kann eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG bewirken, mit dem Risiko lebensbedrohlicher kardialer Arrhyth­mien.

Deshalb ist Terfenadin bei folgenden Begleitumständen kontraindiziert:

  • deutlich eingeschränkte Leberfunktion (z.B. bei Patienten mit Ikterus, Hepa­titis, Zirrhose).

  • gleichzeitige Behandlung mit antimy­kotisch/antimikrobiell wirkenden Azol-Abkömmlingen (einschließlich topischer Antimykotika).

  • gleichzeitige Behandlung mit Makrolid-Antibiotika (einschließlich topischer Mak­rolid-Antibiotika).

  • gleichzeitige Behandlung mit Mibefra­dildihydrochlorid.

  • gleichzeitige Behandlung mit anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie den Metabolismus von Terfe­nadin in der Leber hemmen. Diese wer­den unter Abschnitt 4.5 „Wechselwir­kungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen” aufgeführt.

Während einer Terfenadin-Behandlung soll kein Grapefruitsaft getrunken werden.

Terfenadin ist auch kontraindiziert bei Pa­tienten mit bekannter QT-Verlängerung (korrigierte QT-Zeit, QTC >440 ms), z.B. bei angeborenem QT-Syndrom oder bei Um­ständen, die zu einer QT-Verlängerung führen können, wie z.B.:

  • klinisch relevante Bradykardie.

  • anamnestisch bekannte symptoma­tische Arrhythmien.

  • alle anderen klinisch relevanten Herz­erkrankungen.

  • gleichzeitige Behandlung mit Antiar­rhythmika der Klassen I oder III.

  • gleichzeitige Behandlung mit anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern; diese werden auch unter Abschnitt 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arz­neimitteln und sonstige Wechselwirkun­gen” aufgeführt.

  • Elektrolytstörungen, insbesondere Hy­pokaliämie oder Hypomagnesiämie, und medizinische Umstände oder Be­handlungen mit Arzneimitteln, die solche Störungen induzieren können. Dies um­fasst auch Anorexie, Erbrechen und Diarrhoe.

Besondere Warnhinweise und Vor­sichtsmaßnahmen für die Anwendung

Erhöhte Terfenadin-Konzentrationen, ent­weder durch Überdosierung, deutlich ein­geschränkte Leberfunktion oder gleichzei­tige Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren können QT-Intervallverlängerungen hervor­rufen mit dem Risiko lebensbedrohlicher ventrikulärer Tachyarrhythmien (wie z.B. schwere ventrikuläre Tachykardie, Torsa­de de pointes und Kammerflimmern).

Patienten, die aus anderen Gründen QT-Verlängerungen aufweisen können, sind möglicherweise ebenfalls durch diese kar­dialen Reaktionen auf Terfenadin gefährdet.

Terfenadin ist abzusetzen, sobald Symptme wie Palpitationen, Schwindel, Synkopen oder Krampfanfälle auftreten, und der Pa­tient ist auf QT-Verlängerung und Ar­rhythmien zu untersuchen.

In der Mehrzahl der Fälle, in denen schwe­re kardiale Nebenwirkungen im Zusammen­hang mit Terfenadin berichtet wurden, wur­de festgestellt, dass zu Arrhythmien prä­disponierende Faktoren vorlagen. Dies un­terstreicht die Wichtigkeit, die oben genann­ten Kontraindikationen und Vorsichtsmaß­nahmen sorgfältig zu beachten.

Terfenadin ist bei Patienten mit Epilepsie, die mit Carbamazepin behandelt wurden, vorsichtig anzuwenden (s. Abschnitt 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arznei­mitteln und sonstige Wechselwirkungen“).

S. auch Abschnitte 4.3 „Gegenanzeigenund 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkun­gen”.

Sonstige Bestandteile von Terfenadin AL 60

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patien­ten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Terfena­din AL 60 nicht einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arznei­mitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Inhibi­toren des hepatischen CYP3A4 kann den Metabolismus von Terfenadin verringern. Die Akkumulation von nichtmetabolisiertem Terfenadin kann eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG hervorrufen mit dem Risiko von lebensbedrohlichen kardialen Arrhythmien.

Pharmakokinetische Interaktionen zwischen Terfenadin und folgenden Arzneimitteln, die den Metabolismus von Terfenadin in der Leber hemmen, sind zu erwarten:

  • Antimykotisch/antimikrobiell wirkende Azol-Abkömmlinge wie z.B. Micona­zol, Ketoconazol und Itraconazol (ein­schließlich topischer Antimykotika).

  • Makrolid-Antibiotika wie z.B. Erythro­mycin, Clarithromyin, Josamycin und Troleandomycin (einschließlich topi­scher Makrolid-Antibiotika).

  • Mibefradildihydrochlorid.

  • Zileuton.

  • Die Serotonin-Reuptake-Hemmer Flu­voxamin, Fluoxetin, Nefazodon, Paro­xetin, Citalopram.

  • Die HIV-Protease-Inhibitoren Indina­vir, Ritonavir, Saquinavir, Nelfinavir.

Während der Behandlung mit Terfenadin soll kein Grapefruitsaft getrunken werden, da dies den Terfenadin-Abbau verzögern kann.

Pharmakodynamische Interaktionen kön­nen auftreten zwischen Terfenadin und anderen potentiell arrhythmogenen Medi­kamenten, wie z.B. mit:

  • anderen Antihistaminika, die das QT-Intervall verlängern.

  • Antiarrhythmika, insbesondere der Klasse I und III.

  • Bepridil.

  • Trimethoprim.

  • Sparfloxacin.

  • Cisaprid.

  • trizyklischen Antidepressiva, Neurolep­tika, Lithium.

  • Probucol.

  • Pentamidin.

  • Halofantrin.

Arzneimittel, die bekanntermaßen eine Elektrolytstörung induzieren, können ebefalls eine QT-Verlängerung verursachen und so mit Terfenadin interagieren.

Dazu gehören:

  • Diuretika und Laxanzien.

  • unphysiologisch hohe Dosen von Ste­roidhormonen mit mineralocorticoider Wirkung (z.B. systemische Anwendung von Fludrocortison).

Die gleichzeitige Behandlung mit in diesem Abschnitt genannten Arzneimitteln ist kon­traindiziert. Diese Arzneimittel sind auch im Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen” erwähnt.

Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein, und jedes Arzneimittel, von dem be­kannt ist, dass es entweder den Terfena­din-Metabolismus signifikant hemmen (durch CYP3A4-Hemmung) oder das QT-Intervall verlängern kann, soll ebenfalls nicht zusammen mit Terfenadin angewen­det werden.

Vor der gleichzeitigen Anwendung von Ter­fenadin mit einem anderen, insbesondere einem neu verfügbaren Arzneimittel, ist des­sen Fachinformation dahingehend zu prü­fen, ob eine Interaktion (durch CYP3A4-Hemmung oder QT-Verlängerung) zwi­schen diesem Mittel und Terfenadin mög­lich ist.

Von einer Wechselwirkung zwischen Ter­fenadin und Carbamazepin wurde be­richtet. Diese äußert sich in erhöhten Car­bamazepin-Serumkonzentrationen mit mög­lichen klinischen Symptomen einer Car­bamazepin-Überdosierung. Die vorliegen­den Daten lassen vermuten, dass der Me­chanismus dieser Wechselwirkung auf der Hemmung des hepatischen Metabolismus von Carbamazepin beruht (Hemmung des Enzyms CYP3A4). Folglich wird – insbeson­dere bei Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit Terfenadin und Carbama­zepin über einen längeren Zeitraum erhaten - empfohlen, den klinischen Zustand und die Laborwerte zu überwachen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Teratogene/nicht-teratogene Wirkungen: Es wurden keine Anzeichen von Terato­genität in Reproduktionsstudien an Tieren beobachtet. Fetotoxizität wurde bei Abwe­senheit maternal toxischer Effekte nicht beobachtet.

Wirkungen auf die Fertilität: Bei Abwesen­heit von maternal toxischen Effekten zeigte Terfenadin in Studien an Ratten keine Aus­wirkungen auf die männliche oder weibli­che Fertilität.

Terfenadin soll normalerweise nicht wäh­rend der Schwangerschaft eingenommen werden, außer wenn nach ärztlicher Ein­schätzung der erwartete Nutzen das mög­liche Risiko überwiegt.

Stillzeit

Der Carboxylsäure-Metabolit (Fexofenadin) ist in der menschlichen Muttermilch nach Verabreichung von Terfenadin nachweis­bar. Daher sollen Säuglinge keine Mutter­milch von Patientinnen erhalten, die mit Terfenadin behandelt werden, außer wenn nach ärztlicher Einschätzung der erwarte­te Nutzen für die Patientin das mögliche Risiko für den Säugling überwiegt.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtig­keit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In objektiven Tests wurden keine negati­ven Auswirkungen von Terfenadin auf das Zentralnervensystem beobachtet. Berichte über Benommenheit sind selten. Somit sind die Patienten normalerweise fahrtüchtig und können auch Aufgaben, die Konzentration erfordern, ausführen.

Patienten sollten ihre individuelle Reaktion überprüfen, bevor sie Auto fahren oder kom­plizierte Aufgaben erledigen.

Nebenwirkungen

Kardiovaskuläre Nebenwirkungen

Die schwerwiegendsten, wenngleich selte­nen Nebenwirkungen, die durch Terfena­din ausgelöst werden können, sind solche, die die QT-Verlängerung betreffen. Diese schließen schwerwiegende, potentiell le­bensbedrohliche ventrikuläre Tachyarrhyth­mien ein, z.B. schwere ventrikuläre Tachy­kardie, Torsade de pointes, Kammerflim­mern und Herzstillstand. Palpitationen kön­nen Frühsymptome sein, Hypotension, Schwindel, Synkopen und Krampfanfälle die Folgeerscheinungen.

Verschiedene andere Nebenwirkungen wur­den spontan gemeldet, seitdem sich Ter-fenadin im Markt befindet. Dazu gehören:

Blut und Lymphsystem

Thrombozytopenie.

Immunsystem

Anaphylaxie, Angioödem.

Psyche

Depression, Alpträume.

Nervensystem

Verwirrtheit, Schlaflosigkeit, Benommen­heit, Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, Parästhesien.

Augen

Sehstörungen.

Atemwege, Brustraum und Mediastinum

Bronchospasmus, Nasentrockenheit.

Gastrointestinaltrakt

Mund- und Halstrockenheit, gastrointes­tinale Beschwerden.

Leber und Galle

Transaminasenerhöhung, Cholestase, Ik­terus, Hepatitis.

Haut und Unterhautzellgewebe

Pruritus, Hauterscheinungen (einschließ-lich Exanthem, Urtikaria, Erythema multforme und Photosensitivität), Haarausfall, Dünnerwerden des Haares.

Muskel-Skelett-System, Bindegewebe und Knochen

Muskuloskelettale Symptome.

Nieren und Harnwege

Häufigeres Wasserlassen.

Geschlechtsorgane und Brustdrüse

Galaktorrhoe, Menstruationsbeschwerden (einschl. Dysmenorrhoe).

Allgemeine Störungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Schwitzen, Müdigkeit.

Überdosierung

Erfahrungen beim Menschen

In einigen Fällen traten QT-Verlängerung, Herzstillstand und schwere, potentiell le­bensbedrohliche Arrhythmien einschließ­lich ventrikulärer Tachykardie oder Kam­merflimmern oder Torsade de pointes schon bei Überdosen von nur 360 mg und bis zu 15 Stunden nach der Einnahme auf.

Symptome

Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Kopf­schmerzen, Zittern, in einigen Fällen Krampf­anfälle, Sinustachykardie, Hypotension, Palpitation, ventrikuläre Arrhythmien (hauptsächlich Torsade de pointes). Kar­diale Reaktionen können auftreten, ohne dass ZNS-Symptome vorliegen.

Maßnahmen

Neben Standardmaßnahmen zur Entfer­nung nicht resorbierter Substanz wird kar­diales Monitoring über mindestens 24 Stun­den und eine Kontrolle des QT-Intervalls empfohlen. Treten wiederholt Episoden von Torsade de pointes auf, ist ein temporä­rer Herzschrittmacher empfehlenswert.

Hämodialyse oder Hämoperfusion entfer­nen den Carboxylsäure-Metaboliten von Terfenadin nicht wirksam aus dem Blut. Es gibt keine Information zur Dialysierbar­keit von Terfenadin.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Klassifizierung

Antihistaminikum, H1-Antagonist

ATC-Code: R06AX12

Wirkmechanismus

Antagonistische Wirkung auf H1-Rezep­toren.

Terfenadin unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Metabolismus; die Wirkung wird durch den aktiven Metaboliten Carboxy-Terfenadin erzielt. Das Präparat zeigt spe­zifische antagonistische Wirkung auf H1-Re­zeptoren und beeinflusst Histamin-induzier­te Hautquaddeln mit einem Wirkungsmaxi­mum nach 4 Stunden. Im klinisch relevan­ten Dosisbereich verursacht es weder anti­cholinerge, adrenerge oder serotonerge noch sedierende Effekte.

Bei in vitro-Experimenten zeigte Terfenadin, aber nicht sein aktiver Metabolit, bereits bei Konzentrationen, die schon bei mäßiger Überdosierung, bei Patienten mit signifi­kant eingeschränkter Leberfunktion oder bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP3A4-Inhibitoren im menschlichen Plasma er­reicht werden, eine starke Hemmwirkung auf bestimmte Kaliumkanäle am Herzen. Dieser Effekt kann die Verlängerung der kardialen Repolarisation erklären, die sich bei erhöhten Spiegeln von nicht meta­bolisiertem Terfenadin als QT-Verlänge­rung zeigt.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Terfenadin wird rasch resorbiert und un­terliegt nach oraler Gabe einer fast voll­ständigen First-Pass-Biotransformation in zwei Metabolite, die durch das Enzym CYP 3A4 gebildet werden. Der Carboxy-Terfe­nadin-Metabolit (Fexofena­din) ist aktiv, der andere (N-dealkyliertes Terfenadin) ist inaktiv: Als Folge dieser ausgeprägten First-Pass-Biotransformation gelangen weniger als 1 % nicht-metabolisiertes Terfenadin in den systemischen Kreislauf. Die Elimi­nation von Carboxy-Terfenadin erfolgt mit einer terminalen Halbwertszeit von etwa 20 Stunden. Bei Einmalgabe von bis zu 180 mg Terfenadin ist die Plasmakinetik des aktiven Metaboliten dosislinear.

Bei therapeutischen Dosen (2‑mal täg­lich 60 mg) werden im Steady-State mitt­lere Plasma-Spitzenkonzentrationen von 1,7 ng/ml für Terfenadin und 340 ng/ml für Carboxy-Terfenadin gemessen. Von letz­terem werden ein Drittel über den Urin und zwei Drittel fäkal ausgeschieden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leber­funktion können erhöhte Plasmaspiegel von Terfenadin und erniedrigte Konzentratio­nen von Carboxy-Terfenadin gefunden wer­den (s. auch Abschnitt 4.3 „Gegenanzei­gen”).

Eine normale altersabhängige Einschrän­kung der Nierenfunktion erfordert keine Dosisanpassung für Terfenadin. Jedoch ist eine Dosisreduktion um 50 % ratsam bei Patienten mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion, insbesondere bei einer Kreatinin-Clearance unter 40 ml/min.

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Toxizitätsstudien mit wiederholter Ver­abreichung bei Hunden lösten hohe Dosen einige zentralnervöse Symptome wie Ataxie, Zittern, Versteifung und Schwäche aus. Niedrigere Dosen wurden ohne Ne­benwirkungen vertragen.

Terfenadin hat keine spezifischen muta­genen Wirkungen und Langzeitstudien an Ratten und Mäusen zeigten kein karzino­genes Potenzial. Studien an Ratten und Ka­ninchen zeigten kein teratogenes Poten­zial.

Pharmazeutische Angaben

Liste der sonstigen Bestandteile

Gelatine, Lactose-Monohydrat, Magnesium­stearat (Ph. Eur.), Maisstärke, Natrium­hydrogencarbonat

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen
für die Aufbewahrung

Keine.

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blisterpackungen

OP mit 20 Tabletten

OP mit 50 Tabletten

OP mit 100 Tabletten

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA GmbH
Gottlieb-Daimler-Straße 19
D-89150 Laichingen

Telefon: 07333/9651-0
Telefax: 07333/9651-6004
E-Mail: info@aliud.de

Zulassungsnummer

37717.00.00

Datum der Erteilung der Zulassung/
Verlängerung der Zulassung

25. September 1996 / 16. Juni 2003

Stand der Information

Mai 2012

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig



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