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Testosteron-Depot 250 Mg Eifelfango

Document: 24.09.2009   Fachinformation (deutsch) change



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Anlage 3


Zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 6139494.00.00


Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des

Arzneimittels/SPC)




1. Bezeichnung des Arzneimittels

Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango®


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Ampulle mit 1 ml öliger Injektionslösung enthält

250mg Testosteronenantat

Hilfsstoffe siehe unter 6.1


3. Darreichungsform

Injektionslösung


4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete


Hinweis:

Die Anwendung anabol-androgener Steroide bei gesunden Personen zur Förderung des Muskelansatzes und zur Leistungssteigerung im Sport stellen keine medizinische Indikation dar.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Hypogonadismus des Mannes:

Für die Langzeitsubstitution bei Hypogonadismus wird 1 Ampulle Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® (entsprechend 250 mg Testosteronenantat) i.m. alle 2 bis 3 Wochen als Richtwert em-pfohlen. Die individuelle Dosierung kann dem klinischen Bild und den gemessenen Testosteronserumspiegel entsprechend abge-wandelt werden.

Bei Therapiebeginn in der Pubertät sollte zunächst über einen Zeitraum von einem Jahr mit 100 mg Testosteronenantat i.m. alle 2 bis 3 Wochen behandelt werden.


Chronische Form der aplastischen Anämie:

Zur Förderung der Erythropoese können 1 bis 3, eventuell bis

4 Ampullen Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® (entsprechend 250 bis 750, eventuell bis 1000 mg Testosteronenantat) ver-teilt auf 2 bis 3 Injektionen i.m. pro Woche verabreicht wer-den.




Pubertätsinduktion bei Pubertas tarda des Knaben:

Empfohlen wird 1 Ampulle Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® (entsprechend 250 mg Testosteronenantat) i.m. pro Monat über einen Behandlungszeitraum von 3 Monaten. Bei Ausbleiben des Therapieerfolges kann nach 3 bis 6 Monaten eine zweite Behand-lungsphase mit gleicher Dosierung angeschlossen werden.


Unterdrückung eines übermäßigen Längenwachstums bei Knaben:

Empfohlen wird eine Dosierung von 2 Ampullen Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® (entsprechend 500 mg Testosteronenantat) i.m. alle 2 Wochen über einen Behandlungszeitraum von 1 bis 2 Jahren. Die Behandlung sollte vor dem 14. Lebensjahr beginnen.


Die Applikation erfolgt intramuskulär.


Es empfiehlt sich, die ölige Lösung extrem langsam zu inji-zieren. So können kurz andauernde Reaktionen wie Reizhusten, Hustenanfall oder Atembeschwerden, die in seltenen Fällen während oder sofort nach der Injektion beobachtet wurden, vermieden werden.


4.3 Gegenanzeigen

Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® darf nicht angewendet werden bei:

- androgenabhängigen Karzinomen der Prostata und der Brust-drüse beim Mann,

enentat, Erdnuss oder Soja oder einem der sonstigen Bestandteile.


Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® sollte bei Kindern und Frauen wegen der androgenen Wirkungen nicht oder nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden.


Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Aufgrund einer eventuellen Herz-Kreislauf-Belastung durch Flüssigkeitsretention sollten Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern, wie beispielsweise Hypertonie, sorgfältig überwacht werden. Das gilt auch für Patienten mit Migräne, Epilepsie oder Diabetes.


In seltenen Fällen sind nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe (wie z.B. Testosteronverbindungen) gutartige, noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet worden, die vereinzelt zu lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrößerung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen ein-bezogen und ggf. das Präparat abgesetzt werden.


Wegen der androgenen Nebenwirkungen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung angezeigt. Vor Therapiebeginn sollte bei Frauen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.


Durch die Anwendung von Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® kann das Wachstum eines bestehenden Prostatakarzinoms be-schleunigt werden sowie bei älteren Patienten auch das Risiko für die Entwicklung eines Prostatakarzinoms bzw. einer Pro-statahyperplasie erhöht sein. Daher ist bei Männern vor Beginn der Therapie mit Testosteronpräparaten ein Prostatakarzinom auszuschließen, im Verlauf der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen des Prostatabefundes angezeigt.


Bei einer Langzeittherapie mit Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango wird eine regelmäßige Laborkontrolle von Hämoglobin und Haematokrit angeraten um die Anzeichen einer Polyzythämie frühzeitig zu erkennen.


Bei Patienten mit Hypogonadismus besteht möglicherweise das Risiko der Verstärkung einer Schlafapnoe im Zusamnenhang mit bestimmten Risikofaktoren wie Adipositas oder chronischen Atemwegserkrankungen.


Aufgrund des Gehaltes an Erdnußöl können bei Personen, die gegen Nüsse oder Nußprodukte besonders empfindlich sind, allergische Reaktionen, wie Hautausschlag und Bronchospasmus (Bronchialkrampf) auftreten.


Erdnussöl kann selten schwere allergische Reaktionen hervor-rufen.


Die Anwendung des Arzneimittels Testosteron-Depot 250 mg Eifelfango® kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.


Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und sonstige Wechsel-wirkungen


Phenobarbital steigert den Abbau von Testosteron in der Leber und bewirkt dadurch eine Verminderung und Verkürzung seiner Wirkung.


Bei gleichzeitiger Verabreichung von Testosteron und Cumarin-Derivaten sollte der Gerinnungsstatus sorgfältig überwacht und eventuell die Antikoagulanziendosis gesenkt werden.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Testosteron ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da es zur Virilisierung weiblicher Feten führt. Unter Testosteron-therapie darf nicht gestillt werden.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen


Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.


4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufig-keitsangaben zugrunde gelegt:


Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig: mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich: mehr als 1 von 1.000 Behandelten

Selten: mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten: 1 oder weniger von 10.000 Behandelten

einschließlich Einzelfälle

Bei einer hochdosierten Therapie mit Testosteronpräparaten ist sehr häufig (10%) mit einer reversiblen Unterbrechung oder Verminderung der Spermatogenese im Hoden und in Folge mit einer Abnahme der Hodengröße zu rechnen.


Bei hochdosierter Langzeittherapie kann es häufig (1% -

< 10%) zur Retention von Elektrolyten und Wasser mit Ödem-bildung kommen.

Häufig ( 1% - < 10%) kommt es unter einer Testosteronthera-pie zur Ausbildung einer Gynäkomastie, desweiteren können Übelkeit sowie Veränderungen der Serumcholesterinwerte auftreten.


Während der Testosteron-Substitutionstherapie bei Hypogona-dismus kommt es gelegentlich (0,1% - < 1%) zu anhaltenden und schmerzhaften Erektionen (Priapismus). In diesen Fällen muß die Dosis reduziert oder die Therapie vorübergehend ab-gesetzt werden.


In seltenen Fällen (0,01% - < 0,1%) kann es zu einer Poly-zythämie kommen.


Sehr selten (< 0,01%) wurden Fälle von Gelbsucht mit Galle-stauung sowie einer Peliosis hepatis beschrieben.


Bei Anwendung von Testosteron ist bei Frauen mit Symptomen einer Virilisierung, wie Akne vulgaris, Hirsutismus, andro-genetische Alopezie, Veränderungen der Stimme, gelegentlich

(0,1% - < 1%) Klitorishypertrophie und einer als unnatür-lich empfundenen Steigerung der Libido zu rechnen, wobei Ver-änderungen der Stimme und Alopezie als irreversibel, Hirsu-tismus und Klitorishypertrophie als nur teilweise reversibel eingestuft werden müssen. Die Nebenwirkungen unterliegen starken interindividuellen Schwankungen, schon geringe Dosie-rungen können zu den beschriebenen Symptomen führen.


Bei Kindern kann Testosteron neben einer Virilisierung zu einer Beschleunigung des Wachstums und der Knochenreifung, zu vorzeitigem Epiphysenfugenschluß und damit verminderter Endgröße führen. Auch mit dem Auftreten einer Akne vulgaris ist zu rechnen.


An der Injektionstelle kann es zu verschiedenen Hautreaktionen sowie Schmerzen kommen.


Erdnussöl kann selten schwere allergische Reaktionen hervor-rufen.


Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Berichte über Vergiftungsfälle nach Verabreichung von Testo-steron liegen nicht vor. Bei Überdosierung sind außer Absetzen des Medikaments oder Reduktion der Dosis keine besonderen therapeutischen Maßnahmen erforderlich.





Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik


Androgenes Sexualhormon, ATC-Code: G03EA02


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Testosteron gehört zu den wichtigsten im Organismus syntheti-sierten Androgenen. Es wird hauptsächlich im Hoden und in ge-ringer Menge in der Nebennierenrinde sowie in den Ovarien ge-bildet.

Testosteron ist für die Ausbildung männlicher Charakteristika während der fetalen, frühkindlichen und pubertären Reifung und für den Erhalt des männlichen Phänotyps und androgenabhängiger Funktionen (z.B. Spermatogenese, Akzessorische Geschlechts-drüsen) verantwortlich.

Ferner übt es eine Vielzahl von Funktionen an den verschie-densten Organen aus, wie der Haut, der Muskulatur, dem Ske-lett, der Niere, der Leber, dem Knochenmark und dem ZNS.

Je nach Zielorgan zeigt Testosteron vornehmlich ein androgenes (z.B. Prostata, Samenbläschen, Hoden, Nebenhoden) oder pro-tein-anaboles (Muskulatur, Knochen, Blutbildung, Niere, Leber) Wirkungsspektrum. Weiterhin wirkt Testosteron aufgrund seiner antigonadotropen Eigenschaften ovulationshemmend.

In hohen Dosierungen ist zudem eine schwache Gestagenität vor-handen.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Oral gegeben wird Testosteron zwar sehr gut intestinal resor-biert, jedoch durch den "first pass effect" der Leber nahezu vollständig metabolisiert, so daß es die Zielorgane nicht er-reicht. Die Halbwertzeit des reinen Testosterons bei Injektion in den Muskel beträgt nur etwa 10 Minuten.


Durch eine Veresterung des Moleküls läßt sich jedoch nach in-tramuskulärer Injektion ein Depoteffekt erzielen. Nach Ein-tritt in den Blutkreislauf wird Testosteron als freie Wirksub-stanz verfügbar. Der Depoteffekt der intramuskulär injizier-baren Steroidhormone hängt von der Länge der veresterten Sei-tenkette des Steroidmoleküls ab und nimmt mit steigender Ket-tenlänge zu.


Nach intramuskulärer Applikation von Testosteronenantat findet sich eine Erhöhung des Serumtestosteronspiegels für 12 bis 14 Tage. 24 Stunden nach Injektion werden maximale Serumkonzen-trationsspiegel im supraphysiologischen Bereich erzielt, wo-raufhin mit einer Halbwertzeit von 8 Tagen die Testosteronkon-zentration wieder die Basiswerte vor Applikation erreicht. Dieses Präparat eignet sich für Therapien, bei denen relativ lang anhaltende und gleichmäßige Testosteronserumspiegel er-wünscht sind.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

a) Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Testosteron ist - wie die von Steroid-hormonen allgemein - sehr gering.





b) Chronische Toxizität / Subchronische Toxizität

Testosteron wurde über einen Zeitraum von 26 Wochen an Hunden (i.m.) und Ratten (s.c.) bis zu 20 mg/kg KG ohne primär toxi-sche Schäden vertragen (s.a. Punkt 4.8 Nebenwirkungen).


Alle Androgene können dosisabhängig zu einer Stimulierung des Erythropoetin führen und auf diese Weise eine Polyzythämie hervorrufen.


c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Testosteron wurde nicht vollständig bezüglich mutagener Wir-kungen untersucht. Bisherige Tests zeigten negative Resultate.


Testosteronester erhöhten in Langzeittierversuchen die Häufig-keit an Leberkarzinomen, an Prostatakarzinomen bei männlichen Tieren sowie an Tumoren des Genitaltraktes bei weiblichen Tie-ren. Hohe Dosen von Androgenen und Anabolika können Lebertu-moren hervorrufen. Vereinzelt wurde über Hepatome bei Patien-ten berichtet, die eine Langzeittherapie mit Androgenen er-hielten. Ein Absetzen der Therapie führte nicht in allen Fäl-len zur Tumorregression. Ob eine ursächliche Beziehung oder nur ein zufälliges Zusammentreffen zwischen Testosterongabe und Tumorbildung besteht, ist ungeklärt.


Eine promovierende Wirkung von Testosteron auf die Entwick-lung eines Prostatakarzinoms kann nicht ausgeschlossen werden. Ein genaueres Verständnis der Entstehung und Progression von Prostatakarzinomen sowie der Rolle der Androgene existiert jedoch noch nicht.


d) Reproduktionstoxizität

Die Behandlung mit Testosteron kann zu Störungen der Ferti-lität durch Unterdrückung der Spermienbildung bei männlichen bzw. Verdickung der Ovarkapsel bei weiblichen Personen führen.


Über weiblichen Pseudohermaphroditismus nach praenataler Expo-sition liegen zahlreiche Fallberichte vor. Nach Behandlung mit einem Testosteronderivat allein oder in Kombination mit ande-ren Hormonen fanden sich bei den in utero exponierten Kindern Fusion der Labioscrotalfalten, Klitorishypertrophie, Klitoris z.T. mit Urethraöffnung, teils auch Persistenz eines Sinus urogenitalis ohne Urethraöffnung. Die betroffenen Mädchen wa-ren karyotypisch weiblich und zeigten normale Werte der 17-Ketosteroide im Urin.


Zum Übergang in die Muttermilch liegen keine Untersuchungen vor. Unter einer Testosterontherapie darf nicht gestillt werden.

6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Hilfsstoffe

Raffiniertes Erdnussöl


6.2 Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Dieses Arzneimittel darf nach Ablauf des Verfall­datums nicht mehr angewendet werden. Unmittelbar nach Öffnen der Ampulle ist der Inhalt intramuskulär zu injizieren.


Nach dem erstmaligen Öffnen zum sofortigen Gebrauch be-stimmt. Nichtverbrauchter Inhalt ist zu vernichten.


Besondere Lagerungshinweise


Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen!


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Braunglasampullen zu 1 ml Injektionslösung


Originalpackungen mit 3 x 1 ml, 5 x 1 ml und 10 x 1 ml Ampullen

Musterpackung mit 3 x 1 ml als Unverkäufliches Muster


6.6 Hinweise für die Handhabung

Keine


7. Pharmazeutischer Unternehmer:

EIFELFANGO

Chemisch - Pharmazeutische Werke

J. Graf Metternich GmbH & Co.KG

Ringener Str. 45

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Telefon: 02641/ 36061

Telefax: 02641/ 34056


e-mail: email@eifelfango.de


8. Zulassungsnummer


6139494.00.00


9. Datum der Zulassung/Verlängerung der Zulassung


14.06.2004


10. Stand der Information

Juni 2008


11. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

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