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Tilidin-N Sandoz 200/16 Mg Retardtabletten

Document: 22.02.2006   Gebrauchsinformation (deutsch) change


Gebrauchsinformation: Information für den Anwender



Tilidin-N Sandoz 200/16 mg Retardtabletten


Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid + Naloxonhydrochlorid



Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.


Was ist Tilidin-N Sandoz 200/16 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg beachten?

Wie ist Tilidin-N Sandoz 200/16 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Tilidin-N Sandoz 200/16 mg aufzubewahren?

Weitere Angaben



1. Was ist Tilidin-N Sandoz 200/16 mg und wofür wird es angewendet?


Tilidin-N Sandoz 200/16 mg ist eine Kombination aus einem stark wirksamen Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und einem Opioid-Antagonisten.


Tilidin-N Sandoz 200/16 mg wird zur Behandlung starker und sehr starker Schmerzen eingenommen.



2. Was müEssen Sie vor der Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg beachten?


Tilidin-N Sandoz 200/16 mg darf nicht eingenommen werden, wenn Sie


- überempfindlich (allergisch) gegenüber Tilidin, Naloxon oder einem der sonstigen Bestandteile sind

- von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden abhängig sind wegen der Gefahr unmittelbar auftretender Entzugserscheinungen.


Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg ist erforderlich

wenn bei Ihnen andere Abhängigkeitserkrankungen (z. B. Arzneimittel- oder Alkohol-Abhängigkeit) bestehen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben früher einmal bei Ihnen zutrafen.


Bei ausgeprägter Leberfunktionsstörung (z. B. hochgradige Leberinsuffizienz) kann es zu einem Wirkungsverlust von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg kommen. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt.


Warnung vor missbräuchlicher Anwendung

Vor jedem Missbrauch von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg durch Drogenabhängige wird dringend gewarnt!


Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin Tilidin-N Sandoz 200/16 mg in hohen Einnahmemengen missbräuchlich einnehmen, löst Tilidin-N Sandoz 200/16 mg akute Entzugserscheinungen aus oder verstärkt bereits bestehende Entzugserscheinungen.


Tilidin-N Sandoz 200/16 mg ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!


Kinder

Tilidin-N Sandoz 200/16 mg darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da bisher keine Erfahrungen vorliegen.



Bei Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Bei gleichzeitiger Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg und Alkohol oder Beruhigungsmitteln kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen auf das Zentralnervensystem.


Bei Anwendung weiterer auf das Zentralnervensystem dämpfend wirkender Arzneimittel ist in Einzelfällen eine Hemmung der Atmung nicht auszuschließen.


Tilidin-N Sandoz 200/16 mg soll nicht mit anderen Schmerzmitteln eingenommen werden, die in gleicher Art wie Tilidin wirken (Opioide), da die Wechselwirkungen durch gegenseitige Beeinflussung nicht abgeschätzt werden können.


In Einzelfällen wurde bei Patienten, die Tilidin/Naloxon-haltige Retardtabletten erhielten und unter Dauerbehandlung mit Phenprocoumon (blutgerinnungshemmendes Arzneimittel) standen, ein Abfall des Quick-Wertes beobachtet. Deshalb sollten die Kontrollen des Quick-Wertes in der Anfangszeit und bei Beendigung der Behandlung mit Tilidin-N Sandoz 200/16 mg engmaschig erfolgen, um gegebenenfalls die Dosierung von Phenprocoumon entsprechend anpassen zu können.



Bei Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Trinken Sie während der Behandlung mit Tilidin-N Sandoz 200/16 mg keinen Alkohol, da seine Wirkung verstärkt werden kann.


Schwangerschaft und Stillzeit

Sie sollten Tilidin-N Sandoz 200/16 mg während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strengster Nutzen-Risiko-Abschätzung durch Ihren Arzt einnehmen, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen.


Es ist nicht bekannt, ob Tilidin-N Sandoz 200/16 mg in die Muttermilch übergeht. Ist in der Stillzeit eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollten Sie abstillen.


Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.



Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Tilidin-N Sandoz 200/16 mg kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.


Sie dürfen die oben genannten Tätigkeiten nur dann ausüben, wenn es Ihnen Ihr Arzt ausdrücklich gestattet hat. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B. Auto fahren können.



Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg

Dieses Arzneimittel enthält Lactose (Milchzucker). Bitte nehmen Sie daher Tilidin-N Sandoz 200/16 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer Zuckerunverträglichkeit leiden.



3. Wie ist Tilidin-N Sandoz 200/16 mg einzunehmen?


Nehmen Sie Tilidin-N Sandoz 200/16 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.


Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Tilidin-N Sandoz 200/16 mg eignet sich besonders zur Behandlung chronischer Schmerzen. Die erforderliche Dosis und das Einnahmeintervall werden vom Arzt für jeden Patienten individuell ermittelt.


Die Tagesdosis von Tilidin-N Sandoz kann, je nach Schmerzstärke und individuellem Ansprechen auf die Behandlung, zwischen 100 mg* und maximal 600 mg (bezogen auf Tilidinhydrochlorid) liegen.


Die übliche Anfangsdosierung von Tilidin-N Sandoz beträgt

2-mal 100 mg*. Dabei sollte ein zeitlicher Abstand von 12 Stunden zwischen den Einnahmen eingehalten werden.


Falls Sie bisher kein Opioid eingenommen haben, wird Ihr Arzt gegebenenfalls die Anfangsdosis von Tilidin-N Sandoz auf 2-mal täglich 50 mg* verringern.


Ist die Schmerzbehandlung mit 2-mal täglich 100 mg* Tilidin-N Sandoz nicht ausreichend, wird Ihr Arzt die Dosierung von Tilidin-N Sandoz stufenweise bis zu einer Dosis erhöhen, die eine ausreichende Schmerzkontrolle bei tolerierbaren Nebenwirkungen erzielt.


Tilidin-N Sandoz 200/16 mg eignet sich für eine Tagesdosierung ab 400 mg (bezogen auf Tilidinhydrochlorid).


Erwachsene nehmen 2-mal täglich 1 Tilidin-N Sandoz 200/16 mg Retardtablette (entsprechend 400 mg Tilidinhydrochlorid) ein.


* Hierfür stehen Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.


Werden andere Dosierungen benötigt, stehen dafür Tilidin-N Sandoz Retardtabletten in anderen Stärken zur Verfügung. Alle Tablettenstärken können bei Bedarf miteinander kombiniert werden.


Hinweis

Die hier empfohlenen Dosierungen sind Richtwerte. Im Einzelfall kann zur Behandlung sehr starker Schmerzen eine Überschreitung der Maximaldosis und die Verkürzung des Einnahmeintervalls notwendig werden.


Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Einschränkung der Nierenfunktion erfordert keine Dosisänderung.


Dosierung bei älteren Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.


Art der Anwendung

Nehmen Sie die Retardtabletten unabhängig von der Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Die Retardtabletten dürfen nicht geteilt werden, da hierdurch die verlängerte Freisetzung der Wirkstoffe nicht mehr gewährleistet ist. Nehmen Sie Tilidin-N Sandoz 200/16 mg nach dem von Ihrem Arzt bestimmten festen Zeitschema (z. B. morgens 8.00 Uhr und abends 20.00 Uhr) ein.



Dauer der Anwendung

Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.


Grundsätzlich sollte die kleinste schmerzlindernde Einnahmemenge gewählt werden.


Erfahrungen in der Langzeittherapie sind in einigen Fällen für einen Zeitraum von mehr als 2 Jahren dokumentiert.


Nach längerer Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg soll das Präparat nicht abrupt abgesetzt werden. Die Dosisverringerung soll nach Anweisung Ihres Arztes schrittweise erfolgen.


Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg zu stark oder zu schwach ist.



Wenn Sie eine größere Menge Tilidin-N Sandoz 200/16 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine Einzelgabe von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg versehentlich doppelt einnehmen, kann dies verstärkt zu den unter 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“ beschriebenen Erscheinungen führen.


Nach Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kommt es zu Schwindelgefühl, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Ataxie (Störung im geordneten Bewegungsablauf), Bewegungsunruhe und gesteigerten Reflexen. Bei sehr starker Überdosierung kann eine Verminderung der Atmung auftreten.


Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!


Mögliche ärztliche Behandlungsmaßnahmen sind die primäre Giftentfernung durch Magenspülung, Resorptionsverminderung durch Kohlegabe, Kreislaufstabilisierung durch Elektrolytinfusionen sowie Verbesserung der Atemfunktion durch Sauerstoff-Inhalationen und kontrollierte Beatmung. Bei exzitatorischen Symptomen Diazepam intravenös in üblicher Dosierung. Als Gegenmittel kann Naloxon intravenös (z. B. 0,4 mg) verabreicht werden.



Wenn Sie die Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg vergessen haben

Wenn Sie eine geringere Dosis als vorgesehen von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg eingenommen oder die Einnahme ganz vergessen haben, führt dies zu einer mangelhaften bzw. fehlenden Schmerzlinderung. Sie können die Tabletteneinnahme nachholen, wenn die nächste reguläre Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen war. Im Weiteren können Sie den bisherigen Einnahmeplan beibehalten.

Ist der Zeitraum bis zur nächsten Einnahme kürzer als 8 Stunden, nehmen Sie die Retardtablette auch, aber der Einnahmeplan verschiebt sich jetzt. Bitte sprechen Sie über das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Grundsätzlich sollten Sie Tilidin-N Sandoz 200/16 mg nicht häufiger als alle 8 Stunden einnehmen.



Wenn Sie die Einnahme von Tilidin-N Sandoz 200/16 mg abbrechen

Unterbrechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt.


Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung in Frage kommen.


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.



4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann Tilidin-N Sandoz 200/16 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:


Sehr häufig:
mehr als 1 von 10 Behandelten

häufig:
weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:
weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

Selten:
weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten:
1 oder weniger von 10.000 Behandelten einschließlich Einzelfälle



Nebenwirkungen:

Magen-Darm-Beschwerden

Zu Behandlungsbeginn können sehr häufig Übelkeit und Erbrechen auftreten, die bei weiterer Behandlung nur noch häufig bis gelegentlich oder selten vorkommen.

Über Durchfall und unspezifische Bauchschmerzen wurde berichtet.


Beschwerden des Nervensystems

Gelegentlich treten Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit auf. Über Kopfschmerzen und vermehrtes Schwitzen wurde berichtet.


Diese Krankheitszeichen können verstärkt unter körperlicher Belastung auftreten. Vermeiden Sie daher nach Möglichkeit körperliche Anstrengung. Bei Schwindelgefühl sollten Sie sich hinlegen.


Beeinträchtigungen des blutbildenden Systems, der Nieren- oder Leberfunktionen durch Tilidin-N Sandoz 200/16 mg wurden bisher nicht beobachtet.


Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,



5. Wie ist Tilidin-N Sandoz 200/16 mg aufzubewahren?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!


Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Durchdrückstreifen und der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.




6. Weitere ANGABEN

Was Tilidin-N Sandoz 200/16 mg enthält

Die Wirkstoffe sind Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid.


1 Retardtablette enthält 205,74 mg Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, entsprechend 200 mg Tilidinhydrochlorid und 17,60 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, entsprechend 16 mg Naloxonhydrochlorid.


Die sonstigen Bestandteile sind:

mikrokristalline Cellulose, Copovidon, Glycerol(mono,tri)docosanoat, Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), hydriertes Rizinusöl, hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure (Ph.Eur.), mittelkettige Triglyceride, Titandioxid (E 171)




Inhalt der Packung

Tilidin-N Sandoz 200/16 mg ist in Originalpackungen mit

20 (N1), 50 (N2) und 100 (N3) Retardtabletten erhältlich.



Pharmazeutischer Unternehmer

Sandoz Pharmaceuticals GmbH

Carl-Zeiss-Ring 3

85737 Ismaning

E-mail:info@sandoz.de



Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

D-39179 Barleben



Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2006.



Tilidin-N Sandoz 200/16 mg Retardtabletten GI 11/11 Februar 2006