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Torem Cor

Document: 21.03.2005   Fachinformation (deutsch) change

Torem® RR/Cor/10/10 Injektionslösung/20 Injektionslösung ENR 2125206-08, 2125210-11

1.3.1.1 - Fachinformation



1.3.1.1 Fachinformation



Fachinformation

1. Bezeichnung der Arzneimittel

Torem® RR
Wirkstoff: 2,5 mg Torasemid/Tablette

Torem® Cor
Wirkstoff: 5 mg Torasemid/Tablette

Torem® 10
Wirkstoff: 10 mg Torasemid/Tablette

Torem® 10 Injektionslösung
Wirkstoff: Torasemid-Natrium 10,631 mg,
entsprechend Torasemid 10 mg/2 ml

Torem® 20 Injektionslösung
Wirkstoff: Torasemid-Natrium 21,262 mg,
entsprechend Torasemid 20 mg/4 ml

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Torem® RR:

1 Tablette enthält 2,5 mg Torasemid.

Torem® Cor:

1 Tablette enthält 5 mg Torasemid.

Torem® 10:

1 Tablette enthält 10 mg Torasemid.

Torasemid liegt in den Tabletten in der stabilen Modifikation I vor.


Torem®10 Injektionslösung:

1 Ampulle enthält 10,631 mg Torasemid-Natrium,
entsprechend 10 mg Torasemid in 2 ml Injektionslösung.

Torem®20 Injektionslösung:

1 Ampulle enthält 21,262 mg Torasemid-Natrium,
entsprechend 20 mg Torasemid in 4 ml Injektionslösung.


Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsformen

Torem® RR/Cor/10:

Tabletten

Torem®10/20 Injektionslösung:

Injektionslösung

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Torem® RR:

Essentielle Hypertonie.

Torem® Cor/10:

Behandlung und Vorbeugung des Wiederauftretens kardialer Ödeme und/oder Ergüsse aufgrund einer Herzinsuffizienz.

Torem®10/20 Injektionslösung:

Behandlung kardialer Ödeme und/oder Ergüsse aufgrund einer Herzinsuffizienz, wenn eine intravenöse Therapie notwendig ist (z. B. Lungenödem aufgrund akuter Herzmuskelschwäche).

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Torem® RR:

Die Behandlung wird mit 2,5 mg Torasemid 1‑mal täglich begonnen. Die blutdrucksenkende Wirkung von Torasemid setzt langsam in der ersten Woche ein und erreicht spätestens nach ca. 12 Wochen ihr größtes Ausmaß.

Sollte nach 12‑wöchiger Therapie mit täglich 2,5 mg Torasemid keine Blut­drucknormalisierung erreicht worden sein, kann eine Erhöhung der Dosis auf 5 mg Torasemid pro Tag erfolgen. Eine zusätzliche blutdrucksenkende Wirkung durch die Dosiserhöhung ist insbesondere bei anfänglich schwe­rem Bluthochdruck (diastolischer Blutdruck größer als 115 mmHg) sowie bei eingeschränkter Nierenfunktion zu erwarten.

Eine weitere Erhöhung der täglichen Dosis über 5 mg Torasemid sollte nicht erfolgen, da dadurch keine weitere Blutdrucksenkung zu erwarten ist.


Torem® Cor/10:

Die Therapie wird mit täglich 5 mg Torasemid begonnen. Diese Dosis stellt normalerweise auch die Erhaltungsdosis dar.

Bei unzureichender Wirksamkeit kann in Abhängigkeit von dem Schwere­grad des Krankheitsbildes die Dosis auf bis zu 20 mg Torasemid pro Tag gesteigert werden.

Die Behandlung mit 10 mg Torasemid ist angezeigt, wenn die Normal­dosierung von 5 mg Torasemid pro Tag unzureichend wirkt.

In diesen Fällen werden täglich 10 mg Torasemid eingenommen, in Abhängigkeit vom Schweregrad des Krankheitsbildes kann die Dosis auf bis zu 20 mg Torasemid gesteigert werden.


Die Tabletten sollen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit morgens einge­nommen werden.

Die biologische Verfügbarkeit von Torasemid ist unabhängig von der Nahrungsaufnahme.


Torem®10/20 Injektionslösung:
(2/4 ml Injektionslösung entsprechen 10/20 mg Torasemid)

Die Therapie sollte mit einer Einzeldosis von 2 ml Torem®10/20 Injektions­lösung pro Tag (entsprechend 10 mg Torasemid) begonnen werden. Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis auf 4 ml Torem®10/20 Injektions­lösung als Einzeldosis (entsprechend 20 mg Torasemid) gesteigert werden. Bei weiterhin unzureichender Wirkung kann ein befristeter Therapieversuch (maximal 3 Tage) mit bis zu 8 ml Torem®10/20 Injektionslösung pro Tag (entsprechend 40 mg Torasemid) erfolgen.

Akutes Lungenödem:

Bei akutem Lungenödem sollten anfänglich 4 ml Torem®10/20 Injektions­lösung intravenös als Einzelgabe gegeben werden (entsprechend 20 mg Torasemid). In Abhängigkeit vom Therapieerfolg kann diese Dosis jeweils nach einer halben Stunde wiederholt werden, maximal sollten nicht mehr als 20 ml Torem®10/20 Injektionslösung (entsprechend 100 mg Torasemid) innerhalb von 24 Stunden gegeben werden.

Die Injektionslösung ist intravenös zu verabreichen, die intravenöse Injektion soll langsam durchgeführt werden.

Nicht intraarteriell applizieren!

Zur Dauerbehandlung empfiehlt sich die frühzeitige Umstellung von der intravenösen auf die orale Therapie. Intravenös sollte Torasemid nicht länger als eine Woche gegeben werden.


Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz sollte die Behandlung mit Vorsicht er­folgen, da die Plasmakonzentrationen von Torasemid erhöht sein können.

Ältere Patienten

Für ältere Patienten gelten keine abweichenden Dosierungsempfehlungen. Ausreichende vergleichende Untersuchungen zwischen älteren und jüngeren Patienten liegen jedoch nicht vor.

4.3 Gegenanzeigen

Torem® RR/Cor/10 bzw. Torem® 10/20 Injektionslösung dürfen nicht angewendet werden bei:

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Torasemid, Sulfonylharnstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile von Torem® RR/Cor/10 bzw. Torem® 10/20 Injektionslösung

- Nierenversagen mit Anurie

- Coma oder Praecoma hepaticum

- Hypotonie

- Hypovolämie

- Hyponatriämie, Hypokaliämie

- erheblichen Miktionsstörungen (z. B. aufgrund von Prostatahypertrophie)

- Stillzeit.

4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Da bisher keine ausreichenden Therapieerfahrungen vorliegen, sollte Torasemid nicht angewendet werden bei:

- Gicht

- kardialen Arrhythmien (z. B. SA‑Block, AV‑Block II. oder III. Grades)

- krankhaften Veränderungen des Säure-/Basen-Haushaltes

- gleichzeitiger Lithium‑, Aminoglykosid‑ oder Cephalosporintherapie

- krankhaften Veränderungen des Blutbildes (z. B. Thrombozytopenie oder Anämie bei Patienten ohne Niereninsuffizienz)

- Niereninsuffizienz aufgrund nephrotoxischer Substanzen

- Kindern unter 12 Jahren.

Torem®RR, Torem®Cor und Torem®10 enthalten Lactose. Daher sollten Patienten mit seltenen hereditären Problemen von Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption diese Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen müssen beachtet werden:

Torasemid verstärkt die Wirkung anderer blutdrucksenkender Arzneimittel, insbesondere die von ACE-Hemmern. Wenn ACE-Hemmer zusätzlich oder unmittelbar im Anschluss an eine Therapie mit Torasemid gegeben werden, kann ein übermäßiger Blutdruckabfall erfolgen.

Ein durch Torasemid verursachter Kaliummangel kann zu vermehrten und verstärkten Nebenwirkungen von gleichzeitig gegebenen Digitalispräpa­raten führen.

Torasemid kann die Wirkung von Antidiabetika vermindern.

Probenecid und nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin, Acetyl­salicylsäure) können die diuretische und blutdrucksenkende Wirkung von Torasemid abschwächen.

Bei hoch dosierter Salicylattherapie kann deren toxische Wirkung auf das zentrale Nervensystem durch Torasemid verstärkt werden.

Torasemid kann, insbesondere bei hoch dosierter Therapie, zu einer Verstärkung folgender Nebenwirkungen führen:
Oto‑ und nephrotoxische Wirkungen von Aminoglykosid-Antibiotika (z. B. Kanamycin, Gentamycin, Tobramycin), zytostatisch wirksamen Platinderivaten sowie nephrotoxische Wirkungen von Cephalosporinen.

Torasemid kann die Wirkungen von Theophyllin sowie die Muskel erschlaf­fende Wirkung von curareartigen Arzneimitteln verstärken.

Laxanzien sowie Mineralo‑ und Glucocorticoide können einen durch Torasemid bedingten Kaliumverlust verstärken.

Bei gleichzeitiger Therapie mit Torasemid und Lithium kann es zu einem Anstieg der Lithium-Serumkonzentration und somit zu verstärkten Wir­kungen und Nebenwirkungen des Lithiums kommen.

Torasemid kann die gefäßverengende Wirkung von Katecholaminen (z. B. Adrenalin, Noradrenalin) vermindern.

Eine gleichzeitige Colestyramin-Therapie kann die Resorption von Tora­semid p.o. und somit dessen Wirkung vermindern.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen bezüglich der Wirkung von Torasemid auf den menschlichen Embryo oder Feten vor. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt. Torasemid war im Tierexperiment plazentagängig (siehe Abschnitt 5.3).

Solange keine weiteren Daten verfügbar sind, darf Torasemid während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation verabreicht werden. Dabei darf nur die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt werden.

Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet, da sie die Perfusion der Plazenta und damit das intrauterine Wachstum beeinträchtigen können. Falls Tora­semid bei Herz‑ oder Niereninsuffizienz der Schwangeren verabreicht werden muss, sind Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Föten genau zu überwachen.

Stillzeit

Es liegen keine Daten zum Übergang von Torasemid in die Muttermilch bei Menschen oder Tieren vor. Daher ist die Anwendung von Torasemid wäh­rend der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Falls die Anwendung während der Stillzeit unumgänglich ist, muss abgestillt werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Torasemid kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reak­tionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behand­lungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel oder zu Beginn einer Zusatzmedikation sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Unter der Therapie mit Torem® RR/Cor/10 bzw. Torem® 10/20 Injektions­lösung können die nachfolgend genannten Nebenwirkungen auftreten.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeits­angaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: ≥ 10 %
Häufig: ≥ 1 % – < 10 %
Gelegentlich: ≥ 0,1 % – < 1 %
Selten: ≥ 0,01 % – < 0,1 %
Sehr selten: < 0,01 %, einschl. Einzelfälle

Stoffwechsel / Elektrolyte

Häufig: Verstärkung einer metabolischen Alkalose. Muskelkrämpfe (insbesondere zu Therapiebeginn). Erhöhungen der Konzen­tration von Harnsäure und Glucose im Blut sowie der Blutfette (Triglyceride, Cholesterin). Hypokaliämie bei gleichzeitiger kaliumarmer Ernährung, bei Erbrechen, Durchfall, nach über­mäßigem Gebrauch von Abführmitteln sowie bei Patienten mit chronischer Leberfunktionsstörung.

In Abhängigkeit von der Dosierung und der Behandlungs­dauer kann es zu Störungen des Wasser‑ und Elektrolyt­haushaltes kommen, insbesondere z. B. zu Hypovolämie, Hypokaliämie und/oder Hyponatriämie.

Herz-Kreislauf-System

Sehr selten: Aufgrund einer Hämokonzentration können thromboemboli­sche Komplikationen, Verwirrtheitszustände, Hypotonie sowie kardiale und zentrale Zirkulationsstörungen (einschl. Ischämie des Herzens und des Hirns) auftreten. Diese können z. B. zu Arrhythmien, Angina pectoris, akutem Myokardinfarkt oder Synkopen führen.

Magen-Darm-Trakt

Häufig: Gastrointestinale Störungen (z. B. Inappetenz, Magenschmer­zen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Obstipation) insbesondere zu Behandlungsbeginn.

Sehr selten: Pankreatitis.

Nieren und Harntrakt

Gelegentlich: Erhöhung der Konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff im Blut.

Bei Patienten mit Miktionsstörungen (z. B. aufgrund einer Prostatahypertrophie) kann eine vermehrte Harnproduktion zu Harnverhaltung und Überdehnung der Blase führen.

Leber

Häufig: Anstieg bestimmter Leberenzymkonzentrationen (Gamma-GT) im Blut.

Haut, allergische Reaktionen

Sehr selten: Allergische Reaktionen (z. B. Pruritus, Exantheme, Photo­sensibilität), schwere Hautreaktionen.

Akute, eventuell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock) können bei intravenöser Gabe auftreten und erfordern entsprechende Notfallmaßnahmen (siehe Abschnitt 4.9).

Blut und blutbildendes System

Sehr selten: Verminderung der Thrombozyten, Erythrozyten und/oder Leukozyten.

Allgemein

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche (insbeson­dere zu Therapiebeginn).

Gelegentlich: Xerostomie, Parästhesien.

Sehr selten: Sehstörungen, Tinnitus, Hörverlust.

Hinweise

Bei längerer Therapie mit Torasemid ist eine regelmäßige Kontrolle des Elektrolythaushaltes, insbesondere des Serum-Kaliums, durchzuführen.

Ebenfalls sind Glucose, Harnsäure, Kreatinin und Lipide im Blut in regel­mäßigen Abständen zu kontrollieren.

Da es zu einem Anstieg der Blutglucose kommen kann, wird eine sorg­fältige Kontrolle des Kohlenhydratstoffwechsels bei Patienten mit latentem bzw. manifestem Diabetes mellitus empfohlen.

Ebenfalls ist das Blutbild (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.

Besonders zu Beginn der Behandlung und bei älteren Patienten ist auf Anzeichen von Elektrolytverlust und Hämokonzentration zu achten.

4.9 Überdosierung

a) Symptome der Intoxikation

Ein typisches Vergiftungsbild ist unbekannt. Bei Überdosierung kann es zu einer starken Diurese mit der Gefahr von Flüssigkeits‑ und Elektrolytver­lusten, eventuell zu Somnolenz, Verwirrtheitssyndrom, symptomatischer Hypotension, Kreislaufkollaps und gastrointestinalen Symptomen kommen.

b) Therapie von Intoxikationen

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die Symptome der Intoxikation schwinden in der Regel durch Dosisreduktion oder Absetzen des Arznei­mittels und gleichzeitige Flüssigkeits‑ und Elektrolytsubstitution (Kontrolle!).

Torasemid ist nicht dialysierbar und somit beschleunigt eine Hämodialyse nicht seine Elimination.

Therapie bei Hypovolämie: Volumensubstitution.

Therapie bei Hypokaliämie: Kaliumsubstitution.

Therapie bei Kreislaufkollaps: Schocklagerung, falls nötig Schocktherapie.

Sofortmaßnahmen bei anaphylaktischem Schock:

Bei den ersten Anzeichen (z. B. kutane Reaktionen wie Urtikaria oder Flush, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose):

- venösen Zugang schaffen

- neben anderen gebräuchlichen Notfallmaßnahmen Kopf-Oberkörper-Tieflage, Atemwege freihalten, Applikation von Sauerstoff!

- falls nötig sind weitere, ggf. auch intensivmedizinische Maßnahmen (u. a. Gabe von Epinephrin, Volumenersatzmittel, Glukokortikoid) einzuleiten.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Schleifendiuretikum/Saluretikum

ATC-Code: C03CA04

Torasemid wirkt saluretisch aufgrund einer Hemmung der renalen Natrium‑ und Chloridrückresorption im aufsteigenden Schenkel der Henleschen Schleife.

Beim Menschen setzt die diuretische Wirkung nach i.v. und oraler Gabe schnell ein mit einem Wirkungsmaximum innerhalb der ersten Stunde bzw. nach 2 bis 3 Stunden und hält bis zu 12 Stunden an. Bei gesunden Pro­banden wurde im Dosisbereich 5 – 100 mg eine zum Logarithmus der Dosis proportionale Diuresesteigerung (“High-ceiling-Aktivität") beobachtet. Eine Diuresesteigerung kann auch dann erfolgen, wenn andere harntrei­bende Arzneimittel (z. B. distal wirkende Thiazide) nicht mehr ausreichend wirken, z. B. bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Aufgrund dieser Eigenschaften führt Torasemid zu einer Ausschwemmung von Ödemen. Bei Herzinsuffizienz bewirkt Torasemid eine Verbesserung der Symptomatik und durch Senkung der Vor‑ und Nachlast eine Ver­besserung der Arbeitsbedingungen des Myokards.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Torasemid setzt nach oraler Gabe langsam in der ersten Behandlungswoche ein, der maximale blutdruck­senkende Effekt wird spätestens nach ca. 12 Wochen erreicht. Torasemid senkt den Blutdruck über eine Reduktion des peripheren Widerstandes. Dieser Effekt wird auf die Normalisierung einer gestörten Elektrolytbalance zurückgeführt, und zwar hauptsächlich auf eine Reduktion der bei Hyper­tonikern erhöhten Aktivität der freien Ca2+-Ionen in den Zellen der arteriel­len Gefäßmuskulatur. Dadurch wird vermutlich die erhöhte Kontraktilität bzw. Ansprechbarkeit der Gefäße auf körpereigene pressorische Sub­stanzen, z. B. Katecholamine, reduziert.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

1. Resorption und Verteilung

Torasemid wird nach oraler Gabe schnell und nahezu vollständig resorbiert, der maximale Serumspiegel nach 1 bis 2 Stunden erreicht.

Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 80 – 90 %, ein First-Pass-Effekt liegt unter der Annahme einer vollständigen Resorption bei maximal 10 – 20 %.

Aus den Daten zweier Studien geht übereinstimmend hervor, dass nach Nahrungsaufnahme die (zeitabhängige) Absorptionsrate von Torasemid zwar vermindert (niedrigere Cmax‑ sowie erhöhte tmax‑Werte), die Gesamt­resorption von Torasemid durch die Nahrungsaufnahme jedoch nicht beeinträchtigt wird.

Torasemid ist zu mehr als 99 % an Plasmaproteine gebunden, die Metabo­liten M1, M3 und M5 zu 86 %, 95 % und 97 %. Das scheinbare Verteilungs­volumen (Vz) liegt bei 16 l.

2. Metabolismus

Torasemid wird beim Menschen zu den drei Metaboliten M1, M3 und M5 metabolisiert. Für das Auftreten weiterer Metaboliten gibt es keine Hin­weise. Die Metabolite M1 und M5 entstehen durch stufenweise Oxidation der Methylgruppe am Phenylring bis zur Carbonsäure, Metabolit M3 durch Ringhydroxylierung.

Die im Tierversuch gefundenen Metaboliten M2 und M4 konnten beim Menschen nicht nachgewiesen werden.

Torasemid und seine Metaboliten sind durch eine dosislineare Kinetik gekennzeichnet, d. h. maximale Serumkonzentration und Flächen unter den Serumspiegelkurven nehmen proportional zur Dosis zu.

3. Elimination

Die terminale Halbwertszeit (t½) von Torasemid und seinen Metaboliten beträgt bei Gesunden 3 bis 4 Stunden. Die totale Clearance von Torasemid liegt bei 40 ml/min, die renale Clearance bei ca. 10 ml/min.

Ca. 80 % der verabreichten Dosis werden beim gesunden Probanden als Torasemid und Metaboliten im Urin wiedergefunden mit folgender mittlerer prozentualer Verteilung: Torasemid ca. 24 %, Metabolit M1 ca. 12 %, Metabolit M3 ca. 3 %, Metabolit M5 ca. 41 %. Der Hauptmetabolit M5 ist diuretisch unwirksam, den wirksamen Metaboliten M1 und M3 sind zusammen ca. 10 % der pharmakodynamischen Wirkung zuzuschreiben.

Bei Niereninsuffizienz sind die totale Clearance und die Eliminationshalb­wertszeit von Torasemid unverändert, die Halbwertszeit von M3 bzw. M5 verlängert. Das pharmakodynamische Verhalten bleibt jedoch unverändert, die Wirkdauer wird vom Schweregrad der Niereninsuffizienz nicht beein­flusst. Torasemid und seine Metaboliten werden nicht nennenswert mittels Hämodialyse oder Hämofiltration eliminiert.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung bzw. Herzinsuffizienz sind die Eliminationshalbwertszeiten von Torasemid und Metabolit M5 geringfügig verlängert, die im Urin ausgeschiedenen Substanzmengen entsprechen weitgehend denen bei Gesunden.

Eine Kumulation von Torasemid und Torasemid-Metaboliten ist daher nicht zu erwarten.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Tierversuche zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität, Muta­genität und Kanzerogenität ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für die Anwendung beim Menschen.

Bei reproduktionstoxikologischen Studien ergaben sich keine teratogenen Wirkungen an Ratten, jedoch wurde bei trächtigen Kaninchen und Ratten unter hohen Dosierungen eine fetale und maternale Toxizität beobachtet. Bei Ratten konnte die Plazentagängigkeit von Torasemid gezeigt werden. Auswirkungen auf die Fertilität wurden nicht beobachtet.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Sonstige Bestandteile

Torem® RR/Cor/10:

Lactose-Monohydrat
Maisstärke
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Torem® 10/20 Injektionslösung:

Natriumhydroxid
Trometamol
Macrogol 400
Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Torem®10/20 Injektionslösung darf nicht mit anderen Arzneimittelnzusammen als Mischspritze bzw. ‑infusion verwendet werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt für alle Darreichungsformen 5 Jahre.

6.4 Besondere Lagerungshinweise

Torem® RR, Torem® 10/20 Injektionslösung:

Nicht über 25 °C lagern.

Torem® Cor/10:

Keine.

6.5 Art und Inhalt der Behältnisse

Torem® RR:

Originalpackung mit 20 Tabletten (N 1)
Originalpackung mit 50 Tabletten (N 2)
Originalpackung mit 100 Tabletten (N 3)

Torem® Cor/10:

Originalpackung mit 30 Tabletten (N 1)
Originalpackung mit 50 Tabletten (N 2)
Originalpackung mit 100 Tabletten (N 3)
Klinikpackung mit 400 (20 x 20) Tabletten

Torem® 10/20 Injektionslösung:

Originalpackung mit 5 Ampullen (N 1)
Klinikpackung mit 25 (5 x 5) Ampullen

6.6 Hinweise für die Handhabung

Keine.

7. Pharmazeutischer Unternehmer

BERLIN-CHEMIE AG
Glienicker Weg 125
12489 Berlin
Telefon: (030) 6707-0 (Zentrale)
Telefax: (030) 6707-2120

8. Zulassungsnummern

Torem® RR: 25206.00.00
Torem® Cor: 25206.01.00
Torem® 10: 25206.02.00
Torem® 10 Injektionslösung: 25210.00.00
Torem® 20 Injektionslösung: 25210.01.00

9. Datum der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

19.12.1991 / 28.01.2005

10. Stand der Information

Januar 2005

11. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig



Endgültige Version - Seite 10 von 10 - Datum: 04.03.2005