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Vagifem



Gebrauchsinformation Vagifem

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR DEN ANWENDER

Vagifem 25 Mikrogramm Vaginaltabletten

Estradiol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1.    Was ist Vagifem und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Vagifem beachten?

3.    Wie ist Vagifem anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Vagifem aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.    Was ist Vagifem und wofur wird es angewendet?

Vagifem enthalt Estradiol.

•    Estradiol ist ein weibliches Sexualhormon

•    Es gehort zu den Estrogenen

•    Es ist mit dem Estradiol, das in den weiblichen Eierstocken produziert wird, identisch.

Vagifem gehort zu der Gruppe von Arzneimitteln, die zur lokalen Hormonersatztherapie (HRT) angewendet werden.

Es wird angewendet, um Wechseljahresbeschwerden in der Scheide wie z. B. Trockenheit oder Reizerscheinungen zu lindern. In der medizinischen Fachsprache wird diese Erkrankung als vaginale Atrophie bezeichnet. Sie wird verursacht durch einen Abfall des Spiegels an weiblichem Geschlechtshormon (Estrogen), der normalerweise nach der letzten naturlichen Periodenblutung (Menopause) auftritt. Vagifem wird bei Frauen nach der letzten naturlichen Periodenblutung (der Menopause) angewendet.

Vagifem ersetzt das Estrogen, das normalerweise in den Eierstocken der Frau produziert wird. Es wird in die Vagina eingefuhrt, auf diese Weise wird das Hormon dort freigesetzt, wo es benotigt wird. Dadurch werden vaginale Beschwerden gelindert.

Bei Frauen, die alter als 65 Jahre sind, sind die therapeutischen Erfahrungen begrenzt.

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Vagifem beachten?

Krankengeschichte und regelmaBige Kontrolluntersuchungen

Eine Hormonersatzbehandlung ist mit Risiken verbunden, welche vor der Entscheidung, die Behandlung zu beginnen bzw. fortzusetzen, beachtet werden mussen.

Bevor Sie eine Hormonersatzbehandlung beginnen (oder wieder aufnehmen), wird Ihr Arzt Ihre eigene Krankengeschichte und die Ihrer Familie erfassen. Ihr Arzt wird uber die Notwendigkeit einer korperlichen Untersuchung entscheiden. Dies kann, falls erforderlich, eine Untersuchung der Bruste und/oder eine Unterleibsuntersuchung umfassen.

Gehen Sie bitte regelmaBig, wie von Ihrem Arzt empfohlen, zur Vorsorgeuntersuchung Ihrer Bruste. Vagifem darf nicht angewendet werden,

wenn nachfolgend genannte Punkte auf Sie zutreffen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob dies der Fall ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Vagifem anwenden.

Sie durfen Vagifem nicht anwenden, wenn

•    Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Estradiol oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

•    Sie an Brustkrebs erkrankt sind oder fruher einmal erkrankt waren bzw. ein entsprechender Verdacht besteht

•    Sie an einer Form von Krebs leiden oder fruher einmal gelitten haben, dessen Wachstum von Estrogen abhangig ist, z. B. Krebs der Gebarmutterschleimhaut oder ein entsprechender Verdacht besteht

•    vaginale Blutungen unklarer Ursache auftreten

•    eine unbehandelte ubermaBige Verdickung der Gebarmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie) vorliegt, die nicht behandelt wird

•    sich bei Ihnen ein Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose) gebildet hat bzw. fruher einmal gebildet hatte, z. B. in den Beinen (Thrombose in den tiefen Venen) oder in der Lunge (Lungenembolie)

•    Sie unter einer Blutgerinnungsstorung leiden (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)

•    Sie eine Krankheit haben bzw. fruher einmal hatten, die durch Blutgerinnsel in den Arterien verursacht wird, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder anfallsartig auftretende Brustschmerzen mit Brustenge (Angina pectoris)

•    Sie eine Lebererkrankung haben oder fruher einmal hatten und sich die Leberfunktionswerte noch nicht wieder normalisiert haben

•    Sie unter einer seltenen erblich bedingten Blutkrankheit leiden, der so genannten Porphyrie

Wenn eine der oben genannten Krankheiten wahrend der Anwendung von Vagifem erstmalig auftritt, beenden Sie bitte sofort die Behandlung und suchen Sie unverzuglich Ihren Arzt auf.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie jemals von einem der nachfolgend aufgefuhrten gesundheitlichen Problemen betroffen waren. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt haufiger zur Durchfuhrung von Kontrolluntersuchungen aufsuchen. Vagifem wird, im Gegensatz zu systemisch verabreichtem Estrogen, lokal in der Vagina angewendet, und die Aufnahme in das Blut ist sehr gering. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die unten aufgefuhrten Erkrankungen wiederkehren oder sich wahrend der Behandlung mit Vagifem verschlechtern.

•    Asthma

•    Epilepsie

•    Zuckerkrankheit (Diabetes)

•    Gallensteine

•    Bluthochdruck

•    Migrane oder starke Kopfschmerzen

•    Lebererkrankung, z. B. ein gutartiger Lebertumor

•    Wachstum von Gebarmutterschleimhaut auBerhalb der Gebarmutter (Endometriose) oder fruher aufgetretenes ubermaBiges Wachstum der Gebarmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)

•    Erkrankung, die das Trommelfell und das Gehor beeintrachtigt (Otosklerose)

•    Erkrankung des Immunsystems, die viele Organfunktionen des Korpers beeintrachtigt (systemischer Lupus erythematodes, SLE)

•    erhohtes Risiko fur estrogenabhangigen Krebs (z. B. wenn Ihre Mutter, Schwester oder GroBmutter Brustkrebs hatten)

•    erhohtes Risiko fur die Bildung von Blutgerinnseln (siehe „Venose Blutgerinnsel (Thrombosen)“)

•    Gutartige Geschwulste in der Gebarmutter (Myome)

•    Sehr hohe Blutfettwerte (Triglyceride)

•    Flussigkeitseinlagerung infolge von Herz- oder Nierenerkrankungen.

Sie mussen die Behandlung sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen

wenn wahrend der Anwendung der Hormonersatzbehandlung eine der folgenden Krankheiten bzw. Situationen auftritt:

•    Migraneartige Kopfschmerzen, die erstmalig auftreten

•    Gelbfarbung Ihrer Haut oder des WeiBen Ihrer Augen (Gelbsucht). Dies kann auf eine Lebererkrankung hinweisen.

•    Deutliche Erhohung Ihres Blutdrucks (Beschwerden konnen Kopfschmerzen, Mudgkeit und Schwindel sein)

•    Krankheiten, die im Abschnitt „Vagifem darf nicht angewendet werden“ erwahnt sind

•    wenn Sie schwanger werden

•    wenn Sie Anzeichen fur Blutgerinnsel bemerken,    z.    B.

-    schmerzhafte Schwellung und Rotung der Beine

-    plotzliche Brustschmerzen

-    Atemnot

Weitere Information hierzu finden Sie unter „Venose Blutgerinnsel (Thrombosen)“

Die folgenden Risiken treffen fur HRT-Arzneimittel zu, die im Blut zirkulieren. Es ist nicht bekannt, ob diese Risiken auf lokal verabreichte Therapien wie Vagifem zutreffen.

Hormonersatzbehandlung und Krebs

UbermaBige Verdickung der Gebarmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und Krebs der Gebarmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

Wahrend einer Estrogen-Monotherapie erhoht sich das Risiko fur Krebs der Gebarmutterschleimhaut (Endometrium).

Es ist nicht sicher, ob eine Langzeitbehandlung (langer als ein Jahr) oder wiederholte Anwendung von vaginal verabreichten Estrogenprodukten ein ahnliches Risiko haben.

Es konnte nachgewiesen werden, dass Vagifem zu Beginn der Behandlung zu einem sehr geringen Anteil systemisch resorbiert wird, weshalb die zusatzliche Gabe von Gestagen hier nicht empfohlen wird.

Falls Sie Durchbruch- oder Schmierblutungen haben, ist dies normalerweise kein Grund, beunruhigt zu sein, aber Sie sollten sich einen Termin bei Ihrem Arzt geben lassen. Dies konnte ein Anzeichen dafur sein, dass Ihr Endometrium dicker geworden ist.

Brustkrebs

Es gibt Hinweise auf ein erhohtes Brustkrebsrisiko bei kombinierter Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen und moglicherweise auch bei alleiniger Anwendung von Estrogen. Das zusatzliche Risiko hangt von der Dauer der Hormonersatzbehandlung ab und zeigt sich innerhalb weniger Jahre. Nach Beendigung der Behandlung kehrt das Risiko jedoch innerhalb weniger Jahre (meist 5 Jahre) wieder zuruck auf den Stand bei Nichtanwenderinnen. Bei Frauen, deren Gebarmutter entfernt wurde und die eine Hormonersatzbehandlung mit Estrogen-Monopraparaten 5 Jahre lang anwenden, wurde kein oder nur ein geringfugig erhohtes Brustkrebsrisiko nachgewiesen.

Zum Vergleich

Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, werden durchschnittlich 9 bis 17 Brustkrebsfalle pro 1.000 Frauen innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren diagnostiziert. Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die eine kombinierte Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen uber 5 Jahre anwenden, betragt die Anzahl 13 bis 23 Falle pro 1.000 Frauen (d. h. 4 bis 6 zusatzliche Falle).

Untersuchen Sie regelmaBig Ihre Bruste. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie Veranderungen Ihrer Bruste bemerken, z. B.

•    Einziehungen (Dellenbildung) in der Haut

•    Veranderungen der Brustwarzen

•    Knoten, die Sie sehen oder fuhlen konnen

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist selten. Ein leicht erhohtes Risiko, Eierstockkrebs zu entwickeln, wurde fur Frauen berichtet, die uber einen Zeitraum von mindestens 5 bis 10 Jahren eine Hormonersatzbehandlung angewendet haben.

Zum Vergleich

Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, werden uber einen 5-Jahres-Zeitraum durchschnittlich 2 Falle von Eierstockkrebs pro 1.000 Frauen diagnostiziert. Bei Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung 5 Jahre lang anwenden, treten etwa 2 bis 3 Falle pro 1.000 Anwenderinnen auf (d. h. bis zu 1 zusatzlicher Fall).

Herz-/Kreislauf-Wirkungen einer Hormonersatzbehandlung

Venose Blutgerinnsel (Thrombosen)

Das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in den Venen (Thrombosen) bilden, ist bei Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, gegenuber Nichtanwenderinnen um etwa das 1,3- bis 3fache erhoht. Ein erhohtes Risiko besteht insbesondere wahrend des ersten Anwendungsjahres.

Blutgerinnsel konnen ernsthafte Folgen haben. Wenn ein Blutgerinnsel zu den Lungen wandert, kann dies Brustenge, Atemnot oder einen Ohnmachtsanfall verursachen oder sogar zum Tod fuhren.

Eine hohere Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, besteht fur Sie mit zunehmendem Alter und wenn eine der nachfolgend genannten Bedingungen auf Sie zutrifft. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, wenn auf Sie eine der folgenden Situationen zutrifft:

•    wenn Sie wegen einer groBeren Operation, Verletzung oder Krankheit langere Zeit nicht laufen konnen

•    wenn Sie stark ubergewichtig sind (BMI > 30 kg/m2)

•    wenn Sie unter einer Gerinnungsstorung leiden, die eine medikamentose Langzeitbehandlung zur Vorbeugung von Blutgerinnseln erfordert

•    wenn jemals bei einem nahen Verwandten von Ihnen ein Blutgerinnsel im Bein, in der Lunge oder in einem anderen Organ aufgetreten ist

•    wenn Sie unter einem systemischen Lupus erythematodes (SLE) leiden

•    wenn Sie Krebs haben.

Bezuglich Anzeichen fur Blutgerinnsel, siehe „Sie mussen die Behandlung sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen“

Zum Vergleich

Betrachtet man Frauen in ihren 50ern, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, ist uber einen 5-Jahres-Zeitraum durchschnittlich bei 4 bis 7 von 1.000 Frauen ein venoses Blutgerinnsel zu erwarten. Bei Frauen in ihren 50ern, die eine Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen uber 5 Jahre angewendet haben, treten 9 bis 12 Thrombosefalle pro 1.000 Anwenderinnen auf (d. h. 5 zusatzliche Falle).

Bei Frauen in ihren 50ern, deren Gebarmutter entfernt wurde und die eine Hormonersatzbehandlung nur mit Estrogen uber 5 Jahre angewendet haben, treten 5 bis 8 Thrombosefalle pro 1.000 Anwenderinnen auf (d. h. 1 zusatzlicher Fall).

Herzkrankheit (Herzinfarkt)

Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass eine Hormonersatzbehandlung einem Herzinfarkt vorbeugt. Bei Frauen, die alter als 60 Jahre sind und die eine kombinierte Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen anwenden, besteht im Vergleich zu Frauen, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, eine leicht erhohte Wahrscheinlichkeit, eine Herzkrankheit zu entwickeln.

Das Risiko, eine Herzkrankheit zu entwickeln, ist bei Frauen, deren Gebarmutter entfemt wurde und die nur Estrogene anwenden, nicht erhoht.

Schlaganfall

Das Schlaganfallrisiko ist bei Anwenderinnen einer Hormonersatzbehandlung etwa 1,5fach hoher als bei Nichtanwenderinnen. Die Anzahl der infolge der Anwendung einer Hormonersatzbehandlung zusatzlich auftretenden Schlaganfalle steigt mit zunehmendem Alter.

Zum Vergleich

Betrachtet man Frauen in ihren 50ern, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, sind uber einen 5-Jahres-Zeitraum 8 Schlaganfalle pro 1.000 Frauen zu erwarten. Bei Frauen in ihren 50ern, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, sind es 11 Falle pro 1.000 Anwenderinnen (d. h. 3 zusatzliche Falle).

Sonstige Erkrankungszustande

Nach der Anwendung von hormonellen Substanzen, wie sie in Vagifem enthalten sind, wurden in seltenen Fallen gutartige, in noch selteneren Fallen bosartige Lebertumore, die in Einzelfallen zu lebensbedrohlichen Blutungen im Bauchraum fuhrten, beobachtet.

Eine Hormonersatzbehandlung beugt keinen Gedachtnisstorungen vor.

Es gibt einige Hinweise auf ein erhohtes Risiko fur Gedachtnisstorungen bei Frauen, die zu Beginn der Anwendung einer Hormonersatzbehandlung alter als 65 Jahre waren. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt um Rat.

Anwendung von Vagifem zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Es ist jedoch nicht wahrscheinlich, dass Vagifem die Wirkung anderer Arzneimittel beeintrachtigt. Dies liegt an der lokalen Anwendung von Vagifem in der Scheide und an der geringen Dosis des Estradiols.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie durfen Vagifem in der Schwangerschaft nicht anwenden. Vagifem ist nur bei Frauen nach der Menopause vorgesehen. Wenn Sie wahrend der Behandlung mit Vagifem schwanger werden, mussen Sie die Behandlung sofort abbrechen und Ihren Arzt aufsuchen.

Sie durfen Vagifem in der Stillzeit nicht anwenden.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen bekannt.

3. Wie ist Vagifem anzuwenden?

Wenden Sie Vagifem immer genau nach Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Anwendung dieses Arzneimittels

•    Sie konnen mit der Behandlung mit Vagifem an jedem beliebigen Tag beginnen.

•    Vagifem wird mit Hilfe des Applikators in die Scheide eingefuhrt.

Wenn sich Ihre Symptome durch die Behandlung nach dreimonatiger Anwendung nicht gebessert haben oder wenn Sie die Behandlung schlecht vertragen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Die ANWEISUNGEN FUR DIE HANDHABUNG am Ende dieser Gebrauchsinformation zeigen Ihnen, wie Vagifem einzufuhren ist. Lesen Sie diese Anweisungen sorgfaltig durch, bevor Sie Vagifem anwenden.

Wie oft Sie Vagifem anwenden sollten

•    Wenden Sie uber die ersten zwei Wochen eine Vaginaltablette jeden Tag an

•    Wenden Sie dann zweimal pro Woche eine Vaginaltablette an. Pausieren Sie zwischen den Anwendungen jeweils 3 bis 4 Tage.

Allgemeine Informationen zur Behandlung von Symptomen der Menopause

•    Zur Linderung der Symptome der Menopause sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet und die Behandlung so kurz wie moglich gehalten werden.

•    Die Behandlung sollte nur so lange fortgesetzt werden, wie der Nutzen die Risiken uberwiegt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt daruber.

Wenn Sie eine groBere Menge von Vagifem angewendet haben, als Sie sollten

•    Wenn Sie eine groBere Menge Vagifem angewendet haben, als Sie sollten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Vagifem ist zur ortlichen Anwendung in der Scheide bestimmt. Die Dosierung von Estradiol ist so gering, dass eine betrachtliche Anzahl von Vaginaltabletten angewendet werden musste, um die Dosierung zu erreichen, die normalerweise fur die orale Therapie eingesetzt wird.

Wenn Sie die Anwendung von Vagifem vergessen haben

•    Wenn Sie eine Vaginaltablette vergessen haben, wenden Sie das Arzneimittel an, sobald Sie dies bemerken.

•    Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben. Wenn Sie die Anwendung von Vagifem abbrechen

Brechen Sie die Anwendung von Vagifem nicht ab, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt zu besprechen. Ihr Arzt wird Ihnen die Auswirkungen des Abbruchs der Therapie erklaren und auch andere Behandlungsmoglichkeiten mit Ihnen besprechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann Vagifem Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Die Haufigkeit der moglichen Nebenwirkungen ist unten aufgelistet und wird entsprechend der folgenden Konvention definiert:

Sehr haufig (betrifft mehr als 1 von 10 Anwenderinnen)

Haufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen)

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10.000 Anwenderinnen)

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10.000 Anwenderinnen)

Nicht bekannt (Haufigkeiten auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Haufig (kann bei mehr als 1 von 100 Frauen auftreten)

•    Kopfschmerzen

•    Blahungen

•    Ubelkeit oder Erbrechen

•    Verdauungsstorungen

•    Bauchschmerzen, Unwohlsein

•    Flussigkeitsansammlungen in den Armen oder Beinen    (Odeme)

•    Blutungen aus der Scheide, Ausfluss, Vaginalbeschwerden

•    Pilzinfektion oder    Entzundung in der Scheide

•    Flussigkeitsansammlungen in der Brust, VergroBerung der Brust, Schmerzen in der Brust oder Empfindlichkeit der Brust

Sehr selten (kann bei weniger als 1 von 10.000 Frauen auftreten)

•    Brustkrebs

•    Krebs der Gebarmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

•    Endometriumhyperplasie (krankhaftes Wachstum der Gebarmutterschleimhaut)

•    generalisierte Uberempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion/Schock)

•    Wassereinlagerung (Flussigkeitsretention)

•    Schlaflosigkeit

•    Depressionen

•    Verschlechterung von Migrane

•    tiefe Venenthrombose

•    Durchfall

•    Nesselsucht

•    Hautausschlag

•    erythematoser Hautausschlag

•    juckender Hautausschlag

•    Juckreiz in der Scheide

•    Reizungen in der Scheide

•    Schmerzen in der Scheide

•    schmerzhafter Scheidenkrampf (Vaginismus)

•    Geschwure in der Scheide

•    Unwirksamkeit des Arzneimittels

•    Gewichtszunahme

•    Erhohung des Estrogenspiegels im Blut (Blutuntersuchungen)

Die folgenden Nebenwirkungen konnen unter einer systemischen Estrogenbehandlung auftreten:

•    Erkrankungen der Gallenblase

•    verschiedene Hauterkrankungen

-    Hautverfarbungen, insbesondere im Gesicht und am Hals, so genannte Schwangerschaftsflecken (Chloasma)

-    schmerzhafte rotliche Hautknotchen (Erythema nodosum)

-    Ausschlag mit SchieBscheiben-artigen oder kreisformigen rotlichen Flecken bzw. Entzundungen (Erythema multiforme).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Vagifem aufzubewahren?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren.

Bewahren Sie Vagifem nicht uber 25 °C auf! Nicht im Kuhlschrank aufbewahren.

Sie durfen Vagifem nach dem auf der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benotigen. Diese MaBnahme hilft die Umwelt zu schutzen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Vagifem enthalt:

•    Der Wirkstoff ist 25 Mikrogramm Estradiol (als Estradiol-Hemihydrat). Jede Vaginaltablette enthalt 25 pg Estradiol (als Estradiol-Hemidydrat).

•    Die sonstigen Bestandteile sind: Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Maisstarke und Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

•    Der Filmuberzug enthalt: Hypromellose und Macrogol 6000.

Wie Vagifem aussieht und Inhalt der Packung:

Jede weiBe Vaginaltablette ist in einem Applikator zum Einmalgebrauch erhaltlich.

Die Vaginaltabletten tragen die Pragung NOVO 279 auf einer Seite.

PackungsgroBen

10, 12, 15, 18, 20 oder 30 Vaginaltabletten mit Applikatoren

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Novo Nordisk Pharma GmbH BrucknerstraBe 1 55127 Mainz Tel.: 06131/903-0 Fax: 06131/903-250

Hersteller:

Novo Nordisk A/S Novo Allé DK-2880 Bagsvaerd Danemark

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im: 01/2014

ANWEISUNGEN FUR DIE HANDHABUNG

Wie Vagifem anzuwenden ist

1. ReiBen Sie eine Blisterpackung ab.

Offnen Sie die Blisterpackung am Kolbenende wie in der Abbildung gezeigt.

Abb. 2:

2. Fuhren Sie den Applikator vorsichtig in die Scheide ein, bis Sie einen leichten Widerstand spuren (8-10 cm).

Abb. 3:

3. Um die Vaginaltablette freizusetzen, drucken Sie leicht auf den Druckknopf am Kolbenende, bis ein Klick spurbar wird. Die Vaginaltablette haftet sofort an der Scheidenwand an. Sie fallt nicht heraus, wenn Sie aufstehen oder laufen.

Abb. 4:

4. Der Applikator wird wieder herausgezogen und entsorgt.

Vagifem

Fachinformation Vagifem

Seite: 1

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vagifem

25 Mikrogramm Vaginaltabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Vaginaltablette enthalt:

Estradiol-Hemihydrat entsprechend Estradiol 25 Mikrogramm. Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSFORM

Vaginaltablette.

WeiBe, bikonvexe Filmtablette mit der Pragung NOVO 279 auf einer Seite. Durchmesser: 6 mm.

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Behandlung von vaginaler Atrophie, die durch Estrogenmangel bei postmenopausalen Frauen bedingt ist (siehe Abschnitt 5.1).

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Frauen, die uber 65 Jahre sind, vor.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Vagifem wird als lokale Estrogentherapie mit Hilfe des Applikators intravaginal eingefuhrt.

Initiale Dosis: 1 Vaginaltablette taglich uber zwei Wochen.

Erhaltungsdosis: 1 Vaginaltablette zweimal pro Woche.

Mit der Behandlung kann an jedem beliebigen Tag begonnen werden.

Falls eine Dosis vergessen wurde, sollte diese so bald als moglich nachgeholt werden. Eine doppelte Dosis sollte aber vermieden werden.

Sowohl fur den Beginn als auch fur die Fortfuhrung einer Behandlung postmenopausaler Symptome ist die niedrigste wirksame Dosis fur die kurzest mogliche Therapiedauer anzuwenden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Vagifem kann sowohl bei Frauen mit intaktem wie auch ohne intakten Uterus angewendet werden. Bei Frauen mit intaktem Uterus ist eine Behandlung mit Gestagen nicht notwendig (siehe jedoch Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung, Endometriumhyperplasie und -krebs).

Vor Beginn der Therapie mit Vagifem sollten vaginale Infektionen behandelt werden. Art der Anwendung:

1.    Die Blisterpackung am Kolbenende offnen.

2.    Den Applikator in die Vagina einfuhren, bis ein Widerstand bemerkt wird (8-10 cm).

3.    Die Tablette freigeben, indem der Kolben gedruckt wird.

4.    Den Applikator herausziehen und diesen entsorgen.

4.3    Gegenanzeigen

-    bestehender oder fruherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht

-    bestehende oder fruhere estrogenabhangige maligne Tumoren bzw. ein entsprechender Verdacht (z. B. Endometriumkarzinom)

-    nicht abgeklarte Blutung im Genitalbereich

-    unbehandelte Endometriumhyperplasie

-    fruhere oder bestehende venose thromboembolische Erkrankungen (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)

-    bekannte thrombophile Erkrankungen (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel (siehe Abschnitt 4.4))

-    bestehende oder fruhere arterielle thromboembolische Erkrankungen (z. B. Angina pectoris, Myokardinfarkt)

-    akute Lebererkrankungen oder zuruckliegende Lebererkrankungen, solange sich die relevanten Leberfunktionstests nicht normalisiert haben

-    bekannte Ůberempfindlichkeit gegenuber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile

-    Porphyrie

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Eine HRT sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualitat beeintrachtigen. Nutzen und Risiken sollten in jedem Einzelfall mindestens jahrlich sorgfaltig gegeneinander abgewogen werden. Eine HRT sollte nur so lange fortgefuhrt werden, wie der Nutzen die Risiken uberwiegt.

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie ist eine vollstandige Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben. Die korperliche Untersuchung (einschlieBlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren. Wahrend der Behandlung werden regelmaBige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Haufigkeit und Art nach der individuellen Risikosituation der Frau richten. Die Frauen sollten daruber aufgeklart werden, welche Veranderungen der Bruste sie dem Arzt mitteilen mussen. Die Untersuchungen, einschlieBlich geeigneter bildgebender Verfahren, wie Mammographie, sind entsprechend der gegenwartig ublichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchzufuhren.

Das pharmakokinetische Profil von Vagifem zeigt, dass es wahrend der Behandlung zu einer sehr niedrigen systemischen Resorption von Estradiol (siehe Abschnitt 5.2) kommt; da es sich jedoch um ein Hormonprodukt fur die Wechseljahre handelt, muss das Folgende in Betracht gezogen werden, insbesondere bei einer Langzeitbehandlung oder bei wiederholter Anwendung dieses Produkts.

Situationen, die eine Ůberwachung erfordern

Die Patientinnen sollten engmaschig uberwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder fruher vorlag bzw. sich wahrend einer Schwangerschaft oder einer zuruckliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies gilt auch fur den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen im Laufe der Estrogentherapie auftreten bzw. sich verschlechtern konnen:

-    Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose

-    Risikofaktoren fur Thromboembolien (siehe unten)

-    Risikofaktoren fur estrogenabhangige Tumore, z. B. Auftreten von Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades

-    Hypertonie

-    Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom)

-    Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der GefaBe

-    Cholelithiasis

-    Migrane oder (schwere) Kopfschmerzen

-    Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

-    Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten)

-    Epilepsie

-    Asthma

-    Otosklerose

Das pharmakokinetische Profil von Vagifem zeigt, dass es wahrend der Behandlung zu einer sehr niedrigen systemischen Resorption von Estradiol (siehe Abschnitt 5.2) kommt. Daher ist ein Wiederauftreten oder eine Verschlimmerung der oben erwahnten Beschwerden weniger wahrscheinlich als bei einer systemischen Estrogentherapie.

Grunde fur einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie ist bei Vorliegen einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen abzubrechen:

-    Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion

-    Signifikante Erhohung des Blutdrucks

-    Einsetzen migraneartiger Kopfschmerzen

-    Schwangerschaft

Endometriumhyperplasie und -krebs

Patientinnen mit intaktem Uterus und abnormalen Blutungen unbekannter Ursache oder Frauen mit intaktem Uterus, die mit oraler Estrogenmonotherapie behandelt wurden oder noch werden, sind vor Beginn einer Therapie mit Vagifem sorgfaltig zu untersuchen, um eine Hyperstimulation des Endometriums und ein Endometriumkarzinom auszuschlieBen.

Bei Frauen mit intaktem Uterus ist das Endometriumhyperplasie- und -karzinomrisiko erhoht, wenn Estrogene alleine fur langere Zeit angewendet werden. Der berichtete Anstieg des Risikos fur die Entstehung von Endometriumkrebs bei Anwenderinnen einer systemischen Estrogen-Monotherapie schwankt zwischen einer zweifachen, bis zur zwolffachen Zunahme, verglichen mit Frauen ohne HRT abhangig von der Dauer der Anwendung und der Hohe der Estrogendosis.

Nach Beendigung der Behandlung kann das Risiko fur mindestens 10 Jahre erhoht bleiben.

Endometriale Sicherheit bei einer Langzeitbehandlung (langer als ein Jahr) oder wiederholter Anwendung von lokalen vaginal verabreichten Estrogenen ist nicht gegeben. Daher sollte die Behandlung, falls sie wiederholt wird, mindestens einmal im Jahr mit besonderer Aufmerksamkeit auf jegliche Symptome von Endometriumhyperplasie oder -krebs uberwacht werden.

In der Regel sollte eine systemische Estrogentherapie nicht langer als ein Jahr verordnet werden, ohne dass eine weitere allgemeine und gynakologische Untersuchung vorgenommen wird.

Falls Durchbruch- oder Schmierblutungen zu irgendeinem Zeitpunkt der Therapie auftreten, muss die Ursache ermittelt werden, und unter Umstanden eine Biopsie des Endometriums durchgefuhrt werden, um eine maligne Erkrankung des Endometriums auszuschlieBen.

Der Frau sollte geraten werden, Ihren Arzt zu kontaktieren, falls Durchbruch- oder Schmierblutungen bei der Behandlung mit Vagifem auftreten.

Ungehinderte Estrogenstimulation kann zu einer pramalignen oder malignen Transformation residualer Endometrioseherde fuhren. Daher ist Vorsicht geboten bei Frauen, bei denen aufgrund von Endometriose eine Hysterektomie vorgenommen wurde, insbesondere, falls residuale Endometrioseherde bekannt sind.

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Brustkrebs

Die vorliegenden Erkenntnisse weisen auf ein insgesamt erhohtes, von der Anwendungsdauer abhangiges Brustkrebsrisiko fur Frauen, die Estrogen-Gestagen-Kombinationen anwenden, hin. Moglicherweise gilt dies auch bei HRT mit Estrogen-Monopraparaten.

Die WHI-Studie zeigte kein erhohtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie. Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen-Monotherapie meist ein geringfugig erhohtes Risiko fur eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das jedoch wesentlich geringer war als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationen.

Das erhohte Risiko zeigt sich nach einigen Anwendungsjahren, kehrt jedoch einige (spatestens funf) Jahre nach Behandlungsende wieder auf das altersentsprechende Grundrisiko zuruck.

Eine HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen, fuhrt zu einer erhohten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann.

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs. Die Langzeitanwendung (mindestens 5-10 Jahre) von Estrogen-Monoarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie war mit einem leicht erhohten Ovarialkarzinom-Risiko verbunden. Einige Studien einschlieBlich der WHI-Studie deuten daraufhin, dass die Langzeitanwendung einer kombinierten HRT ein vergleichbares oder geringfugig geringeres Risiko birgt (siehe Abschnitt 4.8).

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Venose Thromboembolien

Eine Hormonsubstitutionstherapie ist mit einem 1,3 - 3fach erhohten Risiko fur venose Thromboembolien (VTE) verbunden, v. a. fur tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. Im ersten Jahr einer Hormonsubstitutionstherapie ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als spater.

Patienten mit bekannter Thrombophilie haben ein erhohtes VTE-Risiko. Eine Hormonsubstitutionstherapie kann dieses Risiko erhohen und ist daher bei diesen Patientinnen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehoren die Anwendung von Estrogenen, ein hoheres Alter, groBere Operationen, langere Immobilisierung, Ůbergewicht (BMI>30 kg/m2), Schwangerschaft/Wochenbett, systemischer Lupus erythematodes (SLE) und Krebs. Es besteht kein Konsens uber die mogliche Rolle von Varizen bei VTE.

Wie bei allen postoperativen Patienten mussen vorbeugende MaBnahmen zur Verhinderung einer VTE nach der Operation getroffen werden. Bei langerer Immobilisierung nach einer geplanten Operation wird empfohlen, die HRT 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff auszusetzen. Die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder vollstandig mobilisiert ist.

Bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten ersten Grades, die bereits in jungen Jahren an VTE erkrankten, kann ein Thrombophilie-Screening in Erwagung gezogen werden. Vorher sollte die Patientin eingehend uber die begrenzte Aussagekraft dieses Verfahrens beraten werden. (Es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer Thrombophilie fuhren.)

Wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind auBerdem Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z. B. Antithrombin, Protein-S- und/oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten), so ist eine HRT kontraindiziert.

Bei Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulantien sollte vor der Anwendung einer HRT das Risiko-Nutzen-Verhaltnis sorgfaltig abgewogen werden.

Sollte sich eine VTE nach Beginn der Therapie entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt werden. Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen mussen, wenn sie mogliche Symptome einer Thromboembolie bemerken (insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plotzlicher Schmerz im Brustkorb, Atemnot).

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Es gibt keine Hinweise aus randomisierten kontrollierten klinischen Studien, dass eine kombinierte HRT oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor Myokardinfarkt schutzt, unabhangig davon, ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt oder nicht.

In randomisierten kontrollierten Studien wurden keine Hinweise fur ein erhohtes Risiko einer koronaren Herzkrankheit bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie gefunden.

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Ischamischer Schlaganfall

Die kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie sind mit einem bis zu 1,5fach erhohten Schlaganfallrisiko verbunden. Das relative Risiko ist unabhangig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist. Da allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem MaBe altersabhangig ist, nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls fur Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter zu.

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Sonstige Erkrankungszustande

Estrogene konnen eine Flussigkeitsretention bewirken; daher mussen Patientinnen mit kardialen oder renalen Funktionsstorungen sorgfaltig beobachtet werden.

Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridamie mussen wahrend einer Estrogen- oder Hormonsubstitutionstherapie engmaschig uberwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Estrogentherapie unter derartigen Umstanden von seltenen Fallen eines starken Triglyceridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde.

Der Zusammenhang zwischen einer vorbestehenden Hypertriglyceridamie und einer niedrig dosierten, lokalen vaginalen Estrogentherapie ist nicht nachgewiesen.

Estrogene erhohen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulin (TBG), wodurch es zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrusenhormons kommt, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (Saulen- oder Radioimmunassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird. Die T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen TBG-Anstieg widerspiegelt. Die freien T4- und T3-Konzentrationen verandern sich nicht. Andere Bindungsproteine konnen im Serum erhoht sein, wie das kortikoidbindende Globulin (CBG) und das geschlechtshormonbindende Globulin (sex-hormone-binding globulin/SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Kortikosteroide bzw. Sexualhormone fuhrt. Freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverandert. Andere Plasmaproteine konnen erhoht sein (Angiotensinogen/Reninsubstrat, Alpha-1-Antitrypsin, Coeruloplasmin).

Die minimale systemische Resorption von Estradiol bei lokaler vaginaler Verabreichung (siehe Abschnitt 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften) hat wahrscheinlich eine weniger stark ausgepragte Wirkung auf Plasmaproteine als systemisch verabreichte Hormone.

Unter HRT verbessern sich die kognitiven Fahigkeiten nicht. Es gibt Hinweise aus der WHI-Studie auf ein erhohtes Risiko fur eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer kontinuierlich kombinierten HRT oder einer Estrogen-Monotherapie alter als 65 Jahre waren.

Nach der Anwendung von hormonellen Substanzen, wie sie in Vagifem enthalten sind, wurden in seltenen Fallen gutartige, in noch selteneren Fallen bosartige Lebertumore, die in Einzelfallen zu lebensbedrohlichen intra-abdominalen Blutungen fuhrten, beobachtet. Falls heftige Oberbauchbeschwerden, eine VergroBerung der Leber oder Anzeichen einer intra-abdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden.

Der intravaginale Applikator kann leichte lokale Verletzungen verursachen, insbesondere bei Frauen mit stark ausgepragter vaginaler Atrophie.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da das Estrogen in Vagifem vaginal verabreicht wird und aufgrund der sehr geringen Dosis von Estradiol, sind klinisch relevante, systemische Wechselwirkungen mit Vagifem nicht zu erwarten.

Der Metabolismus der Estrogene kann jedoch durch die gleichzeitige Anwendung von Substanzen verstarkt werden, die Arzneimittel-metabolisierende Enzyme, vor allem die Cytochrom-P450-Enzyme, induzieren; zu diesen Substanzen gehoren Antikonvulsiva (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin) und Antiinfektiva (z. B. Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin, Efavirenz).

Ritonavir und Nelfinavir haben, wenn sie zeitgleich mit Steroidhormonen angewandt werden, enzymstimulierende Eigenschaften, obwohl sie eigentlich als starke Enzymhemmer bekannt sind. Pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, konnen den Metabolismus der Estrogene induzieren.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Vagifem ist in der Schwangerschaft nicht indiziert. Wenn es wahrend der Behandlung mit Vagifem zur Schwangerschaft kommt, sollte die Behandlung sofort beendet werden. Die meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten Estrogenexposition des Fetus relevant sind, zeigen keine teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen.

Stillzeit

Vagifem ist wahrend der Stillzeit nicht indiziert.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Keine Auswirkungen bekannt.

4.8    Nebenwirkungen

Nebenwirkungen aus klinischen Studien:

Mehr als 640 Patientinnen wurden mit Vagifem 25 pg in klinischen Studien behandelt, inklusive uber 200 Patientinnen, die 28 bis zu 64 Wochen behandelt wurden. Bekannte Nebenwirkungen von Estrogenen, die haufiger in der Behandlungsgruppe im Vergleich zur Placebogruppe aufgetreten sind, werden mit „haufig (>1/100; <1/10)" angegeben. Die am haufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Ausfluss und vaginale Beschwerden. Estrogenbezogene Nebenwirkungen wie Brustspannen, periphere Odeme und postmenopausale Blutungen sind am Anfang einer Vagifem 25 pg Behandlung am wahrscheinlichsten.

Systemorgan-

haufig

gelegentlich

selten

klassen

>1/100; <1/10

>1/1.000;

<1/100

>1/10.000;

<1/1.000

Systemorgan-

klassen

haufig

>1/100; <1/10

gelegentlich

>1/1.000;

<1/100

selten

>1/10.000;

<1/1.000

Infektionen und

parasitare

Erkrankungen

genitale

Candidiasis oder Vaginitis, siehe auch

„Erkrankungen der Geschlechts-organe und der Brustdruse"

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Erkrankungen des

Gastroin-

testinaltraktes

Ůbelkeit,

Bauchschmerzen,

Blahungen oder

Unwohlsein,

Dyspepsie,

Erbrechen,

Flatulenz

Erkrankungen der Geschlechtsor-gane und der Brustdruse

vaginale Hamorrhagie, vaginaler Ausfluss oder vaginale Beschwerden,

Odeme in der Brust, Brustver-groBerung, Brustschmerzen, Empfindlichkeit der Brust

Allgemeine Erkrankungen und Beschwer-den am Verab-reichungsort

periphere Odeme

Erfahrung nach Markteinfuhrung:

Zusatzlich zu den oben erwahnten Nebenwirkungen wurden die folgenden spontan gemeldet und stehen in der Fallbeurteilung moglicherweise in Kausalzusammenhang mit der Gabe von Vagifem 25 Mikrogramm. Die Melderate dieser spontanen Nebenwirkungen ist sehr niedrig (<1/10.000 Patientenjahre). 1

•    Erkrankungen des Nervensystems: Verschlimmerung von Migrane

•    GefaBerkrankungen: tiefe Venenthrombose

•    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Diarrhoe

•    Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes: Urtikaria, erythematoser Ausschlag, juckender Ausschlag, genitaler Pruritus

•    Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse: Endometriumhyperplasie, vaginale Irritation, vaginale Schmerzen, Vaginismus, vaginale Ulzeration

•    allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Arzneimittel unwirksam

•    allgemeine Untersuchungen: Gewichtszunahme, erhohte    Estrogenspiegel

Weitere unerwunschte Arzneimittelwirkungen wurden im Zusammenhang mit einer Estrogenbehandlung genannt. Risikoabschatzungen wurden anhand der systemischen Anwendung vorgenommen und es ist nicht bekannt, wie diese auf die lokale Behandlung ubertragbar sind:

-    Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz

-    Schlaganfall

-    Erkrankungen der Gallenblase

-    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Chloasma, Erythema multiforme, Erythema nodosum, vaskulare Purpura

-    GroBenzunahme von Uterusmyomen

-    Epilepsie

-    Libidoveranderungen

-    Verschlechterung von Asthma

-    wahrscheinliche Demenz bei einem    Alter von uber 65 Jahren (siehe Abschnitt 4.4).

Brustkrebsrisiko

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist

nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

•    Bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie uber mehr als 5 Jahre lang durchgefuhrt hatten, war das Risiko fur eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2fach erhoht.

•    Bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie ist jede Risikoerhohung deutlich geringer als das bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationspraparaten beobachtete Risiko.

•    Die Hohe des Risikos ist abhangig von der Anwendungsdauer (siehe Abschnitt 4.4)

•    Die Ergebnisse der groBten randomisierten Placebo kontrollierten Studie (WHI-Studie) und der groBten epidemiologischen Studie (MWS) sind nachfolgend dargestellt.

Million Woman Study - Geschatztes zusatzliches Brustkrebsrisiko nach 5 Jahren

Anwendung

Altersbe-

reich

(Jahre)

Inzidenz bei 1.000 Frauen im Placebo-Arm nach 5 Jahren1

Risikoverhaltnis (95 % KI) #

Zusatzliche Falle bei 1.000 Frauen, die 5 Jahre lang eine HRT angewendet haben (95 % KI)

Estrogen-Monotherapie

50 - 65

9 - 12

1,2

1 - 2 (0 - 3)

Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie

50 - 65

9 - 12

1,7

6 (5 - 7)

*    Ausgangsinzidenzen in entwickelten Landern.

#    Risikoverhaltnis insgesamt. Das Risikoverhaltnis ist nicht konstant, sondern steigt mit zunehmender Anwendungsdauer.

Hinweis: Da die Ausgangsinzidenz fur Brustkrebs in den EU-Landern unterschiedlich ist, andert sich auch die Anzahl der zusatzlichen Brustkrebsfalle proportional._

WHI-Studie in den USA - zusatzliches Brustkrebsrisiko nach 5 Jahren Anwendung

Altersbe-

reich

(Jahre)

Inzidenz bei 1.000 Frauen im Plazebo-Arm nach 5 Jahren

Risikoverhaltnis 95 % KI

Zusatzliche Falle bei 1.000 Frauen, die 5 Jahre lang eine HRT angewendet haben (95 % KI)

Estrogen-Monot (konjugierte eq

therapie (CEE uine Estrogene))

50 - 79

21

0,8 (0,7 - 1,0) -4 (-6 - 0) *

Estrogen & Gestagen CEE + MPA (Medroxyprogesteronacetat) *

50 - 79

17

1,2 (1,0 - 1,5)

+4 (0 - 9)

*    WHI-Studie mit Frauen ohne Uterus, die kein erhohtes Brustkrebsrisiko zeigte

*    Bei Beschrankung der Auswertung auf Frauen, die vor der Studie keine HRT angewendet hatten, erschien das Risiko wahrend der ersten 5 Behandlungsjahre nicht erhoht: Nach 5 Jahren war das Risiko hoher als bei unbehandelten Frauen. Ovarialkarzinom

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Langzeitanwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln und von Estrogen-Gestagen-Kombinationsarzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfugig erhohten Ovarialkarzinom-Risiko verbunden. Die Million Woman Study ergab nach 5 Jahren HRT einen zusatzlichen Fall pro 2.500 Anwenderinnen.

Venose Thromboembolien

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Das Risiko des Auftretens von Thrombosen der tiefen Bein- bzw. Beckenvenen (VTE) sowie einer Lungenembolie ist bei Anwenderinnen einer HRT um das 1,3 - 3fache erhoht im Vergleich zu Nicht-Anwenderinnen. Typischerweise treten Thrombosen wahrend des ersten Behandlungsjahres haufiger auf als in den Folgejahren der Behandlung (siehe Abschnitt 4.4). Die Ergebnisse der WHI-Studie dazu sind im folgenden Abschnitt dargestellt:

WHI-Studie - zusatzliches Risiko von VTE nach 5 Jahren Anwendung

Altersbereich

(Jahre)

Inzidenz pro 1.000 Frauen im Plazebo-Arm uber 5 Jahre

Risikoverhaltni s (95 % KI)

Zusatzliche Falle pro 1.000 HRT-Anwenderinnen uber 5 Jahre (95 % KI)

Orale Estrogeneinnahme*

50-59

7

1,2 (0,6 - 2,4)

1 (-3 - 10)

Kombinierte orale Estrogen-Gestagen-Einnahme

50-59

4

2,3 (1,2 - 4,3)

5 (1 - 13)

* Studie bei Frauen ohne Uterus

Koronare Herzkrankheiten

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT mit einem Lebensalter uber 60 Jahre ist das Risiko fur die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhoht (Abschnitt 4.4).

Schlaaanfall

Risikoabschatzungen wurden auf Basis systemischer Exposition vorgenommen und es ist nicht bekannt, inwieweit diese fur lokale Behandlungen zutreffen.

Die Anwendung einer Estrogen-HRT und einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT ist vergesellschaftet mit einem bis zu 1,5fach erhohten Risiko fur einen ischamischen Schlaganfall. Das Risiko fur einen hamorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht erhoht.

Dieses relative Risiko ist unabhangig vom Alter oder von der Anwendungsdauer; da das Ausgangsrisiko jedoch stark vom Alter abhangt, wird das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer HRT mit dem Alter zunehmen (siehe Abschnitt 4.4).

WHI-Studie (beide Therapieformen) - zusatzliches Risiko eines Schlaganfalls* nach 5 Jahren Anwendung

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz pro 1.000 Frauen im Plazebo-Arm uber 5 Jahre

Risikoverhaltnis (95 % KI)

Zusatzliche Falle pro 1.000 HRT-Anwenderinnen uber 5 Jahre (95 % KI)

50-59

8

1,3 (1,1 - 1,6)

3 (1 - 5)_

*Es wurde nicht zwischen ischamischem und hamorrhagischem Schlaganfall unterschieden.


Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Ůberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Vagifem ist fur die intravaginale Anwendung bestimmt. Die Estradioldosis ist sehr niedrig. Eine Ůberdosierung ist daher sehr unwahrscheinlich, falls es dennoch dazu kommt, wird die Behandlung symptomatisch durchgefuhrt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Naturliche und halbsynthetische Estrogene, rein ATC-Code: G03CA03

Der Wirkstoff, synthetisches 176-Estradiol, ist chemisch und biologisch mit dem korpereigenen humanen Estradiol identisch.

Zur Reifung des Vaginalepithels werden Estrogene benotigt. Estrogene erhohen die Zahl der Superfizial- und Intermediarzellen und senken die Zahl der Basalzellen im Vaginalabstrich.

Estrogene halten den vaginalen pH-Wert im Normbereich (4,5), was die normale bakterielle Flora verbessert.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Estrogene werden gut von der Haut, Schleimhaut und dem Gastrointestinaltrakt absorbiert. Nach der vaginalen Anwendung wird Estradiol vom Vaginalepithel absorbiert und umgeht den First-Pass-Effekt.

In einer 12 Wochen dauernden, monozentrischen, randomisierten, offenen Studie im Parallelgruppenvergleich mit Mehrfachdosierungen wurde untersucht, wie viel Estradiol von Vagifem 25 pg Tabletten systemisch resorbiert wurde. Es wurde per 1:1-Randomisierung festgelegt, ob 25 pg Estradiol (Vagifem) oder 10 pg Estradiol verabreicht wurde. Die Plasmalevel von Estradiol (E2), Estron (E1) und Estronsulfat (E1S) wurden bestimmt. Die AUC(0-24) fur Plasma E2 Konzentrationen (siehe Tabelle 1) weist auf hohere systemische Estradiollevel fur Vagifem 25 pg an den Behandlungstagen 1, 14 und 83 gegenuber Studienbeginn hin. Der durchschnittliche Plasmalevel von E2 (Cave (0-24)) blieb jedoch an allen gemessenen Zeitpunkten unter 20 pg/ml. Die Daten der Tage 82 und 83 weisen verglichen mit denen zu Beginn darauf hin, dass es keinen kumulativen Effekt wahrend der Erhaltungstherapie mit einer zweimal wochentlichen Anwendung gibt (siehe Tabelle 1).

Der Prozentsatz der Frauen in der Vagifem 25 pg Gruppe (n=27), bei denen an Tag 14, d. h. am Ende der Phase, in der Vagifem 25 pg taglich verabreicht wurde, und an Tag 83, d. h. am Ende der Phase, in der Vagifem 25 pg halbwochentlich verabreicht wurde, die Mittelwerte fur Caverage >20 pg/ml waren, lag bei 37 % bzw. bei 15 %.

Tabelle 1 Werte der PK Parameter fur Plasma Estradiol (E2) Konzentrationen:

Studie VAG-1850

Vagifem 25 pg E2

AUC(0-24)

Cave(0-24)

pg-h/ml

pg/ml

(geom. Mittel)

(geom. Mittel)

Tag -1

96,66

4,03

Tag 1

476,14

19,84

Tag 14

438,87

18,29

Tag 82

48,13

2,01

Tag 83

225,94

9,41

Die Werte von Estron zeigten wahrend 12 Wochen der Verabreichung von Vagifem 25 Mikrogramm keine Akkumulation.

Die Metaboliten des Estrogen werden hauptsachlich mit dem Urin in Form von Glucuroniden und Sulfaten ausgeschieden.

Verteilung

Die Verteilung von exogenem Estrogen ist der von endogenem Estrogen ahnlich. Estrogene sind im gesamten Korper verteilt und im Allgemeinen in den Zielorganen der Sexualhormone in hoheren Konzentrationen vorhanden. Die im Blut zirkulierenden

Estrogene sind zum groBten Teil an das Sexualhormon bindende Globulin (SHBG) und an Albumin gebunden.

Biotransformation

Exogene Estrogene werden auf dieselbe Weise wie endogene Estrogene metabolisiert.

Die metabolische Umwandlung findet hauptsachlich in der Leber statt. Estradiol wird reversibel in Estron umgewandelt, und beides kann in Estriol umgewandelt werden, welches der wichtigste Metabolit im Urin ist. Bei postmenopausalen Frauen liegt ein nicht unerheblicher Anteil des zirkulierenden Estrogens als Sulfatkonjugate, insbesondere als Estronsulfat vor, welches als zirkulierendes Reservoir fur die Bildung weiteren aktiven Estrogens dient.

Elimination

Die Ausscheidung von Estradiol, Estron und Estriol erfolgt mit dem Urin in Form von Glucuroniden und Sulfaten.

Spezielle Populationen

Das AusmaB der systemischen Resorption von Estradiol wahrend der Behandlung mit Vagifem 25 Mikrogramm wurde nur bei postmenopausalen Frauen im Alter von 60-70 Jahren (Durchschnittsalter 65,4) bewertet.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

17B-Estradiol ist eine gut bekannte Substanz. Vorklinische Studien haben keine fur die klinische Sicherheit relevanten Daten ergeben, die uber die bereits in anderen Abschnitten der Fachinformation aufgefuhrten hinausgehen.

Wegen der ausgepragten Unterschiede zwischen den Versuchstierarten untereinander sowie im Verhaltnis zum Menschen besitzen tierexperimentelle Untersuchungsergebnisse mit Estrogenen nur einen beschrankten pradiktiven Wert fur die Anwendung beim Menschen.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol oder Estradiolvalerat (systemisch appliziert) bereits in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt; Missbildungen des Urogenitaltrakts und Feminisierung mannlicher Feten wurden beobachtet. Mit dem Praparat Vagifem wurden keine weiteren praklinischen Studien durchgefuhrt.

Praklinische Daten zu Estrogenen aus konventionellen Studien zur chronischen Toxizitat, Genotoxizitat und zum karzinogenen Potential zeigen keine speziellen Risiken fur den Menschen auBer denen, die bereits in anderen Kapiteln der Fachinformation beschrieben sind.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Der Tablettenkern enthalt:

Hypromellose

Lactose-Monohydrat

Maisstarke

Magnesiumstearat

Filmuberzug: Hypromellose Macrogol 6000

6.2    Inkompatibilitáten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25 °C lagern.

Nicht im Kuhlschrank lagern.

6.5    Art und Inhalt des Beháltnisses

Jede Vaginaltablette ist in einem Einmal-Applikator aus Polyethylen/Polypropylen enthalten. Jeder Applikator mit Tablette ist separat in einem Blister aus PVC/Aluminium verpackt.

10 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette,

15 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette,

20 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette,

30 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette.

Eine Blisterpackung enthalt 5 Applikatoren. 2, 3, 4 bzw. 6 Blisterpackungen mit je 5 Applikatoren sind in einer Verkaufspackung enthalten.

12 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette,

18 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette,

30 Applikatoren mit je 1 Vaginaltablette.

Eine Blisterpackung enthalt 6 Applikatoren. 2, 3 bzw. 5 Blisterpackungen mit je 6 Applikatoren sind in einer Verkaufspackung enthalten.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Anleitung fur die Handhabung siehe Packungsbeilage.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Novo Nordisk Pharma GmbH BrucknerstraBe 1 55127 Mainz

8.    ZULASSUNGSNUMMER

17354.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÁNGERUNG DER ZULASSUNG

06.11.1995

10.    STAND DER INFORMATION

Januar 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

1

   gutartige sowie bosartige Neubildungen (einschlieBlich Zysten und Polypen): Brustkrebs, Endometriumkarzinom

•    Erkrankungen des Immunsystems: Generalisierte Ůberempfindlichkeitsreaktionen (z. B.: anaphylaktische Reaktion/Schock)

•    Stoffwechsel- oder Ernahrungsstorung: Flussigkeitsretention

•    Psychische Erkrankungen: Schlaflosigkeit, Depression

Vagifem