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Vagimid-dragees



Gebrauchsinformation Vagimid-dragees

PACKUNGSBEILAGE

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR DEN ANWENDER

Vagimid®-Dragees, 250 mg uberzogene Tabletten Zur Anwendung bei Kindern und Erwachsenen.

Wirkstoff: Metronidazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

-    Wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

1.    Was sind Vagimid®-Dragees und wofur werden sie angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von Vagimid® -Dragees beachten?

3.    Wie sind Vagimid®-Dragees einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie sind Vagimid®-Dragees aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. Was sind Vagimid® -Dragees und wofur werden sie angewendet?

Vagimid®-Dragees sind ein Mittel gegen Parasiten (Schmarotzer): gegen Protozoen (Urtierchen) und anaerobe (ohne Sauerstoff lebende) Bakterien.

Anwendungsgebiete

-    Trichomoniasis

-    Bakterielle Vaginose (Aminkolpitis, unspezifische Kolpitis)

-    Amobiasis

-    Lambliasis (Giardiasis)

-    Infektionen (Ubertragungen, Ansteckungen) mit Beteiligung von Bakterien, die ohne Sauerstoff leben konnen (Anaerobier); besonders Infektionen, die von den weiblichen Geschlechtsorganen, vom Magen-Darm-Kanal sowie Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen

-    Vorbeugende Behandlung zum Schutz vor Infektionen bei operativen Eingriffen im weiblichen Geschlechtsbereich und im Magen-Darm-Kanal

Erklarungen:

Trichomoniasis ist eine Krankheit, die von einem GeiBeltierchen, Trichomonas vaginalis, ausgeht. Es kommt hauptsachlich zu Entzundungen der weiblichen Scheide und der mannlichen Harnrohre. Die Verbreitung erfolgt fast ausschlieBlich durch Geschlechtsverkehr. Zur Erkennung der Krankheit wird ein Sekretabstrich angefertigt.

Bei bakterieller Vaginose ist die bakterielle Zusammensetzung, die naturlicherweise in der weiblichen Scheide vorkommt, verandert. Es kommt zu einer Entzundung mit einem fischahnlichen Geruch. Aminkolpitis und unspezifische Kolpitis sind andere Bezeichnungen fur bakterielle Vaginose.

Amobiasis (Amobenruhr) ist eine Krankheit, die von einem wurzelfuBigen Urtierchen, Entamoeba histolytica, verursacht wird. Es kommt meist zu Leibschmerzen und schweren Durchfallen durch eine Infektion im Magen-Darm-Kanal. Daruber hinaus kann es zu Befall anderer Organe kommen, wobei die Krankheit unbehandelt oft todlich verlauft. Zur Erkennung der Amobenruhr wird der Stuhl untersucht.

Lambliasis (Giardiasis) ist eine Krankheit, die von einem GeiBeltierchen, Giardia lamblia, ausgeht. Durch eine Infektion im Magen-Darm-Kanal kommt es hauptsachlich zu wassrigen Durchfallen. Giardia lamblia wird im Stuhl nachgewiesen.

2. Was mussen Sie vor der Einnahme von Vagimid®-Dragees beachten?

Vagimid '-Dragccs durfen nicht eingenommen werden,

-    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Arzneimittel, die wie Vagimid®-Dragees Metronidazol oder andere 5-Nitroimidazole enthalten oder wenn Sie uberempfindlich gegenuber einem der sonstigen Bestandteile von Vagimid®-Dragees sind. Eine Ausnahme besteht, wenn eine lebensbedrohliche Infektion vorliegt und andere Arzneimittel wirkungslos sind.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Vagimid®-Dragees ist erforderlich,

-    wenn Sie schwere Leberschaden haben

-    wenn Ihre Blutbildung gestort ist

-    wenn Sie an einer Erkrankung von Gehirn, Ruckenmark und Nerven leiden.

Die Behandlung ist dann von Ihrem Arzt genauestens abzuwagen.

Bei Einnahme von Vagimid®-Dragees mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die Gabe des Alkohol-Entwohnungsmittels Disulfiram kann zu Verwirrtheitszustanden und bestimmten Geistesstorungen (Psychosen) fuhren.

Eine Wirkungsverminderung von Vagimid®-Dragees tritt ein bei Gabe von Barbituraten (Arzneimittel mit Wirkstoffen wie Hexobarbital oder Phenobarbital, die gegen Schlafstorungen und Krampfanfalle sowie bei Narkose verwendet werden) und bei Gabe von Medikamenten mit Phenytoin (Wirkstoff gegen Krampfanfalle).

Arzneimittel mit Cimetidin (Wirkstoff gegen Magenschleimhautentzundung (Gastritis) sowie gegen Magen- und Darmgeschwure) konnen sehr selten die Ausscheidung von Vagimid®-Dragees beeintrachtigen und so die Wirkung von Vagimid®-Dragees verstarken.

Patienten, die mit bestimmten Medikamenten behandelt werden, die die Blutgerinnung hemmen (Antikoagulanzien vom Warfarin-Typ), mussen gegebenenfalls neu eingestellt werden, weil durch Vagimid®-Dragees die blutgerinnungshemmende Wirkung dieser Medikamente verstarkt wird.

Bei Gabe von Arzneimitteln mit Lithium (Wirkstoff, der bei bestimmten Formen euphorischer oder bedruckter Verstimmung (manisch-depressive Zustande) gegeben wird) ist Vorsicht geboten, weil hiernach ein Ansteigen des Lithiums im Blut beobachtet wurde (Gefahr einer Lithiumvergiftung mit Zittern und Krampfanfallen).

MaBige synergistische Wirkung von Metronidazol mit Antibiotika wie Tetracyclin, Spiramycin, Clindamycin, Acylureido-Penicillinen und Rifampicin wurde festgestellt.

Nalidixinsaure und Metronidazol zeigen deutliche synergistische Beeinflussung.

Bei Einnahme von Vagimid® -Dragees zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da sonst Unvertraglichkeitserscheinungen auftreten konnen, wie z. B. Hautrotungen im Bereich des Kopfes und Nackens sowie Ubelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von alien Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Vagimid®-Dragees sollten im 1. Schwangerschaftsdrittel nur bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.

Im 2. und 3. Drittel der Schwangerschaft und wahrend der Stillzeit konnen Vagimid®-Dragees nach sorgfaltiger Abwagung durch Ihren Arzt auch bei anderen Krankheiten eingesetzt werden, wobei wahrend der Schwangerschaft die lokale Darreichungsform bevorzugt werden sollte.

Bei Anwendung von Vagimid®-Dragees in der Stillzeit sollte wahrend der Behandlung das Stillen unterbrochen und die Milch abgepumpt und verworfen werden, weil der Wirkstoff in die Muttermilch ubergeht.

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Besonders zu Behandlungsbeginn konnen Vagimid®-Dragees Ihr Reaktionsvermogen beeintrachtigen. Sie konnen dann auf unerwartete und plotzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstuchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Wichtige Informationen uber bestimmte Bestandteile von Vagimid®-Dragees

Dieses Arzneimittel enthalt Sucrose, Glucose und Lactose. Bitte nehmen Sie Vagimid®-Dragees erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie sind Vagimid®-Dragees einzunehmen?

Nehmen Sie Vagimid®-Dragees immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Vagimid®-Dragees sind ein Arzneimittel, dessen Einnahmemenge je nach Art und Schwere der Erkrankung fur den einzelnen Patienten in sehr unterschiedlicher Hohe festzusetzen ist. Die tagliche Tablettenzahl und die Einnahmedauer wird von Ihrem Arzt festgelegt. Beides darf von Ihnen nicht ohne sein Wissen geandert werden.

Die folgenden Angaben sind Durchschnittswerte und gelten nur, soweit Vagimid®-Dragees von Ihrem Arzt nicht anders verordnet wird.

Erwachsene

Die tagliche Einnahmemenge kann 1 bis hochstens 8 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 0,25 g bis 2 g Metronidazol) betragen. Gewohnlich werden die Tabletten 2- bis 3-mal am Tag eingenommen.

Bei unkomplizierten Infektionen (Ansteckungen, die bei Behandlung meist schnell und ohne Folgen verheilen) ist bei einer niedrigen taglichen Einnahmemenge von 2 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 0,5 g Metronidazol) oder weniger eine mehrtagige Behandlung (5 bis 7 Tage) erforderlich. Bei einer hoheren Einnahmemenge von 4 bis 8 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 1 g bis 2 g Metronidazol) pro Tag kann eine kurze Behandlungsdauer (1 bis 3 Tage) ausreichend sein.

Bakterielle Vaginose (Aminkolpitis) und Trichomoniasis konnen auch durch eine Einmalgabe von 8 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 2 g Metronidazol) behandelt werden.

Alternativ konnen bei bakterieller Vaginose (Aminkolpitis) 4 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 1 g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2 bis 3 Einzeldosen) fur insgesamt 7 Tage verabreicht werden und bei Trichomoniasis - insbesondere in hartnackigen Fallen - 3 - 4 -(6) Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 0,75 - 1- (1,5) g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2 bis 3 Einzeldosen) fur insgesamt 7 Tage.

Bei invasiver Amobiasis werden taglich 30 mg Metronidazol pro kg Korpergewicht in 3 Einzeldosen nach den Mahlzeiten fur 8-10 Tage gegeben.

Giardiasis (Lambliasis) wird bei Erwachsenen mit einmal taglich 8 Filmtabletten Vagimid® (entsprechend 2 g Metronidazol) fur die Dauer von 3 Tagen behandelt.

Bei komplizierten Infektionen (Ansteckungen, die auch bei sorgfaltiger Behandlung oft schwer verheilen) wie

-    Endometritis (Entzundung der Gebarmutterschleimhaut),

-    Adnexitis (Entzundung der Eileiter oder Eierstocke),

-    Entzundungen im Bereich von Zahnen, Mund und Kiefer,

-    Entzundungen im Bereich von Hals, Nase und Ohren,

-    Peritonitis (Bauchfellentzundung) und

-    Abszessen (Eitergeschwure) im Bauchraum

betragt die tagliche Einnahmemenge zu Anfang 6 bis 8 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 1,5 bis 2 g Metronidazol) und an den nachfolgenden Tagen 4 Tabletten (1 g Metronidazol) fur 5 bis 7 Tage. Nur in Ausnahmefallen sollte die Einnahmemenge auf 6 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 1,5 g Metronidazol) pro Tag gesteigert werden. Die vorbeugende Behandlung sollte auf eine einmalige Gabe von 2 bis maximal 8 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 0,5 bis 2 g Metronidazol) beschrankt bleiben.

Kinder und Jugendliche

Kinder bis 12 Jahre erhalten zur Therapie von Infektionen, die durch anaerobe Bakterien verursacht sind, 20 mg bis 30 mg/kg Korpergewicht einmal pro Tag. Abhangig vom Schweregrad kann die Dosis auf 40 mg/kg pro Tag erhoht werden. Die Dauer der Behandlung betragt ublicherweise 7 Tage.

Bei bakterieller Vaginose bei Heranwachsenden betragt die Dosis zweimal taglich 400 mg uber 5 bis 7 Tage oder 2 g als Einmalgabe.

Bei urogenitaler Trichomoniasis erhalten Heranwachsende 2 g als Einmalgabe oder zweimal taglich 400 mg uber 5 bis 7 Tage. Kinder unter 10 Jahren nehmen 40 mg/kg als Einmalgabe (max. 2 g) oder 7 Tage lang 15 mg bis 30 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen taglich.

Bei Lambliasis (Giardiasis) werden Kinder uber 10 Jahre mit 2 g einmal pro Tag uber 3 Tage oder mit 400 mg dreimal taglich uber 5 Tage behandelt.

Kinder von 7 bis 10 Jahre: 1000 mg einmal taglich uber 3 Tage.

Kinder von 3 bis 7 Jahre: 600 mg bis 800 mg einmal taglich uber 3 Tage.

Kinder von 1 bis 3 Jahre: 500 mg einmal taglich uber 3 Tage.

Alternativ erhalten Kinder unter 10 Jahren 15 mg bis 40 mg/kg pro Tag uber 3 Tage, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen taglich.

Bei Amobiasis erhalten Kinder uber 10 Jahre 400 mg bis 800 mg dreimal taglich uber 5 bis 10 Tage. Kinder unter 10 Jahre erhalten 35 mg bis 50 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf drei Dosen taglich, uber 5 bis 10 Tage (max. 2,4 g/Tag).

Im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Keimeliminierung von Helicobacter pylori bei Kindern werden 20 mg/kg pro Tag (max. zweimal 500 mg/Tag) uber 7 bis 14 Tage angewendet.

Zur perioperativen Prophylaxe bei Kindern bis 11 Jahre werden einmalig 20 mg bis 30 mg/kg ein bis zwei Stunden vor dem Eingriff gegeben.

Hinweis

Fur Kinder unter 6 Jahren sind Vagimid®-Dragees nicht geeignet, da sie unzerkaut einzunehmen sind. In diesem Fall steht mit Vagimid® (Tabletten) ein Arzneimittel mit gleichem Wirkstoffgehalt zur Verfugung.

Fur hohere Einnahmemengen stehen auch Arzneimittel zur Verfugung, die eine groBere Menge Metronidazol, den Wirkstoff von Vagimid®-Dragees, enthalten.

Vagimid®-Dragees werden unzerkaut wahrend des Essens oder kurz danach mit ausreichend Flussigkeit eingenommen.

Uber die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr Arzt.

Warnhinweis

Die Behandlung mit Vagimid®-Dragees oder einem anderen Nitroimidazol-haltigen Medikament darf in der Regel 10 Tage nicht uberschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfallen bei besonders strenger Indikationsstellung (d. h. nach sorgfaltiger Abwagung durch Ihren Arzt bei Vorliegen schwerwiegender Grunde) uberschritten werden. Die Behandlung sollte moglichst selten wiederholt werden. Die Begrenzung der Behandlungsdauer ist erforderlich, weil sich eine Schadigung menschlicher Keimzellen (mogliche Schadigung des Erbgutes) nicht ausschlieBen lasst und weil in tierexperimentellen Studien (Versuchsreihen mit Tieren) eine Zunahme von bestimmten Tumoren (Geschwulsten) gesehen wurde.

Was mussen Sie noch wissen?

Bei Trichomoniasis ist oft der Sexualpartner ebenfalls Trager der Trichomonaden, auch wenn bisher keine krankhaften Veranderungen aufgefallen sein sollten. Um wechselseitige Ansteckungen zu vermeiden, ist es notwendig, dass der Sexualpartner ebenfalls untersucht und gegebenenfalls behandelt wird. Auf Geschlechtsverkehr sollte wahrend der Behandlung verzichtet werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Vagimid®-Dragees zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groBere Menge Vagimid®-Dragees eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine Einzelgabe von Vagimid®-Dragees versehentlich doppelt einnehmen, hat dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d. h., Sie nehmen Vagimid®-Dragees danach so ein, wie sonst auch.

Bei Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kann es zu Ubelkeit, Erbrechen, gesteigerten Reflexen, Ataxie (Storung im geordneten Bewegungsablauf), beschleunigtem Herzschlag, Atemnot und Desorientierung (Unkenntnis von Zeit und Ort) kommen.

Ein Gegenmittel ist nicht bekannt. Nach arztlicher Behandlung der Beschwerden ist mit einer vollstandigen Gesundung nach wenigen Tagen zu rechnen.

Wenn Sie die Einnahme von Vagimid®-Dragees vergessen haben

Wenn Sie Ihr Versehen noch am gleichen Tag bemerken, nehmen Sie die zu wenig eingenommene Arzneimenge noch am selben Tag nachtraglich ein.

Bemerken Sie Ihr Versehen erst am nachsten Tag, so kann es erforderlich sein, die Behandlung um einen Tag zu verlangern. Sprechen Sie in solch einem Fall bitte mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Vagimid®-Dragees abbrechen

Wenn Sie die Behandlung vorzeitig beenden oder sie zeitweise unterbrechen, gefahrden Sie den Behandlungserfolg!

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche GegenmaBnahmen es hierfur gibt und ob andere Arzneimittel fur Sie in Frage kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel konnen V agimid®-Dragees Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig:

mehr als IBehandelter von 10

Haufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Mogliche Nebenwirkungen HAUFIG

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes: metallischer Geschmack, bitteres AufstoBen, Zungenbelag, Entzundungen im Mund (Glossitis, Stomatitis), Magendrucken, Ubelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall

Erkrankungen der Nieren und Harnwege: Dunkelfarbung des Urins (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt, ohne Krankheitswert)

GELEGENTLICH

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Verminderung der weiBen Blutkorperchen (Leukopenie und Granulozytopenie). Bei langerer Anwendung sind daher regelmaBige Blutbildkontrollen durchzufuhren.

Erkrankungen des Nervensystems: Kopfschmerzen, Storungen im Zusammenspiel der Bewegungen (Ataxie), Nervenstorungen (periphere Neuropathien) und Krampfanfalle. Nervenstorungen auBern sich durch Taubheitsgefuhl, Pelzigsein oder Kribbeln in Armen und Beinen. Auch wenn diese Erscheinungen bei Ihnen nur in milder Form auftreten, mussen Sie sofort Ihren Arzt verstandigen!

Psychiatrische Erkrankungen: Schwindel, Schlafrigkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustande, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression)

Augenerkrankungen: Sehstorungen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege: schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), Blasenentzundung (Zystitis) und unfreiwilliger Abgang von Urin (Harninkontinenz)

Infektionen und parasitare Erkrankungen: Sprosspilzinfektionen (z. B. Candida) im Genitalbereich

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Schwachegefuhl

Erkrankungen des Immunsystems: schnell einsetzende Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), allergische Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, Nesselausschlag mit Blaschen- und Quaddelbildung [urtikarielles Exanthem]), Arzneimittelfieber

In leichten Fallen kann es zu entzundlichen Rotungen, Quaddelbildung, allergischem Schnupfen und allergischer Bindehautentzundung des Auges kommen.

Leber- und Gallenerkrankungen: Storungen der Leberfunktion

SEHR SELTEN

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Verminderung der Blutplattchen (Thrombozytopenie), Fehlen bestimmter weiBer Blutkorperchen (Agranulozytose). Eine Agranulozytose kann sich innerhalb weniger Stunden einstellen. Krankheitszeichen sind Fieber, Abgeschlagenheit, Entzundung der Rachenmandeln und der Mundschleimhaut. Es muss in diesen Fallen rasch eine Blutbildkontrolle durchgefuhrt werden. Wenden Sie sich in einem solchen Fall sofort an den nachsten erreichbaren Arzt.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes: Entzundung der Bauchspeicheldruse. Treten wahrend oder in den ersten Wochen nach Behandlung schwere, anhaltende Durchfalle auf, so ist an eine pseudomembranose Enterokolitis (schwere Darmerkrankung) zu denken (in den meisten Fallen verursacht durch Clostridium difficile). Diese durch eine Antibiotika-Behandlung ausgeloste Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige und angemessene Behandlung (siehe GegenmaBnahmen bei Nebenwirkungen).

Erkrankungen des Nervensystems: Speziell bei langer andauernder Therapie mit hohen Dosen sind im MRT feststellbare reversible Hirnlasionen mit Symptomen wie Dysarthrie, Gangstorungen, Enzephalopathie, Ataxie, Sehstorungen, Neuropathie beobachtet worden.

Erkrankungen des Immunsystems: Anaphylaktischer Schock (starker Blutdruckabfall als Ausdruck einer Uberempfindlichkeit). In schweren, aber sehr seltenen Fallen von Uberempfindlichkeit (anaphylaktischer Schock) konnen Atemnot, Schwindel und Erbrechen auftreten. Kommt es hierbei zu Bewusstseinsstorungen, KaltschweiBigkeit sowie blassen und kalten Handen und FuBen, muss sofort ein Arzt zu Hilfe gerufen werden. Bis zu dessen Eintreffen ist der Oberkorper des Kranken flach und seine Beine hoch zu lagern. Zur Vermeidung vor Auskuhlung ist der Kranke mit einer Decke warm zu halten.

HAUFIGKEIT NICHT BEKANNT

allergische Reaktionen: schwere Hautausschlage mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom)

Beenden Sie die Einnahme und suchen Sie moglichst umgehend Ihren Arzt auf.

Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

GegenmaBnahmen bei Nebenwirkungen

Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten, schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich beobachten, rufen Sie den nachsten erreichbaren Arzt zu Hilfe. Bei anderen unerwunschten Wirkungen sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt uber die weitere Behandlung.

Behandlung der pseudomembranosen Enterokolitis:

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Vagimid®-Dragees in Abhangigkeit von der Indikation erwagen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z. B. Einnahme

von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, durfen nicht eingenommen werden.

Schwere akute Uberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock):

Hier muss die Behandlung mit Vagimid®-Dragees sofort abgebrochen werden und die ublichen entsprechenden NotfallmaBnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) eingeleitet werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt uber das nationale Meldesystem dem Bunde sinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie sind Vagimid®-Dragees aufzubewahren?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren.

Bitte bewahren Sie Vagimid®-Dragees in der Originalverpackung auf, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

Sie durfen das Arzneimittel nach dem auf Faltschachtel und Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

6. Weitere Informationen

Was Vagimid®-Dragees enthalten:

Wirkstoff: Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Metronidazol.

1 uberzogene Tablette enthalt 250 mg Metronidazol.

Sonstige Bestandteile: Sucrose, Talkum, Lactose-Monohydrat, WeiBer Ton, Cellulosepulver, Macrogol 6000, Croscarmellose-Natrium, Calciumcarbonat, oxidierte Maisstarke, Gelborange S (Aluminiumsalz) (E 110), Hochdisperses Siliciumdioxid, Titandioxid (E 171), Glucose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Montanglycolwachs, Povidon K 25.

Wie Vagimid®-Dragees aussehen und Inhalt der Packung:

Vagimid®-Dragees sind blassorange gefarbte, linsenformige Tabletten.

Glasflaschen mit 12 bzw. 24 uberzogenen Tabletten oder PVC/Aluminium-Blister in Faltschachteln mit 10 oder 20 uberzogenen Tabletten

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

APOGEPHA Arzneimittel GmbH

Kyffhauserstr. 27

01309 Dresden

Tel.: 03 51 / 3 36 33

Fax: 03 51 / 3 36 34 40

info@apogepha.de

www.apogepha.de

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im Juli 2013.

V erschreibungspflichtig Vagimid®-Dragees sind glutenfrei.

Vagimid-Dragees

Fachinformation Vagimid-dragees

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ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS FACHINFORMATION

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vagimid®-Dragees, 250 mg uberzogene Tabletten

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Metronidazol

1 Tablette Vagimid®-Dragees enthalt 250 mg Metronidazol.

Vagimid®-Dragees enthalten Sucrose, Glucose und Lactose.

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSFORM

Vagimid®-Dragees: uberzogene Tabletten blassorange, linsenformig

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Bei folgenden Indikationen ist Metronidazol bei Erwachsenen und Kindern angezeigt:

—    Trichomoniasis

—    Bakterielle Vaginose ( Aminkolpitis, unspezifische Kolpitis)

—    Amobiasis

—    Lambliasis (Giardiasis)

—    Infektionen mit Beteiligung von Anaerobiern, besonders Infektionen, die vom weiblichen Genitale, Magen-Darm-Trakt, Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen

—    Infektionsprophylaxe bei operativen Eingriffen im gynakologischen Bereich oder im Magen-Darm-Trakt.

Die offiziellen Richtlinien fur den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Metronidazol zu berucksichtigen.

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Erwachsene

Die Dosis betragt 0,2 bis maximal 2 g pro Tag, mittlere Dosis 0,8 bis 1 g. Sie wird gewohnlich auf 2 bis 3 Einzeldosen verteilt.

Bei unkomplizierten Infektionen ist bei niedriger Dosierung (0,5 g pro Tag oder weniger) eine mehrtagige Behandlung (5 bis 7 Tage) erforderlich, bei hoherer Dosierung (1 bis 2 g pro Tag) kann eine kurze Therapiedauer (1 bis 3 Tage) ausreichend sein.

Bakterielle Vaginose und Trichomoniasis konnen bei Erwachsenen auch durch eine Einmalgabe von 2 g behandelt werden.

Alternativ konnen bei bakterieller Vaginose 4 Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 1 g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2 - 3 Einzeldosen) fur insgesamt 7 Tage verabreicht werden und bei Trichomoniasis - insbesondere in hartnackigen Fallen - 3 - 4 - (6) Tabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 0,75 - 1 - (1,5) g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2 - 3 Einzeldosen) fur insgesamt 7 Tage.

Hinweis:

Bei Trichomoniasis ist eine Untersuchung und gegebenenfalls synchrone Behandlung der/des Sexualpartner/s angezeigt. Geschlechtsverkehr sollte wahrend der Therapie unterbleiben.

Bei invasiver Amobiasis werden taglich 30 mg Metronidazol pro kg Korpergewicht in 3 Einzeldosen nach den Mahlzeiten fur 8-10 Tage gegeben.

Giardiasis (Lambliasis) wird bei Erwachsenen mit einmal taglich 8 Filmtabletten Vagimid®-Dragees (entsprechend 2 g Metronidazol) fur die Dauer von 3 Tagen behandelt.

Bei

- Endometritis und Adnexitis,

- Entzundungen im Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich,

-    Peritonitis und Abszessen im Bauchraum

muss die Therapie systemisch (oral oder intravenos) erfolgen. Die Initialdosis sollte 1,5 bis 2 g sein mit einer taglichen Erhaltungsdosis von 1 g fur 5 bis 7 Tage. Nur in Ausnahmefallen sollte die Dosis auf 1,5 g pro Tag gesteigert werden.

Die Prophylaxe sollte auf eine einmalige Gabe von 0,5 g bis maximal 2 g beschrankt bleiben.

Kinder und Jugendliche

Kinder bis 12 Jahre erhalten zur Therapie von Infektionen, die durch anaerobe Bakterien verursacht sind, 20 mg bis 30 mg/kg Korpergewicht einmal pro Tag. Abhangig vom Schweregrad kann die Dosis auf 40 mg/kg pro Tag erhoht werden. Die Dauer der Behandlung betragt ublicherweise 7 Tage.

Bei bakterieller Vaginose bei Heranwachsenden betragt die Dosis zweimal taglich 400 mg uber 5 bis 7 Tage oder 2 g als Einmalgabe.

Bei urogenitaler Trichomoniasis erhalten Heranwachsende 2 g als Einmalgabe oder zweimal taglich 400 mg uber 5 bis 7 Tage.

Kinder unter 10 Jahren nehmen 40 mg/kg als Einmalgabe (max. 2 g) oder 7 Tage lang 15 mg bis 30 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen taglich.

Bei Lambliasis (Giardiasis) werden Kinder uber 10 Jahre mit 2 g einmal pro Tag uber 3 Tage oder mit 400 mg dreimal taglich uber 5 Tage behandelt.

Kinder von 7 bis 10 Jahre: 1000 mg einmal taglich uber 3 Tage.

Kinder von 3 bis 7 Jahre: 600 mg bis 800 mg einmal taglich uber 3 Tage.

Kinder von 1 bis 3 Jahre: 500 mg einmal taglich uber 3 Tage.

Alternativ erhalten Kinder unter 10 Jahren 15 mg bis 40 mg/kg pro Tag uber 3 Tage, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen taglich.

Bei Amobiasis erhalten Kinder uber 10 Jahre 400 mg bis 800 mg dreimal taglich uber 5 bis 10 Tage.

Kinder unter 10 Jahre erhalten 35 mg bis 50 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf drei Dosen taglich, uber 5 bis 10 Tage (max. 2,4 g/Tag).

Im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Eradikation von Helicobacter pylori bei Kindern werden 20 mg/kg pro Tag (max. zweimal 500 mg/Tag) uber 7 bis 14 Tage angewendet. Vor Behandlungsbeginn sind die offiziellen Therapieempfehlungen zu beachten.

Zur perioperativen Prophvlaxe bei Kindem bis 11 Jahre werden einmalig 20 mg bis 30 mg/kg ein bis zwei Stunden vor dem Eingriff gegeben.

Hinweis:

Fur Kinder unter 6 Jahren sind Vagimid®-Dragees, die unzerkaut einzunehmen sind, nicht geeignet.

Vagimid®-Dragees werden unzerkaut mit ausreichend Flussigkeit wahrend der Mahlzeiten oder danach geschluckt.

Die Dauer der Anwendung ist abhangig von der jeweiligen Erkrankung (siehe auch unter Abschnitt 4.4).

Bei Trichomoniasis ist eine Untersuchung und gegebenenfalls synchrone Behandlung der/des Sexualpartner/s angezeigt. Geschlechtsverkehr sollte wahrend der Therapie unterbleiben.

Vagimid®-Dragees sind glutenfrei.

4.3    Gegenanzeigen

Vagimid®-Dragees durfen nicht angewendet werden bei Uberempfindlichkeit gegen Metronidazol, andere 5-Nitroimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Eine Ausnahme besteht, wenn eine lebensbedrohliche Infektion vorliegt und andere Arzneimittel wirkungslos sind.

Vagimid®-Dragees durfen nicht angewendet werden bei Uberempfindlichkeit gegen Gelborange S.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Die Behandlung mit Vagimid®-Dragees oder einem anderen nitroimidazol-haltigen Arzneimittel darf in der Regel 10 Tage nicht uberschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfallen bei besonders strenger Indikationsstellung uberschritten werden. Die Behandlung sollte moglichst selten wiederholt werden. Die Begrenzung der Therapiedauer ist erforderlich, weil sich eine Schadigung menschlicher Keimzellen nicht ausschlieBen lasst und weil in tierexperimentellen Studien eine Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde.

Bei Patienten mit schweren Leberschaden, Storungen der Blutbildung sowie Erkrankungen des Zentral- oder peripheren Nervensystems ist vor Therapie mit Vagimid®-Dragees eine sorgfaltige Nutzen-Risiko-Abwagung notig.

Schwere Hautreaktionen

Unter der Verwendung von Metronidazol wurde uber Falle von schweren Hautreaktionen (, Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Beim Auftreten solcher Reaktionen ist die Therapie sofort abzubrechen, keinen Reexpositionsversuch durchfuhren.

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel, Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Vagimid®-Dragees nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da sonst Unvertraglichkeitserscheinungen auftreten konnen, wie z. B. Hautrotungen im Bereich des Kopfes und Nackens sowie Ubelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel (Disulfiram-ahnliche Wirkung).

Die Gabe von Disulfiram kann zu Psychosen und Verwirrtheitszustanden fuhren.

Patienten, die mit Antikoagulanzien vom Warfarin-Typ behandelt werden, mussen gegebenenfalls neu eingestellt werden, weil durch Metronidazol die Hemmung der Blutgerinnung verstarkt wird.

Bei Gabe von Lithium ist Vorsicht geboten, weil ein Anstieg der Lithiumkonzentration im Serum beobachtet wurde.

Eine Wirkungsverminderung von Metronidazol tritt bei Gabe von Barbituraten und Phenytoin ein.

Cimetidin kann in Einzelfallen die Elimination von Metronidazol beeintrachtigen und dadurch zu erhohten Metronidazol-Serumkonzentrationen fuhren.

Metronidazol kann bei einigen Analysenmethoden zur Bestimmung der GOT im Serum zu verringerten Werten fuhren.

MaBige synergistische Wirkung von Metronidazol mit Antibiotika wie Tetracyclin, Spiramycin, Clindamycin, Acylureido-Penicillinen und Rifampicin wurde festgestellt. Nalidixinsaure und Metronidazol zeigen deutliche synergistische Beeinflussung.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend belegt. Insbesondere fur die Fruhschwangerschaft liegen widerspruchliche Berichte vor. Einige Studien haben Hinweise auf eine erhohte Fehlbildungsrate ergeben. In tierexperimentellen Studien zeigte Metronidazol keine teratogenen Eigenschaften (siehe Abschnitt 5.3).

Vagimid®-Dragees sollten im 1. Trimenon nur bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.

Im 2. und 3. Trimenon und wahrend der Laktationsperiode konnen Vagimid®-Dragees nach Nutzen-Risiko-Abwagung auch bei anderen Indikationen eingesetzt werden. Soweit moglich, sollte wahrend der Schwangerschaft die lokale Darreichungsform angewandt werden.

Bei der oralen Anwendung in der Stillperiode sollte wahrend der Therapie das Stillen unterbrochen werden (siehe auch unter 4.4 und 5.3).

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Vagimid®-Dragees konnen das Reaktionsvermogen so weit verandern, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt wird. Dies gilt in verstarktem MaBe bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8    Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 1/10)

Haufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar).

Art und Schweregrad von Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen gleich.

Infektionen und parasitare Erkrankungen

gelegentlich: Sprosspilzinfektionen (z. B. Candida) im Genitalbereich

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

gelegentlich: Leukopenie und Granulozytopenie sehr selten: Agranulozytose und Thrombozytopenie

Daher sind bei langerer Anwendung regelmabige Blutbildkontrollen angezeigt.

Erkrankungen des Immunsystems

gelegentlich: Anaphylaktische Reaktionen, Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, urtikarielles

Exanthem), Arzneimittelfieber

sehr selten: Anaphylaktischer Schock

Psychiatrische Erkrankungen

gelegentlich: Schlafrigkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustande, Erregbarkeit, Depression Erkrankungen des Nervensystems

gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindel, Ataxie, Periphere Neuropathien und Krampfanfalle. Periphere Neuropathien aubern sich durch Taubheitsgefuhl, Pelzigsein oder Kribbeln in den Extremitaten.

sehr selten: Speziell bei langer andauernder Therapie mit hohen Dosen sind im MRT feststellbare reversible Hirnlasionen mit Symptomen wie Dysarthrie, Gangstorungen, Enzephalopathie, Ataxie, Sehstorungen, Neuropathie beobachtet worden.

Augenerkrankungen

gelegentlich: Sehstorungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

haufig: Metallischer Geschmack, bitteres Aufstoben, Zungenbelag, Glossitis, Stomatitis, Magendrucken, Ubelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall sehr selten: Pankreatitis. Unter Therapie mit Vagimid-Dragees® kann sich eine pseudomembranose Enterokolitis entwickeln (s. a. Gegenmabnahmen bei Nebenwirkungen).

Leber- und Gallenerkrankungen

gelegentlich: Leberfunktionsstorungen (z. B. Erhohung von Transaminasen und Bilirubin im Serum)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

haufig: Dunkelfarbung des Urins (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt des Metronidazols, ohne Krankheitswert)

gelegentlich: Dysurie, Cystitis, Harninkontinenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

gelegentlich: Schwachegefuhl

Gelborange S (sonstiger Bestandteil von Vagimid®-Dragees) kann allergische Reaktionen hervorrufen.

GegenmaBnahmen bei Nebenwirkungen:

Therapie der pseudomembranosen Enterokolitis:

Hier ist eine Beendigung der Therapie in Abhangigkeit von der Indikation zu erwagen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einzuleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert.

Schwere akute Úberempfíndlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock):

Hier muss die Behandlung mit Vagimid®-Dragees sofort abgebrochen werden und die ublichen entsprechenden NotfallmaBnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) eingeleitet werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groBer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Úberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Nach Einmaldosen von bis zu 15 g Metronidazol in suizidaler Absicht wurden Úbelkeit, Erbrechen, Hyperreflexie, Ataxie, Atemnot und Desorientierung beobachtet. Todesfalle sind nicht beschrieben.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Bei symptomatischer Therapie ist mit vollstandiger Ruckbildung der Beschwerden nach wenigen Tagen zu rechnen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Metronidazol ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole.

ATC-Code

J01XD01

Wirkungsweise

Metronidazol selbst ist antimikrobiell unwirksam. Es stellt die stabile und penetrationsfahige Ausgangsverbindung dar, aus der unter anaeroben Bedingungen durch die mikrobielle Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase unter Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin Nitroso-Radikale gebildet werden, die an der DNS angreifen. Nitroso-Radikale bilden Addukte mit Basenpaaren in der DNS, wodurch es zu DNS-Strangbruchen und nachfolgend zum Zelltod kommt.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hangt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzentration (Cmax) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Die Resistenzmechanismen gegen Metronidazol bei anaeroben Bakterien sind erst teilweise

aufgeklart:

-    Metronidazol-resistente Bacteroides-Stamme besitzen Resistenz-determinanten, die Nitroimidazol-Reduktasen kodieren, die Nitroimidazole in Aminoimidazole umwandeln, wodurch die Bildung der fur die antibakterielle Wirkung verantwortlichen Nitroso-Radikale verhindert wird.

-    Die Metronidazol-Resistenz bei Helicobacter pylori beruht auf Mutationen in einem Gen, das fur die NADPH-Nitroreduktase kodiert. Diese Mutationen bewirken einen Austausch von Aminosauren und damit einen Funktionsverlust des Enzyms. Somit unterbleibt der Aktivierungsschritt vom Metronidazol zum reaktiven Nitroso-Radikal.

Es besteht zwischen Metronidazol und den anderen Nitroimidazolderivaten (Tinidazol,

Ornidazol, Nimorazol) vollstandige Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Metronidazol erfolgt unter Benutzung der ublichen Verdunnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen fur sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Clostridium difficile

< 2 mg/l

> 2 mg/l

Andere Gram-positive Anaerobier

< 4 mg/l

> 4 mg/l

Helicobacter pylori

< 1 mg/l

> 1 mg/l

Gram-negative Anaerobier

< 4 mg/l

> 4 mg/l

Pravalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Pravalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann ortlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere fur die adaquate Behandlung schwerer Infektionen -lokale Informationen uber die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Metronidazol in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenuber Metronidazol anzustreben.

Pravalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistentuberwachungsprojekten und -studien (Stand: Dezember 2012):_

Ublicherweise empfindliche Spezies


Anaerobe Mikroorganismen


Bacteroides fragilis


Clostridium difficile Clostridium perfringens ° A


Fusobacterium spp. °


Peptoniphilus spp. °


Peptostreptococcus spp. °


Porphyromonas spp. °


Prevotella spp. °


Veillonella spp. °


Andere Mikroorganismen


Entamoeba histolytica °


Gardnerella vaginalis °


Giardia lamblia °


Trichomonas vaginalis °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen konnen

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen


Helicobacter pylori


Von Natur aus resistente Spezies


Alle obligat aeroben Bakterien


Gram-positive Mikroorganismen


Enterococcus spp.


Staphylococcus spp.


Streptococcus spp.


Gram-negative Mikroorganismen


Enterobacteriaceae


Haemophilus spp.


° Bei Veroffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primarliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

A Nur bei Penicillin-Allergie

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Applikation wird Metronidazol rasch und nahezu vollstandig resorbiert mit maximalen Serumspiegeln nach 1 bis 2 Stunden. Bei rektaler Applikation stehen ca. 80 % der Substanz systemisch zur Verfugung, wobei das Maximum im Serum nach ca. 4 Stunden erreicht wird. Nach vaginaler Applikation konnen nur ca. 20 % im Serum gefunden werden, wobei das Maximum hier noch spater, nach 8 bis 24 Stunden, erreicht wird. Die Serumhalbwertszeit betragt ca. 8 (6 bis 10) Stunden. Im menschlichen Organismus werden verschiedene Metabolite gebildet. Hauptmetabo-lite sind der Hydroxymetabolit (1-(2-Hydroxyethyl)-2-hydroxymethyl-5-nitroimidazol) und der "saure" Metabolit (2-Methyl-5-nitroimidazol-1 -yl-essigsaure).

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen betragt etwa 36 l.

Bioverfugbarkeit

Eine im Jahre 2004 durchgefuhrte Bioverfugbarkeitsuntersuchung zu Vagimid®-Dragees an 16 Probanden ergab im Vergleich zum Referenzpraparat (Angabe der Werte als arithmetischer Mittelwert und Standardabweichung):

Testpraparat

Referenzpraparat

Maximale Plasmakonzentration (Cmax) [pg/ml]

10,87 ± 2,28

10,10 ± 2,48

Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration (tmax) [h]

1,17 ± 0,43

1,43 ± 0,80

Flache unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC0-t) [pg-h/ml]

110,5 ± 27,0

104,0 ± 26,6

Proteinbindung

Die Proteinbindung liegt unter 20 %. Elimination

Ca. 80 % der Substanz werden uber die Niere ausgeschieden, wobei der nicht metabolisierte Anteil weniger als 10 % ausmacht. Geringe Mengen (ca. 6 %) werden auch uber die Leber ausgeschieden. Niereninsuffizienz verlangert die Ausscheidung nur unwesentlich.

Pharmakokinetik bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz

Bei schwerer Leberinsuffizienz ist mit einer verzogerten Elimination zu rechnen. Die Halbwertszeit kann bei Patienten mit stark eingeschrankter Leberfunktion bis auf 30 Stunden verlangert sein.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

a)    Akute Toxizitat

Die akute Toxizitat ist an Mausen bei zwei Applikationsarten gepruft worden. Die LD50-Werte betragen bei oraler Zufuhr 3800 mg/kg Korpergewicht, bei intraperitonealer Zufuhr 3950 mg/kg Korpergewicht. Die akute Toxizitat ist danach sehr gering.

Akute Vergiftungen beim Menschen sind nicht bekannt geworden. Der toxische Blutspiegel wird mit 200 pg/ml angegeben, das ist zehnfach hoher als bei bestimmungsgemaBer oraler Therapie.

b)    Chronische/ subchronische Toxizitat

In chronischen Toxizitatsstudien konnten bei Gabe von Metronidazol uber 26 bis 80 Wochen bei Ratten keine Nebenwirkungen festgestellt werden. Erst bei Dosen von 300 bis 600 mg/kg Korpergewicht und Tag traten Testisdystrophien und Prostataatrophien auf. Toxische Effekte bei Hunden bei Gabe von 75 mg/kg Korpergewicht und Tag auBerten sich in Form von Ataxien und Tremor. Bei Untersuchungen an Affen zeigte sich nach einjahriger Gabe von 45, 100 bzw. 225 mg/kg Korpergewicht und Tag eine dosisabhangige Zunahme von Leberzelldegenerationen.

Als niedrigste toxische Dosis bei 8 Wochen langer, kontinuierlicher, oraler Zufuhr bei Menschen wurden 18 mg/kg/Tag angegeben. Insgesamt seltene Nebenwirkungen sind cholestatische Hepatose und periphere Neuropathien.

c)    Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Tierexperimente an verschiedenen Nagern haben gezeigt, dass es sich bei Metronidazol um einen tumorerzeugenden Stoff handelt, dessen tumorerzeugendes Potential schwach ausgepragt ist. Wenn auch Verlaufsbeobachtungen beim Menschen keinen Beweis dafur erbracht haben, dass die Verabreichung von Metronidazol zu einem erhohten Tumorrisiko fuhrt, bleibt doch das theoretische Risiko durch den Reduktionsmetaboliten, der durch die Bakterienflora gebildet wird und in sehr geringen Mengen im Urin nachweisbar ist.

Metronidazol zeigte in einer Reihe von Tests an Bakterien mit verschiedenen Aktivierungssystemen deutliche mutagene Wirkungen. Eine Anzahl weiterer In-vitro- und In-vivo-Tests verlief negativ. In Lymphozyten von Patienten wurden nach langerer Therapie mit Metronidazol erhohte Quoten an Chromosomenmutationen gefunden.

d)    Reproduktionstoxizitat

Tierversuche haben bei Ratten bis zu Dosen von 200 mg/kg Korpergewicht und bei Kaninchen bis zu 150 mg/kg Korpergewicht pro Tag keine teratogenen Effekte oder andere embryotoxische Wirkungen ergeben.

Metronidazol besitzt eine gute Gewebegangigkeit, so dass die Plazenta keine Schranke darstellt. Der Gehalt in der Muttermilch ist hoch (mehr als 50 % des Serumwertes).

Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend belegt. Insbesondere fur die Fruhschwangerschaft liegen widerspruchliche Berichte vor. Einige Studien haben Hinweise auf eine erhohte Fehlbildungsrate ergeben. Das Risiko moglicher Spatfolgen einschlieBlich des kanzerogenen Risikos ist bisher nicht geklart.

Im Falle einer uneingeschrankten Anwendung von Nitroimidazolen durch die Mutter besteht fur das Ungeborene bzw. Neugeborene das Risiko einer Krebsauslosung oder Erbgutschadigung. Gesicherte Hinweise fur eine Schadigung des Embryos oder Feten gibt es bislang nicht.

6. PHARMAZEUTISCHE EIGENSCHAFTEN

Vagimid®-Dragees: Sucrose, Talkum, Lactose-Monohydrat, WeiBer Ton, Cellulosepulver, Macrogol 6000, Croscarmellose-Natrium, Calciumcarbonat, oxidierte Maisstarke, Gelborange S (Aluminiumsalz) (E 110), Hochdisperses Siliciumdioxid, Titandioxid (E 171), Glucose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Montanglycolwachs, Povidon K 25.

6.1    Inkompatibilitaten

Bisher nicht bekannt.

6.2    Dauer der Haltbarkeit

Vagimid®-Dragees in Glasflaschen: 5 Jahre Vagimid®-Dragees im Blister: 3 Jahre

6.3    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

6.4    Art und Inhalt des Behaltnisses

Vagimid®-Dragees:    Glasflaschen mit 12 und 24 uberzogenen Tabletten oder

PVC/Aluminium-Blister in Faltschachteln mit 10 oder 20 uberzogenen Tabletten

6.5    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

APOGEPHA Arzneimittel GmbH Kyffhauserstr. 27, 01309 Dresden Tel.: 03 51 / 3 36 33 Fax: 03 51/ 3 36 34 40

info@apogepha.de

www.apogepha.de

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Vagimid®-Dragees: 3000579.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÁN GERUNG DER ZULASSUNG

Vagimid®-Dragees: 20.6.2005

10.    STAND DER INFORMATION

Juli 2013

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Vagimid-Dragees