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Valaciclovir aurobindo 500 mg filmtabletten



Gebrauchsinformation Valaciclovir aurobindo 500 mg filmtabletten

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender


Valaciclovir Aurobindo 500 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Valaciclovir


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:

  1. Was ist Valaciclovir Aurobindo und wofür wird es angewendet?

  2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Valaciclovir Aurobindo beachten?

  3. Wie ist Valaciclovir Aurobindo einzunehmen?

  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

  5. Wie ist Valaciclovir Aurobindo aufzubewahren?

  6. Weitere Informationen


1. WAS IST VALACICLOVIR AUROBINDOUND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?


Valaciclovir Aurobindo gehört zur Gruppe der antiviralen Arzneimittel. Es wirkt, indem es das Wachstum von Viren wie das Herpes-simplex-Virus (HSV), das Varizella-zoster-Virus (VZV) und das Zytomegalie-Virus (CMV) hemmt.


Valaciclovir Aurobindo wird angewendet:

  • zur Behandlung der Gürtelrose (bei Erwachsenen)

  • zur Behandlung von HSV-Infektionen der Haut und von Genitalherpes (bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre). Es wird auch angewendet um ein Wiederauftreten dieser Infektionen zu verhindern.

  • zur Behandlung von Lippenherpes (bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre)

  • zur Vorbeugung von CMV-Infektionen nach Organtransplantationen (bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre)

  • zur Behandlung und Vorbeugung von HSV-Infektionen der Augen.


2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON VALACICLOVIR AUROBINDO BEACHTEN?


Valaciclovir Aurobindodarf nicht eingenommen werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Valaciclovir oder Aciclovir oder einen der sonstigen Bestandteile von Valaciclovir Aurobindo sind (siehe Abschnitt 6.).

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo nicht ein, wenn dies auf Sie zutrifft. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Valaciclovir Aurobindo einnehmen.


Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valaciclovir Aurobindo ist erforderlich

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Valaciclovir Aurobindo einnehmen, wenn

  • Sie Probleme mit den Nieren haben

  • Sie Probleme mit der Leber haben

  • Sie älter als 65 Jahre sind

  • Ihr Immunsystem geschwächt ist


Wenn Sie nicht sicher sind, ob dies auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Valaciclovir Aurobindo einnehmen.


Verhütung der Übertragung von Genitalherpes

Falls Sie Valaciclovir Aurobindo einnehmen, um Herpes im Genitalbereich zu behandeln oder vorzubeugen, oder falls Sie früher einmal Genitalherpes hatten, sollten Sie sich weiterhin beim Geschlechtsverkehr („Safer Sex") schützen, auch indem Sie Kondome benutzen. Dies ist wichtig, um zu verhindern, dass Sie die Infektion auf andere übertragen. Falls Sie wunde Stellen oder Bläschen im Genitalbereich haben, sollten Sie keinen Sex haben.


Bei Einnahme von Valaciclovir Aurobindomit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich nicht um verschreibungspflichtige Arzneimittel, einschließlich pflanzlicher Mittel, handelt.


Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Auswirkungen auf die Nieren haben. Dies sind z.B.: Aminoglykoside, organische Platinverbindungen, Jod-haltige Kontrastmittel, Methotrexat, Pentamidin, Foscarnet, Ciclosporin, Tacrolimus, Cimetidin und Probenecid.


Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker immer über andere Arzneimittel, die Sie einnehmen, wenn Sie Valaciclovir Aurobindo zur Behandlung einer Gürtelrose einnehmen oder nachdem Sie eine Organtransplantation hatten.


Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Valaciclovir Aurobindo während der Schwangerschaft wird normalerweise nicht empfohlen. Falls Sie schwanger sind, glauben, schwanger zu sein oder planen, schwanger zu werden, nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo nicht ein, ohne vorher Ihren Arzt um Rat zu fragen. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, wird Ihr Arzt den Nutzen der Einnahme von Valaciclovir Aurobindo gegen das Risiko für Ihr Baby abwägen.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Valaciclovir Aurobindo kann Nebenwirkungen verursachen, die Ihre Fähigkeit zum Steuern eines Fahrzeugs beeinträchtigen können.

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie durch die Nebenwirkungen beeinträchtigt sind.


3. WIE IST VALACICLOVIR AUROBINDO EINZUNEHMEN?


Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.


Die einzunehmende Dosis hängt davon ab, warum Ihr Arzt Ihnen Valaciclovir Aurobindo verordnet hat. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen.


Behandlung der Gürtelrose

  • Die übliche Dosis beträgt 1000 mg (zwei Tabletten) 3‑mal täglich.

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo 7 Tage lang ein.


Behandlung von Lippenherpes

  • Die übliche Dosis beträgt 2000 mg (vier Tabletten) 2‑mal täglich.

  • Die zweite Dosis sollte 12 Stunden (aber nicht früher als 6 Stunden) nach der ersten Dosis eingenommen werden.

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo nur einen Tag lang ein (zwei Dosen).


Behandlung von HSV-Infektionen der Haut und Genitalherpes

  • Die übliche Dosis beträgt 500 mg (eine Tablette) 2‑mal täglich.

  • Bei der ersten Infektion nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo 5 Tage lang ein oder, falls Ihr Arzt es Ihnen so verordnet, bis zu 10 Tage lang. Bei wieder auftretenden Infektionen beträgt die Dauer der Behandlung normalerweise 3 bis 5 Tage.


Vermeidung des Wiederauftretens von HSV-Infektionen, wenn Sie schon einmal eine HSV-Infektion hatten

  • Die übliche Dosis beträgt eine Tablette 1‑mal täglich.

  • Für manche Personen, bei denen die HSV-Infektion häufig wieder auftritt, kann es von Nutzen sein, 2‑mal täglich ½ Tablette einzunehmen.

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo so lange ein, bis Ihnen Ihr Arzt sagt, dass Sie die Einnahme beenden sollen.


Vorbeugung einer Infektion mit CMV (Zytomegalie-Virus)

  • Die übliche Dosis beträgt 2000 mg (vier Tabletten) 4‑mal täglich.

  • Nehmen Sie die Dosen im Abstand von etwa 6 Stunden ein.

  • Üblicherweise werden Sie so bald wie möglich nach Ihrer Operation mit der Einnahme von Valaciclovir Aurobindo beginnen.

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo nach Ihrer Operation etwa 90 Tage lang ein, bis Ihnen Ihr Arzt sagt, dass Sie die Einnahme beenden sollen.


Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosierung von Valaciclovir Aurobindo anpassen, wenn

  • Sie über 65 Jahre alt sind

  • Sie ein geschwächtes Immunsystem haben

  • Sie Nierenprobleme haben

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Valaciclovir Aurobindo einnehmen.


Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren

Valaciclovir Aurobindo darf bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.


Wie das Arzneimittel einzunehmen ist

  • Nehmen Sie das Arzneimittel ein.

  • Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit Wasser herunter.

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo jeden Tag zur selben Zeit ein.

  • Nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo genau nach der mit Ihrem Arzt oder Apotheker getroffenen Absprache ein.


Menschen über 65 Jahre oder mit Nierenfunktionsstörungen

Während Sie Valaciclovir Aurobindo einnehmen, ist es sehr wichtig, dass Sie im Verlauf des Tagesregelmäßig Wasser trinken. Dies hilft, Nebenwirkungen zu verringern, die die Nieren oder das Nervensystem beeinträchtigen können. Ihr Arzt wird Sie sorgfältig auf Anzeichen solcher Nebenwirkungen hin überwachen. Nebenwirkungen auf das Nervensystem könnten z.B. ein Gefühl von Verwirrtheit oder Unruhe sein oder eine ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Benommenheit.


Wenn Sie eine größere Menge von Valaciclovir Aurobindoeingenommen haben, als Sie sollten

Valaciclovir Aurobindo ist normalerweise nicht schädlich, wenn Sie nicht über mehrere Tage zu viel davon einnehmen. Wenn Sie zu viele Tabletten einnehmen, kann es sein, dass Ihnen übel wird, Sie sich erbrechen beziehungsweise verwirrt, unruhig oder ungewöhnlich schläfrig sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie zu viel Valaciclovir Aurobindo eingenommen haben. Nehmen Sie die Tablettenpackung dafür mit.


Wenn Sie die Einnahme von Valaciclovir Aurobindovergessen haben

  • Wenn Sie vergessen haben, Valaciclovir Aurobindo einzunehmen, nehmen Sie es, sobald Sie sich daran erinnern. Wenn es dann aber schon fast Zeit ist für Ihre nächste Dosis, lassen Sie die vergessene Dosis aus.

  • Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann Valaciclovir Aurobindo Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.


Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar


Reaktionen, auf die Sie achten müssen:

  • Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie). Diese sind bei Einnahme von Valaciclovir Aurobindo selten und gehen mit rascher Entwicklung von Symptomen einher einschließlich:

  • Hautrötung, juckender Hautausschlag

  • Anschwellen von Lippen, Gesicht, Hals und Rachen, das Atembeschwerden verursacht (Quincke-Ödem)

  • Blutdruckabfall, der zum Kollaps führt.

Wenn Sie eine allergische Reaktion entwickeln, nehmen Sie Valaciclovir Aurobindo nicht mehr ein und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.


Sehr häufig

  • Kopfschmerzen


Häufig

  • Übelkeit

  • Schwindel

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Hautreaktionen nach Sonneneinstrahlung (Photosensibilität)

  • Hautausschlag


Gelegentlich

  • Verwirrtheit

  • Sehen oder Hören von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen)

  • Starke Benommenheit

  • Zittern

  • Unruhe


Diese Nebenwirkungen auf das Nervensystem treten üblicherweise bei Menschen mit Nierenfunktionsstörungen, bei älteren Menschen oder bei Patienten nach einer Organtransplantation auf, die Valaciclovir Aurobindo in hohen Dosen von 8 Gramm oder mehr pro Tag einnehmen. Sie bessern sich normalerweise, wenn Valaciclovir Aurobindo abgesetzt oder die Dosis reduziert wird.


Andere gelegentlich auftretende Nebenwirkungen

  • Kurzatmigkeit (Dyspnoe)

  • Magenbeschwerden

  • Hautausschlag, manchmal mit Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria)

  • Schmerzen im unteren Rücken (Nierenschmerzen)


Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen, die bei Blutuntersuchungen festgestellt werden können

  • Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)

  • Verringerung der Anzahl der Blutplättchen. Dabei handelt es sich um Zellen, die zur Blutgerinnung beitragen (Thrombozytopenie)

  • Anstieg von Substanzen, die in der Leber produziert werden


Selten

  • Unsicherer Gang und fehlende Koordination (Ataxie)

  • langsame, verwaschene Sprache (Dysarthrie)

  • Krampfanfälle

  • veränderte Hirnfunktionen (Enzephalopathie)

  • Bewusstlosigkeit (Koma)

  • wirre oder unruhige Gedanken


Diese Nebenwirkungen auf das Nervensystem treten üblicherweise bei Menschen mit Nierenfunktionsstörungen, bei älteren Menschen oder bei Patienten nach einer Organtransplantation auf, die Valaciclovir Aurobindo in hohen Dosen von 8 Gramm oder mehr pro Tag einnehmen. Sie bessern sich normalerweise, wenn Valaciclovir Aurobindo abgesetzt oder die Dosis reduziert wird.


Andere selten auftretende Nebenwirkungen

  • Nierenfunktionsstörungen, die dazu führen können, dass Sie wenig oder nicht Wasser lassen können


Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.


5. WIE IST VALACICLOVIR AUROBINDO AUFZUBEWAHREN?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.


Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „Verwendbar bis“ bzw. „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.


Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


6. WEITERE INFORMATIONEN


Was Valaciclovir Aurobindoenthält

Der Wirkstoff ist: Valaciclovir.

Jede Filmtablette enthält Valaciclovirhydrochlorid (hydriert) entsprechend 500 mg Valaciclovir.


Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon (Typ A), Povidon K-90, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Filmüberzug:Hypromellose, Indigocarmin-Aluminiumsalz, Titandioxid, Macrogol 400, Polysorbat 80.


Wie Valaciclovir Aurobindoaussieht und Inhalt der Packung

Blaue, kapselförmige Filmtabletten mit einer Teilbruchrille auf beiden Seiten, die auf der einen Seite mit „F“ und auf der anderen Seite mit „9“ und „3“ versehen sind.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.


Valaciclovir Aurobindo Filmtabletten sind in einer transparenten Blisterpackung aus PVC/PVdC- und Aluminiumfolie mit 10 und 42 Filmtabletten erhältlich.


Pharmazeutischer Unternehmer

Glob Limited

65, Delamere Road, Hayes, Middlesex – UB4 0NN

Vereinigtes Königreich


Hersteller

APL Swift Services (Malta) Limited

HF26, Hal Far Industrial Estate, Hal Far,

Birzebbugia, BBG 3000

Malta





Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:


Frankreich: Valaciclovir Aurobindo 500 mg comprimé pelliculé sécable

Deutschland: Valaciclovir Aurobindo 500 mg Filmtabletten

Italien: Valaciclovir Aurobindo 500 mg compresse rivestite con film

Niederlande: Valaciclovir Aurobindo 500 mg filmomhulde tabletten

Portugal: Valaciclovir Aurobindo

Spanien: Valaciclovir Aurobindo 500 mg comprimidos recubiertos con película EFG

Vereinigtes Königreich Valaciclovir 500 mg film-coated tablets


Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im [MM/JJJJ].


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Valaciclovir Aurobindo 500 mg Filmtabletten

Fachinformation Valaciclovir aurobindo 500 mg filmtabletten

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Valaciclovir Aurobindo 500 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthált Valaciclovirhydrochlorid (hydriert), entsprechend 500 mg Valaciclovir.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Blaue, kapselformige Filmtabletten mit einer Teilbruchrille auf beiden Seiten, die auf der einen Seite mit „F" und auf der anderen Seite mit „9" und „3" versehen sind.

Die Tablette kann in gleiche Halften geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Varicella-zoster-Virus (VZV)-Infektionen - Herpes zoster

Valaciclovir Aurobindo ist angezeigt zur Behandlung von Herpes zoster

(Gurtelrose) und Zoster ophthalmicus bei immunkompetenten Erwachsenen

(siehe Abschnitt 4.4).

Valaciclovir Aurobindo ist angezeigt zur Behandlung von Herpes zoster bei

Erwachsenen mit leichter oder má&iger Immunsuppression (siehe Abschnitt 4.4).

Herpes-simplex-Virus (HSV)-Infektionen

Valaciclovir Aurobindo ist angezeigt

-    zur Behandlung und Suppression von HSV-Infektionen der Haut und

Schleimháute, einschlie&lich

•    Behandlung von primárem Herpes genitalis bei immunkompetenten Erwachsenen und Jugendlichen und bei immungeschwáchten Erwachsenen.

•    Behandlung von rezidivierendem Herpes genitalis bei immunkompetenten Erwachsenen und Jugendlichen und bei immungeschwáchten Erwachsenen.

•    Suppression von rezidivierendem Herpes genitalis bei immunkompetenten Erwachsenen und Jugendlichen und bei immungeschwáchten Erwachsenen.

-    zur Behandlung und Suppression von rezidivierenden HSV-Infektionen der

Augen (siehe Abschnitt 4.4).

Es wurden keine klinischen Studien bei immungeschwachten Patienten mit einer HSV-Infektion durchgefuhrt, deren Immunschwache eine andere Ursache als eine HIV-Infektion hatte (siehe Abschnitt 5.1).

Zytomegalie- Virus (CM V)-Infektionen

Valaciclovir Aurobindo ist angezeigt zur Prophylaxe einer CMV-Infektion und -Erkrankung nach einer Organtransplantation bei Erwachsenen und Jugendlichen (siehe Abschnitt 4.4).

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Die Tabletten sollten mit ausreichend Flussigkeit (z.B. ein Glas Wasser) geschluckt werden. Die Tabletten konnen unabhangig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Varicella-zoster-Virus (VZV)-Infektionen - Herpes zoster und Zoster ophthalmicus

Die Patienten sollten mit der Behandlung sobald wie moglich nach der Diagnose eines Herpes zoster beginnen.

Es gibt keine Daten zu einer Behandlung, die mehr als 72 Stunden nach dem Auftreten des Hautausschlags begonnen wurde.

Immunkompetente Erwachsene

Die Dosierung bei immunkompetenten Patienten betragt 3-mal taglich 1000 mg an 7 aufeinanderfolgenden Tagen (tagliche Gesamtdosis: 3000 mg). Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen).

Immungeschwachte Erwachsene

Die Dosierung bei immungeschwachten Patienten betragt 3-mal taglich 1000 mg an mindestens 7 aufeinanderfolgenden Tagen (tagliche Gesamtdosis: 3000 mg) und 2 Tage lang, nachdem die Lasionen verkrustet sind. Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen).

Bei immungeschwachten Patienten wird die Einleitung einer antiviralen Therapie innerhalb einer Woche nach der Blaschenbildung beziehungsweise zu jedem Zeitpunkt vor der vollstandigen Verkrustung der Lasionen empfohlen.

Behandlung von Herpes-simplex-Virus (HSV)-Infektionen bei Erwachsenen und Jugendlichen (> 12 Jahre)

Immunkompetente Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)

Die Dosierung betragt 2-mal taglich 500 mg Valaciclovir Aurobindo (tagliche Gesamtdosis: 1000 mg). Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen).

Die Behandlung von rezidivierenden HSV-Infektionen sollte uber einen Zeitraum von 3 bis 5 Tagen erfolgen. Bei Erstinfektionen, die schwerer sein konnen, kann es notwendig sein, die Behandlung auf 10 Tage auszudehnen. Die Behandlung sollte so fruh wie moglich begonnen werden. Bei rezidivierenden Herpes-simplex-Infektionen sollte dies moglichst wahrend des Prodromalstadiums oder sofort nach Auftreten der ersten Anzeichen und Symptome eines HSV-Rezidivs sein. Die Entwicklung von Lasionen kann verhindert werden, wenn Valaciclovir Aurobindo bei den ersten Anzeichen und Symptomen eines HSV-Rezidivs eingenommen wird.

Herpes labialis

Eine Dosierung von 2-mal taglich 2000 mg an einem Tag ist eine wirksame Behandlung eines Herpes labialis (Lippenherpes) bei Erwachsenen und Jugendlichen. Die zweite Dosis sollte im Abstand von etwa 12 Stunden (aber nicht fruher als 6 Stunden) nach der ersten Dosis genommen werden. Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen). Bei diesem Dosierungsschema sollte die Behandlung nicht langer als einen Tag dauern, da eine langere Behandlung keinen zusatzlichen klinischen Nutzen gezeigt hat. Die Therapie sollte bei den ersten Symptomen eines Lippenherpes (z.B. Kribbeln, Jucken oder Brennen) begonnen werden.

Immungeschwachte Erwachsene

Zur Behandlung der Herpes-simplex-Virus-Infektion bei immungeschwachten Erwachsenen betragt die Dosierung 2-mal taglich 1000 mg an mindestens 5 aufeinanderfolgenden Tagen unter Berucksichtigung der Schwere der Erkrankung und des Immunstatus des Patienten. Bei Erstinfektionen, die schwerer sein konnen, kann es notwendig sein, die Behandlung auf 10 Tage auszudehnen. Die Behandlung sollte so fruh wie moglich beginnen. Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen). Um den gróBtmóglichen klinischen Nutzen zu erzielen, sollte die Behandlung innerhalb von 48 Stunden begonnen werden. Die Entwicklung der Lasionen sollte genau beobachtet werden.

Suppression von rezidivierenden Herpes-simplex-Virus (HSV)-Infektionen bei Erwachsenen und Jugendlichen (>12 Jahre)

Immunkompetente Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)

Die Dosierung betragt 1-mal taglich 500 mg Valaciclovir Aurobindo. Einige Patienten mit haufigen Rezidiven (>10/Jahr ohne Therapie) konnen von einer Aufteilung der Tagesdosis von 500 mg auf 2-mal taglich 250 mg zusatzlich profitieren. Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen). Die Behandlung sollte nach 6 bis 12 Monaten erneut beurteilt werden.

Immungeschwachte Erwachsene

Die Dosierung betragt 2-mal taglich 500 mg Valaciclovir Aurobindo. Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen). Die Behandlung sollte nach 6 bis 12 Monaten erneut beurteilt werden.

Prophylaxe einer Zytomegalie-Virus (CMV)-Infektion und -Erkrankung bei Erwachsenen und Jugendlichen (>12 Jahre)

Die Dosierung von Valaciclovir Aurobindo betragt 4-mal taglich 2000 mg. Zur Infektionsprophylaxe nach einer Organtransplantation sollte die Behandlung so fruh wie moglich begonnen werden. Diese Dosierung sollte entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen).

Ublicherweise betragt die Behandlungsdauer 90 Tage, die jedoch bei Hochrisiko-Patienten moglicherweise verlangert werden muss.

Besondere Personengruppen

Kinder

Die Wirksamkeit von Valaciclovir Aurobindo bei Kindern unter 12 Jahren wurde nicht untersucht.

Áltere Patienten

Bei alteren Patienten muss die Moglichkeit einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht gezogen und die Dosierung entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitt unten zu Patienten mit Nierenfunktionsstorungen). Auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr ist zu achten.

Patienten mit Nierenfunktionsstorungen

Vorsicht ist bei der Anwendung von Valaciclovir Aurobindo bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion geboten. Auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr ist zu achten. Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion sollte die Dosierung wie unten in Tabelle 1 gezeigt reduziert werden.

Bei Hamodialysepatienten (intermittierende Hamodialyse) sollte die Dosis von Valaciclovir Aurobindo nach der Hamodialyse eingenommen werden. Die Kreatinin-Clearance sollte regelma&ig uberwacht werden, besonders in der Zeit, wenn sich die Nierenfunktion rasch verandert, z.B. unmittelbar nach einer Nierentransplantation oder wahrend des Anwachsens des Transplantats (Engraftment). Die Dosierung von Valaciclovir Aurobindo ist entsprechend anzupassen.

Patienten mit Leberfunktionsstorungen

Klinische Studien bei Erwachsenen mit einer Dosierung von 1000 mg Valaciclovir zeigen, dass eine Anpassung der Dosis bei Patienten mit einer leichten oder má&igen Zirrhose (bei erhaltener Synthesefunktion der Leber) nicht notwendig ist. Die pharmakokinetischen Daten bei Erwachsenen mit fortgeschrittener Zirrhose (eingeschrankte Synthesefunktion der Leber und Hinweise auf einen portosystemischen Umgehungskreislauf) deuten nicht auf die Notwendigkeit einer Dosisanpassung hin. Jedoch ist die klinische Erfahrung begrenzt. Fur hohere Dosierungen (4000 mg oder mehr pro Tag) siehe Abschnitt 4.4.

Tabelle 1: DOSISANPASSUNG FUR PATIENTEN MIT NIERENFUNKTIONSSTORUNGEN

Anwendungsgebiete

Kreatinin-

Clearance

(ml/min)

Valaciclovir-Dosisa

Varicella-zoster-Virus (VZV)-Infektionen

Behandlung eines Herpes zoster (Gurtelrose) bei immunkompetenten und immungeschwachten Erwachsenen

> 50

30 bis 49 10 bis 29 10

3-mal taglich 1000 mg 2-mal taglich 1000 mg 1-mal taglich 1000 mg 1-mal taglich 500 mg

Herpes-simplex-Virus (HSV)-Infektionen

Behandlung einer HSV-Infektion

- immunkompetente Erwachsene und Jugendliche

> 30 < 30

2-mal taglich 500 mg 1-mal taglich 500 mg

- immungeschwachte Erwachsene

> 30 < 30

2-mal taglich 1000 mg 1-mal taglich 1000 mg

Behandlung eines Herpes labialis (Lippenherpes) bei immunkompetenten Erwachsenen und Jugendlichen (alternatives 1-Tages-Schema)

> 50

30 bis 49 10 bis 29 < 10

2-mal 2000 mg an einem Tag 2-mal 1000 mg an einem Tag 2-mal 500 mg an einem Tag 500 mg Einzeldosis

Suppression einer HSV-Infektion

- immunkompetente Erwachsene und Jugendliche

> 30 < 30

1-mal taglich 500 mgb 1-mal taglich 250 mg

- immungeschwachte Erwachsene

> 30 < 30

2-mal taglich 500 mg 1-mal taglich 500 mg

Zytomegalie-Virus (CMV)-Infektionen

CMV-Prophylaxe bei erwachsenen und jugendlichen

Organtransplantatempfangern

> 75

50 bis < 75 25 bis < 50 10 bis < 25 < 10 oder bei Dialyse

4-mal taglich 2000 mg 4-mal taglich 1500 mg 3-mal taglich 1500 mg 2-mal taglich 1500 mg 1-mal taglich 1500 mg

a Hamodialysepatienten (intermittierende Hamodialyse): die Dosis sollte nach der Hamodialyse eingenommen werden. b Zur Suppression einer HSV-Infektion bei immunkompetenten Personen mit >10 Rezidiven/Jahr in der Vorgeschichte konnen mit 2-mal taglich 250 mg eventuell bessere Ergebnisse erzielt werden.

4.3    Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen Valaciclovir oder Aciclovir oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Dehydratation

Wenn das Risiko einer Dehydratation besteht, was insbesondere bei alteren Patienten vorkommen kann, ist auf eine angemessene Flussigkeitszufuhr zu achten.

Anwendung bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen und alteren Patienten Da Aciclovir renal ausgeschieden wird, ist die Dosierung von Valaciclovir bei Patienten mit Nierenfunktionsstorunqen zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.2). Da bei alteren Patienten die Wahrscheinlichkeit fur eine Einschrankung der Nierenfunktion erhoht ist, ist bei dieser Patientengruppe eine Dosisreduktion in Erwagung zu ziehen. Sowohl altere Patienten als auch Patienten mit Nierenfunktionsstorungen haben ein erhohtes Risiko fur neurologische Nebenwirkungen und sollten daher engmaschig auf entsprechende Anzeichen uberwacht werden. In den berichteten Fallen waren diese Nebenwirkungen im Allgemeinen nach Beendigung der Behandlung reversibel (siehe Abschnitt 4.8).

Anwendung von hoheren Dosen von Valaciclovir bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen und Lebertransplantation

Es liegen keine Daten zur Anwendung von hoheren Valaciclovir-Dosen (4000 mg oder mehr pro Tag) bei Patienten mit Lebererkrankungen vor. Spezifische Studien zur Anwendung von Valaciclovir bei lebertransplantierten Patienten wurden nicht durchgefuhrt. Die Anwendung von mehr als 4000 mg taglich sollte daher bei diesen Patienten mit Vorsicht erfolgen.

Anwendung zur Behandlung des Herpes zoster

Besonders bei immungeschwachten Patienten sollte das klinische Ansprechen auf die Behandlung sorgfaltig uberwacht werden.

Eine intravenose antivirale Therapie sollte in Erwagung gezogen werden, wenn das Ansprechen auf die orale Therapie nicht fur ausreichend erachtet wird.

Patienten mit kompliziertem Herpes zoster wie solche mit Beteiligung innerer Organe, disseminiertem Herpes zoster, Motorneuropathien, Enzephalitis und zerebrovaskularen Komplikationen sollten eine intravenose antivirale Therapie erhalten.

AuBerdem sollten immungeschwachte Patienten mit einem Zoster ophthalmicus und Patienten mit einem hohen Risiko fur eine Dissemination der Erkrankung und einer Beteiligung innerer Organe eine intravenose antivirale Therapie erhalten.

Ubertragung von Herpes genitalis

Den Patienten sollte geraten werden, bei bestehenden Symptomen keinen Geschlechtsverkehr zu haben, selbst wenn die antivirale Behandlung bereits begonnen wurde. Wahrend der Suppressions- Therapie mit antiviralen Arzneimitteln ist die Virusausscheidung signifi kant reduziert, jedoch besteht weiterhin das Risiko einer Ubertragung. Es wird daher den Patienten empfohlen, zusatzlich zur Therapie mit Valaciclovir auf geschutzten Geschlechtsverkehr („Safer Sex") zu achten.

Anwendung bei HSV-Infektionen der Augen

Das klinische Ansprechen auf die Therapie sollte bei diesen Patienten engmaschig uberwacht werden. Eine intravenose antivirale Therapie sollte in Erwagung gezogen werden, wenn es unwahrscheinlich ist, dass eine orale Therapie ausreichend ist.

Anwendung bei CMV-Infektionen

Daten zur Wirksamkeit von Valaciclovir bei etwa 200 Transplantationspatienten mit einem hohen Risiko fur eine CMV-Erkrankung (z.B. Spender CMV-positiv/Empfanger CMV-negativ oder bei einer Induktionstherapie mit Antithymozytenglobulin) zeigen, dass Valaciclovir nur dann bei diesen Patienten angewendet werden sollte, wenn die Anwendung von Valganciclovir oder Ganciclovir aus Sicherheitsgrunden ausgeschlossen ist.

Die zur CMV-Prophylaxe benotigten hohen Dosen von Valaciclovir konnen im Vergleich zu niedrigeren Dosierungen bei anderen Indikationen háufiger zu Nebenwirkungen einschlie&lich neurologischen Storungen fuhren (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten engmaschig auf Veranderungen der Nierenfunktion uberwacht werden und die Dosierung sollte entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).

4.5    Wechselwirkugen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkugnen

Valaciclovir sollte nur mit Vorsicht mit nephrotoxischen Arzneimitteln kombiniert werden, besonders bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen. Es sollte eine regelmá&ige Uberwachung der Nierenfunktion erfolgen. Dies gilt fur die gleichzeitige Gabe von Aminoglykosiden, organischen Platinverbindungen, lod-haltigen Kontrastmitteln, Methotrexat, Pentamidin, Foscarnet, Ciclosporin und Tacrolimus.

Aciclovir wird hauptsáchlich unverándert renal durch aktive tubuláre Sekretion in den Urin ausgeschieden. Nach der Gabe von 1000 mg Valaciclovir verringern Cimetidin und Probenecid die renale Ausscheidung von Aciclovir und erhohen die AUC von Aciclovir um etwa 25% bzw. 45%, weil die aktive renale Sekretion von Aciclovir gehemmt wird. Werden Cimetidin und Probenecid zusammen mit Valaciclovir gegeben, erhoht sich die AUC von Aciclovir um etwa 65%. Gleichzeitig angewendete Arzneimittel (einschlie&lich z.B. Tenofovir), die ebenfalls durch aktive tubuláre Sekretion ausgeschieden werden oder die die aktive tubuláre Sekretion hemmen, konnen die Plasmakonzentration von Aciclovir erhohen. Genauso konnen sich durch die Einnahme von Valaciclovir die Plasmakonzentrationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel erhohen.

Bei Patienten, die hohere Dosierungen von Valaciclovir erhalten (z.B. zur Herpes-zoster-Behandlung oder CVM-Prophlaxe), ist wáhrend der gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln, die die aktive tubuláre Sekretion hemmen, besondere Vorsicht geboten.

Bei einer gemeinsamen Anwendung von Valaciclovir und Mycophenolatmofetil, einem immunsuppressiven Wirkstoff, der bei Transplantationspatienten angewendet wird, wurde ein Anstieg der AUCs von Aciclovir und dem inaktiven Metaboliten von Mycophenolatmofetil im Plasma gefunden. Bei gesunden Freiwilligen wurden keine Veránderungen der Spitzenkonzentrationen oder AUCs beobachtet, wenn Valaciclovir und Mycophenolatmofetil zusammen angewendet wurden. Es gibt nur begrenzte klinische Erfahrung mit der Anwendung dieser Kombination.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Aus Schwangerschaftsregistern sind wenige Daten zur Anwendung von Valaciclovir und má&ig viele Daten zur Anwendung von Aciclovir in der Schwangerschaft verfugbar, die den Ausgang der Schwangerschaft bei Frauen erfassten, die Valaciclovir oder Aciclovir (oral oder intravenos), dem aktiven Metaboliten von Valaciclovir, ausgesetzt waren. Die Ergebnisse von 111 (Valaciclovir) und 1246 (Aciclovir) Schwangerschaften (jeweils 29 bzw.

756 Schwangere hatten Valaciclovir bzw. Aciclovir wáhrend des ersten

Trimenons erhalten) sowie die Erfahrungen nach der Markteinfuhrung deuten nicht auf Missbildungen oder eine fetale/neonatale Toxizitat hin. Tierexperimentelle Studien haben keine Reproduktionstoxizitat von Valaciclovir gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Valaciclovir sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mogliche Nutzen der Behandlung das potenzielle Risiko uberwiegt.

Stillzeit

Aciclovir, der Hauptmetabolit von Valaciclovir, tritt in die Muttermilch uber. Bei der Einnahme therapeutischer Dosen von Valaciclovir durch die Mutter wird jedoch kein Effekt auf das gestillte Neugeborene/den gestillten Saugling erwartet, da die Menge, der das Kind ausgesetzt ist, weniger als 2% der therapeutischen Dosis von intravenosem Aciclovir zur Behandlung eines neonatalen Herpes entspricht (siehe Abschnitt 5.2). Valaciclovir sollte mit Vorsicht wahrend der Stillzeit angewendet werden und nur, wenn klinisch indiziert.

Fertilitat

Bei der oralen Verabreichung von Valaciclovir an Ratten zeigten sich keine Auswirkungen auf die Fertilitat. Bei Verabreichung einer hohen parenteralen Aciclovir-Dosis an Ratten und Hunde wurden eine Hodenatrophie und eine Aspermatogenese beobachtet. Es wurden keine Fertilitatsstudien mit Valaciclovir an Menschen durchgefuhrt, aber nach der Behandlung von 20 Patienten mit 400 bis 1000 mg Aciclovir taglich uber einen Zeitraum von 6 Monaten wurden keine Veranderungen der Zahl, Motilitat oder Morphologie der Spermien festgestellt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt. Der klinische Zustand des Patienten und das Nebenwirkungsprofil von Valaciclovir Aurobindo sollten bei der Beurteilung der Fahigkeit des Patienten, ein Fahrzeug zu fuhren oder Maschinen zu bedienen, in Betracht gezogen werden. Von der Pharmakologie des Wirkstoffs kann ein nachteiliger Einfluss auf diese Tatigkeiten nicht abgeleitet werden.

4.8 Nebenwirkungen

Die haufigsten Nebenwirkungen, die bei mindestens einer Indikation von mit Valaciclovir in klinischen Studien behandelten Patienten berichtet wurden, sind Kopfschmerzen und Ubelkeit. Schwerwiegendere Nebenwirkungen wie thrombotisch-thrombozytopenische Purpura/hamolytisch-uramisches Syndrom, akutes Nierenversagen und neurologische Storungen werden in anderen Abschnitten der Fachinformation genauer beschrieben.

Die folgenden Nebenwirkungen sind nach dem MedDRA-Organsystem und nach Haufigkeiten aufgelistet.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig    (>    1/10)

Haufig    (>    1/100 bis <    1/10)

Gelegentlich    (>    1/1.000 bis    < 1/100)

Selten    (>    1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten    (<    1/10.000)

Nicht bekannt (Háufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschátzbar)

Die Daten aus klinischen Studien wurden zur Bestimmung der Háufigkeit von Nebenwirkungen verwendet, wenn es in den Studien Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Valaciclovir-Behandlung gab.

Zur Bestimmung der Kategorie fur die Háufigkeit von Nebenwirkungen, die nach der Markteinfuhrung festgestellt, aber nicht in klinischen Studien beobachtet wurden, wurde der konservativste Wert der Punktschátzung (sogenannte „Dreierregel") verwendet. Fur Nebenwirkungen, die sowohl nach der Markteinfuhrung als auch in klinischen Studien im Zusammenhang mit Valaciclovir beobachtet wurden, wurde die Nebenwirkungsháufigkeit aus den klinischen Studien zur Bestimmung der Kategorie fur die Háufigkeit der Nebenwirkungen verwendet. Die Sicherheitsdatenbank aus klinischen Studien basiert auf Daten von 5855 Patienten, die Valaciclovir fur verschiedene Indikationen erhielten (Behandlung von Herpes zoster, Behandlung/Suppressionstherapie von Herpes genitalis und Behandlung von Lippenherpes).

Daten aus klinischen Studien

Erkrankungen des Nervensystems Sehr háufig:    Kopfschmerzen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Háufig:    Ubelkeit

Daten nach der Markteinfuhrung

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Gelegentlich: Leukopenie, Thrombozytopenie

Leukopenie wird hauptsáchlich bei immungeschwáchten Patienten berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems Selten:    Anaphylaxie

Psychiatrische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems Háufig:    Schwindel

Gelegentlich: Verwirrtheit, Halluzinationen, Bewusstseinstrubung, Tremor, Unruhe

Selten:    Ataxie, Dysarthrie, Krampfanfálle, Enzephalopathie, Koma,

psychotische Symptome

Neurologische Storungen, die manchmal schwerwiegend sein konnen, konnen mit einer Enzephalopathie in Zusammenhang stehen und zeigen sich in Verwirrtheit, Unruhe, Krampfanfállen, Halluzinationen und Koma. Diese Ereignisse sind im Allgemeinen reversibel und werden ublicherweise bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen oder mit anderen Faktoren, die das Auftreten dieser Ereignisse begunstigen konnen (siehe Abschnitt 4.4), beobachtet. Bei Patienten nach einer Organtransplantation, die hohe Dosen Valaciclovir (8000 mg táglich) zur CMV-Prophylaxe erhalten hatten, traten neurologische Storungen háufiger auf als unter niedrigeren Dosierungen bei anderen Indikationen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Gelegentlich: Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Haufig:    Erbrechen, Durchfall

Gelegentlich: Bauchbeschwerden

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: vorubergehender Anstieg der Leberfunktionswerte (z.B. Bilirubin, Leberenzyme)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Haufig:    Hautausschlage einschlie&lich Photosensibiltatsreaktionen,

Pruritus

Gelegentlich: Urtikaria

Selten:    angioneurotisches Odem (Quincke-Odem)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege Gelegentlich: Nierenschmerzen

Selten:    Nierenfunktionsstorungen, akutes Nierenversagen (besonders bei

alteren Patienten oder bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen, die eine hohere als die empfohlene Dosierung erhielten)

Nierenschmerzen konnen mit Nierenversagen in Zusammenhang stehen. Au&erdem wurde uber eine intratubulare Kristallablagerung von Aciclovir in der Niere berichtet. Auf eine angemessene Flussigkeitsaufnahme wahrend der Behandlung ist zu achten (siehe Abschnitt 4.4).

Zusatzliche Informationen zu besonderen Personengruppen Bei der Behandlung von stark immunsupprimierten erwachsenen Patienten, insbesondere von Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung, die im Rahmen von klinischen Studien hohe Dosen von Valaciclovir (8000 mg taglich) uber einen langeren Zeitraum erhielten, wurde uber das Auftreten folgender, manchmal auch zusammen auftretender Nebenwirkungen berichtet: Niereninsuffizienz, mikroangiopathische hamolytische Anamie und Thrombozytopenie. Diese Nebenwirkungen wurden auch bei Patienten mit gleicher Grund- oder Begleiterkrankung beobachtet, die nicht mit Valaciclovir behandelt wurden.

4.9 Uberdosierung

Symptome

Bei Patienten, die zu hohe Valaciclovir-Dosen erhielten, wurden akutes Nierenversagen und neurologische Storungen einschlie&lich Verwirrtheit, Halluzinationen, Unruhe, Bewusstseinstrubung und Koma berichtet. Ubelkeit und Erbrechen konnen ebenfalls auftreten. Es ist Vorsicht geboten, um versehentliche Uberdosierungen zu vermeiden.

Viele der berichteten Falle betrafen Patienten mit Nierenfunktionsstorungen und altere Patienten, die wiederholt zu hohe Dosen erhielten, weil versaumt wurde, die Dosis angemessen zu reduzieren.

Behandlung

Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen von Toxizitat beobachtet werden. Durch eine Hamodialyse kann Aciclovir wirkungsvoll aus dem Blut entfernt werden. Eine Hamodialyse kann daher als MaBnahme zur Behandlung einer symptomatischen Uberdosierung in Erwagung gezogen werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Nukleoside und Nukleotide, exkl. Inhibitoren der Reversen Transkriptase, ATC-Code: J05AB11.

Wirkmechanismus

Valaciclovir, ein Virustatikum, ist der L-Valin-Ester von Aciclovir. Aciclovir ist ein Purin (Guanin)-Nukleosidanalogon.

Valaciclovir wird rasch und fast vollstandig, vermutlich durch das Enzym Valaciclovir-Hydrolase, zu Aciclovir und Valin hyd rolisiert.

Aciclovir ist ein spezifischer Inhibitor von Herpesviren mit In-vitro-Wirksamkeit gegen Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ 1 und 2, Varicella-zoster-Virus (VZV), Zytomegalie-Virus (CMV), Epstein-Barr-Virus (EBV) und das humane HerpesVirus 6 (HHV-6). Aciclovir wird im Organismus zu Aciclovirtriphosphat phosphoryliert, das eine Hemmung der Herpes-Virus-DNA-Synthese bewirkt.

Der erste Schritt der Phosphorylierung erfordert die Aktivitat eines virusspezifischen Enzyms. In Herpes-simplex-, Varicella-zoster- und Epstein-Barr-Virus-infizierten Zellen ist dieses Enzym die virusspezifische Thymidinkinase, die nur in virusinfizierten Zellen vorhanden ist. In CMV-infizierten Zellen wird die Phosphorylierung zumindest teilweise selektiv durch eine Phosphotransferase (UL97-Genprodukt) vermittelt. Die Notwendigkeit des Vorhandenseins eines virusspezifischen Enzyms zur Aktivierung von Aciclovir erklart weitgehend die selektive Wirkung dieses Arzneistoffs.

Der letzte Schritt der Phosphorylierung (Umwandlung des Mono- in das Triphosphat) erfolgt dann durch zellulare Kinasen. Aciclovirtriphosphat hemmt kompetitiv die Virus-DNA-Polymerase. Der Einbau dieses Nukleosidanalogons in die Virus-DNA fuhrt zu einem obligaten Kettenabbruch bei der DNA-Synthese und blockiert so die Virusreplikation.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die Aciclovir-Resistenz beruht meistens auf einem Fehlen der Thymidinkinase, was mit einem Selektionsnachteil im Wirt verbunden ist. Berichten zufolge fuhren Veranderungen der Thymidinkinase oder der DNA-Polymerase zu einer verminderten Empfindlichkeit gegenuber Aciclovir. Die Virulenz dieser Virus-Varianten ist mit denen des Wildtyps vergleichbar.

An klinischen HSV- und VZV-Isolaten von Patienten, die Aciclovir zur Behandlung oder zur Prophylaxe erhielten, konnte gezeigt werden, dass eine herabgesetzte Empfindlichkeit von Viren gegenuber Aciclovir bei immunkompetenten Patienten extrem selten ist und bei stark immungeschwachten Patienten, z.B. Organ- oder

Knochenmarktransplantatempfangern, HIV-Infizierten und Patienten, die wegen maligner Erkrankungen Chemotherapeutika erhielten, gelegentlich vorkommt.

Klinische Studien

Varicella-zoster-Virus-Infektionen

Valaciclovir beschleunigt den Ruckgang der Schmerzen: Es vermindert die Schmerzdauer und den Anteil der Patienten mit durch Herpes zoster verursachten Schmerzen, einschlie&lich akute Schmerzen, und bei Patienten uber 50 Jahre auch Schmerzen durch eine post-herpetische Neuralgie. Valaciclovir vermindert das Risiko von Komplikationen bei Zoster ophthalmicus.

Eine intravenose Therapie ist bei immungeschwachten Patienten im Allgemeinen die Standardbehandlung von Herpes zoster. Begrenzte Daten zeigen jedoch einen klinischen Nutzen von Valaciclovir bei der Behandlung von VZV-Infektionen (Herpes zoster) bei bestimmten immungeschwachten Patienten einschlie&lich solchen mit soliden malignen Tumoren, HIV, Autoimmunerkrankungen, Lymphomen, Leukamien und nach Stammzell-Transplantationen.

Herpes-simplex-Virus-Infektionen

Zur Behandlung einer HSV-Infektion der Augen sollte Valaciclovir gemafc der gultigen Therapie-Leitlinien angewendet werden.

Es wurden klinische Studien durchgefuhrt, in denen Valaciclovir zur Behandlung und Suppression von Herpes genitalis bei HIV/HSV-koinfizierten Patienten eingesetzt wurde. Diese Patienten hatten eine mediane CD4-Zellzahl von >

100 Zellen/mm3. Zur Suppression von symptomatischen Rezidiven waren 2-mal 500 mg Valaciclovir taglich einer einmal taglichen Gabe von 1000 mg uberlegen. Zur Behandlung von Rezidiven waren 2-mal 1000 mg Valaciclovir taglich vergleichbar mit der oralen Gabe von 5-mal 200 mg Aciclovir taglich in Bezug auf die Dauer der Herpes-Erkrankung. Valaciclovir wurde nicht bei stark immunsupprimierten Patienten untersucht.

Die Wirksamkeit von Valaciclovir zur Behandlung von anderen HSV-Hautinfektionen wurde beschrieben. Es wurde gezeigt, dass Valaciclovir bei der Behandlung von Herpes labialis (Lippenherpes), Schleimhautentzundung aufgrund von Chemotherapie oder Radiotherapie, Reaktivierung einer HSV-Infektion im Gesichtsbereich und Herpes gladiatorum wirksam ist. Basierend auf den Erfahrungen mit Aciclovir ist Valaciclovir bei der Behandlung von Erythema multiforme, Ekzema herpeticum und herpetischer Paronychie wahrscheinlich so wirksam wie Aciclovir.

Es hat sich gezeigt, dass Valaciclovir das Risiko einer Ubertragung von Herpes genitalis bei immunkompetenten Erwachsenen reduzieren kann, wenn es zur Suppressions-Therapie in Kombination mit geschutztem Geschlechtsverkehr angewendet wird. Die Ergebnisse einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 1484 heterosexuellen, immunkompetenten erwachsenen Paaren, von denen ein Partner eine HSV-2-Infektion hatte, zeigten eine signifikante Reduktion des Ubertragungsrisikos um 75% (symptomatische HSV-2-Infektion), 50% (HSV-2-Serokonversion) und 48% (HSV-2-Infektion insgesamt) fur Valaciclovir im Vergleich zu Placebo.

Bei den Patienten, die in einer Teilstudie zur Untersuchung der Virusausscheidung teilnahmen, verminderte Valaciclovir signifikant die

Ausscheidung um 73% im Vergleich zu Placebo (siehe Abschnitt 4.4 fur zusatzliche Informationen zur Verminderung der Ubertragung).

Zytomegalie-Virus-Infektionen (siehe Abschnitt 4.4)

Wird Valaciclovir bei Patienten mit Organtransplantationen (Niere, Herz) zur CMV-Prophylaxe angewendet, wird das Auftreten von akuten AbstoBungsreaktionen, opportunistischen Infektionen und anderen Herpes-Virus-Infektionen (HSV, VZV) vermindert. Es gibt keine direkte Vergleichsstudie mit Valganciclovir, um das optimale therapeutische Management von Patienten nach Organtransplantation zu bestimmen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Valaciclovir ist eine Vorstufe (Prodrug) von Aciclovir. Die Bioverfugbarkeit von Aciclovir aus Valaciclovir ist ca. 3,3- bis 5,5-fach hoher im Vergleich zu oralem Aciclovir. Nach der oralen Einnahme wird Valaciclovir gut resorbiert und rasch und fast vollstandig zu Aciclovir und Valin hydrolisiert. Diese Umwandlung wird wahrscheinlich durch ein Enzym, das in der Leber gebildet wird, katalysiert (Valaciclovir-Hydrolase). Die Bioverfugbarkeit von Aciclovir betragt nach Einnahme von 1000 mg Valaciclovir 54% und nimmt durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht ab. Die Pharmakokinetik von Valaciclovir verlauft nicht dosisproportional. Der Anteil und das AusmaB der Resorption nehmen mit steigender Dosis ab, was zu einem weniger als proportionalen Anstieg von Cmax im therapeutischen Dosisbereich und zu einer verminderten Bioverfugbarkeit bei Dosen von uber 500 mg fuhrt. Die geschatzten pharmakokinetischen Parameter von Aciclovir nach Einzeldosen von 250 bis 2000 mg Valaciclovir bei gesunden Personen mit normaler Nierenfunktion sind nachfolgend dargestellt.

Pharmakokinetische Parameter von Aciclovir

250 mg (n=15)

500 mg (n=15)

1000 mg (n=15)

2000 mg (n=8)

Mikrogramm/ml

2,20 ± 0,38

3,37 ± 0,95

5,20 ± 1,92

8,30 ± 1,43

Stunden (h)

0,75 (0,75-1,5)

1,0 (0,75-2,5)

2,0 (0,75-3,0)

2,0 (1,5-3,0)

AUC

h x Mikrogramm/ml

5,50 ± 0,82

11,1 ± 1,75

18,9 ± 4,51

29,5 ± 6,36

Cmax = Spitzenkonzentration;

Tmax = Zeit bis zur Spitzenkonzentration;

aUc = Flache unter der Konzentrations-Zeit-Kurve.

Werte fur Cmax und AUC zeigen Mittelwerte ± Standardabweichung.

Werte fur Tmax zeigen den Medianwert und den Bereich.

Die Spitzenkonzentrationen von unverandertem Valaciclovir im Plasma betragen nur etwa 4% der entsprechenden Aciclovir-Spiegel, treten 30 bis 100 Minuten nach oraler Gabe auf und sind drei Stunden nach Einnahme der Dosis im Plasma nicht mehr messbar. Valaciclovir und Aciclovir haben sowohl nach Einmal- als auch nach Mehrfachgabe ein vergleichbares pharmakokinetisches Profil. Die Pharmakokinetik von Valaciclovir und Aciclovir nach der Einnahme von Valaciclovir wird durch eine Herpes-zoster-, Herpes-simplex- und HIV-Infektion im Vergleich zu der bei gesunden Erwachsenen nicht signifikant verandert. Bei Transplantatempfangern, die 4-mal taglich 2000 mg erhielten, waren die Spitzenkonzentrationen von Aciclovir ahnlich oder hoher als bei gesunden Freiwilligen, die die gleiche Dosis erhalten hatten. Die geschatzten taglichen AUCs sind merklich groBer.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Valaciclovir ist sehr gering (15%). Die Aufnahme in die Zerebrospinalflussigkeit (CSF), die durch das Verhaltnis von CSF/Plasma-AUC bestimmt wird, ist unabhangig von der Nierenfunktion und betragt etwa 25% fur Aciclovir und den Metaboliten 8-OH-ACV sowie etwa 2,5% fur den Metaboliten CMMG.

Biotransformation

Nach oraler Gabe wird Valaciclovir durch einen First-pass-Metabolismus im Darm und in der Leber zu Aciclovir und L-Valin umgewandelt. Aciclovir wird zu einem kleinen Teil durch Alkohol und Aldehyddehydrogenase bzw. durch Aldehydoxidase in die Metaboliten 9-(Carboxymethoxy)-Methylguanin (CMMG) bzw. 8-Hydroxy-Aciclovir (8-OH-ACV) umgewandelt. Aciclovir macht ungefahr 88% der gesamten Plasmakonzentration aus, CMMG 11% und 8-OH-ACV 1%. Valaciclovir und Aciclovir werden nicht vom Cytochrom-P-450-Enzymsystem metabolisiert.

Elimination

Valaciclovir wird im Urin hauptsachlich als Aciclovir (mehr als 80% der im Urin wiedergefundenen Dosis) und in Form des Aciclovir-Metaboliten CMMG (etwa 14% der im Urin wiedergefundenen Dosis) ausgeschieden. Der Metabolit 8-OH-ACV wird nur in geringen Mengen im Urin nachgewiesen (< 2% der im Urin wiedergefundenen Dosis). Weniger als 1% der verabreichten Valaciclovir-Dosis werden im Urin unverandert ausgeschieden. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion betragt die Plasmaeliminationshalbwertszeit von Aciclovir sowohl nach Einmal- als auch nach Mehrfachgabe von Valaciclovir etwa 3 Stunden.

Besondere Personengruppen

Patienten mit Nierenfunktionsstorungen

Die Ausscheidung von Aciclovir korreliert mit der Nierenfunktion. Die Plasmakonzentration von Aciclovir steigt mit der Schwere der Nierenfunktionsstorung. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz im Endstadium betragt die durchschnittliche Eliminationshalbwertzeit von Aciclovir nach der Einnahme von Valaciclovir etwa 14 Stunden im Vergleich zu etwa 3 Stunden bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (siehe Abschnitt 4.2).

Die Konzentration von Aciclovir und seiner Metaboliten CMMG und 8-OH-ACV im Plasma und in der Zerebrospinalflussigkeit (CSF) wurde im Steady-State untersucht, nachdem 6 Personen mit normaler Nierenfunktion (mittlere Kreatinin-Clearance 111 ml/min, Bereich 91-144 ml/min) alle 6 Stunden 2000 mg und 3 Personen mit schwerer Nierenfunktionsstorung (mittlere CLcr 26 ml/min,

Bereich 17-31 ml/min) 1500 mg alle 12 Stunden erhalten hatten. Im Plasma und in der CSF waren die Konzentrationen von Aciclovir, CMMG und 8-OH-ACV bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstorungen im Durchschnitt 2-, 4- bzw. 5-6-mal hoher als bei Personen mit normaler Nierenfunktion.

Patienten mit Leberfunktionsstorungen

Die pharmakokinetischen Daten deuten darauf hin, dass durch die eingeschrankte Leberfunktion die Umwandlung von Valaciclovir zu Aciclovir langsamer erfolgt, die Umwandlung selber aber nicht beeintrachtigt ist. Die Halbwertszeit von Aciclovir wird nicht beeinflusst.

Schwangere Frauen

Eine Studie zur Pharmakokinetik von Valaciclovir und Aciclovir wahrend des spaten Stadiums der Schwangerschaft zeigte, dass eine Schwangerschaft die Pharmakokinetik von Valaclovir nicht beeinflusst.

Aufnahme in die Muttermilch

Nach Einnahme einer 500-mg-Dosis von Valaciclovir wurden in der Muttermilch von stillenden Frauen Aciclovir-Spitzenkonzentrationen (Cmax) gefunden, die dem 0,5- bis 2,3-Fachen der entsprechenden Aciclovir-Konzentration im mutterlichen Serum entsprachen. Die mediane Aciclovir-Konzentration in der Muttermilch betrug 2,24 pg/ml (9,95 pmol/l). Bei einer Valaciclovir-Dosierung fur die Mutter von 500 mg 2-mal taglich ware der gestillte Saugling einer taglichen oralen Aciclovir-Dosis von ca. 0,61 mg/kg/Tag ausgesetzt. Die Eliminationshalbwertszeit von Aciclovir aus der Muttermilch war ahnlich wie die aus dem Plasma. Unverandertes Valaciclovir wurde weder im mutterlichen Serum noch in der Muttermilch oder im Urin des Kindes gemessen.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizitat bei wiederholter Gabe, Genotoxizitat und zum kanzerogenen Potenzial lassen die praklinischen Daten keine besonderen Gefahren fur den Menschen erkennen.

Die Fertilitat wurde bei mannlichen oder weiblichen Ratten durch die orale Gabe von Valaciclovir nicht beeintrachtigt.

Valaciclovir war bei Ratten oder Kaninchen nicht teratogen. Valaciclovir wird fast vollstandig zu Aciclovir metabolisiert. Bei international anerkannten Tests erzeugte die subkutane Verabreichung von Aciclovir keinen teratogenen Effekt bei Ratten oder Kaninchen. In weiteren Studien an Ratten wurden fetale Missbildungen und maternaltoxische Effekte bei subkutan verabreichten Dosen beobachtet, die einen Plasmaspiegel von Aciclovir von 100 Mikrogramm/ml ergaben (> 10-fach hoher als eine Einzeldosis von 2000 mg Valaciclovir bei Menschen mit normaler Nierenfunktion).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose Crospovidon (Typ A)

Povidon K-90

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Filmuberzug:

Hypromellose

Indigocarmin-Aluminiumsalz Titandioxid Macrogol 400 Polysorbat 80

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Transparente Blisterpackung aus PVC/PVdC- und Aluminiumfolie. PackungsgroBen:10 und 42 Filmtabletten.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen furdie Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

Aurobindo Pharma GmbH Willy-Brandt-Allee 2 81829 Munchen

8.    ZULASSUNGSNUMMER

83323.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

18.01.2013

10.    STAND DER INFORMATION

Oktober 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Valaciclovir Aurobindo 500 mg Filmtabletten